Einzelbild herunterladen
 

Zeitung

fuldaer

vermischtes.

„OvlvUlv xuvwjun»“, ”” J - r „1,1-

u Cleveland in Ohio gestorben. Er war der letzte

. rYi ......._ -___O4rtoitti»rriti*VT

hieß er nur

der Zigmneckönig, nach deffen Befehl mcht nur die

. - - , r / tf / f . . A__.. l** Cc rt.T rtltrtl AlO

Kleines Feuilleton

gelangt

)( In den Haaren liegen sich beide... Die Kämpfe in Magdeburg wirken doch werter nach, als es auf den ersten Blick scheinen wollte. In Stettin haben die Radikalen ihren alten Reichstagsabgeordneten, der früher längere Jahre im Reichstage saß, Herbert, abgefägt und einen anderen aufgestellt. In S o I i» g e n hat es wiederum große Kämpfe zwischen den Radikalen, die dort im „Jndustriearbeiterverband" organisiert sind, und den revisionistischen Elementen im sozialdemokratischen Metallarbeiterverband, ab­gesetzt. Dieser Streit ist schon Jahrzehnte alt, er hat nicht bloß wiederholt die sozialdemokra­tischen Parteitage beschäftigt, sondern auch zum Verluste des Solinger Reichstagsmandats geführt. Der augenblickliche Kampf nimmt immer schärfere Formen an.

Amerika aus, wo die dortigen Zigeuner sein König­tum anerkannten. „Mit ihm", sagt sein Biograph F W Brepohl, „sank der letzte Zigeunerfurst ins Grab dessen Würde semals von der Regierung eines Kulturstaates bestätigt wurde. Mit ihm sinkt auch ein letztes Stück alter Zigeunerherrlichkeit unb 'Privi­legien dahin. Seine Getreuen beweinen in ihm nicht nur den großen Toten, sondern auch den letzten Zeu- gen einstiger Zigeunersreihest und Zigeunerrechto.

* Ein schweres Grubenunglück ereignete sich in der Manion-Grube bei W orksop (England). Dort stürzte ein Fahrstuhl bei der Niederfahrt mit 20 Arbeitern 60 Fuß tief auf den Schachtboden herab. Sämtliche Jnsaffen wurden ernstlich verletzt.

— Ueber Fütterung von Zuckerrübrnschnitzel. Frische Schnitzri haben einen geringen Gehalt an Protem und Fett find jedoch werwoll durch ihren Gehalt (16 Pro­zent) an leicht verdaulichen Kohlehydraten (Zucker, Stärke usw.) Die frischen Rübenschnitzel find ein ge> deihliches Futter für Milchkühe sowie für Mastzwecke. An Milchkühe kann man nach Prof. Dr. Kellner-Mo- ckern bis 40 Pfund, bei der Rindviehmast den Kühen auch 40—50 Pfd. pro Tag, an Mastochsm dagegen 60 dis 80 Pfund per 1000 Pfund Lebendgewicht und bei der Schweinemast 4 Pfund siische Schnitzel pro Tag und 100 Pfund Lebendgewicht geben. An Jungvieh sowie an tragende Tiere soll man siische Rübenschnitzel nicht oder nur in kleinen Gaben füttern. Da bei bet Rübenkampagne die gewonnenen Schnitzel nur zum kleinen Teile frisch gefüttert werden können, so wer­den die Schnitzel vielfach in Gruben ein gesäuert und als Sauerfutter während des Winters an Milch- und Maswieh verfüttert. Man gibt 50—60 Pfund pro Tag und 100 Pfund Lebendgewicht. An tragende Tiere werden jedoch die Schnitzel zweckmäßig nicht gegeben, da sie sonst leicht verwerfen. Die ein­gesäuerten Schnitzel werden vom Vieh gern gtfreffen. Es entstehen jedoch bei der Einsäuerung infolge Zer- lletzungsvorqänge Verluste an Nährstoffen namentlich wenn die Gruben nicht luftdicht abgeschlossen sind. Nach Prof Märker gehen beim Einsäuern durchschnitt­lich 25 Proz. der stickstoffhaltigen und 35 Proz der stickstofsieien Nährstoffe verloren. Es empfiehlt sich zur Gewinnung einer guten Butter protem- und fett­reiches Futter, also Lein-, Balm-, Ramps- ober Se- samkuchen beizufüttern.

