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Zeitung

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Ausland.

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zurück.

D Die liberale Sammlung.

Die Wahlparole „Sammlung alter bürger­lichen Parteien zum Kampfe ge gen d t e Sozialdemokratie« ist nahezu einmutig von den liberalen Parteien abgelehnt worden. Als Ersatz derselben schwärmen sie jetzt für eine gesamt­liberale Sammlung, für ein allgemeines Wahl­bündnis zwischen Nationalliberalismus und Linkslwe-

M 2X2.

Montag den 28. Novimdrr WO.

57. Jahrgang.

Aus Mrche und Schule.

* Aschaffenburg, 24. Nov. 1910. Zur O b e r i n des hiesigen Instituts der engl. Fräulein wurde dm ehrw Schwester M. Johanna Hofmann gewählt;

Walter geschickt hatte, nach dem klemen Hotel an den Seen Walter war um elf Uhr hingeritten, ,ie mach­ten einen kleinen Spaziergang mit einander, und als Mann und Frau kehrten Walter und Mary oavon

In vorgerückter Stunde ging das Haus noch zur Interpellation betr. die Privatbeamtenver­sicherung über.__________ _____

feiti*Vc£üg teure Marokko Die französische Re­gierung hat der Kammer die neuen Ergänzungs- Kredite vorgelegt, die 8,630/00 Frks. betragen und zur Deckung der in den letzten 4 Monaten für dis Besetzung marokkanischen Geb'.etes aufge­wendeten Kosten bestimmt ist.

Veteranensürsorge. Regierungsrat Cuno wurde schließlich n i e d e r g e f ch r i e e n und konnte nur.mtt Mühe seine Ausführungen beenden. Schtteßlich wurde eine Protestresolution gegen vre Wert- »uwachssteuer angenommen. „ „ „„„

)( Wir haben ihn wieder! .Seme Presst ver­kündet jubelnd, daß er, Exstaatsseketär Dernburg näml'ch, am Samstag abend tn Berlin erngetroffen ei. — Heil!

Deutsches Reich.

* tziue Proicstversammlung der Hausbesitzer Teuiich- tands geaen die Reichszuwachssteuer wurde am Sam tag nachmittag unter groper ^^tt.ming von Hausbesitzern ans allen Teilen de» Dew.jchen Nutzes im ä r!us Schumann abgehatten. Ter erste Vorsitzend^des Zenlralverbandes der Haus- wid Grundbesitzervercme Deutschlands, Zustizrat -vr Baumerl-Spandau, begrüßte die Anwesenden und ntcii'e daö Wort dem Vertreter des Staatssekretärs des Reichsschatzamls, Regierungsrct Cuno, der ausführte, der einstimmige Beschluß des .si 'ichstage., der zur Vorlegung dieses Gesetzen!würfe- die Ver- aniassung gegeben habe, lege Zeugnis dafür ab, da > der Gedante der Reichswertzuwachssteuer im Vol ll>. bewußt-ein Wurzel gefaßt habe, und bme den Beweis ver Gewähr für die Berechtigung des Reiche, auf die Anteilnahme an dieser Steuerquelle. Möge diese Versammlung nicht ein bloßer Protest fem, sondern zu positiver Mitarbeit führen. Dm Steuer sei ui- f entbehrlich zur Weiterbildung des Heeres und der

^^Das^ gesamtliberale Wahlbündnis ist bereits für Bayern Württemberg, Baden und die Rheinprovmz I im Prinzip beschlossen in Hessen schweben noch Verhandlungen darüber. Wir haben keinen Anlaß, I diese Entwicklung mit Unbehagen anzusehen Zwei ! schwache Fähnlein 'werden auch durch ihre Verem.- gung nicht zu einer furchtbaren Kriegsmacht Bis jetzt wird von liberaler Seite für die Schwache der! varlamentarischen Vertretung des Liberalismus mit Vorliebe geltend gemacht, daß die Uneinigkeit der li­beralen Partei die gemeinsame Sache schädige und schwäche Wenn bei den nächsten Wahlen wirklich der nefemte Liberalismus in geschlossener Front aufmar- sckiert so hat er Gelegenheit, zu zeigen, was er wirk­lich vermag. Wir glauben allerdings, daß der Er- folg gegen früher nicht viel anders auSsehen wird.

