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fuldaer

g(ge)

im Kampf ums Dasein.

teilen.

Er ging ins Ausland, bis der Ruf aus dem Nor­den erscholl, der Freiheitskrieg begann. Hier erwarb er sich die höchsten Verdienste: von kühnem Tatendrang beseelt, wurde er nicht müde, seine sorg- ältig entworfenen Pläne mit rücksichtsloser Energie durchzuführen, wobei er allerdings die Truppen sehr wenig schonte. Aber solcher „Draufgcher" bedurfte es, um zu dem einen hohen Ziele zu gelangen. Tenn es handelte sich um einen ebenso genialen als erprob­ten und chrgeiziaen Gegner, den alle Soldaten- und Feldherrneigenschaften zierten. Nach der Schlacht bei Leipzig wurde Gneisenau zum Danke für seine hervor­ragende Mitwirkung zum Generalleutnant erhoben. Rach dem ersten Pariser Frieden erhielt er auch eine Do'ation. Während der 100 Tage (1815) entschied er, wie bereits oben angedeutet, den Sieg von Wa­terloo (18. Juni 1815) und leitete btc Verfolgung der Geschlagenen mit solcher Energie, daß der Rück­zug in wilde Flucht ausartete.

Der Frieden brachte auch ihm wie den Vesten im Volke manche bittere Enttäuschung: was das Schwert gut gemacht, verdarb bekanntlich die Feder wieder. Zum General der Infanterie ernennt, erhielt Gnei­senau später das Kommando des rheinischen Armee­korps, von dem er ein Jahr später zurücktrat, um sich auf sein Schloß Erdmannsdorf (Riesengebirge) zurückzuziehen. Hier verbrachte er die letzten Lebens­jahre mit wenigen Unterbrechungen im Kreise der Seinen. Im Jahre 1818 wurde er zum Gouverneur von Berlin, 1825 zum Generalfeldmarschall und im Jahre 1831 beim Ausbruch des polnischen Aufstandes zum Oberbefehlshaber der zum Schutze der preußischen Grenze ausgestellten Truvpcnmacht ernannt. Auch war er Mitglied des Staatsrates und Vorsitzender der Mi-

Gesnndheitsregeln sür's Schlaf­zimmer.

Von Dr. Thraenhart, Freiburg i. Br.

Das Schlafzimmer hat auf unseren körperlichen und geistigen Gesundheitszustand großen Einfluß, da wir mehr als den dritten Teil unseres ganzen Lebens darin zubringen, in Krankheiten oft wochenlang hinterein­ander. Es ist ein bedeutender Unterschied, ob wir morgens körperlich gekräftigt und geistig erfrischt, ar- beitsfteudig und lebensfroh erwachen, oder ob Blei­schwere uns in den Gliedern liegt und schmerzender

kahl geworden wären.

— Pietät. '11.: .Sie können mich aus einer großen Verlegenheit retten: leihen Sie mir lautend Mark." — B.: »Das ist ganz unmöglich." — A.: „Wieso unmöglich? Sie sind doch ein reicher Mann1* — B.: .Allerdings; aber ich kann mich von dem Gelbe nicht trennen — das ist ein Andenken von meinem Vater!"

M 249.

Samstag den 29. Oktober 1910.

57. Jahrgang.

unseres Geschlechtes namentlich auch für die Ver­herrlichung Christi durch unsere Erlösung von zeitlichem und ewigem Leid aufs herzlichste besorgt sind. Liegt es da nicht so unendlich nahe, daß wir in unseren Nöten und Anliegen uns an diese unsere Brüder und Schwestern wenden? Und wie sollte Christus selber das mißbilligen? Wir könnte er es den Heiligen verbieten wollen, unsere Bitten ihm vorzutragen? Doch was bedarf es tanger Er- örterungen! G o t t s e l b st hat wiederholt die Menschen zu seinen Heiligen gewiesen, auf daß diese bei ihm für die .Menschen Fürsprache etnkqen möchten, ttr schickt den Abimelech zu Abraham, auf daß Abraham für ihn bete, woraus Gott zum Zeichen der Gottgesälligkeit einer solchen Furmlte die Bitte Abrahams erhörte. (®em 20, 7. 17). Und zu den Freunden Jobs spricht Gott selber: .Geriet hin zu meinem Diener Job . . . Hvb aber mein Diener soll für euch bitten, sein Angesicht werde ich anschauen, und eure Torheft will ich euch nicht anrecknen." (Job 42, 8). Um Davids des frommen

