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37. Jahrgang

Fulda, Donnerstag den 6. Oktober W10

Erstes Blatt.

JMS 229

AAS Mrche «Ad 5ch«!e

Dachauer.

6. Metz, 4. Oktober 1910.

toir@“ Tmb jetzt zwei Jahre Her, da traten die ver­bündeten Regierungen an den Reichstag heran mit der Forderung, daß bent Reiche 500 Millionen neuer Ein­nahmen jährlich gegeben werben müßten, wenn nicht der Reichsorganismus auf bas empfindlichste geschä­digt und unserem gesamten Wirtschaftsleben nicht schwere Wunden geschlagen werden sollten. In allen bürgerlichen Parteien hat man die Notwendigkeit der neuen Steuern anerkannt, und es darf zugegeben wer­den, daß keine Partei damals so patriotische und opferwillige Worte gefunden hat als die nationalliberale Partei. Wenn wir uns recht er­innern, ist gerade aus ihren Reihen damals das Wort gefallen von der „Stcuerfreudigkeit des Volkes". Aber die Selbstlosigkeit bekam bald einen Riß. Als in einer einzelnen Frage, einer gegenüber dem Ganzen der Reichsfinanzreform ziemlich bedeutungslosen Frage die Mehrheit des Reichstages nicht so wollte, wie die Nationalliberalen verlangten, da stellten sie die Arbeit ein, und wenn es nach ihnen ge­gangen wäre, bann wäre die Reichsfinanzreform elend verkracht — vor lauter nationalliberaler „Selbst-

Gerreralversaurmlung der Görres- gesellschaft.

legung des Berichts der Arbeilervertreter ihre end­gültigen Beschlüsse fassen.

4- Fulda, 6. Ott. 1910. Nach einem beim Norddeutschen Llopd in Bremen entlaufenen Telegramm ist der Dampfer „Prinz Eitel Friedrich-, mit welchem die Fuldaer Franziskaner- Missionäre nach Japan fuhren, am 30. Sept, wohlbehalten in Yokohama, dem Endhafen, ange- l]nf„0 Unter 6ex । kommen. Von hier aus mußten die Missionäre mÄnt Frecherr noch drei Tage mit der Bahn fahren, sodaß sie

♦ Wegen der Vorgänge in tzaifa

Regierung den Staatsanwalt wegen der Beröffem- lichuug eines deuischseindtichen Zeitungsarttkels ad- gesetzt. Sie tat auch bereits nnaufgeforvert Schritte wegen des nenesten Angriffs auf den Deufchen

volkswirtschaftliches und Soziales.

*» Hamburg, 5. Ott 1910. In der heute abend stattgehabten Verhandlung zwilchen den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in der Metallindustrie wurden, wie offiziell bekanntgegeben wird, Befchlüffe gefaßt, die die Ans- ficht auf eine friedliche Beilegung der Diffe- renzen näher gerückt haben. Morgen früh werden die Werstbesitzer in einer Versammlung zu den neuen Vorschlägen der Kommission des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller Stellung nehmen und in einer dann für den Nachmittag einzuberufenden Versammlung der Arbester werden diese nach Vor-

fofigtcit".

Die preußische Regierung brachte eine Vorlage ein zur Reform des Wahlrechts zum Abgeordneten- hause. Mit der Regierung waren alle Parteien be­reit, cm der Reform mitzuarbeiten. Die Konserva­tiven waren selbstlos genug, die als notwendig aner­kannte Reform zu unterstützen, obwohl sie wußten, daß ihr Mandatsbesitz durch sie beeinträchtigt werden würde. Die schönsten Reden über die Rechte des Volkes, über die Notwendigkeit, dem Volke größeren Einfluß auf die Gesetzgebung zu gewähren, wurden von den Nationalliberalen gehalten. Als cs aber an die T a t ging, da bekundeten sie ihre „Selbstlosigkeit' dadurch, daß sie als Vorbedingung eine Verschlech­terung des gegenwärtigen Wahlrechts, statt einer Abmilderung eine Verschärfung seiner plutokratischen Tendenz verlangten. 2lls die Mehrheit des Abge­ordnetenhauses ablehnte, unter dieses zweite kaudi- nische Joch zu gehen, da brachten sie die Reform zum Scheitern. Kaim man mehr „Selbstlosigkeit' ver­langen? _ ,

