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Leitung

* fulüaer

schm Offizieren ergangen.

Ans llirche und Schule.

falls veröffentlichen.

Aus dem Nachbargebiete.

Vermi|d)te$.

Programm Xomolos wuroe in iinweiuiiitiiiuunci. . oewodnliche Rohheiten kunö zu geben, sogar way- Weise diskutiert. Prinzipielle Differenzen traten va- r‘cnb Tedeums im Dome konnte man das Pfeifen bei nicht zutage; die hie und da zutage getretenen u|,b yc^en unterlassen, was selbst liberale Vlät-

20 Fälle verzeichnet.

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Meinungsverschiedenheiten waren lediglich taktischer Natur, insofern die sog „Jungen" auf eine intensivere Beteiligung an dem aktiven politischen und sozialen Leben, aber gemäß den von allen anerkannten katho­lischen Grundsätzen, drängen. Dieser mehr christlich- demokratische Flügel war auf dem Kongreffe augen- scheinlich in der Majorität. Es war daher seitens der konservativeren Elemente ein Beweis praktischer Einsicht, daß sie einem Zusatz zu der Toniolo'schen Tagesordnung zustimmten, welche eine größere so­zialpolitische Initiative, eine vermehrte Einheitlichkeit der Organisation u. Antellnahme am modernen natio- nalm Leben verlangt. So wurden denn die demge­mäß vereinigten beiden Anträge einstimmig angenom­men Die Bedeutung dieser Abstimmung liegt einer­seits darin, daß der feste Wille besteht, unter Bermer- dung jedes Bruderstreitcs auf Grundlage der gemein­samen Prinzipien eine erweiterte Tätigkeit zu entfal­ten anderseits darin, daß die Tendenz, aktiv ins politische Leben einzutreten, immer deut­licher sich bemerkbar macht und kaum mehr Wrder-

Die Schaffung einer akti onsfähi gen Zen­trale hatte ein Referat Chici zum Gegenstand. Aus der intereffanten Diskussion ging hervor, daß man die Unione Popolare (Volksverein) zu einem Zentrum katholischer Propaganda und Kultur aus­gestalten will. Bezeichnend ist ein Ausspruch des Abg, Nava bei dieser Gelegenheit, der italienische So­zialismus nähere sich immer mehr der Regienmg, die

Neben dm öffentlichen Versammlungen liefen noch ständig Sektionssttzungen der einzelnen Ver­bände her, so des katholischen Jugendbundes (Gio- sentu Cattolica), der sich mit der Sorge für die Stu­denten und Schüler befaßt, der Frauensektion

(Unione fra le Donne Cattolie) u. a.

Die Tagung schloß mit einer imposanten Kund­gebung der Einheit, an der der Erzbischof von Mo- dma den größten Anteil hatte und wobei er Gegen­stand stürmischer Ovationen wurde. Der Präsident Crispoleti faßte die Hauptgedanken des Kongresses in klarer Uebersickt zusammen. Er wies darauf hin, daß der Gedanke an die päpstliche Autorität stets über den Arbeiten des Kongresses schwebte und erklärte, daß die italienischen Katholiken sich stets treu um den Papst scharen werden, denn auch das ita­lienische Staatswesen könne nur hierdurch in seinem Bestand gesichert werden In drei Punkten fließe die ganze Arbeit des Kongreffes zusammen: 1. Der Drang nach praktischer und zentral organisierter katho- lischer Arbeit, der vor allem die Jugend beseele; 2. ein deutliches katholisches Programm, das die Katholiken von anderen Parteien uüterlcheide- 3. die Rotwendig­kreit kräftiger sozialer Arbeit zur Hebung der Volks- maffen.

ter scharf tadeln. Doch dies kann den imposanten Ge- samtemdruck nicht beeinträchtigen und die besorgte Mahnung des liberalen Giornale d'Jtalia an die libe­rale Partei, mit tüchtiger Arbeit einzusetzen, zeigt dmtlich, daß auch die Gegner allmählich einsehen, daß sie mit der Organisation der Katholiken Italiens rechnen muffen. Möge daher dieser Kongreß ein Markstein für diese segensreiche Organisationsarbeit werden, die deuffchen Katholiken^weihen dazu ihren italienischen Brudern ihre treue Sympathie.

