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37. Jahrqang.

Fuiva, Montag »en 21. November 1910

Erstes Blatt

vt0 266.

Bedeutung des Papsttums.

-« Der Glaube an Chri-. Pflichten der christlichen Barmherzigkeit zu üben, 'em

'ffliche Arbeiten an stofflichen Gegenständen geruhtet ch und dessen Sorgen aufgehen in der Erwerbung S täglichen Brotes und der körperlichen Nahrrmg.

Hnlsignng der Katholiken Fuldas au unseren hl. Bater Pius X.

olgern der Apostel, unter den Bischöfen der katholischen Welt in der 2. Hälfte des 19. und am Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es keinen Verräter. Der Episkopat der ganzen Welt ist in Treue, Liebe und Gehorsam auf das engste verbunden mit dem römischen Papste. Gibt es ein großartigeres, glänzenderes Schauspiel als diese kirchliche Einheit? Sie beruht auf freigetätigtcr Un­terwerfung, und sie ruht im Glauben und in der Liebe.

Was läßt fich aber erst sagen von den zahllosen Verdiensten des Papsttums in sozialer und kultureller Hinsicht, um Wissen­schaft und Kunst? Hier kann ich nur andeuten, nicht ausfühven. Ich möchte aber zunächst erinnern an das Wort eines protestantischen Geschichtsschreibers: »Die beste Verteidigung der Päpste ist die Enthüllung ihres Seins", weil gerade in unseren Tagen der Ver­such gemacht wird, das Papsttum als Feind der Kultur anzuklagen. Es ist ein stiller, friedlicher Kulturkampf gewesen, den da» Papsttum Jahrhunderte hindurch bis auf die Gegenwart gekämpft hat, um mit dem Chri­stentum zugleich die materiellen Segnungen des Chri­stentums, die christlich« Kultur zu verbreiten. Mon­tesquieu sagt: »Wunderbar ist es, daß die christliche Religion, die keine ander- Aufgabe zu keimen scheint, alS das Glück im Jenseits zu begründen, auch das Glück in diesem Lebe« begründet hat." Die Grundlage aber alles wirtschaftlichen Fortschritte» ist die Arbeit. Je- suS, der Ziminermannssohn, hat die Werkstatt zu Na­zareth zur Hochschule gemacht, in welcher die Welt die Ehre der Arbeit kennen lernen sollte. Das uralte Ge­bot: »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen", erhielt durch ihn eine höhere Weihe und ward zu einem Segen, zu einem Gottesdienst umge- wandelt. Erst damit ist jener Arbeitsgeist und jener

Heiliger Vater!

Gegen die schändlichen Beleidigungen, mit denen jüngst gottlose Menschen Eure Heiligkeit unb bie qan« bukolische Küche geschmäht uns gelästert haben, erheben wir, an 2000 katholische Burger der Stadt Fulda, in einer großen Volksoersanrmlung heute vereint, mit der größten Entschiedenhett ein­mütig unsere Stimme und legen feierlich Verwahrung ein. Zugleich erneuern wir die heiligen Gelöbnisse, durch die einst vor saft 1200 Jahren unser glorreicher Apostel, der hl. Bonifatius, in ebener Person vor dem Statthalter Ehristi auf Erden unsere Stadt und unser ganzes Land dem Römischen Stuhle unver- brüchlüh und auf ewig verbunden hat.

Nach Verlesung des Telegramms brachte Herr Amtsgerichtsrat Rhiel ein Hoch auf Se. Heilig­keit Papst Pius X. aus, das m den Rechen der Versammlungsteilnehmer freudigen Widerhall sand.

