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37. Jahrgang.

Fulda, Mittwoch den 28. Dezember 1910.

Erstes Blatt

297.

Aus Mche und Schule.

schaffen hat.

einer anderen Kirche!

*

lessieet: die dh» spalli-tpetttzeileoder bereu Raum 15 Psg. «eNamend»epetttzeile psg., bet wieder- yalmigen wird entspr.

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Solalionrdruckund Verlag »er Fuldaer Ak»

*♦ 3a der türkischen Kammer kam es am Montag während der Verhandlung über das Budget des Ministeriums des Jnnern zu einem Zwrsch-nfau. Aus Anlaß der Jndemnttatsforderung für T!aß- nahmen «egen die Cholera nannte der Deputierte Ismet den Minister einen Lügner, und dieser er» widerte äußerst erregt, die jungturkischen Abgcord. neten feien überhaupt Betrüger und Erpre er. Unter gewaltigem Tumult mußte die «chu^.g

E ..... . ...i. ii «eubruckerei in Fulda

Monatsbeilage: „Sulbaer Geschichtsblatter FerasprecherRr.Y.

daß aber die feierliche erste hl. Kommunion wie bisher gegen das 12. Lebensjahr begangen werden soll. Ferner teilte der Papst mit, er habe in der letzten Zeit von Kindern von sieben bis zehn Jahren zahlreiche Dank schreib en erhalten, die ihm großen Trost bereitet hätten. Darauf sprach er von der Kodifikation ver kanonischen Rechts, die schon weit vorgefchnttev sei, sodaß im Laufe des Jahres 1911 voraus­sichtlich ein Teil des neuen Gesetzbuches veröffent­licht werden könne. Andere Fragen hat der Papst nicht berührt.

* Rom, 27. Dez. 1910. Prinz Max hat, der,Röln. Vztg/ zufolge, alsbald nach ferner An-

d Eingeborenenarrfstand auf den Karolinen.

Von den Karolinen kommen böse Nachrichten .Über Aufstand und Mordtaten der Eingeborenen, denen vier Deutsche und fünf farbige Diener zum Opfer gefallen sind. Amtlich wird mitgeteilt:

Nach einem von dem stellvertretenden Gouverneur von Deutsch-Neuguinea, Regierungsrat ®r. Oßwald aus Jap (Karolinen- eingetroffenen Telegramm sind am 18. Oktober der Bezirksamtmann Regierungsrat Bö d er, Sekretär Brauckmann, Stationsbeamter Hollborn, Wegebautechniker Häfner und fünf eingeborene Boots- sungen aus Dschokadsch von Dschokadsch-Leuten ermordet morden, die sich seitdem im Ausstand befinden. Der Beweggrurd scheint Unzufriedenheit mit

Ausland.

** Oesterreichisch-rusiische Annäherung 1 In Peters­burger diplomatischen Kreisen hat man die lieber«

Deutsches Reich,

*. Berlin, 27. Dez. 1910. Ter Zeitung „Ex­zelsior* wird aus München gemeldet, Prinz Luit­pold von Bayern, der Kaiser Wilhelm vor torzem gesprochen hat, habe in einer Unterredung m Gegen«

♦ »rankmrt, 25. Dez. 1910. Vor einigen Tagen starb in Pkaffendorf die Oberin der barm­herzigen Schwestern Maria Valeria, der man auch hier wegen ihrer langen und segensreichen Wirksamkeit aus dem Gebiete der Krankenpflege ein treues Andenken bewahrt. Mit ihr ist, wcht nur eine im Frieden ihr ganzes Leben der -»räch ten liebe hingebende barmherzige Schwester dahmge« gangen, sondern auch eine jenmc Tapfren, welche den Verwundeten veS letzten Krieges so liebevoll und aufopsernd beigestanden haben.