.um Allermartyreriest am 13. Mai, also kurz vor der Ernte, in großer Zahl nach Rom pilgernden Gläubigen nötigte den Papst, das Fest auf einen Tag nach der Ernte zu verlegen; als solch einen aeelaneten Tag erachtete er den 1. November. Zu- Mich gab Gregor IV. bei Kaiser Ludwig dem Frommen die Anregung, das Fest auch im Franken- reiche einzuführen. Ludwig leistete dieser Anregung Folge und befahl, mit Zustimmung aller gallischen chÜd deutschen Bischöfe, rm Jahre 835 das Fest am 1. Novbr. im ganzen Frankenreiche zu leiern. Zwar handelte es sich bei diesem Feste zunächst um das Allmartyrersest des 13. Mai, aber nebenher hatte man auch die Absicht, außer den hl. Märtyrern auch alle anderen Heiligen einzubeziehen, wie es schon Gregor III. im Auge hatte, als er m der Peterskirche eine Kapelle und Andachtsübungen zur Verehrung aller Heiligen bestimmte. Indes, mochte das Allerheiligenfest auch nicht schon durch Gregor I V. förmlich eingeführt worden sein, so besteht doch kein Zweifel, daß es bald nach ihm m der römischen und in der fränkischen Kirche in Aufnahme kam und fortan am 1. November festlich begangen wurde Papst Sixtus IV. (1471—1484) versah das Fest Allerheiligen mit einer Oktav.

2. Berechtigung des Allerheiligenfestes.

5. Blatt.

vruck und Verlag der zuldaer Actiendruckerei in Mda.

Christus ist es, der in den Heiligen verehrt, ver- heirlickt und angerufen wird. So kann also der schärfste Feind der katholischen Kirche, wenn er ehr­lich sein will, wenn er die Heiligenverehruug so nimmt, wie die katholische Kirche sie versteht und übt und pflegt, an der katholischen Heiligenverehrung nicht das Geringste von llnchristlichkeit nicht bat Geringste von einer Beeinträchtigung Christi und seines'Erlösungswerkes finden.

b) Man könnte nur die eine Frage aufroerien, üb die Heiligenverehrung nötig fei, d. h. ob es nong sei, sich auf dem Umweg über die Heiligen an Christus zu wenden, ob es nicht vielmehr einfacher und besser fei, Christus direkt um seine Hilfe anzu- neben. Hierauf ist zu erwidern, daß es keinem Katholiken verwehrt wird, sich stets und immer an Christus den Herrn direkt zu wenden. Nirgendwo und nirgcndwann hat die Kirche erklärt, die Heftigen- verehrung fei eine Pflicht für den Katholiken, derart, daß der Katholik, der die Heftigen nicht ver­ehre und anruse, schwer fündige und verloren gehe. Die Kirche hat vielmehr immer bloß erklärt, daß die Heiligenoerehrung „erlaubt, heilsam und nützlich" sei. So hat z B. die Kirchenversamm- lung zu Trient in ihrer 25 Sitzung wö .tlich definiert : „Es ut gut und nützlich, die Heiligen, die mit Christus im Himmel thronen, anzurufen und sie um ihre Fürbitte, ihren Schutz und ihre Hilfe anzuflehen, damit sie uns von Gott durch feinen Sohn c\efu§ Christus, der allein unser Erlöser und Heiland ist, die (erbetenen) Wohltaten er­langen." Die Erlaubtheit, Nützlichkeit und Be­rechtigung der Heiligenoerehrung muß also der Katholik allerdings anerkennen und bekennen, nicht al er deren Pflichtmäßigkeit. Es bleibt ihm vielmehr unbenommen, unter Anerkennung der Erlaubtheit, Berechtigung und Nützlichkeit der Heftigenverehrung dennoch in allen seinen Anliegen sich nur und aus­schließlich an Christus zu wenden. Es kann jedoch gar nicht ansbleiben, daß ein solcher Katholik sehr bald auch der Heiligenverehrung und Anrusuna !>ch zuwenden wird. Denn die Heiligen sind auf Erden Vie Freunde Christi gewesen und sind es im Himmel noch weit mehr. Wie könnte aber bet Liebhaber Christi auf die Dauer gleichgültig bleiben gegen Christi feines Freundes liebste Freunde i Die Heiligen sind die lebendigen Siegcstrophaei, Christi unseres Heilandes und Erlösers, denn in ihnen hat e.jrifti Gnade und Christi Kraft m ganz wunderbarer Weise über das Fleisch, den Temel und die Welt gesiegt. Wie könnte aber der Lob- preiset Christi auf die Dauer gleichgültig bleiben gegen diese lebendigen Siegesdenkmäler feines mächtigen Herrn und Königs? Muß es ihn nicht dazu drängen, auch sie zu bewundern und zu p reifen, . eben um an ihnen die Kraft und Herrlichkeit und

