Einzelbild herunterladen
 

Leitung

fuldatr

Reklamen- «nd Anzeigenteil.

L

SalemAleikum

Fabrik- Ansicht

Aus dem Nachbargebiete.

— Alsfeld. 22. Sept. 1910. Sonntag den 2. Ok­tober findet hier eine Zusammenkunft sämtlicher Zweigvereine des Vogelsberger Höhen­klubs statt. Die Einladungen sind bereits ergangen. Die Vereine sollen sich nachmittags gegen 3 Uhr in dem benachbarten Liederbach treffen, von da wird gemeinsam nach Alsfeld marschiert Der Alsfelder Zweigverein wird den Vereinen, die auf dem rot­weißen Band anmarschlert kommen, eine größere Strecke Wegs entgegengehen. In Alsfeld findet gegen abend zu Ehren der Gäste großer Fest-Komniers statt.

A Marburg, 21. Sept. 1910. Ein eigenar­tiger Konflikt ist zwischen der hiesigen Orts­krankenkasse und der Regierung zu Kassel als Auf­sichtsbehörde ausgebrochen. Die letztere hat nämlich die für Vertretung bei Kongressen gezahlten Gelder, sowie die Entschädigung für einen Bericht über das 25jährige Bestehen der Kasse und Revisionsgebühren, insgesamt 495 Mark, als zu Unrecht ausbe­zahlt bezeichnet und den Magistrat als nächste Aufsichtsbehörde ersucht, sich das Geld zurückbehalten zu lassen. Als der Magistrat diese Weisung ausfüh­ren wollte, hat der Vorstand der Ortskrankenkasse die­sen beim Bezirksausschuß zu Kassel, dessen Vorsitzen­der, der Regierungspräsident, bekanntlich auch zugleich die oberste Aufsichtsbehörde der Ortskrankenkasse ver­tritt, verklagt. Gestern abend beschäftigte sich eine stark besuchte Generalversammlung der Ortskranken­kasse mit der Angelegenheit. Nachdem alle Bemühun­gen des Magistrats, dm man als dm schuldigen Tell bezeichnete, die Angelegenheit in dessen Sinne zu regeln, gescheitert waren, nahm man eine Resolu­tion an, in welcher das Ansinnen der Auffichtsbe- hörde, die Vorstandsmitglieder regreßpflichtig zu ma­chen, abgclehnt und nochmals die Genehmigung zu den beanstandetm Ausgabm gegeben wird. Man ist allgemein gespannt, wie die Sache jetzt verläuft.

* Von der Werra, 21. Sept. 1910. Der Stock­macher Sippe! in Lindewerra errettete das Dienst- mädchm Trautsch, das in selbstmörderischer Absicht in die Werra gesprungen war, unter eigener Lebensge- fahr. Für diese mutige Tat spricht der Regiemngs- Prästdent zu Erfurt ihm seine Anerkmnung aus und bewilligt ihm eine Belohnung von 30 Mark.

* Schweinfurt, 21. Sept. 1910. Ein mit drei Herren besetztes Automobll fuhr auf der abschüssigen

Handel und Industrie.

* Saatenstand in Preußen.