* Limburg, 28. Dez. 1910. Dem Herrn Expostim Titularpsarrer Meilinger zrr Niederelbert ist die Pfarrei Wehrheim, welche durch Dersetzimg d s i Herrn Pfarrers Gotthardt von dort nach Well- mich erledigt war, verliehen. Herr Rektor En gl ert von Marxheim ist arsFrühmefferetverwatternach Herschheim versetzt und der kurze Zelt lrankheits halber beurlaubt gewesene Herr Kaplan Dr. S 'mon zum Rektor im Kloster der Schwestern von der Liebe des guten Hirten in Marxheim ernannt worden

• Freiburg (Breisgau), 28. ®e^l910. Am Weih nachtsabend starb infolge eines Schlaganfalles der fmhere erzbischöfliche Baudirektor Meckel, der Erbauer | und Restaurator von etwa 60 Kirchen, «. «- der Ro­chuskapelle in Bingen und Ulmer Garmsonklrche. Auch verschiedene Kirchen in der Diözese F u l d a find nach seinen Plänen erbaut worden.

* Rom 24. Dez. 1810. Gestern nahm der Heilige Vater, wie schon telegraphisch ge« meldet, die üblichen WeihnachtS« und Neujahrs, alückwünsche den Kollegiums der Kardmäle ent­gegen. (Segen '/-12 Uhr fanden die Purpur- träger fich in der päpstlichen Privatbtbliothek em, wo Kardinal Agliarvi eine kurze Ansprache hielt. Der Papst erwiderte die Glückwünsche und unter­hielt sich nachher herzlich mit den einzelnen Kardt- nälen. Die Zeitungen hätten für den Tag, sagte der Heilige Vater in feiner Ansprache, eine politische Rede aus feinem Munde angekundigt. Nun wolle er aber gerade von einer Sache sprechen, die mit der Politik gar nichts yt ton habe, nämlich von der Anwendung des Dekrets über die Kinderkommunion, speziell in Frankreich. Er habe sich mit dem Kardinal Lugon, der neulich in Rom war, als Dollmetsch des gesamten französischen Episkopats dahin ver- ständigt, daß die Kinder privatim nach er-

v In -ie inneren Angelegenheiten unserer Kirche

haben sich weder die Staatsgewalten noch die Parteipolittker einzumischen.

Dieses Nichtinterventionsprmrip, das sich sur das religiös-kirchliche Gebiet von selbst verstehen sollte, muß neuerdings besonders betont werden, da über die Akte des obersten Lehramts unserer Kirche von unberufener Seite öffentlich abgeurteut roirb^ — als ob die Erhaltung der Glaubenseinheit in der katholischen Kirche eine weltliche Ai gelegen- beit wäre die dem allgemeinen Stimmrecht oder dem /Sunal« der öffentlichen Meinung unter-

♦* Aus der Kanzlei der türkischen Gesandtschaft m Sofia sind sehr wichtige geheime Dokumente gestohlen worden. Die Diebe haben besonders nach Dokumenten über die Haltung Rumäniens un Falle eines türkisch-bulgarischen Konflikts gefor cht.

*♦ Der frühere bulgarische Minister Pajakoff erlitt, als er am Dienstag das Sobranjegedaude betrat um Erklärungen adzugeben zu dem Antrag, ae früheren Minister Petrow, Gadeff, Pazatoff u w. in den Anllagezustand zu versetzen, einen Schlag­anfall, dem er fofort erlag. . .

♦♦ Die mexikanischen Aufständischen trtcviin bu Reaierungstruppen bei San Carlos, unweit Ojlnaga, zurück. Der Truppenkommandeur Oberst Durante ist gefallen. Ein Kampf foll zwischen größeren Streitkräften bei Malpa so stattgefunden haben.