Zweiter Redner war Herr Regens Prof. Dr. Schreiber Er sprach über die

Freidenkerbewegung

liche Hort der politischen Freihüit^im Mittelatter. Wahre Freiheit kann nur da »e,^en, —o ----- , - -

der Autorität gewahrt wird. Dieses vertrat stets und stets der Papst, indem er auf den göttlichen tlriprung der Staatsgewalt hinwies: Die Untertanen schulden um des Gewissens willen dem Fürsten Treue und Ge-

nannten gebildeten Kveisen so vielfach verachtete» und gehaßten Orden haben sich bis auf die Gegenwart als die unerschrockenen und unermüdliche« Pioniere der

ewige Rom! „. ,, ,

-Glänzend und wohltätig zugleich 'fi der Einfluß des Papsttums auf dem Gebiete des Rechts­lebens, sowohl des einzelnen Menschen als auch der Völker. Nachdem das Christentum das Weib zur eben­bürtigen Lebensgefährtin des Mannes und Ar Ve^ trauten seiner Seele erhoben, hat sich da- Papsttum stets als der treue Hüter des sakramentalen Charakteis der Ehe erwiesen. Wie einst Johannes bet Täufer dem Herodes entgegentrat mit den Wortmi: Es ist Drr nicht erlaubt, so auch das Papsttum Ältlichen Machst Habern, die armselige Sklaven ihrer Sinnlichkeit und Leidenschaft waren. Mit der Befreiung der Aroest war auch jene der Arbeiter gegeben, und bu-©»«bei«

eßen Beleidigungen, die uns allen angetan sind, und über die Berge hinüber wollen wir es rufen: Heiliger Bater wir, Deine Kinder, nehmen teil an Deinen Leiden! Dein« Not ist unsere Not! Als unser Kaiser zum letzten Male Leo XIII. besuchte, wurde er von einem deutschen Pikgerzuge bei seiner Auffahrt zum Vatikan jubelnd begrüßt. Leo XIII. erwähnte diese Ovation. Da sagte der Kaiser: Ew. Heiligkeit dürfen

fei Verhältnis zu Gott nicht das richtige sei, wer Papst hindernd stände zwischen dem 5ettanb und ja wenn man uns mit bekannter Liebenswürdigkeit als Heiden bezeichnet, dann knien wir mit Petrus be­kennend nieder: ,,Du bist Christus,. der ©oljnbea le­bendigen Gottes!" Dann hören ton als Belohnung die Worte: »Du bist Petrus, und auf diesen Kelsen

auf, heiße Gebete an <---„---------- , - - -

-en uns zusammen, die Hände erheben sich zum lehentlichen Gebete: C Herr, der du di« Kirche auf ßetruS, den unüberwindlichen Felsen, gebaut und der. heißen hast, daß selbst die Pforten der Hölle niemals etwas wider sie vermögen werden, schirme deine gotst lrche Braut, stärke deinen sichtbaren Stellvertreter auf Erden durch die allmächtige Kraft deiner Gnade, er. leuchte ihn durch das Licht des hl. Geiste» und schenke ihm eine lange, glückliche Regierung.

Unsere Blicke richten fich nach Rom, und unseren Herzen entsteigt noch einmal da» Gelöbnis: Treu Dir, unverbrüchlich treu Dir, dem der goldene Prieiterkranz und das silberne Bischof Srei» sich schlingt um He drei, fache Krone, Vater der katholischen Christenheit, PiuS X.

Ais auf der Kathokikenversammlung in Dussel- ! dorf vor zwei Jahren Graf Praschina in feinet ' herrlichen Schlußrede als Gruß an den hl. Vater । die Losung ausgab: »Die Katholiken m Deutschland voran, die deutschen Katholiken in der Welt voran . , da durchbrauste vielstimmiger Jubel die weiten Räume der Festhalle, und all die Tausende von Katholiken aus Deutschlands Gauen nahmen damals dieses Gelöbnis mit in ihre Heimat. »Die deutschen Katho- liken in der katholischen Well voran!«, das war auch die Losung, als unsere Glaubensgenoffen in unserem Vaterlande einmütig und feierlich Protest erhoben gegen die unerhörten Verunglimpfungen, welche der Bürgermeister von Rom pingst dem hl. Vater und der Kirche zugefügt hat. Auch bie Katho­liken der Stadt Fulda, die das Grab des Apostels der Deutschen behütet, und deren Geschichte so man- chen Beweis treuer Anhänglichkeit au Rom, den Felsen Petri, aufzuweisen hat, wollten nicht zurück- stehen, wo es galt, dem Proteste ganz Deutschlands gegen die Schmähungen des Papsttums sich anzu- schließen. Würdig und schön gestaltete sich dieser .Protest allüberall in unserem Vaterlande, wuchtig und erhebend gestaltete sich auch gestern abend diese Kundgebung der katholischen Männer und Frauen Fuldas. Es war eine denkwürdige Kund- Hebung, die bei allen Teilnehmern einen gewaltigen Eindruck hinterließ, sie fortriß zu neuer Begeisterung ffür ihre Kirche, in ihnen neu ausflammen machte bie innige Liebe zum hl. Vater in Rom. In großen und kleinen Stadtsaale drängte es fich Kop >an Kopf. Links von der Bühne stand in einer Gruppe von Lorbeerbäumen die Papstbüste. Erhöhte ! Bedeutung erhielt die Kundgebung durch die Teil- 'nähme des Hochwürdigsten Herrn Bischofs.

