eitung
37. Jahrgang
Fulda, Mittwoch den 28, September 1910.
Erstes Blatt
Deutsches Reich.
erww *r Xnsitabme der $e.m= ,»d Feiertage Vieriei- sShrNcherveutgrprett ohne Vrinqertohn und SrfteLgeld in Fulda s»- wt auswärts 1-50 Ult
öerantw. Redakteur: «art schütte,
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«azrk-ttn W«B fpaMgePetitzeve oder deren «am» ,5 pfg. ReNamendiepetitzeile Pfg., bei Wied«.
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Lotationrdru<k«»d Verlag der Fuldaer r«> tiendrnckerei in Fulda Fernsprecher «r. 4.
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jetzt 10 solcher Anstalten und zwar: Eschwcg« Direktor: Dr. Schäfer), Fritzlar (Rehbock), Gelw Hausen (Wagner), Hersseld (Fürst), Hofgetsma, (Dr. Würz), Marburg (Oekonomierat Dr. Hesse), Melsungen (Reinsch), Rodcnberg (Honold), Stegen« Hain (List) und Fulda (Schoppmann). Allen Landwirten ist dringend zu raten, ihren Heranwachsenden Söhnen durch den Besuch der landimrtschastllchcn Winterschule Gelegenheit zu geben, sich die für thren späteren Beruf notwendigen grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen. Der Lehrplan dieser Schulen ist im besonderen Maße aus die mitt- leien und kleinbäuerlichen Verhältnisse zugeschnitten.
für nächstes Frühjahr geplanten Bau des Damen- Luftbads beraten. Auf ber für diesen Zweck gepachteten Fläche hat der Verein kleine Schreker- gärten angelegt, welche nun natürlich verschwinden müffen. Da die bisherigen Inhaber der Gärtchen
zu können. „
— Das Ende der DiamautmLra. Aus Südwestafrika kommen Nachrichten, die wenig erfreulich
man sich am sichnsten Gesundheit, Arbeitskraft und Lebensglück?" Hiernach wurde über den
ten wir nicht misten. Müller-Meiningen muh in
Wache beS 84. Polizeireviers Gefangengehaltenen zu Befielen. Die Angreifer wurden jedoch von der Polizei mit der blanken Waffe zurückgeschlagen. Ein Schutzmann aus Charlottmburg wurde morgens in der Huttenstraße auf einem Hausflur besinnungslos aufgefunden. Der Helm war ihm durchgeschlagen und er am Kopfe erheblich verletzt worden. Besonders bemerkenswert ist noch folgender Vorgang. Um dm Schutzmannschasten, die znm Test weit über die gewöhnliche Zeit hinaus im Dienst Bleiben müffen, einen Unterschlupf zu gewähren, wandte der Polizeioffizier sich an die Hauswirte der Gegend mit der Bitte, um UnteckunfEräume. Da aber drohten die „Genossen" dm Wirten sogar, daß man sie totschlagen werde, wenn sie der Polizei Unterkunft böten. Die geängftigten Leute baten deshalb, die Beamten wieder herauszunehmen.
Nach hÄbamüicher Mitteilung find Bei dm Ausschreitungen in Moabit am Montag und in der Dienstagnacht insgesamt 38 Offiziere und Schutzmänner, einige davon schwer, durch Steine und Mefferstiche verletzt worden; die Zahl der verletztm Ex- zedentm ist entsprechmd groß, jedoch nicht feshpistellm. I ®°n dreizehn verhafteten Personen werben sich einige »egen Landfriedensbruchs zu verantworten habm. Auf schweren Landfriedmsbruch steht Zuchthausstrafe bis zu zehn Jahren.
