Zeitung
* fuldaer
Deutsches Reich.
Aus dem Nachbargebiete.
Luzie war ganz verwirrt; ihr Kopf war nicht imjfen, $tr. Bolton/
Schon hatte Montton'8 ftuchtbar-Z Hirn eine neue Schändlichkeit erdacht, die alle bisherigen Schurkenstreiche weit übertraf. Er wollte Bartkeh's Geld- schrank ausrauben und Clifford des Diebstahls überführen. Unter dem Namen Bolton verurteilt, würde er seinen wahren Namen keinesfalls gestehen. Luzie aber sollte fich der Familie Clifford als seine Witwe vorstellen, sollte Trauschein und Totenschein, die beide durch Betrug erworben waren, vorzeigen, darauf hin ihren Anteil an den zwanzigtausend Pfund in Besitz nehmen und mit dieser Beute und dem wirklichen Watten auf und davon gehen.
bracht."
So steht also die „Erdrosselung der Börse" durch die Reichsfinanzreform aus.
$a&egjtag wohl sein; zum M-chnen trage ich nicht." 'Wozu tragen Sie überhaupt?" „Das wüßte ich wirklich nicht zu sagen.
„Zum Krafmann jedensalls nicht" ,
Jas ist das größte Kompliment, welches mir je- mals gemacht wurde."
,Ohot ebenso impertinent als nnsahig. Rach Verlauf einer Woche werden Sie mein Geschäft verlaf-
institut, welches bedeutende Interessen in Persien besitzt, einen günstigen Fortgang Die Anleihe wich ungefähr 25 Millionen Mark betragen und durch die Zölle an der Südküste sichergestellt werden.
Ä. AM
in gttlbo.
Verein. . I
** Die persische Frage hat sich bereits in eine reine Finanzsrage umgewandelt. Die persische Regierung I hat dem englischen Gesandten ihre Antwort auf die Rote der britischen Regierung überreicht. Die Note weist darauf hin, daß, wenn die persische Regierung auch selbst eine zehnprozentige Erhöhung der Zolleinnahmen im Zusammenhang mit der beabsichtigten An-1 leihe angeregt habe, so könne sie doch nicht di e A n-1 Wesenheit britischer Offiziere im Lande gestatten. Nach einer Meldung Londoner Blatter nehmen die Anleiheverhandlungen zwischen der persischen Regierung und einem britischen Finanz-1
Stande, ein solches Gewebe von Schändlichkeiten zu entwirren.
Monkton besann sich einen Augenblik. „Was muß zuerst geschehen? Laß mich überlegen. . . Hm! ich glaube, das Beste ist, uns gleich erst trauen M lassen.
Gewiß!" sagte Luzie mit einem Eifer, der zu seiner zynischen Gelaflenheit in seltsamem Gegensatz stand „Das muß jedenfalls das Erste sein und ist für mich das Verständlichste." Und mit leichten Schritten, dicht an ihn geschmiegt, ging sie ftöhlich wie eine Lerche von dannen, während er, steif und kalt tote ein Steinbild, an ihrer Seite hinschritt.
Walter kam gerade im rechten Augenblick zurück, um sie an dem großen Fenster vorübergehen gu sehen. Er sah ihnen nach, während sie die Straße entlang gingen, und fluchte ihnen, nicht mit lauten Worten, aber in der Tiefe seines Herzens.
„Träumend, wie gewöhnlich!" sagte eine unfreundliche Stimme hinter ihm, und als er sich Umsatz, erblickte er Mr. BarÜey, der an seinem eigenen Schreibtisch Platz genommen hatte. Walter Clifford, der zu dem Entschluß gekommen war, daß dieser Tag sein letzter in Bartleh's Geschäft sein solle, trat rasch an die andere Seite des Tisches.
„Hier sind die Zahlungen, die ich erhalten habe", sagte er in nachlässigem Ton.
Bartleh nahm sie in Augenschein.
„Ein Fünstck etwa von dem, was ich zu fordern habe", bemerkte er.
