37. Jahrgang.
Fulda, Dienstag den 15. November 1910
Erstes Blatt
262.
Deutsches Reich
uidaer S
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kratie kämpfen. _ - , . . . m .
Nach dem Muster von Kassel wurde keine Resolution aefaßt, sondern an deren Stelle der Betfall zu dem Referat des Parteiführers gesetzt. In der Diskussion wagte sich nur eine Stimme mit einem eigenen Gedanken hervor, und diese abweichende Meinung ging auch nicht weiter, als bis zu der Empfehlung, bei den Verhandlungen mit den Konservativen lieber eine eiwas freundlichere Form zu wahren, um sich konservative Hilfsstimmen bei den Reichstagswahlen lohne GegenleistungI nicht zu verscherzen. Dieser Freund der Höflichkeit kam aber schlecht an; nach allseitigem Widerspruch gegen das allerkleinste Zugeständnis an die Sammlung der staatslreuen Parteien verzichtete er au
dm als ginge ihnen das bekannte Mühlrad im Kopfe herum Wenn die Leute doch nur ein wenig Geduld haben möchten! Was in Rom verhandelt worden ist, wird, soweit es die Oeffentlichkeit angeht, sicher rechtzeitig verlautbart werden; es soll ja auch gar kein Geheimnis bleiben. Jnzwischm verlohnt es sich nicht, dm widersprechenden Meldungen im etnzelnm nach-
Kirche zurückgekehrt. Hutin hatte entgegen dem Verbot des Papstes in seiner Gemeinde Culey einen Kultusverein gegründet, entsprechend den Gesetzen über die Trennung von Staat und Kirche. Er hat nunmehr vor dem Bischof von Verdun Abbitte geleistet.
manchem gepaßt haben. Aber es geschah nichts bet’ gleichen. Im Gegenteil: Zentrum, Volksverein und christliche Gewerkschaften üben ungehindert in voller Freiheit ihre bedeutungsvolle Wirksamkeit aus und es ist als feststehend zu erachten, daß von all den düsteren Prophezeiungen keine sich verwirklichen wird. Neuerdings wird mm in der auf Sensation bedachten liberalen Presse die Romretse des Herrn Kardinals und Erzbischofs von Köln abgewandett! WaS von da alles zufammenphantastett wird, geht auf keine 1 Wie in einem Kaleidoskop wechseln die
täglich mit Ausnahme bet $eu» u.tdZrtertage.viertel- jShrltcherVerirgrpreis -hne «ringrriohn und tzesteAgeld in Fulda so- nie auswärts 1-50 Ult
Wegen des Feiertags wird die nächste Nummer der ,Fuldaer Zeitung erst am Donnerstag ausgegeben.
H »rantw. Redakteuri «ar» Schütte- woch-nbei-age: „M'strierte SomttagsyW
Bahnhofe. 4 Uhr 16 Mm. lief der Hofzug m Frankfurt-Süd ein, wo zwei neue Maschinen vorgespannt wurden. Polizeipräsident Scherenberg wurde im Salonwagen vom Zarenpaar empfangen, hierauf der russische Generalkon'ul v. Baumgarten und der Vizekonsul Schleiffer. Gegen 4*/» Uhr fuhr
nicht rechnen darf. v ,
Es muß noch hervorgehoben werden, daß nach einer Mitteilung des Herrn Rebmann Herr Bassermann, der Führer der nahonalltbetalen Gesamtpartei, ausdrücklich seine Zustimmung dazu gegeben hat, die Kampfstellung gegen das Zentrum unbedingt beizubehalten und das Kompromtßangebot 'der konservativen Partei abzuweisen.
Der Parteitag wirkt klärend und das tft gut.
zugehen. .
* Die Juden im deutschen Heere. In emer Versammlung, die vom Zentralverband der Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin einberusen worden war, befaßte man sich mit der Stellung der Juden im deutschen Heere. Justizrat Gorwrtz erklärte es für eine Verunglimpfung, daß tue Juden wegen ihres Glaubens vom aktiven und vom Re- serveossizierstand ausgeschlossen würden. Nur tn Bauem würden jüdische Emjährtge wenigstens Reserveoffiziere, in Preußen seit 1885 auch das nicht einmal mehr. Der Abg. Cassel führte aus, es handle sich um die Ehre des gesamten Judentums, und schloß mit der Bemerkung, daß die Zurücksetzung der Juden im Heere eine Folge der antisemitischen Propaganda fei. Die Zurücksetzung werde nicht nur gegen die jüdischen Einährigen, sondern auch gegen die jüdischen Mannschaften angewandt. Einstimmig nahm bann die Versammlung einen Beschlußantrag an, in dem sie Widerspruch gegen d,e Fortdauer dieses Zustandes erhebt und den Vorsitzenden be- auftragt, den Beschluß zur Kenntnis des Reichskanzlers, des Militärkabinetts, des preußischen Kriegsministers und der Mitglieder des deutschen Reichstages zu bringen.
