Einzelbild herunterladen
 

M 262.

Dienstag -en 15. November 1910.

57. Jahrgang.

* fuldaer W Leitung •

5. Blatt.

Druck und Verlag der Zutdaer Aktlendruckere« in 8«lda.

* „Tie Rache der Priester".

Die rote Presse, die aus innerster Seelenverwandt- ichaft heraus den Revolutionäre» in Por­tugal zugetan ist, empfindet es recht unangenehm, daß die katholische Presse hinweist auf die aller Frei­heit hohnsprechenden Schandtaten dieser von Brutali­tät und Mordgier erfüllten Freiheits-„Helden". Sie glaubt dem die Spitze abbrechen zu können, indem ste ihren Lesern, die an kritischem Denken nicht allzuviel mit sich tragen, allerhand grausige Geschichten erzählt von einem „fürchterlichen Blutregiment", das der Papst Pius IX. nach seiner Rückkehr von Gaeta, wohin er vor der Revolution geflüchtet war, in Rom errichtet haben soll.

Lassen wir die famose Notiz folgen:

„Papst Pius IX. kehrte von Gaeta, wohin er ge- stüchiel war, nach Nom zurück und inszenierte bald ein fürchterliches Blutregiment. Drei Karvinäle, das sog. „role Triumvirat", bildeten das oberste Blut­gericht. Der Papst, der anfangs Milde und Verzeihung versprochen halte» kehrte sich nicht mehr an diese Zu­sagen, sobald die Reaktion wieder einigermaßen be­festigt war. Der „Statthalter Gottes" legte seinen Leidenschaften keine Zügel an. Innerhalb eines einzigen Jahres wurden 1644 Personen hingerichtet, darunter im Monat Oktober 1851 allein 24 in Sini- gaglia, der Vaterstadt Pius IX., das verhältnismäßig während der Revolution am ruhigsten geblieben war. Der Amnestie wurden unwürdig erklärt: sämtliche Ab­geordnete der konstitutionellen Versammlung von 1849, alle Beamte, die der Republik gedient hallen, bis aus die Schreiber hinunter, die Offiziere und selbst die Unteroffiziere, zuletzt alle, die sich an der Verteidigung Roms gegen die Franzosen beteiligt hatten, soweit man sie ausfinden konnte. Im Kirchenstaat gab es im Jahre 1854 13 006 politische Gefangene; 1855 wurden etwa 19000 politische Flüchtlinge gezählt."

Vorsichtigerweise sagen die roten Blätter nicht, wo­her sie die Zahlen haben. So müssen wir uns die Sache selbst einmal ansehen. Am 15. November 1848 wurde der päpstliche Minister Pellegrino Rossi beim Eintritt in den Palust der Caneellaria, wo die Kam­mer zusammengetreten war, meuchlings erdolcht. Dieser gemeine Meuchelmord war das Signal zum Losschlagen vonseiten der verschworenen Geheimbünd­ler. Der Papst mußte, wollte er nicht von diesen Mordbuben ums Leben gebracht werden, nach G-aeta flüchten. Was jetzt folgte, mag uns ein Mann charakterisieren, den einft mit der liberalen Presse auch die rote als Autorität gegen die Katholi­ken zu zitieren pflegte — wir meinen den verstorbenen Freiburger Professor Hoflat Kraus, gegen den nie­mand den Vorwurf der Voreingenommenheit für den „Ultramontanismus" erheben kann. Dieser schreibt in seinem „Cavour, die Erhebung Italiens im 19. Jahr­hundert" :

„Rom füllte sich rasch mit fremdem Gesindel.... Rom war zwischen dem 15. November 1818 und dem 2. Juli 1849 der Schauplatz schmachvoller Orgien und einer empörenden Mißhandlung der Kirche; auch dem blödesten Auge mußte klar sein, daß diese Republik nicht bloß mit der weltlichen Herrschaft, sondern definitiv auch mit der Kir che a u sräum en wollte. Das dämonische Element, welches in dem italienischen Sektiererwesen feit Jahrhunderten gezüchtet worden war, seierte hier seine frechsten Triumphe; konnte man es Pius IX. ernstlich Übelnehmen, daß er mit diesem Auswurf der Hölle nichts zu tun haben wollte . . (S. 39 und 41.)

