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5. Blatt
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Anspruch nehmen.
--Wellmanns mißglückter Ozeanflug
geschlagen'.
von 305 auf 3500,
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Wellman gekommen? Ist er überhaupt in nennenswerter Weise von Amerika abgekommen? Telegraphisch wird der Ort seiner Auffischung als 35° 43* n. Br. und 68° 18' w. L. angegeben, also südlich vom öfüicksten Punkt Neuenglands und östlich vom Kap Hatteras. Er ist mithin aus dm rein amerikanischm Gewässern gar nicht herausgekommsn. Erst hat er sich die Küste entlang nach Nordosten treiben lassm — es wurde ausdrücklich gemeldet, daß er dm Motor abgestellt hatte, als er noch in Verbindung mit der Küste war — und dann haben ihn Wind und See, als man ihn zwffchm Nantucket und Neubrcnmsch veig wähnte, wieder nach Südm getrieben, der beste Beweis dafür, daß — was ihm alle Welt zuvor schon sagen konnte — sein Luftschiff dm Elementen in gar nichts gewachsm war. Von einer nach dem Willm des Menschen gelenkten Fahrt kann also gar keine Rede sein. Wellman hat sich denn auch wohlweislich darauf beschränkt, sein Luftschiff treiben zu laflen, d. h.
er hat im wesentlichen eine Frechallonfahrt in einem Luftschiff an der amerikanischen Küste gemacht. Seine Lage war verzweifelt, und er konnte Gott dankm, daß ihm noch in elfter Stunde ein Dampfer in den Weg kam, der ihn auffifchte.
nung. . ,
Uebrigens ist letzterer nicht der einzige, der aus dem Hopfen Nutzen zieht. Die Zapfen werden mich medizinisch verwendet, indem man aus dem Mehl Pulver und Pillen für Magenleiden herstellt, die stärkend und beruhigend wirken, oder die Zapfen zur Anfertigung von schmerzstillendm Breiumschlägen und Kräuterkiffen benutzt. Auch wer als Alkoholgegner und Bierfeind mit Gambrinus auf gespanntem Fuße steht, barf deshalb getrost in dm alten Wunsch und Segensspruch einstimmm: .Hovfen und Malz, Gott er- halt'»!'________________
schiff hat einen Flug von 69 Stunden Dauer zurückgelegt imb damit „alle Fluglängen- und Zeitrekorde
Sehm wir uns diese Siegestat etwas genauer an, damit wir wissen, was sie wert ist. Wie weit ist
Drangsalierung. Unter ihnm befinden sich auch kranke Mttbrüder. Drei der Unsrigen in S e t u b a l die sich flüchteten, befinden sich inmittm des mchlosen Po- bels Seit eintgm Tagm muffen sie draußen im Freien übemachten. Dabei haben die drei eine sehr schwache Gesundheit. Morgm wird vielleicht auch das Los unserer Mitbrüder in Montariol ent» schieden. Wir find in dm Händen des Herrn. Sitten Sie dm hl. Vater Pius X., daß er uns zu Hilfe eile und uns seinen helligm Segen schicke; denn wir alle sind sehr niedergeschlagm.'
Weitere Nachrichten über das Schicksal der Fran- ziskaner liegen nicht vor. Die unter dem frischen Eindruck der Geschehnisse geschriebenen Mitteilungen wei- chm in manchen Punkten wesmllich ab, von einem Artikel der gestrigen Ausgabe der „Köln. Vztg über die Zustände tn der katholischen Kirche Portugals. Nach unserem Urteil können die Angaben der mitge- tellten Briese die größere Wahrscheinlichkeit für sich in
Frage.
