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Zeitung

fuldaer

^,Die Teuerung als internationale!

Erscheinung. 1

?eua7verba^7bei seiner Aussage trotz der eindring- £ ei tn Äm^walMu tn der Gemeinde an &Ä ’ÄS S“ Ä“ " gesehen zu haben, doch mußte er zugeben daß er ".^all'e Küsterdienste einschließiich des Schreibwerkes

der betreffenden Versammlung, auf bun Poomm ausschließlich des Glockenläutens und Reinigens stehen, gesagt hat: .Der Sontheim« haut ,u wie ein Kirche zu verrichten, _ „

Sozialdemokratie gefördert. Der Erfolg war, daß

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sagen und ihr gegebenen Falles bei der ^-ohl

dmck geben.

Reklamen- und Anzeigenteil.

Deutsches Reich.

dritten Klaffe nach Möglichkeit dahin geltend machen, daß sie bei den Stadtv«ordnetenwahlen die Zen- trumskandidaten wählen. Das Kollegium solle im- | mer auS je 15 Liberalen und 15 Zentrumsvertretern bchehen, solange die Sozialdemokratie daraus sernge-

I halten werde. Spät« soll ein andres Uebereinkom- | men getroffen werden. — Die Meldung entspricht nicht I ganz den Tatsachen. Das Abkommen geht auf das Fahr 1908 zurück. Damals erhielten bei der Stadt- v«ordnetenwahl die Kandidaten des Zentrums 2668 bis 2685 Stimmen, die der Liberalen 768 bis 798

I Stimmen und die der Sozialdemokraten 2223 bis I 2252 Stimmen. Zwischen Haupt- und Stichwahl setzte | die Hetze gegen das Zentrum besonders stark ein. Von

Der Dienst ist folgender: Der Kütterorganist hat 1. an vier Hauptgotlesviensten die Orgel zu spielen, 2. dabei den Gesang zu leiten, . ...

3. sich die Sänger selbst zu besorgen und elnzuuben, 4. da es in Kammerswaldau in der Gemeinde an

Montag den 17. Oktober 1910.

57. Jahrgang.

Die arme Mutter blickte ihren Mann verwirrt an. Was sagte dec Kleine? War es noch einmal das De­lirium, das entsetzliche Fieber, welches zurückkehrte? Bum-Bum! Sie wußte nicht, was cs hedeuten solle, und sie fürchtete sich vor diesen Worten, welch- der Kleine jetzt mit krankhaftem Eigensinn wiederholte, als ob er bis dahin nicht gewagt hätte, seinem Traum Ge­stalt zu geben, und als ob er sich jetzt mit unumstöß­licher Halsstarrigkeit an demselben sestklammere:-„Ja, Bum-Bum! Bum-Bum! Ich will Bum-Bum!" Die Mutter hatte nervös ihres ManneS Hand ergriffen, und wie geistesabwesend sagte sie ganz leise: „Was bedeutet das, Jakob? Er ist verloren!"

Ab« d« Bat« hatte aus seinem rauhen Arbeit«- gesicht ein fast glückliches Lächeln: das Lächeln eines Verurteilten, der eine Möglichkeit der Rettung er­blickt. Bum-Bum! Er erinnerte sich, daß er seinen Franz vor kurzem einmal in den Zirkus geführt. In seinem Ohre klangen noch des Kindes laute Freuden­rufe, das fröhliche Lachen des entzückten Knaben, als d« Clown, der schöne, ganz mit Goldflittern besäete Clown, der auf dem Rücken seines schwarzen Ko­stüms einen großen, schimmernden vielfarbigen Schmetterling trug, qu« durch den Saal Luftsprünge machte, einem Stallknecht ein Bein unterschlug, ge­rade, mit dem Kopf auf dem Sande und den Beinen in der Höhe stand, und der bis an den Kronleuchter weiche Filzhüte warf, die er geschickt mit seinem Kopfe auffing. Ob« sie bildeten noch eine Pyramide, und bei jed« Tour, bei jedem Witz stieß er wie ein gut« Refrain imm« denselben Witz aus, wiederholte er im­mer dasselbe Wort, welches manchmal von einem Wir­bel des Orchesters begleitet wurde: „Bum-Bum!" Und jedesmal, sobald Bum-Bum erschien, brach das Publikum in Bravos aus, und wie herzlich lachte d« Kleine! Diesen Vuni-Bum, den Clown des Zinns, wollte sein Franz haben.

möchte. . . ."

