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Zeitung

< Juldaer

die Saat,

Staat.

Ausland.

Gottesdienstordnung in Uastel.

Sonntag, 11. Dezember.

wochen-rrun-jchau.

[:] Fulda. 9. Dezember 1910.

und Verheißungen bewegen."

Mit diesem Jargon der Sozialdemokratie sollen die Buchdrucker zu „Genossen" „erzogen" werden. Da­bei wird aber vorsichtigerweise die Sozialdemokratie — genau nach Bebels Anweisung — nicht genannt, wohl aber ist die Rede von einer Regierung, die sich immer „abhängiger macht von der Gnadcnsonne der Heydebrand, Oldenburg, Heriling und Spahn". Wei­

zen kennen doch deine Bermögensoerhältniffe und empfinden Tag für Tag, wie groß oder klein die DÄke ift nach der die Famllie sich strecken muß. Wenn du nun mit üppigen kostspieligen Geschenken in eine knapp gehaltene Hauswirtschaft hineinfällst, so gibt das einen Mißklang, aber kein Bchagen. Die denkfähigen An­gehörigen sagen: Ach, wenn wir das Geld nur für unfern notwendigen Tagesbedarf verwenden könnten! — Dicke Schmucksachen und dünne Butterbrötchen, das paßt nicht zusammen. Die Freigebigkeit muß den Verhältnissen angepaßt sein, sowohl im Kostenpunft als in der Auswahl. Harmonie muß herrschen am Gabentisch.

Damit soll der Knickerei durchaus nicht das Wort geredet werden. Im allgemeinen ist auch die Gefahr der Verschwendung heutzutage größer, als die Gefahr des Geizes. Wenn von gewisser Sette so furchtbar über Teuerung und Steuerdruck und schreckliche Zeiten ge­klagt wird, so sollte man fast glauben, das deutsche Volk habe kein Markstück mehr übrig zu Festgeschm- ken das sog. Weihnachtsgeschäft müsse dieses Jahr ganz miserabel gehen. Bisher merkt man aber noch nichts von solcher Rot. Ich glaub«, es bleibt trotz alledem noch so viel übrig, daß in einer Familie, die solide gewirtschaftet hat, ein fröhliches und seliges Weihnachtsfest gefeiert werden kann. Aber wo die Mittel etwas knapp sind, da muß man durch kluge Auswahl der Gaben nachzuhelfen suchen. Mtt vielem kommt man au», und mit wenig hält man HauS. Muß man die Masse verkleinem, so braucht doch btt Güte der Gabe nicht zu leiden, wenn man nur gerade das richtige aufspürt, was dem Empfänger besonders erwünscht und nützlich ist. Anders ausgedrückt: die Quantität kann durch die Qualität ersetzt werden.

Je mehr der Geber auf die vernünftige Auswahl bedacht ist, desto dringender muß man ihn ermchnen, rechtzeitig seine Einkäufe zu machen. Wer in den letzten Tagen sich in die Massen der Käufer drängt, hat schlechte Wahl und mangelhafte Bedienung. Er überstürzt sich bei dem Geschäft, und auf den Paketen, die er heimschleppt, sitzt schon der Zweifel, ob er auch das rechte getroffen hat. Beim AuSpacken befällt ihn die Reue und vielleicht sucht er alsbald Trost in dem Gedanken, daß sich die Sache ja nach dem Fest „um­tauschen" lasse. Die Umtauschreei ist aber ein schlech­ter Notbelfer. Von der Freude am Festabend gebt ein

uhö o-ji «hi mi. “ ®ele<tent)eit jur

Beicht vor Sonn- und Festtagen nachmittags von »

Unpolitische Zettläuse.

(N.) Berlin, 9. Dezember 1910.

(Nachdruck verboten.)

