Leitung
«fuldaer
vermischtes
Reklamen- und Slnzeigeuteit.
be-
der
Verlust.
** Selbstmord beging in Berlin ein elfjähriger Knabe aus Furcht vor Strafe.
** Mit dem neuen Militärzweidecker unternahm F arman auf dem Lagerfelde von CH al o ns Flugversuche. Nach mehreren Ausstiegen mit zwei
Freundin l O Martz, einzig Geliebte, wie wäre es möglich, daß ich einem andern Weibe anyehörte als Dir? Und Du, wärst Du im Stande, einem andern anzugehören und das Herz zu breche», das nur für Dich schlägt?"
Diese Worte und der Ton der Liebe, der bald feurig, bald vor Bewegung zitternd an ihr Herz drang, überwand Marys neckischen Kinderfinn. Leise sank ihr Köpfchen auf seine Schulter, leise legte sich ihr Arm «m seinen Nacken, und das Beben der holden Gestalt, die sich an ihn schmiegte, und di« Tränen, die langsam den schonen zärtlichen Augen entflossen, fag- ten ihm. daß sie gewonnen war.
Er war feinfühlig genug, keine weitere Erklärung zu verlangen-, welches Wort wäre so beredt gewesen, wie ihr ganzes Sern? Er zog sie strmnn an seine männliche Brust und zitterte vor Liebe, Glück und Siogessreude.
Auch sie war sich bewußt, eine bindende Antwort gegeben zu haben, und es klang beinahe komisch, als sie zur Ergänzung ihrer stummen Emwilligung hiu- zufügte:
„Trotz alledem möchte ich aber kein gewissenloses Mädchen fein. Gewissenlose junge Damen sind, wie ich aus den Zeitungen erfahren habe, ebenso sehr an der Tagesordnung wie die Fortschritte der Wiffen- schüft, und ich habe das feierliche Verspreche» getan, nicht auch dazu zu gehören" — ob sie die Fortschritt« der Wissenschaft, oder die gewissenlosen jungen Damen meinte, sagte sie nicht — „und vielleicht gar Barer und Sohu auseinander zu bringen."
Das sollst Du auch nicht, geliebtes Herzl Laß mich nur machen. Vorläufig muffen wir Geduld haben, dann wich schließlich alles gut."
„Gewiß, unb ich bleibe Dir treu, das ist ja so einfach", sagte Mary.
„Und wirst mir zu Liebe, der Dich verehrt, ohne Murren eine Weile warten . .
Warten!' rief das junge Mädchen, „von Herzen gern', und wenn es dauert, bis wir alle tat und begraben sind."
sollen im Bereich des Oberpostdirektionsbezirk Kassel auch für diesen Winter wieder zahlreiche Arbeiterentlassungen vorgesehen sein. Unter der Spitzmarke „Sind wir wirklich nur Saisonarbeiter?' schreibt ein Telegraphenarbeiter dem genannten Blatte u. a. folgendes:
Schon seit einer Reihe von Jahren sind die Tele- arapben arbeitet in einzelnen O.-P.-D. - Bezirken gezwungen, monatelang im Winter zu feiern. Trotz aller Vorstellungen, Petitionen, Bittschriften, trotzdem auch die Oeffeutlichkeit sich schon mißbilligend zu derartigen Maßnahmen ausgesprochen hat, ist wenig oder nichts geändert worden. In jedem Wmter ist Mangel an Mitteln die Ursache, daß eine größere oder Heinere Anzahl Arbeiter einfach auf die Straße gesetzt werden. Am härtesten betroffen werden davon jene Arbeiter in den von Ort zu Ort beschäftigten Kolonnen, die sogenannten Streckenkolonnen. Es sind dies doch Leute, die stets den Unbilden' der Witterung ausgesetzt sind, monatelang an der Landstraße arbeiten, an wenigen Tagen im Jahr ein vernünftiges Mittagessen bekommen und von einem Logis ins andere »»andern. Diese Arbeiter sehen mit Bangen dem kommenden Wmter entgegen: denn sie wissen nicht, was werden soll. Lieg