„Gesindel" und „Auswurf der Hölle", so benennt der Geschichtsschreiber das „Volk", dem die tote Presse den Heldenlorbeer um die Stirne winden will, und er hat dabei auf seiner Seite die Zeitgenossen, welche Zeugen jener Greueltage gewesen. Ferdinand de Lef- seps, den Napoleon als Unterhändler nach Italien gesandt hatte, nannte den Häuptling jener Umstürzler, den famosen 'Razzini, geradezu einen „neuen Nero", ob des Schreckeusregünents, das er in Rom eingeführt hatte.

Nachdem diese Pöbelhcrrschaft niedergeworfen war, sandte Puls IX. eine Regierungskommission nach Rom, bestehend aus den drei Kardinalen Gabriel della Gcnga ©ermattet von Assisi, Luigi Vannicelli-Casoni von Amelia und Lodovico Mtieri von Rom, damit sie in feinem Namen die Zügel der Regierung wieder oufnähmen und die Maßnahmen er- gtiflen, die im Interesse der Ordnung und Sicherheit notwendig waren. Der Papst selbst aber erließ am 18. September eine Amnestie. Von dieser waren ausgenommen alle diejenigen, welche bereits die Wohl­tat der früheren vom Papste gegebenen Amnestie er­

halten, aber das gegebene Ehrenwort gebrochen und an den jüngsten Umwälzungen teilgenommen hatten. De­ren Zahl belief sich auf 600. Mag sein, daß die rote Presse das tadeln will; jeder, dem sozialdemokratische Phrasen noch nicht den Sinn für vernünftige Beurtei­lung umnebelt haben, wird sagen, daß, wer sein Ehrenwort gebrochen, keinen Anspruch erheben darf, daß man ihm ein zweites Mal Glauben schenkt.

Ebenso waren ausgenommen die Mitglieder der konstituierenden Versammlung, die ja eben noch ge­zeigt hatten, wes Geistes Kinder sie seien. Die Zahl der „Chefs der Truppenkörper" der Revolution, auf welche die Amnestie ebenfalls keine Anwendung fin­den sollte, belief sich auf 80 als eigentliche Chefs mili­tärischer Korps. Von diesen erhielten 24 später die Erlaubnis zur Rückkehr ins Land. Es ist sehr be­zeichnend, daß einige damals die Gnade des Papstes anriefen, von denen die Regierung bereits die Beweise in der Hand hatte, daß sie nur zurückkehren wollten, um ihr altes Verschwörerhandwerk weiter zu bettei­ben I Die Rückkehr in den Kirchenstaat war 1273 Per- onen verboten, darunter 629 Ausländern, die sich an der Revolution beteiligt hatten.

Wenn noch andere ins Ausland flüchteten, so ha­ben ste ohne Zweifel selbst gewußt, daß ihr Verhalten nicht einwandfrei war und sie allen Grund hatten, dem Richter zu entgehen, und zwar nicht etwa bloß wegen ihrer politischen Haltung.

Was schließlich die Zahl der Inhaftierten anbe- trifft so betrug diese im Jahre 1856 in den Gefäng­nissen in Ancona 54, in Fort Urbano 21, in Paliano 208, in den Gefängnissen von San Michele 43, in Summa 326 (vgl. Margotti, Die Siege der Kirche int ersten Jahrzehnt des Pontifikates Pius IX. Deutsch von Gams. Innsbruck 1860. S. 399 ff and Die Be­lege im Anhang).

