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Leitung

* Tuldaer

beschuldigt ihn der Großsprecherei, der fich ÄSi dm “kort von Handel, Industrie uud Gewerbe einzigen yon von , «j i

1910.

Deutscher Keich.

um die Preise.

Wochen-Kundschau.

[;] Fulda, 21. Oktober

Die verworrene innere Lage Griechenlands! ist noch schwieriger gewordm durch die Ernmnung des Kreters Venizelos zum Ministerpräsidenten. Man weiß noch nicht, wohin seine Absichten gehen, jedoch beweist seine Forderung, die Nationalversammlung nötigenfalls wuflösen zu dürfen, daß er vor einer I Politik der Gewalt nicht zurückschreckt. Es verlautet, daß VmizoleS auch die Militärliga auflösen wolle. Damit würde er sich allerdings ein Verdienst um das Land erwerben. Man befürchtete von der Konsti­tuierung eines Kabinetts Vmizelos die Gefahr inter­nationaler Verwicklungen, da man wußte, daß Veni­zelos in Konstantinopel der bestgehaßte Mann ist. Vorläufig allerdings scheinen sich die Vesorgniffe nicht zu bestätigm. Der türkische Ministerrat hat beschlossen, die Beziehungm zu Griechenland nicht abzubrechen und die Haltung nach dem Vorgehen des Kabinetts Venizelos einzurichten.

In Persien hat sich von neuem die Erfahrung bestätigt, daß es keine größere Gefahr für ein Land gibt als wenn zwei fremde Mächte sich feierlich ver­pflichten, seine Unabhängigkeit und Unversehrtheit zu schützen. Diese Verpflichtung sind Rußland und । England eingegangen, und sie habm sie praktisch da-

X Die Reform des preußischen Wahlrechts.

man ja die Wegstrecke für ein solche -schiff ^mm« wei­ter ausdehnen. Bei den Probesahrtm bieten Rußland und Asim Raum genug, daß man das eine Tausend Kilometer nach dem andern ausprobieren kann, und zwar immer über dem festen Lande, auf das man mt gegebenen Falle sich niederlasien kann. Wenn so eine Reisefähigkeit von 5-6000 Kilometer ausprobiert ist so kann man auch allenfalls einm Flug über daS Löeltmeer riskieren. Aber es hat gar keine Erle; denn vorläufig reichm die schönen Seedampfer für den Ver­kehr zwischen Europa und Amerika vollständig aus. Viel mehr Sinn und Zweck hat ja eine Nordpolfahrt im Lenkballon, weil diese vereiste Gegend mit entern Wasserschiff überhaupt nicht zu erreichen ist. Doch glücklicherweise machm Zeppelin und Genien erst gründliche Vorstudien an Ort und Stelle, eheste emm Lenkballon von Spitzbergm abgehm lassen. Wer auf« Geradewohl mit einem unerprobten Luftschiff ein« Nordpolfahrt oder eine Fahrt über den Atlantischen Ozean antritt, ist entweder ein Narr oder em Beim-

weder ist der Mann verrückt oder einer der größten Schwindler der Neuzeit. Mit einem neuen, unerprob- tra Lenkballon den Riesenweg über den Atlantischen Ozean machen zu wollen, ist in sich schon eine Tollheit. Und wenn der Mann oon seiner Gondel aus noch chwere Schleppseile in das Meer hinein hängen lassen will, so hört der letzte Rest von Vernunft auf. Diese Hängelocken nannte er Equllibrator, was Erhalter des Gleichgewichts bedeuten soll. Das Weltmeer hat nun aber bekanntlich nicht eine so glatte und ruhige Ober- täche, wie ein Dorsteich oder eine Steppe. Das Sell muß in den Wogen auf- und niedertanzen, und ledes- mal, wenn es in ein Wellental hinabsinkt, muß es einen gewaltigen Ruck an der Gondel geben. Auf die Dauer kann ein leichtgebautes Luftschiff diese Zerreret unmöglich aushalten. Obendrein erfordert es eine große Kraft, dieses Schleppseil durch die Wellen zu ziehen. Die Maschinen haben aber so wie so schon genug und übergenug zu tun, wenn sie den Widerstand der Luft überwinden wollen. Wer ihnen noch den Hemmschuh im Wasser anhängt, der handelt gerade so klug, tote ein Automobilfahrer, der die Reise durch Sibirien mit angezogener Bremse unternehmen wollte.

