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anzlers und aus die sonstigen Bedürfnisse und Stimmungen im übrigen Reich keine Rücksicht nehmen zu können, so mag er seinem Monarchen klaren Wein einschenken und eine bestimmte Entscheidung herbeiführm, ob das Großherzogtum Baden seine Extratour im Ärme der Sozialdemokratie fortsetzen soll oder nicht.

Aus dem Nachbargebiete.

* Tann (Rhön), 28. Olt. 1910. Im benach­barten W endershausen entstand Freitag früh auf bis jetzt unaufgeklärte Weise F euer im Hause der Witwe Neumann, das sich bald auf das Nach­

barhaus des Landwirts Bögler ausdehnte. Beide Gebäude sind vollständig zerstört.

* Frankfurt a. Bk., 30. Oft. 1910. Ein Schwind­ler treibt hier mit Kartenverkauf für ein Blinden­konzert sein Unwesen. Das Konzert findet über­haupt nicht statt. Der Betrüger, der Otto Zinimer- mann heißen soll, hat nicht nur eine ganze Anzahl von Karten verkauft, sondern auch eine Militärkapelle und ein Mitglied des Opernhauses für dieses Konzert engagiert. — Auf Einladung der hiesigen Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins berichtete dieser Tage in einer Versammlung Fräulein Dr. Ma­rie Kröhne über ihre Tätigkeit als Woh­nungsinspektorin im Landkreis Worms. Die Rednerin, bis jetzt die einzige Wohnungsinspektorin in Deutschland, führte aus, daß es sich hier um einen ganzen Komplex von Fragen handle, von benen jede einzelne ein Studium erfordere. Die Beobachtung polizeilicher Vorschriften genüge nicht. Unter Woh­nungsnot seit nicht nur der Mangel an Wohnungen, sondern auch deren schlechte Beschaffenheit und die Att der Benutzung zu verstehen. Neben der baulichen sei auch eine sittliche und hygienische Beaufsichtigung notwendig. Die Wohnungsnot ist nicht Sache des einzelnen, denn sittliche Mißstände, Krankheiten usw. treffen die Allgemeinheit. Das Wichtigste ist die Wohnungspflege; Aufilämng und Belehmng sind hier von nöten. Ehrenamtliche Wohnungsinspek­tion ist überall vorhanden, aber bemfliche gibt es nur in Hessen. Die Wohnungsinspektorin ist Kommunal­beamtin; eine Frau ist dämm besonders geeignet für diesen Posten, weil es sich meist dämm handelt, Frauen zu belehren.

* Kassel, 29. Ott. 1910. In vergangener Nacht wurde auf dem Bahnhof Trendelburg von Einbrechem die S tat io ns fasse geraubt. Die Diebe hat­ten eine Wand des Fachwerkbaues eingeschlagen und waren so in das Innere gelangt. Von dort schafften sie den eisernen Aufsatz des Geldschrankes weg nach einem nahe gelegenen Teich, wo sie den Schrank öff­neten und ihn seines Inhaltes beraubten. Die Tat konnte unbemerkt auSgefufjrt werden, weil auf dem Bahnhof Trendelburg fein Nachtdienst und fein Nacht­verkehr besteht.

* Aus Nassau, 30. Ott. 1910. Einzig steht wohl der Fall da, daß eine 85jäh rige Greisin das Amt einer Gemeindepolizeidienerin aus­übt, wie es in dem nassauischen Dorfe Born der Fall ist. Die alte Frau, die noch sehr rüstig ist, versieht ihr Amt noch recht gut, nur in schwierigen Fällen steht ihr ein Neffe helfend zur Seite. Sie hatte das Amt nach dem Tode ihres Mannes, der i t dem Orte Polizeidiener war, übernommen.

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Die badischen Großblockkünstler sind mal wieder sehr schlechter Laune und enthüllen bei der Gelegen­heit ihren Charaf ter mehr als ihnen nützlich ist. Solange in Baden der großherzogliche Hof die Erhebung der Sozialdemokratie zur Regierungspartei zu begünstigen schien, waren die Nationalliberalen äußerlich sehr hoftreu. Jetzt sind sie plötzlich scharfe Kritiker von Mttgliedern des regierenden Hauses geworden.

