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Die Republik Portugal

Kleines Feuilleton

dessen Sohn, der König Manuel, hat aufs neue den revolutionär« Geist des portugiesischen Volkes am eigenen Leibe erfahren. Sicher ist aber, daß die revo- lutiouären Umtriebe auch jetzt nicht zur Ruhe kommen werde«.

Nachträgliche Kampfberichte.

Der Korrespondent des Londoner „Daily Chro- nide' setzt seinen Bericht über die Ereignisse in Lissa­bon fort. Darnach war der Sieg der Republik mit der Wegnahme des Flaggschiffes „Dom Carlos" entschie­den. Die Mannschaft hatte die ganze Nacht ver­zweifelt gekämpft, bis die letzte Granate ver­schossen war. Am Mittwoch hißten mit Tagesanbmch die noch übriggebliebenen Forts die weiße Flagge und entmutigten dadurch die königstreuen Truppen. Zuerst ergaben sich die Landungsabteilungen, dann die Bataillone mit Ausnahme der Munizipalgar­den, die in Masse fielen, well sie sich nicht ergeben wollten. Die Reste der Garde leisteten den letzten Widerstand auf dem Camoesplatze, wo sie fünfzig Minuten lang dem Feuer der Maschinengewehre stand hielten. Aber die Stellung war unhaltbar, und schließlich mußten sie sich doch ergeben. Eine halbe Stunde später wurde die Republll auSgemfen. — Der Korrespondent er­zählt unter anderem noch, daß der Herzog von Opotto, der sich in seiner Billa befand, zu Beginn der Revo­lution ein Telegramm nach England gerichtet habe, in welchem er um Entsendung eines Kriegsschiffes bat Da das Kabel durchschnitten war, wurde die De­pesche von einem Schiffe aus mittels Funkentelegraphie befördert.

»UeberdieZahlderOpferinLrssa- bon gehen die Meldungen noch sehr auseinander. Während die einen von tausend Toten und mehreren tausend Verwundeten sprechen, schätzt man in Pariser Meldungen die Toten allein auf dreitausend. An die­ser Ziffer ist die mehrere Stunden lang zur Verteidi­gung der Monarchie aufgebotene Munizipalgarde am stärksten beteiligt. Die königstreu gebliebene Kavalle­rie in der Stadt Setubal hat ihre Königstreue mit dem Verlust von mehreren hundert Reitern zu bezahlen.

sprach dann über „die soziale Bedeutung des Papst­tums und unsere Stellung im Sinne der Berliner Fachabteilungen." Er kündigte an, daß der^Berliner Verband der Arbeitervereine als Protest der Tctt gegen die Schmähungen Nathans einen besonderen P«ers- pfennig sammeln werde. Schließlich wurde die Ab­sendung eines telegraphisch bereits gemeldeten Huidr- gungstAegmmm an den Papst beschlossen, gleichfalls wurde ein Ergebenheitstelegramm an den Kardmat Kopp abgesandt.

dem dies der Gemeinderat getan habe. Die Wohlfahrt der Stadt erfordere dringend den Frieden zwischen beiden Körperschaften; auch nach außen hin sei ein friedliches Miteinandergehen von Gemeinderat u. ®e* metndevorstand dringend geboten. Die Wählerschaft habe absolut keine Freude an dem Streit. Die Tell- nähme des Oberbürgermeisters an den Ftnanzausschuß- itzungen sei dringend notwendig. — Heute nacht z er- chnitten einige Burschen in der Karlstraße eine erhebliche Anzahl großer S ch a u f e n st e r. Das Zer- törungswerk ist augenscheinlich mit einem Br'llant- ring geschehen. Die geschädigten Geschäftsleute setzen eine Belohnung von 200 Mark auf die Namhaftmach» ung der Vandalen aus. ~

* Pad Ems, 7. Ott. 1910. In dem letzten Bericht über die allgemeine Waisenpflege in Hessen-Nassau wird mitgeteW, daß der Geh, Sam« tätsrat Dr. Vogler hier dem ZentralwalsenfondS 20 000 Wk. geschenkt hat, deren Zinsen zur Aus- bildung armer, aus Hessen-Nassau stammender Waisenkinder ohne Unterschied der Konfession narb dem' Austritt aus der Schule verwandt werden sollen. Die Haussammlung hat über 38 000 litt ergeben. In diesem Jahre befanden sich 1027 Kinder in Waisenpflege.

Beherrschung der technischen Mittel und höchsten Ge- chmack weit über die Durchschnittsleistungen mancher Jahrzehnte erhebt, hat er sich einen Platz m der Ge­schichte der Kunst erobert, ähnlich wie die Nazarener.

