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Zeitung

• Maer

werden.

, menge und suchte alsbald seine „Bni>e' (Wohnung) •auf8 Das Publikum aber, unter dem sich die Nach- , J*. . c .. Sai* ffJnfJtftitäiilir hilf, ein 2,0111-

konnte.

Bäume gekauft: die Wipfel der gut gewachsenen Harz- fichten, die im Herbst als Bauholz geschlagen werden, und die besonders für den Weihnachtsbaummarkt ge­zogenen Jungsichten. Während für die Wipfel, die eine besonders starke und rauhe Benadelung haben, mit 20 Pfg. pro Stück bezahlt werden, kosten die Jung- fichten je nach Wuchs und Schönheit der Bestände 25—30 Mk. pro hundert Stück; die Werbungskosten gehen dann auch noch zu den Lasten der Aufkauf«, die die Weihnachtsbäume dann waggonweise nach Berlin, Leipzig, Hamburg, Frankfurt a. M. schaffen, wo ste an die Händler abgegeben werden. Da auch die an» deren dem Harz benachbarten Großstädte ihren Be­darf an Weihnachtsbäumen auS dem Harz beziehen, so ist die Abgabe dieser aus den Harzforsten zu einem recht einträglichen Geschäft geworden Die Wipfel konnten früher nur mit sehr geringem Gewinn oder gar nicht verwertet werden, und die Weihnachtsbaumkullu- ren lasten sich ost an Stellen in den Forstwirtschaften einschieben, wo man längere Umtrtebsperioden nicht

mit einzugreifen. Sie wurde» von allen Seiten um Aufklärung an gegangen, aber keiner von ihnen wußte, um was es sich handelte Kreuz und quer gingm sie über den Marktplatz und bemühten sich, die Ursache der so Plötzlich eingetretenen allgemeinen Erregung

Ausland.

♦♦ Seit dem französischen Eisenbahnerstreik erlei­det der Gütertransport auf den Nordbahn- linien infolge des üblen Willens der Bahnbedienstelen außerordentliche Verzögerungen. Die Z-ahl der im Rückstände befindl. Frachtwaggons wird auf 20 000 geschätzt. Ueberdies gibt es gegenwärtig an 2800 Frachtwaggons, die nach falschen Stationen abgelasten wurden und deren richtiger Bestimmungsort vorläufig nicht ausfindig gemacht werden konnte. Die Indu­striellen und Bergwerksgesellschasten Nordstankreichs können trotz dringenden Ansuchens kaum ein Zehntel der von ihnen geforderten Waggons i-rhalten. Dre Vorräte der Kohlenbergwerke des Norddepartemmts sind so weit angewachsen, daß man bereits die Mög- lickkeit ins Auge gefaßt hat, die Bergleute em oder zwei Tage in der Woche feiern zu lassen.

♦♦ Die Skandale wegen der Liquidaiton der Grande Chartreuse tauchen durch eine Verhandlrmg vor dem Gericht in Grenoble neuerdings auf. Die Vertreter der zwei größte» Boulevardblätter von Paris, des Matin' und des „I o u r n a V, stehen dort einan­der gegenüber. Der vielgenannte Liquidator der

S von dem Vorgehen der Rathausuhr wie ein Lmch feuer verbreitete, fluchte, wetterte und lachte über den famosen Streich, mit dem man es zum Narren gchÄ. ten 1 Tubas' Freunde lachten mtt und priesm ihn als Ulk-Genie. Doch dieser lernte den beruhmtm Paragraphen vom groben Unfug kennen, da er bald nachher auf Grund desselben ein Strafmandat in Höhe von dreißig Mark erhielt Indes halfen ihm die Kommilitone» über diese Kalamität Hmweg, indem sie so viel zusammenlegten, daß die Summe bezahlt und auch noch bet einem Fäßchen Münchener der sensationelle Vorgang gründlich besprochen werden