Hatte nun besagter Wellman wirklich die Absicht, mit der unbrauchbaren Vorrichtung den Weg nach Europa einzuschlagen? Einige meinen, er habe es

regelt sein. Diese Sprache läßt cm Deutlichkeit nichts M wünschen übrig, und wir fürchten, mit der Herr- lichkcit des glücklich zwischen Stühlen medergesallenen HansabundeS werde es vielleicht schon bald vorbei

Unpolitische Zeitkäufe-

(N.) Berlin, 20. Oktober 1910.

(Nachdruck verboten.)

Nun wird's bald zu viel mit der Flie gereil Wenn ich in meiner Sofaecke ein Nachmittagsschläfchen beginne, dann weckt mich plötzlich Geschrei von der Straße: „Flieger! Ein Eindecker! Ein Zweidecker! Noch ein Zweidecker! Ha, wie hoch und wie schnell die fliegen!" Natürlich bin ich auch noch neugierig genug, um mir die großen Wandervögel anzusehen

Wohin der wilde Wettbewerb führt, das fleht man ,am besagten Wellman. Er ist bei seiner tollen Meerfahrt nicht ertrunken, und man braucht sich also

ger.

Bei dem Wettfliegen der Freiballons, das beben auf dem amerikanischen Festlande stattgefunden, hat es auch schon wieder Unfälle gegeben. Die Nach­richten sind noch dürftig, und somit bleibt noch abzu- warten ob nicht abermals Todesfälle vorkamen, wie seinerzeit bei dem Gordon-Bennettfliegen von Ber- 'in, das Leichen in die Nordsee schaffte. Die Frei­ballons habm ihre große Bedeutung gehabt, mdemste die Grundlagen der Lustschiffkunst lehrten, auf denen auch die Führer der Lenkballons fußen muffen Ich flimtbe aber, die Wettfliegerei vmr Freiballons HÄ sich überlebt. Das Geld und die Kraft die man darauf verwendet, sollte lieber den LenkbÄlons zugewendet werdm, die doch eine ganz andere Entwicklungsfähig­keit bieten, als die runden Dinger dw als Spielball der Winde sich in die Höhen herumtreiben lassen, ohne daß der sog. Führer weiß, wohin es geht. Wer m dem Freiballon sitzt, ist in ähnlicher Lage, tote der Sonntagsreiter, der auf die Frage nach dem Ziele sei­nes Rittes 'erwidert: Da muffen Sie den Gaul stagm!

Erst wägen, dann wagen, sagte Moltke. Da­sollten sich alle „Eroberer", auch die Helden des Sports und der Technik, neunmal am Tage sagen.

fCU®er französische Eifenbahnerstreik , ist ebenso plötzlich zusammengebrochen wie er eine , schnelle ungeahnte Ausdehnung angenommen hat. Die , französische Regierung hat alle ihr zur Verfügung I; stehmden Maßnahmen ergriffen, um die Streikendm I niederzuringen. Wenn die Ausständigen den ur­sprünglich geplanten Widerstand gegen die militärische I Einberufung und die Fortdauer des Kampses aufge- geben haben, so habm sie sich wesenttich dadurch dazu veranlaßt gesehm, daß sie erkannten gegen den Un­willen der Sffenüichen Meinung nicht ihre Sache zum Siege führen zu können. Eine längere Dauer des I Ausstandes würde auch zweifellos die Aussichten ihrer I wirtschaftlichen Forderungen nur verschlechtert haben. Was dmn Ausstande seine besondere Bedeuttlng gab, das ist sein Charakter als nicht rem wirtschaftlicher, sondern in erster Reihe revolutionärer Kamp - Die Eisenbahner habm die Verantwortlichkeit für die während des Ausstandes begangenen Verbrechen und Ausschreitungm dadurch von sich abwalzen zu tonnen I geglaubt, daß sie diese einer „miarchistischen Ver-1 chwörung" zuschrieben, welche die Gelegenheit des I Ausstandes zur Verwirklichung ihrer Ziele benutzen wollte. Allein der Zusammenhang der verbrecheriichen Ausschreitungm mit dem Ausstand liegt zu klar am Tage, als daß hier eine beschönigende Trennung vor- gmommen werden dürfte. Darüber hat denn auch die dzialistische Preffe der anderen Länder keinen Zwei­fel gelassen, indem sie ben Ausstand mtt semen An-