Das ist nicht' von selbst so gekommen. Es hat bekanntlich neuerdings den Anschein, als ob in den höheren Regionen von Karlsruhe doch das Bedenk­liche der Liebedienerei von Staatsbeamten gegenüber der Umsturzpartei zur Geltung kommen und eine gewisse Bremsung in der ministeriellen Großblock­politik eintreten solle. Das kommt aber den libe­ralen Worthelden sehr quer. Jetzt wettern sie gegen die „Kabinettspolitik", die sie bisher für ihre Zwecke recht kräftig auszunutzen suchten, so lange die alte Bedingung zuzutreffen schien: .... wenn Er unseren Willen tut. Um die öffentliche Memung gegen den angeblichen neuen Kurs aufzuhetzen, schiebt man mit schlau berechneter Taktik einerseits die .Schuld* auf weibliche Einflüsse, wobei men auch sogar mit dem Schlagwort „Boudoir- poktik* (Politik, die im Frauengemach eingesädelt wird) operiert, und andererseits auf Einwirkung von Berlin, wodurch das badische Selbstbewußt­sein gegenüber Preußen mobil gemacht werden soll.

Das Schreckgespenst des „Boudoirs* wird herauf- beschworen durch die Behauptung, daß die Groß­herzogin-Witwe Lu i s e, die Tochter Kaiser Wilhelms I. und Tante des Kaisers gegen die Großblockwirtschaft eingenommen sei und ihre hohe Verwandten gewarnt habe. Wir wissen nicht, ob dem wirklich so ist, wie ja überhaupt die ganze Wendung in der badi­schen Politik noch vorläufig im Nebel von Gerüchten liegt, deren Richtigkeit und Tragweite sich erst noch erweisen muß. Aber wir können nichts wunder­bares darin finden, wenn weibliche oder männliche Mitglieder des badischen Herrscherhauses in der Verbindung der Staatsgewalt mit der Umsturzpartei ein Aergernis und eine Gefahr finden und dieser Ansicht Ausdruck geben sollten. Anlaß zur Verwunderung gab vielmehr der Umstand, daß bisher die Großblock­politiker sich offen aus die Begünstigung von oben berufen konnte, und der Minister von Bod- mann amtlich im Landtage das Lob der Sozial- fingen durste.

In ihrem Aerger erinnert die nationalliberale Presse an den „Kampf*, den s. Z. Fürst Bis­marck gegen die Kaiserin Augusta geführt habe. Fürst Bismarck war bekanntlich ein außer­ordentlich starker „Hasser* und pflegte jede Persön­lichkeit, die nicht unbedingt für feine jeweiligen Maßnahmen schwärmte, als böswilligen Feind und Ränkeschmied zu betrachten und leidenschaftlich zu bekämpfen. Bismarck hatte sich damals von den Liberalen zu einem Kulturkampf verleiten lassen, der den konservativen und auch den christlich-reli­giösen Interessen widerstrebte. Es gelang ihm, Kaiser Wilhelm I. auf die gefährliche Bahn zu locken. Die Kaiserin Augusta aber konnte der Priesterjagd, Klösterzerstörung re. keinen Geschmack abgewinnen. Obschon sie die Grenzen ihrer Stel­lung nicht überschritt, wurde sie auss schärfste an­gegriffen und von dem Preßgefolge des eisernen Kanzlers als Vorkämpferin des „Ultrarnontanis- mus* und als geheime KathoMn hingestellt. Sie war aber nichts anderes, als eine Frau mit ge­sundem Menschenverstände und edlem Gefühl, die sich nicht täuschen ließ. Daß sie die Kulturkämpferei der 70er Jahre nicht loben und fördern wollte, gereicht ihr zur großen Ehre, denn der Erfolg hat ja inzwischen handgreiflich gezeigt, daß Bismarck mit seinem damaligen Vorstoß gegen die katholische Kirche und das Zentrum, der die evangelische Kirche itnb die konservative Partei am schwersten traf, auf dem Holzwege war. — Wenn heutzutage in der badischen Großblock-Verirrung die Großherzogin- Witwe Luise sich ebenfalls ein selbständiges Urtei und richtiges Gefühl bewahrt Hatz so darf sie darau rechnen, daß die Zukunft ihr eine glänzende Genug­tuung geben wird für die liberalen Angriffe von heute.

Wir beteiligen uns nicht an der Behandlung von Boudoir- oder KabineUsgeheimnifsen, sondern halten uns an die verantwortlichen Minister, im vorliegenden Falle in erster Linie an Herrn v. Bodmann. Wenn er „Einflüsse* gespürt haben sollte, die ihm formell unberechtigt ober materiell unrichtig erscheinen, so hat er einfach an der maß- gebenden Stelle die Vertrauensfrage zu stellen.