I Prinzip ist die gesamtliberale Einigung, toenig- I ftenS für Süd- und Westdeutschland, b e s ch l y s s e n. I Uhxr bis zu den Wahlen ist es noch lang, und mau

Mrs. Easton, die aufmerksam ZUgehöA hatte, ant­wortete nicht sogleich; sie trat an b S f - jie eine Weile in Nachdenken versunken.stehen^lieb.

nichts gesagt worden ist, was nitt.^n Erklärungen von 1908 ober bei Verfassung in Widerspruch steht.

<T>ann erhebt sich Frhr. v. Hertltn g. Er halt I eine^staatsrechtliche Rede, großzügig und wirkungsvoll. Er sprach mit mehr Temperament und Warme wie je, die Erregung und Unruhe im Saale nach btt Kanzler- Irebe war im Augenblick gebannt, als btt Redner die I Grundlosigkeit und Frwolität der sozraldemokratrschen Interpellation zeichnete. Bis m die Rechen der Nationalliberalen hinein stimmte man ihm bei. Er wie ber Reichskanzler konstatieren, daß zum ersten

I Male im Reichstag die Sozialdemokratie in unver­blümter Form die Erstrebung der Republik auf revo­lutionärem Wege proklamiert habe. Der Eindruck der Rede war tief und nachhaltig rm Saale und au den Tribünen. Die Zwischenrufer deckte er mit erfrischen­der Schlagfertigkeit zu. Als der sozialdemokratische Aba Fischer ihm das Schlagwort des Tages: Mo-! demismus entgegenrief, tat ihn Frhr. v. Hertliiig un­ter schallender Heiterkeit ab mit den Worten: Reden Sie doch nicht von Dingen, die Sie nicht verstehen.

Für die Konservativen redet Frhr. v Heyde- brand kurz aber mit bedeutungsvoller Spitze nach der Seite der Sozialdemokratie. In ehrlicher Ent- rüsttlng und mit warmen patriotischen Tönen erhob : I er Protest gegen den sozialdemokratischen Radikalis- : Es und seine revolutionären Bekenntniffe, verlangte Schutz der religiösen und monarchischen Gefühle des Volkes, nicht in einem Ausnahmegesetz wohl aber tn einer entschiedenen unzweideutigen Haltung der Re- cierung und ihrer Organe der Sozialdemokratie gegen­über Stürmischer Beifall auf die Worte Hertlings, ein gleicher Beifall nach den Ausführungen v. Hehde- brand. Kleinlaut sitzen die Sozialdemokraten da. Sie i wagen keinen Zwischenruf, denn eine so geschlossene mannhafte Phalanx haben sie im Reichstag noch selten

" Ächdem ich alles, was ich weiß und alles was ich hier vor Augen sehe, reiflich überlegt haoe, bm ich der Meinung, daß Sie beide gut tun wurden, sich so cchnell als möalich eine Heiratslizenz zu verschass-n und sich trauen zu laffen; dies aber vor jedem Andern als mir geheim zu halten, bis der rechte Augenblick gekommen ist. Ich bin jedoch fest überzeugt daß die­ser Augenblick in nicht zu langer Zeit da ein wird selbst wenn Oberst Clifford nicht sterben sollte, wie es die Meisten erwarten." .

„O Nancy, ich hätte nie geglaubt, day Du gegen mich Partei ergreifen würdest!" rief Mary betrübt.