Saatmstand in Preußen per M i t t e S e p t e m- 6 er, wenn 2 gut und 3 mittel bedeutet: Kartoffeln 3.0 (im Vorjahre 2.5), Zuckerrübm 2.4 (2.8), Klee 2 3 (3.0), Luzerne 2.3 (2.9), Nieselwiesen 2.3 (2.7) und andere Wiesen 2.5 (3.0). In den Bemerkungen der .Stattstischen Korrespondenz" heißt es unter an­derem: Im Berichtsmonate regnete es fast täg­lich, abgesehm von einigen recht schönen, sonnigen Tagen, die den, Reifm der Früchte und dem Em- bringen der Emte sehr dienlich waren; doch manches ist nicht ganz trocken unter Dach kommen. Viel Som­mergetreide, zumal spät gebautes, steht noch auf dem Halme; hauptsächlich ist Hafer vielfach noch nicht reif; soweit Probedrüsche vorliegen, soll er schlecht scheffeln. Der in den Mandeln stehende Hafer zeigt viel Auswuchs. Auch die anderen Halmfrüchte ent- sprechen den Erwartungen nicht. Viel Korn ist auf dem Felde ausgefallen. Von den Ackerbohnen be­fürchtet man, daß sie vielfach grün abgeerntet werden müssen. In vielen Berichten, hauptsächlich aus den westlichen Landestellen, wird das Auftreten der Mäuse als geradezu verheerend bezeichnet; Ver­tilgungsmittel waren nahezu erfolglos, lieber den Ernteausfall der Kartoffeln genügt es, kurz zu fugen: Starke Fäulnis überall. Damit sind über­wiegend frühe und mittelspäte Sorten gemeint, wah­rend Dmierkartoffeln noch nicht allgemein von Fäulnis betroffen sein dürsten. Bei längerer Dauer des gegen­wärtig herrschenden schönen Wetters ist auf eine ge­deihliche Entwicklung der Winterkartoffeln zu rech­nen. Nicht selten wird über Blattroll- und Kräusel­krankheit, vereinzelt auch über Schwarzbeinigkeit, ge­klagt. Zuckerrüben sollen wenig unter der Nässe gelitten haben und stehen sehr üppig im Kraut; ihre Wurzeln werden gleichfalls nicht ungünstig beurteilt. Der Zuckergehalt soll vielfach dem Gewicht nicht ent­sprechen. Eine weitere Folge der vielen Nieder­schläge ist die starke Verunkrautung der Hackfrüchte. Grummet und Klee sind teilweise überhaupt noch nicht gemäht. Von dem Gemähten ist manches minder­wertig ober verdorben. Trotzdem muß die Ernte als recht günstig bezeichnet werden. Größer sind die Verluste bei Wiesen, doch scheint das sehr üppige Wachstum die Verluste wieder wettgemackt zu haben. Die Verzögerung der Ernte hat eine Verspätung bet Herbstbestellungsarbeiten zur Folge.

Für ben Regierungsbezirk Kassel lau­ten die Noten: Für Kartoffeln 3,6, Klee 2,3, Lu­zerne 2,1, bewässerte Wiesen 2,1, andere Wiesen 2,3. — Der Reichsdurchschnitt für Kartoffeln be­trug 3,1, gegen 2,8 im Vormonat und 2,5 im selben Monat des vorigen Jahres. Nur einmal, und zwar 1904, war die Note für Kartoffeln mit 3,4. geringer als in diesem Jahre. Im 10jährigen Durchschnitt lautete fie, 2,7, Luzerne, Klee und Wiesen wiesen da­gegen einen günstigeren Staab auf als den 10jährigen Durchschnittsstand, der etwa 2,7 betrug.

vermischtes.

♦ Eine Revolte im Gefängnis spielte sich zu Landsberg a. d. Warthe ab. Drei Gefangen« drangen auf einen Gefangenenaufseher ein und er­würgten ihn. Di« Mörder sind in der allgemeinen Verwirrung, die der Vorfall verursachte, geflüchtet.

* Im Park von Sanssouci brach aus dem Grund­stück der königlichen Gartenintendantur, unmittelbar neben dem Lordmarschallhause, ein Brand aus, der sich rapide ausdehnte und das Lordmarschall­haus, das zurzeit Friedrichs des Großen erbaut wurde, in ernste Gefahr brachte. Dank dem energi­schen Vorgehen der Feuerwehr gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken.

* Ein Heilmittel gegen Cholera will der frühere Landesfanitätsinspektor Ola in Budapest gesun­den haben. Durch seine Anwendung werde die Sterblichkeit bei der Seuche, die jetzt 60 pCt. be­trägt, auf fünf pCt. verringert ______

; Jß 218.

greitag »et 25. September 1910.

37. Jahrgang.

Sind Sie Cisureltenhenner ?

Dann sind die Nachahmungen der Salem Aleikum für Sie wertlos.

Einen wirklichen Genuss haben Sie nur von der echten. Lassen Sie sich nicht durch ähn­liche Stempel täuschen und überzeugen Sie sich, dass der Druck auf der Hülse lautet:

Straße von etlichen nach Werneck gegen etne TAe- araphenstange. DaS Automobll wurde vollständig zertrümmert Die Insassen wurden herauSgeschleu- bert unb teilweise schwer verleg

♦ Bllbel, 21. Sept. 1910. Bei der gestrigen Ge­meinderatswahl wurden die Kandidaten der sozial- demokrattschen Partei gewählt. Die Genossen haben nunmehr 8, die Bürgerpattei nur noch 4 Sitze

• Nierstein, 22. Sept 1910. Hier überfuhr em Automobil das fünf Jahre alte Kind des Taglöhners Matthias Ulttch, das bewußtlos liegen blieb. Das Kind hat einen Schädelbruch erlitten.

