Einzelbild herunterladen
 

Zeitung

«Tuldaer

f

Aus dem Nachbargebiele.

vermischtes.

's

i

•4

l

Vergessen Sie nicht, dah Scotts Emulsion tausendfach erprobt ist und sich tn allen Füllen von Abmagerung Avvetitmangel, bei Mattigkeit, d. b überall da glänzend bewährt bat. wo die darniederliegenden Kräfte einer Wiederbelebung bedürfen.

Vergessen Sie nicht, ausdrücklich Scotts Emulsion und lassen Sie sich keine der vielen

* Offrnbach, 9. Dez. 1910. Das 21jährige Dienst­mädchen Frieda Hirt aus Untersteinbach, das bei einer Familie in der Ludroigstraße in Stellung mar, hat sich mit Salzsäure vergiftet. Sie wurde in bewußtlosem Zustande aufgefunden und ms Krankenhaus verbracht, wo sie bereits gestorben ist. Das Motiv ist unbekannt. Zu ihrer Schwester hat sie sich wiederholt dahin geäußert, sie habe den Glauben au Golt verloren und wolle nun sterben.

* Frankfurt a. Bl., 9. Dez. 1910. Achtundzwanzig Zivilprozesse sind aus einem Geländeoerkaul öer Stadt entstanden. Diese Hal der Israelitischen

sehen.

* Jena, 9. Dez. 1910. Der Verein Deutsches Schriftsteller heim hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, zu den ihn von dem verstorbenen Dr. Simon Sckröder geschenkten Bauplatz noch eine be­nachbarte Parzelle zur Erweiterung des Bauplatzes anzukaufen. Das Vermögen des Vereins beträgt rund 120 000 Mark. •

* Bingen, 8. Dez. 1910. Die Süddeutsche Elsen- bahngesellschaft in Darmstadt, die Eigentümerin der Bahnstrecke Weinheim—Jugenheim, hatte beim Bahn- bau mit der Gemeinde Schwaben heim im Selz, tal einen Vertrag abgeschlosien, wonach der Gesell­schaft Steuerfreiheit von Gemeindeumlagen aller Art zugesichert erhielt, so lange der Reinertrag der Bahnstrecke nicht 4'i» Prozent erreiche oder über­steige. Nun ist die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft von der Gemeinde Schwabenheim, im Widerspruch zu jenem Vertrag, zur Steuerentrichtung gezwungen worden. Die Eisenbahngesellschaft legte Beschwerde beim Kreisausschuß Binnen ein. Dieser wies jedoch den Einspruch als unbegründet zurück, weil die Eisenbahngesellschaft als Unternehmerin und Eigen- lümerin der Selztalbahn gesetzlich verpflichtet sei. nach Maßgabe ihrer Kapitalien zu den Umlagen der Gemeinde beizutragen. Die Gemeinde Schwaben­heim sei gesetzlich gar nicht in der Lage und nicht berechtigt, in dem Vertrag die Steuerfreiheit der Süddeutschen Eiienbahngemeinschast zu garantieren.

* Eine neue Nachricht über Johan» Orth wird von der italienischen „Sribuna" verbreitet. Die in Viareqgio krank daruieverliegende Großherzogin Allee von Toscana, die Mutter Johann Orths, hat aus das bestimmteste ertlmt, Johann Orth sei vor zwei

tiae Dirne aber, deren Obhut sie anvertraut waren, ritz sie ungestüm in die Höhe, auf die Gefahr, ihre . kleinen Glieder auszurenken, nahm auf ftden ihrer bieten Arme eine der zierlichen Gestalten, und rannte i in törichtem Zom mit ihnen davon. Das gutmutige I Gelächter, das ihr nackklang, schien — anstatt sie zu besänftigen — ihren Unmut nut noch anzustacheln, denn sie sah aus, als möchte sie die beiden Heinen Köpfe zusammenftotzen. .