Man muß die ganze elementare Gewalt der reli­giösen Stimmung dieser Kreuzwegbilder an sich inner­lich erfahren haben, um eine hinreichende Vorstellung davon zu bekommen. Fugels Kreuzweg ist ein durch und durch religiöser Werk. Die Bilder spre­che« den „inneren Gehalt der Paffion in einer Herz und Willen hinreißenden Sprache" aus. Den Be­ttachter, „das christliche Volk emporzuziehen in die Sphäre des erbarmenden Leidens des Gottesmen­schen und mit einem Strahle menschlichen Verstehens auch die Tiefe seiner Seelenröte noch zu stteifen, darauf vor allem kam es Fugel an". Darum ist der Eindruck so unmittelbar, so seelenerschütternd: die Gottheit trifft den ganzen Menschen und alle seine Not. So hat der gläubige, große Künstler das gran­diose, unfaßbare, tiefe Schauspiel aller Zeiten darge­stellt. Daß Fugel auch die Technik der mobernen Malerei in seltenem Maße beherrscht, daß er also in diesem Sinne ein durchaus moderner Maler ist, weiß jeder, der Fugestsche Bilder schon einmal gesehen hat.

Der Herausgabe der Stationen durch Hirmers Verlag*) ist dich« sehr verdienswoll.

Blonder» warm ist die Anschaffung kleinen Kir- chen, Kapellen, Klöstern usw. zu empfehlen. Für ihre Zwecke ist der Fugeksche Kreuzweg Billig, selbst wenn die Rahmen dazu gerechnet werden. Die werüose Fabrikware irgend einer Kunstanstalt beansprucht nicht feiten viel höhere Ausgaben. Der Verlag hat auch von bekannten Künstlern Rahmen aller Stilarten ent­werfen lassen, über die em besonderer Prospekt Auf­schluß gibt.

)( Der Diamantenkrach. Die deutsche Ko­lon ialgese lisch a ft für Deutsch-Südwestafrika hielt am Samstag in Berlin ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Die Aktien der deutschen Kolonialgesellschast, die bekanntlich nach den Diamantenfunden auf den höchsten bisher an der Berliner Börse erreichten Satz von ca. 2000 % herausgetrieben wurden, sind im Laufe der letzten Monate sehr erheblich gefallen, weil Gerüchte durchsickerten, wonach es mit der Diamantenherrlichkeit in Deutsch-Südwestafrika sehr bedenklich bestellt sei. Diese Gerüchte sind vor Monatsfrist in einer Auslassung der Direktion mehr oder weniger bestätigt worden. Darob herrscht natürlich in den Kreisen der Aktionäre große Enttäuschung, Entrüstung, ja Zorn.

Staatsanwalt Müller war der erste, der der Verwaltung aufs Dach stieg, allerdings m der Haupt­sache deshalb, weil sie „verzage' : Es sei noch frisch m Erinnerung, daß bis April der Wert der Gesellschaft auf 800 bis 1000 Millionen geschätzt worden fet Wenn eine Periode des Niederganges eintrete, so brauche man nicht gleich zu verzagen. Es sei dann «der auch bedenllich, sich durch Aeußorrmgen über die Geschafls- aussichten festzulegen. Die Auskünfte, die es von der Verwaltung auf diese Anzapfung hm gab, waren sehr wenig erbaulich. Generalkonsul Koch betonte, daß die in den Reichstagsverhandlungen (durch Dernburg) ge­nannten hohen Wertziffern in das Reich der Fabeln zu verweisen seien. Man habe das Resultat der letzten Erfahrungen als Grundlage für die letzten Aeußerungen genommen, und diese Erfahrungen seien ungünstig ge­wesen. Direktor v. Bennigsen machte noch bedenk­lichere Angaben; er führte aitS, die Angaben de» Staatssekretärs Dernburg bezögen sich auf das ganze Sperrgebiet. Ein merkwürdiger Zufall habe es gewollt, daß gerade die besten Diamantvorkommen gesunden werden. Unzweifelhaft hätten diese die Koloniale Berg­bau- und die Colmanskop-Gesellschaft inne, wahrend bei der Kolonial-Gesellschast der Diamantkies sick als nur sehr dünn erwiesen hätte.

Wenn das alles wahr ist, bann wird woh eine große Zahl kolonialbegeisterter Leute bei dieser Spekulation ihr Geld loswerden, und eine Reihe von Börseanern hat wieder fette Geschäft­chen gemacht. Die Kolonien aber haben nichts gewonnen, als den Zuzug bedenklichen Gesindels aus aller Welt.