Weaebauten gewesen zu sein. Die sogenannte Kolonie war bedroht unv wurde mit treugedliebenen EwaedorEN verteidigt. Die Nachricht traf am 30 November mit dem Dampfer „iSermama m Rabaul ein Der stellvertretende Gouverneur gmg sofort mit neunzig Polizeisoldaten, dem Sekrelär und dem Polizei- meistes nach Ponape und fand alle übrigen Europäer wohlbehalten. Weitere ernste Angriffe auf die Kolonie hatten und haben seitdem nicht stattgeiundeu. Am 13. Dezember trafen weitere siebzig Soldaten ern, am 19. Dezember ©.. M. S. „Kormoran". Die Zahl der Ausrührer beläuft sich aus zweihundert bis »wrihundertsünfzig, sie haben angeblich etwa neunzig Gewehre und andere Schußwaffen, rotemel Munition ist unbekannt. Bisher herrscht übrigens m Ponape völlige Ruhe und die Einwohnerschaft ve^ hält sich zum größten Teit loyal. Nach einem weiteren Telearamm ist inzwischen noch das Kriegsschiff „Planet Vermessungsschiff) »on Neu-Gu.nea nach P°"°P° ab-

6e9®kS arolinen-Jnseln find bekanntlich erst elf Kahre im deutschen Besitz; und wurden un ^ahre 1899 zusammen mit den Palau-Inseln und Marlanen von Spanien um den Preis von 17 Millionen Mark aii das Deutsche Reich abgetreten. Die Einge­borenen waren durch die Kämpfe unb Aufstande gegen die Spanier sehr verwildert; sie benahmen sich gegen die mit großer Vorsicht und Milde austretenden deut­schen Beamten und Kolonisten recht "".maßend und renitent und wollten von geregelter Arbeit nichts wis­sen. Merkwürdigerweise kam dann der deutschen „Kolonisierung" ein Naturereignis zu H'lse: Als Ponape im Jahre 1905 von einem furchtbaren Taifun heimgesucht wurde, der Häuser und Pflanzungen der Jusulauer zerstörte, da bequemten sie sich, von der Rot getrieben, zur Arbeit und gaben sogar, um Geld zum Ankauf von Lebensmitteln zu erhalten, ihre. Ge­wehre und Patronen heraus.

Ponape ist mit seinen 347 Quadratkilometer die größte Insel in der ganzen Kette der Karolinen, es ist die Hauptinsel der östlichen Gruppe, die als Verwaltungsbezirk durch die deutsche Regierung von den Westkarolinen (ebenfalls deutsch) abgetrennt wurde. Die deutschen Beamten und Geschäftsleute wohnen fast alle am Lagerhafen, der sich am Nordge­stade zwischen mehreren Inselchen öffnet, und schon während der spanischen Herrschaft am meisten bffucht wurde. Aus jener Zeit stammt auch die zirka 4 Meter hohe und sehr dicke Mauer, von der die europäische Änsiedluiig umgeben ist. Größere Dörfer gibt es auf Ponape nicht. Die Häuser liegen so vereinzelt und im Walde versteckt, daß man selten mehr als ern halbes Dutzend auf einmal' erblickt. Die Insulaner sind gut gebaute, kräftige Menschen, die sich hauptsächlich nut Branntweinerzeugung aus Bananen beschäftigen. Das Innere der Insel ist unbewohnt. In srüheren Jahr­hunderten hat Ponape eine weit dichtere Bevölkerung gehabt, die außerdem ungleich tüchttger und gesitteter gewesen sein muß, als die heutige: das bezeugen die gewaltigen Ruinen aus Basaliblöckm auf einigen In­selchen im Wetterhafen an der Ostsee der Haupttnsel. Die Insel wurde 1595 entdeckt.