Unter dem Schutze dieser Vorgänge hatte sich cm alter krank aussehender Mann mit einem breitran­digen Hut herangeschlichen; er beobachtete Hove, schien aber kein Anliegen an ihn zu haben; seine Augen leuchteten, als er Hope zuerst erblickte, boshaft auf und verrieten eine Energie, die mit seinem Alter nicht hn Einklang war. Er näherte sich nur bis auf eine gewisse Entfernung, dann zog er sich hinter einen Baum zurück und beobachtete, was vorging. Ein anderer, wirklich alter, schwacher Mann brachte eine Uhr, die, wie er sagte, nicht mehr gehen wolle. Hope zog sie auf und damit war sie wieder in Ordnung. Der Alte war zu Hope's Kinderzeit ein starker, statt­licher Bursche gewesen, settdem aber, besonders im Kopfe, altersschwach geworden; Hope erkannte so­gleich, daß ihn die Jugmd des Dorfes aus Schaber- nmf hergeschickt hatte, und wollte dem ein Ende machen.

„Oaffer*, sagte et, »diese Uhr wird alle acht Tage bet Ausbesserung bedürfen; Ihr sollt aber nicht da- mit Herkommen, ich werde jede Woche einmal bei Euch vorsprechen und sie, um alter Zeiten willen, in Ord­nung bringen."

Während der Greis forihumpelte und Hope an seine Drechselbank zurückkehrte, um sein Maschinen­modell in Ruhe zu prüfen, wütete Monkton übet die Popularität, die der Verhaßte erlangt hatte.

„Schon gut, Sie find ein Tausendkünstler", sagte er zu sich selbst; „Sie können Dampfmaschinen erfin­den und Puppen ausbeffern, haben mich überlistet und i cuf vierzehn Jahre ins Gefängnis gebracht, aber Sie - sollen sich noch überzeugen, daß ich, nach einer Rich- : tung hin, ebensoviel leisten kann als Sie, und zwar - im Gebiet bet Rachel"

mehrere Verhaftungen vor.

* Eine Damenspielhölle ist im Zentrum von P e- tersburg polizeilich ausgehoben, in der haupt­sächlich Damen der „guten" Gesellschaft ihrer Leiden­schaft stöhnten. Der Wirt, ein verabschiedeter Oberst­leutnant Shdanow, wurde nebst zwölf Damen beim Spiel ertappt. Es entstand eine furchtbare Aufte- gung, wobei eine Dame in ein kaltes Wannenbad sprang. Die Namen sämtlicher Teilnehmer wurden von der Polizei festgestellt.

tim verdiente.

Sie sind heute früher ausgegangen als gewöhn- lich," Miß Bartley", sagte et.

.Das bin ich", gab sie zur Antwort. „Ich weiß, daß" Sie um diese Zeit Jeden fteundlich aufnehmen und allen Plunder ausbesietn, den Ihnen die Leute bringen; ich könnte sie alle prügeln, wenn ich sehe, mit welcher Unverschämtheit sie Ihre Zeit in Anspruch nehmen! Aber ich bin nicht besser als diese Leute - bin ich doch auch gekommen, Ihre kostbare Zeit für mich zu beanspruchen. Ja, liebet Mr. Hope, Sie stnd so gütig gegen alle Wett und bringen befette Sache» wieder in Ordnung — so wollte ich Sie denn bitten, auch mir Ihre Hilfe zuteil werden zu lasten und - sich meiner Zukunft anzunehmen."

Hope's erste Regung wat, dies holde Urbild weib­licher Hilfsbedürftigkeit, unbefangener Inkonsequenz, Naivetät und Schelmerei in die Arme zu schließen und mit Küsten zu bedecken. Da ihm dies versagt wat, benahm er sich noch steifet als gewöhnlich.

„Ihre Zukunft, Miß Bartley", erwiderte er, „die wird ja so glänzend fein, wie nur möglich ... Sie sind die Erbin des wachsenden Reichtums und Ein- flusses rings um Sie her."