Die Hinrichtungen betrafen Verbrechen, wie Meuchelmord. Und wenn man weiß, daß jene Re­volutionäre den Meuchelmord organisiert hatten, wird man ein energisches Eingreifen nicht mehr tadeln. Weil der Artikel den Ort Smigaglia nennt als die Heimat des Papstes, so sei bemerkt, daß dort eine geheime Gesellschaft sich geblldet unter dem Namen der „Hölli- schen Gesellschaft" und in Ancona ein „Blutbund" sich aufgetan hatte, der Mitglieder sich zur Ermordung von Priestern verpflichteten

Wenn gegen solches „Gesindel" und solchen „Auswurf der Hölle" die päpstliche Regierung mit aller Schärfe vorging, so war sie das den friedlichen Bürgern schuldig, deren Leben und EPentum zu schützen ihre Pflicht war. Daß die rote Presse mit solchen Leuten, tote diesen Mordbuben, fraternisiert, ist ja sehr bezeichnend_________________

Deutsches Reich.

+ Als Sittenrichter der Presse betätigt sich mit Vorliebe die sozialdemokratische Presse. Der .Vorwärts^ erhebt in einem unverschämten Artikel gegen die gesamte bürgerliche Presse den Vorwurf, daß ihre Eutrüstunz über Herrn Bruhn und seine .Wahrhcist erheuchelt und daß „der redaktionelle Inhalt auch bei ihr abhängig ift vom Atmoneengcschäst, von den großen Jnlcrisscntcu". Das 18'att behauptet weiter, daß auch auf dem Ge­biet des Börsenwestns „für die „große", .anständige' Bourgeoispresse Korruptionsgejahrcn begehen", und daß die Mehrzahl der bürgerlichen Blätter „von einem Aftern feinerer oder plumperer Bestechungen umsponnen sei." Das ,B. T.h dem man u: fieunD« licke Gesinnung gegen die Sozialdemokratie wahr- hastig nicht nachsagen kau», fühlt sich in vielem Falle aber doch veranlaßt, den Spieß nn zudrchen und widmet dem fozialdemokra'ifchcn Hanptorgaue folgende durchaus zutreffende Kennzeichnung:

.Man darf zunächst wohl bemerken, daß der -Vor roätts' feine Abonnenten durch die rückfichls- l o । e ft e Bedrohung z u gewinnen pflegt unk daß den Heilten Gastwirte», Die aus den .VonväNS' nicht abonnieren wollen, e mach die PiNole auf die Brust gesetzt wird. Wnwr aber mit» gesagt werden, d-,8 Oie ganze Methode, wie Die .Bor- wärts-Redakuon — und nicht nur in diesem Falle, sondern Tag für Tag —die gemeinsten Verleum­dungen ui Die Welt letzt, doch eilte außerordentliche Aecnlichkeil mit Dem Brrchnsche» Verfahren hat. Die heutige Vorwärt--Redaltton, die nur noch mit den gröbsten Schimpfioorlen und unflätigsten Redensarten zu arbeiten versteht, hat die Dreistig­

keit, die ganze bürgerliche Presse ohne Ausnahme der Käuflichkeit zu zeihen. Indem Die Redakteure des .Vorwärts' sich, wie gewöhnlich, den Beweis sur diese lügenhafte Behauptung schenken, zeigen sie sich als die würdigen Kollegen des Herrn Bruhn."

Der ,Vorwärts' und die sozialdemokratische Presse, deren kleinere Vertreter in der Provinz zum großen Teile dem Berliner Hauptorgan in der be­zeichneten Beziehung nichts nachgeben, haben, rote man sieht, allen Grund, vor der eigenen Türe zu kehren.

* Jesuiteufurcht in Preußen. Der „Reichsbote" schreibt in Rr. 252:

Gegen die Einwanderung portugiesischer Jesuiten sind, wie der „Börsenconrier" berichtet (dem die Ver- antworlung für die Richtigkeit der Meldung überlassen werden muß), in Den westlichen Grenzprovinzen im ministeriellen Auftrag durch die Regierungs­präsidenten scharfe Maßnahmen ergriffen worden. Da nach Aushebung der Klöster in Portugal die Gefahr vorliegt, daß ein Teil Der vertriebenen Jesuiten Zuflucht in deutschen Klöstern suchen wird, gelangt zur Verhinderung einer solch.» Einwanderung eine strenge Kontrolle zur Durchführung. Die Land­rate haben Anweisung erhalten, jeden verdächtigen Fall einer solchen Jestiittnetnivanderung sofort zu melden. Nichtjesuitischen Mönchen aus Portugal ist Der Eintritt in das Deutsche Reich ohne weiteres gestattet.