Nach einer von der Artillerieka^lle gespien Ouvertüre von Latann eröffnete der Geschäftsführer des Volksvereins für die Stadt Fulda, Herr Gutv- verwalter Schöpf, die imposante Versammlung mit dem katholischen Gruße »Gelobt sei Jesus Christus, "und schlug als Vorsitzenden Herrn Amtsgerlchtsrat, /Landtagsabgeordneten Rhrel, als Beisitzer die Herren Beigeordneten Karl A rnd und Stadtaltesten 'Äuaust Müller sen. vor. Die Gewählten nahmen i am Vorstandstische Platz, und Herr Amtsgerlchtsrat , Riehl richtete daraus herzliche Worte an die Katholiken ' Fuldas, die sich freudig und so äußerst zahlreich ;um ihren Oberhirten, den Hochwürdigsten Herrn Bischof, geschart hatten. Er erinnerte an das Papst- -feft, welches vor zwei Jahren tm Stodtfaal gefeiert wurde und stellte es in Bergle^ zu der heutigen Versammlung, m der ke.ne Festes- strmmung die Anwesenden beherrsche. Diese sei vielmehr von tiefernster Bedeutung. Wer die 'Zeichen der Zeit auch nur oberflächlich beobacht^ !?önne sich der Erkenntnis nicht verschliegen, daß ein heißer Kampf gegen die katholische Kirche ent- bräunt sei, der mit einer Hartnäckigkeit geführt werde, wie niemals zuvor. Ein neues Gued sei der Kett« der Beschimpfungen gegen unsere Kirche einaesüqt worden durch die vom Bürgermeister von Rom am 20. Sept, dieses Jahres gehaltene Rede, worin er fich die gröbsten Beschimpfungen gegen unseren heiligen Vater erlaubt habe, dir diesen um so mehr kränken mußten, als er selbst in Rom lebe und das Oberhaupt des souveränen Kirchenstaats sei. Um gegen diese Schmähungen feierlich Protest einzulegen, unsere Herzen mit neuer Siebe unb Ver­ehrung für den heiligen Vater zu begeistern und i gleichzeitig das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue gegen Kirche und Papst zu erneuern, hatten sich heute die Säle mit Katholiken aus allen Stauen ilmd Berufen gefüllt. Redner entbot allen Er­schienenen einen warmen Willkommensgruß, ins­besondere dem Hochwürdigsten Herrn Bischof, der die Güte haben werde, die Versammlung nut emer Ansprache zu beehren und ihr feinen oderhirtlichen äC£e§ ^nahm^sodanu das Wort Herr Profess« Boftmer zu einem Vortrag über die