Gemeinde Grundstücke in der Nähe des Röverbergs 1 verkauft und ihr bas Enteignungsrecht verliehen. I Im Enteignungsbeschluß ist die Vergütung aut I 23 Mark per Quadratmeter festgesetzt worben Tie Gemeinde will nur 15 Mark den Grundbesitzern I bezahlen, während die zu e teigneuden Personen 30 Mark fordern. Da 14 Grundstücksbesitzer ihr Land nicht so billig hei geben wollten, so entstanden I 14 Klagen. Aber auch die Gemeinde beharrt atu ihrem Standpunkt unv klagt gegen die Anlieger, so daß insgesamt 28 Klagen schweben.

§§ Kassel, 9. Dez. 1910. Die Strafkammer verurteilte heute den Gutsbesitzer Heinrich Bock ans Corbach (Waldecks wegen Betruges gu 600 Mark Geldbuße oder 50 Tagen Gefängnis; Bock i war überführt worden, dreimal der für N a h r u n g s- mittelzwecke bestimmten Magermilch größere Mengen Wasser zugeführt zu haben, sodaß diese Milch eigentlich nur noch als Vichfutter hätte | verwendet werden dürfen. — Der Gattenmörder Weisel, der am 4. Juli 1905 vom Schwurgericht ru Kassel wegen Totschlags zu sieben Jahren Zucht- Haus verurteilt worden war, ist jetzt im Zuchthaus irrsinnig geworden, weshalb er dem Landes- Hospital in Haina zugesührt werden mußte. — Aus Mangel an Arbeit mußten 56 Arbeiter und Arbeiterinnen der Zündwarensabrik von Miram u. Schwienina in Bettenhausen entlassen merden.

* Kassel, 9. Dez. 1910. Auf dem gestrigen Wochenmarkt hatte ein Mann einer Bauersfrau eine schwere Gans abgekauft, jedoch nicht so­fort bezahlt; er sagte, daß er sie erst in einem nahe gelegenen Geschäft wiegen laste wolle. Da er einen guten Eindruck machte, gab man seinem Wunsche statt. Der nette K ä u f e r v e r s ch w a n d nun mit der feiten Gans auf Ntmmerwieder-

Aurland

♦♦ Ei« Konflikt auf der österreichischen! Staatsbahn ist ausgebrochen. Die Beamten ver­langen Aufbesterungen, welche einen jährlichen Kostenaufwand von ungefähr 7 Millionen Ätorten erfordern würden. Der Eisenbahn-Minister hat die bündige Erklärung abgegeben, daß er mit Rücksicht ciuf die Staatsfinanzen diese Forderung nicht erfüllen könne. Daraufhin beschlossen die Beamten in einer großen Protest-Versammlung, auf der ganzen Linie der österreichischen Staats- bahn, mit der passiven Resistenz einzusetzen, ro.nn ihre Wünsche bis zum 12. d. M. nicht ertüllt seien.

* Dir englischen Wahlen in den Städten stnd gestern beendet worden. Nun beginnen die Wahlen in den Grafschaften.

M 283.

Samstag den 10. Dezember 1910.

31. Isdraang.

hinter keiner Maske zu verstecken, um ihr seine innige Liebe zu verbergen.

Jetzt aber legte sich eine Wolke über sein Gesicht und seine Empfindung. Er wußte, daß sie einen Ge- liebten hatte, und sie sah aus, als ob ,ie sehnsüchtig auf ihn wartete. Nicht um des Vaters willen, in dem sie nur einen treu ergebenen Freund sah, war sie her­gekommen. Bei diesem Gedanken seufzte Hope tief °^Marv's feines Ohr hafte den Seufzer gehört; sie wendete den Kopf und ihr holdes Gesicht erglänzte vor Freude. , .