Nationallibecale Wahlpolitik! Die Sozialdemo­kratie ist der erklärte Feind der bürgerlichen Gesell­schaft und der staatlichen Ordnmig. Sät dieser Partei verbünden sich die Nationalliberalen in Baden gutn Großblock, immer unter der schönen Parole: Erst das Vaterland, bann die Partei! Und in Kassel wird dieser Großblock ausdrückLch toleriert, unter der Parole: Erst das Vaterland, dann die Partei! ®en Konleroativen wird der schärfste Kampf, der Einbruch in ihre ostelbischen Wahlkreise angetunbigt, zugleich aber die Aufforderung an sie gerichtet, zum gemetn- lamen Kampfe gegen die Sozialdemokrane gütigst den: nationalliberalen Stichwahlkandidaten Wahlhilse •u gewähren, unter dem offenen Emgeständnis, daß man nicht dafür garantieren könne, daß umgckehrt die nationalliberalen Wähler auch für konservative Stichwahlkandidaten eintrelen werden. Kann man in Wahrheit mehr „Selbstlosigkeit' von den Konserva­tiven, pardon: von den Nationalliberalen verlangen?

Wir fürchten, daß dir Nationalliberalen ihre „Selbstlosigkeit" noch bis zur Selbstvernich­tung treiben werden!

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Verantw. Redatteurr HR Sf

«art Schütte;

ÄÄ w°ch-°b-i,-g«:^lluftrierte Ssuutagszeitung"

folgende Zufchrfft zu:

„Die Worte Bebels sind einer größeren Gruppe von Herren gegenüber, unter denen sich Auch der Herrn Bebet nicht bekannte Mitarbeiter des „R.W. I. be- sand, geäußert worden. Jedenfalls ist es Herrn Bebel nicht sum Bewußtsein gekommen, daß ferne Äußerungen in die bürgerlich« Presse gelangen würden. Dr. Emrt Frankfurter.'

Also: Herr Frankfurter stellt sich unerkannt zu einer Gruppe vou Leute», unter denen sich ■ ern bekannter Politiker befindet, erwischt dort vertrau- liche Aeußerungen und telegraphiert die seinem Blatte als „Interview'.

O Karlsruhe, 4. Okt. 1910. Von der Tagung des Vereins deutscher Freimaurer in Chemnitz be» richtet das offizielle Organ der Freimaurer, die ,Bauhütt< unter anderem:

„Die erste ordentliche Mitgliedrrverfammlung des Alumnatenvereins t Verein zur Gründung von Schüler- Heimen) beschloß die Gründung des ersten Alumnats in Lörrach (Baden). Der Verein der Freimaurer be­willigte dem Alumnatsverein für das lausende Jahr einen Zuschuß von 3000 Mark."

Soweit wären wir also dank der badischen Großdlock-Schulgesetzgebung, daß eine Geheim- gesellschast, von der weder die Regierung noch sonst jemand weiß, wo sie chren Sitz hat und wer ihre ausführenden Organe sind, in Baden ihr erstes Alumnat errichten kann, weil dazu eine gesetzliche Grundlage gegeben ist. Wollte dagegen die ka- tholische Kirche, eine der in der Verfassung anerkannten Religionsgemeinschaften, in deren Ver­waltung der Staat einen genauen Einbtick hat, deren Vermögensverhältniffe er sogar beaufsichtigt, deren Organe er kennt, für deren Kultus im Staats­budget em Betrag ausgeworfen wird, wollte sie sich erlauben, eine solche Anstalt zu errichten, die offen­bar Erziehnngszwccken dient, dann wäre dazu erst ein besonderes Gesetz nölig! Nichts beleuchtet die Brutalität der vom Großblock sanktionierten Aus­nahmebestimmung des § 114 des neuen badischen Schulgesetzes s» grell, wie obige Nachricht aus dem Freimaurerorden. — Der Chef der nation allibera- len Partei Badens, Landgerichtsdirektor Dr. Ob- kirch er, ist von der Leitung der badischen Landes­partei zurückgetreten. Bekanntlich ist Obkircher bet den letzten Landtagswahlen im Wahlkreise Lörrach-Land unterlegen, und diese Niederlage brachte ihn »m seine Führerstellung im badischen Landtag. Obkircher begründet seinen Rücktritt auch ausdrücklich damst, daß er es für unmöglich halte, die Partei zu leiten, ohne selber im Parlamente zu fitzen. Tatsächlich hat ja auch in der Kammer der Adg. Rebmann die Führung gehabt. Dieser wird voraussichtlich auch der Nachfolger Obkirchers in der Führung der Partei werden.