(1 Die Hakatisten haben soeben m Berlin die Hauptversammlung ihres deutschen Ostmarkenverems abgehalten. Seit dem Tode des früheren Vorsitzen- den und Begründers des Vereins, Rennemann, sind frischere Kräfte an der Arbeit, die dem jetzigen Vorsitzenden und Mitbegründer Major v. Tiedemann die Arbeit abzunehmen bestrebt sind. D.e Mitgliederzahl Ende 1909 betrug 50500 gegenüber 48800 im Vorjahr. In der Frage der Polenenteignung schlug man lautere Tone an. So wurde einleitend betont:
*♦ Den Wettlauf um die größten Kriegsschiffe macht auch Frankreich nach wie vor munter mit. Die Regierung beabsichtigt, ebenso wie tm laufenden Jahre auch int Jahre 1911 die Kiellegung zwet.r Dreadnoughts zu beginnen und zu diesem Zweck für den Fall, daß das Marineprogramm nicht recht- zeitig erledigt werde, zu entsprechenden Bestimmungen des Finanzgesetzes ihre Zuflucht zu nehmen. Man glaubt, daß sich die zuständigen Marinebehorden, die demnächst die Frage zu prüfen haben, für den 23 000 Tonnentyp mit zehn 34 Zentimeter-Geichutzen in fünf Panzertürmen in der Längsachse aussprechen werden. — 34 Zentimetergeschütze sind bisher von 'einet Macht erreicht worden.
Zu der spanischen Kammer erklärte der Sozialistenführer Pablo Iglesias, die S o z i a l i ft en hätten ich mit denRepublikanern vereinigt, besonders ;U dem Zweck, die Monarchie zu stürzen.
*♦ Die englische Berfassungskrisis. Das irische Volk wendet sich jetzt um materielle Unterstützung ür den Kampf um seine Rechte an die Vereinigten Staaten von Amerika, wo Tausende seiner Sohne sich geachtete Stellungen errungen haben. Zu dem Zweck hat sich auch der icksche Nationalistenführer Redmond nach den Vereinigten Staaten begeben, von wo er am Samstag abend wieder zurückgekehtt ist. Es wurde ihm ein so glänzender Empfang bereitet wie er seit der Rückkehr Parnells aus Amerika im Jahre 1880 nicht mehr vorgekommen ist. Als sein Dampfer gesichtet wurde, lodetten Freudenfeuer auf den Höhen längs der ganzen Küste empor bis nach Queenstown. Salutschüsse wurden abgefeuett und Raketen stiegen auf Bei seiner Landung in Queenstown ertlarte Redmond, die Wärme seines Empfangs in Amerika sei unvergleichlich gewesen. Die Summen, die er durch Sammellisten für die irische Sache erhalten habe, beliefen sich auf 200 000 Dollar. In Cork und Dublin wurde Redmond von einer gewaltigen Menschenmenge zum Hotel geleitet. Auf den Zwischenstationen waren zahlreiche Anhänger des Parteiführers erschienen, die ihn begeistert begrüßten und ihm Adressen überreichten. Redmond erklärte in seinen Ansprachen, die Er- eignssse nähmen eine Entwicklung, die den Triumph der Homerule (Selbstverwaltung) sichere. Er gehe nach London, um von den englischen Parteien in ihrer schwierigen Lage die besten Bedingungen zu erlangen, die möglich seien. Der gegenwärtige Kampf der Parteien untereinander gewähre Irland eine unvergleich liche Gelegenheit und könne nur mit der schleunigen Beseitigung des einzigen Hindernisses für die Errichtung eines irischen Parlaments enden. Auch dem irischen Nationalistenführer O'C o n- nor, der soeben von einer politischen Reise noch Kanada zurückgekehtt ist, wurde von den in London lebenden Iren eine begeistette Kundgebung dargebracht. O'Connor erfiärte, Amerika sei bereit, die Besirebun- gen der Iren zu unterstützen. — Mehrere konservative Zeitungen erheben seit dem Scheitern der Veto- konferenz heftige Vorwürfe gegen das Kabinett, daß es von der irischen Unterstützung abhängig sei. Nicht nur England allein, sondern das ganze britische Reich sei einer unerhörten Beschämung und Gefahr ausgesetzt durch feen Versuch, die britisch' Verfassung mit amettkanischem Gelde zu zertrümmern — Nach seiner Rückkehr aus Sandringham reifte bei Ministerpräsident Asquith am Samstag unverzüg lich nach feinem Landsitz in Bnckinghamshire ab, un erst am Montag wieder in London einzutreffen. Eir Ministerrat kurz vor der Parlamentseröfsnunk wird die Entscheidung über die innerpolitische Krisis bttngen. Konservative wie Liberale sind bereits zum Wahlkampf fertig und auch Iren und Sozialisten erhoffen neue Siege.