Abgesehen davon aber beansprucht der Hopfenbau auch sehr hohe Auslagen. Für ein Gebiet von 20 Tagwerk braucht man durchschnitütch 60 bis 70000 mächtige Stangen, trief Draht und Bindfaden, und dabei mfiffen diese kostspieligen Anlagen alle paar Jahne erneuert werden. Bringt dann der Hopfen in schroffem Gegensatz zu früher bei ungünstiger Kon- junktur ost nur 40 Mk. pro Zentner ein, so ist der Reingmrinn ein derart geringer, daß er kaum die gemachten Aufwendungen deckt, umsomehr, als auch die fremben Arbeiter, die man zur Emte al» Zupfer benötigt, keineswegs billig sind. Es gibt deshalb auch nur noch wenige eigentliche Hopfmbcmern; die grö- ßerm Grundbesitzer betreibm die Kultur mehr als Nebenerwerb, um einen Ersatz zu haben, falls die Getreideernte fehlschlägt, doch Pflegt in den betreffenben Gegenden meistens auch der Tagelöhner sein kleines Hopfengärtchen zu habm, aus dem er alljährlich ein Stück bares Geld löst.
Diese Jahreseinnahme nun hängt ausschließlich von dem guten oder schlechtm Gedeihen bet kleinen,
flüchtigt sich das ätherische Oel, und der Hopsen verliert dadurch an Güte. Dagegen tarn er sich, in gut getrocknetem Zustand fest in Säcke eingestampst, wenn jeder Luftzutritt abgehaltm wird, jahrelang unverändert halten und eine etwaige Mißernte bildet deshalb für den Bierbrauer weiter keine bedrohliche Erschei-
borenen RAigiösm dürfen sich nicht zu Drei konstituie- rm. Das Dekret erklärt alle Güter und Häuser^ der Jesuiten al» Staatseigentum; betreffs der Häuser und Güter der onberen Orden will die Regierung Maßnahmm ergreifen. Alle Häuser indes kommen unter Siegel. Netto ist in Freiheit gesetzt. Der Justizminister geleitete ihn zum Bahnhofe. Soldaten und Pöbel stürmten unser Kloster St Bernardino in Lissabon. SechSund- zwanzig der Unstigm, PatreS, Kleriker und Laien-
Wir überfliegen, seit wir überhaupt nach unserm Willen fliegm gelernt haben, Länder und Berge, warum feilten wir nicht die weiten Femen des blauen Meeres überfliegen können?
Man hat dem lenkbaren Menschenflug in wirtschaft-
ihre Gegner fangen jetzt an, allerdings zu spät, ein» zusehen, wie richtig die Armen des hl. Franziskus die Dinge beurteilt haben.
Braga, 10. Oki. Vielleicht ist nunmehr die feurigffe Stunde für unsere Mitbnider gekommen. Einige find bereits im Gefängnis und haben die härtesten Prüfungen ausgestanden. Einige sind in Freiheit gesetzt, andere werden noch gefangen gehalten; von den übrigen weiß ich nichts. Unter den Gefanaenen ist Se. Eminenz Netto. Der! Ärmel (Netto resignierte vor einiger Zeit als Patriarch von Lissabon und lebte als schlichter Franzis- kn er inmitten seiner Mitbrüder im Kloster.) Soeben kommt P. Theophil, der inmitten der Revolutionäre sich als Gefangener mit den Ordensklerikern und dm Schülern der landwtttschastlichen Schule befand. Sie mußten im Freim schlafm und hatten nur Brot und Wasser.
Ich befinde mick> in Braga. Leicht könnte ich mich ins Ausland flüchten. Freunde boten mir Automobile an; ich ziehe jedoch vor, hier zu bleiben, um Eurer Paternität besser Nachricht geben zu können über den Verlauf des traurigen Dramas und meinen Mitbrüdern zu nützen.
; Braga, dm 11. Okt. Gestern wurde das Debet veröffenllicht, durch welches die gegen die Ordensleute erlassenen Gesetz» in Kraft treten. Alle Jesuiten find aus Portugal mnd den Kolonien au s g e to t e f e n, mögen sie Por- ‘tugiefen ober Ausländer sein. Ausgewiesen find ferner die Ausländer der übrigen Orden. Die ringe-
Vruck «nd Verlag der Zuldaer ArtiendruSerei tn fiuUxu
M 243.