I doch schon jetzt eine Verfügung der O.-P.-D. Kassel ! vor, nach welcher bis znm 15. bezw. 30 No- l vember den Streckenkolonnen das Arbeitsverhältnis I aufgekündigt werden soll, unb nach welcher eine Wiederaufnahme der Arbeit erst für Februar oder März 1911 in Aussicht gestellt wird. Erneut ist die Frage an die Reichstelegraphenverwaltung zu richten, I was sie zu tun gedenkt uns was aus den Arbeitern I tm Winter werden soll. In allen Beruisklassen ist die
Zahl der Arbeitslosen eine Überaus große. Ist es da I nicht bitter unrecht, daß auch noch Staatsbetriebe die I Zahl der Arbeitslosen durch die eigenen Arbeiter vergrößert? Es ist wahrlich an der Zeit, daß unsere Verwaltung den Uebelstand des Ausfetzens im Winter endlich einmal abstellt, denn die heutigen Zelten sind wirllich nicht dazu angetan, einen Wmter ohne Arbeit
I als etwas Verlockendes erscheinen zu lassen!
Der .Telegraph' bemerkt, daß er den Aus- I sührungen seines Gewährsmannes nichts hinzuzu- I fügen habe; „denn — so sagt er weiter » die Frage, wohin sollen die entlassenen Arbeiter in dem vorwiegend ländlichen Bezirle Kassel gehen, wenn die Verwaltung sie während ■ der schwersten Zell des ganzen Jahres, im Winter, entläßt, ist wirklich , nicht so leicht zu beantworten. Bon dem Verbands- . zentrale sind geeignete Schritte eingeleitet, um für , die von der Kündigung betroffenen Arbeiter zu tun, I was nur irgend zu tun ist. Hoffentlich nicht ohne J Erfolg!'
der Angeklagte, daß er das Geld nur als Darlehen empfangen habe. Der Gerichtshof erachtete diesen Einwand für belanglos, da feststehe, daß gegebenen» falls diese Darlehen aus Mitteln kamen, über die die Frau nicht verfügen dürfte. Das Urteil gegen den Angeklagten lautete wegen „gewerbs- und gewohnheitsmäßiger „Hehlerei' auf ein Jahr unb drei Monate Zuchthaus und Ehren-
und nachgeahmte Salem £
daß ich das ganze Geschlecht zu Haffen
gmtn." m _
- "Doch wohl nur die Brünetten?
'Rein, alle miteinander."
.Vetter Walter, ich danke Ihnen im Namen ganzen Gesellschaft von Leidmsgefähctinuen.
„Bis ich Sie kennen lernte und in einem Tage
M 260.
§awrtag den 12. November 1910.
57. Jahrgang.
wird nunmehr wieder eröffnet.
** Bei einem Schfffszusammenstoß an der Küste von Algier sank der Dampfer .Konstantine". Ein
Onenf.Tabak-u£igareften-
3. Blatt.
imd Verlag der Znldaer «ctiendrnckerei in Zuida.
Aus dem Nachbargebiete.
♦ Offenbach a. M., 11. Nov. 1910. Der Bäckergeselle Otto Winkler aus Reichenau, der vorgestern hier zugereist war, hat sich während der Nacht vergistet. Der Lebensmüde kam in Vas städtische Krankenhaus, wo er am Vormitlage starb. — Eine Ziqeunerbande, bestehend aus 16 Kindern und 5 Frauen, wurden von der Gendarmerie im Heu en flammet Walde angeha!- kn und in e ne hiesige Herberge gebracht, weil die der Bande angehörig n, aber entflohenen Männer in dem Verdachte stehen, bei Hanau aus die Geodät!! erie geschossen zu haben. — Die llnlersührungs-Arbeiten an der Landesgrenze ge en ihrer Vollendung entgegen. Die Arbeiten sind nun bis zur Beschotterung de- zweitm Geietses der Staatsbahn sortgeschri ten. Zur.ert ist man mit der Legung der Schienen für das zweite Gcleis der Staatsbahn beschäftig!. 3n der Richtung von Frankfurt a. M. nach Offenbach verkehren bekanntlich beiAusrechtelhal- tung des eingleisigen Betriebes schon seit mehreren Wochen die Züge aus dem neuen Damm.