Als er geendet, war der Vater bleich, und große Tropfen perlten auf seiner Stirn. Er wagte nicht den Clown anzublicken, deffen Augen auf dem Arbeit« nihten. Was wird Bum-Bum sagen? Wenn er ihn verabschiedete, ihn für einen Verrückten hielte, ihn an die Tür setzen ließe? „Wo wohnt Ihr?" fragte Bum- Bum. „O, ganz in der Nähe! Rue des Abbofles!" — „Geht!" sagte d« andere. „(Su« Knabe will Bum-Bum sehen? Run gut, « wird Bum-Bum sehen!"

Und als Jakob Legrand die Tür Öffnete, rief er fteudig feinem Sohn entgegen: .Sei zufrieden, Bubi, sieh', da ist Bum-Bum!" Ein Freudenschein leuchtete auf dem Gesicht des Kindes. Mit Hilfe der Mutt« richtete er sich empor, wandte den Kopf den beiden Männern zu und schaute einen Augenblick nach

nur wollte, würde er einwilligen, seinem Franz einen „guten Tag" zu sagen. Wie würde der geängstigte Vater von Bum-Bum empfangen werden? Aber es war nicht mehr Bum-Bum, es war Herr — Moreno! Und in des Künstlers Wohnung tagen Büch« und Kupferstiche; künsüecische Eleganz umgab wie eine ge­wählte Dekoration einen reizenden Herrn, der Jakob in sein Empfangszimmer, das dem eines Arztes glich, entgegenkam. Jakob blickte ihn an und erkannte in ihm nicht den Clown. Zwischen seinen Fingern drehte er immer wieder seinen Filzhut. Der Andere wartete. Er wifle wohl, daß es sich nicht paffe . . . Verzeihung . . . Entschuldigung . . . Aber da cs sich um fern einziges Kind handle ... ein reizendes Kind, wem Herr! Und so klug! Immer der Erste in der Schule, nur nicht im Rechnen, das er nicht gut begreifen kann ... Em Träum«, dies«Kleine, sehen Sie! Ja, ein Träumer . . . Und der Beweis . . . ja . . . der Beweis . . . Jakob zögerte jetzt, stotterte, und seinen ganzen Mut zusammennehmend, sagte « hastig:

Der Beweis ist, daß « Sie scheu will, daß er nur an Sie denkt, und daß Sie vor ihm sind, wie man einen fernen Stern erblickt, den man so gern haben

vermischtes.

♦ Ein eigenartiges Inserat macht gegenwärtig die Runde durch den liberalen Blätterwald. Im ,,«cho- nauer Anzeiger" vom 1. Oktober steht nämlich zu lesen:

„An der kalholiichen Pfarrkirche zu Kammerswaldau bei Hirschberg, Schlesien, ist die ©teile eines Organisten und Küsters zu besetzen. __________

zugehören «klärte. Süß« deponi«temitallecBe- stimmtheit, daß Sontheim«, den er schon von früh« Nu* "ff Ltzb« tz-t. D<-

Mus dem Nachbargebiete.

* Lauterbach, 15. Oft. 1910. In Sachen des Raubmordversuches ist auf die Entdeckung des Täters eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt Der Verletzte, Oekonomierat Backhaus, hat srch einigermaßen wieder «holt, sodaß « gestem vernom­men werden konnte.

* Ostheim (Rhön), 15. Oft. 1910. Dec von hi« geflüchtete Stadtkämmerer Winzer hat wie neuerliche Ermittelungen ergeben haben, nicht nur die Stadtkaffe, sondern auch die ihm zugängliche Kasse des Vorschuß-Vereins geplündert und so sm ganzen nicht 15 000, sondern mindestens 25—30 000 Mar an barem (Selbe mitgenommen. Man befürchtet, baß Winzer ins Ausland entkommen ist.

* Frankfurt a. M., 14. Oft. 1910. Auf dem Sach­senhäuser Bahnhofe wurde ein Hilfsbahnwärter von einem Zuge überfahren und getötet. — Der Jnnungsausschuß Wiesbaden hat den Lchneidennei- st« I u r e i t von hier, welch« sich durch die Heber- nähme des Defizits der Ausstellung um, das naffau- ische Handwerk ganz besondere Verdienste erworben hat, zu seinem Ehrenmitglied ernannt.