„unparteiische" Generalanzeiger usw^mindestens eben- 1 so furiöS wie die sozialistischen Blätter, und bei der Enzyklika-Kampagne dieses Jahres machten sie natür­lich ebenfalls „mit'. Man kann wirklich sagen d e ärgsten Kulturpauker bei uns in Schlesien sind die sogen. Freisinnigen; ste übertteffen selbst noch unsere Nationalliberalen, die allerdings auf dem Aussterbe­etat stehen, und deren Erbschaft vielfach die Freisin­nigen angetteten haben. Früher hoben dre katholischen Wähler gar manchem steisinnigen Kandidaten zum Siege verholfen, nicht blos vom Standpunkte der Wahl eines „geringeren Uebels', sondern weil die Liberalen, wie ein Dr. Munckel, Dr. Maager^ Dirich- let und der jetzt noch lebende achtzigjährige Geh. Ju­stizrat Schmieder entschiedene Gegner des Kultur­kampfes waren und, soweit sie dazu in der Lage iva- ren auch für den Toleranzantrag des Zentmms ein­traten während kürzlich die steif. Abgz. Büchtemann und Dr Ablaß auf dem in Breslau abgehaltenen ersten fortschrittlichen Parteitage den Kampf gegen

Junker und Pfaffen' und „Niederwerfung des schwarz-blauen Blocks' verkündigt haben. Solche „Freisinnige' zu unterstützen, verbietet unserer Parttl die Ehre Mögen denn die Freistwiigen Kopsch, Fischbeck und Genosien, die 1907 sich auch die Zen­trumsstimmen gern gefallen ließen, sehe», wie ste zum «jele kommen. Namentlich hat der Abg. Kopsch, der 1907 nur mit 52 Stimmen Mehrheit gesiegt und sei­nen Sieg lediglich der Unterstützung des Zentmms im Kreise Löwenberg zu verdanken hat, durch ieine Reden und sein gesamtes Verhalten sich alle Sympathie der katholischen Wähler als solcher, nicht etwa lediglich der Zentrumsivähler, verscherzt.

d München, 19. Dez. 1910. Der Redakteur der „Bayerischen L e hr e r z e t t u n g", vor deren kirchen- und glaubensfeinblichen Tendenzen soeben erst die Bischöfe Bayerns die Lehrer gewarnt Haben, hat beim Kultusministerium eine Abfuhr erlitten. Meyenhöfer, so heißt der Redakteur, war von der Mittelfränkischen Kreisregierung verwarnt wor­den weil er in sehr scharfen Worten gegen die geist­liche Schulaufficht, eine Staatseinrichtung, losgezogen war. Er hatte unter mrderem behauptet, „die ganze Einrichtung der geistlichen Schulaufficht und die Ge­samtheit ihrer Träger seien ebenso minderwertig und verdienten den Spott aller Gebildeten, toie eine in der „Lehrerzeitung' besprochene Broschüre und ihr Verfafler". Die Mittelfrünkische Regierung sah darin und in anderen Behauptungen mit Recht eine ver­ächtliche Herabsetzung einer staatlichen Einrichtung und mißbilligte eine solche Schreibweise. Die von Meyerhöfer zum Kultusministerium eingelegte Be- rufung wurde verworfen und die ausgesprochene Miß­billigung noch als eine sehr milde Strafe bezeichnet. Meyerhöfer meint nun, der „Ultram o nt an i s - m u s' werde triumphieren. An der Disziplinierung Meyerhöfers hat kein Mensch ein Interesse Wichtig ist lediglich die Tatsache, daß die „Bayerische Lehrer­zeitung' mit ihrem Verhalten auch bei der Staats­regierung Anstoß erregt hat und dag ihr der Wille oder die Fähigkeit ab gesprochen wurde, den ihr obliegenden Rücksichten gerecht zu

zu erforschen. t

,Tuba' stand währenddem, den Späheraugen sei­ner "Kommilitonen entrückt, hinter einem vorspringen, den Erker des Rathauses und sah in aller Gemütsruhe dem steten Anwachsen der Volksmenge zu. Als diese dann so ziemlich den weiten Platz gefüllt hatte und es stark zu regnen begann, hielt er es für angezeigt, den Heimweg anzutreten. Indem er dies aber ta., versäumte er nicht, einem in sein« Nahe stehenden Arbeiter mzurufen: „Na, so was lebt Nicht mehl.! Der Kuckuck soll alle Ulkbrüder holen! Wissen Sie was hier vorgeht, Die Rathaus uh,r geht gegen die Bahnhossuhr zwei Mrnuten vor. Das ist der ganze sensattenelle Vorgang!

Darauf verschwand er eiligst unter btt Volk--

der Ruf: „Halloh! Burschen heraus! Burschen her- aus!' „

„Nanu, was ist denn das?" hieß es von allen Seiten, hat „Tuba' ein Rendezvous mit den „Nacht- Räten (Nachtwächtem)?' und im Nu waren einige Studenten auf der Straße. Dort stand wirklich dar „bemooste Haupt" und zwar in einer Verfasiung, die die Studentm stutzig machte. „Tuba' rang nach Atem und gestikulierte heftig mit Armen und Beinen.