Den Besuch, die von der Sozialdemokratie verhetzten Streikmden zu entlaften und einfach dem lichtscheuen Gesindel der Großstadt die Schuld an den Straßenkämpsm zuzuschiebm, weist auch der ,Berl. Lokalanz/ zurück, indem er schreibt:
K Die StratzenkämPfe im Berliner Stavtteil Moabit.
monatsbtiiage: „Fuldaer Geschichkblätter"
Pflastersteine auf die Schutzleute und ' bombardierte sie aus den Wirtschaften mit ’ Scherben, Töpfen, Tellern und Bi erkrü- 1 ge n. Zahlreiche Beamten wurden zum Teil schwer verletzt, der Janhagel zertrümmerte fast alle Straßenlaternen. Gegm Mittemacht griff die Mmge die Reforrnationskirche an der Wiclefstraße an. Hier hatten sich etwa 3000 Personen, etwa die Hälfte davon waren Frauen, angesam- I melt Eine Rotte von über 100 halbwüchsigen Burschen kletterten aus die Latemenpfähle in der Umgebung der Kirche und brachte die Lampen zum Verlöschen ober zertrümmerten sie. Ein vorüb-rfahrenber Straßenbahnwagen wurde von den Rowdies angebalten und die Fensterscheiben durch Stein-
I würfe zertrümmert. Plötzlich riefen mehrere Burschen „Da sitzt ein Pfaffe drin, heraus mit chm!' In der Tat befand sich in der Tramway ein Geistlicher der Reformationskirche, Herr Pastor Schwebe! Er wurde cm» dem Wagen herausoezerrt und mißhandelt Herr Sch. vermochte sich indes den Faustm seiner Peiniger zu entziehen, und flüchtete in das nahe Pfarrhaus. Er vermochte noch die Haustür, welche glücklicherweise offen stand, weil in dem Gebäude der Kirchenrat tagte, hinter sich zuzuwersen und hielt Hilferufmd die Türklinke so lange fest, bis die Mitglieder der oben erwähnten Körperschaft hmzu- kamm Von ihnen wurde die Tür verrammelt und man konnte dm wütendm Angriffen der Rowdies trotzen Als das Vorhaben ber Burschen vereitelt war, erscholl der Ruf: „Werst die Kirchenfenster ein!' Im nächstm Augenblick praffelte ein Hagel von Steinen gegen die wertvollen Fensterscheiben, die vollständig zertrümmert
. wurden. Auch im Innern des Gotteshauses wurden ; bie meisten Beleuchtungskörper zerstört; der angerich- , tete Schaben wird auf mehrere tausend Mark geschätzt. . Auf telephonischen Anruf waren inzwischen von der : Wache in der Sickinzenstraße 120 Schutzleute im Eilschritt berbtigeeilt, die die Demonstranten in die Reu- selstiaße zurückzutteiben versuchten. Die Erzedentm verfolgtm jedoch ein System, das ihnen ermöglichte, sich den Angriffen der Polizei erfolgreich zu entziehen. Fast sämtliche H äus er der Wirtes- und Beuffelsttaße waren während der gcmzm Nacht geösfnet, sodaß die Tumultuanten beim Anrücken der Schutz Mannschaft spurtoS in ben Schlupfwinkeln verschwanden und sich solange verborgen bleiten, bis die Schutzleute vorüber gezogen warm. Auf gegebene Pfeifensignale stürmten ganze Rotten aus den Häusern hervor und fielen ben Schutzleuten in den Rücken. Auch zahlreiche Destillationen in der Beusselstraße hatten die Jalousien nur halb Heruntergelaffen, während die Lä- ben selbst in Dunkelheit gehüllt waren, und aus diesen Lokalen brangen unausgesetzt Angreifer hervor, bie auf bie Polizeimannschasten ein heftiges Bombardement mit Wurfgeschossen aller Art eröffneten. Auch mehrere Revolverschüffe fielen auf Settm bet Exzedenten. Ganz shstemgerecht begann daraus die Plünderung von Kaufhäusern. Ein Warenhaus an der Ecke ber Brussel- und Erasmusstraße hatte einen wüsten Angriff auszuhaltm. Der Janhagel brach die Fensterscheibm ein und plünderte die Schaufensterauslagen. In einem Lokal z ertrümmerten die Aufrührer die ganze Einrichtung, dm Bierapparat, die Automaten, Tische, Gläser und Stühle; Tapetm und Bilder riffen sie von den Wän- dm. Ein Schankloklck, in das sich ein ins Gedränge geratener Schutzmann zurückzog, wurde von der Mmge vollständig zerstört. Dabei wurde der Gastwirt durch Steinwürfe so schwer verwundet, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Seine grau ist ebenfalls schwer verletzt wordm. Von der Rotte wurde auch ein Versuch gemacht, die auf der