Deutsches Reich-

p Eine große Protestversammlung veranstalteten Freitag abend die Katholiken der Reichs- hcmptstadt, um die Schmähungen des freimaurerischen Bürgermeisters Nathan von Rom gegen den hl. Vater zurückzuweisen. Der große Saal der Brauerei Friedrichshain vermochte die Erschienenen nicht auf­zunehmen, sodaß eine Paralellversammlung anberaumt werden mußte. Etwa 6000 Personen waren anwesend. Alle Schichten der katholischen Bevölkerung waren ver- tteten, um der Trauer und der Entrüstung über die dem Oberhaupte der Kirche widerfahrene Unbill tauten Ausdruck zu geben.

Generalsekretär Sic. Fourn eile eröffnete die Versammlung mit einer kurzen Ansprache und erteilte zuerst dem Grafen Oppersdorfs das Wort. Die­ser wies hin auf die unerhörte Beschimpfung, die Nathan ohne jeden Anlaß auszusprechen den traurigen Mut hatte und erklärte den lauten Protest gegen die Beleidigung des Papsttums und der Kttche in der Person des uns ganz besonders teueren hl. Vaters Pius X. Er ist uns ganz besonders teuer wegen sei­ner treuen Sorge für die Reinheit der katholischen Lehre, wegen seiner Bemühungen, Kultur und öffent­liches Sehen auf das Fundament des katholischen Glaubens zu stellen, besonders teuer als der beste See­lenhirte. Unser Protest ist das Zeugnis unseres Glau­bens an die heilige katholische Kirche. Auch in Deutsch- land wogten die Wellen eines neuen Kulturkampfes. Man strebt nach der Säkularisation der Geister, indem man dm religiösen Einfluß auf immer weniger Le­bensgebiete beschränkt, „entklerikalisrertt'. Wo eine Organisation von 400 000 Mitgliedern als einzigen Zweck den Kampf gegen Rom betreibt, da kann man von einem dauernden Kulturkampf sprechm. Das Ziel ist, dm Katholikm ihrm Glaubm verächtlich zu ma­cken, damit sie dann die Verbindung mit Rom tren­nen. Aber wir brauchen nicht zu verzagen. Die Aen- derung. des englischm Krönungseides und der euchari­stische Kongreß in Montreal zeigen uns die Macht des katholischen Glaubens. Diese Tatsachen zeigen uns, wie auch wir zu wirlen haben. An den Protest muß sich die Tat anschließm. Abg. Dr. Fleischer

Aus dem Nachbargebiete.

* Eisenach, 7. Okt. 1910. Nachdem Ob erbür- germeister Schmieder in der »etzten Ge­meinderatssitzung sich dem Gemeinderate gegenüber ziemlich kühl verhalten und auch seine Weigerung, an den Finanzausschußsihungen teilzunehmen, ausgespro­chen hat, bittet jetzt Landtagsabg. Rechtsanwalt Dr. Appelius-Eismach den Oberbürgermeister, doch sei­nerseits auch die Hand zum Frieden zu bieten, nach-

vermischtes.

» Danny Gärtler, der „König der Leoheme", ist nun endlich da gelandet, wo er schon langst hingehörte, ms Irrenhaus. Am Mittwoch kam er nach St. Goarshausen. Während der Nacht zog er mit seiner Trompete durch die Straßen und richtete an das aus dem Schlafe geschreckte Publikum „Grüße von Heine" aus. Freitag früh stellte et sich auf den Markplatz des Städtchens und entkleidete sich mitten auf der Straße in Gegenwart vieler Zu­schauer. Die Polizei verhaftete ihn, ohne daß et Widerstand leistete, und brachte ihn in die Irren­anstalt Altburg.

* Die Maul- und Klauenseuche auf dem Maget- viehhof in Friedrichsfelde bei Berlin ist erloschen und demzufolge die Sperre aufgehoben worden.

* Das Schwurgericht in Pans saß Freitag übet den Mörder der Elise Vandamme, deren zer­stückelte Leiche in Paris gefunden ist, zu Gericht. Der Verteidiger machte geltend, daß der Mörder, ein Arbeiter namens Ferdinand, in der Trunkenheit das Mädchen am Halse gepackt, aber ihren Tod nicht beabsichtigt hatte. Jnfolgedeffen wurde Fer­dinand nur zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.

2. Blatt.

Druck und Verlag der Zuldaer Aetlendruckerel in zulda.