■ griffen auf die bürgerliche Gesellschaft ausdrücklich als : Feldzug des sozialistischen Proletariats feierte Die > bürgerliche Gesellschaft aber hat sich als starker er- : wiesen, und so haben die Letter des Ausstandes es - vorgezogm, bedingungslos sich zu unterwerfen. Man darf erwarten, daß die ftcmzöflsche Regierung die Lehren des Ausstandes beherzigen und Maßnahmen treffen wird, welche die Sicherheit des Staates und der Gesellschaft gewährleistm. Aber auch die Regte- mngm der anderm Staaten werden dm -Vorgängen in Frankreich ernste Beachtung schenken müssen Der Wille zu ben Taten der französischen Sozialisten ist auch bei ben Sozialisten der anderen Länder vor-

M 245.

samsta« d-u 22. «Hoher WO.

57. Jahrgang.

Aurlan-.

** Der dmtsch-sschechische Ausgleich, b« in ben letzten Tagen manchm überraschmben Fortschritt ge- macht hat, scheint über bte schwierigsten Fragenhinan» gebiehm zu sein; allerbings — und das durste uns Deutschen die reine Freude an dem endlich errungenen Frieden etwas trüben — vielfach durch Ueberstimmen der Dmffchm durch die Tschechen Auch in der Einis- ung über die Prager Magistratsfrage haben bte Deutschen nach gegeben. Dagegen haben in ber Frage der Zweiteilung des Land es aussch us s e s aw scheinend die Tschechm einige Zugeständnisse gemacht. Die Deuffchm haben jedmfalls überall den besten Willm in Wort und Tat erlernten lassen, um 1» größer ber Frevel, wolltm sschechische Hetzer es übet sich gewinnen, den jetzt im Werden begriffenen Fr eden später wieder zu brechen und wie bisher das deutsch- Elemmt in der rücksichtslosesten Werse bekämpfen.

*♦ Das Kabinett Benisolas steht schon vor dm ersten ernsten Schwierigkeiten Die jüngeren Offi­ziere der Armee und Marine habm in einer heimlich« Zusammenkunft beschlossen, nicht zu dulden, daß b« Zivilist Benisolas baS Kriegs- und Marineministotum verwattet. Sie zielen auf die Emmnung des Athener

jetzt England beabsichtigt, im Süden des Landes das- fette zu tun, unter dem Vorwande des Schutzes seinN Interessen gegenüber inneren Unruhm. Daß bteS

Derselbe Wellman hatte bekanntlich schon zwei Jahre hintereinander eine Rordp olf ahrt rm Luftballon von Spitzbergen aus angefunbigt unb „vo^ bereitet" Es kam aber immer etwas dazwischen. Auch als er endlich wirklich einen Aufstieg risktote, gab es einen Unfall", der ihn zum Landm nötigte Und zwar landete er nicht in der Nähe des Nordpols^ son- dern in der Nähe seiner Abgangstelle - ohne Schaden für seine werte Gesundheit. Woher dieses Gluck rm Unglück" kommt, erfährt man jetzt so nebenbei. Au der sonderbaren Fahri von Amerika nach Europa hctt er nämlich eine Katze mitgenommen als Mascotte als lebendiges Amulett, als Glückstier! Und der Tele­graph hat sorgfältig berichtet, daß besagte Gluckskatze ansäiiglich ins Meer gesprungen sei, aber wieber §«- ausgefischt worben unb schließlich mitsamt fernem Herrn auf ben rettenden Dampfer gekommen sei Man siebt daß eine Katze noch viel beffer das Gluck ver­bürgt wie das sonst so beliebte Glücksschwein. Die Katzen habm ja die vorteilhafte Eigenart, daß sie beim Fallen immer hübsch auf die Fuge geraten. Auch Herr Wellman versteht es, bei seinm anscheinend so waghal- sigm Unternehmungen auf die rettendm Mße zu fd- len. Es wäre unhöflich, dabei an die Falschheit der Katze W denken; es genügt, die Geschmeidigkeit her-