Größe Christi seines Herrn zu lobpreisen? Die Heiligen sind im Himmel die Vertrauten Christi, die an Christi Verherrlichung auf Erden den innigsten Anteft nehmen und die als Glieder

Atter Z ei.

litärprüfungskommifsion.

Ein tragisches Geschick war es, daß er, der so oft dem frischen, freien Schlachtentod ins Auge geschaut, in Posen an der Cholera starb, den 24. August 1831. In Sommereschenburg ruhen feine sterblichen lieber« refte, und feit 1855 erhebt sich in Berlin auf dem i Opernplatz fein Standbild in Erz neben denen Blü- - chers und Aorks; auch fuhrt feit 1889 das zweite pom- mersche Grenadier-Regiment Rr. 9 feinen Namen.

^Aeußerst reinlich müßen stets alle Geschirre sein; je intimer dieselben, um so reinlicher.

Blumen gehören nicht ins Schlafzimmer; Blatt­pflanzen nur bei steter Lüftung. ,

Nachtlampen jeder Art verbrauchen einen großen Teil des wichtigsten Bestandteiles der Atmungslust: Sauerstoff, und Berunreinigen die Luft durch schädliche Verbrennungsgafe.

Das Schlafzimmer enthalte nur die notwendigen Möbel: es sei keine Rumpelkammer, fein Stapelplatz für alte Stiefeln und Kleider. ,

Die Nachtkleidung wird am Tage nicht ins Bett gelegt, sondern zur Auslüftnng ausgebreitet.

Schmutzige Wäsche darf nie im Schlafzimmer auf­bewahrt werden, da sie die Lust sehr verunreinlgt.

Auch nasse Stiefeln, Kleider oder Wasche sollen wegen der feuchten Ausdünstung nicht zum Trocknen aufgehängt werden. , ,

Das Ausklopfen oder Aus bürsten der Kleiber darf nie im Schlafzimmer geschehen; Staub und schmutz setzen sich auf Betten und Decken nieder und werden dann in der Nackt von den Schläfern eingeatmet.

Hunde oder andere Lieblingstiere gehören wegen Lustverschlechterung und Ungeziefer nicht ins Schlaf­zimmer, noch weniger ins Bett. .... <

Wer diese einfachen, eigentlich ganz selbstverstanü- lichen Gesundheitsregeln gewissenhaft durchführt, dem wird das Schlafzimmer zu einer Stätte der allnächtli­chen körperlichen Erholung und geistigen Auffrischung, zu der unersetzlichen Reparaturwerkstätte für tue tag­ten Abnutzungen und Schädigungen des Organismus

Königs wegen verspricht Gott die Stadt^Jerusalem zu schützen: »Ich werde diese Stadt beschützen und werde sie befreien um meinetwillen und um Davids meines Knechtes, willen.« (4. Kön. 19, 34) Unb hat nicht Christus der Herr fern erstes Wunder, das große Wandlungswunder, auf der HochM M Kana auf die Fürbitte Mariä gewirkt? So st Gott dem Herrn die Fürbitte frommer Seelen auf Erden für die Menschen angenehm, um rote viel mehr muß ihm angenehm fein, die Fürbitte d Heiligen im Himmel, diesen ganz reinen, ganz unschuldigen Seelen in seiner unmittelbarer Nahe in der Herrlichkeit? Die Heiligenverehrung be- kämpfen heißt darum nicht bloß gegen die katholische Kircke und gegen die gesunde Vernunft ankampsen, sondern auch gegen Gottes und Christi Willen An­sturm laufen. _______

Geschichte des Al 1 erh eiltgensestes.

