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Zeitung

«fuldaer

Deutsches Reich

Turmhoch

Aus dem Nachbargebiete

Zentrums, aber unter liberaler Vorherrschaft. Die Karlsruherin sagt dann weiter, die vom Beobachters gemachten Vorschläge — gemeint sind offenbar nicht nur die staktionssreien Kandidaturen in den bisher sozialdemokratisch vertretenen Bezirken Karlsruhe, Mannheim und Pforzheim bedeuteten eine Abley- nung der Sammlungspolitik. Eine Verftandigirng sei nur möglich auf Grund des Ergebnisses der letzten Wahlen. In richtiges Deutsch übersetzt, soll das wohl heißen das Zentrum hat nicht nur in den drei ge­nannten Bezirken die Liberalen herauszuhaum, son- dein den Liberalen von seinem Besitzstand noch eine tüchtige Portion abzutreten, damit diese die Früchte ihrer Verhetzungspolitik wegen der Finanzceform mög­lichst reichlich ernten. Davon kann natürlich keine Rede sein. Eine Verständigung für die Hauptwahl ist sür die drei sozialdemokratischen Bezirke möglich, aber nur wenn alle bürgerlichen Parteien sich dazu

I verstehen, keine Parteigeschäfte damit zu machen Eine Verteilung auf die einzelnen Parteien ist unmöglich, I da wüßte man oon Anfang an, welcher Bezirk der

es hätten sich furchtbare Schmerzen eingestellt, und diese allein hätten seinen Sohn in den Tod getrieben. - Eine Untersuchung des Verfalles erscheint dringend

geboten. „

* Hemeln (Kreis Minden), 26. Okt. 1910 Ein Haus ohne Postbestellung! Tas erschemt wohl kaum glaublich, und doch ist es hier der Fall. Es handelt sich um das vor einigen Jahren au, dem Wege von hier nach der Glashütte an der „Windwärts" neu erbaute Sommerhaus. Nachdem

Ist das nicht der Fall, so müßten das Zentrum wre die Konservativen natürlich auch in den sozialdemo­kratischen Bezirken eigene Kandidaten aufftellen, für die StichwaHen ist eine Verständigung dann sehr schwer wenn nicht unmöglich. Doch es ist müßig, darüber viel zu reden: die Karlsruher Zeitung be­kennt selbst, daß auch die Haltung der Natlanallrbe- ralen wenig Aussicht auf eine Verständigung biete. Die ganze liberale Presse aller Spielarten in Baden lehnt zum Teil mit Hohn die Sammlungspol,ttk ab : unter der Losung: Rechts steht der Feind so I wird man den Sammlungsvorschlag vorerst ruhig zu „Ul eiuni imt» «»;„!. Doch ist die Erörterung nicht I ohne Interesse gewesen. Man sieht vor allem, daß es der Regierung in der Hauptsache um die Forde­rung der Interessen der liberalen Parteien zu tun war, daß ohne die Liberalen für die Regierung kein Heil ist, mag die Sozialdemo­kratie davon auch noch so viel profitieren. Das gibt dm Liberalen die Sicherheit, daß sie von einer Grop- blockpolitik der Regiemng gegenüber nichts zu fürchten

I haben — wie bisher.

c? München, 26. Okt. 1910. Mit der Lin­derung der Fleischnot hat sich am Mittwoch

I der bayerische Landwirtschaftsrat be­schäftigt und sich nach längerer Beratung mit einer

1 , „kontingentierten" Fleischern-

fuhr einverstanden erklärt. 'Ferner wird die Er- , höhung des Alters sür Schlachtkälber vorgeschmgcn, I ein Vorschlag, der wegen des gegenwärtigen | schwachen Auftriebs von Kälbern auf dem Markte

„Sie Schurke!' rief Clifford, „das haben Sie an- gestellt — davon bin ich überzeugt.'

Monkton begnügte sich mtt einem triumphierendm Grinsen, aber BarÜey brach zornig los.

„Er ist ein treuer Dimer, der seinen Prinzipal gewamt hat!' rief er aus, dann beutete er mit stren­ger Mime auf Bolton, und der Polizeibeamte näherte sich dem jungen Manne, indem er höflich sagte:

„Erlauben Sie, Sir, ich muß.'