Di: Chinesen wollen sich ihren Zopf abschneiden, habe"ich in der Zeitung gelesen. Ich glaube es aber nicht. Einzelne Leute, denen der Zopf zu unbequem geworden oder die Haare gänzlich ausgefallen sind, mögen wohl solche Reformideen haben, doch die Masse wird gewiß zähe festhalten an dem ehrwürdigen Ding, das ihnen hinten hängt. Ehrwürdig als nationales Ab­zeichen, seit mehr als zwei Jahrhunderte eingebür­gert. Und. wir wollen die Chinesen nicht bemstleiden wegen ihres Zopfdienstes, sondem lieber tms an un­sere eigenen Zöpfe ziepen. Wir sind ja auch Knechte der Mode, und zwar unter erschwerenden llmstän- ber. Erstens hat unsere Mode keinen nationalen Zug, sondern bemht vielmehr auf einer sklavischen Nach­ahmung von französischen oder englischen Geschmacks­verirrungen. Und zweitens wird unier Modedienst kost­spieliger und lästiger durch den ewigen Wechsel. Ach, wenn wir doch für den Schnitt unserer Kleider und die Einrichtung unserer Wohnungen Gesetze hatten, die zweihundert Jahre vorhielten. Nicht einmal zwei­hundert Tage dauert bei uns die Mode, und manch­mal wechselt sie sogar in zweihundert Stunden! So lange man hierzulande zwischen engen und weiten Fraumröcken, großen und kleinen Hüten, kurzen und langen Schnürleibern, aufgekrempelten und einfachen Beinkleidem, hohen und niedrigen HalSeisen usw. hin- und herschwankt, brauchen wir den Chinesen ihren Zopf nicht unter die Nase zu rel&en.

Zu der Mode im weiteren Sinne des Wortes ge­hört auch der Geschenkaustausch im Dezember, und das ist eine Sitte, die zwar kostspielig ift, aber doch schön und lohnend sein kann. Das heißt, wenn man sie in vernünftiger Weise übt. Richt in Minbeifriget Nachahmung, sondern in wohlüberlegter, zielbewusster Anwendung auf die eigenen Verhältnisse und Bedürfnisse.

In dieser Regel steckt überhaupt das Geheimnis, wie der verständige Mensch sich mit allen Arten von Stoben und Gebräuchen vorteilhaft aüfinbet. Wer z. B. jeden neuen Kleiderschnitt sich auf seinen Lech legt, ohne zu prüfen, inwieweit bas für seine Figur, fein

Samstag be» 10. vejemder 1910.

37. äavraang.

feier zu Ehren der unbefleckten Empfängnis Martens. — An den Wochentagen 7" (unb 8‘.) Uhr hl. Messe. - Gelegenheit »um beichten vor Sonn- mtd Festtagen von nachmittags 5-7 Uhr, an diesen selbst von 6 Uhr

hm» — - ' I Austeilung der hl. Kommunion, 8 Ub* Mlttärgottes-

wie Nathan „Freidenker , einen osfe- bienft (aud) ,ür Zivilpersonen), 9'. Uhr Hochami mtt

Mer, seine Stellung paßt, der ist ein törichter Affe. Aber wer aus der neuen Mode die besseren Züge her­aussucht und davon in seiner Tracht dasjenige ver­arbeitet, was gerade chm gut steht, der kann ohne große Kosten immer „nett" gekleidet sein, sodaß er we­der als unmodern, noch als geckenhaft auffällt. In der klugen Anpassung zeigt sich erst der gute Ge­schmack.

Also frisch heran an die Schenkerei, aber mit Klug­heit und Geschmack!

Man sagt, die Beschenkung geschehe aus Liebe, und der Liebe hat man von altersher das Vorrecht zuge­standen, blind zu fein. Nun. ich will hoffen,^lieber Leser, dass bei dir wirklich nur die Liebe die Schenk­hand regiert. Wer es gibt Leute, hinter deren „Liebe" die Eitelkeit und die Begehrlichkeit lauert. Da kommt einer mit recht glänzenden Geschenken angerückt, bei deren Anblick sich sofort die Frage aufdrängt: Was mag das wohl kosten? Das entspricht ganz dem Wunsche des gütigen Gebers; er will protzen, blenden; er will wegen feiner finanziellen Leistungsfähigkeit bewundert fein. Keine Liebe, fonbern Selbstsucht! Ein anberer schenkt, um beschenkt zu werben. Er wirst sozusagen mit ber Wurst nach ber Speckseite; was wie opferwillige Liebe aussieht, ist eigennützige Berech­nung Eine Freigebigkeit, wie sie der Angler Übt, ber den Fischen leckere Würmer beschert! Zu den Egoisten zählt auch der bequeme Schenker, der sich gar- nicht erst die Mühe macht, die Bedürfnisse und Wün­sche des anderen Teiles näher zu erforschen, sondern schnell das erste beste zusammenkauft, um sich ber lästi­gen Pflicht zu entledigen.