;-p Mittelstand und Hausabuub. Die Dereiuigteu Tischler-, Böttcher- und Stellmacher-Jnnung m Lobten a. Berge hat ihren Austritt aus dem yaniabunbe beschlossen.

♦* Die gekränkten Leberwütste. Dee ,Braunschw. Landesztg/ bemerkt, daß der nationalliberale Parteitag deshalb diesmal wie in den letzte» Jahren kein Begrüßungstelegramm an d en K aiser achgesaudt Hal«, weil 1906 bei der Goslarer Tagung ein Begrüßungstelegramm erst zwei Tage nach Schluß des Parteitages durch den Kabmettssekretar kühl und geschäftsmäßig beantwortetwmde, sodaß man den Eindruck bekam, als fühle sich der Kaiser hierdurch belästigt. — Man stehtz wie sehr die nationale» Herren sich gekrankt gesuhlt Haven. Noch heute haben sie dem Kaiser nicht verziehen.

+ Sozialdemokratischer Dank. .Der Fachgenosse das Organ der Glasarbester Deutschlands hat sich zum 1. Oktober d. Js. einen Jubiläumsartikel an­läßlich des Gedenkens des 25 jährigen Bestehens der Arbeiterversicherung geleistet unter der ueberschrtft: ,25 Jahre Blut und Leichen,' der mit folgendem Schlußwort endet:

„Die besitzende Klaffe steht mit sattem Behagen, vielleicht mit Stolz auf die Leistungen ber Unfälle er» sicherung herab, sie ist befriedigt und frohlockt, wert sie bie Armen, die sie zu Krüppeln macht, denen sie den Ernährer genommen hat, nicht verhungern, sondern nur hungern läßt. Fürwahr ein denkwürdiges Jubrläum!

Es hat niemand erwartet, daß die Sozial- demokratie die außerordentlichen Leistungen der sozialen Versicherung, bie in der ganzen Welt un­erreicht dasteht, mit Dank anerkennen werde; aber daß der Undank sich so gemein ausdrücken werde, haben wir wirklich nicht erwartet.

X Wie Interviews der Sensatiousprefle zustande kommen! Kürzlich veröffentlichte eines der aller- ärgsten Sensatronsblätter Wiens eine .Aufsehen er­regende Aeußerung, die B e b e l, der Soztalistensührer, in einem Interview gegenüber dem Vertreter dieses : Blattes getan haben sollte. Bebel bestritt das, worauf das Wiener Blatt die Behauptung nach- ■ drücktich aufrecht erhielt. Jetzt geht einem Berliner i Blatte von dem Vertreter des Wiener Blattes