Wenn die Sozialdemokratie chre Hände in Unschuld waschen will, so darf man wohl an die Prahlereien von der strammen Disziplin und der ?roßen Befähigung der Gmoffm zur Erhaltung er Ordnung erinnern. Wenn die roten Führer über so wertvolle Hilfskräfte verfügen, warum rühren sie benn jetzt keinen Finger, um dem Blutvergießen, der Zerstörung und dem Unglück zahlreicher Mitmenschen Einhalt zu tun?
Aus diese Frage wird man vielleicht spöttisch antworten, die Sozialdemokratie sei doch nicht berufen, den gegenwärtigen Klaffenstaat und seine „Schergen* zu schützen. Nein, es handelt sich hier um bie Rettung von.verirrten Mitmenschen, die blindlings in's Unhell rennen, von Mitmenschen, zu deren Verblendung die sozialdemokratische Agi- tation wesentlich beigetragen hat.
Der „Klassenstaat' muß sich freilich selber helfen, and das wird er auch können, wenn nur du be- j tufenen Hüter der Ordnung in jener ruhigen rfestrg- feit verharren, die in ben schwierigen Straßenkämpfen von Moabll die Schutzmannschast bisher bewiesen hat. Ten Ruhestörern muß bte (Erfolg, tosigkert ihres Treibens empfinblich zum Bewußtsem gebracht werben.
Zu dm schweren Streikausschreitungen vom Montag abend und Montag nacht wird in Ergänzung der gestrigen Drahtnachricht noch gemeldet: Ausgangs- punkt der Unruhen ist bekannllich ein Streik der Kohlenfahrer bei einer Kohlmfirma in Moabit. Die bei der Firma noch Beschäftigten warm fortgesetzt Belästigungen ausgesetzt. Am Montag mittag be- teiligten sich auch Arbeiter der in ber ©uhngenftrafee gelegenen Fabrik von Löwe an den Ausschreitungen. Die Polizei stellte jedesmal die Ruhe wieder her. Am Montaa nachmittag waren die Straßen gesäubert und alles schim ruhig. In den Wenbstur^m des Montag, mehr aber noch in der Nacht zum Dienstag haben diese Unruhen einen sehr ernsten Charakter' angenommen. Es kam zu heftig en Zu am- n'nstößen mit ber PA-b dj- "nt b« blauten A ss. vorg'hen mußte. Die Auftuhrer schlmdertm
Aufläufe und Zusammenstöße mit der Polizei ' hat es ja in diesen oder jenen Stratzmzugm von Berlin schon häufig gegeben. Aber bte gegenroartu gen Tumulte in Moabit sind doch fchtunmer, „als bte früheren Ordnungsstörungen. Die Auslaufe haben einen sehr großen Umfang erreicht; der Widerstand gegen die Staatsgewalt ist außerordent- lich leidmschaftlich und zähe; die Ruhestörer gehen höchst brutal vor sowohl gegen die Schutzleute wie gegen öffentliche oder private Gebäude. Dabet «beiten die Scharen recht zielbewußt und mit Ausnutzung aller Hilfsmittel, vielfach in recht raffinierter Weise, z. B. durch Vorschieben von Frauen und Lindem als Schutzwall und durch Offenhatten von möglichst viel Häusern während der Nacht, um beim Dordiingen der Polizei in diese Häuser flüchten und nach dem Vorbeimarsch den Schutzleuten in den Rücken fallen zu können. Ein sehr häßliches Kennzeichen der Bewegung ist die Plünderung von Schausmstern unö sogar das Innere von Kauft Häusern. Polllisch bedenkllch wird der Fnebensbruch durch den Zusammenhang mit einem Arbeiterstrelk.