** Der Plan einer Eisenbahn quer durch Persien, vom Kaukasus bis Belubschistan, hat nach einer Petersburger Meldung eine russische Banlengruppe, die über 35 Mill. Pfund verfügt, ausgearbeitet. Der Plan wird vom Ministerpräfidenten und vom Ver- kehrsminister warm unterstützt. Man versucht auch, England für das Projekt zu gewinnen.
* Em neuer Jameson-Streich. Die „Zentral- News" bringen eine seltsame Geschichte aus Johan. ; nesburg (Südafrika), die eine auffallende Aehn- , lichkeit mit dem 1896 von Jameson unternommenen ' Einfall in Transvaal hat Rach dem genannten , Blatte organisierten eine Anzahl Bürger von Johan- , nesburg ehemalige Soldaten, eine Bande von 500 Mann um während der portugiesischen Revolution die Delagoabei zu überfallen, einzunehmen, und als britische Besitzung zu erklären. Wer hinter dem Plan stand, ist unbekannt. Die ersten Schritt waren bereits unternommen, dann traten jedoch Hin dernisse ein. Die Bande wollte sich vom Randgebie mit der Bahn derDelagoabai nähern, die Tele phondrähte durchschneiden und mit Maschinengewehren die Stadt einnehmen. Das Motiv des Planes soll ein angebliches Gerücht von Deutschlands Absicht gewesen sein, die portugiesische Kolonie einzunehmen. Die Engländer wollten durch den Gewalistteich den Deutschen zuvorkommen. — Die Glaubwürdigkeit die. ser Meldung ist nicht so ohne weiteres zu bezweifeln. Die Dckagoabai, der beste Hafen im südöstlichen Afrika, sticht den Engländern schon lange in die Augen, und es ist begannt, daß sie alles daran setzen, ihre südafrikanischen Besitzungen bis ans Meer auszudehnen. Daß man habet Deutschland als Popanz benutzt und uns dabei der Annexionsgelüste zeiht, die man selbst hegt, ensspricht durchaus der politischen Taktik gewisser englischer Kreise. Die Oberherrschaft über die Delagoabai übt Portugal aus.__
* Die B«n-esgenosien der Roten im Musterländle.
Die badischen Nationalliberalen halten trotz der von der badischen Regierung arsge- gebenen Sammlungsparole an ihrer G^sMvckpoutir fest. Die Lmidesversammlung der bad. Nationallwe- ralen lehnte am Sonntag in Karlsruhe entschieden die von der Regiemng vorgeschlagene Sammlungspolitik der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie ab und sprach sich für ein Zusammengehen mit den Linksliberalen gegen Zentrum und Konservative aus. Der Fraktionsvorfitzende, Oberschulrat Rebmann, erfiärte u. a.: m m ..