* Mettenheim, 17. Okt. 1910. Der Wein­gutsbesitzer Muth hatte ein Faß von 8 00 Liter Inhalt mit neuem Werne (Most) gefüllt und ganz richtig wegen der Gärung das Spund- och offen gelassen. Merkwürdigerweise verstopfte ich jedoch die Oeffnung derart, daß die rm Fasse sich entwickelnden Gase nicht entweichen fonnten. Unter furchtbarem Getöse flog ber Boden des Fasses heraus und das edle Raß lief bis zum letzten Tropfen auf den Boden des Kellers. Der erlittene Schaden beläuft sich auf 6000—7000 Mark.

* Münden, 19. Okt. 1910. Den Pionlerofslzieren Tietze und Speich, die bei der Fuldaschleuse em Mädchen vor dem Tode des Ertrinkens bewahrten, wurde die Rettungsmedaille verliehen.

* Eisenach, 17. Okt. 1910. Hinter der Fahrzeug­fabrik wurde heute die L e i ch e des 22jährigen Dienst­mädchens Frieda Gonnermann aus Ebenau auf- gefundm. Das Mädchen war im Schmuck scheu Tanz­saal gewesen und begab sich nach Schluß des Tanz­vergnügens auf den Heimweg, ob mit oder ohne Be­gleitung ist noch nicht festgestellt. Der Heimweg ist ihm bann zum Verhängnis geworden. Ob ein Ver­brechen oder Unglücksfall vorliegt, wird die Unter­suchung ergeben. Bei der Toten wurde ein Porte­monnaie mit 20 Mark und eine Postkarte gefunden.

* Erfurt, 19. Okt. 1910. In der Mergenbaum- schen Schuhfabrik verschwanden seit geraumer Zeit fortgesetzt große Quantitäten Leder und Schuhwaren. Haussuchungen bei fünf verdächtigen Schuhmachern förderten die Arttkel im Gesamtwert von einigen tau­send Mark zutage. Die Diebe wurden in Hast ge­nommen.

* Corbach (Waldeck), 16. Oft. 1910. Die

Mitteldeutschen G ummiwerke Louis Peter, Akt.-Ges. Frankfurt a. M., haben ihre hiesige seit drei Jahren bestehende Zweigniederlassung durch ein neues 150 Meter langes Fabrikgebäude und durch ein stattliches mit künstlerischem Kom­fort ausgestattetes Verwaltungsgebäude vergrößert.

Aus Anlaß der Fertigstellung dieser Anlagen : wurde eine Feier abgehalten, an der daS Fürsten- ' paar von Waldeck-Pyrmont, Vertreter aller Be- i Hörden des Landes und über 400 geladene Gäste • aus ganz Waldeck und dem benachbarten Hessen i und Westfalen teilnahmen. Die Fabrik beschäf­tigt z. Zt. annähernd 500 Arbeiter, deren Zah sich nach Inbetriebnahme des neuen Gebäudes auf 1000 vermehren wird.

*♦ Der kaih. Gesellenverein Düsseldorf der 523 Mitglieder zählt, hat nun ein drittes Gesellen­haus eröffnet. Reben 57 Logierzimmern mit 124 Betten enthält das neue Gesellenheun zwei Werksta^ ten und einen großen Saal für die irn Gesellenhaus bestehenden Fachabteilungen. Der Gesellenverein in Düsseldoff bietet jetzt in 3 Häusern in versch ebenen Stadtteilen seinen Mitgliedern gesunde, preiswerie Unterkunft. Die Errichtung des neuen H-mses wurde durch die Landesversichemngsanstalt, die 150 000 Ml. Baugelber lieh, unb durch bas Entgegenkommen bet Stadtbehörbe gefördert. ,

* Der verhängnisvolle Tausenbmarkschein. Ein

Aus dem Nachbargebiele.