».ch stehe hier zwar vor Männern und grauen, di« Noch christliche, katholische Gesinnung im Herzen tragen, die das Wort „Nltrarnontan" als Ehrentitel betrachten, 'denen ich also nichts neues bieten kann. Möchten aber meine Worte dazu beitragen, daß sie in Zukunft mi noch größerer Begeisterung für Christus und seine au dem Felsen Petri gegründete Kirche im Leben streiten! Set als jedes Herrscherhaus der Weltgeschichte steht stf der Geschichte die Dynastie der Papste. Sie ist die älteste und heiligste Dynastte der ganzen Erde. An ihrer Spitze sehen wir einen Fischer am See Genesa- -reib Aber dieser hat von einem anderen, von dem Allergrößten, den die Erde getragen, eine Macht em. pfanaen, wie sie die Welt nte gesehen, eine Macht, die Himmel und Erde umspannt. Denn „was ou binden 'wirst auf Erden, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du lösen wirst auf Erden, wird auch tm Himmel gelöset sein" — lautet die ««faRungur. künde, mit der Christus der Herr m dem Papsttum seinen Felsenbau hineingestellt hat m da» branden!^ Zeitenmeer. Grund und Wesen des P^sttumS totrl ln seinem Grund und Wesen von seineri Gegnern rnefft nicht verstanden. Ein Engländer erzählte nach ferner Konversion, es sei ihm gegangen tote lemandem, der eine prächtige Kathedrale nur von außen anschaut und 'alle Einzelheiten bis auf die buntscheckigen garben und Zeichnungen der Glasfenster nur von außen hatte verstehen wollen, und dann sei er eingetreten m dul Bau und da sei erst jede Schwierigkeit deS Verstehens, jeder Mißton verschwunden, da habe er die Harmonie, das innere Gefüge des Ganzen beurteilen können und gesehen, wie auch die unregelmäßig geformten Glas- steine sich zu einem wunderbaren Farbenbild vereinig«! und schönes, wohltuendes Licht verbreiten. Rem Ra» .tholik sieht im Papste einen Gott; er bleibt auch unter der Tiara Mensch. Wirft man uns aber vor, daß un­ser Verhältnis zu Gott nicht das richtige fei, wett der stahlt stände -»wiicben dem Heiland und UN»,

Blage 7ufgebaut sein. Das ist die Quintessenz des berühmten Rundschreibens des sozialen Papstes Leo XIII. über di« Arbeiterfrage. Selbst Hoensbroech, der bekannte Lästerer, mutz bekennen: D,e sozial-kul­turelle Bedeutung des Papsttums ist unermetzlich.

Die katholische Kirche und an ihrer Spitze das Papsttum war es auch, welche die Sckatze der Wis- s e n s ch a f t aus den alten Zeiten gerettet und unserer Zeit überliefert haben. Es hat in den stillen Zellen der Klöster der Wiffenfchaft eine Freistätte bereitet. Die niedere Dorfschule, welche die ersten Anfänge der Bildung beibringt, wie die Hochschu en. diese Bollwerke der Wissenschaft, haben bura; das Papsttum Ujre tfor» derung erfahren, und so ist es geblieben bis auf den heutigen Tag. Vorbildlich ist die Liberalttai ber Kurie geweftn, mit der sie die Benutzung ihres Archws ge. stattete. „Bildung für alle" -^ist heute das Schlag- toort des Tages, besonders der Sozialdemokratie, doch o Ironie des Schicksals — jenes Schlagwort der Genossen stammt von einem katholischen Papste des Mittelalters, wo es doch nach der Ansicht mancher Leute so pechrabenftnster auf der Welt gewesen sein soll; es stammt von Innozenz III. Zn den ichonsien Blüten der Kultur gehört die Kun ft, und es ist em herrliches Blatt der Weltgeschichte, welches die Heber- irfirift iräat- Die Päpste und die Kunst . Was anders ist die Sehnsucht einer rechten Kunstlers^le und das Ziel der Künstlerfährten, als das katholische sta­llen und in diesem wieder die Stadt der Papste, das

Den Eindruck der gehaltvollen und begeisternden Ausführungen de« Redners, denen donnernder Bei- fall folgte, vertiefte der «lumnenchor durch den prächtigen Vortrag von tzallerS „Tu es Petrus“, eines einzig schönen JubelliedeS auf das Papsttum. Beine weihevollen, mächtige» Akkorde durchbrausten mit Drsaunendegleitung die weiten Räume. Der BorStzende dankte Herrn Proseffor Vollmer für ferne Rede und schlug sodann unter der begeisterten Zustimmung der Versammlung ein Ergeben- > nicht gewahren, ist seine Org hettStelegramm en den hl. Bater vor, das I ungezählte Freidenker, die no tu deutsch« Ueberfetzung wie folgt lautet: •£' ?

horsam.