Regierung Hermes da Fonseea, das einigen porttigie- sischen Ordensleuten die Landung auf brasilianischem Boden versagte, protestierte der Kardinalerzbi- schof Alcoverde persönlich gegenüber dem Präsi­denten. Der Kardinal verwies auf die Erfolge der Jeluitm im Hinterlande von Brasilien und ihre un­bestreitbare nationale Gesinnung, die immer dem Lande Vorteile gebracht habe. Weiter stellte der Kardinal fest, Brasilien habe keineswegs genug Ordensleute, um Kultur und Kolonisation im Westen des Landes noch mehr auszubreiten. Der Erfolg der Schritte des Kar­dinals ist noch nicht bekannt.

das Verhalten der Katholiken bei den Wahlen sowohl zum Parlament wie zu kommu­nalen Körperschaften. Es wurde betont, daß in den Gemeinden einzusehm sei, um politischen Einfluß zu erlangen. Einhellig wurde eine Tagesordnung an­genommen, welche berlangt, die Wahlorganisation müsse den Bedürfnissen der einzelnen Gegenden und Provinzen sich anpassen und nach der Richtung der Betätigung an den Parlamentswahlen erweitert wer» den — wobei den einzelnen Wahlkreisen, die Wah­rung des chrfftlich-sozialen Programms vorausgesetzt, große Freiheit gelassen wird.

denlliches Kriegsgericht gesi. .. ..

Skandale sind auch schon einige Duellforderiinaen zwi

Walter."

Mit klopfendem Herzen hatte Mari, den Brief ge­öffnet, mit Tränen und Lächeln und höchster Verwun­derung las sie ihn. Sie wußte so wenig vom Wesen der Männer, daß die Art und Weise, in der Walter d-n Schlag hinnahm, der ihr Glück bedrohte, sie mit Staunen und Freude erfüllte. „Jetzt verstehe ich, warum wir grauen demütig zu den Männern auf- sehen", sagte sie zu sich selbst. „Sie wissen ihren Weg zu behmtpten und Widerstand ,u leisten, wäh­rend wir gehorchen, mag, was uns verlangt wird, recht oder unrecht sein. Welch ein Glück, daß ich einen Mann gefunden habe, der mich stützt, mich ar­mes, leichterschrecktes, nachgiebiges Wesen!"

So war sie denn für den Augenblick getröstet und nahm sich vor, gut und gehorsam zu bleiben, indes Walter den Kmnpf für ihre Liebe ausfocht Aber nur auf kurze Zeit vermögen Briefe die Sehnsucht eines grausam getrennten Liebespaares zu beftiedigen, und

bares Perlenkollier eingeschmuggelt hatte. Zoll und Strafe wurden erbarmungslos einkasiiert.

Freitag den 18. November 1910.

57. Jahrgang.

sprach findet.

Am dritten Tag beschäftigte sich der Kongreß to der Hauptsache mit den Berufsorganisatio­nen, worüber R e z z a r a referierte. Es zeigte sich auch hier wieder die Ueberlegenheit der „Jungen so­wohl in der Zahl wie in der Wirksamkeit ihrer Red­ner. Dabei wurde die technische Seite der Organi­sationen, die Lage der Arbeiterinnen in der Cam- , peigne, aktuelle Gesetzgebungsfragen u. a. m. weit­gehend erörtert Man einigte sich im Sinne reiner Arbeitcrverbände auf christlich-nicht- konfessianeller Grundlage

Die Verhandlungen des Wahlvereins (Uutone Elettorale) brachte eine allgemeine Aussprache über

* Burgsinn, 15. Nov. 1910. Der Sprudel, der sich bei Bohrungen nach Kali vor zwei Wochen uner­wartet aus "dem 318 Meter tiefen Bohrloch erhob, ist in der Tai ein Solesprudel. Er enthält unae-

ß Der italienische Katholikentag hat bom' 9.—13. November einschließlich in Mo­dena getagt