Die Morddeutsche Allgemeine Zeitung' gibt zu dem Aufstande auf Ponape folgenden Kommentar: „Dschokadsch ober Joko, ist eine kleine Insel, welche Ponape, nicht wett von dem Sitz der Regie« rungsstation entfernt, vorgelagert ist. Unter „Kolonie' wird die Ansiedelung der Europäer auf Ponape ver­standen. Zum Zwecke der Befriedigung der Einge­borenen wurde daher vor einigen Jahren mit der An- I läge von Wegen begonnen, die die zum Teil nur auf dem Seewege zugänglichen Niederlassungen der Eingeborenen für den Landverkehr erschließen und damit einer befferen Aufsicht durch das Bezirksamt I unterstellen sollte. Ein Teil der Eingeborenen hatte sich gegenüber diesen Wegebauten ablehnend verhalten. Bereits 1908 drohten Unruhen, denen jedoch durch die Entsendung eines Kriegsschiffes und einer größeren Zahl Polizeisoldaten aus Neu-Guinea vorgebeugi wurde. Anfangs dieses Jahres zeigten sich die Dschokad sch- Leute w id erwil tig, jedoch war es den Bemühungen des Bezirksamtmanns, der wiederholt mit den Ein­geborenen verhandelt hatte, immer gelungen, wieder Ruhe zu schaffen. Im Juli v. I. wurde das Ver« hältnis besonders gespannt, jedoch wurde damals der Ausbruch von Unruhen durch die Verhandlungen des Bezirksamtmanns mit den Häuptlingen verhindert. Das bald daraus erfolgende Einlaufen des ostasiatff chen Geschwaders schien einen nachhaltigen Eindruck au, die Eingeborenen hervorzurufen und die Ruhe für absehbare Zeit zu sichern. Auch zeigten sie sich m der Folge willig zu den Wegebauarbeiten. Nach den vor« liegenden Meldungen kann es sich wiederum nur um ..... _T

einen f rieb lieb en Besuch des Bezirksamtmanns gefährlicher! in Dschokadsch gehandelt haben, der jedenfalls ohne - ’

Mitnahme von Soldaten erfolgte. Es fdjeint ein heimtückischer UeberfaU erfolgt zu sein, die mit der Fortführung der Wegebauten unzufrieden waren. - In dem Regierungsrat Boeder verliert die Solonialcerroaltung einen ihrer ältesten Beamten, der sich in den Kolonien Togo und Ostasrua in lang» jähriger Wirksamkeit bewährt halte und als ruhiger, in der Behandlung von Eingeborenen besonders er­fahrener Mann bekannt war. Der Sekretär B r a u ck» mann ist ein jüngerer Beamter, der indessen bereits Zeitweise den Bezirksamtmann zu vertreten hatte, und dabei gleichfalls Ruhe und Besonnenheit an ben Tag

’ • * Weimar, 24. Dez. 1910. Das weimarische Staatsministerium will dem Lanbtage eine Vorlage unterbreiten über ben Wegfall d er B***’: ®’ Verpflichtung der Staatsbeamten, Geistlichen und Lehrer zur st a a 11 i ch e n W i t wen p enf ions- kasse. Das Staatsministermm rotU den Landtag ersuchen, den Ausfall an Beiträgen zur Wüwen- pensionskaffe durch Staatsmittel zu decken.

-v Main, 27 De--. 1910. Heute vormittag sand im Wn Tome unter Asststm» des Herrn Bischof Dr. Kirstein ein von Herrn Domdekan Prälat Dr. Selbst zelebrirtes -eierliches Hochamt statt, um den Segen Gottes auf die Vorarbe.en zur General, Versammlung der Katholiken D eutsch« lands herabzurufen. Der Vorstand und die Mit­glieder des Lokalkomitees wohnten rntt zahlreichen anderen Gläubigen dem Gottesdienst bei. Hieran begaben sich die Mitglieder des Vorstanbes iu das Bischöfliche Palais, um den Segen des Bischofs zu erbittern Der Vorsitzende des Lokalkomttee., Herr Justsirat Dr. Schmitt, stelle die Erschienenen dem Bifchos vor, woraus derse be in einer längeren ASauf die außerordentliche Bedeutung,ber nächsten Generalversammlung sür Stabt und Dtoze.e Mainz unb für bas gesamte kathoasche Deutschland hinwies und den Mitgliedern des Lokalkvmttees seinen Bischöflichen Segen spendete. Die Bildung der Kommissionen ist vollendet und werden m aller Kürze die Vorarbeiten nunmehr ausgenommen.

zeugung, daß man aus deutscher Sette eine freund- schaftliche Annäherung zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland herbeizuführen bestrebt ist. Die bevor» stehende Reise deS österreichischen Gesandten Grasen Bertold nach Berlin soll hiermtt in Zusammenhang stehen. Man ist der Ansicht, daß der Graf als künftiger Minister deS Aeußeren Oesterreich-Ungarns $U "^Zu^de;? jungen portugiesischen Republik gibts auch schon so eine Art Majestätsbeleibigungsprozeffe. Lissaboner Blättern zufolge wurde daS monarchi­stische Blatt „Correio Damanha" wegen Betet» digung der Minister der Republik angeklagt.