®ann begann er damit, Walters Westentaschen zu durchsuchen. Der junge Mann ließ den Kopf hängen und sah aus, als ob er sich schuldig fühlte. Er hatte davon gehört, daß Unfchuldigm Geld in die Tascher gesteckt war, und fürchtete, daß man auch mit ihm dies falsche Spiel getrieben haben könnte.

Der Polizeibeamte durchsuchte seine Westentaschen und fand nichts; seine übrigen Taschen — ebenfalls nichts; dann befühlte er Walters Brust und Strum­pfe — ebenfalls nichts.

„Durchsuchen Sie die Reisetasche', sagte Mankton. und'der arme Junge zitterte aufs neue.

Der Polizeibeamte nahm den Reisesack vor — nichts; er wendete dir Taschen des Ueberrocks um — auch darin nichts.

Bartleh sah verwundert drein, noch mehr aber Monkton. Inzwischen hatte Hope das Vorzimmer verlassen, war außm henimgegangen, trat durch das kleine Kontor herein und sah einem Teil dessen, was hier vorging, das heißt der Durchsuchung der Rei;e- tasche und des Ueberrocks mtt spöttisch beobachtendem

Mi

Mein Geldschrank muß mit Nachschlüsseln geöff­net sein!' rief BarÜeh; „die müßten sich doch fin­den.' , . .,

„Meine Herren', sagte Hope, „durfte ich Ihnen einen Rat geben?'

„Wer zum Henker find Sie denn?" fragte Monkton.

„Der Herr ist mein neuer Asiocie und Teilhaber cm Geschäft", fiel Barkley ein; dann wendete er sich zu Hope. „Was würden Sie mir raten?" fragte et höflich.

„Sie haben zwei Kommis — ich würde beide durchsuchen lassm.' (Dorff, folgt)

2. Blatt.

vnck und Verlag der stuldaer Hdknbruderei in Mda.

Ein gefährlicher Geheimnis.

10) Roman in zwei Bänden von Charles Reade

Im nächsten Augenblick stand er an dem Geld­schrank, zog ein Bund Nachschlüssel hervor, öffnete den Schnuck, nahm den Geldkasten heraus und steckte alles Geld, das derselbe enthielt, in feine eigene Tasche. Die Wertpapiere, die er vor fand, nahm er ebenfalls in Besitz schloß den Geldkasten wieder zu, stellte ihn in den Schrank, verschloß auch diesen wieder und setzte sich dann an Bartleh's Schreibtisch. Mit fieberhafter Hast sah er die Wertpapiere durch, war auch so vor­sichtig, Bartley's Strazze einer Prüfung zu unterwer­fen und wurde für seine Mühe belohnt, denn er fand hier die Nummern der Banknoten, welche Bolton eben gebracht hatte, sorgfältig eingetragen. Schnell sor­tierte er sie von den andern, steckte die nichtemgettage- nen in seine eigene Tasche, behielt die andern m der Hand und begab sich damit in das Vorzimmer.

Dies Gemach muß in der Kürze beschrieben toer= Yen Es hatte eine Tür mit einem Glassenster nach dem großen Kontor; dies Fenster wat jedoch mit dunkelblauer Gaze überzogen, und es war unmöglich, aus dem Kontor in das Vorzimmer zu sehen. Wer jedoch, in diesem stehend, das Auge dicht an den Vor­hang legte, war im Stande, wenn auch nur undeut­lich, die Vorgänge im Kontor zu beobachten. Die Einrichtung des Vorzimmers bestand aus einem Waschtisch und mehreren Haken, um die Ueberröcke der Kommis aufzubängen. Eine Schwingetür führte di­rekt auf die Straße und seitwärts in einen Seinen Raum, der für jedes Kontor unentbehrlich sst.

Monkton trat in das Vorzimmer und steckte die eingetragenen Banknoten in Walter CliffordS Ueber- rock und die Nachschlüssel in eine dort hängende, dem jungen Mann gehörende Reisetasche; dann ging er mit teuflischem Triumph im Gesicht in das Kontor zurück und machte sich auf den Weg, einen Polizeibe­amten zu holen.