^Das rechte Schenken hat nichts anderes im Auge, als das Glück des Empfängers. Um dieses Ziel zu erreichen, darf die Liebe keineswegs blind sein, fonbern sie muß vielmehr beide Augen aufmachen und sorg- fÄtig prüfen: Was braucht der Empfänger? Was möchte er gerne haben? Was wird ihm Freude und Nutzen verschaffen? — Wer sich die Mühe eines sol­chen Forschens und Nachdenkens nicht machen will, der taugt nicht zum Gehilfen des lieben Christkind- chmS.

Wenn die Liebe die Augen aufmacht und den Ver­stand zu Rate zieht, so wird auch das leidige Heber« mass vermieden. Natürlich möchtest du deine Ange­hörigen recht reichlich beschenken; aber deine Angehöri-

erheblicheS Stück in Scherben, wenn man die Ent­täuschung beschwichtigen muß mit der Versicherung, für das mißratene Geschenk lasse sich ja iwch etwas an­deres einhandeln. In den Gemütern hüben und drü­ben bleibt ein Stachel stecken, nämlich die ErkennMis, daß der Geschenkgeber eine Heinere ober größere Dummheit begangen hat.

Schließlich möchte ich noch die alte, aber st«s noch zeitgemäße Mahnung wiederholen: Vergeßt bei der Gabenwahl die B ü ch e r nicht. Gerade den Deutschen muß das immer wieder gesagt werden, da es bei uns zu Lande leider immer noch nicht zur „Mode Schort, Bücher zu laufen. Schenkt Euch Bücher, gute Bü­cher Sie haben einen dauernden Wert und kommen nicht bloß dem einzelnen Empfänger, fonbern ber gan- zen Familie zugute. Und wenn dir deine Angehörigen kein Buch schenken sollten, so beschere dir selbst einen solchen Freund, der in allen Mußestunden zu deiner Unterhaltung und Belehrung bereit steht. Wer gute Bücher zu schätzen weiß, wird auch bafür sorgen, dass seine Famllie an den BorromäuS-V erein sich anschliesst. ,

Für diejenigen, welche auch etwas Goldgelb auf die Familienbibliothek verwenden können, möchte ich schließlich noch erwähnen.daß soeben zu Herder» KonversationS-Lexikon ein Ergün- zungsband erschienen ist Ein herrliches Weih­nachts-Geschenk für jeden Besitzer ber ersten acht Bände. Da ist alle», von ber hohen Politik bis zum Flugsport, bis auf die Gegenwart fortgeführt in Wort und Bild. Herder ist unermüdlich in ber Vervoll­kommnung seines meisterhaft angelegten Werkes. Möge der Erfolg ihm zeigen, daß das Verständnis für ein solches wcchrhast universales Nachschlagebuch in dem trefflich gewählten mittleren Umfange in immer wei­tere Kreise dringt, auch des geweckten MittAstanbes.

— Seine Ansstksfusg. Ein Maurer quetscht sich die Hand und sagt im größten Schmerz zu ferner Frau: „Bring' rnÄ ma'n Jewichke 1" — Die Frau fragt, was er damit wolle. — Da sagt er: »Ick will bet Gewicht uff be Hand legen. Ick habe vorigtes Jahr von eenen gelesen, der an’ne Quetsch­ung gestorben iS, weil er feen Je wicht druff gelegt hat.*

— Scherzfrage. Welches ist der kleinste Garten? „ Das Gesicht, da wächst nur eine Gurke!

end irltiq aufgeräumt

Die in den letzten Wochen wiederholt aus moha- medanischen Quellen gekommene Meldung, daß die französischen Kolonialtruppen in Wa- bai eine schwere Niederlage erlitten hatten, muß jetzt auch von den amtlichen Stellen in Paris als richtig anerkannt werden. Danach bestätigt es sich, daß in einem Kampfe mit den Eingeborenen am 9. November