Damtt erledigt sich auch das Gerede von der „Berliner Einmischung*. Glaubt Herr v. Bod- mann auf die sog. Sammlungspolitik des Reichs­

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JVs 250.

Montag den 81. Moder 1910.

37. Jahrgang.

vermischtes.

* Durch eine umfallende Kerze würbe in einem Hause der Paulinenstraße zu Dortmund die De­koration eines Katafalks in Brand gesetzt. Die Bekleidung und der Sarg wurden vernichtet, auch die Leiche wurde vom Feuer erfaßt.

* Der Brandschaden an der von Feuer heimge­suchten Universitäts-Bibliothek in Toulouse in Frankreich beträgt 1 Million Franks. Die Hälfte entfällt auf Bücher. _____________

Gottesdienstordnung in Kassel.

Dienstag, 1. November (Allerheiligen).

Kassel-Alt. ».Pfarrkirche zur hl. Elisabeth Friedrichstraße 16): Wie am Sonntag. j

b. Pfarrkirche zur hl. Familie ^Kölnische Straße 53, nahe beim Hauptbahnhof): Wie am Sonntag.

Kassel-Wehlheiden. Pfarrkirche St.Marien (Rosenkranzkirche am Neumarkt): Wie am Sonntag.

KaffU-Rothenditmold. Josephskirche (Vell- marsche Straße 32): 8 Uhr Frühmesse, 10 Uhr Hoch­amt mit Predigt, nachm. 2 Uhr Segensandacht, abends 7'/, Uhr Predigt, daraus Andacht für die armen Seelen.

Kafsel-Betteuhansen. 6'/. Uhr Frühmesse, 9 lUjr Hochamt und Predigt, nachm. 2 Uhr Segensandachtz darauf Gelegenheit zu beichten.

Mittwoch, 2. November (Allerseelen).

Kaffel-Rothenditmokd. Morgens 8 Uhr Amt für die Verstorbenen der Gemeinde.

Kassel-Bettenhansen. Morgens 8 Uhr Amt für alle Abgestorbenen.

2. Blatt.

Druck und Verlag der guldaer Aetiendnickerei in ßnlda.

LtzFlle jene, welche Forberungen an den Nachlaß des ver­storbenen Fridolin Otter- bei« in Salzschlirf haben, werden aufgefordertz solche in­nerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten anzumeldm.

Der Vormund:

Joseph Föh, Eichenan, Post Großenlüder.

Deutsches Reich.

*♦ Neber die neue Militärvorlage schreibt die Mll-pol. Korrespondenz*, damit zugleich unsere rüheren Mittellungen bestätigend, die Vorlage liege eit kurzem in der vom Kaiser nicht ohne an­fänglichen Widerstand genehmigten, zwischen dem Kriegsministerium und dem Reichsschatz­amt vereinbarten, stark gekürzten Form fer­tig vor und befinde sich bereits in der Hand von ver- chiedenen Bundesratsmttgliedem. Zusammen mit dem Etat werde die Vorlage, die so gefaßt fein soll, daß sie ohne besondere p ar l am en t ar i- 'che Kämpfe angenommen werden dürfte, dem Reichstage bald nach feinem Zusammenttitt zugehen. Wie die „Germ.* mitteilt, waren vom Kriegsministe­rium zuerst große Forderungen erhoben worden. In einer Sitzung des Gesamtministeriums wurde dann aber entschieden, daß neue Steuern nicht ver­langt werden würden, daß alle Ressorts sich danach zu richten hätten, und daß die Forderungen entspre­chend herabzusetzen seien. Das wirtte. Der neue Marineetat hält sich unter dem Voranschlag der 1908 gegebenen Kosten-Ausstellung. Im Heeresetat sind einige Geschützbeschaffungen von Bedeutung; aber die Militärvorlage selber scheint sich in annehmbaren Grenzen zu bewegen. Der Bundesrat hat zunächst darüber zu enffcheiden, er darf nie außer Acht lassen, daß bei hohen Forderungen die Einzelstaate!: die Zeche bezahlen müssen. Neue Steuern gibt es keine, also bliebe mir die Erhöhung der Mattikularbeittäge übrig Die neue Militärvorlage hält an dem Satze fest: keine Ausgaben ohne Deckung. Als Deckung Zollen die Einnahmen aus der Reichswertzuwachs­teuer in Bettacht kommen, ein Rest soll sogar für die Veteranenbeihilfe noch flüssig werden.

