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Leitung

fuiaaer

Diese hohle

Deutsches Reich.

war noch ein halbes Hundert im Saale, um

labung nicht gefolgt.

Ausland.

° iustizrats Schwiele zu Hamm das Gymnasium da- ” selbst besucht, sodann in Freiburg, Paderborn, Inns­bruck und Fulda Jura und Theologie studiert. 6‘/äi Jahre war er als Kaplan an der Josephs- kirche und seit Herbst 1905 ist er als Rektor an der Liborikirche zu Dortmund tätig. Es geht ihm der Ruf eines eifrigen Priesters und eines warmen Menschen "reundes voraus.

* Halle a. S., 3. Oft. 1910. Gestern wurde hier der Erweiterungsbau des St. Elisabeth-Kinder­heim s in der Barbarastraße durch den hochw. Herrn Weihbischof Dr. Karl Augustin aus Breslau ringe- weiht. Die städtischen Behörden waren der Ein-

man sich im Saale in qualvoller Enge, als er geschlos-1 bürgerlichen Rechte beraubw tonne. ün wu?de waren dreiviertel der delegierten schon wer 1 --- $Rerflubuna ber

„Welche Frage? Dazu hatte ich bet Fräulein tioit Hambach keine Veranlassung . . ."

„Aber mir schien es doch, als ob Sie sich sehr um ihre Gunst bemühten/

„Es schien Ihnen nur so, Fräulein Tina. Oder glauben Sie wirklich, ich hätte mit einem Fritz Born in die Schranken treten wollen? Das wäre für den Herrn denn doch zu viel Ehre gewesen."

„Ja, Sie haben recht. Ein solcher Mensch! — Ich begreife Fräulein Erika nicht. Ich konnte ihn von Anfang an nicht leiden . . ."

„Das hab' ich wohl gemerkt. Unsere Antipathie war die gleiche — deshalb fühlte ich mich sofort zu Ihnen hingezogen."

„Ach, wenn ich das glauben konnte!"

„Ich schwöre es Ihnen zu, und hoffe es Ihnen noch durch die Tat beweisen zu können . . ."

Damit ergriff er ihre Hand und küßte sie, dann zog er chre Hand zärtlich durch seinen Arm.

„Kommen Sie," flüsterte er ihr zu, „hier könnte man uns sehen, und Sie wissen, Ihr Papa ist mir nicht wohlgestnnt."

„Ich begreife Papa nicht . . ." sagte sie wieder mit dem zärtlichen Augmaufschlag und ließ stch willig tie­fer in den Park führen. —

Der Abend dämmerte schon, als sie sich trennten. Fräulein Tinas Wangen glühten und zärtlich lehnte sie sich an seine Stuft

„Ich bin so glücklich, du Lieber," flüsterte sie. „Hast du mich wirklich ein bißchen lieb?"

„Haben es dir meine Küsse nicht gezeigt, wie könn- fat es dir meine Worte sagen?" entgegnete er la­chend.

„Ach ja — deine Küsse . . . oh, wie bös und wie lieb du sein kannst . . ."

Und steschlang die Anne um seinen Nacken und küßte ihn innig.

Endlich machte er stch aus ihrer Umarmung frei.

„Nun iffs genug," sagte er mit leiser Ungeduld. „Wir müssen vorsichtig sein — erinnere dich daran, was ich dir gesagt habe. Schweige gegen jedermann — auch gegen deine Eltern."

„Ja, aber. . ."

19. Kapitel.

Seit der Eröffnung der Untersuchung wegen des Diebstahls in Schloß Hambach hatte Fritz Born sem Besitztum nicht verlassen, außer wenn er zu einer 53er* nehmung vor den Amtsrichter geladen wurde oder wenn er mit Dr. Fischer, seinem Rechtsanwalt, Rück­sprache nehmen wollte. Er sah niemanden, er gab sich ganz der Bewirtschaftung fernes Gutes hin; Festtage für ihn traten nur die Tage, an denen ein Brief von Erika aus Berlin anlangte, in dem sie chm immer wie­der versicherte, wie wohl und glücklich sie sich im Hause seiner Eltern fühle, und daß sie schon innige Freund­schaft mit seinen Schwestem geschlossen hätte.