* Darmstadt, 11. Roo. 1910. Ein schlecht in den Angeln hängendes Scheunentor auf dem Kammerhose bei Seeherm stürzte und er- schlug be« 70 Jahre alten Landwirt Peter Deulmer.
* Griesheim (Hessen), 11. Nov. 1910. Der John des Karussel - Besitzers Kehr wurde von einer Leiter geschleudert und mit schweren Kopfwunden bewußtlos vom Platze getragen.
bekehtt wurde."
„Doch wohl nur zu den Blonden?"
Nun zu einer unter ihnen. Geliebte Mach, un- sere'Lage ist eine ernste. Sie, deren Augen nichts entgeht, muffen längst erkannt haben, wie sehr ich Sie liebe ..." , , ,,
„Stuf das, was ich ertannt habe oder nicht, kommt gar nichts an*, antwortete Mach mit stockendem Wem.
„Güt', sagte Walter, „so will ich denn spreche^ als ob Du nichts erraten hättest. Auf den ersten Blick schon habe ich Dich geliebt, und mit jedem Mal, daß wir uns wiedersahen, ist diese Liebe und Bewunderung gewachsen; Dich zu sehen und zu Horen ist meine Seligkeit, und ob Du ernst oder heiter bist, immer übst Du denselben Reiz, dieselbe Zaubermacht auf mich aus. Du sollst mein Weib sein, mein Kmd. meine
Hafer-Kakao
kräftigt, wirkt nachhaltig sättigend Und Hisst während, des Unterrichts kein nervöses Hungergefühl aufkommen. Br wird deshalb als
WSeMdrtüek
tausendfach ärztlich empfohlen.
Nm echt in blauen Kartons für 1 M., niemals lose.
Passagier ertrank.
» Die bedeutendste sozialistische Stadtverwaltung der ganzen Welt ist die von M i l w a u k e e, der größten Stadl im Staate Wisconsin und einer der grüßten der Union (sie zc'll 400 000 Einwohner). Die Aem- ter der Stadt sind säst sämtlich in den Händen der Arbeiter: der Bürgermeister, Emll Seidel, ist Modellzeichner in einer Ofenfabrik; der Schatzmeister ist ein
beredt genug.
♦ lieber einen preußisch-russischen Grenzzwischensall im Kreise Pi llkatlen berichtet der „Ostv. Grenzbote': In der Nacht zum 3. ssiov. versuchten russische Auswanderer — ein Mann und eme Frau ■ ■
mit zwei Kindern — von Rußland aus der Sun) dlmnenmüler; ein Magistratsbeamter- der richlerlllhe heimlich die Grenze zu überschreiten. Beim Durch-1 guu(tionen ausübt, ist Koch; die Stadtrate sind Me- waten des Szesuppesiusses wurden sie vom rm sticken Stubenmaler, Zigarrenarbeiter, Zimmerleu.e
Grenzposten bemerkt, welcher auf sie, obwühl sie sich I . $ic sozialistische Verwaltung waltet erst seit 6 bereits ans preußischem Gebiet berauben, 2 Schufte Monatm ihres Amtes; man muß abwarten, tote sie abqab, von benen einer den Mann, der andere die ricf) 6ewi$rt Milwaukee hat bei den Wahlen am vet- Frau traf. Beide blieben die ganze Nacht »der an flangentn Dienstag auch den ersten Sozialdemokraten oer Stelle mit den kleinen Kindern liegen. Erst I in beu amerikanischen Kongreß gewählt. Es ist dies aeaen Morgen rief ein Oberleutnant von dem Grenz- . Deutschamerikaner namens Berger.
kordon Suty einem preußischen Besitzer zu, daß an----------
jener Stelle zwei erschossene Russen liegen mußten.