So ungefähr", lautete die Antwort, die in er- zwungeuer Gleichgiltigkett gegeben wurd<
Sie können sich keine besondere Mühe gegeben
geben.
’sBarum nicht nach 5 Minuten, Mr. Bartletz? das wäre mir lieber."
„Gut denn, sagen wir nach Verlauf einer Stunde.
Jchr wohl, Sir; gerade Zeit genug für das gewöhnliche Frühstück eines Kommis: ein Bitterer, em Butterbrod, ein Blick in den „Punsch", eine Zigarette unb ein kurzes Gespräch mit der Kellnerin." Damit
Aus Kirche und Schule»
♦ Innsbruck, 25. Oktbr. 1910, Der 95jähnge Erzbischof Aichner, fretrefignterter Fürstbischof von Brixen, ist bedenklich erkrankt.____
M 246.
Mtwoch den 26. ©Hoher 1910.
57. Jahrgang.
Ausland.
% Ueber die Lage in Portugal bringt der ,Temps' beachtenswerte Mitteilungen: Disziplinlosigkeit der portugiesischen Truppen stören die Ruhe in Lisiabon. Die Unzufriedenheft wächst in den Garnisonen. Die Unteroffiziere und Soldaten finden, daß ihr Anteil an der geglückten Revolution von den gegenwärtigen Machthabern zu karg bemessen wurde und wollen den Zwangs-1 urlaub von vier Monaten nicht annehmen. Außerdem bedeute das Jagen nach Zivilstellungen eine große Verlegenheit für die Regierung. Das Ministerium verzögere die Entlassung der notorisch antirepublikanischen Beamten, um sie nicht brotlos zu machen und so die Unzusriedenhert zu vergrößern. Andererseits verlangten jene Kandt- baten, die sich während der Verschwörung eifrig betätigt haben, die sofortige Teilung aller l Aemter und Würden. Dazu kämen erhebliche! Schwierigketten in der kirchlichen Frage. Ueber den letzten Punkt hat sich zurzeit der m Paris weilende bisherige Nuntius in Lissabon, Monsignore Tonti, dahin ausgesprochen, daß die portugiesischen Katholiken, wenngleich wett entfernt, die Wiederkehr der Familie Braganza in die Wege zu leiten, bald sehr kräftig ihre Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Regime würden zu erkennen geben. Danach werde also der baldige Sturz dieser ersten provisor,- Ischen Regierung und ihr Ersatz durch eine dem Katholizismus freundlichere zu erwarten sein.
\ An ihre Niederlage in der türkischen I Anleihesrage scheinen die Franzosen noch nicht I recht glauben zu wollen. Der offiziöse,Temps' I schreibt: .Zurzeit ist der Türkei jede Aussicht auf die Aufnahme dner Anleihe verschlossen. Lon-| von will nicht und Berlin kann nicht. (!) Wohl werden deutsche Banken der Türk« aus kurze Zeit einen Vorschuß bewilligen; aber dieser I Vorschuß, d r keineswegs ausreichen wird, um das türkische Defizit zu dicken, wird die Aas- nähme einer Anleihe umso notwendiger machen. „Die Türkei," sagt der ,Temps< zum Schlüsse, „wird schon wieder zu uns kommen.« D,e Ver- I handlnnoen zwisch n der türkischen Regierung un' dem deutschen Konsortium haben übrigens in den letzten Wochen ununteibrochen fortgebauert. Die deutsche Gruppe besteht aus der Deutschen Bank und dem Hause Bleichröver, den beiden alten Banners der Türkei, ferner aus der Dis- konto-Gesellschaft und der Dresdner Bank, der Rational-Bank und dem Schaffhausen'schen Bank-
Ein gefährlicher Geheimnis.
9] Roman in zwei Bänden von Charles Reade.
Auch die entlarvten Betrüger hatten den Wermutbecher zu trinken, aber sie taten es in verschiedener Weise. Das Weib weinte und nahm ihre Strafe demütig hin; der Mann wütete und sann auf Rache.