232. -

Montag den 10. Oktober 1910.

57. Jahrgang.

150065 M7 638 807 15101» SM (HB)« (400) 470 649 709 '23 878 90 1 5 2241 467 86 878 <53446 (400) 86 928

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*) Gebhard Fugel. Die XIV Stationen des heiligen Kreuzweges. Ausg. A, 14 Aquarell-Gravüren, Bildgröße 53X30 «a Mk. 84.—. Emzelve Slalioaen

Mk 8.— Ausa. B, 14 Kupferätzungen, Bildgröße 35Y20 cm, KarttmgrSße 45><31 cm in elegante: Mappe nnt Text von DrfÄff Bernhard, Mk. 20.—. Verlag von Max Hirmer-München.

* Vorahnungen. In Londoner und Pariser ®anl= ^,lfcn hatte man schon lange erwartet, daß die Revo- . «on in Portugal bald ausbrechen wurdch denn

portugiesische Familien haben schon seit einiger n jt ihr Geld entweder in London oder in Paris wiaelegt, um im Falle sie gelungen werden sollten, S^Saterlanb plötzlich zu verlassen, Kapital zur Ver- Lng zu haben. Auch viele Wertsachen, Edelsteine, Dd und Silber, Kunstwerke usw. sind wahrend der r^ten Lett in Sondoner Banken deponiert worden, k-n Portugal war flüssiges Geld seit der Ermordung heg Königs Carlos immer sehr selten und die rei- ckm Famllien haben den größten Teil der Zett außer Lmdes, meist in Paris, gelebt, denn die Familien, deren monarchische Gesinnung bekannt war,, konnten sich kaum mehr in Lissabon sehen lassen, jedenfalls onnten sie sich dort nicht als sicher betrachten. Nach Schätzung des Direktors einer der leitenden Londoner sanken sind während des letzten Jahres mindestens frei Milliarden Franken aus Portugal im Auslande angelegt worden. Auch die königliche Fa- 'nilie von Portugal, insbesondere die Komgin-Mutter, Lr[ seit einiger Zeit alles Geld im Auslande in Sicher­heit gebracht haben, das ihr noch zur Verfügung stand.

* Die Revolutionen in Portugal seit 1% Jahr- i-inderteil. Es scheint, als ob Porttigal das klassische Land der Revolutionen bleiben will. Eine Ueber- ■ M über die revolutionären Erhebungen vom ^apie

1750 an ergibt, daß dieses arme Land ständig von Re- - totaiionen erschüttert wurde. Gegen den König Don g.,L, i. fand im September 1758 ein revolutionäres Attentat statt. Die Erhebung, die sich daran anschloß, wurde von dem Minister Po mb al durch furchtbare Grausamkeit von ihm unterdrückt. Der Jesuitenorden wurde von ihm im selben Jahre aufgehoben und bie Jesuiten auf den Scheiterhaufen geschleppt. D-mn wurde das Land durch die Umtriebe Napoleons be- mrruhigt und am 27. Oktober 1807 wurde das Kö­nigshaus Braganza in Portugal entthront und begab sich nach Brasilien. Jin Jahre 1817 erhob sich in Portugal aufs neue eine Empörung, die am 24. August 1820. zu Oporio ihren Höhepnkt erreichte. Am 15. September wurde auch in Lissabon das revolutio- ■ Täte Banner entfaltet. Als der König am 3. Juli