* Eberstabt (Kr. Gießen), 19. Okt. 1310. Daß die Fasanen einem Jäger ins Haus fliegen, dürste nicht alle Tage Vorkommen. Hier aber kehrte bet einem Landwirt und Jäger ein prachttger Fasa­nenhahn ein unb ließ sich aus bem Speicher nieder, wo er gefangen wurde. ,, „

* Hanau, 17. Okt. 1910. Staatsanwalt Dr R a- melow ist zum 1. November b. I. in gleicher Amts- eigenschast nach Berlin versetzt worben.

» Frankfurt a. M., 19. Okt. 1910 Das Schöffen­gericht verurteilte eine Frau, bte ben Gasten ihres

ÄS- ’ÄÄ l« »

3tÄta, 19. CH. 1910. 3n 8BH« brannte ein dem Landwirt Seb. Hde gehöriger Strohdiemen nieder, der durch Kinder, bte mit ft euer spielten, in Brand gesetzt worden war. Der 80 Zentner enthaltende Haufen war nicht ver-

— Wenn Minister umziehen. Aus Koblenz wird geschrieben: „Ein preußischer F i n a n z m i n i- ter hatte Sehnsucht, sich zu verändern. Ihn lockte die Romantik und die Erinnerung an glückliche Jahre als Regierungspräsident in ein sagenhaftes Strom- gebiet. Und es traf sich, daß irgendwo in dem glück­seligen Land em Oberpräsidentenposten frei war, und der-Minister bat, ihn dorthin zu versetzen. Nun war es aber ein seit einem Jahrhundert geübter Brauch gewesen, daß dem Oberprästdenten der hllsieiche Staat zehn Zimmer ausmöblierte. Auch die Frau Ober- präsident hatte von diesem Brmtch erfahren, fand aber bei der Inspektion nur mehr fünf Zimmer aus gestattet. Also berief sie den zuständigen Regierungsrat und, da dieser schwieg, den Baumeister, der die Möbel­garde unter seiner Aussicht hatte. „Allwo", so Hub sie an, „find der fünf Kemenaten Ausstattungsstücke, so da fehlen?' Der Baumeister kreuzte die Hände ob bet Brust, neigete das Haupt, klappte die Hacken zu­sammen unb sprach also, wie folgt: „Ew. Erzellenz! Ew. hochgeborenen Vorgängers Exzellenz, ben ©r. Majestät Gnade alljetzo.hat in ihres Reiches Haupt­stadt berufen, Berfügete über vielerlei Reichtum. Ihm hat Se. Exzellenz, bet frühere Herr F in an z- m in ist er, von jenen zehn Kemenaten fünf auf bet Rechnung gelöschet. Sintemalen bem Herrn Finanz­minister bes Lanbes Gelbnot sehr zu Herzen ging.' Also sprach bet Baumeister, neigte mit verkreuzten Händen wiederum das Hau.pt und wartete der Ani- wort. Ihre Exzellenz erhob die weiße Hand zum Gruß, neigte auch das Haupt und ging. Also erzählt die Sage vom sagenhaften Strom.'

SonberpostLagen für Damenhüte soll die Post- Verwaltung stellen und Oesterretch will es auch tun. Die Postverwaltung in Niederösterteich erhielt von einer Anzahl Wiener Firmen, die feit Jahren

2. Natt.

Vruck mb Verlag der zuldaer Setiesbruckerel In Stilbn.

aufbewahrt.