3. Blatt.

Brad xä Verlag der Suteaer Actiendnickerel in lutea

Die Reichsgesetzgebungsmaschine funktioniert äugen- , blicklich außerordentlich gut. Nachdem die Interpel­lationen erledigt worben waren, beschäftigte sich der Reichstag mit Gesetzesvorlagen der Negierung. Mehrere ganz kleine unerhebliche Gesetzesvorlagen wurden ganz nebenbei verabschiedet, außerdem stürzte i sich das Haus mutig in die schweren Kämpfe, um das Kurpfuschergeseh und die noch aus Bulows Zett stammende Vorlage über die Arbeitskammern Ueber- mäßig ersprießlich sind die Verhandlungen bisher nicht gewesen. Das Haus zeigte sich mehr oder weniger unempfänglich für die Anregungen, nach denen die Kurpfuscherei mit aller Schärfe unterdrückt werden sott. Man war aögemin der Auffassung, daß mtt Den wirklich gemeinschädlichen Kurpfuschern die bte Ge­sundheit des Volkes bedrohen, auch eine Reche von Leuten mitaetroffen werden würden, die zwar rein I midizinisches Doktorexamen gemacht, aber ihrer Be­fähigung nach wohl berufen erschemen können, der lei­denden Menschheit H»je zu bringen. Genannt wurde besonders Prälat Kneipp, Priesnitz und andere und dann wurde auch betont, daß mit der Durchführung eines derartigen Gesetzes bei den großen gemeinge­fährlichen Kurpfuschern die Sitte emreißen werde, einfach junge, existenzlose Aerzte anzustellen, und diesen die ganze Verantwortung aufzubürden. So ging das Gesetz an eine Kommission, die nach allgemein herr­schender Auffassung eine Totengräberkommission wer­den wird. Ob die Verhandlungen des Hmises bei dem anderen Gegenstände, dem Arbeüskammergeseh, sehr viel ersprießlicher waren, das wird ebenfalls erst nach einiger Zeit gesagt werden können. Bis jetzt steht jedenfalls fest, daß das Gesetz den Einwirkun­gen riesengroßer Meinungsverschiedenheiten noch nicht entrückt worden ist. Insbesondere zeigt sich für das Gesetz verderblich die gegenwärtige Scharfmacherten- deiiz der Konservativ en. Streitfragen lind, ob die Arbeitersekretäre für diese Kammern wählbar fein sol­len oder nicht, des ferneren, ob die Eisenbahnarbeiter als Angehörige des Arbeiterberufes im Sinne dieses Gesetzes anzusehen sind. Den Rest der Verhandlungs­zeit bis zu den Weihnachtsferien wird das Haus der ersten Lesung des Etats wiönten.

In England steht man mitten in den Wahlen, die dort bekanntlich auf ca. 2 Wochen verteilt sind. Schon die ersten Wahlergebnisse machten die Hoffnun­gen der Konservativen, die ihnen an der Mehrheit feh­lenden 60 Mandate zu erringen, zunichte. Heute weiß man wenigstens das eine, baß nur ein ganz unge­wöhnlicher, in bet Geschichte einzig dastehender Glücks­zufall den Konservativen zum Siege zu verhelfen ver­mochte. Die Konservativen batten eine an sich ganz günstige Position, da das englische Volk sich mehr und

lö >. zu benutzen Von den Gegnern ber Landes- verteidigungsvorlage ber holländischen Regierung wart" jetzt dieser angebliche Kaisetbrief Wteber her- wrgeholt. Vonseiten der Regierung aber wurde mit ssese/ „riesigen Mystifikation" tüchtig und hoffentlich

heißt es:

cfc. einem gesunden BolkSstaate wird ber jetzt bominietenben Parteien Mi ßwirNchall ein Unding jein, wie für ihn auch Bit Instrumente des Herrn en tbebrlich find, uno das bemokiatckcke Mißtrauen gegen die Führer in ihm keine staaisbürger- ttche Tagend fein wirb. Wir sind aber etwas wen von diesem Jdealstaat entfernt . .

Gemeint ist damtt wohl der s o z i a l d e m o k r a- tische Zukunftsstaat. Wie aber vetträgt sich die Auslassung des Buchdrucker-„Korrespondent" mit dem tz 1 des Tarifvertrages, der lautet: „Der Tarif­vertrag bezweckt die Hebung des Buchdmckergeiverbes, die Durchfühmng und Respektierung der tariflichen Rechte und Pflichte» der Prinzipale und der Gchilfen und die Erledigung aller das Arbeitsverhaltmsses be­treffenden Angelegenheiten, und zwar unter Aus­schluß aller politischen unb religio Jen fragen, wie das fettens ber vrrtragjchließenden Vereine auch bereits in ihren Satzungen fatgelegt ift"? Dem Korrespondent" kann man angesichts sei­ner'Leistung nur zurufen: Weiter auf diesem Wege! Er wird dadurch zur Klärung der OrgamMonsver- hältnisse im Buchdruckergewerbe sowie zur Scheidung der Geister selbst am meisten und besten beitragen!

