37. Jahrgang.
Fulda, Donnerstag den 1. Dezember 1910.
Erstes Blatt
M 275.
Sie mir doch, was dem Kranken, abgesehen von Champagner, am meisten zu schaden pflegt?"
„Grüne Chartreuse jedenfalls", sagte der alte Baker.
„Gut, so geben Sie ihm davon einen Löffel voll, und mir Bringen Sie heißes Wasser."
„Was soll ich zuerst tun?" fragte John Dicker.
„Natüriich den Fronten besorgen", erwiderte Doktor Garner.
Bald darauf fand sich der Doktor am Krankenbette rin; der Patient wand sich vor Schmerz und stieß, die Wahrheit zu gestehen, hin und wieder eine Verwünschung aus, obwohl er sich offenbar Mühe gab, fie zu verschlucken.
Doktor Garner sah nach der Uhr. „Ich glaube, daß ich den Abendzug noch erreichen könnte", sagte er.
Wie!" rief Walter, „Sie wollen uns verlassen?
. gerade jetzt? Dies ist doch jedenfalls eine Krifis?"
Mehr als das", antwortete der Arzt. „Die Krank- heil'hat ihren rechten Aufenthaltsort wieder gefunden; wie aus der Pistole geschossen, ist fie in den Fuß zurückgekehrt, und wenn Sie imstande find, fie dort zu erhalten, ist der Kranke gerettet. Er gehört überhaupt nicht zu den Pattenten, die ihre Fahne finken lassen, so lange sie auch nur eine Bastion noch zu verteidigen haben."
Diese Worte gefielen dem alten Herrn so sehr, daß er mit seiner schwachen Hand eine winkende Bewegung machte, worauf er lauter stöhnte als zuvor und die Zähne zusammenbiß, um nicht zu fluchen.
Der Doktor hob mit leiser, vorsichtiger Hand die Decken von den Füßen de» Krmcken, Befajl, zur Bedeckung derselben Watte oder feine Schafwolle zu bringen, ermahnte lie Anwesenden, sich vor jeder Berührung de» Bettes sorgfältig zu hüten, dem Fuß-Ende des Krankenlagers überhaupt nicht zu nahe zu kommen, wiederholte sein Veriangen, nach der Eisenbahnstatton gefahren zu werden, und gab seine Gründe dafür an.
. fSoj.) würde mit der Bekämpfung der I hett vorhanden,
Deutscher Reichstag. Ö “ LH au «.
Sitzung vom 30. November 1910. I«ad)t iBebenten gelteab. Gerade.- unae-1 -------„Hn mik der Ann
Zunächst wird über de- Antrag bett. Erteilung I ^Lch^die Bestimmungen de- § 6, derden «er-
im Genebmiaung zur Strafverfolgung de- Abg. I ™u Gegenständen, die zur Verhütung der 3ach»ickelyortschr. VpU wegen Übertretung v°° ^pfängnis oder^«Beseitigung d«Schwangerschcht
Solche Kranke lobe ich mir — Sie erleichtern dem" Arzt die Aufgabe!" rief Doktor Garner; dann wendete er sich an den alten Bccker. „Haben Sie guten Champagner im Keller," fragte er, „nicht zu fuß und nicht zu herb, aber feurig ..."
„Roederer, Carte blanche", fiel der Trante mit einet gewissen Lebhafttgkett ein, die zu betraten schien daß seine Podagraanfälle vielleicht in einem gewissen Zusammenhänge mit Diätfehlern standen.
Baker mußte eine Flasche Champagner Herbeiholm; sie wurde geöffnet, und der Kranke mußte ihn schäumend trinken; als er das Glas geleert hatte, sagte er mit blinzelnden Augen: .
„Der Hund, von dem Sie mir da Haar auflegen, hat mich oft genug gebissen." Gleich darauf schlief er ein; der Wein hatte seinen schwachm Kopf umnebelt.
„Sobald er aufwacht, geben Sie ihm wieder ein Glas voll, aber aus einer neuen Flasche," befahl der Doktor.