Das Fest Allerheiligen läßt sich in der abend­ländischen Kirche bis auf Papst Gregor IV_(827-849), die Verehrun g aller Heftigen bis auf Gregor III. (731—741), in der morgeiftändischen Kirche bis auf die Zeit bald nach dem Tode des hl. Johannes Chry- fostomus (gestorben 407) verfolgen.

11 a) Es ist interessant zu sehen wie der Gedanke, das Gedächtnis, aller Heiligen feier­lich zu begehen, allmählich greifbare Ge­stalt cmnahrn. Man kannte von Anfang eine Heili- genverehrnng, das bezeugen .um von allem anderen zu schweigen, die Heiligenbildnifse aus dem 2., 3. und 4. Jahrhundert in den Katakomben, auf denen unter dem Bildnis der Heiligen Amufungen stehen wie .Heiliger Laurentius, bitte für unsi , aber als Heilige betrachtete man zunächst nur die Muttergottes und die Märtyrer, zu denen ja auch alle Apostel gehörten. Es bildete sich so­dann bald der Grundsatz, daß kein Märtyrer ohne Verehrung bleiben dürfe. Ta «der 'm Lauft der «eit die Zahl der Märtyrer durch d,e sich er­neuernden Verfolgungen und besonders durch die blutige Christenversolgung deS Kaisers Dloklet an (284 —305) derartig stieg, daß man nicht mehr federn einzelnen Märtyrer einen Gedächtmstag widmen konnte, und da man auch manche Märtyrer mochte übersehen haben, so führten die kirchlichen Behörden im Orient und Okzident, un Morgen- und Abend­land, ein Fest Aller-Martyrer em.

Diese Einführung eines Allermartyrer - Festes geschah geschichtlich nachweisbar zuerst 'M Orient, in der morgenländischen katholischen Kirche. So mitten wir z B., daß die Kirche zu Antiochien be­reits im 4. Jahrhundert dieses Fest beging und zwar am 1. Sonntag nach Pfingsten. Wir besitzen noch eine eigene Homilie (Predigt) des hl. Johannes Chryfostomus (gestorben 407) aiif dicsen Tag; sie trägt die Ueberschrift: .Rede am Feste aller Mar- tyrer, die auf dem ganzen Erdkreis gelitten haben .

" „ . 1 . ______„ twrioi-rnnrinrer»

Gehirndruck den Flug unserer Gedanken darnieder. $ält$aS Schlafzimmer soll hoch undgeräumig luftig und trocken fein. Die Lage noch Osten tft die beste

Die Betten dürfen nie dicht neben einander und nur mit der Kopfseite an einer Innenwand, nich mi äußeren kalten Hauswänden stehen; ist letzteres durch- aus nöttg, so stelle man eine Holzwand zwischen Bett ^Tag°und Nacht stets Lüftung! Je nach der Jah­reszeit mehr oder weniger. _

Vormittags läßt man längere Zeit den vollen Sonnenschein das Zimmer durchfluten «ur Reini­gung der Lust von Bakterien und Dunsten wobei Fen- ster und Türen weit geöffnet werden, damit der Durch­zug alle Lust erneuere auch in den Ecken und 2ßm- Mn. Während dieser Zeit bleiben die Betten auf- b^Jm Winter möge man immer mal heizen ober die Türe zum geheizten Nebenzimmec auflaffen, da­mit Betten, Wände und Mobiliar ordenftich aus-

g.) Eines erfthen wir aus diesen kurzen geschlcht- licken Darlegungen, nämlich daß die Verehrung der allerftligsten Jungfrau Maria, der heftigen Aposte und Märtyrer und aller Heftigen insgemein nicht eine spätere Zutat des Christentums ist, die die em völlig fremd fei, wie nie Protestanten behaupten, sondern daß die Heiligenverehrung schon m der christlichen Urkirche ihre Winzeln hat und sehr bald Allgemeingut der ganzen katholischen Kirche wurde Es gibt ja auch nichts Vernünstigeres als diejenigen zu verehren und um ihre Fürbitte bet Gott anzurufen, die Gottes Freunde und Lieblinge sind, und an denen Jesus Christus die Kraft feiner Erlösung und Heiligung so wunderbar geoffenoart hat. Die Heiligenverehruug der katholischen Kirckse (nicht die Heftigenverehrniig, die Unverstand uns Katholiken andichtet) ist letzthin fa nichts anderes als eine Verehrung und Anrufung Jesu Christi felber, durch den allein die Heiligen das geworden Und, was sie find, und ohne den sie keine Heftigen waren, und deffen Kraft und Gnade allem sie durch ihre ’ Fürbitte uns znwenden. Wie es ohne Christi Gnade und Beispiel keine Heftigen gäbe, so gäbe eS auch

. ft horfrhm firm hebe Genua-

v Allerheiligen.