Samstag den 22. Oktober MV.
37. Jahrgang.
Eine Bierpflanze.
Von Franz Wichmann.
Wer mit durstigem Behagen fein geliebtes und gewohntes Bier ttinkt, der den« wohl nur feltm dabei an seine Enfftehung und Zusammensetzung aus Ho- ,fm Malz und Wasser. Sind auch die berden letzt» gentmnten die ausgiebigeren Grundbestandteile, sonmre doch ein Bier ohne Hopfen nach unserm Begriffen undmkbar. Gewiß ist es früher auch ohne ihn gegangen aber wir würden uns beute bebauten, einen Gertensaft zu trinken, dm man, wie einst geschah, nut Ingwer, Schafgarbe, Rosmarin und anderen Gewürzen schmackhaft zu machen gesucht.
Der Hopfen ist deshalb die eigmlliche Bierpflanze, wmn man diesen nicht gerade schönen, aber bezeichnen, dm Ausdruck gebrauchen darf; rhre Beimischungjjrbt dem an sich süßlich sadm Malzsud erst den kermgkraf- Hgen, angenehm aromatischen Geschmack und verleiht durch den konservierendm Bitterstoff dem Biere seine Haltbarkeit und Bekömmlichkett.
Erst im Mittelalter erkannte man in dreser «e= ziehung die große Bedmtung des Hopsens, wahrend man Jahrhunderte hindurch das über ganz Europa in Heckm und Gebüsch, auf steinigem Boden wild verbreitete Gewächs unbeachtet gelassen hatte. Die Naturwissenschaft nimmt als seine Urheimat Asim an und vielleicht ist die Pflanze um die Zeit der Völkerwanderung zu uns gekommen. Ein wrrffchastlicher Anbau aber läßt sich in Duffchland vor der Kafferzett
anfangs grünlichm Hopfenzapfen ab, in die sich bi» weiblichen Blüten — benn nut diese kommen m ffrage —, während des Sommer« verwandeln, und die da- zur Bierbereitung nötige Hopfenmehl enthal- t— Dieies fitzt in Gestalt kleiner klebriger Drusen Si> m £ MU auf
unb beftebt ans feinen, schwefelgelben Körnchen, die neben dem aromatischm Bitterstoff wch ern athmisches Oel enthalten. Der scharfe, eigenartige Geruch, den totr am Hopfm wahrnehmen, mtspnngt ebenfalls auS diese» Mehldrüsm, in denen sich außer dem bitteren Harz auch noch Gerbsäure, Gummi und ApselsE nachweisen lassen. Den männlichen Pflanzen fehlt dieses Mehl, sodaß sie für ben Anbau wertlos sind und sich bei uns als tauber Hopfen nur in wildem Zustande finden. Die richtige, Ende August emtretende Reffe der Hopfenzapfm läßt sich an ihrer »arbe w- kennm. Roch unreif sind sie grün, überreif rot toa^ renb daS lichtgelbe Aussehen die richttge Mitte be-
Jst dieser Zustand eingetreten, so strömen M Anfang September von allen Seiten die Zstpferi Käufer und Zwischmhändler herbei und die sroyliLM Zett des Hopfenbauem, die ein paar W°chen sich hm- ziehende Emte beginnt. Allein konnte h^ars em Kleinhändler mit Zuhilfenahme seiner ganzen Fmnn e die Arbeit bewältigen, der grotzere Beptzer sicht sich auf fremde Kräfte angewiesen unb diese sühn ihm die Landstraße oft von weither zu. Ein großer Teil des soifft arbeitsschmen Gesindels bequemt sich hier einmal zu leichter und billiger Arbeit und brmgt seinm Vw- dienst meistens gleich wieder an Ott unb ^e durch Die bedenklichsten Elemente beibalei Geschlechts liefert die Großstadt, unter den ländlichen Arbeitern die oft sogar aus dem Ausland kommen, ffnden sich vielfach fleißige und solide Leute, die bei der freien Beköstigung ihren ganzen Lohn ersparen und oft mit 40 bis 50 Mark in bet Tasche die Heimreise antreten.