„Rein, nein!" sagte Luzie. „Es geschieht uns recht Ich wollte, ich hätte den Menschen nie gesehen, dann hättest Du Wort gehalten und mich geheiratet.
„Ich heirate Dich jetzt, wenn Du versprichst, mir zu gehorchen "
„Dir gehorchen, Leonhard? Du haft mich jtoar tu Grunde gerichtet, aber heirate mich, sv will ich in jeder Weise Deine Sklavin fein, Deine gehorsame, treue, glückselige Sklavin."
„Das soll ein Wort fein", gab Monfton kühl zur Antwort. „Ich werde mich dem jungen Menschen gefällig erweisen, werde Dich in seinem Namen und an seiner Statt heiraten."
Luzie erstaunte.
„Warum in seinem Namen, fragte sie. Monkton gab keine Antwott.
„Uebrigens was liegt am Namen", fügte sie hinzu, „wenn es nur der rechte Mann ist, und Du bist der rechte!"
öde, die man mit Obstpflanzungen versehen konnte. Au? die Bodenverhältniffe kommt es weniger an, denn die kann man verbessern, wohl aber auf Lage, ba in freien Höhenlagen die Weststurme sehr schädigend sind Auch den ttimat. Verhältnissen kann man sich an- paflen, indem man wetterharte und widerstandsfähige Sorten zum Anpflanzen verwendet. An solchen horten, die auch zugleich feines Obst tiefem, das gut bezahlt wird, fehlt es nicht. Je bessere Obstsorten man zieht, desto höhere Gelderträge erzielt man. Freilich gehört dazu auch etwas Fleiß, Aufsicht und Umsicht.
Die Herbstpflanzung ist der Frühjahrspflanzung vorzuziehen. In schwerem Tonboden mache man die Baumgruben im Herbst, Pflanze die Baume aber erst im Frühjahr, die Erde ist bann durchgefroren unb zerfällt im Frühjahr wie seine Gartenerde - Baumgrube mache man für Birnen einen Meter kies und auch ebenso breit, für Aepfel genügen <5 Zen-
* Bo« Westerwald, 25. Oft. 1905- Dem« nächst bietet sich unserem schönen Westerwald ein besonderes Schauspiel, denn der ^0 Morgen große Fürstliche Seeweiher der Seeburg ist bereits angezogen und kommt voraussichtlich u, der ersten Woche des November zur Ab fisch ung. Das vermutliche Quantum soll etwa 4vO—50J Zentner Karpfen fein, außerdem Hechte, darunter. Exemplare von 25 Pfund.
* Mainz, 24. Okt. 1910. Irrsinnig geworden ist plötzlich ein 78jahriger ftuherev Möbelfabrikant. Er bedrohte fernen Sohn und deffen Arbeiter mit dem Messer. Der alte Herr mußte inS Rochussprtal verbracht, werden Von dort kam er nach Bonn in eine Heilanstalt.
gehalten. Am Dienstag wurden Fragen der Organisation und der Presse besprochen.
♦♦ Die Erträge der Börsrnsimer. Die „Berliner Polittschen Nachrichten" schreiben:
„Die Börsensteuer hat in der ersten Mfte des laufenden JahreS eine Einnahme von 37.4 Millionen Mark abgeworfen. Da die Hälfte des Statsansatzes für 1911 sich auf 31,3 Mill. Mark stellt, so hat die Börstensteuer im ersten Halbjahr 6,1 Mill. Mk. mehr abgeworfen, als von ihr erwartet worden ist. Besonders ausgiebig ist bisher die Stempelabgabe sur bie Anfchaffungsgeschäste gewesen. Sw ist für das ganze Recwmnasiahr auf 13,5 Mill. Mark veranschlagt und hat dereits w der ersten Hälfte 11,4 Mill. Mark er-
mir teuer fein wie mein eigenes Kind. Dann bat er Hope, sich im Vorzimmer niederzusetzen, bis er ihn hereinriese, um ihn feinen Kommis öorgujteUen.
fürchte, daß einer von ihnen ein Dieb ist, fügte er hinzu: dann trug er das Kind in das Wohnhaus um es seiner Verbündeten, der Wärterin, zu übergeben.