In einigen Blättern wird alle Schuld auf der .Janhagel' geschoben, auf ben „Abschaum ben großstädtischen Bevölkerung', auf die halbwüchsigen Burschen, die bei jedem Radau dabei fein müssen, und die Zuhälter, Timen und sonstiges lichtscheues Gesindel. Die streikmden Arbeiter, so wird besonders hervorgehobm, hätten sich zurückgehatten. Letzteres mag bis zu einem gewissen Grade zutreffen, da kluge Leute die eigenen Köpfe nicht gern vor die hauenden Säbel bringen. Aber es darf nicht verkannt werden, daß der ganze Krawall entstanden ist aus den Vorstößen ber Str et- tenben gegen bie Arbeitswilligen; btefe kriegerischen Straßenszenen haben die Aufläufe tn Gang gebracht und die Massen gewalttätig gestimmt. Ferner haben die Tumultanten durchaus nicht allem aus Halbwüchsigen oder Gesindel bestanden. Em Verhafteter, der zwei Schutzleute durch Messerstiche verletzt hat (den einen lebensgefährlich), ist em 13 jähriger Aibetter. Die Beteiligung von Frauen und das Mitführen von Kindem beuten aus bte Teilnahme von vollgiltigen Familimvätern hin. Ebenso das systemartige Offenhalten der Wohnhäuser und die Bekämpfung der Polizei aus den Fenstern im Vorderhause.
Für die Ansicht, daß bei solchen wilden Straßen- kämpfen nur dumme Jungen oder elendes Gesindel | sich beteilige, macht man meistens den inneren Grund geltend, daß die Sache ja ein tolles Unternehmen fei, bei dem nichts gescheites herauskommen könne, und daß ein vernünftiger Mensch, der noch etwas zu verlieren habe, sich nicht unnützerweise in Lebensgefahr bringen werde. Diese Schlußfolgerung rechnet aber nicht mit ben Leidenschaften, namentlich nicht mit dem grimmigen Haß gegen die Polizei, der neuerdings der sozialdemokra- tischen Arbeiterschaft eingeimpft worden ist. Der Tumult hat, wie wir schon erwähnten, einen äußerlich erkennbaren Zusammenhang mit einer Streikbewegung. Daneben besteht ein innerer Zusammenhang mit den Wahlrechtsdemonstrationen und den Kämpfen um das „Recht auf die Straße'. Die systematische Aufhetzung der Massen gegen die Straßenpoltzei trägt hier ihre Früchte. Die widerspenstigen Massen glauben nicht bloß das Recht zu haben, sich auf ber Straße beliebig zusammenzurotten, sondern man hat ihnen auch von ber „Macht des Volkes' so viel Dorgerebet, daß sie sich etnbilben, mit ben „Blauen' fertig werben zu können. Der Respekt vor ber Polizei unb ber Staatsgewalt Überhaupt ist so sehr untergraben worben, daß er kaum anbciS als durch bittere Erfahrungen tn einer blutigen Kraftprobe wieberhergestellt werben kann.