„Aber Mensch, was ist denn los?' fragten bk Kommilitonen, „ist Dir etwas pafliert? Du warst doch noch vor wenigen Minuten . . . .'

„£)', unterbrach „Tuba' sie, „auf dem Markte .... o, auf dem Markte . . . . d a g eh t . . . . etwas vor. Kommt, kommt alle ... . schnell, schnell mtt dorthin!' Der Student fuhr mit seinem Taschentuch über die Stirne, und die Kommilitonen stürzten ins Lokal zurück und benachrichtigten die an­deren davon, was sie von „Tuba' gehört hatten.

„Tuba ist außer sich, es muß etwas Schreckliches paffiert fein, kommt mit', schlossen ste ihre hastig her­vorgestoßene Mitteilung und innerhalb einiger Augen­blicke war die Stammkneipe leer. —

Grande Chartreuse, Le-ouwrier ist der Schwager des Direktors des .Matin'. Als die erbaulichen Enthul- hingen über die Liquidation der ®raP„betJ^a*e“^ erschienen, war natürlich daS Joumal schon: wegm der Konkurrenz darauf aus, die Saben ausz > zwischen dem Direttor deS -Matin und seinem Schwager liefen. Verblümt behauptete das -J°u^ nal' bet Direktor des .Matin" sei an der Gesellschaft beteiligt, die sich der Grande Chartreuse auf, nicht ein- wmdfreie Weise bemächtige. Der „Matin btt sich in seinen Interessen geschädigt fühlte, leitete durch fest nen Verwaltungsrat Klage gegen das -Journal em und forderte einen S ch aden ers a tz v °n 1 M ill- Franken Das „Joumal" wird vor der Sttaflam- mer in Grenoble von den, Advokaten Labon (aus dem Drehfusprozeß bekannt) verteidigt, der sofort die Ein­rede der Unzuständigkeit des Gerichtes geltend wachte, weil nicht nur der Direktor des -Matm smdern auch der Liquidator Leconturier, ein staatlicher Beam­ter in Frage käme, sodaß das Schwurgericht zuständig sönlichkeit, in dm en behauptet wird, daß die Emm- nung Lecouturiers znm Liquidator aus die^ Bemühun­gen des Direktors des „Matin' erfolgte Em anderes Dokument liefert ben Nachweis daß der C h ar­te en se-Liköt, wie ihn die Liquidatoren heftM- ten, aus Carenton bei Paris stammte. Der Prozeß dauert noch fort. „

*♦ Präsident Taft hielt bei ernem Bankett der Ge> sellschaft für schiedsrichterliche Erledigung internatio­naler Streitigkeiten eine Rede, in der er sagte, die Vereinigten Staaten wünschen in Frieden mit aller Welt zu leben. Das Volk werde niemals seine Zustimmung zur Errichtung eines ffehen- b en Heeres geben, das dem irgend einer anderen Macht ebenbürtig fein könnte. Die gesamte Küsten- vctteidigung des Landes sei vollkommen Zureichend und die Behauptung von der angeblichen Hllslosigkeit des Landes bei einem etwaigen Angriff sei völlig un- gerechtsertigt. Der gegenwärtige Stand des Heeres sei ausreichend. Immer aber sei das Sch t e d s g e- r i ch t der beste Weg zur Austragung mtemattonaler Streitigkeiten. Die Rede wird als Absert gung der sensationellm Forderungen des Kriegsministers Di- ckinson sympathisch begrüßt.

M 291.

Dienstag den 20. v-z-mder ,410.

57. Jahrgang.

konnten.

Das klingt ganz anders als das, was die liberalen Blätter zusammenfchwindeltm.

Die ganze <3ad)e hätte nicht das geringste Aufsehen gemacht und niemand wäre es eingefallen etwas be­sonderes daraus zu machen, wenn es sich nicht um ben Prinzen Max gehandelt hätte und die liberale Presse nicht sortwährmd das Bedürfnis hätte, „Ketzer tu machen. Prinz Max tft selbstverständlich nach wie vor ein treuer Sohn der katholischen Kirche, daran ändert sein Aussatz nichts. Das hat auch Abt Pelle-

vottsvmtschaslliches und Soziales.