(Fortsetzung folgt.)

'M 228;

Mittwoch den 5. Moder 1910.

37. Jahrgang.

ist zu hoffen, daß die Arbeiten zum Bahnbau baldigst begonnen werden können.

* Helmarshausen, 4. Okt. 1910. Die Kartof­felernte ist jetzt bei dem prächtigen Wetter im vol­len Gange. Zwar gibt es nicht s° viel Kartoffeln wie voriges Jahr, aber sie sind recht gesund. Der Acker bringt im Durchschnitt 70 Zentner.

* Frankfurt, 4. Oktober 1910. @tn prad)toone3 Skelett von Mastodon amerieanus fft dw neueste Zierde des Lichthofes im Seuckeubergr scheu Museum. Lff den erst?» Blick als typischer Elefant zu er- kennen, unterscheidet sich das Der leicht von jetzt lebenden durch die stärkere Krümmung der mächtigen, 2,35 Meter langen Stoßzahne und dw I ganz abweichend gestalteten Backzahne. Das au zeichnet erhaltene Skelett stammt aus erneut I Sumpf in der Nähe von New-York, wo es vor

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♦ In einer „Nachlese vom nationaNiberalm P«' ] ^taa" erzählt die „Köln. Vztg," u. a.: Der wich- , Hane Teil des Parteitages spielte sich zweifellos hin- , 2 den Kulissen ab in der acht- bis nemfftundlgm Kwunq des Zentralvorstandes. Was nach-1

fnm war nur noch ein Regiekunststück für das I Publikum Daß in jener Vorstandssttzung die Mei-l Mnam heftig aufeinanderplatzten, daß eine Reso- ^Uon vorbereitet war, die in scharfen Wor- L ^des Paktieren mit der Sozialdemokra- He ausschließen wollte, daß diese Resolution aller- dinas beschlossen wurde, als ein größerer Teil der Großblockfreunde eben weggegangen war, das wird von verschiedenen Delegierten überemstunmend erzählt. I 5.:. Zurückziehung der Resolution nach der Rede Bas-1 Senf er, Elsaß-Lothringer und em Teil der Wurt- Smbetqer und die Jungliberalen Ws dem Rhemlande ustd aus Sachsen und in Berlin hatten die Absicht, daaeaen zu stimmen, eventuell m einer scharfen Erllärung Verwahmng dagegen einzulegen. Damit I wäre natürlich der Oeffentlichkeit der Riß in der Par- i i nereiat worden. So wurde die Resolutton z u-1 rück gezogen, und an die Stelle eines Beschlusses trat eine künstlich forcierte Beifallsovation für Bas- lermann Aus ihr kann jeder herauslesen, was er w ll Der eine kann die Ovation auf Bassermanns lkbarie Worte gegen die Sozialdemokratie beziehen, der andere kann sie nehmen als Protest gegen die An- ariffe aus den Kreisen der Industriellen und der äußersten Rechten der nattonalliberalen Partei, und der dritte endlich kann sie als ein Votum für Baffer- mann als Benningsms Erben hinnehmen. So konn­ten Alt- und Jung-, Rechts- und Linksnationalkbe- rale in die Bassennannsche Demonstratton einstimmen, denn sie machte ja für nichts verbindlich. Die Rede Bassermanns ohne einen glatte Richtlinien enthalten­den Beschluß ist eine Halbheit. War sie selbst nicht voll von Halbheiten? Zunächst das Verhältnis zur Sozialdemokratie: „Wir halten die Gegner­schaft gegen die Sozialdemokratie in vollem Umfange aufrecht und fuhren überall den Kampf gegen sie auf das energischste." So sprach der Bassermann des er­sten Teiles; der Bassermann des zweiten Teiles ge-1 wäbrie den Badensem, den Elsaß-Lothringern, den I Württembergern, und wer immer noch mithin will I bei einem Bündnis mit der Sozialdemokratie, von I vornherein Freiheit. Dann Bassermanns wirtschasts-1