Wer das liest, muß zum mindesten aune&men, gaß die Staatsregierung fürchtet, die Jesuiten könnten bei den Unruhen von der Art der Moabitcr ober derjeni­gen am Wedding als Heerführer auftreten. Wir möch­ten den Reichsboten aber daran erinnern, daß die offiziellen Berichte der preuß. Beamten vom Jahre 1853 u. a. besagten: „daß nur die Demokratie grolle, weil die Jesuiten überall als Sendboten des G run d- satzes der Autorität, in kirchliche" tote in staatlichcu Dingen, auftreten und die sozia­listischen Trugbilder, mit welchen die Demokratie auf die Selbstsucht der Massen spekuliert, entlarvten und schonungslos bekämpften. Sie werden von den An- hängern der Demokratie als bestochene Agenten der Re­gierung bezeichnet und mit Schmähschriften bedroht. Auch wissen die Landräte übereinstimmend nicht ge­nug zu rühmen, wie wohltätig sich der praktische Er­folg ihrer Missionen gestaltet hat." Pater Roh z. B., der von 1847 bis 1850 als „revolutionsgefährlich" flüchten mutzte, hielt von 1850 ab in 70 Städten Deutschlands Missionen. Der damalige Herzog Adolf von N a s s a u ersuchte ihn während seiner Anwesenheit in Wiesbaden, einen Vortrag über die Heiligkeit des Eides zu halten und ließ sürnllichen Soldaten der Garnison den Befehl erteilen, in die dortige katholische Kirche zu gehen und den Vortrag anzuhören. Ob aber heute selbst ein Pater Roh in Moabit mit einem Vortrag über Verfassungstreu- Er­folg hätte?

** Dresden, 13. Nov. 1910. Die Sächsische Mit­telstandsvereinigung hat heute einen stark besuchten sächsischen M i 11 e l st a n d s t a g abgehalten, auf Dem der Minister des Innern Gras Vitzthum von Eckstädk und der zukünftige Finanzminister v. Seydewitz den Mittelstand ihres weitgehenden Wohlwollens versicher­ten, aber auch nachdrücklich an die Pflicht der Selbst­hilfe erinnerten. Anwesend waren zahlreiche Land­tagsabgeordnete. Verhandelt wurde über Koalitions­recht, Mittelstandslage und Submifsionswesen.

* Beuron, 14. Nov. 1910. lieber den Besuch des Kaisers im Kloster Beuron berichtet die „Köln. Vztg.": Mit markigen Worten begrüßte der Erzabt den allerhöchsten Gast, dankte ihm für den Besuch, das seit Jahren dem gesamten Benedik- tinerorben erwiesene Wohlwollen und speziell noch für das bekannte monumeittale Kaiserkreuz. Alsbald nahm hieraus der Kaiser das Wort und betonte unter anderem den religiös und kulturell wohltättgen Ein­fluß des Ordens, sowie den Einfluß der Religion überhaupt. Aus dieser Ueberzeugung heraus habe er Beuron das eherne Krruzbild geschenkt im Bewußt- sem, daß die Kronen der christlichen Fürsten von Christt Persönlichkeit und Lehre gestützt werden. Bei der darauffolgenden Besichtigung der Klosterkirche er­klangen vom Chor der Mönche her die uralten Landes hinemari, ein liturgischer Festgesang, der schon vor tausend Jahren in den alten Abteien bei Begrüßung der deutschen Kaiser gesungen wurde. Diese originelle Begrüßungsart schelte lebhaft den hohen Gast, lieber die^ Ausstellung und künstlerische Wirkung des foge­nannten Kaiserkreuzes in der Vorhalle der Kirche zeigte er sich sehr befriedigt, des weiteren wurden dann