„Also sind Sie doch wieder da — endlich wieder b0! Hope^süWe sich innig beglückt. So war sie doch wohl um seinetwillen hergekommen. Mit. strahlend« Miene ging er zu ihr hinaus, nahm aber plötzlich da» steife Wesen wieder an, zu dem er sich m Bartley s Jntereste zu zwingen pflegte, so wenig dieser es um

schreibt u. a.:

.Wir erstreben keine Aenderung der Verfassung oder der Suprematie Englands. Wir suchen nur die Erlaubnis zu erhalten, genau wie die übrigen Teile des britischen Weltreiches unseren Platz in ihren Reihen einzunehmen und rein lokale An­gelegenheiten durch eine Institution freier Vertreter unseres Landes zu erledigen. Seit dem Jahre 1841 hat sich die irische Bevölkerung um etwa 50 Prozent vermindert. Im Jahre 1835 hatte Irland dreimal so­viel Bevölkerung alS Schottland und halb soviel rote England. Irland besaß ein Drittel der Gesamk- bevölkerung der Vereinigten Königreiche. In sechzig Jahren hat sich nun Irlands Bevölkerung um vier Millionen verringert, und 90 Prozent der aus Irland ausgeroanderien Personen standen in dem Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Was nun die bürgerliche Freiheit. ,, anbetrifft, so existiert heute noch em Ausnahme- a es ey das nur auf Irland Anwendung hat, das den > Lord-Leutnant in den -tand setzt, o,ne irgendwelche I Warnung und nur nach seinem eigenen Gutdünken I Sitzungen der Geschworenengerichte auszuheben die perlönliche Freiheit zu beschränken, d,e D>skuMons- I frerheit aufzuheben, ebenso wie das Recht, öffeniache Versammlungen zu veranstalten. Das Er ziehungs- wesen ist zugegebenermaßen in Irland um 50 Pro­zent schlechter, als in irgend einem Lande Europas.

I Die Besteuerung pro Kopf der Bevölkerung hat sich m den letzten 50 Jahren verdoppelt, und nach allgemeiner Ansicht ist die Zivilverwaltung des Landes die I teuerste von ganz Europa. Irlands einziger Wunsch I ist, die legislative und exekutive Kontrolle aller rern irländischen Angelegenheiten." ______________

5. Blatt.

Druck und Verlag der $ul6a«r Actiendruckerel in fiulda

Deutscher Keich. j ♦ Zur PnvatbeanttenversicheruugSvorlase wird I dem „Bayerischen Kurier" unter anderem geschrieben: !

„Nachdem das preußische Staatsminister mm sich m . seiner lernen Sitzung mit dem Entwurf der Reichs- I i 'regierungbeschäsUgt bat, sind nunmehr d,e Beratungen , zwilchen den Reichsressorts und Vertretern v» preuß I, scheu Ministerien wieder ausgenommen. Man dar, daraus fließen, daß über die grundlegenden Fragen l im wesentlichen bereits eine Vernandigung erzielt ist. I Unter dielen Umnänden kann man damit rechnen, daß I die Ver ölsentllchung des Entwürfe» m nlchl I ferner Zeit bevorsteht. Gleichzeitig mit der Ber-1 öffentlichuna wird dann die Beilage an den Bundes-1 rat qelän. Es besteht somit durchaus die Möglichkeit, I die Vorlage noch im Januar an den «etchstag zu I bringen. Ebenso wie die Reichste,tung entschlossen ist, l ihre Zusage, die Vorlage in der gegenwärtigen Tagung einziwrmgen, auch auszuiühren, so ist der Reichstag I gewillt, die den Prwatveamten einstimmig gemachen I Verheißungen auch zu erfüllen. Alle anderslautenden I Nachrichten sind falsch. Die