* Ein Mustergewerkschaftler, wie er nicht sein so«. Zur Unterhaltung der elektrischen Strabenbahngelcise in Nürnberg werden zirka 36 Mann beschäftigt. Es kommt mitunter auch vor, daß diese Arbeiter von einem heftigen Unwetter überrascht werden und sich dann unterstellen, bis der größte Sturm vomber ist Daß dadurch einige Minuten von der Arbeit verloren gehen, ist wohl einleuchtend. Diese Zeit, welche durch solche Elenientarvorkommniffe verloren geh^ wurde bis vor kurzem ohne Lohnabzug und ohne nachzuarbei- ten gerne gewährt. Als nun letzthin der Vertrau­ensmann der sozialdemokratisch O l- a anifierten ohne Entschuldigung von der Arbeit wegblieb und deshalb vorgestellt wurde, wußte der Weltverbesserer zu seiner Entschuldigung nichts besse­res zu tun, als seine Mitarbeiter, darunter auch seine eigenen Genossen, zu d en unzi er en, daß sich diese bei schlechtem Wetter unterstellen, seit dieser ö-ett müssen nun die Arbeiter, wenn sie sich bei schlechtem Wetter unterstellen, genau so viel Minuten nacharbei­ten, als sie sich vor dem Unwetter während der Ar- beitszeit geschützt haben. Das haben die Arbeiter einem sozialdem. Vertrauensmann zu verdanken, der in Versammlungen und hinter dem Biertisch von der glorreichen Zukunft der Sozialdemokraten nicht ge­nug erzählen kann. Reden und Taten sind eben bei den Sozialdemokraten grundverschiedene Dinge

* Die Dienstanweisung für die Oberlehrer. Die seit langem erwartete Dienstanweisung sür die Direk­toren und Lehrer an den höheren 2ebranftal­ten für die männliche Jugend tft jetzt erschienen. Den näheren Bestimmungen, die im wesentlichen nur der äußeren Ordnung gelten, sind allgemeine Grund- säve voraufgestellt, aus denen wir hervorheben, daß Direktor und Lehrer ihre ganze Kraft daran zu setzen haben daß der Unterricht nicht nur auf Aneignung eines bestimmten Wissens und Könnens hinwirke, sondem Mich zu selbständigem Denten und Urteilen anleite. Besonders auf der Oberstufe sollen ste bei der Auswahl des Stoffes und im Lehr- ! verfahren immer die allgemeine geistige und sittliche Bildung der Schüler im Auge behalten. DaS Lehrer­kollegium kann seiner schwierigen Aufgabe nur tonn gerecht werden, wenn feine Mitglieder, bei aller Delb- ftänbigteit des einzelnen, in einheitlichem Geist arbeiten. Gegenüber den Einzelbestimmungen der früheren Dienstanweisungen bringt die jetzt beraugge­gebene wesentliche Aenderungen und Neuordnungen, hauptsächlich in den Anweisungen für den Klassen­leiter (Ordinarius), über die Lehrerkonferenzen und die Schulzucht, über den Direttor als Leiter der, An­stalt und als Vorgesetzten der Lehrer, das Dienswer- hältnis der Lehrer zum Direktor, über die Amtspflich­ten der Lehrer und endlich über das Auswärts wohnen, Nebenämter der Lehrer, das Halten von Pensionären und über Erteilung von Privatstunden.

* Gegen die Fleischnothetze, die besonders von sozialdemokratischer Sette gerade in der letzten Zelt wieder zu parteipolitischen Agitationszwecken m der maßlosesten Weise getrieben wurde, wendet sich em neues Flugblatt des Volksvereins für das katho­lische Deutschland: „Warum wurde das Fleisch so teuer?" In zwölf Hauptpunkten behandelt das Flugblatt die Teuerungserscheinungen und ihre Haupt- sächlichsten Ursachen, wobei es im besonderen die verhetzenden Uedertreibungen und falschen Begrün­dungen der Sozialdemokratie in das rechte Licht rückt. Das Flugblatt wird gratis nur nach solchen Orten versandt, die den Volksverein eingesührt haben oder den Volksverein in nächster Zeit emzufuhren veabsichtigen. In andern Fällen erfolgt die Franko- Zusendung nur gegen nachstehende Unkostenvcr- gütung- 100 Stück 1 Mk, 500 Stück 2 Mk, 1000 Stück 3 Mk. Die Versendung erfolgt in den letztem Fällen nur gegen vorherige Einsendung des Betrags, am besten durch Postanweisung an di Zentralstelle des Volksvereins in M.-Gladbach. Bestellung und Verbreitung des Flugblatts geschieht wohl am besten durch die örtlichen Geschäftsführer des Volksverems, an welche Interessenten sich wenden mögen.