iches Programm: „Jeder ist ein Verleumder, der behauptet, daß die Nationalliberalen bei der Reichsfinanzreform nicht die Verbrauchssteu-1 em bewilligt hätten " Aber die Hetze gegen die Reichsfinanzreform entschuldigt BassermMN nut der Rücksicht auf die Sozialdemokratie. Wenn die Na­tionalliberalen nicht mithetzen würden, würde der Er- fa' der Hetze allein den Sozialdemokraten zugute ko-urnen, so ungefähr meint Bassermann. Die natio­nalliberale Pattei muhte also in der Hetze konkurrte-! ren mit den Sozialdemokraten. Das hat sie aber nicht gekonnt und wird sie nie können, wie der Ausgang der bisherigen Wahlen gezeigt hat. Schutzzoll will Basser­mann, aber die Linke, einschließlich der Sozialdemo­kratie, soll gegen die Reaktion unterstützt und gestärkt werden, das Zentrum soll ausgeschaltet sein wie beim Bülowblock. Das ist ja das nationalliberale Ideal. Wie will denn Bassermann eine Schutzzollmehrheit findens Man steht auf Schritt und Trttt Halbheiten über Halbheiten. Man dreht sich nach links, man dreht sich nach rechts, eben wie die vielgenannte Dreh­scheibe. Die Jungliberalen, die Großblockpol i- riker aber sind in Kassel die Helden des Tages, die Wortführer gewesen, und das gibt zu denken. Das zeigt deutlich, daß die Nationalliberale Partei bereits nicht mehr die Kraft hat, der nach links abdräugenden Kräfte Herr zu werden. Vielleicht war in Kassel ge­rade nach Bassermanns Rede die letzte Gelegenheit dazu, die nicht mehr wiederkehtt. Man hofft in den Kreisen um Bassermann auf den Hansabund und sein Geld, und glaubt darum die schwere Industrie in Rheinland und in Westfalen mit ihrem Gelbe und Einfluß entbehren zu können. Es tag überhaupt so merkwürdig viel überlaute Siegesstimmung über der Vc-wmmlung, trotz aller Niederlagen der letzten Mo­nate. Der Osten wird es bringen, das ist der Refrain aller Antworten, die man auf diesbezügliche Fragen erhielt. Als der Parteitag begann, drängte

werden 15000 Mark nicht übersteigen. Im Früh- iadr 1911 soll der Neubau in Angriff genommen werden. Die Geschäftsordnung des Wegbezeichnungs- ausschuffeS wurde mit einigen Abänderungen ge- nehrnigt. Au das Festessen im „Deutschen Kaffer schloß stch halb 6 Uhr der Festkommers, den der Zweigverein Alsfeld zu Ehren ferner Gaste veran- staltete.

* Lauterbach, 3. Okt. 1910. Am 29. und 30. September erfolgte nach dem,Lauterb. An;, auf den Bürgermeisterei- Bureaus der beteiligten Gemeinden die landespolizeil. Prüfung des N ^ben«

Daß das Plazet nur eine Formsache sein kann, die kirchliche Entscheidungen nicht zu beeinflussen vermag, IfTK. d>° °««° G-°>°U - ®umPI u. - "ta’Ä uui bis

der Kirche nicht beeinträchttgen und ist gewisierimiben P g Ja? stolzesten Stücke des Natur-

nur ein Versprechen des Staates, zu der Durchfuh-1 vor turpem ^mes oer rung die Hand zu bieten. Im Zipser Fall ist das gar nicht nöttg. Die beiden Pfarrer sind abgesetzt, Deputierte sind sie noch. A" auch ein angedrohter Kulturkampf nichts andern.