„Gut, wir wollm diese in der Gesindestube auf Ihr Wohl leeren", gab der ehrliche John Baker zur Antwort.
Doktor Gamer blieb die ganze Nacht am Krankenbette und suchte die Kräfte seines Patientm durch Eier, Brandy und dergleichm mehr zu heben. Medizin gab er ihm nicht, dagegen hin und wieder, aber nach immer größeren Zwischenpausen, ein Glas Cham, pagner.
Am folgenbtn Tage gegen vier Uhr nachmittags Meß der Kranke einen lauten Schmerzensschrei au». Walter und die übrigen Anwesenden eilten voll Schrecken herbei.
„Gut", sagte der Doktor in größter Ruhe, „nun will' ich zu Bett geben. Lassen Sie mich rufen, wenn neue Sypmtome eintreten sollten."
Gegen sechs Uhr stürzte der alte Baker in da» Schlafzimmer des Arzte». „Sir, Sir, er hat zweimal gestöhnt.. . Gott sei Lob und Dank!
Vortrefflich i" antwortete bet Doktor. „Sagen
„Sie schm, daß ich das Meinige getan habe", agte er; „das Uebtige können die Krankenwärterm- nen besorgen, denen ich genaue Anweisungen geben werde. Ich bin ein teurer Arzt; und warum soll- ten Sie Ihr Geld verschwenden?"
Tmerl" wiederhotte Walter mit großer Wärme. „Und wenn Sie Ihr Gewicht in Gold verlangten, es wäre nicht zu viel, denn Ihre Anwesenheit ist mt und für sich ein Trost. Um zehn Uhr morgens geht der Schnellzug, dazu will ich Sie gleich nach dem Frühstück selbst nach der Station fahren, ^hr Honorar kann nicht in Betracht kommen Wir lieben unfern Kranken und sind jetzt das glücklichste Haus der Christenheit, wie wir noch vor kurzem das nngluck- lichste waren."
Meinetwegm", antwortete der Arzt; „Ihr Nord- Engländer seid herzenswarme Leute. So will ich denn bi» morgen früh hier bleiben . . . oder auch bis zum NachmittagSzuge, denn meine Londoner Krmikenbe- suche sind für dm Tag einmal verloren."
So Kleb er denn bis drei Uhr nachmittags, ließ feinen Kranken außer Gefahr zurück und gab Walter die strenge Weisung, bemfelben den Gebrauch von Colchicum nicht eher zu erlauben, bis er feine Kräfte vollständig wieder erlangt hatte.
„Durch Medikamente ist Podagra nicht zu heilen", sagte er. „Schmerzen sind nur ein Symptom, und wenn Colchicum btefeiben mildert ,so geschieht das nicht, weil es ba8 Nebel aufhebt, sondern nur, weil es die TätiFett des Herzms abschwachi. Wenn da» aber fortgesetzt geschieht, so täten pe ihn ebenso sicher, als wmn Sie ihm eine Pistolenkugel m s Heq schießen. Wmn drei oder vier Tage vorüber sind zerschlagm Sie seine Champagnerflaschm, und sobald er es ertragen kann, fahren Sie ihn im Rollstuhl ir die Sonne; Mm Sie seine Lungm mit Ozon und halten Sie ihm so viel als möglich alle Streitigkeiten und jedes seelische Unbehagen fern. Mit Widerspruch dürfen Sie ihm in den nächsten vier Wochen nicht kommm."
(Fortsetzung folgt.)
Ohne Debatte wurde daraus das Schutzgesetz bett. I die Anfertigung von Reichsbanknoten in dritter I Lesung angenommen. Es folgt die erste Lesung des
KnrpsnfchergesetzeS.
Siaalsiettetär Dr. Delbrück führt zur Begründung ver Vorlage aus: Die immer mehr hervortretenden Mibstände der Krankenbehandlung durch die Kur i pfuscher und des Vertriebes von Geheimmittrin haben I zu der Vorlage Anlaß gegeben. Im ers -n Test wird f die lirankenbehandlnng durch '»ditapprobteTte Sranfen. dehandler (Kurpfuscher) eingeschränkt und unter Kon trolle gestellt; einen lange bestehenden Zustand radikal in beseitigen und die genannte Krankenbehandlung aanz zu Ärbieten, ging nicht an. Was die Gehe,m- Mitte? angeht, so bezweckt die Vorlage in erster Lime, Oie Auswüchse der öffentlichen Reklame zu beseitigen, sieht aber auch die Möglichkeit vor, den Vertrieb bestimmter Geheimmittel ganz zu verbiettn.