— Der schrecklichste Orkan der Welt. Die Unwet­ter im Golf von Neapel und in Westindien, die fo titel Verheerungen angerichtet hatten und viele Menschen­leben forderten, rufen die Erinnerung an eine schreck­liche Unwetterkatastrophe wach, die bisher die größte ibrer Att war und auch die meisten Menschenleben forderte Diese furchtbare Naturerscheinung war jener verheerende Sturm, der am 10. Oktober 1780 auf den Antillen herrschte, und der in der Geschichte als der schrecklichste Orkan gilt, der bisher zu verzeichnen ge­wesen ist Man wird sich von dec Gewalt dieses Un­wetters eine Vorstellung machen können, wenn man hört, daß im Laufe weniger Stunden mehrere ^nseln und rund 30 000 Menschen durch die Katastrophe ver­nichtet mürben. Merkwürdig ist, daß der Orkan auch im Monat Oktober herrschte, wie der Sturmwind im Golf von Genua. Heber die furchtbaren Einzelheiten die im Gefolge des damaligen Unwetters waren, wird folgendes in zeitgenössischen Schriften berichtet: Der Lauf des Orkans begann in bet Nähe der ^nsel Bar­bados, einer der südlichen kleinen Antillen. Vor ihm konnte sich nichts aufrecht erhalten, keine Wohnung, kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm. Sämtliche Bewohner der Stadt, über die er zuerst hinzog, waren in die Keller geflüchtet; vor dem wilden Tosen des Orkans merkten sie nicht, daß über ihren Häuptern die Gebäude zusammengestürzt waren. Nicht überall jeooch fanden sich so sichere unterirdische Räumlichkeiten — Tausende von Unglücklichen wurden vielmehr unter den Trümmern zerschmettert. Keine Feldschlacht, ftl sie noch so mörderisch, richtet ähnliche Greuel an, rote re von diesem Drehsturm (Chelone) berichtet werden. Weiter voranrückend, traf et in den Gewässern der ^n- sel St. Lucia eine ganze englische Kriegsflotte und versenkte sie mit Mann und Maus in die Abgründe des tobenden Meeres. Die Insel verwüstete er ebenso voll­ständig wie Barbados, und begrub 6000 Einwohner unter den Trümmern der Wohnungen. Unweit Mar- tinique ergriff er die französische Transportflotte, und mit ihr ebenso kurzen Prozeß machend, begrub er in den Wogen 40 von deren Schiffen mit 4000 Mann Be­satzung. Auf dem Lande aber fegte der Sturm die Stadt St. Pierre und andere Ortschaften einfach vom Boden weg. So ging er von Insel zu Insel, auch nacy St. Thomas, dem von solchen Wirbelwinden oft genug heimgefuchien Eilande, alles mit Entsetzen, Verzweif­lung und Tod erfüllend. Sogar weiter nördlich bet den Bermudas, weit außerhalb seines Zentrums, fand er noch Kraft genug, um mehrere englische Kriegs­schiffe zu versenken, die eben auf der Rückkehr in ihre Heimat begriffen waren. “lf,.

— Warum blonde Personen leichter kahlköpfig werden. Schwarze Haare sind fester als blonde und tragen fast das doppelte Gewicht. Die von einem Gelehrten darüber angestellten Versuche haben ergeben, daß man an ein einzelnes schwarzes Haar ein Gewicht von 114 Gramm hängen kann. Blondes Haar zer­reißt weit leichter, doch ist das verschieden, je nach ‘ seiner Schattierung. Ein gelbblondes Haar wird ' kaum 56 Gramm tragen, ein hellbraunes halt schon * 84 Gramm und ein dunkelbraunes bis 98 Gramm aus, ohne zu zerreißen. Das deutet auf eine größere Lebensfähigkeit des schwarzen Haares und erklärt auch das Vorwiegen der Kahlköpfigkeit bei blonöen Haaren. Nach der Ansicht desselben Gelehrten mür­ben also Leute mit pechschwarzen Haaren — alle üb­rigen Bedingungen als gleich vorausgesetzt — sich noch eines vollen Haarwuchses erfreuen, wo Blonde längst

[1 Aewmarfchall Neithardt vorr Gneisenau.