1821 aus Brasilien an der portugiesischen Küste an- laiigte, verweigerte man ihm die Landung, bis er die Grundsätze der von der revolutionären Kammer cmfge- ftellten neuen Verfassung beschworen hätte. Die er- folgtt am 23. September 1822. Am 27. Mai 1823 erhob die Gegenrevolution ihr Haupt, das He« fiel dem Dom Miguel toieber zu und die Verfassung wurde afgehoben. Nun begann ein Streit zwischen Dom Miguel und seinem Vater, dem König Johann VT., der erst mit dem Tode Johann VI. am 10. März 1826 endete. Der Bruder der Infantin Isabella, Petto I., gab dem Königreich am 29. April 1826 die Versüssung wieder. Die Regierung übernahm später Dom Mi- 'xuel, der Gatte der Infantin Maria II. da Gloria. !Meder heulten revolutionäre Stürme durch das Land, Hie am 30. Juni 1828 nach Aushebung der Verfassung ousbrachen. Die Gegenrevolution siegte am 23. Sep­tember 1833, Dom Miguel mußte dem Thron entsagen und seine Gattin, Maria II. da Gloria, die Tochter tjsedros I., bestieg den Thron. Die Verfassung wurde wieder eingefetzt. Schon am 9. September 1836 brach eine neue Revolution aus, die von den Carlisten aus- aing Zwei Gegenrevolutionen vom 5. November 1836 und vom August 1837 schlugen fehl, aber Ruhe kehrte in das Land nicht ein. Am 12. Oktober 1846 bracy in Oporto miss neue eine Revolution aus, Dom Miguel kam wieder in das Land imb fremde Mächte mußtsi sich einmischen, um die Ruhe in Portugal wiederher- zusdelleu. Im Jahre 1856 kam es zu neuen Ruhestör­ungen in Lissabon, die ab« bald unterdrückt wurden. Nm 2. Januar 1868 erhob wieder die Revolution ihr Haupt. Im Jahre 1870 ereignete sich eine revolutio­näre Erhebung, die mit d« heutigen große Aehnlich- keit hat da sie vom Heere ausging. Am 19. Mai 1870 swang Salbwrh mit Unterstützung d« Lissabon« Gar- jtifra den König Ludwig, ihn zum Ministerprästden- - ten zu ernennen. Die späteren Jahre wurden fortwäh- jenb von Unruhen größeren oder geringeren Umfanges »usgefüM, bie am 19. Oktober 1882 zu den Gerüchten ' ftnlsst gaben, daß Dom Ludwig durch Gift gestorben i U. Sein ältester Sohn, der König Karlos, starb durch ' sie Hände der Revolutionäre am 1. Februar 1908 und

— Der Fugelsche Kreuzweg.

Gebhard Fugel, der schwäbische Nurernsohn, der ls 23jühriger schon Bild« wie „Christus kranke heilend" schuf, war ein« der Bahn- brech« der neuen christlichen Kunst. Die prächtig entfaltete Blume christlichen Kunstschaffens, an bie mir denken wenn wir seinen Namen hören, wurde von Wn mttgepflanzt, 1863 in Weißenau bei Ra- h-tt- d-- s* tew «i= fo Haren, eigenartigen, urpersonlichm Sttt, daß we­nige neben ihm waren, die durch eme ft, glückliche Vereinigung von christlichem Ideal rmd zeitgelioffi- schem Realismus die Gemüter der wettefttn fresse so tief ergriffen wie er. ^n den .jafjwn entstwch dann jenes Werk, das ft-rseme E-Schopf Jung angesehen wird, sein Kreuzweg. - Fd ist kein reines Kind seiner Zeit wie Raffael °der Rem­brandt, aber er ist so packend, so vornehm und vollen­det daß er die eindringlichste Betrachtung erforbert unb verirägt. Sein Werk gehört zum Vesten, was die Kunst bä deutschen Katholizismus seit den -.a- oci der ersten Nazarener hervorgebracht und uber- E die landläufigen Arbetten des protestantischen .Ettcktckers Eduard von Gebhard um ein Bedeuten- !hes. Wtt finden bet unserem Meist« Weber moderne WreLichttechnik, noch em« Vielen anstößig« Realistik, '.sondern die edle, monumentale Komposition d« ita­lienischen Renaissance, die klare und zugleich färben« ipcächttge Malerei der Senetiantr und wenn wir näbei zusehen, die prächtige, weitausladeude und doch schwölle Darstellungsweise, wie sie Tizian in fev uen mittleren Jahren liebte Die Machen aber, die LTÄWÄSsltf* ■ynb deutsche Gemütstiefe. Es ist gewiß bezeichnend. <daß Fugel sich die Passion als Swff gewählt, welche die alten Italien« vechttttmsmaßrg sckten, die Deut sschen zu allen Zeitea barstellen und rmt d« gM- |en Kraft, deren die deutsche Seele fähig ist, £ sein Werk, das sich durch innere Große,

223. Koub VrenA. Klasseul-tt-r^.

4. Klasse. L Ziehungstag. 7. Oktober 1910. Vormittag. Nur die Gewinne über 192 Mk. sind in Klammern belges. (Ohne G-wühr. A. St.-A. f. Z.) (Nachdruck verboten.)

41 126 270 633 40 615 821 920 95 1344 (600) 88 406 79 674 785 822 900 2191 256 604 20 67 836 946 3093 160 237 77 803 4038 154 65 213 370 641 867 (600) 60 998 5302 48 626 63 (400) 70 6 209 60 83 363 489 633 M2 7026 75 226 73 677 662 869 8 000 26 37 52 79 84 291 364 792 919

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