Wenn die Arbeit des Hopfenzupfens d,e morgens 5 Uhr beginnt und sich bis die Nacht hmeinzicht, auch nicht beschwerlich, so ermüdet sie doch durch ihre Einförmigkeit und lange Dauer, und Gesang ober froh, lies Geplauder muß wie bei der Weinlese darüber hin- weabelsen Ist das Heulager im Stalle verlassen, die ToiMe am Brunns beendigt und das in ein« Suppe bestehende Frühstück eingenommen, so ziehen bei gutem, trockenem Wetter die Zupfer in die Hopfen- gärten hinaus, wo sie im grünen Schatten den ganzen Tag ihrer Arbeit obliegen. Zunächst schneidet man die Ranken ein Stück weit über dem Boden ab unb reißt sie mit langen Stangen an baten oben eme Gabel befestigt ist, von ben zur Stutzechrenenden Stangen und Drahtspalieren herab. Dann lagem sich die Mm> ner mit Frauen unb Kindern in einzelnen Gruppen auf dem Boden und beginnen die Zapfen in bie be» reitgestellten Körbe zu zupsen. Sobald emer gefüllt ist, trägt man ihn gleich zu dem mnutten des Gartens postierten Auszahler und heimst den Zupferlohn für das abgelieferte Maß an. Aus ben Zentner macht derselbe ungefähr 10 Mk. aus, sodaß ein eifriger Slrbei», ter sich tagsüber auf etwa 2 Mk. stellt. Nach kurzer Zeit schon fitzen die Leute auf ganzen Hansen sich ringsum auftürmenben Ranken und daher wahrhaft im Grünen, doch muß bei regnerischem Wetter bie Arbeit in bie Häuser verlegt werden und gestaltet sich dort an langen, improvisierten Tischen in ben von betauoenden» Duste erfüllten Räumen weniger luftig. Das entleerte Laub, das dann einfach zu ben Fenstern Ijinau§getooi> fen wird, ist übrigens kein wettloser Abfall. Es wirb teils frisch dem Vieh vorgeworfen, teils zum Futtern getrocknet unb soll ein vorzügliches Milchfutter fein.
Ist sämtlicher Hopfen abgezupst, so präpariett man ihn baburch, baß man ihn dörtt unb schwefelig Die erste Trocknung stnbet auf breiten, vor ben Häusern aufgestellten Holzsieben statt, bann wandern die Za- : tjfen, wo nicht eigene große Darren errichtet sind, auf , bie Dachböden, die man deshalb in den Hopfmge- genden in Höhe mehrerer Stockwerke mit freiem Luft» l durchzug auf gebaut findet, was ben Häusern ein ganz - fremdartiges Aussehen vetteiht.
. Der beste Hopfen wirb ausgesucht, unter Aufsicht i des Hopfenamtes in Ballen verpackt unb als teurer : Siegelhopfen zum Zeichen seiner Echtheit mit rotem . Siegel verschlossen. Die Att bet Aufbewahrung bleibt _ . .r. ___kl-, hptin mit bet SXeÄÄ.