„Schlimme Geschichte!" dachte Hope; »nur zwei Kommis und einer davon unehrlich. Hoffentlich sst es nicht der gutmütige junge Mensch! Nein, ganz unmöglich!"
BarÜey kam zurück und gleichzeitig trat auch Monfton durch das Keine Kontor herein.
„Ah! Monfton", sagte Bartleh, als er ihn erblickte, „ich habe dem Burschen, dem Bolton, sur nächste Woche gekündigt; er besteht jedoch darauf, augenblicklich zu gehen."
Monfton gab mit schlauer Miene zur Antwort, daß ihm diese Nachricht sehr unangenehm sei.
„Haben Sie Verdacht . . . wie?" fragte Bartleh „So sehr, daß, tvenn ich an Ihrer Stelle wäre — übrigens scheint es mir, Mr. Bartleh, als müßte schon um meinetwillen das gehörige Licht in die Sache ge bracht werden."
Sie haben recht", erwiderte Bartleh; „ich will ihn durchsuchen lassen, ehe er geht. Schaffen Sie einen Polizeibeamten herbei."
Bartleh schrieb eine Zeile auf seine Karte, händigte sie Monkton ein und ermahnte ihn, keine Zeit zu verlieren. Dann verließ et das Haus mit der Miene tugendhafter Entrüstung, um Vorsichtsmaßregeln zur Durchführung eines Betrugs zu treffen der — wir bitten ihn um Verzeihung, daß wir es sagen — eben so verbrecherisch, wenn auch weniger gemein war als bie Tat, deren et seinen jungen Kommis beschuldigte.
Monfton fühlte sich im ersten Augenblick durch die Plötzlichkeit dieser Vorgänge etwas ras der Fassung gebracht; aber er war zu klug und gewitzigt, um sich lange beirren zu lassen. Die Dinge drängten zur Ent. scheidung — gut, so mußte er seinen Schuß im Fluge abfeuern.
MottUung.^olgt,)
K -_L Reichstagskandidatmen. Für den Wahlkreis I aTb eck-Pyrmont, dessen bisheriger Verttet« I E, Reichstage, Dr. Potthoff, nicht wieder kandidiert, I haben die Vertrauensmännerveffammlungen der Fott- sittlichen Vollspartei Redakteur Nuschke als Reichs- Miesbaden-Rheingra haben die Fortschrittlichen den Vorsitzenden des Landesverbandes Nassau des j^rJabunbeS, Albert Sturm, als Reichstagskandidaten aufgestellt. - Anstelle des abgesagten revisto- nistifchen Kandidaten Fritz Herbert der bereits zwei-1 mal Stettin vertrat, ist als sd^derackwttfcher Reichstagskandidat der Generalageitt Vogtherr-Wies- baden in Aussicht genommen. _ I
* Der „Enteignungsaniraz" der Ansiedlungskom-1 Mission. Die Meldung, daß die Ansiedlungsommis-| rinn einen offiziellen Antrag bei der Staatsregierung ein gereicht habe, nun rnft der Enteignung vorzugehen, dürste, wie der „Post" geschrieben wird, schon aus dem Grunde nicht zu tröffen, weil em so folgen | schwerer Entschluß wie der der Enteignung die,gegen- ' wärttg wohl als die schwerwiegendsteMaßnahme angesehen werden müsse, di- innerhalb des Geschäftsbereichs der Anstedlungskommission dnrchzufuhren wäre, ganz sicher nicht ohne vorherige Sitzung des Plenums der Anfiedlungskommission erledigt werden würde Von einer Sitzung, in der man sich nut dieser Materie beschäftigt hat, sei aber nichts bekannt.
8 Die Strafprozeßkommisfion hat den in öfter Lesung in den Entwurf eingefügten § 47a über das gerichtliche Schweigerecht der Parlamentarier auch in I zweiter Lesung aufrecht erhalten, trotzdem von der I Regierung schaff dagegen Stellung genommen wurde. Der Paragraph besagt, daß Abgeordnete Auskünfte über Peffonen, die ihnen in Ausübung ihres parlamentarischen Berufs etwas anvertraut haben, und über die ravertrauten Tatsachen verweigern duffen.