* In einem Lagerbottich erstickt sind drei Arbeiter

in der Sprttfabrtk von Winkelhauseu in Preußisch

Stargard. Zwei Arbeiter, die bereits seit langen Iahten in der genannten Fabrik beschäftigt waren, hatten den Auftrag, einen etwa 18 000 Liter fassenden Lagerbottich vom Bodensatz zu reinigen. Zu diesem Behufe stiegen sie durch das sogenannte Mannloch in den Bottich, während ein dritter Arbeiter der Vorschrift gemäß, außerhalb des Bottichs zur Kontrolle dezw. Entgegennahme der Flüssigkeit auf der Leiter stand Bis zur Vornahme dieser Remrgungsarbert halten sich in dem Bottich Alkoholgase gebildet, die, trotzdem der große tonnenartige Behälter feit dem vorhergehenden Sage geöffnet war, anscheinend iioch so stark waren, daß eine Betäubung der beiden m, Innern beschäftigten Leute eintrat. Der außen­stehende Arbeiter hat vermutlich seine Kollegen retten wollen, und ist dabei ebenfalls der Katastrophe

Ausland.

*♦ Die türkische Ministerkrise hat mit dem vollen Siege der Mllitärpartei ihr vorläufiges Ende gefun- ben Der Kabinettsrat hat bie Entscheidung gesollt, den Kriegsminister durch ein neues Gesetz von der Ausgabenkonttolle des Oberrechnungshofes zu befreien. Diese Entscheidung bedeutet einen vollen Sieg über die Komiteepartei und den Finanzminister, der wahr­scheinlich nach Abschluß der Anleihe zurücktteten wird.

* Die „Gewissensfreiheit" in Rußland, von der «tr Zeit so viel Aufhebens gemacht worden ist, steht nur auf dem Papier. Dem „Rjeffch' zufolge sind der Geistliche Ulinski und das Ehepaar Dztadko m Minsk (der Mann schismatisch, die Frcm katholisch), wegen der Taufe eines Kindes nach katholischem Ri­tus verurteilt worden: Ulinski erhielt einen Monat Gefängnis und Abeckennung der geistlichen Funktto- nen auf y2 Jahr, bie Eltern des Kindes vier Mo­nate Festnngsh a f t.

ixz Ans dem Westerwald, 18. Okt. 1910. In dem ; heben erschienenen Jahresbericht der Landwnct- angeregt, mit einem Kostenaufwand von etwa 3 Mill. Mark 17000 ha Weidfläche auf dem hohen Westerwald durch zweckmäßige Meliorationen und Düngungen zu ertragreichen. WKn^umzuwandrin. ®Ä"Va"o s"tÄ “ä werden. „ , .

* Selters (Westerwald), 17. Okt. )^0. Bei dem hiesigen Spar- und Darlehenskassen-Ver ein sind bekanntlich Unregelmäßigkeiten zutage getre­ten. Gestern wurde, wie die „Neuwieder Zig. be- richtet, in einer Mitgliederversammlung ein Feyt- bet r a g von etwa 196 000 Mark festgestellt, auf den Kopf bet Mitglieder fallen 800 Ml. Man beabsich­tigt, die gekündigten Kapitalien von Nichtmitgliedern vorläufig dadurch zu baten, daß man die Stammein­lage von bisher 50 Mk. auf 200 Mk erhöht, welcher «Betrag vorläufig unverzinslich gutgeschrieben werben soll Die Deckung ber weiter fehlenden Gelder erhofft man auf gütlichem Wege von ben Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates, insgescunt 12 als wohlhabend angesehenen Personen, zu erreichen. Auch der Zentralverband der Raiffeisenveremigungm wird einen Zuschuß gewähren. Werden Vorstand und Aus­sichtsrat zu einer größeren Deckung bereit sem, so wol­len die Mitglieder von etner gerichtlichen Entschei­dung absehen. Der Verein ecklart alsdann nicht den Konkurs, sondern bleibt in der alten Weise werter bestehen.

> 241.

Donnerstag den 20. Oktober 1910.

57. Jahrgang.'

Deutsches Reich.