0 Ein neuer internationaler Gerichtshof. m Ausdehnung des Weltwirtschaftsverkehrs^fordert die I Schassung eines internationalen Verkeyrsrechtes. Das I zur Zeit geltende internationale Privatrecht genügt I fehlt es an der Einheitlichkeit der in Rechtsfallen an-1 zuwendenden Normen. Auf dem Gebiete des mter- nationalen Verkehrsrechtes sieht es noch schlimmer aus. Die Rechtswissenschaft ist seit -migen Jahr­zehnten eifrig damit beschäftigt die theorettsche Grund­legung auszuarbeiten. Von den praktischen Bemüh-1 ungen auf Schaffung eines einheitlichen internatio­nalen Rechtes ist besonders zu erwähnen, daß die im Juni und Juli d. I abgkhaltene internationale Wech­selrechtskonferenz im Haag die Vorarbeiten soweit ge­fördert hat, daß in absehbarer Zeit ein in der ganzen Welt geltendes einhefttiches Wechselrecht erwartet wer-1 den kann. Eine sehr empfindliche Lucke besitzt das internationale Verkehrsrecht bezüglich der privaten Rechtsstreitigkeiten zwischen Privaten und fremden Staaten. Der kürzlich in Berlin verhandelte Prozeß des Hauptmanns v. Hell seid gegen die russische Regierung hat den Anstoß dazu gegeben, auf Mittel zu sinnen, welche die Misere und Unzulänglichkeit des gegenwärtigen Rechtszustandes zu beseitigen geeignet erscheinen. Ueber den zeitigen Stand der Frage orientiert ein Aufsatz, den Geh. Regierungsrat Dr. Freund unter dem Titel „Die Schafsimg eines mier- nationalen Schiedsgerichts für Streitigkeiten zwischen Privatpersonen und auswärtigen Staaten" im „Tag veröffentlicht hat. Den gegenwärtigen Rechtszustand schildert Geheimrat Dr. Freund: .

„Drei Mittel kämen bet Rechtsstrettigkeiten nut fremden Staaten zur Geltendmachung von Ansprüchen Privater gegenwärtig evtl, in Frage. Zunächst eure Rechtsverfolaung vor den bürgerlichen Gerichten des Gläubigers, aber dieses Mittel ist mtt Rücksicht auf die Exemtion fremder Staaten von der heimischen Gerichts­barkeit regelmäßig ergebnislos. Gelinge es einem Privatkläger aber, ein Urteil gegen den fremden Staat iu erzielen, so kommt der heimische Staat und fällt | shm im Wege der Gläubiger trotz seines schönen Ur­teils das Nachsehen hat. Auch die ganz vom Belieben der heimischen Regierung abhängige diplomalische Jn- iervention bietet für den mangelnden Rechtsschutz keinen Ersatz, da eine solche Intervention mächtigeren Staaten gegenüber regelmäßig versagt, überhaupt von Oppor­tunitätserwägungen abhängt und Streitigkeiten vieler Art ad'olut ungeeignet ist. Endlich d.eaus der Initiative der Priva,gläubiger hervorgegangenen

Echutzvererniguugen haben nur recht enge Gren­on ihrer Macht, sodaß tatsächlich zurzeit sur einen Privatmann irgend eine Gewähr bei Ansprüchen gegen einen aus.'änbifdjen Staat nicht vorhanden til

Daß ein derartiger Zustand völliger Rechts.osigkett auf die Dauer unhaltbar ist, liegt aus der Hand und die Kulturnationen haben selbst das größte Interesse auf eine baldige Beseitigung hinzuwirken. Es kommt dafür in Betracht die Errichtung einer internationalen unabhängigen Gerichtsmstcwz, die zweckmäßig bei dem internationalen Schiedsgericht im Haag errichtet wer­den könnte. Gcheimrat Dr. Freund weist mtt Recht darauf hin, daß in der Errichtung des internationalen Prisenhofes bereits ein Präzedenzfall geschaffen ist. §ine Vereinbalung der Staaten über den Ausbau ■ ^s Schiedsgerichts, seine Kompetenzen und das vor ihm zu beobachtende Verfahren kann nicht auf un­überwindliche Schwierigkeiten stoßen Es ist zu wünschen, daß der Ausbau des internationalen Rechts juf dem hier bezeichneten Gebiete baldigst eine For­derung erfahre.