* Wiesbaden, 21. Sept. 1910. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die neue Kurtaxe ein Fiasko gemacht hat. Die Einnahmeziffern daraus werden schon fett mehreren Monaten nicht mehr veröffentlicht, well sie hinter dem Voranschlag ganz bedeutend zu- rückbleiben, und auf den Frembenbesuch hat dte Kur- faxe zweifellos ungünstig eingewirtt. Bei ihrer Ein­treibung stoßen die Erheber auf unerwartete Schwie­rigkeiten, da man auf alle Arten die Kuttax-Ordnung zu umgehen sucht. In einer der nächsten Stadtver- ordnetensttzungen wird eine nochmalige Durchberatung der Kuttax-Ordnung vorgenommen werden; auch soll, wie es heißt, die Frage erörtert werden, ob es für Wiesbaden nicht vorteilhafter wäre, die Taxe gänz­lich abzuschaffen und eine neue Einnahmequelle der Stadt zu erschließen.

♦ Aus dem Sauerlande, 20. Sept. 1910. Im Sauettande wird gegenwättig folgender Ketten- oder Schneeballbttef verbreitet: „Göttliches Herz Jefu, erbarme dich der ganzen Menschheit. Bewahre sie vor jeder Gefahr durch dein heiliges kostbares Blut, lehre uns, dich zu lieben. Amen. Dieses Gebet ist mir zugeschickt, um es weiter zu schicken. Ich bitte Sie deshalb, dieses Gebtt abzuschreiben und weiferzu- schtckm. Aber gleich am Empfangstage muß dieses geschehen und die darauffolgenden acht Tage jeden Tag eins schreiben, bis neun geschrieben sind. Es wirb gesorgt, baß allen, bie dieses tun, eine große Freude zu tell wird. Während der neun Tage kön­nen Sie es wünschen, und Sie werden es erhalten. Das Blatt barf nicht unterschrieben werben, also kei­nen Namen nennen. Bitte bie Kett- nicht zu brechen unb nie vergessen, das Gebet täglich zu beten/ — Das ist ein Unfug, gegen den sich Pfarrer Dorn- feiffer in Eslohe in folgender Zuschrift wendet: „Gegen das Gebtt als solches ist nichts einzuwenden; aber wer gab den Auftrag dazu? Gegen die Nach- schttft muß entschieden protestiett werden; es ist nichts als Aberglaube und Betrügerei. Man halte sich an solche Gebetsformulare, die kirchlich approbiert sind. Schon die Geheimniskrämerei, daß „man keinen Namen nennen", „die Kette nicht brechen solle", „wäh­rend der neun Tage könne man wünschen, und man werde es erhalten", muß den Leser nachdenflich machen."

* Würzburg, 21. Sept. 1910. Vor dem Schöffen­gericht stand gestern der Redakteur des ,Fränk. Volksblattes^, Page, wegen Beleidigung des Freidenker-Agitators Kaufmann August Schulte in Köln. Dieser fühlte sich beleidigt durch folgenden Artikel in Nr. 75 des ,Fränkischen Volksblck vom 4. April 1910:

„Ein feiner „Freidenker" ist der erste Vorsitzende des Freidenker-Verbandes für Rheinland-Westfalen, August Schutte (Köln). Er, der sich in Beschimpfungen der „Pfaffen" und der Kirche nicht genug tun kann, mußte sich auf dem Gerichte nachweisen lassen, daß er Heiligenbilder verkauft und sich sogar um die erz- bischöfliche Approbation bemühte. So machen es die Herren. Von der Kirche wollen sie nichts wissen, aber von dem Selbe der Gläubigen, deren Religion man verspottet, sich zu mästen, finden sie nicht unter ihrer Würde."

Nach kurzer Beratung wurde Redakteur Page freigesprochen und die Kosten dem Privat­kläger aufgebürdet. In der Urteilsbegründung wird betont, daß der Redakteur sich auf ein rechts- kräftiges Urteil gestützt habe. Für den Privat­beklagten habe das Urteil für richtig gelten müssen, bis ihm das Gegenteil vollwertig nachgewiesen würde. Im gegebenen Falle sei der W a h r h e it S - beweis erbracht.

fühmngen, bezw. lebende Silber, — 7 Parameitten- Ausstellungen, darunter die zu Bingen am Rhein mit dem großartig verlaufenen kirchlichen Missionsfeste auf dem Rochusberge, an welchem sich die Bewohner des Rhein- und NahegaueS zahlreich bttelltgten. Der Misstonsandachten mit Predigt fanden 8 statt, dazu die ungezählten Betstunden, welche die Verttnsmit- glieder im Geiste des Apostolates fteiwillig halten. Die imposante Versammlung des Frauen-MisstonSver- ttns im Bamberger Hose zu Augsburg bei Gelegen­heit des Katholikentages lenkte die öffenlliche Aufmett- famkttt auf das Wert, zumal der Vertreter desselben beim hl. Stuhle, Monsignore Lohninger, den Dank des hl. Vaters überbrachte für die Dimste, die es der hl. Kirche leiste, und auf bas ehrenvolle Apostolische Breve vom 24. Mai d. Js. hinwieS, durch welches der Vereinigung nicht nur außerordentliche Privile­gien, sondern auch die endgültige Festigung und Be­stätigung vettiehen wurde. —