(♦ Ein Kongreß der deittschm Rechtspartei soll nach neunjähriger Pause Anfang November in Got- linaen abgehalten werden. Zu der deutschen Rechts- bS haben sich im Jahre 1892 die Organisationen bet hannoverschen, braunschweigischen, kur hessi­schen, mecklenburgischen und hamburgischen Rechts- 1 arteten zusammengeschlossen. Außer den beiden erst- genannten haben die Organisationen hotte !keim pat^ lammtarische Vertretung. Bel den letzten Wahlen wurden fü7 die Rechtspartei in Hessen 1237, m Meck­lenburg gar nur 168 Stimmen abgegeben. In dem Programm der Rechtspartei wird -msgespro^n, es dürfe die Vernichtung einzelner selbstan^ger Glleder Gesamtdeutschlands zugunsten anderer nicht ungesühnt bleiben, wenn nicht immer neue Rechtsbruche erwach­sen sollen.

* Eine Abordnung des Landesvereins preußischer Lehrerbildner trug dem Kultusminister am Samstag ihre Wünsche vor: Vermehrung der Oberlehrerstel­len an den Seminarien, Oeffnung der Universitäten zur Ausblldung von Seminarlehrern, Anrechnung ftüherer Dienstzeit als Präparandenlehrer und Sem - narhilfslehrer unb Entschädigung für die Mehrarbeit bei ber zweiten Lehrerprüfung. Was die Ausbildung der Seminarlehrer betrifft, so betonte bet -Minister, daß die Regierimg bestrebt sei, für diese durch Ein­richtung von Kursen, wie solche bereits in Berlin und Posen bestehen ,zu sorgen. In Bezug auf bte andern Punkte erklärte er sich geneigt, den Wünschen des Lan- besvereins entgegenzukommen; doch seien die dambn schwebenden Verhandlungen noch nicht zum Abschluß

Damenwodehüte in Pappkartons an ihre Provinz- künden senden, ein Gesuch, in dem darauf hmge- wiesen wird, daß in letzter Zeit diese Kartons m zerdrücktem, mttunter sogar in zerrissenem Zustande an ihrem Bestimmungsorte anlangten. Darauf hat die Postdirektion nicht bloß die Aufgabestellen an­gewiesen, die Kartons mit den Damenhüten mit be- sonderet Vorsicht zu behandeln, sondern sie hat auch die Absicht, für bie Herstellung von Post- wagen zu sorgen, die speziell der Ausnahme der­artiger Kartons dienen sollen und zu verfugen, daß in diesen betonteren Post-Hutwagen nur Kartons mit Damenhüten oder sonstigen Modeartikeln be­fördert werden. Wenn daS Nachahmung findet, werden die Tischler bald die Zimmertüren breiter ma^ muffen.^ DQI Beginn deS Winters empfohlen, die Dächer, Essen und Verschläge prüfen zu lassen. Denn mit den Häusern ist es wie mit den Kleidern; ein kleines Loch, das unbeachtet bleibt, reißt leicht inS ganze. Zudem bringt ein schad­haftes Dach noch allerhand Nachteile. Regnet es in den Boden, oder schneit eS gar hinein, fo wird da» Holz leicht faulen. Ist das Ziegeldach oder der Schornstein defekt, so kann leicht ein Passant der Straße oder ein Hausbewohner selbst durch ein herabfallendes Ziegelstück erschlagen werden. Ans diesem Grunde ist auch bie Festigkeit bet Firmen- schilder an ben Häusern, bie der Balkons und der Verschläge zu prüfen. Auch hier hecht es: Nicht vorgesehen unb nachgebacht hat manchm in groß Leid gebracht! . ,

— Höchstes Lob. „Wie war gestern das Fest- essen?' — „Brillant, kein einziger ist zum Reden gekommen!'

Der alte Jndustriearbeiterverband beschuldigt den Metallarbeiterverband des Streikbruches, des schmäh­lichsten Vergehens, das es für einen Genossen geben kann. Er teilt mit, daß er abermals in zwei Fällen habe feststellen muffen, der Metallarbeiterverband stelle Streikbrecher für Firmen, die vom Jndustriearbeiter­verband in Streik erklärt wurden. Infolgedessen be­schäftigten sich die dem Jndustriearbeiterverband an- geschlossenen Fachvereine mit der Frage, ob nicht jede Gemeinschaft nicht nur mit dem Metallarbeiterverband als solchem, sondern auch mit feinen Mitgliedern zu brechen sei. Einige Fachvereine faßten bereits den Beschluß, daß es den selbständigen Mitgliedern verboten ist, Hilfskräfte zu beschäftigen, bie im Metallarbeiter­verband organisiert sind.