Ein allgemeiner Katholikentag im Sinne unserer oeutschen Tagungen ist der italienische nicht. ®enn e3 nehmen daran nur Mitglieder der vier großen ka­tholischen Verbände Italiens teil, die tzch allerdings als Träger der gesamten katholischen Aktion Italiens betrachten. Die Zahl der Kongreßteilnehmer mag etwa 3000 betragen haben, darunter auch einige hun- bert Damen. Bemerkenswert war die Anwesenheit einer Reihe von Parlammtsabgevrdneter. Zum Prä­sidenten der Versammlung wurde Marchese Cris- polti gewählt. Als Delegierter der deutschen^Ka- tholikenversammlung war Msgr. W e r t h m a n n-Frei-

* Mainz, 16. Roo. 1910. Bei den Stadl- v e r o r d n e I e n w a h 1 e n in Oppenheim fi rinnt « len von 773 Wahlberechtigten 591 ab. Gewählt

ihn wieder und wieder, und auch ihm traten dabei Tränen in die Augen und für den Moment sank ihm der Mut Dann aber faßte er sich und war durchaus nicht so willig, sich der väterlichen Autorität zu beu­gen wie die schüchterne Mary. Er schrieb ihr zu­rück:

„Geliebtes Herz!

Sorge Dich nicht um mich; solange Du mich liebst, gebe ich nichts verloren und werde natürlich Wider­stand leisten. Was meinen Vater anbetrifst, so bin ich eben damit beschäftigt, Kusine Julia mit Percy Fitz- roy zu verheiraten und den törichten Plänen des alten Herrn em Ende zu machen. In Bezug auf Deinen Vater verzweifle ich aber nicht daran, ihn umzusiim- men. Das Ganze, liebes Herz, ist nur eine kleine Schlappe, keine Niederlage. Welche Wacht der Erde kann uns trennen, wenn wir treu aneinander festhal­ten? Gott segne Dich, Geliebteste! Ich wußte nicht, daß Du mich so lieb hast, und Dein Vlies hat mir eine unvergängliche Zuversicht und nur vorübergehende Betrübnis gebracht. Verliere den Mut nicht, süßes Leben, es wird noch alles gut' In Dank, Hoffnung und Liebe bis zum Tode Dein

das werden Sie einsehen, sobald Sie mir Ihr Ver­trauen schenken, Bitte, erklären Sie sich deutlicher: wie ist's möglich, daß Sie Liebeskummer haben, wenn kein anderer Mann im Spiele ist?"

„Mary's Vater ist schuld: er hat unsere Liebe ent­deckt und verbietet ihr, mit mir zu verkehren "

Der Vater!" rief Julia in verächtlichem Tone; „weiter nichts! . . . Was liegt an einem Vater! Und wenn fünfzig Väter dagegen wären — haben sol­len Sie sich doch! Wenn sich's noch um einen Neben­buhler handelte!"

„Dann hätte ich mit ihm gesprochen und nicht mit Ihnen!" rief Walter und seine Augen blitzten.

„Nur ruhig, Walter! Da sich's weder um einen NebenbuAer, noch um eine Mutter handelt, sollen sie die Kleine haben, die wirklich ein süßes Geschöpf ist. — Wollen Sie mich als Bundesgenoffin annehmen? Wir Frauen sind in diesen Dingen klüger und geschick­ter als Männer und verstehen uns untereinander."

„O, Miß Clifford, wie gut von Ihnen!" rief Wal­ter. „Ihre Teilnahme, Ihre Hülfe sind ein großes Glück für uns"

.Gut so wollen wir mit den nötigen Erklärungen beginnen: haben Sie mit dem Vater des jungen Mäd­chens gesprochen?"

„Rein."

„Das ist das erste, was Sie zu tun haben. Lassen Sie unsere Pferde satteln; wir reiten augenbnckliH hinüber, und ich besuche Miß Bartley, während Sie zu dem Hausherrn gehen. Run baffen Sie aber auf: von dem Verbot an seine Tochter dürfen sie nichts wissen; Sie bitten vickmehr in aller Unbefangenheit um EÄmibnis, sich der jungen Dame nähern und um ihre Zimeigwig werben zu dürfen Während Sie dies mit dem alten Herrn verhandeln, nehme ich die junge Dame vor, und wir »erben uns in einer Schnellig­keit verständigen, von der ihr armen, langsamen Ge­schöpfe keine Ahnung habt."