♦ Wer bezahlt bte Kronprinzenfahrt? Nach ein» Meldung, die ber Berliner Korrespondent der „öranK furter Zeitung" seinem Blatte übermittelte, sollen die^ Kosten der Kronprinzmreise nach Ostasten aus dem, Dispositionsfonds des Auswärtigen Amtes bestritten werden. Eine Bestätigung der Nachricht ist. noch nicht erfolgt, und die ^rage, wer die Kost«, der Reise nun eigenttich trägt wird immer ratfefe, Hafter, denn dieser Tage war äst

sollten ans dem kaiserlichen Disposttionsfonds geleistet, werden.

Die Stärke der deutschen Katholiken, die es ihn« obwohl sie eine Minderheit bilden, möglich machte^

Nockte wirksam zu verteidigen und auf die Ge- Ltung des staatlichen Lebens einen nütbestimmen.

(Sinffufe auszuüben, beruht tn ihrer Einigkeit, in Fflr Treue gegen die Kirche und in ihrer kampferprob- £ Anhänglichkeit an Zmttomspartei die PÄi-

Vertretung des katholischen Volksteus.

S mußte es auf das tiefste bedauert werden, daß m S Sten Wochen und Monaten in unseren eigenen 'Reiben Bestrebungen sich wirksam zeigt«, diese Eintg- Nzu Aren. De! unerquickliche Stteit wurde da­durch verschärft, daß einzelne Differenzen auf das toch- liche Gebiet hinübergespielt wurden und daß die ge^ nerische Presse, offenbar durch verräterische Jndiskre- ttonen, die nicht scharf genug verurtellt werden kon- neu in die Lage versetzt wurde, diese ^fff^enzen ^'gehässiger Form auszubeuten unb dadurch das ÄhMche Volk irrezuführen. In dieser Lage ist d e Mohrmna rui Einigkeit doppelt notwendig, und wir ?emüß« es mtt hoher Freude, baß biese Mahnung

Sfte Form aus autoritativem Munbe ausge- p roch en würbe. In einer Protestversammlung gegen ffe Schmähungm bes römischen Bürg^messters Ro­han ist Ka rdinal Fischer mit Entschiedenhe 'egen die unsauberen Machenschaften ausgetteten die ü die Uneinigkeit des deutsch« Episkopates und der deutschen Katholiken abzielte. Er knüpfte dar mi die «nste Mahnung: „In der Tat, die deutschen Katho­liken müßten geradezu den Verstand verloren haben, wenn sie in ben bermaligen Zeitläuften sich spalten ,unb gegenseitig befinden wollten. (Lebh. Beifall.) Bestehen gewisse Differenzen, so werden sie dieselben mit Klugheit, mit Mäßigung, mit Siebe und Selbst­verleugnung auszugleichen suchen, aber sie werden dar- fiber nicht unterlassen, die Einheit bie geschlossene Einheit zu bewahren, bie, zumal in der jetzigen Zeit- lage, eine Gewiffenspflicht für die deutschen Kacho- Itfen ist. Sie war bisher ihre Zierde, sie wird es auch ferner sein: einig alle untereinander im Dienste un­serer gemeinsamen heiligen Sache — ^orb

unb Süd, in Ost und West — einig die verschiedenen Stände — einig die Laien, ber Klerus, ber Epiflo- J»at — unb endlich einig alle in vollendeter Einheit pm den Mittelpunkt der Ettcheit geschart, um den Apostolischen Stuhl!" Betonte Kardinal Fischer die Notwendigkeit der Einigkett der deutschen Katholtt ken im treuen Festhalten an ihrer Kirche, so sah sich der Vorsitzende der preußischen Zentrumsfraktion, Ge­heimrat P o r s ch, veranlaßt, die Notwendigkeit ber politischen Einigkeit zu betonen. Auf dem Parteitag der schlesischen Zentrumspartei mußte er bie bittere Klage aussprechen Über Strömungen,“ welche bte Schaffensfreudigkeit unb die Schaffensfähigkeit in un­seren Reihen lähmen, ja welche geeignet sind, den Be­stand des Zentrums und bamit ben Schutzwall seiner erhaben« Ziele zu gefährbm." Gerabe in uns«« Tagen, wo uns bie schwersten Kämpfe bevorstehen, tut uns bie Einigkeit wahrlich in ganz besonderem Matze not. Mögen bie beutschen Katholiken bte ern­sten Mahnungen mit allem Ernste entgegennehmen und