Rian fand beide noch lebend vor und schasste sie samt den Kindern nach Wisborienen zu dem Besitzer freutet. Beim Ausladen verschied jedoch der Mann, der einen Brustschuß erhalten batte, wahrend bie Frau, die gleichfalls einen Schuß durch die Brust erhalten hat, noch heute lebt. Mau hofft sie auch I am Leben zu et halten.
♦ Der Erdgaßbiand bei Bergedorf. der am vorigen Freitag plötzlich eiusetz'.e, wütet mit ungesck wacht er Heftigkeit noch fort, tzmrderttausende von Menschen pilgern nach Neuengamme, nm sich das Schauspiel anmfeben. Bei der Bohrung von Grnndwasser stieß man in einer Tiefe von 245 Meter aus Gas Dieses strömte ans und entzündete sich, so daß sofort drei gewaltige Stick stammen zum Himmel stiegen, und zwar bringen diese Flammen in verschieden r Richtung ans dem Erdboden. Tie mittlere Flamme hatte sofort eine Höhe von fünf Metern erreicht die beiden selllicheu haben cutt Länge von 15—20
M^er. Der Druck wird vo Sachverständige« aut mindestens 50 dis 60 Atmosphären geschätzt. Das Geräusch ist im Umkreise von zwei Metten zu hören. Bon den verschiedenen Univtrsiiäten sind bereits Professoren der Geologie eingetroffen, nm das Phänomen zu udterjuchen. Man nimmt an, daß sich intrve er dort an der Stelle em gewaltiges Erdölreservoir befindet, vielleicht die AnslSufcr der Bictzeichen Erdölquelle. Bon anderer Seite wirb auqenommen, daß dort vielleicht em grotzes Braun- tohlenlager ist. Bora »»sichtsich werden in bat
nächsten Tagen daraufhin Bohrungen angestellt.
* tzin mlereffMites Urteil füllte die Straffammet in R ati d or. Ein Kaufmann erhielt von der Frau eines iRaiiborer Bürgers, die ihrem (Sbemanne nach und nach den Betrag von 6000 Mark entwendete, emen Teil dieses Geldes. Bor Gericht behauptete
„Doch nicht unser Freund Fitzroy?"
Natürlich, von welchem kleinen Wicht könnte sonst ,voß die Rede sein. Mr andern hier tm Hause sind ia wahre Grenadiere und Fahnenstangen. Mag « seiner Wege gehen! Wie oft haben nur andere auch Onkel Clifford, gesagt, daß ich meine, Blicke, höher beben müßte. Tiefer als aus elende fünf Fug kann ich sie freilich nicht finken lassen, das habe ich dem Kleinen auch gesagt." Sie lachte laut auf.
„Wie grausam von Ihnen!"
Bitte keine Vorwürfe, die lasse ich mir von nie- Titanb gefallen! Aber grausam war es. Dec arme kleine Perctz'." Und nach dem Gesetz der Natur, dem das Weib wie die Atmosphäre gehorchen, folgte dem Blitzen und Donnern ein Regenschauer.
Sobald Wolter, der aus persönlichen Gründen den kleinen Fitzrov auf seinem Bosten zu erhalten wünschte, das schöne Biadchen besänftigt sah, bot er ihr ferne Dienste als Vermittler an unb fragte, ob sie ihn mit ihrem Vertrauen beehren und ihm den Grund des Zer- wiirsniffes n.itteiten wolle.
Gewiß, Sie sollen alles Sören", erwiderte Julia. „Er" ist böse aus Onkel Elifford, daß der ihn nicht aussordcrt, hier zu wohnen, und böse auf mich, oatz ich den Onkel nicht dazu überreden will. Als ob ich das könnte'. Ich würde mich schämen, einen solchen Wunsch zu äußem. Pereh ist aber ein verwohnter Schlingel; Misere Begegnungen und Spaziergänge sind nicht in: Stande, ihn für die schlecht Kucye m der .Schwarzbraunen Kuh" zu entschädigen. Das ist des PudckS Kern, und so mag er ferner Wege gehen.