die Sakristei mit ihren künstlerischen Schätzen in Gold und Stickereien, der Kapitelsaal, das Refektorium, die Goldschmiede, die Maler- und Bildhauerateliers, die Bibliothek und verschiedene andere sehensroerte^Räum- lichkeiten des. Klosters von den Gästen besucht. Schließ­lich verweilte der Kaiser und feine Begleitung noch einige Zeit in den Privatgemächern des Erzabtes und im großen Festsaale. Der auf eine halbe Stunde ge­plante Besuch dauerte über anderthalb Stunden. Der Kaiser war von außerordentlicher Liebenswürdigkeit und Leutseligkeit und bekundete überall das regste Interesse. Beim Abschied überreichte er dem Erzabt den Kronenorden zweiter Klasse.

Ausland.

** Zu der Sprachenfrage in Böhmen Haven die deutschen Parteien in Prag einen Gesetzes­vorschlag ausgearbeitet, der die Schaffung eines Lan- des-Einreichungs-Amtes vorsieht, bei dem deutsche Einwohner tschechischer Gemeinden deutsche Eingaben und umgekehrt tschechische Einwohner deutscher Ge­meinden tschechische Eingaben einbringen können.

* Kronprinz Alexander von Serbien beabsichtigt, wie in Wiener Hofireisen verlautet, nach vollständiger Herstellung seiner Gesundheit eine Erholungsreise an die Riviera zu unternehmen. Auf der Fahrt wird er in Wien Aufenthalt nehmen und Kaiser Franz Joseph seinen Dank für die ihm während ferner Erkrankung bewiese^ Teilnahme abstatten. .

** Armeereform in Marokko. Mulay Hafid will die Armee vollständig u m g e st a l t e n. ^ins­besondere solle dem Unfug ein Ende gemacht wer >en, daß sich die Kaids Sold für durchaus kriegsuntüchtige Leute, Greise und selbst Kinder bezahlen lassen. In Zukunft sollen nur durchaus kriegsfähige Männer kür vierjährigen Dienst angetoorben werden. Diese Um- geftaltungspläne haben bei den Kaids lebhafte Vor- stimmung hervorgerufen.

* Zu den Unruhen in Honduras wird gemeldet daß nach einer Bekanntmachung des Präsidenten Dü- vila von den 108 Mann, die General Balavars, bei Führer der Revolutionäre gegen die Regierung abge­sandt hatte und die bei El Aceituno gelandet waren, 7 0 desertiert find und sich sofort mit den Re­gierungstruppen bereinigt haben. Der Rest ergab sich.

Reklamen- und Ntt,eigcuteif»

Bemerkenswert

sind die Erfahrungen, die Herr und Frau Birkly bei ihren Kindern gemacht haben, die regelmäßig Scotts Emulsion bekamen.

Soin-Kip es. $türir.gei CtraBe 16, 1'. Mir; 190».

„Melne-i 6 Sintern im Al r cn »/,—9 Jahren hat Scott« Emulsion lehr gut gca >. Ich habe ihnen da« Prüp.rat als tärtung?« und Kräht.,urgSmlttel veiabreicht und bin üb:r den E felg, besonder- b i meinem längsten Mädchen Anna, eiftaunt und e ireu'. Die K eine hct wii r,nd bet tBcbrauäe« von Ec tt» Emu sion sogar in t M n..t 2 lisurd jttgeno ! men und hat heute, ste Ist 67, Monate e t, ein «rwtcht von 19 Pfund. Nach oertlicher «ismae ist A na en sehr kra-ttg entwickelte Kind, en dessen ständiger l ewichtSmnahm selbst der e« - ste 4 Motten wie ende eint feine -sieude hat. E« ist die« für UN« um so wtchlta r, roetl mmre Frau da« S eine nicht selbst still n tarn.“

tgej) Michael Birk y. Sjl. «tsenbahn re ilfe.