lang wandell die GörresgeseMchaft den Weg d-s Lichtes und an zahlreichen ihrer Tagungen haben Mrl- nlieber des Episkopats teilgenommen. Hieraus hielt Der Bischof von Metz. Mfgr. B enzl er, em, Ansprache, I worin er einen geschichtlichen Ueberblrd gab über bte Kutturzuftäude des Lothringer Landes und werter sagte. Da heute viel mehr als zur Zett der Gründung des Bundes die Mächte der Finsternis mrt d«« Blendwerken einer sogenannten freien, aller Fesseln ledigen Wtsien- schaft ankämvfen gegen die Kirche, ,a gegen Gott unv feinen Gesalbten selbst, da gilt es für die katholischen Gelehrten auf hoher Warte zu stehen und nach dem Beispiel non Joseph Görres der wahren Wisteuschast zu dienen, die nie und nimmer nn ^egenfa^ zu oer ewigen Wahrheit und zu ihrer Hüterin, bef Kirche, stehen kann. Mögen Ihre Arbeiten auf dem emzrg wahren Fundamente, das da ist Christus der Herr, sich aufbauen zu einem herrlichen Gebäude, dem Aller­höchsten zur Ehre, der Wiffenfchaft zur wahren Förde­rung, unserer Kirche zur Stütze, unserem Volke zur Erbauung. Das walte Gott!' Nachdem hierauf Generalsekretär Dr. Cardauns den Jahresbericht erstattet, wurde beschlossen, die Görresgesellschatt, ats rechtsfähigen Verein in das Bereinsregifter einzutragen.

Der Nachmittag war der praktischen Arbeit in den einzelnen Sektionen gewidmet. In der philosophi­schen Sektion hielt Dr. Baur-Tubingen einen sehr inhaltreichen Vortrag über das philosophische Lebens- werk des Robert Groffetestö, Bischoss von Lincoln. — In der Settion für Rechts» und Sozialwlfsenlchast sprach Prof. Dr. Triebs-BreÄa» über das neue Dekret der Konststorialkongregation über die Absetzbarkeit der Pfarrer. Das neue Dekret schaffe ein festes Recht tm Anschluß an die Lehre, wie sie sich allmählich entwickelt habe. Die Entfernung fei eine reine Verwaltungs­maßregel, keine Strafe, und setze daher keine Schuld voraus. Die Gründe seien daher genau bestimmt und das Verfahren durchaus nach modernen Grundsätzen geregelt. Einen zweiten Vortrag in dieser Sektion hielt Herr Privatdozent Dr. Strieder-Leipzig über „Reue Theorien jur Entstehung des modernen Kapitalis-

— In der Sektion für Altertumskunde berichtet Herr Prof. Dr. Kirsch-Freiburg iSchweizs über Grün­dung, Ausgaben und Arbeitsmethode der „Wiffenfchaft. lichen Station der Görres-Gesellschaft in Jerufalem'. Herr Oberlehrer Dr. Lübeck-Fulda, der im ver­gangenen Jahre die arcktivarische Forfchung der Station leitete, teilte die Ergebnisse seiner Forschungen mit. Bon den Bibliotheken in Jerusalem ist zunächst die Bibliothek der Armenier — den Europäern einstweilen harwäckig verschloffen —, sie enthält voraussichtlich reiche Schätze. Die Bibliothek der Syren enttäuschte die Erwartung des Forschers durch die geringe Menge des Materials. Die größte Bedeutung hat die grte« chifche Patriarchatsbibliothek, die neben syrischen, ara­bischen und georgischen allein über 3000 griechische Handschriften besitzt. Freüich ist die an sich so reiche Sammlung für un8 nur mehr relativ wertvoll, da russisch Gelehrte uns bereits in der Veröffentlichung vieler Stücke zuvorgekommen sind. Das eigentliche Arbeitsgebiet für die Station ist demnach nicht die archivarffche, sondern die archäologische Forschung. Die Quellen eröffnen ein wahres Neuland für kunstgefchtcht- liche Studien an Dtmiatnrev, Lstakereien u. Mosaiken, ferner für topographische Studien der heiligen Stätten, für die Baugeschichte der Klöster und die Geschichte des Mönchtums, und nicht am wenigsten für liturgische Stubiem Korpspfarrer Dr. Po ertner-Mühlhausen gibt eine mlereffante Detailstudie über die altegyptischen Grab- und Denksteine. — In der historischen Sektion sprachen Prälat EhseS (Rom) über den Resormentwurs deS Kardinals Nikolaus v. Cues, Oberlehrer Dr. Luzian Psieaer-Straßburg über „Die Reue in der mittelalter­lichen Dichtung' und Prälat Dr. Banmgatten (Rom) über „Forschungen zur päpstlichen Diplomatck'.