Wir weisen dir vom Reichskanzler v. Bethmann- Hollweg ausgegebene S am m lu n g s p aro l e z ur ü ck Man will den Groll des deutschen BolkeS über bte Reichsfinanzreform ablenken. Rein, das wollen wir nicht und das tun wir nicht! (Stürmischer Beifall.) Die großherzoglich badische Regierung empfiehlt uns für die kommenden Reichstagswahl ein Zusammengehen aller bürgerlichen Parteien zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. (Lachen.) Das können wir nicht machen. (Stürmischer Beifall.) Wir können es nid t tun, auch nicht auf den wohlwollenden Rat der großherzoglich badischen Regierung. (Minutenlanger stürmischer Beifall.) Es hieße die Natur unserer Partei verleugnen, wollten wir ein Zusammengehen mit dem Zentrum irgendwie empfehlen. (Allseitige Zustimmung^ Der Angelpunkt, um den sich bei uns alles dreht, rst der Kampf gegen das Zentrum. (Lebhafter Beifall.) Solange die konservative Partei in Baden tu dieser engen Verbindung mit dem Zentrum sich befindet und sich daran hält, solange kann von einem Zusammengehen nicht die Siede fein. (Stürmischer Beifall.) Auch wenn wir beschließen würden, mit dem Zentrum ober mit den Konservativen zusammenzugehen, wir brauchten diesen Beschluß nur vor die Wähler zu bringen, um unser Schicksal zu rufen. (Sehr richtig!) Die Wähler würden uns glattweg die Heeresfolge verweigern. Unsere Partei hätte dann einen unheilbaren Riß zu verzeichnen. (Sehr richtig!) Die Sammlungs- politik wäre also für uns Selbstmord und würde nur dazu dienen, das Zentrum und die Konser- vatwen in ihrer S4ellung zu befestigen, die sie heute gegen gutes Recht im Reiche besitzen! Wir stellen als einmütigen Willen fest, daß es zum Wesen der natto- nationaUiberalen Partei gehört, das Z e n t r u m z u bekämpfe n. (Erneuter lebhafter Beifall.).— Schandenhalber mutzte doch der Redner ein wenig Gegensatz gegen die Sozialdemokraten markieren und sagte, die badischeii Nationalliberalen würden in der Reich»- polilik gegen die „unheilvolle" Partei der Sozialdemo-
♦ Ter 10. ungarische Katholikentag in Budapest, bet am Sonntag begann, beschloß u. a.: einen Protest gegen die Rede des Bürgermeisters Nathan und ein Huldigungstelegramm an den heil. Vater.
♦♦ Abbe Hutin, einer der wenigen Geistlichen, die sich dem französischen Trennungsgesetz unterworfen hatten, ist wieder zur katholischen
seine Anregung.
Wenn die Bundesgenossen der badischen Sozialdemokratie so nebenbei sagen, daß sie in der Reichs- poliiit die Sozialdemokratie „betäm pfen* wollen, so wird wohl jeder denkfähige Reichsbürger bis in die badischen Hofkreise hinauf diese „politische Heuchelet' (ein Bismarck'scher Ausdruck!) durch- schauen. Herr Rebmann erklärte unter allseitigem Beifall, es ginge „gegen die Natur' der national- liberalen Partei, mit dem Zentrum irgendwie ^usanimenzugehen. Schön, wir nehmen Akt von diesem Kennzeichen der nationalliberalen „Statur*. Es geht nun aber, wie bte neuere Geschichte beweist, nicht gegen bie Natur betnationalliberalenPartei, mit der umstürzlerischen Sozialdemokratie nicht bloß ein Wahl- und Präsidial-, sondern auch ein Arbeitsbündnis einzugehen. Auch dieses Kennzeichen der nationalliberalen Natur ist zur gef. Kenntnis zu nehmen.
Nach der Programmrede von Karlsruhe braucht die Sozialdemokratie sich wegen den Heuchelphrasen über den Kampf gegen bie Sozialdemokratie bei ben Reichstagswahlen" nicht bie geringste Sorge zu machen. Die bortigen Nationalliberalen werden schon das ihrige tun, daß möglichst viel Umsturzkandidaten gegen die Zentrums- und konservativen Kandidaten durchkommen. ...
Auch die liberalen Beamten werden babet sein. In dieser Beziehung wars seht bezeichnend, wie ber Parteiführer Rebmann mit dem mehrfach von uns erörterten Samwlungsarttkel der badischen Regierung unb ber (beförbemben!) Versetzung bes Großplockpropheten Arnsberger abfand: Darum keine Besorgnis und keine Feindschaft mcht. Minister v. Bodmann ist durch und durch liberal, er nm» ber Rebmann'schen Politik keine Schwierigkeiten machen, bie scheinbaren Zugeständnisse an bte Berliner Sammlungspolitik braucht man mcht ernst zu nehmen! „wir' (bie nationalliberale Partei) müssen Minister von Bobmann schützen, sowest eS tn un, ferer Macht steht — Daraus kann ber Reichskanzler deutlich genug ersehen, baß er bei feinen Bestrebungen zur Abwehr ber Sozialdemokratie und zur i Bildung einer positiven Mehrheit auf bte Hilfe ber badifchen Regierung unb ber badischen Beamtenschaft
Aus Airche uud Schule.