Jede Mutter, die ihr Kind mit der Flasche groß z-ehrn muß, weiß, daß es oft recht schwer ist, das a Kleine recht voranzubringen. Es wird fcsWNL 6ann ""Vach dies und jenes versucht, "hne indes den gewünschten Erfolg 1 herbeizuführen. Eltern, die in solchen

A Zeiten zu Scotts Emulsion greifen,

U j/V/l und es dem Jüngsten regelmäßig

ÄPdfcL geben, werden es nicht nötig Haden,

andere Mittel zu probieren, denn ' Scotts Emulsion bekommt zarten

jww: Kindern außerordentlich gut und ver-

wandelt sie in frische lebensfrohe Ge» fchöpfchen.

Scott» (Intuition wird von uns au«schlleblich Im trösten oer« Unft und zwar nie lose «.ch «ewtcht oder Matz, sondern ru, in versiegelten Origtralstaschen in Rarton mit urlerer Schutz, ■arte (Fischer mit dem Dorschs. Scott u. Sonnte, ®. m. b. £>, ssranksutt a. M.

Bestandteile: Feinster Medljinal-Lebertrar ISO, , prima »u»ertn 60,0, unierphoSphorigsaurer «al! <A unterpholvhotig, aure« Natron 8,0, pu’u. »rasant 8,0, fetnfter atab. ISmumt >ul». JA deiiill, Säa er 129,0, «Itohoi 11,0. Hierzu aromntifAi •mulfloB mit Hnnt , «wbel» rnfr Strtltfcrfoöl je z irop en.

Kleines Feuilleton.

— Die totale Mondfinsternis in der Rächt vom Mittwoch zum Donnerstag ist in fast ganz Asien, in Europa, Afrika und Amerika sichtbar. Sie beginnt, Wie nochmals mitgeteilt sei, abends 11 Uhr 44 Min. und endigt 2 Uhr 58 Min. morgens. Von 12 Uhr 55 Min. bis 1 Uhr 47 Min. ist der Mond total ver­finstert. Schon um 10 Uhr 45 Min. beginnt die Mondfinsternis mit der ersten Berührung des Mondes mit dem Halbschatten der Erde. Zu diesem Zeitpunkt ist der Mond aber immer noch von der Sonne, wenn auch schwächer, .beleuchtet. Der Mond sieht dann aus, als sei er mit einer Nebel- oder Rauchwolke ven sehr unbestimmten und verroaschenen Grenzen überzogen. Denn dieser Halbschatten ist jener Raum, der nur von einem Teile der Sonne Licht erhält. Erst wenn der Mond um 11 Uhr 44 Min. mit seinem Stande in den Kem schatten der Erde, also in den völlig verdunkelten Kegel eintritt, sietz man auf dem Monde den vollen Schatten. Für den Anblick mit bloßem Auge wird der Schatten der Erde von links nach rechts in die Mondschecke einbringen, so daß man den Eindruck erhält der Schatten überhole üt seinem Lmff den Mond. Tatsächlich ist aber das Umgekehrte der Fall; der Erdschatten flieht gewissermaßen vor dem Mond, letzterer überholt i&n und taucht mehr und mehr in ihn ein bis zum völligen Berschwinden. Der Erdschatten ist am Rande nicht scharf begrenzt, scmdem verwaschen, bteroeilen wie rauchartig. Die Zustände der irdischen Atmosphäre, Heiterkeit ober Trübung in der ganzen Auf- imb Untergangszone der Sonne auf der Erde zur Zett der Mondfinsternis, spiegeln sich in dem Aussehen des Schattens auf dem Mond ab. Am besten beobachtet man eine Mondfinsternis mit etnem OpernMe. Ist die Totalttät vorüber, so ficht man gewöhnlich am Dftranbe des Mondes, wo sich sehr hohe Berggipfel befinden, ein Annes Licht und einige Minuten später erst den vollen Sonnenschein.