In dem Lcbensgang der Kirche spiegelt sich wieder der Lebensgang ihres göttlichen Stifters. Auch ba8 crucitigatur — „ans Kreuz mtt 'hmll — bsieb ihr nicht erspart. Im Laufe der Geschichte haben btt Ver­treter von Philosophie unb Naturtviß enschaft, Fürsten und Völker, d a s P a p st t um b ekämp f t; Lug und Trua. Sohn und Spott. List und Gewalt wurden m diesem Kampfe angewandt. Was Wunder, .wenn auch hertte die Hölle gegen das Schrfflem ^etn tobt ba^ , b7rtoräär'un?*ntü Huotoi an bet

der Gischt der Wogen aufspritzt gegen deni Steuev schäft^beJJreuxffle Mxwuni ^ne „Allgemeine

'S* » “-PS

liken um unseren Bischof geschart, um e nmu 11 g I ~ feiR politischer Charakter. Es sucht unb laut Protest zu erheben gegen diese sre- QU$ge|pro^enerm(t^CIl mrt gewissen politischen Par- -------------- Si* "”a nVon ünd. nnb I teie° eng^e Fühlung zu bewahren, um durch sie auf die Gesetzgebung und auf die Regierungen der Länder Einfluß zu gewinnen. . „ , . . , ,.

Als dritte Eigentümlichkeit kennzeichnet das heutige Freideickertum der materialistische Geist, der es beseelt. An und für sich kann die Frerdenkerei ,n zwei Formen auf treten, in ber idealistischen und tn der -------------------- । materialistischem Die idealistische Form hat m bet aber auch überzeugt fein, daß die deutschen Katholiken Vottsseele niemals rechten Widerhall gefunden. Ihre Ihre treuesten und ergebensten Kinder find. Dieses Ausstellungen waren viel zu hoch, zu nebelhaft, als daß Wort unseres Kaisers soll wahr bleiben für alle Zel- t,el gemeine Mann sie hätte verstehen können. Um so tem Wenn die romanischen Völker der Kirche Mitren gefährlicher fit die materialistische Form der Frei- werden, wenn z. B. Frankreich, die älteste Tochter, denkerei geworden, die an Stelle Gotte» d,e Materie, die Liebe vieler Jahrhunderte mit flammendem Haß den Stoff, setzt, aus dem sich alles entwickelt hat. S,e vergilt, dann heißt es für uns: Germans to the Front; I liegt mehr tm Gesichtskreise des gewöhnlichen Mannes, Deutsche an die Front; hinein in die Bresche. Mit Neffen Gedanken vom Morgen bis zum Abend auf der echton, alten deuffchen Treue geloben wir alle.' - ----------«««Met

zeit seststehen zu wollen zu unserer hl.

Kir cke unb dem ihr von Gott gesetzten Oberhirteu , vr» *— n-vr -v ,,

in Not und Gesabr Der heilige Vater fordert uns Ihm ist darum eme stoffliche Lehre äußerst nah - m - ®CM G^ zu ttchten. Nun. wir schlie. gend die i^terialistif.he Fre'denker^ wird ihm e«ht

- - - -- - ----' mundgerecht gemacht. Ihren populärsten, sog. tu Ofen»

schaftlicheu Vertreter hat diese Form deS Freidenker- tumS in Ernst Haeckel gesundem Diesem Jenenser Freigeist ist die ganze Wett eine einzige stoffliche Ma- eine, eine Summe von Aether, Raum und Masse, die fortwährender Etttwickelung begriffen find. Außer dem Aether, Raum und der Maste gibt es nichts, keine Seelen, kein: Geister, keinen Gott und keinen Gott- menschem lind weil es keinen Gott gibt, gibt es auch keine Vorsehung, keine Offenbarung Gottes und keine Wunder; und weil es keinen Gottmenschen gibt, gibt e» auch keine übernatürliche Ordnung; Kirche, Papst, Bischöfe und Priester, Sakramente unb Meßopfer sind I Erfindungen des römischen Geistes, sind Lug und Trug. Leben des Einzelmenschen wie der Völker ist rein natürlich und entwickelungsgeschichtlich zu er- klären. Die ganze geschichtliche Entwickelung der Menschhett ist bedingt durch die Form bet Produktion und der wirtschaftlichen Zustande. Rechtspflege, Polt- tik, Philosophie und Rettgion sind die Bestandteile eines sogenannten geistigen überbaue», ber auf der oto- nomischen Kultur sich auftichtet. Speziell auch dre reli­giösen Anschaiiniigen spiegeln nur die materiellen I LebenSverhältniste der Klaffen wieder.