Nachdenklich und seufzend saß sie da; Montton, der sie von seinem Versteck aus beobachtete, erriet, wer sie war, wollte sich aber noch Gewißheit darüber ver- '^GkAch darauf wurde sie auch von Hope bemerkt; er stand auf und ging an das Fenster, um sich ihres Anblicks zu erfreuen. Das konnte er tun, ohne von ihr entdeckst zu werden, denn er befand sich m ziem­licher Entfernung hinter ihr, und konnte sie nur von ber Seite sehen.

Hope war Witwer geblieben und hatte nur dies eine liebliche Kind. Aus einem schwächlichen kleinen Geschöpf hatte sie sich zu voller Kraft und Schönheit entwickelt; um ihretwillen hatte er sich schwer ver­gangen und es war ihm gelungen, sie zu retten; auch ein zweites Mal hatte er sie vor noch qualvollerem Tode behütet, sein ganzes Herz war von ihr erfüllt, und es gehörte zu seinen höchsten Genüffen, sie unbe­merkt beobachten zu können. Er brauchte fick bann

Ein gefährliches Eehemms.

47} Roman in zwei Bänden von Charles R ead e.

Zeig' einmal her", sagte Hope; .siehst Du denn Nicht, kleiner Narr, daß der Steg zu rrftdngist?

Er lockerte die Saiten, ersetzte den fehlerhaften Steg durch einen höheren, stimmte die Geige und gab sie zurück.

Da", sagte er, „nun spiele uns eme Zigeuner- . weise üor, den Diebesmarsch vielleicht, aber feurig."

Das gefügige Zigeunerkind grinste ihn an, ver­beugte sich und versicherte, den Diebesmarsch nicht zu kennen, stimmte die Weife an: „Jonny kommt im Marfchtritt heim", und lief davon

Nun trippelte Miß Clifford's französisches Kam­mermädchen lächelnd herbei und überreichte einen zer- bwchenen Sonnenschirm.

Bedaure, Sie stören zu muffen, Mr. Hope. .Iber misn Fräulein ist in Verzweiflung. O die,e eng­lischen Sonnenschirme!" ,

Ja ja", antwortete Hope; „laffen Vie einmal leben", und in wenigen Minuten war der Schaden aus- gebeffe'rt. Das Mädchen spannte bett Schirm auf und entfernte sich in so gezierter Weise daß ihre „Minauderim" em Hohngelächter ber Anwesenden hervorrtefen.

Darauf näherte sich das junge, derbe, englische Kindermädchen aus einem benachbarten Pächterhofe mit einem Kinde an der Haiti), das kaum gehen ge­kernt hatte, und einer ungeheuren zerbrochenen Puppe im Arm, die Hope wieder zurecht machen sollte. Die ganze vergangene Woche, sagte sie, hätte das Kind sie •arum gequält.

Auch die Puppe wurde glücklich hergestellt und ausgeliefert. Das kleine Mädchen, in deren Herzen sich schon jetzt mütterliche Gefühle regten, bestand dac- «nf, ihr Kind selbst zu tragen. Das Ergebnis dieses Unternehmens war jedoch, baß sie nach wenigen Schritten mit einander zu Boden fielen und sich über- higeltm. In einiger Entfernung ließen sich Mutter anb Kind kaum von einander untertoeiben: bie kräf-