* Von einer ftemdenseindlichcn Bewegung

* Der „Kultmkampst' in Ungarn. Der Bischof von Zips hat zwei Pfarrer entsetzt, well sie seinen Auffordemngen, ihre Deputiertenman­date niederzulegen, keine Folge leifteten. Um diesen Vorgang wird in der liberalen Presse ein großes Ge­schrei erhoben, obwohl es sich um eine höchst einfache Sache handelt. Die beiden Geistlichen, Richter und Rudnah, find als liberale Kandidaten in den Landtag gewählt worden und gehören einer Partei an, die die christliche Weltanschauung ablehnt, die religionslose Schule fordett und andere religions- feindliche Forderungen aufftellt. Der Bischof von Zips, Mons. Parvy, forderte die ihm unterstellten ... . v ,

Geistlichen auf, das Landtagsmandat aufzugeben und I Halle des Klubwirts im Wald dazu benutzt werden,

auf ihre Pfarrei zurückzukehren. Sie weigetten sich Der Neubau erhält Wasserleitung und Kanalisation, und beriefen sich darauf, daß der Bischof sie nicht ihrer l Die Gesamtkosten des schlüflelferttgen Neubaues

Dllly t,LllU-rv4l vv *,**•*« *-• ----- • . -

öur'de, waren dreivtettel der Delegierten schon weg I Phrase von der „Bermibung" d« b^n Psarner von Kassel oder saßen im Ratskeller, auf der Wil-1 macht die Runde durch die ganze liberale P U - Helmshöhe oder auf den Bahnhöfen. Wenn'» gut geht, sich aber noch em Restchen vorurteilsfreien war noch ein halbes Hundett im Saale, um Mittel- bewahrt hat, muß sich sagen, daß der Pfarrer seinem standsvolittk zu machen. Schroeders Vortrag darüber Bischof Gehoffam schuldet, und daß «,, t Mhiett vftl ^utes. Aber die nattonalliberale Praxis Pfarrer wurde, sich dem Sp^-Bffch^s mtter- ist so ganz mrders! So hatte denn der Patteitag in warf. ES wird merncmd gezwung^ Ps M Kassel mit einem großen Anlauf begonnen, und schon werden; wer sich aber dazu bereit erstatt h , ß am zweiten T?ge war er allen Interesses und der die bischöfliche Obergewalin Kauf nehm m DE Teilnahme bar dahin gesiecht. Auch wieder ein Bild Bischof von Zips, dem bisher keine Machtmittel ^zu ! x^Die^KSmssitte weriwn^ni ch t abgeschafft;! Men^Gessllichm "ein süde zu bereiten, wurde ehte I MP r o se kt'e s" N l e de r"3 ul a -°S chlitz. Es so mXeIbmS2 W inV Hand gegeben, mtt ta ^b-tten « Badnban

weihten Kreisen ist von einem Plan der Abschaffung Ungehorsamen .vorgehen konnte. Das Dek ittu der Kürassiere nichts betont" - In Preußen glaubt bie Absetzbarkeit der P °^er ims kürzüch er Mm man also ohne diese dekorative Paradettuppe, auf mürbe von dem Bischöfe «ulgewenbet. Er setzte o bie anbett Bundesstaaten schon längst verzichtet ha- beldenMdoffpenstigeucLDer Bffcho^atste fU8- ben, nicht auskommen zu können. Der besten Preu- pendiett und ihnen d'e A"ei entzogen. De M3 ßischen Tradition entspttcht das nicht. Es war eme ziplmare Akt fft so berechttgt, daß nur toer: XB der ersten Regierungshandlungen FttedrichS des Gro- hier anderer Meinung sem Zn"' Der Bischof m ß tzen die Potsdamer Riesengarde, diese teure Fne- entscheiden können, ob der Geistliche Dichtungen a densspielinei seines Vaters, Wfzulösen. Und zu hängt, die bieKirchebeieinem ^n, noch viel mehr leugnen ist doch nun nicht, daß der Sieger von Leu- bei einem Pfarrer verbietet. Die liberale P ess ihm" vom Kriegshandwerk und der kriegsmäßigen schreibt nun von einem ^„Kulturtoipfe , der üb Ausbildung einer Truppe sozusagen Wch etwas ver- Ungarn hereinbrechen wurde. Sie behauptet, die stWden HR- Es war ihm um diese Aufgaben ver- ungarische Regierung hob.: dem Dckret übe d e 8^ mnttich viel zu bitter Ernst, als daß er glaubte ver-1 setzbarkeit der Pfarrer noch nM^H^^Plazet^ gegeben.