„Partei ergreifen gegen Sie, Miß Mary! ant­wortete Mrs. Easton mit großer Wärme; „nein, ge­wiß nicht! Ich bewundere Mr. Walter, wie das jebe Frau, die Augen im Kopfe hat, tun wird, und ich habe ihn lieb, weil er Sie lieb hat und Ihnen treu ist wie es einem rechten Manne zukommt, der sich zum Spielen und Tändeln zu gut hält. Aber ihn habe ich doch erst kennen gelernt, als er schon ein Mann geworden war; Sie dagegen habe ich schon als klei­nes Kind gepflegt, habe für Sie gebetet und gezittert, w-mn Sie krank waren, mich Ihrer in gesunden Ta­gen gefreut und einen gütigen Herrn verlassen als ich einfeben muhte, daß er Sie nicht so lieb hatte

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Diese Worte gingen Mary zu Herzen; weinend warf sie sich der alten Frau um den Hals, und selbst Walter ließ, von ihren Tränen gerührt, em leises Aufschluchzen hören. Mary, tue es vernahm, streckte bie weihe Hand nach ihm aus; er fatzte sie fiel auf feine Knie kühtt sie zärtlich, und das spröde lunge

1«nW

Atem kommen Ten alten Baker zu taufchen, fo dah derselbe feine kurze Abwesenheit begriss iind entschul­digte, war eine Kleinigkeit unb bann mufjten seine Pferde das Ihrige tun. Er verschaffte sich bie, ratslizenz; gewann einen Geistlichen in ber .ah« der Seen der ein alter Bekannter von ihm war, und schon drei,'Tage ^chdM,jie,chre EinwiLigunZ gegeben,

regimg em.

„Miß Mary —", fing sie an.

„Mrs. Mary!" fiel Walter neckisch ein.

Mrs. Mary warf ihm eine Kußhand zu.

Sie beide werden i-nch hassen", suhr Mrs. Easton lächelnd fort; „aber ich kann es nicht ändern, Mchreß Mary, ich muß Sie nach Hause bringen."

„Nach Haus?" sagte Mary. „Hier fühle ich mich ganz heimisch."

„Wenn auch, in einer halben Stunde müssen wir wegsahren", antwortete Mrs. Easton.

Das junge Paar machte lebhafte Einwendungen, aber Mrs. Easton beharrte auf ihrem Willen. „Mir hat geträumt, wir wären entdeckt", sagte sie; „das war eine Warnung, Sie müssen sich doch felbst ge­stehen Mr. Walter, daß man Sie in Elissord Hall vermissen wird, und daß Sie keinen zweiten Tag fort­bleiben bfrfen. Sie aber. Miß Mc.ry, bedenken sie d"ch nur welche Last ich auf mich genommen habe, Iand suchen Sie nicht, die Rückkehr hinauszusch'.eoen; ich zittere und bebe vor Angst, denn ich bin überzeug , paß mein Traum eine Ahnung ist. unb daß irgend et­

was in ber Lust liegt."

gesehen.

Damit ist ber Höhepunkt des Tages überschritten. Denn was Soff ermann und die nach ihm aus- führen kann den großen Eindruck des Tages weder verstärken noch abschwächen. Nichts hätte übrigens die veränderte Situation aus dem November 1908 besser be­leuchten können wie Bassermanns Auftreten Damals war die Interpellation Bassermann und der Inter­pellant selbst nach außen der Held des Tages da- Sprachrohr des „Volkes", in Wirklichkeit ja freilich bloß die Grammophonplatte SülotoS. Basiermanns Rede war nach außen das Ereignis des Tages Dies­mal konnte er kaum zu Worte kommen in der Unruhe des Saales. Man beachtete es kaum, daß er sprach und was er sagte. Seine Freunde mußten ihm nut lauten eindringlichen Rufen um Ruhe erst Gehör ver-