„Wenigstens sehe ich vollkommen ein, daß ich in diesen Dingen, im Vergleich zu Ihnen, ein unerfah­renes Kind bin", sagte Walter. „Welche Entschlossen­heit, welch rasches Vorgehen!"

(Fortsetzung folgt.)

wartet.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen an den ersten Tagen ftanb das Referat des Profeffors T a n i o l o über die Lag e und Haltung der Katho­liken Italiens in der Gegenwart. Die pro- gmmmatischen Ausführungen faßte Toniolo, oer siüher Vorsitzender des Volksvereins (Unione Po­polore) war, zusammen unter den Gesichtspunkten: für die Altäre, für die christliche Kultur, für die so­ziale Reform und die Aufgabe des Staates. Das Programm Toniolos wurde in temperamentvoller

Leider fand dec Festzug zum Dome eine be­dauerliche Störung, da die kirchenfeindlichen und so- üalistischen Elemente Modenas es fertig brachten, jhrb Ecqenwart auf ihre Weile charakteristisch durch gewöhnliche Rohheiten kund zu geben. Sogar wäh-

Ausland.

** Die neuen HeWkn in Portugal. Der Just-.z- minificr erließ ein Dekret, wonach es beit Standes­beamten erlaubt ist. die Verehelichung eines katholischen Geistlichen in die smndesamt- lichen Register einzutragen. Bisher bestand mit Rück­sicht auf das Gebot des Eölibats iü der katholischen Kirche ein Verbot für eine solche Eintragung. -- Die Regierung verfügte die Eröffnung von 50 Schulen, die statt deS Religionsunterrichtes einen Moralunte r- licht haben Die Sch"'en werden hauptfächlich im Norden eröffnet, wo bisher ausgesprochen katholische Schulen fick befanden. — Ter Schiffslentnant Mi- rinya da Campos, der eine Rolle in bet Revolution spielt.', wurde druch Dekret zum Gouverneur aus den Azoren ernannt Der frühere Zahlmeister 2. Klaffe Machado, b:r ebenfalls zu den „Helden" der Revolu­tion gehört, war kürzlich ins Offizieckorps herüberge- nommen und zum Schiffslentnant befördert worden. „Wegen seiner hervorragenden Eignung" erfolgt nun schon wieder eine Beförderung und zwar zum Freaat- tenkapttän. — Gegen das Dekret der brasilianischen

auf Kali fortgesetzt.

t Hana», 17 Nov. 1910. Gestern abend kam es in der Schirnstraße zwischen 8 Ulanen und 5 Soldaten des Elsenbahnregiments zu einer Schlägerei, wo­bei ein Ulanen-Gesteiter einem Eisenbahner-Gefreiten und einem Pionier einen Schlag über den Kopf tesp. den rechten Unterarm versetzte. Die Streitenden wur­den von der Polizei nach der Hauptwache verbracht. Der mutige Ulan hatte, um nicht erkannt zu werden, die Gefreiten-Knöpse von dem Rock entfernt.

♦ granlsurt a M , 15. Nov 1910. Heute abend ocgcn 6 llht v Züchte der 21jährige Mechaniker Rettichncr leine Geliebte, das Dienstmädchrn Evntte Bertsch, titr-b zw ei Revolverschüsse zu töten, worauf er sich selbst zwei schwere Schnß- verletz'ingelt beibradjte. Beide wurden bewußtlos ns Kianken'wns aebracht.

regen L-«, —.....— . ..

den langen Kaiserbesach zurückzuführen ist Fann aber auch auf die eifrige Tätigkeit der Kurverwaltung die durch geschickte Ausgestaltung der Reklame und Schaf­fung beifällig aufgenommener Neuerungen zahlreiche Kurgäste hierher zu ziehen verstanden ha'. Gegen­wärtig sind alle Hoffnungen auf dir Quellenbehrnng gerichtet, die hier das Tagesgespräch bildet, obwohl die Stadtverwaltung alle darauf bezüglichen Nachrich­ten streng geheim hält. — Die Stadwerordnetenver- samnllvng beschloß, die K u r d i r e k t o r st e l l e für 1911 aus zu schreiben.