** Die Garung an ben russischen Hochschulen. Zn Genf sand am Wechnachtsabend ein internatio­nales P r o t e st m e e t i n g gegen die Zustände in den russischen Gesängnissen statt. Außer zwei rufsischen Rednern sprachen Umversitatsprosessor Milhand als Vertreter der Liga sür Menschenrechte und Abgeordneter Nieolet. Auf Beschluß des ra)fi­schen Miuisterrates sollen aus sämtlichen Hoch-chulcn die Urheber und Anführer der letzten Unruhen ent- l a s f e n werden. In Petersburg ist diese Maßnahme bereits aus siebzehn Studenten angewendet worden. Der Ministerrat verfügte ferner, daß Studenten- Versammlungen unter keiner Bedingung zuzulaffen

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Perantw. Redakteur? tat» rckütte, w°ch-nb-!.aU: „Jnuftrierte Sonntagszeitung

wart des Erzbischofs von München geäußert, erl) Iflnne leider nicht im nächsten Frühjahr zur inter­nationalen Kunstausstellung nach Rom reffen. Er üate hinzu: „Ich glaube, daß auch der Kaiser nicht nach Rom gehen wird."' Der Korrespon­dent des BlatteS meint, das Ausbleiben des Kaisers würde eine Enttäuschung sür die ohnehin schon ver­stimmten Römer sein. - Eine WeihnachtS. amnestie hat der König von wachsen erlassen. Sie trifft allerdings nur 28 Gefangene.

v Te» preußischen Landtag, der bekanntlich am 10. Januar wieder zusammentritt, will man, wohl mit Rücksicht auf die bevorstehenden Reichstags- wählen, keine großen Kraftproben zumuten. An neuen Gesetzesvorlagen dursten eingebracht I werden das Zweckverbandsgesetz, das Feuerbe» stattungsgesetz und eine Vorlage auf dem Gebiete des Fürsorgewesens, eine Novelle zum Gesetze über Dienstvergehen der nichtrichterlichen Beamten, durch die das Wiederaufnahmeverfahren ,m risziplmat- verfahren für Beamte zur Einführung gelangen soll. Weiterhin dürfte dann eine Vorlage über den Ver­kauf von Fischereiberechtigimgen durch ben Staat einaebrachl werben, um die Streitigkeiten ans Anlaß bctß Schädigungen der Fischerei durch den Ausbau der Wafferstraßen zu beseitigen; endlich d,e Vorlage über die Reinigung der Straßen und die Lege- ordnung sür Ostpreußen. Wie behauptet wirb sollen bas Waffergesetz unb bas damit rm Zusammen­hang stehende Flschereigesetz in der nächNen Tagung nicht eingebracht werden, ebenso soll bte „Umge staltung" (Erhöhung) der preußischen Einkommen» steuergesetzgebung, die bekanntlich durch die Beamten­gehaltserhöhung nötig geworden ist, für einen

: späteren Zeitpunkt zurückgestellt werden.

Y Die Beisetzung des verstorbenen Zentrums- : führers Franz v. Ballestrem, wird am Donners. . • tag erfolgen. Hebet Einzelheiten «md benchttt. , ' Am Sonntag nachmittag erfolgte die Ueber- sührung der Leiche nach der Schloßkapelle, wo die Aufbahrung stattfand. Forstbeamte halten die Totenwache. Am 28. Dezember findet toe Uebetsührung der Leiche nach Ruda statt, wo in der Krypta der kathol. Krrche am Donnerstag die Beisetzung erfolgt. — At'f Schloß Plawnro- witz ist im Auftrag der Kaisertn solgendes “TÄSm- .°d «--V»

Iragten den ganz ergebend Unterzeichneten,^ Eurer fSodiaeboren, der Gräfin-Mutter, und en übrigen

I Re allerhöchste Teilnahme an dem betrübenden Hm» I scheiden Seiner Exzellenz des Grafen Ballestrem zu übermitteln. Kammerherr von dem Knesebeck.