(*) fmnfabunb und Bauernbund. Am 22. Ok­tober hat dec Hansabund in Limbach eine öffentliche Versammlung abgehalten, in der ein Herr Fellgiebel aus Berlin über die Wirtschaftspolitik des Hansabun- des referierte und sich dabei folgenden Satz leistete: „Der Hansabund ist nicht landwirtschaftsfeindlich, das beweist die Gründung des Deutschen Bauernbundes." Hierzu bemerkt die „Kreuz- ztg.': „Man kann dem Hansasmdling für dieses Ein­geständnis dankbar fein, denn Herr Fellgiebel muß, wie aus anderen seiner Aeußerungen hervorging, z. B. die Erttärung der „Nordd. Stög. Ztg." gegen den Hansabund hätte im Präsidium große Heiterkeit her­vorgerufen, von dem tatsächlichen Gang der Dinge sehr wohl unterrichtet fein. Er hat demnach offiziell bestätigt, daß der Bauernbund eine Filiale des Hansabundes ist.

* Der Hansabuudvräsidcnt Reichstagskandidat. Für den Reichstagswahlkreis Göttingen-Mün­den ist, wie das „V. T." erfährt, Geheimrat Rie- ßer, der Präsident des Hansabundes, als national- liberaler Kandidat für die nächsten Reichs tags Wahlen in Aussicht genommen. Die Fortschrittliche Volks­partei wird bie Kandidatur unterstützen.

+ Wertvolle Geständnisse entschlüpfen d.m,Reichs- boten'in seinem Festartikel „Zum Reformationssest*. Das Blatt meint,

die evangelische Kirche sei ringsum von Feinden umgeben. Das atheistisch-monistische Freidenkerin m sei für die Kirche noch g es äh rlich er, als der „römische Mtramontanismns", weil jenes sich in der evangelischen Kttche ober der evangelischen Bevölkerung herumtreibt, mit seinen Angriffen auf bie Wahrheit ber evangelischen Kirche bas Volk ber Kirche zu entfremben unb zum Austritt au» ihr zu bewegen sucht, wobei er sich auf den theologischen Kritizismus in der evangelischen Kirche beruft und von ihm seine Waffen entlehnt. „Für die evangelische Kirche könnte die römische Kirche nur dann eine Gefahr werden, wenn die evangelische Kirche so sehr dem freidenkerischen Unglauben verfiele, daß die ernsten Christen sich in ihr nicht mehr heimisch fühlen könnten und fich zu der katholischen Kirche hingezogen fühlten, weil dort bie Grund tatsach en des Christentums festgehalten werben."

Diese Bekenntnisse sollte der .Reichsdote^ in Sperrschrift dem Evangelischen Bunde zur gefälligen Nachachtung zugehen lassen.

MAKOLICiGARETTtN

Rosenkranz-Andacht, 5 Uhr Allerseelen - Andacht mit Predigt. — ®obalität Morgens '/,7 Uhr General- tommunion. (An diesem Tage auch päpstlicher Segen mit vollkommenem Ablaß im Dorn.) — Frauen­berg. Hl. Messen von 5 bis 7 Uhr, 8 Uhr Rosen­kranzmesse , 9 Uhr Levitenamt mit fatram. Segen. Nachm. 2 Uhr Predigt, Andacht und Umgang für die Antonius-Bruderschaft.

Mittwoch, 2. November. (Allerseelen.) Tom. Vi6, 6 und Vi7 Uhr hl. Messen, */«8 Uhr Pfarr- amt, 8 Uhr Totenmette, 9 Uhr feiert Requiem, abends »/,8 Uhr Schluß der Rosenkranz-Andacht mit Tebeum. — Stadtpfarrkirche. */.6, 6 unb 7 Uhr hl. Messen. Nach jeder hl. Messe Austeilung der hl. Kommunion. 8 Uhr Requiem unb Einsegnung ber Tumda, 9 Uhr hl. Messe, abends */i8 Uhr Schluß ber Rosenkranz- Andacht. (Die Andacht am Freitag Abend ist den Winter hindurch nichtum 8, sondern nm 5 Uhr.) — Michaelskirche. Morgens 7 Uhr Requiem für bie Verstorbenen ber beiben »ruber« schäften unb Austeilung ber hl. Kommunion. Nachm. i/,5 Uhr Predigt unb Andacht für die armen Seelen. An allen Werktagen der Oktav von Allerseelen nachm. tz',5 Uhr Andacht. — Ronnenkirche. *) Von 6 Uhr an ht Messen, auch Gelegenhett zum Empfang der hl. Kom­munion, 8 Uhr Gymnaflal-Gottesdienst, 9 Uhr Requiem, 5 Uhr Abendandacht. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. Morgens 7 Uhr Requiem, abends 5 Uhr Schluß der Rosenkranz-Andacht mit tebeum. — Frauenberg. Um -/«8 Uhr feiert Totenoffizium, 8 Uhr Requiem und Pro­zession zur Slpftergruft. v ai , ,