trotz der Räbe, in der Walter und Mary lebten, ka­men sie nie mehr zufammen. Bartley hatte seine Maß­regeln getroffen, hatte Mary befohlen, sich, wenn sie ausoing, van ihrem Kammermädchen, und wenn sie spazieren ritt, von: Reitknecht begleiten zu f aff en, und diese Beiden waren -wn ihm mit strengen Weisungen versehen. Sogar seine eigene Gesellschaft zwang er dem jungen Mädchen auf, obwohl das ihm selbst eine Pein war.

Unter dieser Beschränkung begann Mary's Gesund­heit ebenso zu leiden Ivie ihre Stimmung, und ihre blühende Gesichtsfarbe fing an zu erblassen. Auch Walter wurde bald nur noch durch seinen Zorn aus- recht erhalten, und Julia Clifford, der fein Gemüts­zustand nicht verborgen blieb, fragte eines Tages, was ihm auf dem Herzen läge.

„Nichts, wofür Sie sich interessieren würden", gab er unstcundlich zur Antwort.

„Bitte sehr", siel sie ein; „ich pflege mich ftir alles zu interessieren, was meinen Freunden Schmerz oder Sorge macht, und als Freund haben Sie sich gegen mich benommen*

„Wie gut von Ihnen, es so anzufchen! Ja, Sie haben recht ... ich 6in unglücklich, habe Liebes­kummer."

„Um das junge, hübsche Mädchen etwa, die ich auf einem Spazierritt kennen gelernt habe,"

„Ja ,um sie."

„Ein hübsches Mädchen."

„Ein Engel, Miß Clifford!"

„Nun ja, Engel sind wir alle, bis man uns auf die Sprünge kommt Wer ist der Schuldige?"

„Welcher Schuldige?"

„Der Mann, den sie meinem guten Walter vor­zieht. Eine Züchtigung mit der Reitpeitsche hätte Ihr Liebling verdient."

„Besten Dank, Miß Clifford! Aber bis jetzt hat sie Ihrem guten Walter keinen anderen vorgezogen, ob­wohl ich nicht wert bin, ihr die Schuhriemen zu lösen. Rein, wir lieben uns von ganzem Herzen."

Gut deswegen brauchen Sie doch nicht so heftig auf "mich losznfahren! Ich bin Ihre treue Freundin,

(Ein gefährliches Geheimnis.

27] Roman in zwei Bänden von Charles R cad e.

Sie verlebten ein paar glückliche Stunden, dann fuhr Walt« feine schöne Kusine wieder nach Haus und Beide waren in fröhlichster Stimmung. Bei sei­ner Ankunft aber sand der junge Mann solgendes Bil- let von Mary Barttey:

„Lieb«, lieber Walter!

schreibe mit blutendem Herzen, um Dir zu sagen daß Papa unsere Zuneigung entdeckt hat. Er ist zu meiner tiefen BettÜbnis sehr unzufrieden damit, und er hat mir verboten. Deine Liebe, d>e mir teurer ist als alles in der Welt, zu ermutigen Es ist hart, grausam, aber ich muß gehorchen, und >4 hasse, lie­ber Walter, daß Du mir den Gehorsam mcht zuschwer machst. Aber bitte, bitte, sei nicht so unglücklich, wie ich es bin! Papa sagt, er hätte seine Grunde; welcher Art sie sind, hat er mir aber nicht erklärt. Rur daß Dein Vater andere Heiratspläne für Dich hätte, sagte er noch. Was können wir tun, wenn beide Väter ge­gen uns sind! — Bitte, verzeih mir den Schmerz, den ich Dir machen muß, und bedenke, daß ich nicht weni- ger zu leiden habe. Du warst meine Welt . . nun ist mir das ganze Leben öde und widerwättig. Welch ein Umschwung in einem einzigen Tage! Wie un­glücklich find wir Armen! Aber es kann doch nicht für immer sein, wenn Du mir treu bleibst, so weißt Du, daß auch ich es bleibdn werde. Ich wäre nicht imstande, van Dir zu lassen! Ach, Walter, wer mir gesagt hätte, als ich Dir die Versicherung gab, daß ich geduldig fein und warten wolle, wie bald ich genötigt fein würde, mich darin zu üben! — Ich kann vor Tränen nicht mehr schreiben, kann nichts mchr tun als meinen, seit Papa so grausam war; aber ich muß gehorchen!