— Eine merkwürdige Audienz bei Bismarck. Bei Gelegenheit unsere« Preisausschreiben» .Da» inte»

essanteste Erlebnis ans meinem Berufsleben", hat uns u. a. eine heute wohl im Ruhestande lebender Postbe­amter folgende hübsche Geschichte erzählt, nie er zum ersten Male persönlich mit dem Fürsten Bismarck zu tun hatte. Es war Ende der 89er Jahre. Ich saß am Schalter des Postamts Unter den Linden in Ber­lin als neugebackener Postsekretär, als mir durch einen Diener des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck ein Telegramm zur Befördernng nach Freiburg übergeben wurde. Auf meine Frage .nach welchem Freiburg, ob Freiburg (Sachsen), Freiburg (Schlesien), Frei­burg (Breisgau), ober Freiburg (Elbe) das Tele­gramm geleitet werden solle, konnte mir der Diener keine Auskunft geben. Ich ersuchte ihn daher, das Telegramm wieder mitzunehmen und erst den Be­stimmungsort durch den Ausgeber näher bezeichnen zu lassen. Etwa eine Stunde später stürzt ganz erregt der Postbirektor auf mich los: „Sie Unglücksmensch, was haben Sie getan? Sie sollen mtt mir sofort zum Reichskanzler kommen!" Ich war zunächst sehr über­rascht, bann aber erzählte ich meinem Ches den Vor­gang bei der Telegramm-Annahme mit dem Hinweis auf die vom Fürsten von Bismarck selbst uuterschrie- benen gesetzlichen Bestimmungen. Im Vorzimmer des Reichs kmzlers sanden mein Ches und ich bereits den Ober-Postdirektor von Berlin und den Staatssekre­tär des Reichs-Postamts, von Stephan, beide in höch­ster Erregung. Ich erklärte den Herm den Grund unserer Anwesenheit, indem ich die gesetzlichen Be- stimmmigen in dem mitgebrachten „Handbuch für Post und Telegraphie" aufschlug. Vergeblich jedoch war mein Bemühen, ihre Auflegung zu dämpfen. So ver­ging eine Viertelstunde. Dann wurde ich aKetn in das Arbeitszimmer des Fürsten »an Bismarck gerufen. Dieser saß an seinem Schreibtisch, mir den Rücken zudrehend; neben seinem Herrn lag Tyras, der mich sofort scharf beäugte. Etwa 2-3 Minuten liefe mich der Reichskanzler an der Türe stehen, bann erst wandte er sich um und fragte mich: „Wie kommen Sie dazu, mein Telegramm zurückzuweisen?" „Ew. Durchlaucht, in dem von Ihnen selbst unterzeichneten Postgesetz — , so begann ich und machte mit der rechten Hand ein« Beweauna nach meinen Rockschöfeen. um da» Hand­

buch für Post und Telegraphie hervorzuholen. In demselben Moment sprang Tyras auf mich los, feine beiden Vorderpfoten auf meiner Brust und sein ge­waltiges Gebiß drohend vor meinem Gesichte gefletscht. — Die Situation schien dem Eisernen Kanzler zu ge­fallen, denn er sagte kein Wort und roanote sich ruhig wieder seinen Arbeiten zu. — Erst nach geraunte Weile sah er auf und fand mich bewegungslos immer noch in derselben Sage. „Tyros!" Sogleich saß der „Reichshund" wieder als getreuer Wachter neben sei­nem Herm. „Sie können gehen", sagte der — — und damit endete meine erste merkwürdige Audienz bei Bismarck.