ff. Der Verkauf vo« Brennspiritus zu 5 und 10 Pfennig, wie überhaupt in kleinen Mengen ist den Spiritushänblern vom 1. Oktober ab verboten. An diesem Tage tritt der § 109 des neuen «rannte weinsteuergesetzes vom 15. 7. 1909 in Kraft. Hiernach ist es fortan nur gestattet, denaturierten Spiritus im Kleinverkauf in Behältnissen von 50; 20, 10, 5 ober 1 Liter Rauminhalt zu verkaufen. Wenngleich ein Liter Spiritus 25—30 pfg. kostet, so bebeutet diese Ausgabe in kleinen Haushalten, wo man sonst immer von Fall zu Fall für 5 oder 10 Pfennig Spiritus kaufte, immerhin eine Be- lastung. Um jedes Abfüllen von Brenn spiritus auS verschlossenen Gesäßen unmöglich zu machen, fite" für diese Behältnisse ganz besondere Vorschriften getroffen worben. Auf biefe Weise soll es unmöglich gemacht werben, baß Brennspiritus, bem Wasser zugesetzt ist, als reine Ware verkauft wird.
a Die Hauptübung der aktiven Feuerwehr findet, wie schon mitgeteilt, heute nachmittag 4Vr Uhr statt. Die bri der Uebung angenommene General-Idee ist folgende: Es wird gegen 4xh Uhr । Großfeuer in der Actiendructerei gemeldet Di« gesamte aktive Feuerwehr (4 Löschzüge) wird alarmiert Bei der Ankunft der ersten Löschzüge wird festgestellt, daß Personen in den Kelleiräumev gesähckiet sind, die mittels Rauchmasken gerettet und der Sanitäis - Kolonne übergeben werden. Auch müffen die Bewohner der oberen Etagen, in die die Feuerwehr mit Hakenleitern einbringt, mit Hilfe des RettungS-Schlauches in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehrleute selbst müssen sich vor dem riesigen Qualm in den oberen Stock- ——......—-—.... - K l „x werken mit Hilfe des Sprungtuches retten. In-
sind: der Diamantensegen scheint fernem Ende ent- w das Feuer die gesamten Räumlich-
gegenzugehen. Gouvero^ a. D. v B ennigfen Die Feuerwehr muß sich auf den
war drüben, rmd das Resultat ferner Beobachttmgen der Rachbargebäude beschränken, was trotz Gc°legt dar, daß man den Segen weit überschätzt der schwierigen Stellung infolge Drehung des Die Gestehungskosten pro Karat, bie mit 3 Windes außer bet der Kramer scheu Schemte gte bjz 4 Mark angenommen wurden, stellen sich bem-1 lingt. Mit vier Strahlrohren bekämpft schließlich nach in Wirklichkeit auf 8 biß 10 Maik. Aber bie Wehr den Brand selbst, besten Eindämmung auch die angenommene Förderung wird nicht er« QUC$ nach langem Mühen gelingt.
reicht werden. Herr v. Bennigsen sagt: △ Die Flugversuche auf bem Exerzierplatz wurden
Infolgedessen wird die Frage einer eventuellen gestern nachmittag durch die Herren Scheich unk ProduktionSeinschränkuna, bie anfangs dieses Jahres tzjcker mit gutem Erfolg fortgesetzt. Heute vov erörtert wurde, gar nicht besprochen zu werden brauchen. I mmQ(, künden keine Versuche statt, da an dem Hiermit dürfte es auch Zusammenhängen, daß die BerS- Heine Beschädigungen, die er gestern
S^Ve ÄttäBS Ä nicht bei der Einbringung in die Halle erlitt, ausgebessert “malanteiten schon vor'nwger"Zett^^g^oßen^att" irt Monatsversammlung des Naturhcil-
♦♦ Keinen Müller-Meiningen mehr? In einer Vereins. Zunächst wurde der geplante Aus- Zuschrift an die national!. „Schief. Ztg.' wird daran flUg nach Hünfeld (Oblatentlofter) und dem erinnert, daß in Meiningen die Nationalliberalen trotz Stoppelsberg, der am Sonntag, den 9. Oktober ihrer vortrefflichen Organisation, dle d« sieifinnlgen unternommen werden soll, besprochen. Hierauf well voran ist, dem!Abg. Muller-Meiningen ju fernem mQn ber nächsten beiden Vor-
diÄs MMdÄ aä Svtel^wenn träge fest. Danach wird am Donnerstag den ^dm^NationMiberÄi in ben thüringischen'Wahl-1 20. Oktober Frau Muche-Wien über „Was soll kreisen fo herausfordernd und so wenig im Geiste der und kann bte Frau tun im Kampf gegen bie üid berufenen liberalen Einigung gegenüberträten, Unsittlichkeit" sprechen. Ferner hält Herr Sam- wie dies in Jena unb in Gera geschehen fei. Das tälsratDr. Bilfinger am Montag den 7. November find für den Abg. Müller-Meiningen keine angenehmen einen Vortrag über bas Thema „Wie erhält Aussichten. Uebiigcn» wird er ohnehin alles auszu-1 -• " - “ mt-c.