Deine Dich liebende, tiefbetrübte

Mary.?

Dieser Brief war cm Schlag aufs Herz für den armen Walter; er ging damit in sein Zimmer, las

wurden Dietz (Forlschr. Volk-p.). Jmigleun (nallib.), Bayer (nallib.), Hertz (Forischr. Lolksp.), Sandel (Ar.) und Münnich (natlib.).

Ms Kassel, 17. Nov. 1910. Um seinen gan­zen sauer erworbenen Arbeitslohn ge­bracht wurde hier gestern ein armer ausländischer Erdarbeiter aus dem Polnischen, ein verheirateter Mann welcher für feine in dürftigen Verhältmsten zu­rückgebliebene Frau und Kinder forgen muß. Er war im Frühjahr nach Kassel gekommen, hatte hier iw Dienste eines Bauunternehmers bei Brucken b auten se­ist noch Mchl oeranni. ; arbeitet, gekargt und gedarbt und sich im Laufe der

* An de» durch griechische Offiziere begangenen ®tolT£fe..ct?“ 2,(1: seinem"!-erschloffenen^ Koffer ««■**• M "»MSrtü; • SÄ «t3« d-n>ch»n J ___- . ► . c • . r___- AMftotrofPtt hl PF-

Rfcuorresand bewährte

NsiiFang-

Die Kinder getleiasii vorzüglich dsim;

tu leiden nicM btt

VsrtaingssförBtg.

* Homburg a. d. H., 17 Rov. 1910. Das dies­jährige Kurergebnis darf als im ^allgemeinen zufriedenstellend bezeichnet werden ~

2. Blatt.

Druck uni Verlag der Sulbcer RctieiidruckerU in Mda

^Uschiede- Politiker beteiligt. Der , m seiner Wohnu^ J» .

Beginn der Defraudationen geht auf die Zeit zurück, sollte die Rudkeffe m dw f ° « Schrecken

als Theotokis Ministerpräsident und Kriegsmini- den. »« beschrebt jta ^rgen

fter war In den letzten Tagen sind nueoerum einige .des. ehrlichen braven wrannev, , » 1 öeröxiürten

Offiziere verhaftet worden. Die öffentliche Meinung seine Wohnung betritt und I'' L

dsSund w« '•WääÄCImÄ Kriegsministerium, General Zorbas, vor ein anßeror- , den sieht. , s> bickweiier in der Nacht vorher *«&-. UMOW »»“'!>■ ‘Ä; w »cm«

während der Nacht oder der frühen Morgenstunden gewaltsam erbrochen hatte und sodann m,t emem Raube schleunigst -- hi« gefluchtet war. Ver­brecher muß sehr wahrscheinlich Kenntnis von dem m Aiikbewnbrunasorte des Geldes gehabt haben. er * Tie Missionen in Inf r.r. I «tf der letzten B i- ^ ^m TE vorher zu der Zimmerwlrtin gekommen, s ch o s s k o n f e re n z in F u l d a haben die dortper- > eme^ ber Frau bekannten hiesigen Stel-

sarnrnelten Erzbischöfe und Bischöfe einen Hirtenbrief ^^rrnitller berufen und um Unterkunft für Vie Nacht über die Missionen in Japan beschlossen, der m der; , ten da er am andern Tage eine neue Stelle hier „Germ." jetzt veröffentlicht wird. ' In den Kirchen ge-; finnebm’en wolle. Nachdem er in der Frühe Kaffee langt der Hirtenbrief am 1. Adventssonntag zur ^er= > „trunken hatte, war er unter einem Vorwande ftrtge- lesung, worauf am 2. Adventssonntag eine Kirchenkol- j ohne Logis und Zeche zu bezahlen. Der

lekte für die Missionen in Japan erfolgt. Sobald der ' Verbrecher trug die übliche Kleidung der Hirtenbrief verlesen worden ist, werden wir ihn eben- <^^hschweizer, dazu grünen Hut mit Feder und war falls veröffentlichen. etrcci dreißig Jahre alt. Man nimmt an daß er so-