»* Staatssekretär Kriitke beim Kaiser. Der Staals- iekretär des Reichspostamts hat auch in diesem Jabre wieder dem Kaiser den üblichen Weihnachts­bericht über die Entwicklung des Postbetriebes er» stattet. Eine Folge des allgemeinen wutschastUch-n Ausschwunges war es, daß der Staatssekretär im Gegensatz zu den beiden voraufgegangenen Jahren von recht erfreulichen Refultaten berichten konnte Der Einnahme Ueberschuß steigt weiter und dient auch der Ausdehnung und Verbesserung unserer |

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welche sich die Mitglieber der Stra ammer des Kongb Landgerichts Bonn beleidigt suhlen. Dte beiben Beiträge nehmen ihren Ausgang von der «m 1 dieses Jahres vor diesem ^richte wegen Transpott gesährdung stattgefundenen Verhandlung

ner Korpsstudenten, rote sie w, irreführenden । Zeitungsberichten dargestellt war. Nachdem ich mich überzeugt habe, daß der Herr Vorsitzende und die Mtt-

; Glieder dieser Kammer bei der fraglichen Bnhandlung die I 1 Würde des Gerichts sorgsamst gehütet und in ferner ' Weise die anderen Korpsstudenten bevorzugt oder deren

Trunkenheit als Milderungsgrund Haden selten laRen, M ich mein aufrichtiges Bedauern darnber

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%ras "Ao» w »«ü Art des Ult werden können, wenn berStaatsannmlt winkt । Dafür wird er sich demnächst desto dreister an ben Katholiken erholen, beten Beschimpfung eine Spezialität bes Ult ist. Sie ist ja auch un­

gelegt hat.

nu» uuu Die U--zusriedenheit der Eingeborenen über die

Man mische sich nicht in bie inneren Dinge ggCf.ebQUten entspringt nicht bloß dem Unwillen, daß ne m diesen Arbeiten gezwungen werden, fondem noch mehr der Erkenntnis, daß die Wegebauten dazu be­stimmt sind, sie in ihrer bisherigen Unabhängigkeit zu beschränken. Bei den wetten Entfermmgen m der Sud- sce und ben. Mangel telegraphier Verbmdung imrd inan damit rechnen muffen, daß unbebmgt »uverlasfige Nachrichten über die Ursachen der mifftcmdischen toegung, ihren Umfang und ihren Verlauf erst nach Wochen, vielleicht efft nach Monaten hier erntteffen. Immerhin genügen die heute schon vorliegenden Mel­dungen, um dm Ernst der Lage erfennen zu lassen.

s^Wenn in den Reichstagsverhandlungen von bet Borromäus-Enzyklika geredet würbe, so mag das hingehen angesichts der Tatsache, ball bte bann enthaltenen Bemerkungen über gewisse ^me,ornia- toten" bes sechzehnten Jahrhunberts Anlaß zu einem biplomatischen Schritte bet brutschen Retchs- tegierung gegeben hatten. Aber bie Polemtlen der Abgq Maffermann, Wtemet, Schrader, Everling gegen bie Enzyklika Pascondi unb dte zugehörigen päpstlichen Verfügungen wegen des Antunodernfftcn- eibes rc. enthalten Uebergriffe in ernt innere,. rem Ürchliche Angelegenheit einer Religionsgemelnschaft, unb wir müssen uns solche Emmischungsoerfuche in unket Glaubensleben entschieben verbitten.