Beweglichkeit unb Lenkbarkeit des Ballons erfchwett, sondern mich bie Fahttficherhell selbst Srioget ba bte Behälter, bie bei ruhigem Wellengang leicht auf dem Wasser schwimmen und von dem Ballon mitgezogen werden; bei hohem Seegang wild auf den Wellm tanzen unb, ba sie mit dem Ballon durch Schleppfeile üerbunben sind, die Fahri des Lustschiffs erheblich er» schweren und unter Umständen sogar (W0™-
Das ganze Unternehmen wat eine sinnlose Toll kühnheit ohnegleichen. Ein ungemessener Ehrgeiz, der auf Eitelkeit basiert und daher bet höheren Quali töt entbehrt, hat den Mann auf den Ozeanpfad g^ trieben Das ist nicht bet Weg wahren menschlichen Fortschritts, das ist jene Himverbrannthettvonder Schiller sagt: Der Mensch versuche bte Gotter nichtI
wollen, eine sensationelle Tat, die er sich dann noch aerobe zur rechten Zeit anders überlegt hat. Man Airft?8 iA I hat bann lange von Wellman nichts gehört, bis er vor • Provinzial schickte „ich Einigen Monaten die Welt mit der Mitteilung überraschte, er werde von Amerika nach Europa fliegen. Alle anderen modernen Großtaten wurden schon von
Allerlei.
— Einen intereffanten Ueberblick über die gewaltigen Fortschritte der Zoologie ttn Laufe des letzten Jahchundetts gibt die Statistik bet heute bekannten Timten, die Prof. Shipleh der Britischen Gesell- schäft für ben Fortschritt der Wissenschaften vorgelegt hat. Roch im Jahre 1840 beschränkte sich bie Zahl der erforschten Tiergattungen auf 73 588; bereits 1881 konnte die Zoologie mit Stolz auf bie Zahl von 311653 verschiebener Tierarten Hinweisen. Seitdem hat die Wiffenschast im Reiche der Fauna gewaltige neue Gebiete erobert Während man noch vor 50 Jahren nur 1200 Säugetiere kannte, verzeichnet man heute 2300. Die Zahl der bekannten Vögel ist von 3600 aus 11000 gewachsen, die der Schlangen unb Reptilien von 543 auf 3400, bie Zahl der Fische von 3500 auf 11000. In demselben Zeitraum hat sich die Ziffer der erforschten Molluskenarien von 11000 auf 33 000 erhöht, man kennt heute 7500 verschiedene Schattiere gegen 1290 vor 50 Jahren. Die spinnen- artigen Tiere, die dir Forschung.tegffttiett, sind von 1048 auf 3070 gewachsen, die Tausendfüßler von 400 auf 1300, die Insekten von 49 100 auf 220 150, die Seeigel und unterseeischen Stacheltiere von 230 aus 18 043, die Würmer und Maden von 372 aus 6070, die Foraminiferen von 50 auf 400, die Protozoiden
nicht nachweisen. ~ .
In Urkunden des Stiftes Freising zu Beginn des 10 Jahrhunderts ist zum erstenmale von Hopfengarten die Rede, jenes Freising, das noch heute bie Eingangspforte zu ben ausgedehnten bayerischen Hopfenmt- tt'ten der Hollebau bildet Aus dem medizinischen Bucke einer" Nonne im 12. Jahrhundert wissen wir, daß man damals aus Hafer, Eichenblättern und Hopfen Bi« braute, ber Wett der Schlingpflanze war also erfanrt, unb das sicherte ihr offenbar eine rasche Verbreitung. Im 13. Jahrhundert schon zahlte man vielfach den Zins mit Hopsen ab, unb Sachten- wie Schwabenspiegel sehen sich bereits genötigt, bezüglich des Hopfenbav.es besondere Rechtsbestimmungen zu
und uns bessere Tage.