.Rein, ich wünsche, daß er hier bleibt."
„Das ist sehr gütig von Ihnen."
„Freut mich, daß Sie es so finden", gab Waller listig zur Antwort. „Jedenfalls muß ich Mittel und Wege suchen, ihn festznhallen. Ader noch eins: ist er nicht ein tischen eifersüchtig?"
„Em bischen mir? Er wird von Eifersucht oer- zehtt, er ist p6tri de jalousie *
(Fortsetzung folgt.)
....-----,--: I ungen anrichtete. In Civitavecchia wurde em Seget-
Die Belegschaft der rÄiff von dem Sturm so heftig gegen das Ufer getrie- — ‘ben, daß es scheiterte. Der Kapitän und drei Mann der Besatzung find dabei ertrunken.
* Gewaltige Silbermengen sind in einer schwedischen Mine entdeckt worden. In K a l I m o r a fand man in einer Silbermine, deren Betrieb seit 189'.. geruht hatte, eine ergiebige, fast 1 Meter starke Ader reinen Silbers und Bleierzes. Der Betrieb der Mine
„Nein, das dauert mir zu lauge", antwortete Walter. ,
Muu darf nichts halb tun", meinte das schlagfertige junge Mädchen
Wenn seine Zunge so gewandt gewesen wäre als die ihrige, hätte er ihr vielleicht zur Antw ort, gegeben, daß Warten an und für sich eine Halbheit ist. Aber er ließ ihr das Wort und möglicherweise ging iM nichts dabei »erbten, denn wahrscheinlich hätte sie das unter jeder Bedingung behalten.
So begann denn mit diesem Tage eine neue Aera ihrer Liebe. Das Bewußtsein, geliebt zu »erben, aenügt dem jungen Mädchen nicht; sie will, daß die Empfindung Worte findet. Nun aber hatte kalter gesprochen wie em rechter Mann, und Mary geant- ivortet wie ein rechtes Weib. Glückselig gingen sie Hand in Hand dahin, zärtlich inetaanber vor,unken, anstatt sich wie bisher zu schrauben und zu necken.
Ms Walter nach Haus kam, fanb er Julia auf der Terrasse mit raschen Schritten und stolzer Haltung hin und her gebend. Nie war ihm ihre Größe und die Majestät ihres Ganges so ausgefallen wie jetzt, und der Grund blieb ihm nicht verborgen. Seine schöne Cousine war zornig, schien durch ihre leidenschaftliche ErreMNg noch zu wachsen unb die Geschmeidigkeit bes Panthers mit dem Stolz des Pfauen in jeder Bewegung zu vereinigen. In solchen Augenblicken kann eine Schönheit wie Julia den Mann schon durch ihre Haltung mit einer Art von Schrecken erfüllen. In seiner Unerfahrenheit glaubt *t dem Zorn des Gerechten gegenüber zu stehen, während er rft nur mit dem zu tun hat, was er bei dem eigenen Geschlecht als Aerger bezeichnen würde.
„Ist etwas vorgesallen. Miß Elifford," fragte er schüchtern.
„Nichts, Sir", gab sie unfreundlich zur Antwort.
'Kann ich irgend etwas für Sie tun?'
»Nein, gar nichts!" Plötzlich, schneller als sich eine'Wetterfahne zu drehen vermag, wurde sie andern Sinnes. „Sie sind ein guter Junge, ich sollte mich schämen, so unartig gegen Sie zu fein. Der kleine elende Wicht ist ichuld daran."