(.) Fulda, 15. Nov. 1910. Gestern nahm ber Hochw. Herr Bischof im Mutterhause ber Barmherzigen Sckwesternbie feierliche Einkleidung
In den letzten Wochen ist die öffentliche Meinung bcfoi berS erregt worben, als bekannt wurde, daß von Mitte April vis September d. IS. 50000 Morgen deutschen Landes in polnische Hände übergegcmgen seien. Die Polen haben längst erkannt, daß, wer den Boden besitzt, auch die Macht in Händen hat, und gehen des- halb zielbewußt vor. Der leitende Staatsmann hat wiederbolt erklärt, daß er fest auf dem Boden der
r Serif», 14. Nov. 1910. Das Kronprinzen- paar hat auf der Fahrt nach Ostasien Englisch- Aden, den Hafen am südlichen Ausgange des Roten Meeres, passiert. — Der frühere Retchstagsabg. Schack ist nach Blättermeldungen jetzt wieder hergestellt. - Staatssekretär a. D. Dem bürg hat dem er°vorher^in Pellng^vom"Prmzregent'en von I da alles zusammenphantastert wird geht aus reute lint” **"
oberp arrer des Garbekorps Dr. Lem^ Astgre am v unterliegt'. Von ben Verhandlungen,
ihr Vaterunser beten*.
♦ Born Abg. Müller-Fulda behauptet die nationalliberale Wiesbadener Zeitung und ähnlich die Köln. Ztg., daß er sich als eifriger Patron bet S oztalbe» mokratie unvergänglichen Ruhm erworben habe, inbem er 1907 bie beiden Wahlkreise Wiesbaden und Hanau in bie Hände ber Sozialdemokraten gespielt habe. Zum Beweise dafür weist es auf das von Muller-Fulda unterzeichnete Flugblatt hin, welches für bie Stichwahl im Wahlkreise Wiesbaden-Rhemgau (indem es auf bte Möglichkeit eines neuen Kulturkampfes hinwies) bie Parole auSgab: Keine Stimme feen Liberalen! eine Parole, die sich übrigens mit der offiziellen Zentrumsparole auf Stimmenthaltung wohl in Einklang bringen läßt. Der Inhalt des Flugblattes kam nun ben unschuldigen Nationalliberalen wie die „Wiesbadener Ztg" verrät, so ungeheuerlich vor (eine bürgerliche Partei wollte feie Nationalliberalen nicht unterstützen) daß fle, feie sich ihres ähnlichen Ver-. haltens in vielen Fällen, unb sogar in Wiesbaden selbst, nicht mchr entsinnm konnten, natürlich an eme Fälschung, an einen Mißbrauch des Namens des Abgeordneten Müller-Fulda glaubten. Dieses Geständnis zeigt, daß bie Nationalliberalen von bem Zentrum sogar noch besser dachten, als von ihrer eigenen Partei, was doch bei ben Nationalliberalen sicher viel bedeuten will. Denn, so führt ein Wiesbadener Mitarbeiter . in ber „Köln. Vlksztg* aus, was der Abg Muller- l Fulda hier im Flugblatt tat, bas hatten ihm die , Nationalliberalen in Wiesbaden schon i e'nige Jahre vorher vorgemacht. Alses - nämlich im Jahre 1901 bei ber Ersatzwahl in Wies- baden-Rheingau zur Sttchwahl zwischen bem Freisinnigen Volksparteller Dr. Crüger unb dem Sozialdemokraten Dr. Quark kam, l e h n t e n die Rationalliberalen es in einem Ausruf an bie Wähler strikte ab, dm freisinnigen Kanbidaten gegen bie Sozialdemokratie zu unterstützen, unb btefer Beschluß war mit allen gegen nur eine Stimme ber Vertrauensmänner gefaßt worden. „Nicht unüberlegt unb leichten Herzens, sondern in bem vollen Bewußtsein seiner Tragweite ist dieser Beschluß gefaßt,* sagte bie nationalilberale Partei, die natürlich bie Verantwortung für eine eventuelle Wahl des Sozialdemokraten ablehnte. Unterzeichnet ist ber Aufruf von bem Vorstände des nationalliberalen Wahlvereins unb trägt bie Unterschrift des derzeitigen Vorsitzenden bet nationalliberalen Partei im zweiten nassauischen Reichstagswahlkreis, nämlich feie des Justizrats Fritz Siebert. Wenn nach solchen Vorgängen in der eigenen Partei die Nationalilberalen es gar nicht । mieutmuu. ----- -- >->-—- -
für möglich hielten, daß das Zentrum bei der Bülowschen Polenpolitik stche. Der Kampf ist noch Stichwahl Misch-» und National-
liberalen, welcher ein beispielloser Wahlkampf mit dem ^ wervem wir siegen müssen!' ausgesprochenen Zwecke, das Zentrum zu vernichten, ""den siegen, wen rott pegen mune
b«eickmend „Der Gesamtausschuß hält es für bringend ge-
V ffine SBieberaitfaatau im Disziplinarverfahren boten, daß mit ber Anwendung des Gesetzes vom 20.