Venasiel, 6. Okt Die Nachrichten verschlimmern sich. Die Situation ist äußerst bedenklich. Wie es scheint, haben wir Bürgerkrieg, dessen Ausgang man nicht voraussehen kann. Mich kümmett sehr das Los unfern lieben Mitbrüder in Lissabon, wo ich unseren P. Provinzial vermute. Die Engel des Htm- __________________
mels mögen ihn und unsere teuren Consrattes be- I “ßinMt prophezrit, daß er keineswegs eine Beschützen. Das Haus der Jesuiten m Guecha3 ift I Verkehrsentwicklung wie die Eisenbahn er»
gestürmt und in Flammen schließen w«de. Das scheint sich zu bestätigen, obwohl
len hoffen, daß die Revolution diesen Religiosin das , |m g£nfang pro Entwicklung stehen. D«
Leben gelassen hat Hätten sledochunsererwarnen- ^ie Forschung und Wissenschaft und das Derben Stimme mehr Beachtung geschenkt! . . Beten Sie, Vergnügen, ber Lurus, sie werden sich des bitte, mit ber ganzen Kurie für uns, daß Gott ~age neucn Verkehrsmittels bedienen. Massengüter im des Friedens und Stärkimg vom Himmel sende, ^cy „Ecktff zu verftachten ist eine zu unlohnende Sache, möchte gern nach meinem Kloster in 33 r a g a retten. I ^^den die Bedingungen üb« dem Meere andere Indes taten mir Freunde dringend ab, weil auch . in? t(-t ;aum jemals anzunehmen; das Flug- bori bie Revolution ausbrechen kann. ^er dem Meer wird keinen Verkehr erschließen,
Braga, 8. Ott. Ob meine Briese an Ihre । dem der Dampfschiffe irgendwie an die Seite Adresse gelangen, weiß ich nicht. Wir stehen vor sehr I Zellen könnte. Das Schiff ist sicherer und leistungstraurigen Ereignissen. Fast alle Jesuiten find ein- fähiger als das Luftschiff und wird es bleiben; nur gekerkert. Auch einer unserer Mttbrüder mit drei Kriegs- und Lurusbedurfniffe werden dem Meeres- Laienbrüder befindet sich auf einem Kriegsschiffe in ^fffchiff eine Entwicklungsmdglichkeit gewähren. Hast. Von unseren Klöstern ist R e t u b a l g a n z etn ra[Ug über das Meer im Lauf der Entwickln Flammen aufgegangen Nur die nack- einmat glücken wird, steht außer Zweifel. Heute
ten Mauern des Klosters und ber Kirche rogen aus ._ b{e oeit dafür noch nicht gekommen. Herr den Trümmern hervor Die Häuser der Jesuiten zu ^at ni^t gleich Cook unb Peary ben
Lissabon, Setubal und Barros sind gestürmt. Die ^dpol ^reicht oder erreichen zu haben behauptet, Pattes mußten ins Gefängnis wandern Der Laza- p ^t ihn seiner Zeit im Luftschiff .erfliegen« rist P. Burros Gomes wurde getötet unb ein i - *' ? ~ ■ «-•- -■«» -----
anderer schwer verwundet lieber P. Provinzial in Lissabon und die anderen Patres habe ich^ nichts in Erfahrung gebracht. An P. m mehrere Telegramme, erhielt aber keine Antwort. Wir sind hier völlig isoliert. Das Reisen ist zur Stunde gefahrvoll. Wir gleichen einer Herde ohne Hirten, i äderen Seuten vollbracht, nur diese eine bleibe ihm Das Schweigen des P. Provinzials legt nahe, daß et nQ^ fl6ri Sie bleibt ihm auch heute noch übrig. Er mtweder tot ist oder gefangen gehalttn wird Des- einige Tage lang die Welt diesseits und jenseits Halb ergreife ich petzt bte notwendigsten Maßregeln. großen Wassers in Spannung gehalten und ihr Ich bitte um das Gebet für Ihre Kinder von Portu- u^t^h^ltungsstoff gegeben, das ist alles, was er er« gal. , reicht hot. Man mußte wirttich um die arme Be-