Deutsches Reich.

♦* Berl'm, 5. Okt. 1910. Die Justizkom- Mission brachte am Mtttwoch die Beratung des Gerichtsverfaffungsgesetzes zu Ende. — Der Gou- verneur von Samoa, Dr. Solff, hat in diesen Tagen eine Auslandsreise angetreten. — Erstaats- sekretär Dernburg ist auf seiner ostasiatischen Reise in Port Arthur angekommen. Don da reiste er nach Kiautschau weiter. — Für eine kolonial- geographische Professur an der Berliner Universität hat der Geheimrat Prof. Dr. HanS Meyer in Leipzig ein Kapital von 150000 Mark gestiftet.

X Befferung der deutsch-russischen Beziehungen? Mit dem Verschwinden des Deutschensrcffers Jsw ol ski aus dem russischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten soll eine Zeit besserer deutsch-russischer oder was dasselbe ist, österreichisch-russischer Be­ziehungen anbrechen. Man schließt das auch auS der Nachricht, daß der seit zweieinhalb Jahren bei- nahe verwaiste russische Botschasterposten in Wien jetzt sofort wieder besetzt werden soll. An Stelle des erkrankten und stets beurlaubten Fürsten Uruffow kommt der bisherige Bukarester Gesandte Michael Nikolajewitsch v. Biers als Botschafter nach Wien, dessen Ernennung bereits erfolgt ist. G i e r s ist der

v - ehemaligen deutschfreundlichen Ministers des Aeußern, der vor fünfzehn Jahren gestorben ist. Näheres bleibt abzuwarren.

totales.

Fulda, den 6. Ottober 1910,

-u- Die Oberförsterei Fulda wird am 1. Novbr. d. I. s r e i. Von diesem Zeitpunkt ab ist der seit­herige Inhaber, Herr Forstmeister Otto Voigt, auf seinen Wunsch nach Schwerin (Reg.-Bez. Pose») versetzt worden. Bewerber um die erledigte hiesige Oberförsterstelle haben sich bis zum 13. d. M. beim Reffortministerium zu melden.

X Der Generalmknister des FranzisfanerordeuS, der Hochw. Herr P. Dion ysius Schuler, trifft heute nachmittag hier ein. Er wird auf dem Frauenberge Wohnung nehmen und einige Tage daselbst verweilen.

X Die Wahl der Mitglieder und Stellvertreter der Steuerausschuffes der Gewerbefteuerttaffe 3 für die Kreise Fulda und Gersfeld sand heute morgen unter reger Beteiligung statt. Es waren für die Wahl mehrere Listen ausgestellt. Gewählt wurden als Mitglieder: Frz. Kramer-Fulda, Heinr. Rommel- Fulda, Rob. Kircher-Fulda, P. Simmer-Fulda, Herz Eschwege-Fulda, Karl Kircher-Fulda, IS. Freudenthal-Tann;'alsStellvertreter: Frz. Schultheis- Fulda, Jos. Kapp-Fulda, Ferd. Klitsch-Fulda, Jos. Fritz-Fulda, Frz. Schüßler-Gersseld, Levi Rußbaum- Fulda, Leop. Eschwege, Fulda.

△ Zu der Besichtigung des Schlachthofes, die durch Mitglieder des Biagistrais uud des Stadt­verordnetenkollegs gemäß Beschluß der Stadtverord­netenversammlung vom 3. d. M. stattfand, wird uns mitgeteilt, daß erhebliche Mißstände nicht fest- I gestellt worden sind. Es handelt sich bei der Kühl­anlage hauptsächlich um die Frage der Reinigung, und zwar ob trocken oder mit Wasser gereinigt werden soll. Beide Arten der Säuberung haben eine Reihe Gründ« für, jedoch auch gewiehtige Gründe gegen sich. Bisher ist auf Anordnung des Direktor- De. Lemgen, der sich augenblicklich auf Urlaub be» findet, trocken gereinigt worden. Man hat nun, um auch einmal die andere Art zu probieren, für die nächste Zett die Reinigung mit Wasser ange­ordnet.