# Straßburg, 25. Ott. 1910. Auf dem Parteitage des elsaß-lothring. Zentrums sprach am Sonntag, wie unserem Berichte m Nr 249 nachzutragen ist, Abg. Wacker Über die politische im Reiche sein. Fürst Bülow habe sehr viel zu ver- Kaiser Der Kaiser sei und soll der wichtigste Faktor im Reiiche sein. Fürst Bülow habe sehr viel zu verantworten, mehr als er sich bewußt sei. Er habe die Stellung des Kaisers zu einer andern machen wollen, Äs sie auf Grund der Verfassung fein müsse. Wir Men keinen parlamentarischen Kaiser und wollen auch 'keinen Man habe dem Monarchen das Wort nach- ,gesagt, o wolle kein Zentrumskaiser sein. Wenn der Ausspruch wirklich gefallen sei, dann werde er nur dem gerecht, was das Zentrum selbst wolle. Auch das Zentrum wolle k e i n e n Z e ntr u ms k a is er, aber auch keinen nationalliberalen. Der Kaiser soll über den Parteien stehen. Ob die anderen Parteien Mich samt und sonders die Erklärung abgeben könnten, sie wollten keinen Kaiser, der ihr Parteigepräge widerspiegele? Mit berfetben Entschiedenheit lehnte es der Redner aber ab, das wir kaiserliche Zentrumsmänner fein sollten. Frei, fest und wahr wollen wir unsere Sache verfechten, von niemanden abhängig, als von unserem eignen Gewissen. Weiter führte der Redner aus: Nicht des Reichskanzlers,^ sondern der Parteien Sache sei es, eine Wahlparole aufzuftellen. Die gesamte Blockidee sei hemmend und gefährlich. Alle Angriffe auf den Papst müssen vom deutschen Zentrum zurückgewiesen werden. Sache des Zentrums sei es, sich in jeder. Hinsicht zum Anwalt der Kirche zu machen. Ein aufmerksamer Blick in die tatsächlichen Verhältnisse und ein sorgsames Erwägen der wirklichen oder möglichen Begleiterscheinungen verkünden aber: es kann nicht sein und es d arf nicht fein, daß die Zentrumsfraktion kirchlicher Autorität untersteht. Im Interesse beider darf es nicht fein, weil es für beide eine Quelle vieler Verlegenheiten und großer Gffahren würde. In dieser Beziehung darf erinnert werden an die Versuche, die von zentrumsfeindltcher Seite schon gemacht wurden, um die kirchliche Autorität zu einer Beeinflussung der Zentrumsfraktion zu bestimmen oder zu mißbrauchen. In der Montagsversammlung wurden Referate über die Elsaß-Lothringische Veffaffungs- frage, die Reform des Wahlrechts, die Reichsfinanzreform, die Steuerreform Elsaß-Lochringens, die Schulfrage und schließlich über die Bedürfnisse und Sortierungen der einzelnen Erwerbs- unb Berufsstände
ging er.
Mr Walter Clifford war ein gebildeter junger Mann- aber wir müssen ihm die Gerechtigkeit widerfahren'lassen, zuzugestchen, daß er sich in dieser, Unterredung mit seinem Pifnzipal ziemlich unverschämt bewies, und zwar nicht Hur in Worten, sondern in seinem ganzen Wesen. Bartleh war nun aber der Meinung, daß diese Unverschämtheit erkünstelt sei und daß der junge Mann ernste Gründe für sein eiliges Fortkommen haben müsse. Er notierte die Nummern der ihm von Clifford eingehändigten Banknoten und sein ernstes Gesicht trug dabei einen Ausdruck des Mißtrauens.
Als er damit fertig war, schloß er die Banknoten in den Gelbschrank; in demselben Augenblick wurde die in das Keine Somtor führende Tür geöffnet und Hope fah herein.
„Endlich!" tief Bottley.