Gestern Sturm, heute Windstille! Vor kurzem sah es noch so aus, als ab es tn Mitteleuropa keine wichtigere unb dringlichere Frage gebe, als bie bes preußischen Wahlrechts. Auch tn sud- deutschlanb erhitzten sich viele Kopse wegen dte>er nord- lich-einzelstaatlichen Angelegenheit. Zur Blutezeit der soa. Wahlrechtsdemonstrationen sah es so aus, als ob ber Wahlrechtsstreit in Preußen bie Ein­leitung zum großen „Kladderadatsch" bilden solle. Und jetzt? Versunken unb vergessen. Alle Welt spricht von den bevorstehenden Retchstags- wählen, aber um die künftigen Landtagswahlen in Vreußen kümmert sich fast niemand mehr. m |Se Stoße Masse ist die Aufregung wegen Reser Frage eine Mode von gestern". Nur die Politiker vom Fach schneiden dann und wann bte Angelegenheit wieder an. So geht dann zeitweilig wieder eine .Nachricht" durch bte »reffe über an« gebliche Vorarbeiten für eine neue Wahlrechtsvor- Le, unb das gibt dann jedesmal geraden „Sm- aew-ihten" Gelegenheit, von neuem zu versichern, Lß in der nächsten-Landtagssesston eine neue I Vorlaae nicht kommen werde. ,

Qu den „Eingeweihten" rechnet sich gewiß auch der "Mitarbeiter der sreikonservatwen ,Post, der sich als .besondere Seite" emsuhrt, aber aller I LLahrscheinlichkeit nach mit dem unvermeidlichen

Führer Oktavio v. Zedlitz-Neuktrch identisch ist. ^n dem ,Post'.Artikel wird im Gegensatz zu einer Blättermeldung der letzten Tage als sich^ hingesttllt

I datz der nächsten Tagung des Landtags der Kamp, um das Wahlrecht erspart bleiben. Man denke in der Regierung nicht daran, den tu ber vorigen Tagung gescheiterten Versuch jo bald zuLiederholen. Um bas zu prophezeien, I braucht man freilich keine „besonderen Informa honen Herr v. Bethmann - Hollweg wird den weiten Versuch schwerlich eher unternehmen, als bis er die Grundlagen für erneu post- tiven Ausganz gesichert sieht. Tasist augeu- : blicklich noch nicht der Fall. Die.National t liberalen, denen zn Liebe der Reichskanzler mit seinem jetzigen Ministerkollegen Schorlemer das Kompromiß zwischen Zentrum und ^"nservatwen m Falle brachte, wollen sich nicht zu einer sachlichen Mitarbeit verstehen. Sie wollen tn ihrer jroet» verblechen bis st- mst SwiMi^ unb Mandatenfang nach links und nach recht, be den nächsten Reichstagswahl - » das G ick versucht haben. Der „fammelnbe" Reichskanzler wird also mit dem weiteren Wahlrechtsexperiment in Preußen warten, bis durch die Reichstagstoahlen sich die Lage überhaupt und die nattonalliberale Parteipolttik im besonderen „geklart habe".

i Wie nach dieser Sttärung die zweite Wahlrecht-- vorlage der preußischen Regierung aussehen wirb, weiß noch nicmanb zn sagen. Auch bie «M°" dere" Seite ber ,Post' gesteh, daß man darüber nur Vermutungen auf stellen könne, und daß namentlich die Behauptung, der Reichskanzler

Labe sich bereits für die geheime unb direkte Wahl entschieden, keine tatsächliche Untertoge er kennen lasse. Freilich ist es höchst wahrscheinlich, daß die Regierung aus die b/^ntliche Stimm- abgabe verzichten wird, nachdem sogar dte konservative Partei sich für die geheime Stimmabgabe bet de» Vorwahlen entschieden hatte. Ob dann brrekt oder indirekt gewählt wird, erscheint uns als neben- ! iäcklick Die konservative Partei hat freuich 1 Wr sehr großes Gewicht auf die Beibehaltung

* Zum Geburtstage ber Kaiserin.