Eine vornehmere Klaffe von Besuchern begann jetzt ihren Weg zu bem allgemein beliebten Mann zu finden. Zuerst erschien eine junge, blonde Dame von überraschender Schönheit. Gedankenvoll überschritt sie den Rasenplatz, warf einen flüchtigen Blick in dm Arbeitsschuppen und da sie Hope nicht sah, glaubte sie daß er, von der Reise ermüdet, noch nicht gekom­men sei. So ging sie denn einige Schritte weiter und setzte sich in einen großen, mit Kiffen versehenen Gar­tenstuhl ben Hope für Oberst Clifford gemacht unb ,u dessen Gebrauch hergestellt hatte. Der würdige Herr kam häufig, teils aus alter Gewohnheit, bann aber auch weil hier der Rasen besonders sanft und grün und von einer herrlichen Buche beschattet war, die er selbst als fünfjähriger Knabe unter Anleitung ftmes Vaters gepflanzt hatte. Der Riesenstamm des Bau­mes schimmerte in Silberglanz, und seme Neste, dw im Dickicht des Waldes verkümmert warm hatten sich hier im reien zu jener vollen Pracht entadelt bie der alleinstehenden Buche eigen ist, wie das auch schm Virgil lange vor unserer Geburt entdeckt hat. ^etzt nahm Mary, ihren Sonnmschirm schließend, im Lehn­stuhl des Obersten unter dem brettasttgm Baume

Nur echt mit dieser Marke — dem Fischer — demKermzeichen deS Scotlichen Verfahrens.

au verlangen

wäre der abenteuerlichen Legendenblidung über das Schicksal des früheren Erzherzogs Johann Salvator endlich ein Ziel gesetzt.

*» Ueber den spanischen Schatzschwindel, auf den der Russe, der vorgestem in Berlin bei Vorlegung eines Sch^ks verhaftet, als sich bie Sache auftlarte je­doch wieder sreiaelassen wurde, hineingefallen war, wird noch folgendes berichtet: Vor einigen Wochen erhielt der ehrsame Bäckermeister in Kiew einen Bries aus Spanien. Es war der übliche Bries mit der Aussicht auf 800 000 Francs. Der Meister wandte sich eiligst an die angegebene Adresse und erhielt schon mit der nächsten Post die Einladung, persönlich nach Madrid zu kommen. Bald darauf saß er schon mi Eisenbahnwagen und machte die weite Reise. In Estomell, einem Vorort Madrids, empfing ihn, rote verabredet war, ein Mann, der sich die beiden nach Kiew gesandten Briefe als Ausweis geben ließ. Die ^Angelegenheit war schon weiter gediehen, als der ver­trauensvolle Russe geglaubt hatte. Ec sollte gleich auf bie in Aussicht stehenben 800 000 gcancä eme erste Anzahlung erhalten, nicht weniger als 50 000 Francs, über bie ihm bei Spanier einen Scheck über­reichte. Der Bäckermeister hatte weiter nichts zu tun, als für bie Aushändigung des Schecks eine kleme Ge­bühr von 3500 Rubeln zu zahlen. Dafür bekam er aber auch ein wunderschönes Papier über 50 000 Francs, die am 1. April bei der Naftonalbank ,n I Berlin fällig sein sollten, mit einem hubschenWasser- zeichen und allen möglichen Siegeln und stempeln versehen. Der Spanier empfahl dem hocherfreuten Russen sehr dringend, mit dem wertvollen Scheck Spa- Inien schleunigst zu verlassen, das Geld in Berlin zu I erheben, und ermahnte ihn sehr ernstlich -deinem Men­schen zu sagen, woher er komme. Der Bäckermeister befolget alles getreulich, fuhr nach Berlin und legte ber Nationalbank ben Scheck vor. 3« feinem größten Schrecken befanb er sich balb darauf in ben Händen I der Kriminalpolizei unb auf bem Poltzeipragdtum. I Der zuständige Dezernent der Kriminalpolizei erkannte gleich die Art des Papiers und machte dem Bäcker­meister bald klar, daß er feiner Habgier 3500 Rubel geopfert hatte. Der Ruffe war zwar sehr enttäuscht I über den unerwarteten Ausgang seines Unternehmens, I aber endlich doch noch floh, daß ihn die Kriminat- I Polizei sofort wieder frei ließ, weil er ja eine straf­bare Handlung nicht begangen hat.