Donnerstag, 3. November. Tag der Anbetung im Siechenhaus.

Freitag, 4. November. Frauenberg. (Herz- Jefu-Freitag.) Aussetzung des Allerheiligsten von 5 Uhr morgens bis 5 Uhr Abends zur Anbetung des göttl. Herzens Jesu. Um 8 Uhr hl. Messe, 9 Uhr Levitenamt. Nachm. 2 Uhr feiert Vesper, 4 Uhr Schlußandacht mit Umgang.

•) Der große Allerseelen-Ablaß. Der hl. Vater Pius X. hat unter dem 27. Februar 1907 durch Dekret bet hl. Ablaß-Kongregation bie folgenbe große Gnade für immerwährende Zettel» verliehen: Wer an Merseelen, d. h. von der Totenvesper des 1. bis zum «Sonnenuntergang des 2. November, eine Kirche ober öffentliche Kapelle der Benediktiner oder Bene­diktinerinnen besucht, kann unter den gewöhnlichen Be­dingungen einen vollkommenen, den armen Seelen zu­wendbaren Ablaß gewinnen, unb zwar kann man diesen Ablaß innerhalb oben genannter Zeit nicht nur einmal, sondern toties quoties, b. h. so oft, als man eine Benediktiner- oder Benediktinerinnen-Kirche besucht. Die Träger ber Benebiktus-Jubiläums-Mebaille aber, welche durch Krankheit unb klösterliche Klausur und allzuwette Entfernung (IV- Kilometer) verhindert sind, eine Kirche ober Kapelle des Benediktinerorbens zu besuchen, können denselben Ablaß an den genannten Tagen gewinnen, fo oft sie nach würdigem Sakra- menten-Ernpsang eine beliebige Kirche ober öffentliche Kapelle besuchen unb dort eine Zeit lang nach ber Meinung bes hl. Vaters beten.

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Dienstag, 1. November. (Allerheiligen.) Dom */«6, 6 unb 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt unb Predigt, ‘/«IO Uhr Bischöfl. Hochamt mit päpst­lichem Segen unb vollkommenem Ablaß, 12 Uhr hl. Messe, 1/»2 Uhr Anbacht, 3 Uhr Bischöfl. Vesper. — Stadipfarrkttche. ‘ii6 Uhr hh Messe unb Predigt, ‘/«7 unb 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Amt unb Predigt, 7« 10 Uhr Festpredigt und Hochamt, 3 Uhr Rosenkranz, 7,8 Uhr Predigt unb Andacht für die Verstorbenen. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. Wegen der Generalkom­munion der Sodalen fällt die Frühmesse aus. 8 Uhr Amt und Predigt, '/»IQ Uhr hl. Messe, 8 Uhr _

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** Berlin, 29. Olt. 1910 Der Börse hastete heute bei mehrfachen Schwankungen unverkennbar ein nervöser Zug au. Anfangs war die Haltung auf Provinzorders fest. Doch im Verlauf der ersten Vör- fenftunbe trat ausgehend von Phönixattien ein em­pfindlicher Rückschlag ein, der von beträchtlichen Kursverlusten, namentlich für Montanwerte, begleitet war. In der heutigen Generalversammlung der Phö­nix-Gesellschaft soll vor übertriebmen Erwartungen hinsichtlich des Ergebnisses im laufende,: Geschäfts­jahr gewarnt worden fein, da auch der Bestand an Aufträgen ungenügend fei. Dieses bildete neben Baiffeangriffen einen weiteren Anlaß zur Ermattung. Geld über Ultimo 3i/2 Prozent. Privatdiskont 4% Prozent.

Gottesdienstor-nung in Hulda.

(Katholischer Gottesdienst.)