♦* Wer die Kirche besucht, wird eingesperrt. Der Kommandant deS französischen 93. Ins.. Regis, in La Roche-sur.You verbietet tn einem Tagesbefehl feinen Soldaten am Sonn.ag der hl. Messe in einer Kirche der Stadt beizuwchnen. Wer nicht gehorcht, wird mit 4 Tagen urr st bestraft unb außerdem den Zuwiderhandelnden die Verletzung in ein westliches .Glenzregiment ober nach Algier angebroht. — Es «st nicht bas erstemal, baß bie militärischen Behörden in -a Roche-sm.You sich zu derartigen Maßnahmen hinreißm lassen. In dem kleinen, rur katholifchen Vendee gehörigen Städtchen ruft bie offizielle Katholikenversolgung besonders stark, unb bie dortigen militärischen Behörden sind bie eifrigsten ^bgolqen der Verbannung der poRugiefischen Ordensleute. Die Gilde portugiesischer Kauf, leute in den chinesischen Städten Macao unb Hongkong telegraphierte an die Regierung nach Lissabon, bie Verjagung ber Orden^ aus ber Kolonie Macao fei ein politischer Ahln von größter Tragweite. Die eingeborene Bevölkerung sei nur durch bie zivilisatorische Mitarbeit ber Mönche zu beherrschen. Die Gilbe fordert von ber Regierung bie Zuruckberufung ber Ordens, leute. Begreiflicherweise ist bie Freimaurer- regierung in größter Verlegenheit.

** Russisches. In Kiew erschoß sich der jn* : tenbanturbeamte Lintchewskr, worauf eine ■ Revision des ihm unterstellten Magazrns vorgenommen : wurde. Die Revisoren stellten zur ^oßten Verwunde- - mng fest, daß Lintchewski unter den Möbeln einen großen Geheimraum angelegt hatte, m dem er für mehrere Hunderttausmd gestohlenes a ch en ver­wahrte. Bei näherer Untersuchung des Geheimrau- mes stieß man zufällig auf eine zweite Tur, die nur durch einen Druck auf einen geheimen Knopf zu offnen war In diesem Nebenraume waren viele taufen» Sachen fehlten in der Inventur An Mem wuen großen Betrüge sollen mehrere höhere Beamten be-

^^Jm^Sitzungssaale erwarten ihn seine besorgten f Freunde Finster ist ihr Blick. Er mahnt unwillkur-1 Uch an der Rache Chor in Schillers Kranke des kus und man vernimmt im Gerste die Worte. Wir! heften uns an seine Sohlen — das furchtbare Ge-1 schlecht der Nacht, als ihr Chorsührer Ledebour au den Richtertisch schreitet. Rechts von ihm sitzt der Reichs-1 kanzler; nur wenige Herren sind um ihn. Früher I tnter Bülow war das bei solchen Anlassen anders. I Da waren die Büros der Vortragenden Rate m den verschiedenen Staatssekretariaten und Mmisten-n Ber- tinS während der Reichstagsverhandlungen völlig ver­waist; was sich „Geheimrat" nannte, war z. > Reichs­tag gegondelt und drückte sich im wahren Smne des Wortes auf den Sitzen des Bundesrats herum, um I den Angriffen auf den Kaiser beizuwohnen. Ich habe das häufig als wenig würdevoll empMden und ich würde es vom monarchischen Standpunkt begrüßen, wenn die jetzige Abwesenheit ber freiwiaignieugiengen Negierungskommissare aus eine besondere Maßnahme les Reichskanzlers zurückzuführen wäre.

Der Sitzungssaal zeigte das gewöhnliche Bild Der Zudrang zu den Tribünen war etwas starker als an den Vortagen, namentlich in der Diplomatenloge, die sich als solche vor den übrigen Tribunen durch bie Eleganz der Damentoiletten und den rieten Umfang der kostbaren Damenhüte zu erkennen gab.

Ledebour mustert sein Auditorium. Kramps- haft bemühte er sich, an der Königsberger und Beu­roner Rede so zu deuteln, daß er einen strick für dre persönliche Redefreiheit des Kaisers aus ihr zusam­mendrehte. Abe- so sehr er sich auch bemühte er konnte nichts Greifbares dafür anfuhren, daß der Kar- fer die ihm durch die Verfassung gezogenen Grenzen überschritten habe oder zu überschreiten beabsichtige. Hätte der alte Bebel anstelle von Ledebour im Reichs­tag gestanden, wir glauben, daß den Sozialdemokra­ten die zerschmetternde Niederlage erspart worden wäre, die ihnen zuteil gewordm ist. Es hat sich gezeigt,!