An der Tür traf er mit dem jungen Clifford zu­sammen und ging mit so unveffchämt herausfordern­dem Grinsen an ibm vorüber, daß er. hätten sie Beide

es nicht so eilig gehabt, aller Wahrscheinlichkeit nach dafür zu Boden geschlagen worden wäre. Rot vor Wut trat Watter Clifford in das Kontor, voll Ver­langen, die Demütigungen und Aergernisse, die ihm hier zuteil wurden, fo schnell als möglich hintel sich zu taffen.

Er trat an fein kleines Pult, zerriß die Briese, die er von Luzie Müller erhalten, und fein Herz wendete ich der Heimat zu. Daraus begab er sich in das Vor­zimmer, stopfte, da et begreiflicherweise seht heiß war, einen Uebenock nebst Kamm und Büffte in die Reise­tasche, kehrte in das Kontor zurück, um sein Feder­messer zu holen, und wat im Begriff, eilig auf und davon zu gehen, als ihm Mr. BarÜey in den Weg trat.

„Auf ein Wort, Sir", sagte der Prinzipal mit strenget Miene.

„Zu Befehl, Sir', gab Walter steif zur Antwort.

Mr. BarÜey setzte sich an seinen Tisch, indem er die Augen mit seltsamem Ausdruck auf Dem jungen Manne ruhe« ließ.

Sie scheinen in großer Eile, hier fortzukommen.' „Ja, b(S bin ich."

„Haben nicht einmal Ihren am heutigen Tage fälligen Gehalt verlangt."

„Entschuldigen Sie! Sie wissen, daß ich für alles Geschäftliche untauglich bin."

„Es gibt noch anderes zu ordnen, als die Aus­zahlung Ihres Gehalts."

„Wollen Sie mir eine Prämie für gutes Bettagen

Netti Siri Sie werden begreifen, daß keine Ur­sache' zum Scherzen vorliegt, Mr. Bolton, wenn ich Ihnen sage, daß sich in den Berechnungen Fehlet ge- f Der Dringe Mann wurde sofort ernsthaft. „Das tot mir aufrichtig leib, Sir", antwortete er «nstands- ^Bartley's Blick wurde noch Menget als bisher. *

„Daß ich sogar um bares Geld bestohlen bin , füate er hinzu. _ , .

Großer Gott!" rief der junge Mann, indem et mehr auf den Blick als auf die Rede Bartley's ant-

über dem gewöhnlichen Lebertran steht Scotts Leber« tran-Emulsioii. Dies ist darauf zurückzuführen, daß zu ihrer Herstellung nur die denkbar besten Roh­stoffe verwendet werden, die in dem seit Jahrzehnten bewährten Scottscheu Verfahren so leicht verdaulich gemacht werden, daß der volle Nährwert sämtlicher Bestandteile dem Körper zugut kommt. Infolge- veffen läßt sich bei regelmäßigem Gebrauch von Scotts Emulsion schon in kurzer Zeit eine Besserung des Allgemeinbefindens, hauptsächlich auch eme Zu« nähme der Eßiust und des Körpergewichtes beobachten.

ScottS Smulflon rott» von uns »«suvitetzUch im troBen Der« tauft und zwar nie lote ni ch Lewicht oder tilatz, fondern nur in versiegelten Ortginvlflufch-n tn Harten mit urIrrer Schutz, warte (Micher mit Dem Tro-Ich». Scoi- u. Bowne, ®. :n. b. v. 5ta«e”anbteUe: feinster Medi-inai-Lebertran prima

Bikerin 60.0, unterphotvhorMfaurer Halt <A unterpl#o»W_*9T aures Natron 2,0, pu'v. Tragant 3,0. reinster atab. rs.tmmf >uü>. 2/) beit>0. ».a er i rs,o, tu total »l,o. Hier zu atornatrtro« Smuision mtt fiimt . anbei. "Pi" H'a'ttthnioöl te t Trov en.

mattete, „Sie können mich doch unmöglich im Verdacht haben?"

Ich tveiß, daß ich bestohlen bin', erwiderte Bark­ley in strengem Ton, „und ich bemißtraue Jeden, des­sen Bettagen verdächtig ist."