** Ans Schlesien, 18. Deg. 1910. In keiner Provinz tritt wohl der Freisinn dem Zentrum und den Kachokiken so feindlich gegenüber, wie in Schlesien. Es vergeht fast keine Woche, wo die Zen- , trumsblStter nicht irgend einen Sttanß mtt bet sogen. Freisinnsptesse auszufechten hätten. Bei bem Ferrer- Rumrnel beS vorigen Jahres waren die Breslauer i Zeitung, bie Breslauer Morgenzeitung, der angeblich

Aus öem Nachbargebiete.

♦ Schlüchtern, 19. Dez. 1910. Der Kreistag Hai den Landwegebauetat für 1911 auf 38d00 3Ra* Offenbach, 19. Dez. 1910. Die Entleerung bet in sämss ch en Wirtschaften bei Stadt Offenbach und und des Stadtteils Bürgel aufgehängten Waisen- b ü ch s e ii findet, wie alljährlich, in der Zett vom 1 bis 15. Januar statt Der eingegangene Betrag dient zur Unterhaltung und Pflege armer Waffenkin-

anbringen kann.

— Auch eine Bekehrung. In einer kleinen engli­schen Garnison, wo eine Anzahl Rekruten zeitweilig lag, wurde ein alter Feldwebel beauftragt, festzustellen, zu welcher religiösen Sette jeder Mann gehöre, und daraus zu achten, daß jeder an bem betreffenden Got­tesdienste teilnehme. Einige von den Leuten verspür­ten keine große Lust, zur Kirche zu gehen und erfiärten daher, Atheisten zu fein. Aber der Feldwebel war ein schlauer Schotte und ein Mann von Erfahrung. „Ah gut', sagte er, „dann habt ihr nicht nötig, den Sabbat heilig zu halten; und bie Ställe haben das Reinigen groß nötig.' Und er kommandierte bie Leute zur Stallreinigung. Dies nahm ben ganzen Tag in An­spruch, und die Leute kamen auf diese Weise um ihren Üblichen Sonntagnachmittagurlaub. Am nächsten Sonntag Übersttahlte ein behagliches Grinsen daS Ge­sicht des Feldwebels, er hörte, daß die Atheisten der Hochkirche von Siiy.anb beigetreten wären.

— Umgekehrt. Sie: „Gestehe es nur, du hast mich nur geheiratet, weil ich Geld hatte." — Er: „Hm Gegenteil! Ich hab« dich geheiratet, weil ich

Den überraschten Kellnern wurde gugerufen: „Auf bem Markte geht was vor!' und diese hatten nichts eiligeres zu tun, als den Gästen in ben Restaurations- räumen Kenntnis von der Schreckenskunde zu geben. Alle wollten Näheres über die Geschichte hören, und da die Kellner ihre Neugierde nicht befriedigen konn­ten verließen viele ba3 Lokal, um persönlich zu sehen, was denn etgenllich los fei. Und wie sie, so schritte» manche andere nach bem Markte hin; denn die Nach­richt von bem geheimnisvollen Vorgänge hatte sich schnell verbreitet, unb wie es bei solchen Gelegenhei­ten immer zu beobachten tft, die meisten, welche der­artiges hören, wollen ihre Neugierde ganz befriedigen.

Es war daher natürlich, daß sich in kurzer Zeit eine große Menschenmmge auf bem Marktplatze an- sammelte, die hin und herwogte, unb nur die eine Frage kannte, was dort vorgehe. Selbswerständlich waren bald auch zahlreiche Schutzleute zur Stelle, die au8 ihren Revitten herbeteklten, um, wenn notwendig,

--- „ i m,b non ben in ihm enthaltenen geschichtlichen und ^urkirchlichen orientalischen Frage. bofttin4ien Irrtümern, zu b™®lauben oder wenigstens

' .nix ■■ hrr Bermuluna kommen könnten, sicher zu iyrem

Bekanntlich gibt es eine kirchliche orientale «b ob die Zeitschrift di-s-Gev°nten, An-

' .... ... - - —r.x.rx. den ihrigen gemacht hätte, unb teile.