die Sozialdemokrate mit ihrer Behauptung von fer angeblichen Verfassungsvecletzung durch den^ Kai­ser erstrebt. Vor dem gesamten deutsch w Volk ha. sie zu erkennen gegeben, daß sie aus se -em Pro­gramm Gott und Religion, Monarchie _nb monar­chische Gesinnung gestrichen wissen will Dadurch be­kenn dir Reichstagsverhandlung eine besondere 23e_ beutung. Es war ein denkwürdiger Moment, als der Reichskanzler, Frhr. v. Hertling unb der konser­vative Abg. v. Hehdebraud gegenüber dem modernen Atheismus und den Umsturzbestrebungen öffentlich das, Bekenntnis zum Christentum ablegten unb btt m ihr wurzelnden Monarchie. Es war das Änse man Zer­platzen zweier Weltanschauungen, von. denen bie eine frech und rücksichtslos mit Füßen tritt, was der anderen heilig ist, und von denen die andere, tief ver­letzt dadurch, sich mit elementarer Gewalt gegen eine solche Vergewaltigung aufbäumt Der Ji eia?«« kanzler hat gezeigt, daß er nicht der,trockene lPhilo­soph ist, als den man ihn so gern hinstellt, er hat -eilst daß er in ber Verteidigung simes kaiserlichen Herrn turmhoch über seinem Vorgänger Bul-w steht und daß die Scherze unb geistreichen Redensarten eines politischen Zwitters nich< Stand hatten vor der ritterlichen Gesinnung eines geraden Charakters.

Aus -em Nachbarsebiete.

E Aus der Vorberrhön, 27. Nov. 1910. Mit besonderem Interesse und Besriedigm-g haben die Bewohner dcs östlichen Teile» des Kie, es Fulda aelegcntlid) der Genehmigung der a’liLel für die näheren Vorarbeiten der sog. Vogelsberg-Kreisbahn ch der Kr-'st-gssitzung am 5. d. Mts. vernommen, daß nunmehr auch trnstlichHand an das Kreis b ahn- projekt der Vorderrhön gelegt werden foll. Das Kreistag-niitglied, Herr Robert Kircher, Fulda, führte aus, daß, nachdem die Bahn sur den westtichen Teil des Kreises aesicheit sei, jetzt auch die Erschließung des östlichen Teiles des Kreises in Angriff genommen werden müsse. Es sei ihm wiederholt der lebhafte Wunsch für die Erschließung dieses Ktersteiles ge-

12. , Die heimliche Ehe.

Mary und Walter saßen bei ihrem späten Früh­stück in einem kleinen Wirtshause, aus dessen Fenstern sie auf einen kleinen See hinaussahen, der ihnen lieb­licher erschien als der schönste Schweizer See. Waller betrachtete Mary mit siegesfrohem Entzücken, wah­rend sie ihn halb verstohlen mit Bewunderung und Liebe ansah. Beide sprachen nur wenig, aber iedes ihrer Worte hatte den vollen Klang inniger Liebe.

Plötzlich trat Mts. Easton in unverkennbarer Aus-

»<18 nW, »b nicht di- «-» halten wirb. Vorläufig hapert es noch gar ,eyr mit ihr. Vomehmlich»die Nation!alUbe-°l-n glauben Anlaß zu haben, bie BegehE» der ^.m ksttfts ül'ÜTÄÄ* ben $atwnaltl6er«ltn s<-bm W-dM-Ift ^°As»l"ichI-it den, aber nur solche, in denen ur sie die Moglichkett eines Sieges total ausgeschlossen ist. um den Wahlkreis des Abg. Storz, der anscheinend nicht mehr kandidieren will, ist bereits ein recht amüsanter brüderlicher Zwist zwischen der Fortschrittspartei, wel= chtt der Abg. Storz angehort, unb ber deutschen Par \ Ganz"ähnlich liegt die Sache in Hessen. $« dortige nationalliberale LanbesauSschuß hat bekmnll lick kürzlich auf ein Schreiben ber fortschrittlichen I Volkspartei in Sachen ber Wahlverstandigung die Antwort ett.illl t e§ UMg/ daß die fortschritt-

ii»-VoMvartei zu der Zeit, zu der sie mit uns über eine WH SU» w

und her Spzialdemokratte angebahnt morden ist.