- Fahrplan Fulda-Tann-Geisa. Eine dankens­werte Verbefferuug hat di» Eisenbahndirektion auf der Strecke Fulda-Tann-Grisa eintreten lassen. Es wurde setther mit Recht sehr beklagt, daß der erste Zug ab Fulda in Tann kaum Anschluß nach Geisa sand. Sett dem 1. Oktober ist dieser Mangel be­hoben. Der in Fulda 7” früh abgehende Zug er­reicht Tann um 9® und setzt seine Fahrt nach Geisa um 9M (statt früher um U<0) fort, sodaß man jetzt in Geisa um 948 eintrifft. Geisa ist jetzt von Fulda aus somit sehr bequem einmal über Hünfeld (ab Fulda 6“ an Geisa 8M) und einmal über Tann (ab Fulda 757 an Geisa 9") zu erreichen. Das Entgegenkommen der Äsenbahnbehörd« ist auf der ganzen Strecke dankbar begrüßt worden.

+ v. Berdy du Bernois über Fulda. Der am 30. September d. I. zu Stockholm verstor­bene ehemalige preußische Kriegsmtmster General v. Berdy du VernoiS war einer der fruchtbarsten deutschen Militär-Schriftsteller; u. a. bringt er auch in seinem 1905 bei E. & S. Mittler- Beäin erschienenenSchriftchen »Der Zug nach I Bronzell* einige interessante Erlebnisse aus der Stadt und der Umgebung von Fulda. Da­nach kam der erst in demselben Jahre zum Leut­nant ernannte 18jührige Jüngling am 4. Rovem- bet. mit seinem Regiment nach Fulda. Während daS Regiment in der Kaserne (städtische Schule) Quartier bezog, kam v. Verdp zu Herrn Dom- präbendar Dr. Lomb ins Quartier, woselbst er I bis zum Tage DeS Abmarsches (dem 9. Novem-

Die Tagung der Görresgefellfchaft nahm gestern mit einem Begrüßungsabend ihren Auftrag. Unter d« teSÄ eÄ I »e wTÄW Prof Dr. Spahn-Straßburg, Dr. Juttas Bachern, Fr?"f bereits am Ziele Sapporo feiern konnten. Bachern, Prälat Dr. Baumgarteu-Rorn, Dr. Ehfes- _a_ g Okt. 1910. Mit der Verwaltung Rom, Geheimrat Dr. KMng - Munster Dombetan ^ledigten Schulstelle in Schletzenhausen wurde Dr. Selbst-Mamz, Prof SagrnulleEbmgen ^°f. ° Schulamtvlcmdidat Otto Croft in Fulda de- Schlecht-Eichstädt P^a“Äbur« nsSX auftragt (der seitherige Lehrer Otto S chade 2lu§1benI®ar?eaunaen Dr Bachems ist bemerkenswert, kommt vom 1. November ab nach Großenlüder); der daß die ärre^.GeftUschc>st bis jetzt 1200000 ML für Schulamtskandidat Awon Mohr tu Fulda erhielt wiffenfchaftliche Zwecke aufgewendet hat und zurzeit ejne Schulstelle i» Hattenhof (der dortige Lehrer noch ein Vermögen von 77WO Mark besitzt. Hermann Schick übernimmt eine Schulstelle m

<Yn der heutigen Eröffnungssitzung erinnerte der Fnesenhausen); der Schulamtskandidat K. Ewald Vorsitzende Frhr. v. Hertling an die bisherigen Falda erhielt eine Schulstelle in Wecdenau (der wiffenschaftlichen Arbeiten desVereins: das feitberiae dortige Lehrer Johannes Schlutz wurde sophffche und das hiitorische Jahrbnch. das ^Uiat.- c jei„en K^rag nach Magdlos versetzt); der Schul- lexikon, das historische Jnstttut amtsbewerber ®regor Kehl in Hauswurz erhielt