Das war zu viel für einen Clifford; tote ein jun­ger Löwe fuhr der junge Mann auf ihn los.

»Ihr Verdacht schändet nur den Krämer, der ihn hegt" nicht den Gentleman, dem er Unrecht tut!" rief er aus. „Da Sie zu alt für mich sind, um Ihnen die verdiente Züchtigung zu geben, will ich nicht lmig« hier bleiben, mich von Ihnen beleidigen zu lassen.

Er ergriff feine Reisetasche und wendete sich zum Gehen, als die Tür geöffnet wurde und Mankton ynt einem Polizeibeamten hereintrat.

„Sie bleiben!' schrie BarÜey, der ebenfalls wü­tend" wurde; „um ins Verhör genommen zu werden, sollen Sie bleiben."

„Ins Verhör genommen?'

„Ober durchsucht zu werden, wenn Ihnen das lie­ber ist.' „ , .. , , .

„Nein, das bürfen Sie nicht tun!' rief der iunge Mann; „diese Demütigung werdyi Sie mir nicht gri­ffigen.' .

BarÜey, der nur geldgierig, aber nicht grausam war, zögerte.

„Gut denn", sagte er, „ich will, ehe weiteres ge­schieht, den Geldschrank durchsehen.'

Mtt diesen Worten öffnete er den Schrank und nahm die Kasse heraus — sie war leer. Bei diesem Anblick brach er in einen lauten Aufschrei aus.

„Nun wahrhaftig, das nenne ich aufräumenl' sagte er bann. „Ein vollständiger Raub — Gold und Papiergeld, alles bei Seite geschafft! Kein Wunder, daß Sie es so eilig hatten, fortzukommen. Glücklicher­weise habe ich einige der Banknoten eingetragen — durchsuchen Sie ihn.'

„Nein, nein, Sie werden mich nicht wie einen Dieb behandeln!" rief der arme Junge, der dem Wei­nen nahe war.

„Warum fträuben Sie sich denn, wenn Sie un­schuldig sind?" spottete Monkton.

Glashütte—Hemeln und zurück hat ausfallen lasstn. ist dieses Haus ohne Postbestellung; benn ber Land postbestellbezirl der Postagentur Oedelskelm enbet auf der Glashütte, der Bestellbezirk der Postagentur Hemeln erstreckt sich nur auf ben Ort unb bie Röhrenmühle. „ - •

* Haiger, 26. Olt. 1910. Der Bergmann Hemrick Seel von Eisenroth stürzte auf Grube „Hanstem bei Haiger in ben Schacht von 20 Meter T f. Er erlitt einen Sckädelbnich unb starb alsda d.

* Mainz. 25. Okt. 1910. Die soeben erfolgte Zusammenpellung ber Einnahmen aus den Ber- brau ckS abgab en für bas erste Quartal be> neuen Rechnungsjahres 1910 laßt erstmals bte Wirkungen des Minberergebnifses erkennen, den der Wegfall der Verbrauchsabgaben auf Vieh und Etz- roaren gebracht hat. Vom 1. April bis 1. Juli ö.

' wurden nur 55 550 Mark vereinnahmt gegen I 194498 Mark im gleichen Vorjahrsabschnitt. Ter Ausfall beträgt fomit 138948 Mark — Em Fabrikant offerierte in der Zeitung Hölzchen und Tunke zur Anfertigung von Zündhölzern. Er fand auch in Mainz Besteller. Vor kurzem er- schienen nun bei ihnen Zollbeamten zur Untersllckung wegen Skeuerdesraudallon. Sie waren un Besitz de? Verzeichnisses der Besteller, das sie beim Fabri­kanten geholt batten. Die Anleitung zur Z'.mv- bolzfadnkation ist nicht strafbar, ab« ^e Verstellung

I csindeffen wurde gegen bte Leute bis sitzt keine An tlage erhoben, da sie nur 'Probeversuche von ganz

I geringem Umfange gemacht hatten. .... .,

' Meiningen, 25. Okt. 1910. Ein Menschen­freund hat an hiesige bedürftige Arme m diesen Tagen 70 Zentner Kartoffeln verschenkt.