----------------- ------ """" fort mit der Eisenbahn das Weite gesucht hat, um feinen Raub in Sicherheit zu bringen

* Der Zucker wirb billiger. Sine tfraiitfurter m oer. L.M wi ©uitpiuun. ----- , Großfirma machte den Anfang mit dem Preisabsch ag.

führ ebenfoviet Kochsalz wie der Solbrunnen in Bad ; $er «rci§ gir,g um volle 16 Prozent zurück, todatz das Soden und liefert etwa 6—7 Sek.-Lt. Nach dem st^'t der bisherigen 30 Pfennige jetzt nur »och Berggesetz hat auf die Ausbeutung eines ,olchcn ^mnig kostet Der starke Preisrückgang hat seine

Solsprudels in erster Linie der Staat Anspruch Vo- ,n btc sehr reichen Zuckerernte

rige Woche hat ein von der Regierung abgecrimetcr , * Spende des Fürstbffchofö Kardinal Uopp

Sachverständiger den Sprudel besichtigt. Es wird ' $reglau an die Spandauer P o l i z e i- uun abzuwarten fein, wie sich der neue Sprudel wer- i sch u tz m an n'f ch af t. Bei der vor kurzem eisolgten tcchin verhält. Einstweilen werden die Bohrungen Ewwe'hung der neuen Kirche zu Spandau ist trotz r 1 der nicht unerheblichen Veranstaltung infolge der wohl-

disziplinierten Haltung der Schutzleute alles glatt.ver­laufen In Anerkennung deflen, hat Kardinal Kopp, unter die Spandauer Schutzmannschaft eine Gabe im Betrage von 300 Mark verteilen lassen.

* Das Kurhaus Höchenschwand (Breisgau) vas eine Aussicht nach der ganzen Schweizer Alpenkette bot, ist nachts gänzlich abgebrannt.

* Ein orkanartiger Schneestrmn hauste im südlichen Norwegen und verursachte eine große Anzahl Ver­kehrsstörungen. Zahlreiche Telegraphen- und Tele­phonlinien find unterbrochen. Ans verschiedenen Elsen- bahnstreckeii mußte der Verkehr teils vollständig einge­stellt werden, teils konnte er nur mit erheblichen Ver­spätungen durch geführt werden. Längs der Küste haben fich zahlreiche Schiffsiinsälle ereignet.

* Die Cholera dauert in Konstantinopel mit unveränderter Stärke sott. Täglich werden über

bürg i. Br erschienen.

Die Verhandlungen standen ausnahmslos unter dem Gesichtspunkt der Anhänglichkeit an den des öffentlichen Lebens. Die Treue gegen den hl. Vater und die katholische Kirche fand wieder­holt Ausdruck in geradezu stürmischen Kundgebungen, die fich an die Ansprache der anwesenden Bischöfe und vor allem an di- Verlesung eines Glaubensbe­kenntnisses anschlossen, in dem erklärt wird, der Kon­greß wolle nur katholisch sein und nichts anderes, da­her nur das annehmen, was in Uebereinstimmung mit dem kirchlichen Lehramte steht. Die Teilnahme- an den Arbeiten, besonders der Sektionen, war außer­ordentlich lebhaft, wobei natürlich in anbetracht des lebhaften italienischen Temperaments Zusammenstöße nicht zu vermeiden waren. Von einer bewußten Auf­lehnung der Jungen gegen die Men und gegen die kirchliche Autorität, worüber liberale Korrespondenten die Welt voll posaunen, konnten unbefangene Bericht­erstatter nichts bemerken. Ein Huldigungstelegramm an den hl. Vater wurde von diesem mit dem Wunsch für ein gedeihliches Arbeiten des Kongresses beant-