Des Abends brachte Jakob Legrand seinem Kinde einen beweglichen, ganz mit Rittern benähten Clown mit den « sehr teuer, mit dem vierzehntägigen Lohne seiner Arbeit bezahlt hatte. Aber er hätte auch das Zehn- Zwanzigfache, ja die Arbeit eines ganzen Jah­res dafür hingegeben, nm auf die blassen Lippen oes Kindes wieder ein Lächeln zu zaubern . . . Emen Augenblick sah das Kind das Spielzeug an, das auf dem weißen Tuche schimmerte; dann sagte es traurig. Das ist nicht Bum-Bum! . „Ich will Vmn- Bum sehen!" Ach, wenn Jakob nur fern Kind in Decken hüllen dürfte, es in den Zirkus tragen unb ihm ben Clown zeigen könnte, d« unter bem erleuch­teten Kronleuchter tanzte, unb ihm zurufen: „Schau hin!" D« Vater tat mehr. Er ging in den Zirkus unb fragte nach der Adresse des Clown. Schüchtern, mit vor Erregung zittnnden Knien, stieg « eine Stufe nach der anderen empor, die in des Künstlers Woh­nung in Montmartre führte.

Es war sehr kühn, was er da tat! Aber gibt es denn nicht Sänger, Schauspieler, die in den Salons großer Herrschaften Sieber singen unb Musikabende

Schm'ieb!"°SoRh'eim«Hst räumte ein, daß «einen Zwischenruf« beim Hals gepackt hat, aber Nicht San - kühl«. Die übrigen Zeugen iahen Sontheim« nur in b« unmittelbaren Nähe des Knäuels, in dem sich Sanbkühl« befand. Charakteristisch war die Ans­age des protestantischen Archtteften Adolf Frinake, der nach eigen« Aussage zum Sozialismus neigt. Frinke erklärte, daß auch er in pöbelhaft« Weise be= handelt wurde, und zwar nur deshalb, weil er sich oanz ruhig v«halten, also keinen Beifall und keine Zustimmung bekundet habe. Das kennzeichnet zur Genüge den beispiellosen Terrorismus der in dies« Kultur"-Ansammlung herrschte. Schließlich wur­den die beiden Redakteure freigesprochen und Sont- hcimcr zur Kostentragung verurteilt Das Gericht ging hierbei von der Anschauung ans, daß die Seftagten in Wahrung berechtigt« Interessen gehandelt haben, wenn sie gegenüber der Freidenkerbewegung auftraten und tätlich angegriffene Parteiangehörige in nahmen. Das Gericht «achtete es als festgestellt daß Sontheim« den Sandkühl« am yalse gefaßt habe und kam deshalb zu dem freftprechenben Urteil.

d" München, 14. Oft. 1910. Ein interessan­erfahren. ter Preßprozeß spielte Jid; vor bem «chossen- ' I gxrichte des Amtsg«ichtcs München I ab. Der Sach­verhalt ist folgend«:. In der berüchtigten Freid en- kerversammlung vom 11. März b. I. wurde Iber ©tubierenbe Sandkühler wegen einiger Zwifchen- s rufe in ber rohesten Weise mißhandelt. Der „Bayer. Kur" und das „N. Münch. Tagbl." brachten darüber scharfe Artikri, worin behauptet wurde, daß an der Mißhandlung des Sandkühler auch ber bekannte anar­chistisch-freidenkerische Agitator Sontheim« beteiligt war Letzter« stellte nun durch Rechtsanwalt Kohl, den bekannten Führer der Münchener Jungliberalen, Strafantrag wegen Beleidigung gegen die beiden Re­dakteure Osterhub« und Frhr. v. d. Tann. Zu der heutigen Verhandlung waren 11 Zeugen geladen, von | denen die meisten nichts Positives auszusagen Ver­

de« auch mcf das eigentliche Land des Freihandels und der Freieinfuhr, auf England wo beispielsweift der Weizen im vergangenen, ^ahre gegenüber dem Durchschnittspreis von 1895 eine Verteuerung von über 60 Prozent aufzuweisen hatte, ^nt neuesten £>eft (9) des „Reichs-Arbeitsblattes" findet sich nun Wenfalls eine Ausstellung über die Lebensmittelpreise in Amerika, die wir den Posaunenblasern des Zollwuchers" aufs wärmste zur Beherzigung em­pfehlen. Aus dem im „Reichs Arbeitsblatt" enthal- tenen Verzeichnis seien die nachfolgenden Nahrimgs-

Hohenlohe

Hafermehl

Ist die einzig richtige Kindernahrung, wo Mutter­milch fehlt. Es verhütet Erbrechen und Durchfall und hat sich bei englischer Kran! i vorzüglich bewahrt.