gierung hat diese Bestrebungen, so gerecht sie an Bevölkerung des Ostens in die sichere und stetige Fort- sich wären, immer schroffen Widerstand entgegen» rghtuni, nnserer Polenpolitik wieder gefestet werde, gebracht, einmal aus Gründen der Disziplin, bann Der Gesamtausschuß richtet ferner wiederholt an die aber auch, weil die Stellung, ans der ein Beamter königliche ®taat§regierung_ die dringende Bitte, noch i, B. entlassen worden war, inzwischen neu besetzt in der nächsten Landtagssession die seit langem erwartete sein mußte, so daß die Wiedereinsetzung in sein Gesetzesvorlage einzudringen, welche b'e Guterteilung alles Amt nicht gut möglich sein würde. Die Be- 'm Osten von der Zustlmmnng der kömgl'chen Behörde strebungen zur Förderung des Rechtes, die diesen abhängig macht.
Ansichten der Regierung zuwiderlaufen, haben nun Auf deutsch: B sher war alles für bte Katz, aber anscheinend doch einen Erfolg gehabt; denn wenn es nicht geradezu das ^Sentt'l von dem er. soeben wird berichtet, daß eine bezügliche Vorlage reichte, was erstrebt wurde nämlich eme Stärkung in Gestalt einer Novelle zum Reichsbeamtengesetz der Polen. Lebhaft erregte man sich auch gegen dem Reichstage in der nächsten Session zugehen soll, das Reichstagswahlrecht und ferne etwaige fieber-
)( Die Darlehen der LandeLverfichernngkanstalteu I Tagung aus Preußen L^ä^nSenDereK^ der Invalidenversicherung an Baugenossenschaften, tu™ n“r (Hnffnü verloren feit die Regie-
schreiben gerichtet, in dem sie aufgefordert, wurden, können.
bei Gewährung von Darlehen in allen Fällen eine ** Frankfurt a. M., 14. Nov.
Verzinsung von mindestens 3»,» Prozent Zarenpaar nut den Krndmt hat Henle von zu erzielen. Von dieser Maßnahme werden auch Engelsdach bet Darmstadt aus bte Heimreise die Darlehen für gemeinnützige Zwecke, namentlich nach Rußland angetreten. Das grogherzogliche die zur Errichtung billiger Arbeiterwohnungen her- Paar und Prinz und Prinzessin Heinnch von gegebenen Darlehen, betroffen. Es wird betont, Preußen verabschiedeten sich aufs herzlichste am eine unzureichende Verzinsung der angesammelten A 1R TO»«- b,f het ftohuo tn
Kapitalien müßte durch eine Erhöhung der In- validenverfichernngsbeiträge ausgeglichen werden. Dies würde aber wetteste Kreise der gesamten Bevölkerung empfindlich treffen, während die mit dem billigen Zinsfüße bereitgeflellten Wohnungen nur einen verhällnismäßig flehten Teil der Versicherungs- Pflichtigen Bevölkerung zugute kommen.
» Ein wahres Possenspiel, so schreibt bie „Köln. Sato * ift in ben letzten Wochen in manchen liberalen Sm aufgeführt worben. Lange Zeit mußten bas Zentrum, ber Volksverein für das katholische Deusschlmife unb bie christlichen Gewerkschaften bie Kosten ber Unterhaltung tragen. Wenn man jenen Blättern geglaubt hätte, so mußte man bar- auf gefaßt sein, baß ein furchtbares Verhängnis über diese Organisation Hereinbrack. Das würbe allerdings
Zeitung
Monatsbeilage! „Ktlda« Geschichtsblätter"
der Zug weiter.
Aurland