Die Kaiserin Augusta Viktoria vollendet am Heu- tiaen 22 Oktober ihr 52. LebenSiahr umgeben von ihren Familienmitgliedern, die den Stolz und da» E Sei Silben. Aber -mch das moE rhKrfi neiintttß 33olt riditct §cutc tn unb «3 MÄ ,ud« S.uftn M u ber ersten Frau Deutschlands, M dem Edelstein, der an seiner Seite glänzt, wie ber Kaiser einmal tone ©eSlin genannt hat. Als Gattin unb als Mutter, nickt minder aber in der Betätigung einet echten christlichen Nächstenliebe ist die Kaiserin ein lichtendes Vorbild für die deusschen Frauen Mog- Gottes gütige Gnadenhand sie cmch siirder schirme« und schützen, unserm Lande und Volke zum Segen.

und das Surren der Propeller anzuhören, das fteilich etwas anders klingt, als Nachtigallensang und Lerchen- geschmetter. Unb wenn ich bann die Zeitung nehme, so werden mir als „Allerneuestes" eine Masse Flug- Lerichte aufgetischt. Aviatiker fliegen in allen mög­lichen Orten und in allen möglichen Ländern herum, als ob sie ben modernen „Altweibersommer" ausma­chen müßten In Nordamerika hat man eine Menge von Freiballons aufs Getadewohl fliegen lassen, was man Gordon-Benett-Rennen der Lüste nennt Und ebenfalls in Nordamerika stieg der Mistet W ellman mit einem angeblich lenkbaren Ballon auf, um angeb­lich über den großen Teich nach Europa zu fahren, lieber diese Wellman-Fahrt wurde durch Funkenspruch und Kabel so viel in die Welt telegraphiert, als ob die ganze Menschheit nicht anderes zu tun hätte, als die­sen umgekehrten Kolumbus anzustaunen.

Alles mit Maß — ach die Fliegerei und die Fliegebetichte! Es freut mich, daß unsere Milttärver- toaltimg sich die besten Flieger von dem Sportplatz Berlin-O nach dem Truppenübungsplatz Döberitz im Westen von Berlin hat kommen lassen. (Bei der Ge­legenheit sind sie mir über mein stilles Häuschen ge­fahren.) Wenn die sachkundigen Militärs die Ver­suche in die Hand nehmen, so kommt zielbewußte Orb- ■nung in die Sache. Hoffentlich auch wirtschaft­liche Drbmmg, daß die Erfinder und Probierer nicht mehr ausschließlich abhängig find von dem Glücksspiel

tit* D« GmEge des Z^2alve?b<mdes erklärt sich Presse wird dies offen zugegeben und gleichzeitig das

Ende, so doch seine gänzliche Bedeutongslostgkeit I Verwicklungen.

/ ' 2. vlatt.

H ynlck «ab Verlag der Kuldaer Letieadruckerei tn zrüba.

des Zentrums ist, wenn bte wertvollste Garant,- für die Wahlsreiheit, bs g ehetme nunmehr zum Durchbruch gelangt iftt Kunf ig tot b es bie Hauptaufgabe des Zentrums iem w plutokratische Verschlechterung zu Gunsten der Nationalliberalen zu verhinbern.

bes ZwsschengliebeS der Wahlmänner gelegt, unb. bantm S6bte Regierung, -h- ffe auf bte direkte Wahl festlegt, die Stimmung auf den Rechten gemto^erkunden^,ch^ss ^Erwaltungsblatt" veröffent. licht der Geheime Regierungsrat v. Wilmowsa f^ eben einen Artikel, der «ls Grundlage Reform ebenfalls die dirrkte und g-hetme Wahl vor schlägt. Ob dieser Fühler,osfiziös ist, erschemt noch fpinesweas ausgemacht. Herr v. Wilmowskt schlagt