> < »Ä ffÄÄS b-m MIJi Sm-ä-n,

t>er Kirche £1, gtu^re'o'er oi§ Organist tätig ist, einen Krankenprovsiuren nsw. zur Verfügung des Plärrers zu halten ober einen KüsterMvsrtret« zu stellen.

Als Jahresgehalt für diese Stelle hat der cöerr Natron der Kirche, welchem das Besetzung-.rech Msieht, Landesältester, Rittergutsbesitzer und RiUmeme, iieinridi u Loesch auf Kammerswaldau 4 8 3)1 ar t an- keletzt wozu noch 15 Mk. jährlich als Beihilfe zur Besoldung des Küsterstellvertreters kommen. 9«» Wohnung ober Deputat wird zwar nicht gewahrt, dch wird vorn Herrn Patton für Reinigen der Kirche. Botengänge (niedere Küsterdienste) em ^agresgehall von 12 Mk. nicht verweigert werden, auch für den Bälgetreterposten, der mit der Stelle vereinigt werden kann, sind vom Herrn Patton lahrlich 4 Btt., wocttlch vier Mark, bewilligt worden.

Geeignete kirchenmusikalisch und luurgisch Scbtlbett Bewerber belieben sich unter Einreichung ihrer Zeug nisse bei dem oben genannten Herrn Patron zu meIben.

Das katholische Pfarramt von Kammerswaldau.

Wie ber „Schics. Volksztg." von zuständig« Seist mitgetellt wird, hat die Sache ihre Richtigkeit, tat­sächlich beträgt heute das Gehalt soviel, ob« vielmehr • so wenig, wie in bem Inserat angegeben ist- Da» Gehalt ist vom Patron auf diese eumme festgelegt worden unter andauerndem Proteste des betref­fenden Pfarramtes. Auch die Bedingungen sind vom Patton so festgesetzt worben. Bis zum sichre 1997 lagen bie Verhältnisse anders. Bis dahin warm mit der Stelle verbunden freie Wohnung unb ein Gehalt von 210 Mk., außerbem noch Nebenemwahmen sodaß bie Gesamteinkünfte sich auf etwa 500 Mark beliefen. Seit dies« Zeit ist ber Stteit um bie Besoldung der Stelle entbrannt, b« zurzeit auch bie kirchlichen unb staatlichen Behörden beschäftigt. Wie man aus em« solchen Sache Kapital gegen bas katholische Pfarramt plagen kann, ist ein Geheimnis d« iberalen Vlat- ter, bie bie ganze Sache ihren nach dieser Kost lech- zenben Lesem vorsetzen, natürlich mit biesbezuglichen „geistteichen" Bemerkungen.

dem Herrn im schwarzen Anzug, an bes Vaters «eite, deffen fröhliches Gesicht ihm zulächelte, wer es fern möge. Und als man ihm sagte: „Es ift Bum-Bum! ließ er taturig feinen Kops in bie Kiffen juruttfaHen unb blieb mit starren Augen liegen. Die schonen, großen, blauen Augen schienen hinter ben Wanden Bum-Bum's Flitter unb Schmetterling zu suchen.

2. Blatt.

Druck und Verlag der Zuldaer Aetieudruckerei in Snlba.

Bum Bum. >

Ausgestreckt unb blaß lag bas Kind in seinem ftet- \ nen, weißen Bettchen unb starrte mit seinen durch das । Fieber vergrößerten Augen immer vor sich hm, wie es jene Kranken zu tun pflegen, die schon so Manches bemerken, was die Lebenden doch nicht sehen können. Am Fuße bes Bettes saß bie Mutter und biß sich nuf bie Fing«, um nicht aufzuschreien. Besorgt ängst­lich, von Seelenschmerzen gefoltert, verfolgte sie voll Herzensangst auf dem ab gemagerten Gesicht des atmen kleinen Wesens die Fortschritte ber Krankheit Unb der Vater, ein braver Arbeiter, hielt gewaltsam Die Tränen zurück, bie in seinen geröteten Augen brann­ten. Mutter Sorge hatte Einkehr gehalten m dem bislang so glücklichen Heim in der des Abbosses- Sttaße in Paris, wo Jakob Legrand und fein funges Weib Magdalena mit ihrem Sonnenstrahl, dem tletnen Franz, lebten. Das Kind war schw« krank.