hielt die Angeklagte den Besuch eines Schriftstellers Buchner, der sich einen Scheiß machen wollte. Buch- ner mußte sich ebenfalls an de» Tisch setzm »nd Re Seine recht breit machen, damit „der Geist Platz habe". Buchner hatte sich abstchÜich über seinen Trauring einen Siegelring gesetzt, so daß es auffah als trüge er zwei Trauringe und fei Witwer. ~ne8 halte die Angeklagte sofort bemerkt Buchner war nicht wenig erstaunt, als die betrügerische Wahrsagerin plötzlich den Geist seiner oeffiorbenen Frau zitierte Bald darauf erschien der Geist des Großvaters, der nach Angabe der Angeklagten vor sechs Jahren ver­storben fein sollte, während er in Wirklichkeit feit etwa 50 Ccafften tot war. Als B. erklärte, daß die ffnt- worttn des Geistes falsch wären, begann die Sb au die Geister zu schimpfen. Schließlich gab der Geist des Großvaters den Rat, B. solle in bet Lotterie spielen. Auch dies wurde von B. als >alfch bezeich­net da sein Großvater in einer Loge war, welche das Lotteriespiel verbietet. Schließlich erzählte die Ange­klagte dem B. noch, daß zu ihr sogar Polizeibeamte und sehr vornehme Leute kamen. Das choffengericht Rixdoff hatte bie Angeklagte zu 1 00 M ark G eld- st r a f e verurteilt. Die hiergegen eingelegte Berufung wurde oon der Sttaflammer verwoffen.

* Daß eS auch noch rücksichtsvolle Einbrecher gibt, beweist folgender Fall. Ein unermittelt gebliebener Dieb brach in bie Wohnung eines Berliner Mamers ein. Er fand in einem Wä;chespmb 180 Mark, doch eignete er sich nur 80 Mark an. Dre anderen 100 Mark ließ er liegen, um das betreffende Ehe­paar, das nicht allzu fehr mit Glücksgütern gesegnet ist, nicht gar zu schwer zu schädigen.

vermischtes.

» Ein Schwabenstreich auf der Eisenbahn wird m« Ulmer Tagebl." erzählt: Sie i|t zwar dem Welt­verkehr etwas entrückt, bie Eisenbahn ^wend,- Lauvdeim. Wer aber glauben sollte, daN licht auch hier schneidige Ordnung herricht, tauidn sich gewaltig. Ein sonniger Nachmittag war es, als das Zügle mit gewohnter Pünktlichkeit m Roth einsnhr. Geschäftig eilen die Beamten auf dem Bahnsteig Ä™ Bei*™ .Md.

er hinaus, Burgrieden, meinem Reiseziel, zu. Au, die Minute treffen wir dort em Schon bm tm Begriffe, ben Wagen zu verlassen, als »« lieber rafchung das Zügle rückwärts dampft und cihg sich wieder der AbgaiigsfiaUoii nähert. „Was i,aft los.

Ischt eppes passiert?" „Ischl denn s Zug.e narret wora?' So schwirrte es mit Fragen ängstlich durcheinander, dis endlich Roth wieder e.reicht if.

Jetzt saget Se aber, Herr Konduttör, brüllt em Barwrlem ans dem Fenster heraus warmn sahre Se denn wieder retour? Bi r jaulet doch toine Schtnira, daß Ihr uff d'r E'senbah spanera sahra könnet!" „Des ton wer au net, schreit ihm ber Kondukteur entgegen, „aber be Zugführer heut wer vergesfa!" Mit diesen Worten löst sich allgemein die Spannung, der Zugführer steigt ein und wie em geölter Blitz rast das Zügle wieder weiter- stimm Bestimmungsort zu. So geschehen tm Jahre 1910 „auf de ickwäbifcke Eifenbahna".