Daß auch tn Baden die Fortschrittliche Volks- vartei mit Erfolg bemüht ist, aus der gefamtlrberalen Einigung den Löwenanteil für sich zu gelohnten, ift beS von den letzten badischen Landtagswah en her zur Genüge bekannt. Daß unter diesen Umstanden die Neigung zu gesamtliberalen Wahlbundittssen bei liberalen ist nicht weiter verwunderlich.

| ®ie politische 33 e b e u t u n g der gesamtllb^ raten Einigung besteht darin, daß sie in ber Praxis Es anbttes bedeutet als ben Ueb er gan g zum Großblock Es ist kein Zusall, baß bie ^samt- liberalen Wahlbündnisse vornehmlich in den Gegen­den zustande kommen, wo die Liberalen, um überhaupt etwas zu bedeuten, immer mehr auf Die Huse Der Genossin" angewiesen sind. Alle liberalen Wahl­bündnisse haben eine ausgesprochene Tendenz gegen Ihn» Zentrum. Die ltberalen Blatter, Die jur Die gesimtlibecale Verständigung eintreten, kündigen auch sckon offen an, daß wahrscheinlich dem gesamt- liberalen Bündnis für die H a u p t w «hl der Ab­schluß eines Großblocks für die Stichwahl nach- folgen müsse Es verdient auch bemerkt zu werden, daß'das Wahlabkommen der nationalliberalen Partei Württembergs mit ber demokratischen Partei die Durchführung eines Ratschlags bedeutet, den vor emt- Ln Wochen der Führer der wurltembttgischei So- zialdemok atie den Nationalliberalen anemvfohlen hat. Er erörterte dainals die Bedingung, unterer die Sozialdemokratie mit dem R^ionalibe- ralismus zusammengehen könne, und bezeichnete als solche: Die Nationalliberalen möchten den Kamp, gegen rechts durch ein Bündnis mit der Volkspartei zum offenen Ausdruck bringen.

Die oesamtliberale Einigung bedeutet also in Wahrheit nur die Vorbereitung d es Gr o ß - b l o ck s, unb unter diesem Gesichtspunkte ist sie von uns zu werten und zu beachten.

Walter und Mary waren der guten Frau so wel Dank schuldig, daß sie sich, nachdeni sie einen olicf bcs Bedauerns gewechselt hatten, zur He-msahr bereit er­klärten. Walter zog die Klingel und bejah! den Wa­gen anzuspannen und sein Reitpferd zu satte.n.

„Mary, noch einen kleinen Spaziergang in dem hübschen Garten."

„Von Herzen gern", aniworiete Mary, und >m nächsten Augenblick ging sie an seiner «nie, fcmmegte sich an ihn wie der Epheu an die Elche, und beide vertieften sich in Betrachtungen an das Gcu.l Der Gegenwart und ihre Aussichten für die --iklunft.

Inzwischen hatte Mrs. Easton eingepackt, Walters Sachen wurden zwischen eine Decke unter Den sattel gelegt- >ie brachen auf und M-^ry fuhr den cneuen Wagen. Nach einer halben _u. e tarnen ,te an

jHoman in zweiBanDcn von Charles Reade- i Wie gewöhnlich wenn junge Damen beteiligt sind tarn auch hier die Logik nicht zu ihrem Rechte. Maro nahm zu allerlei sentimentalen Einwänden Zu- sivcki und endete mit der Erklärung, daß sie sich nirn- mcrnicbr auf deraleichen einlassen würbe. Als Walter daraufhin aber halb traurig, halb zornig würbe, wähle sie schlau die Verantwortlichkeit von ,ich ab, inbem sie Vorschlag, Mrs. Easton um Rat zu fragen.

Gut aber Du wirst es in meiner Gegenwart tun", erwiderte der junge Mann.