Eine vierte Eigentümlichkeit deS heuttgen Frei- I denkertumS, die wir bei dem alten Freidenkettum noch .ganisatiom Es gibt noch nominell zu einer 1 Kirche gehören, die aber auS Gründen der Zweckmätzig-

unb führte etwa folgendes aus:

Wer sind die Freidenker, ü>as lehren sie uns und was erstreben sie? W,e sind di« Leh- ren und Bestrebungen der Freidenker zu be u r tet- len? Das sind die beiden Fragen, di« ich bte Ehre habe, heute bot Ihnen zu beantworten.

Das Fveidenkertum ist nicht erst gestern oder eh - gestern auf dem Plan erschienen, «chon m der vor cbriftlichen Zeit gab es Leute, die das Dasem GotteS touaneton die keine geistige Seele kamtten und keine Fortdauer dieser Seele nach dem Tode, schon damals gab es Leute, die jede Religion verwarfen. Das Frei- denkertnm ist uralt. Aber so alt es auch ist m sernem Kerne, so neu ist es m seiner heutigen Ent- toidEelunaSfotirt

Der Redner führte nun des iräheren aus, wre sich das heutige Freidenkettum von dem vorchristlichen und mittelalterlichen Fteidenkertum unterscheidet. Zunächst beschränkte sich das Freidenkettum tm alten Griechen­land und im römischen Reiche auf einen engen Kr von Anhängern und hatte nur eine geringe Bedeutung MSMBiWZWWZZ Sr tnXraetotoqen hätten, wenn nicht die Päpste nem Vorkämpfer und Sannertrager. 'N allen Landern

Ä“ SKÄS iS’u&ÄÄ! iffi

da bestehen, wo das Prinzip Unsterblichkeit bertoarfen und seichten Panthei - ■ 7 ■ - ----- —'»ms huldiatem Die Encyklopadisten lchrenen

auf den Bahnen bet englischen Deisten weiter Übertreffen bald ihre englischen Vorgänger an Gottes- Haß unb Religionslosigkeit; unter Englands und Frankreichs Einfluß verbreitete sich bte Sseto-nkevn auch in Deutschland, zuerst tn den protestantischen Ter- len? wo die innere Spaltung in zahlreiche «eiten unb das Prinzip der freien Forschung den Boden geebnet hatte. Seine Hauptvertreter fand das Freidenkettum hier in den Philosophen Christian Thomastus, Christian Wolf und in den Theologen Baumgatten und «emlet, mächtige Gönner und Förderet in Friedrich II. von Preußen, Kant, Leffing, Herder, W.etond unb Gothe, dem Illuminatenorden und in der Berliner „Gesell-

Armut befinden, ist a» der Pal^ der i« der breMea- den Frag« der Neuzett der men chluhe» «Mh-st bU rettende Hand btetet Die sozmttFro^ ist tmmbtoß- Magenfrage, sie wird nicht gelöst m hat nebelhaften Gebilden de» Lutuntteftaat«». Der Arbeitgeber hat die

will ich meine Kirche bauen' .

stus, den Gottessohn, und an bte von ihm geftittete > Kirche führt hin zum Papste. Papfttum und Christas- . glaube sind für uns unzertrennlich, gut uns ist der i Papst bet Träger des Amtes, das der Fels ist, an dem . alle Jrttümer zerschellen, das uns die Wahrheit und Einheit verbütgt.die siegtnch bleiben wird für alle Zeiten. Darin liegt die erfte Bedeutung des Papst­tums ausgesprochen.