„Ich bin nur eine halbe Stunde fort gewesen, Sir", erwiderte Hope, „habe meine Kleider gewechselt und bin in aller Eile Trauzeuge gewesen. Die Vraui, die mich an der Tür traf, bat so inständig darum. Ein wundeffchünes Mädchen! Ich konnte den Blick gar nicht von chr wenden."
„®08 Kind, das Kind!" fiel Battley ungeduldig ein.
„Es ist im Hose versteckt."
„Holen Sie es augenblicklich her, so lange die Kommi- noch fort sind."
Hope elfte hinaus und kam gleich darauf mit der Kleinen zurück, bie in ein warmes, mit Battley's Gelbe gekauftes Tuch gewickelt war.
Battley nahm ihm das Kindchen ab, sah demselben ins Gesicht und sagte: „Kleiner Liebling, Du sollst
♦ Hünfeld, 24. Okt. 1910. Wie das Hünf. Krsbl." berichtet, nahm bie Versammlung bes Vereins der ehemaligen Winterschüler tm Kreise Hünfeld ----------
am Sonntag einen sehr beftiedigenden Verlauf ©egen Nutzen des Obstbaues
ka sniitalieber waren erschienen, dazu eine Anzahl »tu
älterer Landwirte und anderer Herren. Zum Vor-1 6e|onber8 die Landbevölkerung in diesem Herbste sitzenden wurde Herr Wehner aus Morles gewählt erfahren, ba Wir eine reichliche Apfelernte zu ve z ch- Herr Direktor Schoppmann hielt bann einen Vor- ne'n h^en. Gar manche Obstzuchter, bie nut einer trag über Lebensversicherung unb später einen solchen ^hre Aepfel nach bet Stadt kamen erzielten auf £ Erkrankungen des Viehes. Wie immer zeich- gg bis 120 Mk. Einnahme. I« nach d« Gute neten sich die Vorträge dadurch aus, daß sie von den unb Behandlung der Fruchte wurden 6-10 Mk Pro Bedürfnissen unserer bäuerlichen Landwirtschaft ras- bezahlt. Auch den Gememdekafsen find schone Cm- gingen, weshalb sie mit größter Aiffmechamkeit ver- na$men zugeflossen unb wäre darum zu wuM folgt würben. Herr Srabrat v Trotha führte atte Gemeinden sich recht eifrig an das Pflanzen darauf au« daß erst durch die Verkoppelung die Mog-1 iunger Obstbäume heranmachten, ^etzt nach der Ernte j lichkeit durchgreifender Verbesserungen, z B. zu Ent- dazu bie beste Zeit. In einigen Zähren schon » nMerungen, geschaffen werbe unb ging bann über auf H bie Anschaffungskosten bezahlt. An guten die Notwendigkeit des Vogelschutzes, zumal nach einer obstbäumchen ist in unserer Gegend kein Mangel, da Verkoppelung, weil diese das Verschwinden vieler zz hier am Platze und in Eichenzell Obstbaum-
Hecken nach sich zu ziehen pflege. Er regte an die «^, die für unser Klima p^nde Obststamm- Mnterschule möge einen Ausflug nach der berühmten herraziehen. Die Kreisbaumschu Vogelschutzstation des Herm v. Berlepsch auf Schloß- Eichenzell bietet gegenwärtig 3000 Obstbaum gut Seebach (Kreis Langensalza) unternehmen. Herr billig zum Verkaufe an (1. Klasse 1,20 Mk., 2. Regierungsrat Jllgner wies darauf hin, daß die I 80 $ das Stück).