bieten haben, um sich ber sozialdemokratischen Konkurrenz in seinem Wahlkreise zu erwehren. Aber wir bitten die Nationalliberalm, sie mögen dem Zmtrum doch dm einm Schmerz erfparen, daß Dr. Müller- Meiningen nicht wieder ins Parlament einzieht.
Einm solchm guten Agitator für das Zentrum möch-
15» S
""'«7 9***. M 1=10. =<.«> lassen müllen, daß man sie verantwortlich amtlicher Meldung wurde Mmlstertalbirektor R h ei n- macht für bas Blutvergießm. bald, ber bisherige Bunbesratsbevollmächttgte m
W Berlin, 27. Sept. 1910. In Moabit! Berlin, zum Finanzmlnister ernannt.
herrfebte beute Dienstag, bis nachmittag 5 Uhr * Konstanz, 27. Sept. 1910. Die Strafkammer durchweg Ru'he. Im Lause des Nachmittags b ber B eleibigungssach e der 39 Geist- füllten sich bie Beuffel- unb die anderen Quer- lid)en be8 Amtsbezirks lleberlmgen gegen ben libe- trabenber Sickingenstraße wieder mtt halbwüchsigen, ra^it ,Seebotete das ftei^prechende Urreil deS arbeitsscheuen Burschen, und noch mehr mit Frauen Schöffengerichts auf und verurteilte d n Redakteur und Kindern. Die Sickingenstraße selbst blieb von gilt JU 50 Mark Geldstrafe und Tragung bei der Polizei gesperrt. Sie ist nur für Leute zu- Kosten. Die Geistlichen wurden m der Widerklag, aänalich, "die dort wohnen und nachweislich etwas feeiaesprochen. ___________
zu tun haben. Die zerstörten Laternen 'M^Unruhe- ===================== viertel hat ber Magistrat wlederherstellen lasten, auch das Straßenpflaster- °us dem die Unruhestifter LlUZlUIiv.
ihre Wurfsteine nahmen, ist wwder ausgebessert. I , Ta8 tückische «nleihegeschast rotrb allem An. Von 5 Uhr an versammelten sich von allen Re- r*e|n „ach nunmehr von England und Frankreich vieren hei die abkömmlichen Schutzleute tm Haupte gemeinfam gemacht werden. Darauf läßt wenigstens quartier auf dem Kohlenplatz; unterwegs wurden folgende Meldung aus Konstantinopel schließen! sie vielfach von den Burschen, Weibern und Kindern Direktor ber „türkischen Nationalbank (das ,fl mit Hohnrufen begrüßt. ___________ eine englische Privatbank in der Türkei) Babington
----------------- Smith reifte nach Paris ab, um an ben Anleihe- verhanblungen teilzunehmen.