In bet lonfetvatroeu ,Kreuzzeitung' macht nun soeben der Wochenrundschauer neben einigen zu- tresirnben Erörterungen bie bebauerliche Bemerkung, daß die neueren geistlichen Etlaffe und berbetteffeade Eib „sich gleichmäßig gegen die moderne Wissen chast (einschließlich der positiven evangelischen Theologie) unb gegen bie Lehre bet evangelischen Kirche richten". Der Runbsckauer betrachtet biese Erlasse als rin allerletztes unb verzweifeltes Vetteldl» gungsmittel. Dazu macht bie frelkonfervative ,Post' die Randglosse, sie sehe in der neuesten Ent» Wicklung „nicht so Abwehr-, fonbern vielmehr Anatisss maßnahmen". So wachsen die M>h- deutungen lawinenartig an. Wie kann man ange­sichts bet natürlichen Sorgfalt, mit welcher ber chapst für bie Reinheit bes Glaubens innerhalb seiner Herbe pflichtgetreu eintritt, mif ben Gebanken verfallen, baß baiin eine (befeni've ober offensive) Feinbseligkeit gegen eine andere Religionsgemein­schaft enthalten fei. Ob protestantische Theologen ober Lehren ber evangelischen Kirche nut gewissen modernistischen Anschauungen ilberemftunmen, ist für uns ganz irrelevant. Wir beeinträchtigen den Andersgläubigen die Glaubensfreiheit mkeiner Weize. Der hl. Stuhl hat die mobernistifchen Irrlehren als olche bezeichnet, um bie Katholiken von ihm ernzuhalten Bei allen Entfcheibungen über Glaubens- ehren, die in der protestantifchen ReligionSgemern- chaft attroffen worden sind, haben wir niemals darnach geftagt, ob eine katholische Satzung davon berührt iverden könnte, sondern haben das Selbst bestimmungsrecht der andern Konfession durchaus respektiert. Wit fordern Gegenfeil'gkett.

Eine eigentümliche Verquickung der weltlichen und der geistlichen, der staatlichen und ber perfön« lichen Instanzen ist in Dresden emgetreten. Da» ,Dresbenet Journatt vetöffentlrcht an ^amtlicher Stelle eine Auslassung über den Fall be» Prinzen Max, die in ber Sache richtig ben Stanbpunkt vertrat, daß die wiflenschaftlichen Ausführungen des Prinzen der wisfenschastlrchen Nachprüfung, die dogmatifchen Aussührungen dem kitch- lichen Lehramt unterlägen. Auffallend war nur, daß dieser Artikel von Staats weg en ver» öffentlicht wurde, da doch diese ganze Angelegenheit nut dem Staatswesen und ber P°Uttk.nichts zu schaffen hat, auch der Verfaffer des kritischen Ar­tikels nicht als sächsischer Prinz, sondern nur a-s Forscher und Priester in Betracht kommt. Soeben erfolgt nun im sächsischen Regierungsorgan m dieser Sache folgende Kundgebung:

Die Reaielungserflärung im amtlichen Teile un» seres Blattes vom 25. d. M. in der vielbesprochenen Anacleaenhett bes Prinzen Max ist nicht von der Kal Staatsregierung, auch nicht von ben m Evangelieis beauftragten Staatsministern, fon-

bem vom Ministerium des Kömgr. Hauzes auSaeaangen. Wie wir feststellen können, sind weder die Slaatsregierung noch die in Evangelrcis beauf­tragten Herren Staatsminister mit bet Angelegenheit befaßt gewesen, und sie haben von der Erklärung vor dem Erscheinen keine Kenntnis gehabt.''

Das Ministerium bes Königlichen Hauses hat offenbar in bester Absicht gehandelt, hatte aber beffer bcm Prinzen Aiax selbst unb ben kirchlichen Oraauen die Erledigung ber Sache (bie inzwischen erfolat ist) überlassen können. Unserseits müssen wir aber zu bet Erklärung bemerken, batz bte m 7vauge?"is beauftragten Staatsmmrster durchaus kein Recht haben, eine besondere Heran» ziehung zu fordern oder zu erwarten, da dte evan- gelikch-lutherische Kirche Sachfins nut dieser rein katholischen Angelegenheit gar nichts zu