Zum 150jährigen Geburtstage des Feldherrn. 1760 — 27. Oktober — 1910.

Gneisenaus 150. Geburtstag ruft das Andenken an diesen seltenen Mann, dem bekanntlich der cllte Blücher den Löwenanteil an dem Siegslorbeer der Befreiungskriege zusprach, in hohem Maße wach. Gneisenau war es bekanntlich, der tm Jahre 1815 als Blüchers Generalstabschef das pünktliche Erfcher- nen der Preußen bei Waterloo am 18. Jwn ermög­lichte und so den Sieg zu Gunsten der Verbündeten

August Wilhelm Anton Gras Neithardt von Gnei- fenau, geboren zu Schildau in der p^flcheu Pro­vinz Sachsen, entstammte einer österreichischen Adels- fanülie. Sein Vater war sächsischer Artillerieleutnant bei der Reichsarmee, „Reibausarmee spottweise ge­nannt Seine Mutter war aus Wurzburg gebürtig. Nach dem frühen Tode der Mutter nahm sich der Großvater Gneisenaus, Oberftteutnant Muller, des Kindes an. Er ließ es zuerst in Würzburg in der Jesuitenschule erziehen. Nach Müllers -tobe kam der Zwölfjährige nach Erfurt, wo er (1777) die Univer­sität bezog. Aber Mangel an Mitteln zwang ihn, die Studien abzubrechen und beim Militär ein Unter­kommen zu suchen. Wir finden Gnefteuau zuerst bei 5ÄSM» Tm-»-» in E-Iu-i. bann bei te <m-b-«ch.b-,--uchiIchm St™«. »n> M <W"‘ in Amerika gegen die Kolonien zu kämpfen, und nach seiner Rückkehr (1783) seit 1786 in preußifchen Diensten 1790 wurde er Stabskapftcm und nahm an der Besetzung Polens teil (1793-1795). Daun ver­mählte er sich mit Karoline von Kottwrtz und verlebie zehn lange Friedensjahre in Sauer als Hauptmann, die nickt nach seinem Geschmacke waren.

Gneisenau sah die Katastrophe von Jena voraus, „weil er die Schwächen des herrschenden Systems kannte An der Spitze seines Bataillons focht er bei Saalfeld und Jena mit, gehörte aber zu den wenigen, die in der nun folgenden Zeit allgemeiner Verwirrung und Mutlosigkeit den Haren Blick und das feste Vertrauen nicht verloren. Zum Major^befordert, wurde er zum Kommandanten b e r y c ft u n g Solberg ernannt. Diese verteidigte er, unterftußt von den wackeren Bürgern und dem tapferen Schm, gegen erdrückende Uebermacht, bis der demütigende Tilsiter Frieden (1807) seiner Heldenlausbahn ein vorläufiges Ziel setzte. Nun zum Oberftleutnant be­fördert, war er mit Stein und Scharnhorst für die Reorganisation des Heeres tätig, mußte aber, ms Stein entlassen wurde und Preußen bei Oesterreichs Erhebung (1809) untätig bleiben mußte, in Nücksicyt auf den korsischen Machthaber das Schicksal jenes

Aden blande gewann das Allermartyrer- ohne Christi Verdienste und überfchwänglichc ftst wäter Echgang, als im Morgenlande. Es .tlUtng keine wirksame Fürbitte der Heiligen. S4 im Zusammenwirken der abendländifchen i« den .ftediaen verehrt, ver-