; Berlin, 27. Sept. 1910. Der Kaiser, ber £ofok§.
noch zur Jagb in Rominten weilt, hat an den Präsidenten der Internationalen Jagdausstellung Fulda, den 28. September 1910.
in Wien, die er kürzlich besuchte, «n sehr "arm Landwirtschaftliche Winterfchule. Der Unter
gehaltenes Anerkennungstriegramm gerichtet. .. 7^ ber hiesigen Landwirtschaftlichen Winter. Bereitung, etn Gesetzentwurf über y- Nachdem im Laufe die es
Abschluß gebracht. Von den verbündeten Regie- runqen wurde die Erklärung abgegeben, daß etn Gesetzentwurf zur Revision des Gert chts kost e n- a e setzes dem BundeSrat vorliege unb alsbald dem Reichstag zugehen werde. Eine Erhöhung der Gerichtskosten bringe dieser Gesetzentwurf n t ro t.
) ( Die Fortsetzung unserer Gchutzzollpolmk fov- Berte ber Reichstagspräsident Gras von Schwerin-Löwitz namens des deutschen Landwirischasts- rates und des prmßischen Landesökonomiekollegiums bi einer bemerkenswerten Rede, die er auf der Festversammlung des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern anläßlich der Jahrhundertfeier des Münchener Oktobeffestes hielt. Der Redner bezeichnete die Schutz- zollvolttik als die Errettung der deuffchen Landwirtschaft aus ber schlimmsten Krise, bie sie durchgemacht | habe, und bemerkte, daß diese Schutzzollpolitik mit bem festen Zusammenhalten des großen unb Seinen Grundbesitzes stehe und falle. Gegen eine Oeffnung ber Grenzen legte er nachdrücklich Verwahrung ein. — Bel derselben Gelegenheit forderte Prinz Ludwig in eindringlichen Worten zur Versöhnung der Gegen- atze zwischen Stadt und Land auf.
♦ Heber städtische Bodenpolitik machte aus der Düffeldorser Stadtbau - Woche Geh. Ober- regierungsrat Dr. Freund aus dem Reichsamt des Innern intereflante Ausführungen. Dr. Freund eoipfahl den Städten ben Erwerb von möglichst vielem Grundbesitz. Das sei das Merwichtigste. Die Kommunen beherrschten durch nichts den Markt so leicht und sicher als durch den Erwerb von Grund und Bodm. Auch die Erhaltung und Erweiterung von Wäldern empfahl Dr. Freund warm. — Diese Richtlinien haben den Vorzug, daß sie nicht nur für große Kommunen geltend sind, sondern auch von den mittleren und kleineren Städten befolgt werden können. Freilich, jede Stadt hat ihre besonderen Verhältniffe, denen Rechnung getragen werden muß. Jede Kommune ober, die in aufsteigender Entwicklung begriffen ist, sollte viel Grundbesitz hinter sich haben, schon um einer schädlichen Bodenspekulation vorbeugen
Nach Anficht maßgebender «reise im Polizeipräfi. beim find bie gestrigen SxMe in Moabtt nicht durch Öällig zusammengerotteten Janhagel eigeführt worden. ES haudett sich vielmehr um einen wohlvordereiteten Exzeß organisierter Arbeiter gegen die Polizei. Die in dem Industrieviertel Moabits wohnende Arbeiterschaft ist gegen die Firma Kupfer, die Etreikbrecher und die Polizei seit Monaten aufgehetzt worden, bis eS zu den unerhörten Ausschreitungen m der heutigen Nacht gekommen ist. Der Polizeiprästdent bat den strickten Befehl gegeben, bei neuen Angriffen auf bie Beamten mit der Schußwaffe zu antworten. ES ist einstweilen nicht Beabsichtigt, milttärische Hilfe heranzuziehen. | Sollten die Ausschreitungen zeboch noch wetter erheblich anwachsen, sodaß bte Schutzmannschaft nicht genügt, so wird natürlick MUitär requiriert werden. Dem Auf. treten von Frauen und Kindern in der Schar der