„Ä’ÄVÄS Schulstelle in Veitsteiubach. - Die Lehrerin ernt?ohfAen «eoölferung ist das Verständnis Loh seid in Flieden wurde ans ihren Antrag vom für unsere SBeftrebungen das gleiche geblieben. Auch 1. Januar nächsten Jahres ab aus dem Schuldienst heute find die Zetten ernst. UeberaU kämvit der Un- entlaßen.

glaube gegen das Christentum und gegen ftde ubernatnr- * Münster, 5. Ott. 1910. Gegen die Be- liche Religion an. Das tat hol. Volk w.iß l ehr wohl, des Papstes durch den römischen

Ä« Uchi-I °°ch «« Ichaslliche 'Ärbwi Wir find lein voiiiischer Nied Dr. Dwgelsiad von Münster t. ®. einen Hillen- sind kein theologischer Verein. Unser Leitsatz ist, da» an ^ine Diözesanen. Am Sonntag, den zwischen kirchlichem Glauben und wahrer ^1-lffen chaft Oktober, dem allgemeinen Kirchweihfest in srSÄSiäÄ » * * «m. M°nst« in» d°- H°ch°mt

. ■ ! ausgesetzten Allerherligsten gehalten und nach

demselben die Litanei von allen Heiligen sür den Heiligen Vater gebetet werden. Ferner wird eine 'Kollekte sür den Heiligen Vater angeordnet.

4- Die „Partei -er Selbstlosigkeit".

Wenn man die Berichte über die Vnhandlmlgen des nationalliberalen Parteitages in Kassel verfolgt, (o stößt man nicht selten auf Bekenntiüsse dte m ihrer unfreiwilligen Komik dirett humoristisch wickttr Den Vogel auch nach dieser Richtung hin hat He« B a s s e r m a n n, der „Held von Kassel , abgeschos- sen, als er bei dem Festmahle seine Rede nut ben Worten schloß:

Wir waren immer die Partei der Selbfilosigkett lebhafter Beisallh den Machthung« anderer haben 'rott nie besessen. Das ist vielleicht «me Schwäche, aber in unserer Natur begründet, denn: erst das Vater­land, dann die Partei." ,

Die Nationalliberalen und insbesondere Herr Baf- sermann haben niemals die Bescheldmheit für eme oroße Tugend gehalten. Man ist von ihnen gewohnt, daß sie sich selbst und ihrer Partei alle Vor­züge und alle Vortrefflichkeiten andich­ten die überhaupt nur auszudenken sind, und es mag wohl sein, daß der eifrige Kultus der Selbstbeweih­räucherung allmählich ihnen den Sinn deratt nmnebelt hat, daß sie selbst an ihre Tugendm glauben. Oder ist es doch wahr, daß die naftonalltberake Par­tei ihren schönen Programmsatz: Erst das Vaterland, dann die Partei! wicklich praktisch betätigt? Sehen

Ausland.

** Zwischen den Deutschen und Tschechen i« Böhmen finden Ausgleichs Verhandlungen statt, die überraschend günstig verlaufen. Als starker Beweggrund wirft heute nach mchr als die Finanznot Böhmens der Wunsch nach einer Koalttionsregierung. Aber der Friede zwischen Deutschen und Tschechen wäre em solches Glüch daß man nicht vorsichtig genug sein kann in der Beurteilung der Chancen des AuS- gleichs. Bor der Unterzeichnung der Schlußproto- kolle ist daS Werk nicht gesichert.

* Zu Ehren des belgische» KSnigspaarrs fand am Dienstag in der Wiener Hofburg em Galadiner statt, bei dem zwischen den Monarchen herzliche Toaste gew^)seU wurden. Kaiser Franz Joseph verlieh dem König der Belgier das Infanterie-Re- giment Nr. 27, dessen früherer Inhaber König Leopold gewesen ist. Am Mtttwoch mittag reisten der König und die Königin nach herzlicher Verab- schiedung vom Kaiser Franz Joseph, den Erzherzögen und der Erzherzogin Maria Annunziata ad, die die fürstlichen Gäste nach dem Bahnhof geleitet hatten.

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Verlag der Fuldaer Ak-

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