** Der römische Bürgermeister Emst Nathan hat es für passend erachtet, dieser Tage zweimal sich über seine Schandrebe gegen Papst und Katholizismus zu äufeem und sie zu verteidigen. Im römischen Ge­meinderat hat ihm niemand widersprochen, sogar der Wortführer ber angeblichen „katholischen Partee hat ihm recht gegeben. Aber nicht alle Römer denten so. Es ist gewiß außerordentlich bezeichnend daß selbst em

$baber bet pranzomryen unv «um-, m ivnu ™

manbant des Tschad-See-Gebietes, Oberstleutnant Reichstags gelte es „mich den ach Moll, mit mehreren euroväischen Offizieren gefallen legten Reichstagsbeschlusse Aeichsfi-

ift. In Paris fürchtet mam daß die Nachricht das die aufgegangen ist SStrtfS

Ansehen der französischen Waffen m Nordwchaftcka schwer schädigen werde. Die französische Regierung wird in der Kammer über das Gemetzel und über die Ablehnung ber von Oberstleutnant Moll dringend ge­forderten Unterstützungen interpelliett werden.

In Deuffchland besteht vielfach die Meinung, als ob unser Verhältnis zu dm Vereinigten Staa­ten ein außerordentlich fteundliches sei und wir jen= sxits des Atlantic einen bewährten Bundesgenossen zur Verfügung hätten. Wie wenig diese Ansicht der tatsächlichen Lage entspricht, dafür haben die letzten I Tage einen offenkundigen Beweis erbracht . Die at­lantische Flotte ist auf ihrer Besuchsfahrt jetzt auch nach England und Frankreich gekommen und hier Ge­genstand herzlichster Aufnahme geworden. Von einem Besuche in Deutschland dagegen verlautet nichts und I es ist als sicher anzunehmen, daß ein solcher auch nicht I stattfinden wirb. Wir haben selbstverständlich keinen I Anlaß darüber irgendwie empfindlich zu fein, aber wir erkennen doch aus dem Vorfall, daß England und Frankreich in Amerika als viel bessere Freunde ver­ehrt werden als wir. Insbesondere ist gar kein Zwei- I fei, baß die Sympathie ber Amerikaner in erster Linie I dem stammverwanbten englischen Volke gehört, unb lalle diplomatischen Bemühungen, eine dauernde und tiefere Entfremdung zwischen England unb den Ver­einigten Staaten herbeiznführen, finb von vornher­ein aussichtslos. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß ber Nichtbesuch der Amerikaner in Deutschland einer englischen Anregung zu verdanken ist. Mtt den freund- fchafllichen Beziehungen zwischen England unb Deutschlanb, auf welche wohlmeinende Männer in bei­den Staaten mit großem Eifer hinarbeiten, hat es

Pfarrkirche Et.Marien Moienkranzkirche am Neumarkt): 8 Ubr Fruhmes^ 10 Uhr Hochamt mtt Previgt, nachm. 2 Uhr Chttst«^ lehre und Andacht mit Segen. — Werktags 6 /« uiw 7 k Uhr HU Messen. - Gelegenheit ,u beichten vor Sorm- und Festtagen nachmtttags von 4l/t—61]« Uhr, an biefen selbst morgens 7 Uhr.

Kasset-Rothenditmold. (Josephsktrche, Vellmar« sthe Straße 32): 8 Uhr Frühmesse, 10 Uhr Hoch­amt mit Predigt, darauf Christenlehre, nachmittag- 2 Uhr Rosenkranz-Andacht. — Gelegenheit MM seichten. Vor Sonn- und Feiertagen nachm. 5 Uhr; an diesen sebfl morgens 7 Uhr. — Werktags hl. Messe: 7 /< Uhr.