Tas war nicht nach Macy's Sinn. Sie hatte be. j nJ>FAiint Mr« Easton vor allen Dmgen auf ihre Ä m' Sen unb .e bann eilt um ihre Meinung ku befrag! Da sich gegen Walter's^ehrttchen V-w- schlaa aber nichts einwenden ließ, rief sie Mrs. Eas o.i h7rbei die Aage wurde ihr vorgelegt unb ihre auf-

Äüb*«i». d° M bie ihr mtfgebmbet werben sollte, mb erflatte baB sie von Dingen unterricht sei, voni denen sie beide keine Ahnung hätten. S,e wäre deshalb nicht im ^^"FrcillchE'sind' Sie das", sagte Walter; »gerade wenn Sie inehr wissen als wir selbst, können Sieuns roten und leiten. Alles, was ich weiß, wenn Wir nicht gleich jetzt getraut werden, wenigstens sechs Monate vergehen muffen, ehe es Achehm WM- Bleibe ich inzwischen hier, so kommt eS ledenfalls zu allerlei Stteitigkeiten zwischen nur Bariley, der mir daraufhin natürlicherweise Mary 3 Hand versagt. G-h» ick aber wieder ins Ausland, jo werbe ich e wider umgebracht, oder Mary grämt sich krank und ■ -h von Barttey nach Made-ra geschickt -- lebenfans t , .. Glück dahin, wie es unjere Torheit nicht bew­

einen Kreuzweg. ■

Bitte, halten Sie einen Augenblick", sagte Alls Easton, und zu Walter gewendet, der sich lächerlich i nahe an Mary's Seite hielt, sagte Jie hmzu: »hst das nicht der Weg nach Elissord Hall,"

Der führt auch hin", antwortete der junge Mann aber ich habe nicht die Absicht, ihn einziischrogen. Warum feilte ich auch? Ich mache kamn einen ■ wc, von dreiviertel Stunden, wenn ich erjt mit zu

Die KaiierDeHaite im Reichstage. I und schlagend nach, daß in Königsberg

»ivatwn cl,n“Luu..r„„t ifr mit ben Erklärungen von

Es war ein reizendes Bildchen, bas man am

Knmftnn vor Beginn btt Reichstagsverhandlung in 1 oer Nahe des Brandenburger Tors beobachten konnte. In flottem Trab fuhr ein Koupee befpannt rmt elnem Baar Rappen, dem Reichstagsgebarcke zu. Den In- E de« Magens verriet der im Morgenwinde maß We FZeLfch des Leibjägers bie Passanten ben Hut: ihr Gruß galt bem R e i ch s- k a n z l e r! Hinter bem Wagen em Mann in eilen-1 dem Schritt; er ist nicht gut zu F"^ demi fern Gan« verrät baß er mit einem Berne lahmt. An »hm geht bie Menge achtlos vorüber, wett sie feine »Große nicht ahnt Es ist Sebebour von bet sozialdemo­kratischen Partei, der heute über den hohen Beamten da im^Wagen unb feinen kaiserlichen Henn wegen sotaner unstatthafter Reben bei vielerlei Anlaß zu Gericht sitzen will! Es ist schon elf durch und gleich beainnt die Sitzung. Keuchend unter der Last feinet Wenmappe und seines kaisetlich-republikaniichen^An- tlagematetial» folgt er eilends der Spur des Rappe"" Paares; mit Geschick windet er sich durch die diversen Elekttischm am Reichstag und verschwindet in dem

2. Glatt.

Dtud und Verlag der Zuldaer »etlenbruderei i« Snlba.

Ihnen reite."

„O Ranch!" bat bie junge Frau

Nun meinetwegen, Ihr armen Dingst , iagn Mrs. Easton; „aber vorwärts! nur lcine^Zeit m- loten. Ich werde iffcht eher auja'men, als cis wu die Farm sicher erreicht haüe>i.

Sie fuhren weiter, und nach Verlaus ti- 3'unbi hatten sie die Höhe eines lanKgestrectieii Hagels er- reicht, von wo aus sie die Gilbert sche -;arm jeyer konnten.

Run bist Du hoffentlich zuftieben, sagte Marz mit "leisem Vorwats zu Mrs. Easton; „die Farm ck glücklich erreicht, er und ich Werden aber keine» fr schönen Tag mehr erleben."

tFortsetzung folgt.)