Sieben Jahre alt war der kleine Franz. Noch vor kaum drei Wochen war er rosig, so lebhaft, so ver­gnügt wie ein klein« Sperling gewesen! . . . Aber « bekam das Fieber, und eines Tages brachte man ihn ans der Volksschule mit schwerem Kops und hei­ßen Händen nach Hause. Seitdem lag « in diesem Bette, unb manchmal sagte er in seinem Delirium, auf die blank gewichsten Stiefel blidenb, welche bie Mut­ter sorgsam in bie Ecke auf ein Brett gestellt hatte: „Jetzt kann man des kleinen Franz Stiefel fortwer­fen! Der kleine Franz wird sie nicht wieder an­ziehen! Und nie, nie . . . wird ber kleine Franz toieb« in bie Schule gehen!" Dann rief ber Vater, dem das Herz sich zusammenkrampfte vor bitterem Weh ihm wohl zu: „Willst Du schweigen, Kind!" unb'bie Mutter verbarg ihren blassen, blonden Kopf in die Kopstiffen, damit ber kleine Franz sie nicht weinen sehe.

Diese Nacht hatte der Knabe kem Fieb«; ab« feit zwei Tagen beunruhigte er ben Arzt durch eine Art selffam« Mutlosigkeit als ob et "^Anen sichm Fahren schon lebensuberbmffig sei. Matt fthuNette « seinen blassen Kopf hin und her, wollle nJjtS neh­men unb das Lächeln mar von seinen blutleeren -ip pen verschwunden. Mit seinen starren Augen schien er dort hinten in weiter Feme etwas — man wutz e nicht was — zu suchen.

Sobald man ihm Tee, Suppe, ein wenig Bouillon geben wollte, verweigerte er es zu ne^iuenvt" « _ Du etwas, Franz?" - .Nein ich will wchts. „Aber man muß ihn herausreißen hatte der ioftor gesagt „Diese Hinfälligkeit «schreckt mich! Ihr seid der Vater, die Mutter, Ihr kennt Euer: Kind. . Suchet, wodurch Ihr diesen kleinen Körper - diesen (Seift, bet in bie Wolken zu W®*“ toiebet zur Erde zurückrufen könnt. Und e GeÖS"btai)en Leute kannten ihn gut, !An ^ranz,! Sie wußten, wie sehr es ben Kleinen amu, tagS bie Hecken zu plünbern unb nut SBeigorn W ben auf ben Schultern bes Vaters öuruckzu h • auch in ben Champs-Elisöes, dort, wo die «einen Reichen sitzen, das Puppentheater zu sehen lob Legrand hatte seinem Franz Bildet, vergoldete

In Heft 19/20 ber „Sozialistischen Monatshefte" Bat ber frühere sozialdemokratische Reichstagsab^ Mar Schippel ein gutes Kübel feinen ©potteS ausaegoffen üb« bie fogialbemotratif^fretfmnige Verbohrtheit, bie angesichts ber jetzigen Teuerungs- Verhältnisse „von allen großen grundlegenden volks- wiritschafttichen Umgestaltungen nichts sicht unb nichts hört als ben Z o 11 unb ben P r e i S unb hin­ter dem Zoll unb bem Preis nur bie jeweilige mise­rable Regierung". . , v ----------------------- .