Daher erklärt der Unterzeichnete tm Namen der Gesamt- rebattion der Zettlchrift, obwohl in deren Spalten ihre eigenen Gedanken jum Ausdruck kommen, die ben in bem erwähnten Artikel ausgedrückten ganz unb gar ent­gegengesetzt find, noch ausdrücklich, daß er nicht bet« pfhdjtet den Gedanken, Meinungen. Jdeengangen und Behauptungen, welche weder von Katholiken gebilligt noch vom obersten Lehramt der Kirche und ihrem Haupte, dem römischen Papste gutgeheißen werden

grlni erklärt.

Deutsches Reich.

Bekanntlich gibt es eine kirchliche "1 ^gerniz, als ob die Frage die viel älter ist als bie politische. Es handeu Irrtümer zu bei 'fetu'n gesagt, um bie Wiedervereinigung <--------------

ber griechisch.schismatischen Kirche , mit bet römisch-katholischen. !

Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Pattiarche» , von Konstantinopel gegenüber dem Papsttum in Rom führten im Jahre 867 zu einer T rennu ng btt grle- chischen Kirche von ber lateinischen Im Saljre 1054 vollendete Michael Eetularius bie Trennung («ch» ma) 1274 zu Lyon unb 1439 zu Florenz wurden scheinbar gelungene Wiedervereinigungsversuche ge- macht, die jedoch in ihrer Wirkung nur von kurzer i Dauer waten. Seitdem besteht die Trennung bet lateinischen unb griechischen Kirche vollständig

Die Punkte, in denen sich bie griechische Kirche i von bet lateinischen unterscheide t, betreffen bte Lehre vom heiligen Geist, die Art der yegfeuerftrafe, I sodann sind Ritus unb Disziplin in manchen Punk- en verschieden, z. B. dürfen die Priester der griech - schen Kirche heiraten (Mönche und Bischöfe nicht. Jedoch wäre es ein Irrtum .anzunehmen, daß die griechisch-schismatifche Kirche des Orients genau so einig unb geschlossen ist, wie die römisch-kachol sche Kirche. Sie zerfällt vielmehr in manniMche selb­ständige Gruppen. An Versuchen, die Getrennten zur Einheit der katholischen Kirche zurück zu ' b r i n g e n, hat es auch in ber Zwischenzeit nicht ge­fehlt unb besonders unter den letzten Päpsten — un­ter Leo XIII. insbesondere wurde verschiedentlich diese I Frage mit Teilerfolgen behandelt.

Prinz Max von Sachsen hat sich diese orien­talische Frage in besonderer Weise zu seinem Tätig­keitsgebiet als katholischer Theologe erwählt. Er hat vor Jahren wett ausgedehnte Reisen im Orient ge- ’ptadjt unb beschäftigt sich nun seit geraumer Zeit mit der Literatur über diese Frage. Der Aussatz, den er nun über diese Frage in der neuen eigens zu den 'Zwecken dieser Frage in Rom gegründeten Zeisschrift »„Rom und der Orient' veröffenllicht hat, scheint in der Tat Irrtümer zu enthalten. Wenn sich ein Ge­lehrter mit einer solchen Sache intensiv und einseitig ^beschäftigt, versiert er leicht den Zusammenhang mit ‘bem Ganzen. So mag es nun auch dem gelehrtm Prinzen gegangen sein. Wie jedoch schon hervorge- hoben wurde, ist die Sache von ber liberalen Presse weit über Gebühr aufgebauscht worden. Es ist un­glaublich, was sie da wieder in diesen Tagen zu- fammengelogen hat. Anders kann man es nicht nennen. In der gewissenlosesten Weise schwin­delten liberale Blätter sosort wieder, wie bet allen katholischen Anlässen das Blaue vom Himmel her­unter. Der „Ketzerprinz', .Mrttiz Max als Ketzer' usw. usw., so wurde schon in den Ueberschristen ge­schimpft, gelogen unb verleumdet. Es wurde sogar schon gemdbet, ber König von Sachsen, der Bruder des Prinzen, habe sich bereits eingemischt. obwohl die Sache die Politik selbstvessiändlich nichts angeht, und zwischen Dresden und Rom sei ein B r uch eingetreten. Es war natürlich gelogen bezw. glatt erfunden. Auch sagten manche liberalen Blät­ter. bie Maßregelung des Prinzen Max sei ein -Racheakt Roms wegen bet Haltung des Königs ! von Sachse» in der Borromäus-Enzyklikafrage. Schließlich wurde sogar ber Uebertritt des Königs .von Sachsen zum Protestantismus als /wahrscheinlich hingestellt. Jeder Unsinn ist diesem

2. Blatt.

Druck mtd Verlag der zutdaer Aetiendruckerei tu $xlbe.

antiultramontanen Gelichter ja gut genug, wenn es gegen die katholische Kirche geht.