Kassel-Bettenhausen. 9 Uhr Hochamt und Pre­digt, 2 Uh. Christenlehre und Andacht.

große von den AntMerttalen gevlante^ Kundgebung Uu»uutic.t. Schließlich warnt et bte Regierung vor ihren „gefährlichen Freunden", bte sie umgarnten unb im Jnlande wie im Auslande kompromittierten. Sw erweckten im Auslande den Slauoen ^talien könne feinen feierlich übernommenen Verpflichtungen mcht Nachkommen. Die Regierung müsse sich selbst vou die­sen Fteundm befreien. Pelloux lvlll vom Munster- Präsidenten erfuhren, »b die Regierung stack und kras- . tig aer.üg sei ur.b auch die nötige Würde und Autoxl- tät habe, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. <>m Iübrigen verlangt er eine freie Kirche im freien

nanjrefom unb £e un^anhoortlWte Wirtschafts­politik Deutschlands". Damit begrüßt der ^Korre­spondent" also die gewählten „® e n o f 1 e n er vermeidet absichtlich das Wort Soztaldemokratte und spricht von der aufgegangenen Saat. Znm

„Part eis.-----— „ . . . .,

und nach wie vor in der gewerkschaftlichen Betätigung vor, U» -------.....•> -n

«■----werden." Kurz vorher legt es aber I P e rs p r ech u ng en, die König Viktor Emanuel ll.

eine Probe davon ab, wie es diese Neutralität aus- und das Partamenr muiuuuuu. ->»-v | moraens.

Ganz im Tone der sozialdemokratischen Par- Roms der katholischen Wett gegeben, off en m16- 8 Pfarrkirche zur hl. Familie lKösttische

- 6 - 'achtet zu haben. Die Regierung habe sich zum! gtTef|e 5S, nai)€ betm Hauptbahnhof): 7 und 8 Uhr

Mttschuldigen Nathans gemacht. Vierzig Jahre lang bU Messen, nach jeder Austeilung derhetstKon^

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ST nie" >hm"d>- h»b- »-»»«-»

neu seine amtliche Stellung zu mißbrau- -■ -.....- “ m"“*

chen die Verachtung ber Staatsreligion zu predigen unb den Papst zu beleidigen. DM fei geradezu un­glaublich. Das Gesetz gestatte wohl bie freie L^kust sion über religiöse Fragen; aber es sei boch wahrlich I keine freie Diskussion mehr, wenn Nathan ferne Dog­men in ber autoritativen Form verkündige. Man er­hebe von anderer Seite gegen den Papst den Vor­wurf er habe von erlittener Gewalt gesprochen und I sich zum Prätendenten aufgeworfen. Aber es fei doch tatsächlich bei der Erstürmung Roms Gewalt gebraucht worden, wenn auch zum Besten des Vaterlandes.

Wenn jetzt zum ersten Male nach 40 3#™ em sol­cher Protestruf aus dem Vattkan -rschalle, so sei das bie Schulb berjentgen, bie ihn provo­ziert hatten. Pelloux sagt ferner, er betrachte es als seine Aufgabe, zu verhinbern, daß bie vor der Tür stehenden patriotischen Gedenksefte nicht m eine

Gotterdienstordnung in Wda.

(Katvoliittier Gottesdienst.)

Sonntag, 11. Dezember. Dom. '!-6, 6 unb 7 Uhr HI. Messen */i7 llvr HI. Messe und Kommumon der christenlehrpst. Jungfrauen in der MarienkaprUe, R UbrSramt und predigt, ‘.10 Umgang unb Kaihebralamt, 11 Uhr EHEenlebre, 12^Ubt b • Messe ‘,2 Uhr Andacht, 4 Uhr Predigt und Andacht 7 Uhr Predigt und Herz-Diariä-Bruderschait m der Mauen- kapelte. (Während des Goltesdienstes um 8, */, 10 und 12 Uhr ist Kollekte für den B o n i f a t i u s v e r e i u.) - Stadivfarr «rche. ' ,6 Uhr bL Messe und Predigt, V«7 Utir hl. Messe und Kom­munion der Mitglieder des Mu leroere,ns 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, '»10 Uhr Amt und Predigt, 11 und 1 Uhr Christenlehre, 2 Uhr Pre- bigt un» Andacht für den Mülterverem, 3 Uhr Bruder- ,chaft von der Todesangst res Herrn. (Heule ist Kollekte für den Bonifatiusverein. - Frei­tag, den 16. Dezember, abends 5 Uhr, Beginn d-r nemitägtgen Bnvach, zur Vorbereitung auf das bl Weihnachlsfest.) — Pfarrkirche zum heiligen Geiste, h7 Uhr Austeilung bet hl. Kommunion, 7 Uhr Jruhmesse, 8 Uhr Amt und Predigt, V»l> Uhr Christenlehre, b Uhr Andacht mtt Segen. - Sodalitat ,-10 Uhr. 3u»fl

fronen - Sobalität. Nachmittags */«3 Uhr Predigt ! und Andach! in der Marienkapelle. - »E ho-fl Messen von 5 bis 7 Uhr, 8 Uyr r-roien

kranzmesse, 9 Uhr Levitenamt Nachm. 2 Ubr Predigt, Andacht und Umgang für bte Mar'anUche Pttuder fchajt zur Feier der unbefleckten Empfängnis Maria