Braga, 9. Ott. Morgen werden die Unsrigen ya^ltnQ des Luftschiffes bangen, als zu einer Zeit, too aufgefordert werden, das gemeinschaftliche Leben auf- hxffjgx Stürme aus verschiedenen Meeressttichen ge= zulösen. Wir sind der republikanischen Regierung zu- meldet wurden, ttotz der drohllosen Telegraphie Well- vorgekommen; wir sind gestern auseinander man tatsächlich verschollen war. Da kam aus Amerika gegangen und an Orte geflohen, an denen hie freu bi ge Botschaft der Errettung: ein amerikani- wir uns sicher glauben, wenn es bet diesen politischen Schiff hat Wellman und seine Reisegenossen auf- Umwälzungen eine Sicherheit gibt. Wir haben keiner- geHfcfit — es war keine ganz leichte Arbeit —, und lei Nachrichten über unsere Mitbrüder in Lissabon, die Abenteurerfahrt ist zu Ende. Natürlich hat Well- Wir glauben, daß sie sich alle im Gefängnis befinden. man _ wie könnte es in unserer sportlustigen Zett Alle Franziskanerinnen sind eingekerkert; werden je- <mders sein! — einen „Rekord« aufgestellt: sein Luft-- doch, wie eS scheint, weniger übel behandelt. ES scheint, daß die neue Regierung dir Ordensfrauen und die Pattes von ben Angriffen des Pöbels befreien will. Die Absichten des neuen Regiments sind schwer zu erraten. Ich halte das ganze Gebahren der Ro- gierung für nichts weiter als eine große Mache gegen bie Katholiken. Diese habm es allerdings in letzter Zeit an der nötigen Umsicht und fein- Bt bei der Beurteilung der politischen Lage fehlen
en. Fast möchte es scheinen, daß die Franziskaner allein die Dinge in ihrer traurigen Wirklichkeit schauten. Mit lauter Stimme flehten sie das katholische Volk an, daß es die Religion hochhalten unb mit den Leidenschaften ber Politik nicht verquicken möchten. Die Tatsachen haben ihnen nun Recht gegeben unb
Eine germanische Erfindung dürste indessen das gehopfte Bier nicht fein, denn mancherlei Anzeichen weisen darauf hin, daß man es als heilkräftiges Gebräu zuerst In gallisch-romanischen Klöstern herstellte. Im 10. Jahrhundert war es auch schon dem Kloster St. Gallm bekannt, und da mit der Zeit die Freude am Bier immer mehr zunahm, gewann allmählich auch der Hopfenbau solche Dimensionen, daß man sich im 18 Jahrhundert in der Eichstätter Gegend gezwungen sah, bie weitere Ausbreitung der Kulturen zu verbieten, um nicht den Ackerbau dauernd zu gefährden.
In ber Tat hat es Zeiten gegeben, wo der Hopfen- bau das beste unb schnellste Mittel darstellte reich zu werden, wo man den Zentner mit 200 Gulden bf> zahlte, die Hopfenbauer während der Entte täglich Chmnpagner tonten und ihre Töchter zu den begehrtesten Partien gehörten. Doch die liebertreibung des Anbaues führte nur zu bald den Umschlag herbei. Infolge der Eismbahnen, die auch fremden Hopfen ins Land brachten, wurden bie Brauereien von ihren nächstgelegenen Bezugsplätzen unabhängig, die Ueberproduttion drückte bte Preise herab, Mißernten, »wg« «-u her,
bie sie wieder steigen gemacht hätten, blieben aus, und auch weiterhin noch wuhtrg, denn mit der Zett oer htoe hrorickt ck Bayern, der größten Hopfenkammer ™ bec
Deutschlands, eine Notlage, die nach energischer Staatshilfe verlangt. Der Zusammenbruch ber „Bayerischen Zentral-H opfenv erfau fs gen off enschaft« in Nürn. berg hat in dieser Hinsicht deutlich genug gesprochen, und gegenwärtig hat der Hopfenbauer an seinen stark zurückgehenden Kulturen mehr Aerger als Frei 'de. Das kann umsoweniger wundernehmen, als ja die Behandlung des Hopfens ähnlich wie bei der Rebe eine äußerst mühselige ist und es in den Hopfengärten das ganze Jahr zu tun gibt.