Schippel ist objektiv genug, den wir! 11wen . ^er Seite wurde offen ein Bündnis mit der Ursachen b« Teuerung auf ben Gru-W zu gegen Sozialdemokratie gefördert. Der Erfolg w«, baß unb einzusehen, „daß sich in dies« Welt noch ganz Mehrzahl b« für die liberalen Kandidaten

andere Dinge «eignen als gute und Mächte Zoll ^gegebenen Stimmen bei b« Stichwahl für bie So- gesetze, glückliche unb unglückliche HMdelsverttage . .».h»mokratie abgegeben würbe Die sozialdemokta. Wie sollte es sonst auch zu verstehen sem, baß sich m r Kanbidaten siegten, dank dies« nachdrücklichen allen Ländern eine Teuerung 6-l end macht, Q jungIi6cralen Wahlhilfe mit 3283 bis 3301 Stimmen viel ob in dem betreffenden Lande eini Zoll besteht > bk 9anbibaten bes Zentmms, welche 3165 bis ober nicht. Schippel weist bab« unter. Angaberiater- Stimmen erhielten. Diese Wahl würbe spat«

effant« Preisziffern hm auf Am«ika, Orittrr.ich-1 Bezirksausschuß für ungültig «klart. Lebiglich Ungarn, auf bie romamschm Land« und insbeso^ bie häßlichen Vorgänge des Jahres 1908 im ^n-

' r hps ^re.bandels I Bürgerftiedens zu verhüten, ist gelegentlich

b« Bürgermeisterwahl zwischen ben liberalen unb ben Zentmmsstabtv«ordneten ein Abkommen abgeschlos- fen worben, wonach bas Zenimm feinen Burger- meifterfanbibaten fallen ließ, wogegen bie Siberalen lediglich bie Zusage gaben, in ber dritten Wahler- klasse, wo an einen liberalen Wahlsieg nicht zu denken ist den Sozialbemottaten keine Wahl Hilfe zu ! leisten An ein solches Wahlabkommm wollen sich nun aber bie liberalen Wähler, besonders bie ^ung- mittel unter Eingabe ber prozentualen Preissteig«ung ^E^ä h l e^r v eVf a^m l u n g^Särte ansdrück- im Jahre 1907 gegenüber 1890 mitgeteilt: Frisches trotz der Ausführungen ber anwesm-

Schweinefleisch 40,9, Schwemespeck 64.2 sFfllzmes @tabtoerorbneten nicht an ben zwischen den ober gepökeltes Schwemefleifch»48,2. SchA-n ©tabtö«orbneten beider Parteien geschlossenen Korn- friiches Rindfleisch 19,7, frisches Beefsteak 22,1, Satz aebunben fühlt. Die Herren wollen an-

fleisch 17,0, Mitt« 28,6, 5lalbfleffch^, 26 5, Schmalz ALb° chr« Liebe zum „roten Bruder" nicht ent- 36,7, Hammelfleisch .29,2, Ei« 36,9 frische Milch W im51 ihr rtPnebenetl Balles bei der Wahl Aus- (unöbgerahmt) 16,2, frische Kartoffeln 10,3 Mais­mehl 31,6, Weizenmehl 7,3. Also auch hi« haben bie notwcnbigsten Nahrungsmittel, wie Fleisch, Butter, I Milch und Mehl, große Aufschläge <*-[" Nur einige wenige Genußmittel, wie Zucker und Kaf­fee, sind im Preise herabgegang-n. Wir können die­sem nur nochmals bie Worte anfügen, die Schippel an den Anfang seines erwähnten Artikels letzte: »Hoh« Preisstand b« Lebensmittel, lang andauernd, nicht nur in Einfuhr-, sondern auch in Agraraussiihr- länbem, über See unb in Europa, auf dem Konti­nent unb im britischen Jnselreich. Agrarische Preis- aufwärtsbewegungen unter Schutzzoll unb unter Frei­handel, da, wo ostelbische Junker Hausen, aber auch da, wo sie wahrhafttg nichts zu sagen haben.

„Rein, antwortete das Kind betrübt, „nein, bas ist nicht Burn-Burn!" Der Clown, b« vor bem klei­nen Bette staub, blickte ernst unb mit Herzensgute auf das Gesicht bes «einen Kranken. Er schüttelte dm Kopf, blickte auf ben besorgten Vater, auf bie be­trübte Mutter unb sagte lächelnd: „Er hat Recht, das ist nicht Bum-Bum!" Unb er ging fort. werde ihn nie wieder sehen, Bum-Bum! sprach jetzt das kranke Kind vor sich hin, als ob es zu den En­geln spräche. „Vielleicht ist Bum-Bum dort oben, wo- hin ber kleine Franz halb gehen wirb?"