Abg. Dr. Faßbender (Ztr.): Die Vorlage bezweckt nickn nur den Schutz der Aerzte, sondern auch des Publikums, das sie vor Ausbeutung und GefaMdung bet Gesundheit schützen will. In ihrer zetzigen Gestalt ist sie aber mindestens befferungsbedürfug^ Zunächst ist sie schon mal bedenklich, daß auch Vas m breiteNen Mei>en mit Recht in hohem Ansehen stehenbe Naturheilverfahren von ihr betroffen unb al» Kurpsuschettum gebranömartt wird. Auch daß Tier- und Mensche^ behandlung in gleicher Weise geregelt werden, ist un tunlich Was die Einzelheiten der Vorlage angeht, so mun vor allem dem § 2 beanstandet werden, nach dem die^ Laienprattiker ihre ««cher dn ^l'zei voriegen sollen Ebensowenig einwandsret ist das «erbot Der Behandlung bestimmter Krankheiten und die Anwendung bestimmter Heitversahreu durch die Laienpraktiker^ Auch ericdcint es bedeutlich, den Latenpraktikem die Ver- weffung auf Bezugsquellen für Die Heilmittel zu verbieten. Im zweiten Teil der Vorlage muß vor allem die Bestimmung beanstandet werden, wonach der Bundesrat «an, allgemein ermächtigt werden soll, den Bertried gewisser Heilmittel sowie von „Apparaten und anderen «egenstänDe»" mit sanitären oder probttUioen Zwecken zu verbieten. All diese Bedenken werden in der Kommssfion noch sehr eingehend erörtert, wnden müssen. Wir schlagen deshalb vor, die Vorlage an rine Kommission von 28 Mitgliedern zn verweisen.
Ein gesahriicher Geheimnis.
38] Roman ht zwei Bänden von Charles R eade. Einen bis zwei Tage", erhielt et zur Antwort.
"und nun die wichtigste Frage von allem, fuhr er fort, „wann haben sich die Schmerzen ans den Gliedern nach innen gezogen?"
1 Kranke unb John Baker tauschten ihre tzrm- nermiäen aus und tarnen zu dem Ergebnis, baß es vor eiwa zwanzig Tagen geschcheu seu
Tann müßte er langst schon mausetot sein , muruwlte der Doktor vor sich hin und begann mit auf Len Rücken gelegten Händen im Zimmer hm unb 6ei ^JnJn'sie die oberen Fenster," sagte er nach einer Weile unb schieben Sie den Bettschirm so daß der Patient "die frische Lust «n-ttmm kann Jeder Zugwind muß jedoch sorgsam verimeden werden &ann roo er Walter bei Seite. „Wollen Sie die Wahrheit böten?" fragte er. „Das Leben des Kranken hangt an einem Faden Das Poda^a kriecht auf- wäris unb wirb ihm unfehlbar ben Tod brrngm, wenn es uns nicht gelingt, ^^Mttri helsm ziehen Dazu können aber nur heroisthe Mmri helfen, unb bet Erfolg derselben ist ungermß, steht etwa wte fünf zu drei. Was fall geschehen.?
DaL kann ich nicht bestimmen —^arfe3 n'^' Bitte lesen Sie ihni die Frage vor.
will ich tun", antwortete bet Toltot und gtae'MM »ii 3“rt5<jL"?,ÄTiV"
Antwort des Kranken überraschte ihn.
schwach, wie er war, richtete er sich halb m die yobe und stützte sick auf seinen Ellenbogen
„Wie können Sie einem alten Soldaten eine solche
ft* Ä * !st habe ich ruf solche Aussichten hin meinen Rubber gewonnen."