Bezüglich des Bodens macht ja bie Hopfenpflanze keine besonderen Ansprüche, sie liebt gegen Süden geneigte sonnige Hänge und ist im übrigen zufrieden, wenn sie eine mäßig trockene, mit Sand oder Ton gemischte, von Lehm freie, lockere Erde findet. Im übrigen aber sehr empfindlich, will sie wie ein Kind gehegt und gepflegt werden. Erst mit dem dritten Jahre liefert der Hopfen Erttag, nach dem achten geht es schon wieder abwärts unb nach zwölf Jahren hat bereits ein Ersatz durch neue Stöcke einzutreten. Im Frühjahr muß ber Boden gepflügt und stark gedüngt werden, dann kommt das mühsame Aufbinden an Stangen oder Drähte, das Beschneidm und Behacken, und oft stellt noch eine als „Brand' bekannte Jnsetten- vecheerung, ähnlich der Reblaus, die ganze Ernte in
Die Rekordleistung seines Lustschiffes ist also nur als eine Freiballonleistung zu bewerten, wobei noch besonders in Betracht kam, daß der Ballon auf dem Meere recht günstige Bedingungen vorfand. Er konnte sich ungehmdert in jeder Richtung treiben lassen, ohne — wie das auf dem Lande der Fall ist — von ungünstigen Bodenverhältnissen und dadurch erzeugten Luststtömungen bedroht zu werden. Die Hauptgefahr drohtt Herrn Wellman von feinem Luftschiff selbst, dessen ®quöibrator große Nachteile in Erscheinung treten ließ. Theoretisch war ja die Idee zweifeb- los fein ausgeklügelt, denn tatsächlich bot ja der Egui- llbrator (ein Schleppseil, an dem Benzin- und Gaso- linbehätter befestigt waren) die Möglichkeit, das Gewicht des Luftschiffes auszugleichen und die Fahri> höhe auf diese Weise zu regulieren. Die Praxis bat indessen erwiesen, daß der Eaullibrator nicht nur die
ßs. Die Franziskaner ut P ß zwanzig oer unnigen, -pmre», laben wie die übrigen Ordensleute ihr Klosterleben I brüder, wurden gefangen genommen und zu im Vaterlande Preisgeben müssen.. Verfolgung, großen Märschen genötigt Sie haben vieles erbulben Drangsalierung durch ben revolutionären Mob und müssen. Ich erspare mtt die Beschreibung ihrer Linkeckerung ist ihr Schicksal. Sie besaßen in Por- -----------nA m,A frrttt,e
tu aal acht Klöster, wovon das eine oder das anbere rin Missionshaus war. Die nunmehr aufgelöste Orbensprovinz hat eine Mission in Sudwestafrika. Brasilien wirb wohl bie flüchtigen Kinder Franziszi willkommen heißen. Dori eröffnet sich ihnen ein größeres und vielleicht dankbareres Arbertsfeld, als auf dem heimatlichen Boden.
Ein an der Leitung ber portugiesischen Ordens- Provinz beteiligtet Pater richtete in den ersten Tagen der Revolution an ben Orbensgeneral mehrere Brrese. Wir find in der Lage, daraus einiges hier mitzutei- len B a i r r o s, 5. Ott. Bis gestern haben an 1000 Personen in ben revolutionären Wirren das Leben gelassen. Die Revolutionäre zerschnitten alsbald bie Telephon- unb Telegraphenleitungen, wühlten bie Bahngeleise auf unb sprengten die Brücken. Die Regierung hat, wie ich höre zwei Häuser der Jesuitm in Lissabon geschlossen, die Re- fidenz des Provinzials und bas Noviziathaus. Ich bemitleide sie von ganzem Herzen. Gott gebe ihnen