Kaum war ber Clown eine halbe Stunde fort - da öffnete sich plötzlich bie Tür unb in feinem schwarzen, mit Füttern benähten Anzug, bie gelbe Mütze auf bem Kopf; auf der Brust und im Rucken ben goldenen Schmetterling, mit einem Lachen auf seinem gepuderten Äesicht erschien Bum-Bum, der wirkliche Bum-Bum, d« Bum-Bum des Volksvier. tels bes kleinen Franz Bum-Bum! Unb mit einet Lebensfreude in den Augen lachte, weinte in seinem kleinen, weißen Bett glücklich unb gerettet das Kind; klatschte mit seinen mageren Händen, rief Bravo und sagte mit dem Frohsinn feiner sieben <zahre, ber rote eine Bombe losplatzte: „Bum-Bum! Er ist es. Dieses Mal ist er es wirklich! Da ist «, Bum-Bum! Bmoo, Bum-Bum! Guten Tag, Bum-Bum!

Unb als ber Doktor kam, fanb « am Bette de? kleinen Franz einen Clown mit gepudertem Gesicht, der imm« wieder den Kleinen zum Lachen brachte, unb ber ein Stück Zucker auf bem Boben bei Tasse Tee zerrührend sagte: „Du weißt, wenn ber kleine Franz nicht trinkt, so wird Bnm-Buin nicht wieber- kornmen." Und bas Kind kant. „Schmeckt es nicht gut?" — „Sehr gut! . . Danke, Bum-Bum! — Doktor", sagte b« Clown zum Arzt. „Ihr müßt nicht eis«süchtig sein . . . ab« es scheint mir, daß meine Faxen ihm ebenso gut tun, wie Euere Re­zepte!" Der Vai« unb bie Mutter weinten. Dieses Mal aber waren es Freudentränen.

Und bis der kleine Franz Wied« hergestellt war, hielt }eben Tag vor b« Arbeiterwohnung in ber engen Straße ein Wagen, unb ber in einen großen Mantel gehüllte Clown stieg aus, den Kragen in der Hohe, wie im Zirkus gekleidet unb mit gepudertem Gesicht. „Was schulde ich Ihnen, mein Herr" .... Jagte schließlich Jakob zum Meist« Clown, als das Kind zum ersten Male toieb« ausgehen durfte. „Denn schließlich schulde ich Ihnen etwas!" Der Clown streckte ben Eltern mit glücklichem Lachen ferne großen Herkuleshänbe hin: „Einen Hänbedruck!" sagte « ... auf bie wieder rosigen Backen des Kindes zwei Suffe druckend. „Unb", sagte « scherzend, „die Erlaubnis, auf meine Visitkarien zu setzen: Bum- Bum, Akrobat, Leibarzt des kleinen Franz!"

Soldaten gekauft, sie ausgeschnitten und auf dem Bette des Kindes, vor den starren Augen des Kiemen tanzen laffen, unb selber bem Weinen nahe, versuchte er ihn zum Lachen zu bringen. . . . „Siehst Du, das ist ein General. .. . Erinnerst Du Dich, baß wir einen wirklichen General im Bois gesehcu haben? Unb wenn Du Deinen Tee trinkst, so werde ich Dir einen wirklichen kaufen mit einem Waffenrvck aus Tuch und mit goldenen Epauletten. . . Sage, willst ~u ben General?" —„ Nein," «widerte das Kind mit fie­bertrockener Stimme. — „Willst Du eine Pistole Ku­geln, eine Armbrust haben?" - „Nein," «widerte kurz, fast grausam die kleine matte Stimme.

Unb zu allem, was man ihm sagte, zu allen Ham- pelmänn«n, zu allen Ballons, die man ihm versprach, antwortete der Kleine, während sich die Ellern v«- zweifelt anblickten: „Nein . . . nein . . . nein!" — Ab« so sage mir doch, mein Franz, was Du haben möchtest?" fragte bie Mutt«. „Sieh, Du wirst Dir schon etwas wünschen, sage es mir, mir allein, Seiner Mama!" Sie legte ihre Wange auf das Kopstiffen unb flüsterte es ihm so leise, so traulich ins Ohr, alä _

ob es ein Geehimms sei. Da stteckte das Kind gierig1 veranstalten? Vielleicht — ach wenn ber Clown es bie Hanb nach einem unsichtbaren Gegenstände aus “—:m— 7

unb sagte plötzlich mit feurigem Tone, halb bittend, halb befehlend: „Ich will Bum-Bum!"