Behörden Arm in Arm mit den landwirtschaftlichen ,, oieten Gemarkungen des Kreises nulda
Winterschulen zur Förderung unserer Landwirtschaft wir bei unseren Sommerwanberungen Name
arbeiten müßten. Gerade bei ber Verkoppelung zeige Hutweiöen, bie nicht in Ackerland umgewandelt, I sich bie Notwendigkeit dieses ZusanimenWittens. Zu-1 ^ei einigermaßen geschützter Sage mit großem efft müsse die ländliche Bevölkerung darüber aufgeklärt mit Obstbäumen bepflanzt werden können,
sein, welche Neuerungen angestrebt werden mußten, ... oder steil liegende Ackergrundstucke, die
es müßte z. B. nicht mehr eine Redensart möglich sein, befahren sind, pflanzt man vorteilhaft mit
wie: „Besseren Boden bringt man doch nicht mdie ^»bäumen an. Sehr viele Landstraßen stehen noch iGemattung", sondern die Erkenntnis Platz greifen, I . ,. ----------------Tnnnte 91u!
I daß derselbe Boden bei zweckmäßiger Bfftellung viel I ertragreicher werden könne. Auch für Vogelschutz lasse
sich in ber Verkoppelung etwas tun, aber nur bann, I wenn bie Bauern schon gelernt hätten, daß die Vogel nicht nur ihre Erbsen unb Kirschen sich schmecken ließen sonbern rach den Magen voll Raupen hatten. Darauf ergriff das Wort Hr. Rektor S on b er gel b, um als Freund ber Landwirtschaft unb als Lehrer feiner Freude Ausdruck zu geben über bie frohe Entwickelung ber landwirtschaftlichen Wmterschule in Fulda über den Beweis bleibender Anhänglichkeit an I diese Schule, der durch die Stätte des Vereins ihrer Schuler geführt werde. An Väter und Mütter ttch- I tete er die dringende Bitte, viel mehr als bisher ihre j Söhne der Winterschule anzuvertrauen.
* Spahl bei Geisa, 23. Ott. 1910. Bei der gestrigen B ür g er m ei st e r w ah l erhielten --------
I Stimmen die Herren Bürgermeister Kött 44, I tjme|ei Tiffe, in geringen Böden ist aber etne Breite I Spiegel 29 und Ed. Fladung 24. Es ist also I Oon über einem Meter nötig. Den Baum pflanze Stichwahl zwischen den Herren Kött und Spiegel man nicht höher unb nicht tiefer als er rn ber^-öaunv nn mrabta schule gestanden hat. rechne aber auf 20 Zentimeter,
♦ # r 99 nFf 1910 Mit den! die sich ber aufgeworfene Boden setzt unb gebe ihm
Frankenberg, 22. Olt. 1910.. Ml. den .Südseite einen bis zur Krone reichenden
schttftlichen Arbeiten der zweiten am hiesigen -l Bäumchen voreffi nur lose gebundm
Seminar abgehaltenen Lehrerprüfung wurde 'bamit c§ sich nicht hängt. An Untergrunbnape letzten Dienstag begonnen. Von den 40 Ange- Ieibe^be Grundstücke brainiert man am besten vor bet . meldeten waren jedoch nur 37 Lehrer erschienen. Anpflanzung. Den im Herbst gepflanzten Baum be- — Die mündliche Prüfung, unter dem Vorsitz schneidet man erst im folgenden Aruhiahr, die Zwel- deZ Könial. Reqierungsschulrats Mühlmann- schenbäurne jedoch gleich beim Pflanzen. Beschädigte Kassel begann gestern vormittag und war heute Wurzeln beschneidet man Jo daß die Schnittfläche Ä an pP9br,r haben bestanden. stets nach unten kommt. Die betm Pflanzen vorsichtig
beendet. 30 Lehrer Haven oepariuen auäaebretteten Wurzeln schwemmt man em, wenn die
* Eisenach, 25. Okt. 1910. Burgermeifler Sm,mgrube wieder mit Erde ziemlich angefüllt ist.
Hartmann, der beim Wiederemlrttt des Ober-1 geringcn Böden ist eine Verbessenmg der Erde bürgermeisters Schmieder in die städtische Ver» I mj(. Kompost ober künstlichem Dünger angebracht, waltunq einen Urlaub von vier Wochen antrat, $orf,nu[i erhält in trockenen Böden lange die Feuch- hat jetzt um Verlängerung des Urlaubs um ! tigfeit. Um Hasenschaden an den jungen Bäumchen