Mit der Vereinigung der feindlichen Brüder, die der Parteivorstand in schwerer Arbeit schon einmal nahezu erreicht zu haben glaubte, wird es jetzt wohl wieder auf lange Zeit hinaus nichts werden können.

* Zm SchSchtftagc. Der Verein Rhelnpreußlscher Tierärzte hat in seiner letzten Generalversammlung folgende Eingabe beschlossen:

„Den hohen gesetzgebenden Körperschaften des Deutschen Reiches unterbreitet der Verein Rheinpreußi­scher Tierärzte die dringende Bitte, dem Beschluffe der Justizkommission, das rituelle Schächten der Juden unter reichsgesetzlichen Schutz zu stellen, nicht bei- zu tret en. Etwa 98 Prozent aller Tierärzte, bte allein in dieser Frage als Sachverständige zu urteilen befähigt sind, halten das rituelle Schächten für eine veraltete und tierquälerische Schlachtmethode, die auch dem sittlichen Empfinden der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung zuwider ist."

Außerdem hat ber Verein beschlossen, an sämtliche tierärztlichen Vereine bas Ersuchen zu stellen, sich die­ser Eingabe anzuschließen. — Das Zentrum steht bekanntlich aus bem Standpunkt, daß es sich bei der Schächtfrage um eine innere religiöse Angelegenheit ber Israeliten handelt, in welche die Gesetzgebung sich nicht einzumischen hat.

------fr

Vas Keße iß stets das Killigste.

Wie für jedes bekannte und ernge- führte Präparat, fo wird auch für Scotts Emulsion eine Reihe von mehr oder weniger minderwertigen Nachahmungen angeboten. Hierüber laufen täglich Klagen bei uns ein, zumal nach Gebrauch dieser Nachahmungen der gewünschte Erfolg ausgeblieben ist. Deshalb sollten alle

Eltern, die es gut mit ihren Kleinen meinen, wohl überlegen, ob es nicht vor­

teilhafter ist, das in allen Fällen be­währte Originalpräparat

Scotts Emulsion zu nehmen, und ob sich r nicht auch hier der Spruch bestätigt: Das Besie ist stets das Billigste.

Man verlange daher aus- ^drücklich; Scotts Emul- „nrrA. M.Jion mit unserer bekannten - nebenstehenden Fischerschutz-

eiche« des Scott» « 8terfnür* *nal V. ■ - «I - -.........

M klllid null ftcijt der Suff, ©bann müssen, wie der Bolksmmtd behauptet, em­pfindliche Leute sich ganz besonders vor Erkältungen hüten. Unschätzbare Dienste leisten ihnen dabei Fays ächte Sodener Mineral«Pastillen, natürlich nur die ächten. Wer sie nach der erprobten Vor- §schrist anwendet, hat eine gute Gewähr dafür, daß Witterungsemflüsse bei sonst naturgemäßerHattung ihm nichts anhaben können. Fays ächte Sodener kosten nur 8ö P g. pro Schachtel, man achte aber streng darauf,baß man keineNachahmungen erhält.

zum Opfer gefallen. Man fanb alle drei bewußtlos auf, bie Verunglückten, von betten zwei verhewatet waren, wurden sofort mS Freie aettagen, doch er- wiefeu sich die Wiederbelebungsversuche als erfolglos.

♦♦ Bus krankhafter Sammelwut würbe ein ange­sehener Arzt in D r e S d e n zum Dieb. In der Kö­niglichen Bibliothek unb im Albertinum wurde die Entdeckung gemacht, daß eine große Anzahl Wort scher Wecke, einzelner Drucke und Illustrationen von ihr hohem, teils unersetzlichem Werte gestohlen wor­den warm. Alle Besucher und die Beamten der Bibliothek wurden beobachtet, ohne daß man den Ta- ier ermitteln konnte. Endlich gelang es der Kri­minalpolizei, dm Dieb in der Person eine« hochan­gesehenen und sehr tiemtögenben Arztes S" ermitteln und zu verhaften. Die gestohlmen Wecke konnten bis jetzt noch nicht zm Stelle geschafft werden.