Das Papsttum ist der Hort der Wahr­heit. Christus hat nicht nur durch fem göttliches Blut die Menschheit aus den Banden der Sunde be­freien wollen, er wollte auch durch sein gotinche- Wort die Bande des Irrtums und der Unwiffenhett zer­reißen; er hat uns die Wahrheit gebracht. Er hat das Licht in die Finsternis der Welt gebracht Diesem Lichte hat er einen treuen Wachter gesetzt, das Papst­tum Darum muß naturnotwendig der ;tto:ilige Inhaber dieses heiligsten Wächteramtes in der Wieder­gabe and Auslegung der Worte unseres Heilandes un- ehlbar sein, weil er nur eine Wahrheit verkünden >arf, d i e Wahrheit. Vom Papste gilt so gut tote von Petrus, dem ersten Papste, das Wort des Herrn: Ich habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht wanke und daß du deine Brüder stärkest! Der menschliche Geist lechzt nach Wahrheit. Ignoramus et Igno= rabimus — Wir wissen es nicht und werden es nte wissen, so lautet die trostlose Antwort, welche das rein menschliche Wissen auf die große Frage des Lebens hat nach dem Woher und Wohin, dieser inhaltsschwer- ften Frage, die je übet menschliche Lippen gekom­men ist, „Von Gott zu Gott", das ist die Ant­wort, die wir diesem großen Fragezeichen entgegen­setzen; daß wir diese Antwort gebcn konnen, ver­danken wir Chttstus. der Sonne der Wahrheit. Ge­ziemt es sich aber demjenigen, der das Bewußt, em seiner Manneswürde in sich trägt, in den tiefgreifend­sten Lebensfragen fich bestimmen zu lassen vom Urteil eines Menschen, anstatt auf eignes Denken, Wissen unb ■ Forschen zu bauen? — Dieser Frage der Welt aut- : warten wir: gewiß, denn wenn in Sachen des Glau- , bens und der Sitten der Papst einen lehramtlichen

Entscheid fällt, verkündet er nicht feine Lehre, sondern Gottes Wort. Tausende und Millionen haben dieser Stimme gelauscht. Diese Stimme tönt von Pol zu Pol, vom Fels zum Meer, überall ein gewaltiges Echo hervorrufend, soweit die Sonne ihre Strahlen sendet und die brandenden Me-reswogen sich brechen an der Felswand der Gebirge. Wie ein Augustinus, Willl- brordus, Bonifatius von Rom ihre Sendung hatten, so sendet noch heute das Papsttum Tausende und aber­mals Tausende in die eisstarrenden Gebiete, hinein in den dunklen Urwald, das Wott Gottes zu verkünden, getreu dem Auftrage des göttlichen Stifters: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker.

Der Papft ist sodann der In ha b er der obersten Kirchengewalt und verkörpert in sich die katholische Einheit. In dem Glaubensbekenntnis, welches imch einer ehrwürdigen Ueberlieferung die Apostel vor ihrer Trennung m bte qanze Welt ausgestellt haben als Feldzeichen, als Stan­darte, an der sich alle Kinder einst erkennen sollten, beten wir: Ich glaube an eine einzige, heilige, katho­lische Kirche. Schon die apostolische Zett al,o stellt als wesentliches Merkmal der Kirche die Einheit hin. Feierlich weist die hl. Schrift hin auf den hl. Petrus, den Mittelpunll der Kirche. Er ist der Grundfels, ihm überträgt der Herr ein Herrscher- und Führeramt. Ist Petrus ber Fels, auf den Christus feine Kirche gegründet hat, dann ist durch die Verbindung mit dem kirchlichen Mittelpunkt unsere Zugehörigkeit zur Kirche bedingt. Durch diese Verbindung fließt uns der ganze Strom der Gnade zu. Trennen wir uns von der kirchlichen Einheit, tom Papste, dann versiegt für uns ter siebenfache Gnadenquell der hl. Sakramente. Wir gleichen dem Rebzweig, bet vom Weinstock abgefchnitten ist. Um die Einheit und Einigkeit feiner Kirche hat Christus gebetet in dem wundervollen, wahrhaft gött­lichen, hobenpriesterlichen Gebete vor seinem Hingang zum Vater: „Aber ich bitte nicht für sie, di: Apostel, allein, fondern auch für diejenigen, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit wie du, Vater, in mit bift, und ich in dir bin, damit auch sie in uns eins eien". Die Wirkung dieses Gebetes zeigt sich so recht in unseren Tagen. Unter den zwölf Aposteln, welche mit Christus beim hl. Abendmahle saßen, war ein Ver­räter, aber unter den nach Tausenden zählenden Nach-