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Lotatlonsdruckund
Verlag der Fuldaer Ak>
„ tieebruderei in Fulda
monatsbeUage: „gulbaer Geschichttblattek
Dr. med. vet. erlassen. Die Promotion kann I öic y(tinun0Cn noch auseinander. Die Behandlung erst nach Approbation als Tierarzt erfolgen. Die bie|et Frage hatten die Gegner des Impfzwanges Gebühren betraaen 300 Mark. — Der Kultus- zur Propagierung ihrer Ideen benutzt. Während Minister empfing eine Deputation akademischer öer Verhandlung wurden un Sitzungssaale mauns- ÄÄLL-sr-LSs WKV-SKs Mts aMMSK d.-«-.«
genommen fei, bezeichne! die .Deutsche Juristen- .jährliches Bttttel gegen die Pocken ist. Vielleicht zeitunq' als jeder Begründung entbehrend. erroirbt sich ein Leser diese Prämie. .
r-» nj .o m,t»ztaae Da der fortschrittliche I * Der Kaiser und die Kaiserdebatten im Reichstag.
WÄhx, W-Ml. 8-ttm.g- „to L-lm
im schönen Schwabenland sommerfrischleud, die vor-1 berichtet:
geschriebene Anmeldung unterlassen hat, auch für I „Hebet den Verlauf der Besprechung der Inter- ^Haushälterin nicht „geklebt" hat, hat die dor- pellation Über die Königsberger Kaijerrebe im Reich- verbrechet" der strafenden Gerechtigkeit Preisgabe. I! . «„fneftellt hab der Kanzler feine Er»
Pros Dove, der Fraktionskollege von Pachmcke, h-up^ng aufg ^entern vom Kaiser a uf gefte Ilten hatte den Ernst der Situation erfaßt und sich, als Konzept eMgeretcht habe. Das ist in dieser Form er zur Verteidigung seines Freundes die Redner- l nld)tä zutreffend. Allerdings hat der Monarch ttibüne bestieg. Arm und Brust dreifach mtt Foli-1 oot einigen Tagen mit dem Kanzler über die An- I t „ nenamert als ob er zu einer Bücheraultron I gelegenbeit gesprochen. Das hatte jedoch lediglich der 2- 9er bielt bi Veit des Reichstages durch eine ^°eck, den allgemeinen Rahmen der Beantwortung
Schluß er doch jugeben mußte, ^ß ^ünnioen I höchsten Staatsbeamten bedeutet, er müsse die Beant- Strastat vorliege. Man hat m der freisinnigen I ka(teil( wie die alten Traditionen des
Presse ein großes Hallo daraus »Echt, daß der p^ßiAen Königtums und das Wohl des Volkes> es betreffende Ortsvorsteher Anzeige erstattete. Zum I „fordern. Nur diese Gesichtspunkte waren dem Reichs- ffÄ &S tfÄ* FSÄÄäS
hftsy EZ-nwö»"!ichIIg'Ä »II tMUUMla »efnurm «* Olisvorsteher, wenn ihm eine Anzeige zugeht, an I betriebe hat st^ das Parlament st^häufig zu - I Gesetz gebunden und macht sich strafbar, wenn \ schästigen gehabt. Ans vielfaches Drangen hat sich
-tonf.) begrüßte die Vorlage a!S eine geeignete Unterlage für Die Arbeiten tn Der Kommiss wn. _______________ .
. , . . . , c. ..„h I CT in Widerspruch mit demselben handelt. Und das
i, — e» fei denn, daß die Rechte und beutfcten Saatsbürgers würde
,_____ der nationalliberalen Regiemng unttr Rech ^li>en roenn ein Abgeordneter trotz feiner
I* Vorlage eine pf, Arme greifen wollten. Die gomze '^dmmin sche l Hcushälterinnen keine Marken klebte.
Geradezu ung^ Rechnung beruht also auf der Annahme, daß die Diäte» , r v ^gt die Strafverfolgung ab- " „Blanschwarzm" selbstlos und pflichttt« jagWenn ab«ltQt.