* Eine neue Erprefferaffäre wird in Leipzig von der Polizei tierfolgt. Im Laufe der vorigen Woche gingm einem angesehenen Burger Erpreffer- briefe zu, die in vielen Punkten den von den Gebrü­dern Koppius versandten ähnelten. Nach dreilagiger Beobachtung gelang es der Kriminalpolizei, den Er- presser in der Person eines jungen Mannes festzu­nehmen. Er ist geständig. —

* Nicht murren, wenn man zahlen mutz. In Greiz starb im Jahre 1907 ein Kaufmann und hinterließ 1291000 Mark. Als die Erbschaft zur Verteilung gelangte, stellte die Steuerbehörde fest, daß dem Staate 19 588 Mark an Steuern hinter- zogen worden waren. Die Folge dieser Steuer- Hinterziehungen war, daß der Staat von ben Erben

den vierfachen Betrag der Unterzogenen Summe, also zirka 80000 Mark, verlangte. Während zwei Erben widerspruchslos bezahlten, weigerten sich sieben andere Erben. Die weitere Folge dieser Weigerung war ein Strafbescheid des Greizer Lanb« ratsamies, das die Strafe auf den achtfachen Betrag erhöhte. Es kam jetzt zum gerichtlichen Austrag. Die Greizer Strafkammer erkannte ebenfalls auf die achtfache Höhe, auf 165184 Mark. Den zwei Erben aber, die freiwillig die zuerst festgesetztevier- fache Strafe bezahlt hatten, wurde bte Strafe erlassen.

** Mit Hilfe eines gefäkschtm Ausweisungsbrie- fe« wmdm in Lemberg der Filiale der p^terrei- chischm Kreditbank 65 000 Kronen herausgelockt. Der Töter ist flüchtig.

• Der letzte Zigeunersürst Nikolaus Mchajlo, der jjn ——- ', m £ (Meine" rubmannt, ist im Alter von 100 Jahren

peinlicher Vorfall beschäftigt bte städtischen Be- j - Cleveland in Ohio gestorben. Er war der letzte Hörden in Charlottenburg. Den .Stadt-13 . Regierung anerkannte Zigeunerfürst. Aller-

verordneten wmde vom Oberbürgermeister ""^geteilt, 9 ungarische provisorische Regie-

daß der Stadtbauinspektor Kuckuck von dem Ver- dings w« -s nm^oie Anführer der Zi-

treter einer Berliner Firma durch Ungeschriebenen I ^^9^ nafe Zigeunerwojwoden ernannte, Brief einen Tansendmarkschein erhalten hat. Dem S nomüaliche Spionmdienfte gegen die

Scheine war ein Brief beigelegt, der folgenden I weil er ihr °°Zuf'Lte V°n da ab " tSTSteloS« ©5wlntWm Zigeuner sich richteten, unb btt ifa«, mir cY<.r f.kr aefcdätites Wohlwollen auch weiter« boren. Als geordnete Verhältnisse emtraten, li ”n SJf “JS

kommende Firma hatte m ben letzten Zähren große Rohrverleguugsarbeiten für die Charlottenburger Lanalisationswerke ausgesührt. Der Magistrat hat nun in seiner letzten Sitzung ben Beschluß gefaßt, bei Firma in Zukunft keinerlei Arbeiten und Liefe- rungen für die Stadtgemeinde mehr zu übertragen.

Ferner hat der Magistrat beschlossen, den Briet unter Darlegung der Verhältnisse ber Staatsanwalt- schaff zur Strafverfolgung zu Übergeben. Der Tausenbmarkschein wird als stummer Zeuge vor­läufig bis zur Erledigung des Strafverfahrens bet der Stadthauptkasse in Charlottenburg forgfatttg