Wtwotten zu können, Wch nur einen Pfennig der großen Militärlast für dekoratives Blendwerk auszu-

2. Blatt.

Druck und Verlag der gulbaer Acttendruckerei in zulda.

historischen Museums von New-York.

en Pfarrer sind Wgeseyi, i * Offenbach a. M., 4.Oft 1910. D^ GffchM-

in ihm das weitere Verbleiben in seiner Stelle unnrög- * lich gemacht war. _ _

an das Ministerium die Aufnahme ab, da nach dem Kampf, den Herr Lehmann-Hohenberg gegen die Anstalt geführt, es ausgeschlossen {et, daß mit der zwangsweisen Internierung des Angeklagten der vom Gericht erstrebte Zweck erreicht werde, nämlich die Vorbereitung eines sachverständigen Gutachtens über seine Zurechnungsfähigkeit.

* Eisenach, 3. Ott. 1910. Bisher war es Ge­pflogenheit, daß der Oberbürgermeister den Sitzungen des Finanzausschusses beiwohnst tn denen die wichtigeren Vorlagen einer Vorberatung unter» zogen werden, bevor sie vor das Plenum des Ge­meinderats gelangen. Nun hat Oberbürgermeister Schmieder neuerdings in einem Schreiben an jenen Ausschuß erklärst daß er an seinen Sitzungen so lange ! nicht teilnehmen werde, als dieser Ausschuß seine jetzige Zusammensetzung behalte. Bei der Be­ratung dieser Angelegenheit kam es in der letzten Ge- meinderatssttzung zu erregten Auseinandersetzungen. In der sehr lebhaften Tratte wurde betont, daß der Oberbürgermeister die Verpflichtung habe, den Vera- hingen des Finanzausschusses beizuwohnen. Oberbur- 2lU$ oem llOdWflrQCvtSTC« I germeister Schmieder legte dar, daß die Genieindeord- * mrst,Th r nrt iqio ^errlickes Wetter be-1 »ung keine Bestimmung über die Teilnahnie des Bür-

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weiterer Gmnd seiner Weigerung sei der, daß im Finanzausschuß die Herren des Gemeinderats sitzen, die ihn am schärfsten angegriffen haben, und mit de­nen er daher nur gezwungen zusammen arbeiten könne. Schließlich wurde ein Antrag auf Erhebung der Be­

rni ^Deutschen Kaiser' waren 21 Zweigvereine mit 3208 Stimm-« vertreten. Der Vorsitzende Herr Oberamtsrtchter Rispel eröffnete die Versammlung. Als Hauptpunkt der Tagesordnung wurde die Er­richtung eines weiteren Klubhauses auf dem Hohe- rodskopf beschlossen. Das Gebäude soll auf der Nordseite so dicht als möglich an den Wald kommen, die Südostseite hat die Front an die Oberwald- ftraße. Von der Errichtung einer besonderen Halle für Schneeschuhe soll abgesehen und die vorhandene 'ade des Klubwirts int Wald dazu benutzt werden.

Am Ehre und Recht.

3 Roman von O. Elster.

MS Stanistos ste erblickte, huschte ein spöttisches Lächeln über sein Gesicht.

„Da ist sie schon wieder," flüsterte er. „Zum Kuckuck, die läßt nicht locker — na, wenn alle Stricke reißen, heirate ich Tina Grupe — der Alte hat auf dem Gut sechzigtausend Mack stehen — und ste ist das einzige Liebespfand feiner Ehe . . ."

Er näherte sich ihr leise, aber seine Schritte ktiiffch- fen leicht auf dem KieS, sodaß ste ihn hätte hören müs­sen . Aber sie rühtte sich nicht, sondern nahm tun noch eine elegischere Haltung an.