* Toleranz! i
Durch die liberalen und sozialistischen Blätter I ging vor einigen Tagen folgende Notiz aus Heidel- beIß ute verließen etwa 25 - 30Junge katholische m-hen eg sollen 18 davon aus dem I ML SSL «Ä te SS AS KHÄ Ä .LL.«L Nftche" Kloster^^Dn ^T«'ff-^ und °Sarnmelpunkt"' der Ovter war heute hier in Heidelberg, wo sie von »roei I Ordcn'ichwestein in Empjang genommen roerbem Manches dieser jungen, gänzlich unerfahrenen im Leben Lenden Mädchen (viele sind wohl bisher noch nicht aus ihrem Heirnalsort hinausgekommen) f°U recht hart, andere wieder leicht Abschied genommen haben Be- kannllich reiften feit einigen Monaten diese »«Kloster fdimeitein im Lande herum, um sich diese, zum«ft ver Kent™ Mädchen anzuwerben. Wie die hohe Zahl | be/'llngcroorbenett beweist, ist ihnen dies auch ganz 0Ut Tre^'ttderaleu und sozialdemokratischen Blätter zeigten ein merkwürdiges Mitleid mit diesen Auswanderern, die ihrer Ueberzeugung und ihrem sreien Willen gemäß in einem amerikanischen ^auenklofter als Klofierkandibatinnen emtreten wollen. Nun fonn man ia xua^ben, batz int Sanb fclbft genug Kräfte gebraucht werden, sodaß, wer Berus für em weibliches Kloster hat, im Land selber diesem Berus na-hkommen kann. Jedenfalls aber darf der freie Wille nickst beeinträchtigt wcrden. Wenn alio diese Mädchen nach Amerika gehen, so ist das ihre Sacke, die sonst niemand etwas angeht, sobald sest- steht, daß ihnen keine falschen Vorspiegelungen ge-
Niin^aber zn dem merkwürdigen Mitleid sozialistischer und liberaler Blätter. Wir sagen es em- fach unb frisch heraus: Dieses angebliche Niitlerb ist Heuchelei. Der Beweis ist leicht zu fuhren. Diese Mädchen gehen freiwillig nach Amerika ins Kloster; trotzdem mag manchem der Abschied ickmer geworden fein. Hanne Ul Ute, die prächtige Gestatt m dem Fritz Reuterschen Epos, hat auch gememt beim Abschied von feinen Jltern als er m bie Fremde ging. Der schwere Abschied hat dem- nach nicht viel auf sich. Aber wir ftas-n die sozialdemokratischen und liberalen Blatter. Wo war denn euer Mitleid und euer Protest- als in Frankreich, als m Portugal längst Kloster- stauen mit Gewalt von Haus und Hof vertrieben, aus der Heimat tn bte Frmide getagt wurden, ohne baß man sich um ihr Fortkommen kümmerte? Aus der Heimat gehen, ist schwer, schwerer, weit schwerer ist, aus der Heimat oec» trieben werden, ohne daß man wem, wohin. Und doch von Mitleid in der sozialistischen unb liberalen Presse nicht eine Spur, dagegen Beifall und Lob für bie revolutionären Diktatoren, welche-1 ohne bas Volk zu fragen, einfach dekretieren. Damit L E Ä, «5* ^ liberale Blatter, wie z. B. ber „Schab. Merlur tn einem evangelischen Bunbesariitel nicht, bie Elegie« gieruugen zu mahnen, ben Bertriebeneminsen Gejagten, kein Obdach zu gewahren. Dw ^«nks
. iyTa* mit Bedauern davon, daß Holland dir^Obsachlosen wahrscheinlich aufnehmen und sie nWn abroe fen werde. Es waren ,a keme Hunde, um b.e es"sich handelte; Hunde hätten Muteid ge- funben bei Sozialisten und Liberalen; nein, es inaren nur katholttche Ordensleute! Da ist jede Barbarei am Platz und jedes Mttletd und jede Äiltelciilung verpönt.