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Linke daß man kaum annedmen kann, ein pkaklisch-c Staatsmann werbe bte zweite Wahlrechtsvorlage mit ber Frage ber Wahlkreisbtlbung belasten. Wer

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ti0C3efd)Erem Vernehmen nach will der glücklich ge. borgene Wellman sich assoziieren mit dem vielbesproch^ nen Cook, dem famosen Spaziergänger nach dem Nordpol. „Wellman u. Cook" — das wäre eme echt amerikanische Firma. Spezialität: Verblüffung der neugierigen Menschheit!

Solche Reklameheld en könnten natürlich nicht Ms ihre Kosten oder vielmehr auf die Kosten ihrer zahlen­den Zeitungen kommen, wenn nicht die moderne Menschheit einen so großen Heißhunger nach „Sen­sationen" hätte und mit so kindischer Leichtgläubigkeit auf alle aufgebauschten „Nachrichten" heremffele. Die Marktschreierei kommt immer mehr in Blüte, wett bie Gimpel nicht alle werden.

Warum regt man sich denn eigentlich auf, wenn ein Mensch ankündigt, er wolle über den Atlantischen Ozean fliegen? Es gehört gar nicht viel Phantasie da- su, um auf diesen Gedanken zu kommen. Wenn wir nun einmal die lenkbaren Luffichlffr haben, so kamt

befolgen.

Der Hansabund hat wieder einmal in etner für ihn selbst nicht gerade rühmlichen Weise die Oeffent- lichkett beschäftigt. Er veröffentlichte einen Aufruf zur Bildung eines Wahlfonds, aus dem in dem be­vorstehenden Reichstagswahlkampfe die Kandidaten unterstützt werden sollen, die für die Interessen von Handel, Industrie und Gewerbe einzutreten gewillt sind. Um den Aufruf zugkräftig zu gestalten, bediente lfich die Bundesleitung einer derart gehässigen und un­ehrlichen Sprache, daß sogar die offiziöse „Rordd. Allg. Ztg." und angesehene rechtsnationalilberale Blat­ter mit aller Entschiedenheit dieses demagogische Ge­baren zurückwiesen. Die Reihe der entgleisten Kund­gebungen des HansabundeS ist nachgerade so groß ge­worden, daß weite Kreise, bie ihm früher sympathisch gegenüberstanden, sehr bedmklich geworden stnd. In der „Post" veröffentlichte Herr Bueck, der General- 'ekretär des Zentralverbandes deutscher Industrieller,, v h ■ „Rrh.

ttaen vielbemerkten Artikel tn welchem mtt dem Han-1 durch betätigt, daß Rußland schon langst den nord (MMÄ «A------ wird. Er I lichen Trll P-chm- m,li«!ch b-I-d, und d-,

nur auf einen Bluff, eine aufregende Gaukelei abge­sehen und stch deshalb so nahe an der Küste gehalten, daß das rettende Land noch allenfalls erreichbar blieb. Tatsache ist, daß das Luftschiff trotz seiner angeblichen Lenkbarkett von dem gefährlichen Weg nach Europa bald abgewichen ist und sich nach Süden hat treiben [affen wo die Bermudas-Inseln oder auch der Rück- mea nach dem amerikanischen Festlande erreichbar schien. Als dann ein hilfsbereiter Dampfer des Weges kam, ließen die früher so übermütigen Lustschiffer sich schleunigst an Bord nehmen. Den Ballon ließm sie n di- Wolken fliegen, sodatz man nicht mehr nachprü. to, Tarnt ob wirklich schon eine Zwangslage gegeben SrXffiSmm Ne H4mn Pl-mk.» d-- M. kchiffrs wieder unter seinen Füven hatte, telegradhr^te er mit dem Funkenapparat seine heldenhafte Geschichte die Leitung die ihm ber Reklame halber das Geld für die Gaukelf'ahrt gegeben hatte. Die Depesche war Licht xu genieren, ihm die Wahrheit au“ 1^7 Snt-1 sehr lang, aber MÄ l'ehr.unfl-u.