Jetzt stand er unmittelbar hinter ihr, und plötzlich Beugte er stch zu ihr nieder und küßte sie auf die Wange »

Mit einem Schrei fuhr sie auf. Aber merkwürdig, sie errötete gar nicht und zeigte sich auch nicht zor­nig. Sie preßte nur die Hmd auf das Herz und sagte verschämt:

„Oh, wie haben Sie mich erschreckt, Herr von Prokowskh!"

„Ich bitte um Verzeihung," entgegnete er lä­chelnd, „aber die Versuchung war zu groß!"

„Sie sind ein böser Mensch," versetzte sie und schlug nun doch errötend die Augen nieder. „Ich sollte Affinen zürnen . ."

„Aber Sie tun es nicht — nicht wahr?"

„Ich ton es nicht," entgegnete sie mit einem zärt­lichen Augenauffchlag, der ihn innerlich auf das höchste ergötzte.

Aber er erwiderte ihren zärtlichen Blick und sprach bittend und schmeichelnd: „Darf ich Sie auf Ihrem Spaziergang begleiten, Fräulein Tina?"

„Sie düffen es, wenn Sie artig sein wollen," flltgegnete ste geziert.

„Wie ein gut dressierter Pudel . , ."

/ „Mein Gott, welcher Vergleich! — Sagen Sie Mr, waren Sie bei Fräulein Erika auch so unartig?"

„ES wäre alles verloren für uns, wenn du jetzt schon sprechen wolltest," fuhr er fort. „Hebet meinem Leben schwebt ein Rätsel," setzte er düster hinzu, „das erst gelöst werden muß, ehe ich ganz der Deine sein ton. Vergiß das nicht, Geliebte."

„Ich werde es nicht vergessen. Aber wann wird das Rätsel gelöst sein?"

„Das steht in Gottes Hand," entgegnete er feier­lich.

Tina erbebte, ste fand das alles so „furchwar romanttsch," daß sie gern dem Willen des Geliebten nachkam. Ein solches romantisches Liebesverhältnis hatte sie seit ihrm frühesten Mädchenjahren herbei- gesehnt, und jetzt trat eS ihr in leibhaftiger Gestalt entgegen, wo sie an der Grenze der Jugend stand.

Um alles in der Welt würde sie diese Ronumtik nicht zefftört haben!

Nach einem letzten Kuß trennte sich das seltsame Liebespaar. Seligkett im Hetzen, trippelte die anue Tina dem Jnspekiothause zu und achtete nicht des Donnerwetters des Inspektors wegen ihres langen Ausbleibens.

Stanislaus aber schüttelte sich wie ein Pudel, der aus dem Wasser kommt. Dann schritt et eilig bet Ver­anda zu, indem er murmelte: „Ein saurer Apfel ist eS — aber in der Not frißt der Teufel Fite- gen . . .

In dem Eßzimmer hinter det Veranda brannte schon die große Hängelampe und goß ihr weißeS Licht in breiter Flut über den gedeckten Tisch.

Am Büfett ftanb der Diener und wischte die Glä­ser aus. Me Baronin war noch nicht erschienen, aber Frau von Prokowsky ging ungeduldig im Zimmer auf und ab. Als sie die Schritte ihres SohneS au der Veranda hörte, eilte sie ihm entgegen.

„Emen Augenblick, Stanislaus," flüsterte sie ihm zu. „Ick habe dir eine gute Nachricht mitzuteilen, die Baronin will mit das Geld geben . . ."

„Wahrhaftig, Mutter . . .!"

„Seife — der Dienet btWcht nichts zu hören — geh' jetzt noch nicht in» Eßzimmer — erft wenn die

schwerde angenommen.