* Studentenunruhen werden zur Abwechslung wie- ! der einmal aus Moskau gemeldet. Eine Anzahl Studenten versuchte mit Lärm und Gewalt bie Vor­lesungen in einigen Stubitorien zu stören, wobei blu­tige Schlägereien entstauben. Mehrere Professoren hielten ihre Vorlesungen hinter verschlossenen Turm unb hatten an bie Ausgänge Wächter postiert. Die Polizei umzingelte bas Universttätsgebäude unb nahm

*♦ Heber die Grundzüge der irischen Selbstver- «altunz veröffentlicht der Führer der irländischen Nationalisten, John Redmond, in der Dezember- nummer von ,NafhS Magazins einen Artikel. Er

* Kerzell, 9. Dez. 1910. Der am Donnerstag abend 10 Uhr hier fällige Berliner V-Zug fuhr hier, wie ein Frankfurter Blatt mittedt, auf em im Gleise stehendes Fuhrwerk und zertrümmerte dieses vollständig. Der Wagen war nicht bespannt, auch war niemand dabei. Anscheinend liegt ein I Racheakt vor. Der Zug erlitt keinen Schaden; er fuhr, nachdem die Trümmer beseitigt waren, werter.

♦ Büdingen, 9. Der. 1910. Im nächsten Früh­jahre werden sämtliche Telephondrähte in der Innen­stadt durch ein Erdkabet gelegt und erst m der Altstadt wieder durch die Lust gesührt werden.

* Schotte», 9. Dez. 1910. Die hiesige Molkerei- genos, en schäft „Hoherodskops" erfreut fi»unter bewährter sachkundiger Leitung einer steten Weiter­entwicklung. Die letzthin tagende außerordentliche Hauptversammlung bewilligte die Mittel zur Cr« Hauung eines Lagerhauses für Futtermittel, sowie für Erbohrung eines Brunnens, da sich der Wasjer- : verbrauch immer mehr steigert und eine hohe Summe von Wasiergeld an die hiesige Stadtkasse bezahlt werden muß. Auch ist eine hohe Summe jur Neu­anschaffung von Maschinen, rote sie der zetztzettliche Betrieb erforderlich macht, vorgesehen.

* Hana«, 9. Dez. 1910. Heule wurde durch die städtische Behörde das neuetbaute städtische Bad am Stemheimer Tor abgenommen. ES enthält ein Volksbad, Brause- und Wannenbäder 1. Klasse, sowie alle Arten von Heilbädern. Die aufaew.ndete Bausumme beträgt 115 000 Mark. Ferner ist auch in Kesselstadt ein Stadtbad p ............. — .. -

vollendet ivord n, sodaß Hanau jetzt drei öffent- Jahren in einem Sanatorium gestorben, in welchem

Nachahmungen aufreden, denn Scotts Emulsion ist lltngerprobt und hat ft(6 schon seit mehr als drei Jahrzehnten glänzend bewährt.

Scotts Emulsion wird von uns ausfchlichlich tm großen Verkauft, und zwar nie lofe nach Gewicht oder Matz, sondern nur in versiegelten Original flaschen in Karton mit unserer Schutz, marke iFcfchcr mildem Dorsch). Scott & Bowne, G. m. b. H., ktzrauksurt <k. M.

Beflondteilit Feinster Mcdizinal-Led-rtran 160,0, prima «ldrerin 60,0,unierphosphorigsaurer Kalk 4,z,untervhoopk>orig- laures Natron 2,0, vulv Tragant 3,0, seinster arab. Gumml duld 2,0, Wasser 129,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Aimt-, Mandel- und GaultderiaSl le 2 Trovsen.