Pack nick e'^Fortfchr. Vp.) wegen' Uebert«tung»on I jur Beseitigung 'der Schwangerfchatt m'itzuaibettai. Dagegm soll man von den Libe-1 mntttonieren,ftatt»
Mite rin die Beiträge für die Krankenkasse und In II« »ga. Dr. Müller-Meiningen (Vp.) steht dem Grund-1 helfen l • «ni I ,,nA das Leievublikum, für welches ich sie schreibe,
validenverstcherung zu bezablen (Hetterkeiv D,e «om- baute®* bet Vorlage sympathisch gegenüber, b°swelsett Was ist baS für ^»e »Demokratie die em Mi-1 d) mir ber ich feit langem auS der Vogelper- Mission beantragt, die Genehmigung zur Strafverfolgung bet Zeitpunkt ihrer etnbringungber «4te ^Esterium der Minderheit verlangt in der Vor- Reichstags — ich meine die Journalisten-
des Abg. Pachnicke nicht zu erteilen. tft, und daß die SSorlage im einzelnen die rechten Wege bafe die rechtsstehenden mchlliberalen Par- peltwedes Gefetzesaktionen
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bezeichnen die Vorlage als dringend notwendig unb I gW^$etttger Schwächung der Rechte und de« Zen-1 sJJ. . . ^ben hätte, so würde ich heute da unten erwünscht, wenn auch Einzelheiten, die Bestimmungen I ZFi^d nun die Sozialdemokratie das liberale I (§QÖ{e mtjn€ stimme mächtig erdröhnen lassen
’ Donnerstag: Weiterberatung und Interpellation I po[itit nichtzu Stande kommen, so wird die Regie- Man sagt, die Dummheit fei eine Gabe
bett, die Redschädlinge. I rung ihr Heil nicht auf der freihandlerischen L i nie I @otteg. mQfl jein; aber für den glücklichen Besitzer
!_ können, sondern wird an das besser zu infor-1 sie keinesfalls eine erfreuliche, wohl für denlemgen,
mietenbe Volk von neuem die Frage stellen ob es Ab- _ Objekt der Ausbeutung ist. Radikal ist die j- Ein «attonaüiberales M,niste- georbnde 8Ur Auftechterhaltung der bisherigen be- ^ie auch Staatssekretär Delbrück,
ttttltt wahrten Wirifchastspolittk entsenden ober in fteihand- . » eine Empfehlung mit auf den Weg gab,
„ ,, (.-fu.,. KrsibiabrIlerische Abentmer sich stürzen will r hervorhob. Auf der anderen Seite trifft sie Drnge,
soll Herr v. B e t h rn an n - ©ollwe »Im Frühjahr letun ^at doch mehr Mittel und Aus- sieeiaentlich nicht treffen sollte. Hierüber ver-
bildenI Das ist der staatsmännische Ratschlag den b9 Eberale Größenwahn sich träumen läßt. . ? sick in eingehender Weise Prof. Dr. Faß-
der forischriMch-demokratische Abg. Konrad Hau ß- Wege, ms twer --- dre tete w1 tn emfi-hrno^ , -h zweifellos
mann der Regierung gibt. Er steht dieser Schwen- ^echt daß die Vorlage eines gründlichen Studiums
kung zum Liberalismus das einzige Mittel, um diel OeUtfACS Reich. I in ber Äommiffion bebatf, wenn man nicht will,
Wahlm noch in gewissem Maße zu Gunsten der Re- " „ 1Q1A Ls daß die Gettchten mtt den Bösen leiden sollen,
gierung zu beeinflussen. t , I " Berlin, 30. Nov. 1910. DaS Staats. I daß die ^ ^s Abm Faßbender waren alle Redner
Herr Haußmann wurzelt in dem ^auben den erum trat am Mittwoch zu einer Sitzung ! ,^^t- fie sind einig hinsichtlich der Notwendig-
man auf der Linken weit verbreitet findet.zusammen. — Der Landwtrtfchaftsmimfter hat her Bekämpfung des wirklichen Kurpfuschertums, daß es ohne den Liberalismus uberhaupt nich V Ordnung für die Erteilung der Würde eines der Pt » feine Grenze beginnt, gehen gehe. Daß die Regiemng sich auf eme Mehrheit «ne ^ronung^ ^ie Promotion kann l L» auseinander. Die Behandlung
aus der Rechten und dem Z-entmm stutzen könne, will ihm nicht in den Sinn. „Wie lange könnte das im besten Falle gut tun," fragt er angesichts solcher Eventualität. Run, es würde so lange gut tun, al» die Rechte und das Zentrum eine Mehrheit stellen, welche die Geschäfte des Reiches zu erledigen vermag BekannÜich hat die Regiemng aber gar nicht die Absicht, sich ausschließlich auf ble genannten Parteien zu stützen. Sie will sich gar nicht abhängig machen von einem „schwarzblauen Block oder von sonst einem ParteibüudniS, sondern will über den Parteien stehend das Gute nehmen, wo sie es findet.