* Wiesbaden, 3. Okt. 1910. Auf einem Tennis- ■ platz an der Kaiserstraße wurde ein alter Mann aufgesuudeu, der dort schon mehrere Tage gelegen haben soll. Der Bedauernswerte war vollständig entkräftet und starb auf dem Wege zum Kranken­hause vor Hunger. ______________

Baronin da ist, komm herein, aber nicht von hier aus, ondem geh' um das Schloß herum und tu, als wenn du von deinem Zimmer kämest — die Baronin soll nicht wiffen, daß wir schon zusammen gesprochen ha­ben. Geh', geh', lieber Stanislaus — fei recht freund- sich und zuvorkommend aegen die Baronin und bring’ deine Geige mit . . . ich bin ja so glücklich, mein lie­ber Junge!"

„Und ich erft, Mama ..."

„Geh nur, geh' — morgen erhältst du das Geld."

Sie drückte ihm die Hand und drängte ihn die Verandatreppe hinunter in den dunklen Park, dann kehrte sie in das Eßzimmer zurück.

Tief aufatmenb stand Stanislaus da. Die freu­dige Nachricht seiner Mutter wat ihm saft wie ein Schrecken in die Glieder gefahren, es preßte ihm die Brust zusammen, daß er nach Atem rang.

„Sie weiß nicht — die gute Mama — was sie mit damit getan hat," flüsterte et in weichet Stim­mung.

Aber plötzlich lachte er leise auf.

„Gott fei Dank — jetzt brauche ich die dumme ©ans nicht zu heiraten!" rang es sich wie ein Stoß­seufzer von seinen Lippe».

0Cb*1' Evangelischer Bund und Paul Hoensbroech. Die „Kölnische Zeihmg" erhält von dem Grafen Paul Hoensbroech folgendes Schretbmr

„Zu Ihrem Artikel „Der Evangelische Bund und die Politik" bitte ich richtig »u stellen, daß ich Nicht Mitglied des Evangelischen Bundes „gewesen" bin, sondern noch bin und auch Mitglied zu bleiben ___

gedenke. Zugleich bitte ich Sie. durch Ihr Blatt sest-1 H „hber berichte! Es handelt sich und t^ gemäß): war. ~a^e

?chafMchen ÄrEe?deVMstellen fD«^/-^Evangeli- ^wieder" sich Mm lass«! 3 alte Bezirtsitossekretat Georg Keller gefluchtet. Er

Ausführungen meiner Schrift „Der Evangelische Bund I - Direktor der psychiatrischen Klinik in

FL ffiSÄä Mus Uirche und Schule. ÄÄ

5»3.DU. 1310. M-du •Js.'ä’ÄS'Ä

I unzugänglich ist. Die schlimmen Folgen sür unser I war, hat die Stadt lt. W. K. den Rektor

öffentliches Leben, die sich vor allem in der Stärkung » Liborikirche zu Dortmund Herrn Paul S ch w i e t e

I des ultramontanen Zentrums zeigen werden, werden I P^rrer Schwiele steht im 37. Lebens-

Ulcht ausbleiben." sadre und im 12. Jahre seines priesterlichen Wirkens.

Wir gestehen offen, daß wir den Strett zwischen y „ Sohn des Senatspräsidenten, Geh. Ober- dem Direktor des Bundes, Herrn Everling, unb | Schmie " ' ‘ ~

I seinem langjährigen Renommlerburschen Hoens­broech einigermaßen mit Behagm verfolgen. Der

I Streit wird wohl erst dann ein Ende nehmen, wenn Graf Paul zum Direttor erwählt wird und Herr Everling sich pensionieren läßt ,

Für die kulturkämpferische Ruhebank in Bückeburg (vergl. Nr. 224) ist der Bückeburger Gebirgsvcrein, wie dieser in einer Berichtigung er­klärt, nicht verantwortlich zu machen, sondern ein Apotheker König in Bückeburg hat sie dem Rrn- I teiner Verschönerungsverein überwiesen. — Der Bückeburger Apotheker sollte noch sein Bildnis an der „berühmten" Ruhebank anbringen lassen, damit

I jedermann den Urheber dieser Unverschämtheit gleich an Ort und Stelle gebührend bewundern kann.