mit der morgeuländischcn Kirche. Papst Bonifaz - bat nämlich den osttömischen Kaiser Pookas (ge­storben 4. Ott. 610), als den Herrn von Rom und Miltelitalien, ihm das sogenannte Pantheon, da- im Jahre 27 v. Chr. von Agrippa, dem Schwieger­sohn des Augustus, zu Ehren des Kapers Augustus — ob als Tempel oder als Bad, ist noch nicht tlar — erbaut worden war, zu überlassen, um es zu Ehren der hl. Jungfrau Maria und der Mär­tyrer einzuroeihen. Der Kaiser willfahrte, und fo ließ der Papst die Götterbilder, die in den inneren Nischen des Pantheons stauden, herausschaffen, ver­wandelte den ganzen Bau in eine Kirche, verfah ibn mit ungezählten Reliquien von Martycern, die er ans den Kaiakomben hierher überbringen ließ, und weihte diele neue Kirche der hl. Fungs tau und allen Märtyrern. Es war am 13. Mai 609 oder 610. Zugleich bestimmte er, A)a6 biefer Tau (13. Mai) für die Stadt Rom als Gedachinw- tQq‘ aller Märtyrer hinfort gefeiert werden solle. So hatte das Fest Allermartyrer auch in Rom festen Fuß gefaßt. Eine Basilika zu Ehren aller A p o ft e l und damit eine Verehrung aller Apo ft et hatte man schon früher in Rom. Ter Tag der Kirch- weihe dieser Basilika (1. Mai) tonnte zugleich als Gedächttiistag aller Apostel gelten. Erne Mar,en- kirche gab es nachweisbar schon vor 431 zu Epkesus und zur selben Zeit oder vielleicht noch früher auf dem Forum zu Rom (Maria antiqua).

b) Aus diesem Allmartyrersest entwickelte sich im Orient wie im Okzident das Allerheiligenfest. Und zwar geschah dieses im Orient schon bald nach dem Tode des hl. Johannes Chry'ostonius, des Bischofs und Patriarchen von Konstantinopel (gest 407), wie wir daraus ersehen, daß die nach- chiy oftomischen kirchlichen Festkalender für den ersten Sonntag nach Pfingsten ein Ällerhelttgenfest verzeichnen. Tie schismattschen Orientalen haben dis auf den heutigen Tag an diesem Datum fest- geha.-en. Und es ist eine sinnige Idee, die diesem Branche zugrunde liegt: Die Heiligen sind die Kru­der des hl.'Geistes; an ihnen hat der Geist der Heiligkeit seine besondere Wirksamkeit entfaltet; darum geziemt es sich, daß gleich nach dem Feier­tage des hl. Geistes, gleich nach Pfingsten, ihrer gedacht werde. „Noch ist", sagt der hl. Johannes Chryfostomus in feiner erwähnten Rede auf das Fest Allermartyrer, „die Zahl von sieben Tagen seit Pfingsten nicht verflossen, und schon hat uns der Chor, das Heer der Märtyrer erreicht."

Im Okzident, in der abendländischen Kirche, bürgerte sich das Allerheil,gensest später ein als im Orient. Hier war es Papst Gregor llk. (731—741), der eine Verehrung aller Heiligen für Rom an- orduete. Gregor weihte nämlich tn der Basiuka des hl. Petrus zu Rom ein Oratorium „dem Er­löser, seiner hl. 'Mutter, allen Aposteln, Märtyrern, Bekennern und allen vollkommenen Ge­rechten, die auf dem ganzen Erdkreise entschlafen find.' In diesem Oratorium in dieser Kapelle, sollten nach des Papstes Weisung allen Heiligen zu Ehren von den Mönchen Vigilien (Nachtgottesdienste) abgehatten und hl. Messen gelesen werden. Aus dem­selben Geiste der Verehrung gegen die Heiligen heraus ließ Gregor III. weiterhin die Kirche Sancta Maria ad Martyres, das ehemalige Pantheon, das, wie erwähnt, durch Papst Bonifaz IV. für die Ver­ehrung der heftigen Jungfrau und aller 'Märtyrer eingeweiht worden war, gründlich reftauriercn. So war in Rom eine Verehrung aller Heftigen kirchlicherftits angeordnet worden, ein bestimmter Festtag zum Zwecke dieser Verehrung bestand noch nicht. Dieses Fest scheint aber eingeführt worden zu sein durch Papst Gregor IV. (827-849). Dieser Papst verlegte nämlich das Allermartyrerfest vom 13. Mai, für welchen Tag Bonifaz IV. es angesetzt hatte, auf den 1. November. Der Grund für diese Verlegung war nebenbei bemerkt ein wenig ideeller. Die Knavvbeit der Lebensmittel in Rom für die