W-r den Abgrund des HasseS kennen lerueu wA, von dem diese Elemente gegen die katholische Kirche, ohne daß sie es merke«, eingenommen sind, ber überlege sich einmal, was das bew.. jenen« fall- ift an der Hund dieser Tatsachen teuht zu er« kennen was man von dem liberal-sozialistischen Mittterv zu hatte,, hat, das geheuchelt wurde, als jene Niädchen die Heimat verließen, um ms Kloster
* Der Erpresser mit der Maske. Dem Puppen- fabrifanten Kiesewetter in Neustadt bei Koburg war am Sonntag ein Bries zugegangen, m dem ihm 2000 Mack geforbert werden, bie er feinem Kutscher übergeben solle, widrigenfalls et und ferne Familie unglücklich würden. Als sich der Kutscher am Donnerstag abend auf dem Heimweg befand, wurde er von einem vermummten Manne überfallen, doch gelang es ihm, zu entkommen. Als ber Schreiber bej Erpresserbriefes wurde bet Weinrestaurateur Doepfer au? Koburg verhaftet. Bei dem Verhafteten wurde
« SSmU. pS m.d »k mit d-mA»»«°e d-,
iÄenmal Von ben verunglückten Bergleuten Personen trug, einen Uug von 20 Silometer ftnb lbiä heute etwa 320 geborgen. Wenn bie Auf- aus. Das ganze beforberte Gewicht betrug 35 /2 wältiauna der zufammengestürzten Strecken und da- Kilogramm. ,
mit die Leichenbetgung beendet ist, was in etwa! * Ein heftiger Sturm wütete m Genua un 3 Monaten bet Fall fein wird, foQ auf bem .{^€0» gibitabecetjia, bet an den Hausern Beschädig- WM <i” V*» D-Ntm-I ,um MMM »«I ..... -........ - «M-
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Zeche beträgt jetzt bereits wieder 1800 Mann.
♦ Ein merkwürdiges Stellungsgesuch eines Assessors findet sich in der „Straßburger Post": „Agent im Heringsgroßhanbel, Dt jur. Asseffvr a D beinahe Regiemngsral geworden, schon wiederholt auf Notariaten und bei Rechtsanwälten tätig gewesen, jetzt Kaufmann, Deutsch, Englisch, Französisch und etwas Arabisch sprechend, Stenograph unb Maschinen schreibet Spezialist im Gesetz betreffend unlauteren Wettbewerb, sucht passende anderweitige Veschastigung; bittet ev Dienstmannsinstitut ober Wach- und L>chttetz- gesellschast um Anstellung als Ausläufer bezw- Nachtwächter." — Der Galgenhumor ber Schlußsatzes ist
GefälschfeBanknoten
Aleikum-Cigaretten sind MtMW annähernd gleich wertlos.
Der Kenner hat nur Genuss von den BOhtSO mit Firma auf jeder Cigarette:
zu geben.
VMrwirtjchasMches und Sozialer.
a Entlassung von Telegraphenarbeitern ün Ober- poMrcktiousbezick Kassel. Nach dem -Telegraph, dem Organ des Verbandes deutsche^ Post- und Telegraphett-Arbetter und -Handwerker (Sitz Bochum) s
Ei« gesahrlicher Geheimnis.
B3] Vornan in zwei Bänden von Charles Rcad e- „Run denn, ich liebe eine andere, die*Julia so unähnlich ist, wie das Licht der Finsternis."
Mary sah errötenb vor sich nieder, „wehr schmeichelhaft für Julia", sagte sie; „bte andere die Sie ihr gegenüber stellen, tut mir leid, denn ^ulia ist em sein- unb hochgesinntes Wesen." „
O Maro, Sie stnb zu spitzfindig für mich; ich habe natürlich, ben Gegensatz der äußeren Erscheinung 9 „Ach so, die andere ist ebenso häßlich, wie Julia ^Nein, aber Julia ist brünett und ich« kann die dunkelhaarigen, dunkeläugigen Frauen nicht leidem Eine solche war es, bie mich vor einer Reihe von Sauren in ber herzlosesten Weise betrogen hat.