Mit dieser Stellung der monarchischen Regiemng sind die konsemativen und Zentmmswähler zufrieden; sie verlangen keine Parieiregiemng. Die liberalen! Wähler aber sind nach dem Zeugnis Haußmann's diel anspruchsvoller. Sie wollen ein liberales Ministerium, sowohl der persönlichen Zusammensetzung als dem Programm nach, und wenn ihnen das nicht nicht vor den Wahlen gewährt wird, so werben fie, wie Herr Haußmann prophezeit, ihre Stimmabgabe möglichst weit nach links" verlegen, — weil sie meinen, daß sie auf diese Weise „die Regierung nach links ziehen" könnten.
Diese Erpresserngsiaktik ist nicht sehr schon und gewiß nicht national. Ob sie erfolgreich sein wird, erscheint uns auch noch sehr zweifelhaft.
Die Regiemng — mag sie so ober so zusammengesetzt fein — braucht doch immer eine arbeitsfähige Mehrheit. Woher sollte nun ein nationalliberales Ministerium eine solche nehmen? Wenn wir auch annehmen wollten, daß Herr Haußmann und seine Genossen diesem Ministerium Bassermann-Beth- mann ihr ungeheuer schätzenswerte Unterstützung leihm wollte, so wäre doch noch keine positive Mehr-
des Ada. Pachnicke nicht zu erteilen. _ _ zCTVä* x r AMtet 11 > o
bi» Tribüne (ßeUertett', erörtert wnjer u« mq*“»’ kommenden „Verbrechen" (Heiterkeit), »et Auffassung 1 gegen; a« ob ba8®efet »um S7d^ ÄÄX jerftreüetu
'(Heiterkeit). Im allgemeinen dem«« «ri man solle 9 äb g_ Dr. «rnung JnatL) uno sich nach Ankunft in einer Sommerfrische nicht nur »»■- -
Wl dem besten Bier erkundigen, sondern auch nach den ortspolizeilichen Vorschriften (Grobe Hetterkett).
Abg. Dr. Arendt (Rp.) stellt mü Genugtuung fest, dab nach Durchführung der Strasprozeßreform die Reick>stagsabgeordneten nicht mehr mit derartigen kleinlichen Dingen belästigt werden können.
A Abg. Mnyer-Kausbeuren (Z.) nimmt den in Rede stehenden Amtsanwalt gegen den Versuch, ihn läch«rilch zu machen, in Schutz, Da er doch nur den strengen Vorschriften entsprechend gehandelt habe. Der Beamte habe sich doch nicht einer Unterlassung schuldig machen düricn, die mit Zuchthausstrafe bedroht wird. Gerade die sortschriltliche Bolkspartei hat sich m der Stras- prozchkommifston durch ihr Festhalten am starren Prinzip dafür eingesetzt, daß auch weilerhin wegim solcher Lappalien Anklage erhoben wird. (Beifall im o^^Der Antrag der Geschäftsordnungskommission wirb
0 auSsetzung, oap vir . w I tribüne — den verschiedenartigsten iscicgesuiuui«.»
tritt der Auffassung ent-1 k-ien diesem 8‘ | beiwohne, verlangen, daß Stetem mtt