♦ In das Reich des schwärzesten Aberglaubens und der Spiritisterei führte eine Verhandlung, welche vor der dritten Sttaflammer des Landgerichts 2 tn Berlin stalffand. Die wegen versuchten und vollen­deten Betruges angeklagte Frau Therese ^rempel aus Rixdorf nennt sich „Spiritistin" und betreibt seit einer Reihe von Jahren das leider immer noch ein­trägliche Geschäft einer Wahrsagerin: Sie bedient sich eines modernen Mittels, eines Klopfgeistes, der ihr angeblich mit tödlicher Sicherheit Einblick in^bte Zu­kunft gestattet. Eines Tages erschien em Fräulein I Liedtke in Begleitung zweier Bekannten bei der An­geklagten und wollte „die Zukunft wissen Die bei­den Begleiterinnen wurden in Die Küche geleitet, wah­rend die L. an einem kleinen Tisch in der Stube Platz nehmen mußte. Die L. mutzte den Tisch zwischen die I Beine nehmen, damit der „Geist" besser klopfen könne. Als die Antworten, welche die Angeklagte bezw. ihr Klopsgeist gaben, durchweg falsch waren, erfiärte L. tun und bündig, daß die ganze Geschichte schwindel fei Die Angeklagte geriet hierüber in große Er­regung. sie öffnete eine Seitentür und rief ihrem Mann Lu- Du Emil, komm' mal raus, hier will eine stech lcherden! Lang' ihr mal eine!" Ein anderes Mal er-

, Gegen die „Einwanderung portugiesischer | ‘Sefaiten" sotten wie bet Berliner Börsenkourier zu berichten weiß, in ben westlichen Grenzpromnzen im ministeriellen Auftrag durch die Regierungsprasiden- ten f ch a r f e M a ß n a h m e n ergriffen worden fern. Da nach Aufhebung der Klöster in Portugal die Gefahr vorliege, daß ein Teil der vertriebenen Jesuiten Zuflucht in deutschen Klostern suchen werde, aelange zur Verhinderung einer solchen Einwande­rung eine strenge Kontrolle zur Durchführung. Die Landräte hätten Anweisung erhalten, leben ver­dächtigen Fall einer solchen Iesrnteneinwanderiing fofort zu melben. — Die Meldung des Berliner Blattes ist vorläufig noch unbestätigt. Wir haben auch Grund anzunehmen, daß eine derartige Ver­fügung nicht ergangen ist. Ein irgendwie ver­nünftiger Grund für dieselbe ist nickt ju Jinben. Erstens ist die Zahl der portugiesischen Jesuiten

recht gering und zweitens werdend te;e von ewft i ^emokratie'totsicher^ wäre. ' Im übrigen werden keine besondere Veranlassung haben, m Deutsch a 5 Parteien messen müssen, für die etwaigen Zuflucht zu suchen. Wahrschenttlch 'tdeshalb b eiJ Großblock ausgeschlossen fein.

Meldung nichts werter als ein neues -u n gu । x“ i a.„n «.neu«. hna aonintm mie

Produkt unserer mutigen Kulturkämpser

# Karlsruhe, 25. Ott. 1910. Eine recht interes­sante Preßfehde hat sich dieser Tage zwi chen dem badischen Regierungsorgan .Karlsruher äeitung ( und dem führenden Zentrumsblatt „Bad. Beobachter ent­wickelt. Von der „Karlsruher Zeitung war mn tn Baden seither gewohnt, daß sie hoch zugeknöpft den Regierungswillen verkündet oder durchblicken laßt und vermittelt, daß sie es aber vermeidet, selbständig aufzutreten. Seit dem letztm Wechsel in der Redak­tion ist jedoch eine wesentlich andere Haltung bei die- man ucii fern Blatte wahrnehmbar, es macht ziemlich deutlich bm 3tt{m Ieqen dürfen in Parteipolitik. Als es nun in hm tn Baden neu < - —

entbrannten Streit über die neue Sammlungspolitik eingriff und dem Zentrum besttitt, mit seinen Tole- ranzforderungen ersprießliche Sammlungspolttik ttei- brn zu können, wurden ihr als Antwort von sehr kom- petmter Sette im „Bad. Beobachter" eine Anzahl Fragen vorgelegt. 11. a. wurde gefragt:

„Ist die .Karlsruher Zeitung' in der Lage, für bie Politik der Sammlung nachfolgende Grundlage einer Verständigung als sachgemäß anzuerkennen und & vertreten: Keine der wider die Sozialdemokratie

sammelnden Parteien geht irgendwie mft ihr zu­sammen, weder bei den Wahlen noch sonst k In den drei sozialdemottatischen Wahlkreisen Pforzheim, Karls- ruhe und Mannheim werden gemeinsame neutrale bestimmt begrenzten, Kandidaten aufgestellt, die im Falle ihrer Wahl kemem I fuhr einverstanden ( 8rakiion?verdand sich anschließen werden. Sollte die | hähuna des Alters fü ozialdemokratie noch in anderen Wahlkreisen mit

ihren Kandidaten in die Stichwahl kommen, fo wird _

Großblockpolitik zu entsagen, auch bei Be^tzung I haben. — von Stellen? Ist die Großherzogliche Regierung ge- willt, den Weg einer auf Sammlung der bürger­lichen Parteien gegen bie Sozialdemokratie gerichteten Politik konsequent frsiiuhatten: auch dann, I 26. Okt. 1910. Durch Vermittlung

wenn die Nationalliberalen nicht bafur zu Haden I qpo-iistratsmitaliedes ^reunb ist der Bau-

Nnd« sie im letzteren ftalle geneigt und ent chlos en, I des ttliagislratsmilgueoes ^reui I S3 ffe?Jn' ben“ÄÄnalen ekwas abrückt, ober arbeiterausstaud beende mord n steht abermals zu erwarten, daß sie an den Groß- Q Gelnhausen,, 26. Oft ^10. Die erste block und dessen Politik fich anlehnt?" I Wand er Haus Haltung s schule des K.esses

Erst nach längerem Besinnen äußert sich bie Gelnhausen wurde in Lieblos eröffnet. G?rl8ru&ei Rettung" auf die Fragen. Sie * Frankfurt a M, 2l. Oft. 1910. Zu dem-selbst- geht aber um die Hauptsache hemm wie die Katze um I mord des Rekruten Eichelhardt im 81. Iiifanicrie- dm heißen Brei Der Anfang hort sich leidlich an: Regiment teilt ber Vater des Verstorbenen ber Tie werde eine auf Verständigung der bürgerlichen .Volksstimme" mit, datz sein -sohn nicht au.- Parteien bemhende Politik entsprechmd begrüßen und Heimweh, sondern wegen furchtoarer LchmeiM als Oraan einer monarchischen Regierung jede Politik die Verzweis.ungstal begangen habe. Cat drei m i ß b Nl g en die ge ignei sei, die Absichten der Jahren schon leide sein Sohn an einer Bruch- antimonarchischen Sozialdemokratie zu fordern. Die anlage. Dies fei aber lucht beaje mor^! Bekehmna kommt etwas zu rasch, um ganz ernst ge- sondern ber junge Reimt habe offne Vruchbanbage was Leibgrunmen von wegen Magdeburg unb Por­tugal. Nun kommt aber die „Karlsmher Zeitung", freilich recht summansch, auf die einzelnen vom Be­obachter gestellten Fragen. Sie meint, bie Antwort auf die Frage, ob sie auch eine Sammlungspolitik gegen die Sozialdemokratie offne die Nationalliberalen, d ff wenn diese nicht mitmachen .vollen, empfehlen würde, sei überflüssig. Es ist für sie offenbare Vor- mssetzung, daß der Liberalismus und zwar der SR SI

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Sie Wiherei SeS Vereins Zoiiislesehalte'

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Donnerstag den 27. Oktober 1910.

57. Jahrgang.

Literarisches.

Schwere Tage. Historische Begebenheit aus der Zett des Spanischen Erbfolgekriege-.-. Von Dr. L. Steinberger, K. Gymnasialrektor. Mit 14 Illustrationen. (35. Bändchen der „®efd)ta)t» lichen und Jugend!. V ''Bibliothek.) Regens- bürg 1910, Verlagsa norm. G. I. Rianz. Preis bro'chiert Rlarl 1,20.

Das mit vielen erstmals gezeigten Bildern ge­schmückte Merkchen gehört vor allem in lebe Schn « bibliotffet, aber auch für Volksb bliotheken sowie für Soldatenbibliotheien ift die in erzah ender Form fesselnd geschriebene Abhandlung von gröSter Dichtig­keit. Es ist ein prächtiges Glied der rühmlichst be­kannten Regensburger Sammlung.

Itekramev« nnd Auzeiiiertteit.