— Schützt die Tiere. Jetzt, wo die Nächte oft schon empfindlich falt sind, soll wieder darauf hinge­wiesen werden, wie bitter manche unserer Tiere unter dem Einflüsse der KAte zu leiden haben. Vor allem sind die Hunde zu berücksichtigen, die sich durch nn zu kühles Nachtlager leicht das Gliederreißen zuziehen. Ihr Geheul, das sie bei mangelhafter Bedeckung oft halbe Nächte hindurch anstünmen, ist — wenn sie sich früher ruhig verhielten — ein deutliches Zeichen, daß ihnen die Kälte zu schaffen macht. Sluch Pferde und andere Haustiere sind in dieser Beziehung ost übel bran! Weniger vielleicht die Katzen, die leichter einen Schlupfwinkel erreichen und wohl einigermaßen auch durch ihr Fell geschützt sind. Wie leicht dagegen sind mangelhaft geschützte Hühner, Tauben und Kaninchen einet Erkältung ausz^etzt! Doch auch die Tiere im Zimmer haben nicht feiten im Winter empfindlich zu leiden. Es ist gebauten« oder gefühllos, wenn man Vögel ans zugige Fenster gefesselt hält oder über Rächt das Wasser im Goltssffchglase zuflieren läßt. Darum: habt Erbarmen und schützt mich die hilfloser, Tiere vor den rauhen Gewallten des Winteröl

— Di« Empsindlichkeit unseres Ger«chsm»s. Im allgemeinen haben roit Menschen den Geruchsinn, unfern empfindlichsten Sinn, vernachlHsigt, ba wir ihn im Kampf ums Dasein kaum benötigen, bit Rase ist für uni sozusagen nur LuxnSergan. Bei» Tier, befanbeci bei den Insekten, ist der Gernchstnn vid mächtiger entwickelt und ei werden von Be­obachtern fabelhafte Dinge über die Entfernungen

berichtet, in welchen z. B. Schmetterlinge einander oder Blumen roittern. Wir unterscheide» sehr sein zwischen Farben- und Tonunterschieden, sind aber uibezug auf Gerüste sehr ungeschickt; daß diesem Mangel durch Hebung abgehotsen roeroen kann, beweisen uns die Leute, deren Beruf ein seines Geruchsorgan erfordert. Der Tee-, Hopfen-, Zigarrenhändler besitzt nicht nur ein feines Unter« ;cheidungs vermögen, sondern auch an ausgezeichnetes Gedächtnis für Geruchsunterfchied seiner Waren, deren Wert er direkt nach dem Geruch feststellt, jo der geübte Parfümeur erkennt durch den Geruch Ver> fälschnngen des Rosenöls, die chemisch gar nicht zu konstatieren sind. Allerdings zeigt der Riechapparat gegen einzelne Gerüche rasche Abstumpfung. Gerade gegen Jonon wird man leicht unempfindlich, sodaß man nach mehreren Minuten fortgesetzten R echens gar nichts mehr empfindet; die Käufer dieses teuren Riechstoffes, von welchem ein Kilogramm 10000 Kronen kostet, haben sich darüber oft beklagt; aber eine Erholungspause von wenigen Minuten genügt, diese Täuschung zu zerstören. Ratürlich wird die Empfindlichkeit des Geruchsinnes durch starkes Rauchen und Schnupfen wesentlich beeinträchtigt. Manche Personen besitzen gegen gewisse Gerüchte z. B. Moschus, Äbnetgung, andere vermögen tret normaler Riechfunktion Reseda, Vanillin gar nicht zu riechen. Geruch und Geschmack stehen in engem Zusammenhang, beide zusammen erst vermitteln uns den Sinneseindruck der Speise. Schnupfen hebt auch zahlreiche Geschmacksempfindungen auf, und wenn wir die Nase zuhalten, nehmen wir nur süß sauer, bitter und salzig, nicht aber die zahllosen Geschmacksunterschiede wahr, die erst dadurch zu. stände kommen, daß das Aroma der Speise nach dem Schlingakt mU der ausgeatmeten Luft durch die Nase streicht; in Griechenland und der Türkei roaben Rosendlcitter, in Zucker eingelegt, gegessen oder in Honig eingekocht; an Geschmack geben diese ÄofenNatter natürlich nicht- her, sondern nur der Zucker, sie Kesern aber daS für de» Geschmack wesentliche Slroniä.