Evangelischer Gottesdienst. Sonntag II Dez. Bonn. Velo Ubr Pfarrer Hattendorfs, 11 Uhr Kmder- gottesdienst; abends 8 Uhr Pfarrer Reick.

eben noch gute Wege.

* Die „Neutralität" des Buchdrucker­verbandes.

Auf dem Jenaer Parteitag ber Sozialdemokratie vom Jahre 1905 erklärte „Genosse" Bebel: „Ich macke mich anheischig, ein Gewerkschaftsblatt das , ytiuio .....~.~u1."; ..-s,. i

gar^e Jahr hindurch so zu rebigieren, daß das Wort Mann, wie ber frühere Ministerpräsident General Sozialdemokrat überhaupt nicht fallt unb die Leser Pelloux, der bei der Besetzung Roms rni^ahre doch Sozialdemokraten werbe n." Nach 11870 ben Befehl zum Angriff auf die Porta Pia^g - diesem Rezept scheint die neue Redaktion des „Korre- geben hat, die italienische Regierung über den ^au ,--------

spondent" (Nr. 134), des offiziellen Organs des Nathan im Senat interpellieren wul juas Reffet-Mlt. Pfarrkirche zur hl. Elisabeth Buchdruckerverbandes, das Blatt leiten und ihre Leser bat er schon gleich am 25. September angckunblgtz ^riebrichsplatz 16): 6 und 7 Uhr Heck. Messen mtt erziehen zu wollen. Zwar meint das Blatt in einem I Nun hat er dieser Tage an den Ministerpräsidenten F^^ung der hl. Kommunwn, 8 Uhr Miittärgottes Artikel: „Das Spiel beginnt", einer Betrachtung zu Luzzatti, wie Nathan „Freidenker , emen^off^ ^uch für Zi^personm), 9 , Uhr Hochamt t der Wiederaufnahme der Reichstagsverhandlungen: uen Brief gerichtet, in dem er den Text seE^nter- ^^11 uhr Wochentagen 7^

politische Neutralität muß f-lbstverständlsth | pellation »eröffintlicht^ Pelloux wirst d^ Reg.erung Nachm.^ 2 ö. Uhr A „ @eI®4eit zur hl, 09 echungen, bie König Viktor Emanuel II. Acht vor ^""'.j^^^^fen’reibft von 6 Uhr - Parlament unmittelbar nach der Einnahme bis 7 und 7A-8 /. Uhr, an

ge Position, da oas englische xsoit ucy meyr unu . beobachtet werden." : me^T der Schutzzollpolitik nähert. Die Liberalenl ha- Ewe^Probe davon ab, it ben mit ihrer geschickten Ausnutzung der konservativen ■ J Rückständigkeit in Bezug auf das verknöcherte Ober- । » f

Haus ihre Position für die nachste Zett zu rett«, ver- p 3ntereffenpolit hat sich der

standen, die Zweffel daran sind überaus gering. Zreiierschraub e bemächtigt und dreht und preßt. Die n.i e d e l l ä n d i s ch e Kammer hat sich bn6 bie breite Masse des Volks nur ro schwitzt unb Wieder einmal mtt dem angeblichen Brief Kaiser -MUI blutet, indes an denen, die sich stets als die Stützen Helms an die Königin Wilhelmina beschäftigen müs-1 öon Thron und Altar aufspielen, das Bibelwort Be- 'S SÄ»

folgt haben, im Falle eines Krieges mit anderen Mach- n5d)ften Jahre bei den Reichstagswahlen bie beste Ge. t'K Holland gewissermaßen als die Vorhut Deutsch-1 teaenheit geboten, ben willen in die Tat ummfetzen, ' ,0 die nun vegimrense letzte Tagung des gegen- wärtigen Reichstags doch jedem als der geeignete Zeitpunkt erscheinen, die Erwählten des Volks in ihren Handlungen aufmerksam zu beobachien, zu prüfen auch, rote weit ihre Taten sich von den vielen Versprechungen