Das Hauptstück aber leisteten sich jene liberalen Blatter, welche eine angebliche Erklärung des Abtes Pellegrini, des Redatteurs der Zeisschrist „Rom und ber Orient', brachten. Darnach sollte der Abt ge­schrieben haben im „Offerv. Romano":

„Zum allgemeinen größten Aerzer hat Prinz Max von Sachsen in die auf Bereinigung der katholischen unb griechischen Kirche hinzielenbe Zeitschrift „Rom ■unb Orient' (Novembernummer) einen Artikel einge­schmuggelt, der von Ketzereien aller Art strotzt. Es handelt sich darin um Behauptungen, die so unge- ?neuerlich sind, daß sie von keinem Katholiken, ge» chweige denn von der Kirche ober dem Papst geduldet weiden könnten.'

t In Wirklichkeit hat er u. a. von dem veröffentlich­te» Auffatz des Prmzen geschrieben:

( „Man dachte nickt daran unb sah nicht voraus, haß viele Leser, betroffen von bei Kühnheit desselben

Ein sensationeller Borgang.

Es war im Herbst an einem Sonntag Abend und bas Wetter unfreundlich, naßkalt, zu Spaziergängen durchaus nicht einladend. Trotzdem herrschte in zahl­reichen Restaurationen und Vergnügungslokalm der Stadt A. ein sehr reger Verkehr. Man unterhielt sich, spielte, tanzte und trieb alles das, was in einer an- Cljenben Großstadt zum Amüsement gehört. Auch m r Stammkneipe einer gewissen Stubenten-Vereini- gung ging es lebhaft zu. Die fast vollzählig an­wesenden Mitglieder, Studenten ber Hochschule, be­fanden sich in gehobener Stimmung und ließen ihrer Fugenblust die Zügel schießen. Mit einem Male ver- Summte das fröhliche Stimmengewirr unb bie jungen Leute lauschten auf das, was der Senior und Mitbe. Gründer der Vereinigung, ein urgemütliches, „be­moostes Haupt' aus seiner Sturm- unb Drangpertooe jutn Besten gab. Wenn „Tuba' — so wutbe der ‘alte Knabe' von seinen Kommilftonen (Misstuben- ten) genannt — sprach, dann hieß es: „Alles schweige, jeder neige ernsten Tönen nun sein Ohr"; denn ei beiftanb meisterhaft zu erzählen, Wahrhett unb Dich­tung trefflich zu verbinben unb bie Lachmuskeln In svewegung zu halten.

„Tuba' war auch an jenem Herbstabende wieder Smz in seinem Element und „einfach ein köstlicher rrl', der aus dem „Schatze seiner Lebensessahrun- een" mit vollem Munde spendete. Unb wenn die öachsalvm ertönten unb die Komilitonen sich um die Wette den Bauch hielten und mit „hahaha hehehe hihihi hohoho' einen Beweis für die packende Wir- 1mg feiner Erlebnisse und Anekdoten lieferten, saß •-Kuba" mit einer wahren Göttermiene da und schlürfte »ehaglich aus dem Münchener Maßkrug. Unterdessen )»ar es zehn Uhr geworben. „Tuba' ließ noch einen „Brillantwitz' steigen unb „verduftete' bann.

Als man wieder zu Atem gekommen, war „Tuba" furios verschwunden und niemand hatte eine Ah­nung davon, wohin er gegangen. Noch erging man rin Vermutungen darüber, was ihn bewogen, sich plötzlich zurückzuziehen, da erscholl von draußen

_ Hebet den Handel unb die Aufzucht von Weih­nachtsbäumen im Harz macht die .Voss. Zig ' inter- essante Mitteilungen. Schon zu Anfang November er­scheinen bie Aufkäufer in ben Harzer Forstrevieren unb schließen mit den fiskalischen und städtischen ober Prsi Baten Forstverwaltungen ab. ES werden zweierlei J lein Geld hatte!"