Bei der ausgezeichneten Organisatton, die den Hochwürdigsten Bischöfen untersteht und ben hervor- ragenben Ergebnissen, ist mit aüen Kräften darauf hinzuarbeiten, daß dieser Verttn sich weiter aus- breite, zumal bei dem so geringen Beittag von nur 25 Pfennig jährlich alle katholischen Frauen und Jungfrauen — reich und arm — sich daran beteiligen können; die Vereinigung könnte leicht Millionen Mit­glieder zählen, wenn jede Pfarrei sie fördern, jede katholische ffrau und Jungfrau bas kleine Scherflein jährlich bitten wollte, bas boch leicht zu erübrigen ist. — Steter Tropfen höhlt den Stein!

Aufschluß erteilt Baronin Haxthausen-Fulda, woselbst auch auf bie Vereinsschrift „Stimmen aus ben Missionen" (Preis 1,40 Mk. pro Jahr) abonniert werben kann.

Einige Neubildungen, besonders Hebelgriffe privater Vereine, welche die Aktion des Frauen« Missions-Vereins zu schädigen drohten, veranlaßten den Vorstand zu einer Eingabe an die Bischofs- konferenz in Fulda. Darauf ging nachfolgendes Antwortschrttben ein:

Dem Vorstände der Missionsvereinigung katho­lischer Frauen und Jungttauen erwidern wir auf die Zuschrift vom 14. d. M., daß wir dem Wirken dieses Vereins unsere volle Anerkennung bezeugen und seine segensvolle Arbeit in unseren Diözesen immer mehr gefördert sehen wollen.

Daher können wir die Neubildungen für ähnliche Zwecke wegen der Zersplitterung der Kräfte nicht billigen.

Fulda, den 24. August 1910.

Die am Grabe des hl. Bonifatius ver­sammelten Erzbischöfe und Bischöfe.

I. A.

(gez.) G. Kard, Kopp.

2. Wff. _ • - druck unb Verlag bet Zuldaer Acttendruckerel in Selbe.

— Unangenehme Eröffnung. Junger Mann (einem Dienstmann einen Liebesbrief übergebend) „Aber so schreiben Sie sich doch die ziemlich komp- lizierte Adresse des Fräuleins auf!' — Dienstmann: „Js nich nötig, da vorne hat mir 'n junger Mann ooch 'n Bries an dasselbe Fräulein 'geben!'

Orient. Tab. & Cigart.-Fabrik Xcniike, Iah. Buge Zktz Dresden.

Preise:

Nr. 3'/. 4 5 6 8 10 3*/i 4 ö 6 8 10 H

Deutscher Reich.

* Ein schönes Urteil über die Altöttinger Rede des Prinzen Ludwig findet sich in Nr. 37 der „Allgemeinen evangelisch-lutherischen Kirchenzeitung", des orthodox-lutherischen Haupt- organs. Das Blatt schreibt:

„Prinz Ludwig hat ein schönes, frommes Be- kenntnis für seinen Glauben abgelegt, für das er nur Hochachtung verdient: Man fetze statt „kathottsch" das Wort „evangelisch", unb jeder evange- lische Fürst hätte es aussprechen können, und man hätte sich über das mutige Wort gefreut. Warum aber soll, was einem evangelischen Fürsten für seinen Glauben erlaubt ist, einem katholischen für seinen Glauben ver­sagt werden? Aber es ist schmerzlich zu sehen, nne bte (liberale) Presse nur bittere Empfindungen und Proteste hat, sobald ein deutscher Fürst als frommer Fürst sich bekennt. So ging esjüngst dem Kaiser, al? er seine Krone vor Gott nieder legte und bemertte, nur ein Instrument Gottes zu sttn, so jetzt dem bayerischen Prinzen, weil -r warme Worte für seine Religion fand. Und doch müßte das deutsche Volk nur dankbar fein, so lange es noch fromme Fürsten hat." , .

Wie unsäglich niedrig war dagegen das giftige Gekeife, womit die toleranztriefende liberale Presse die Worte des Prinzen besudelten!

# Karlsruhe, 22, Sept. 1910. Unsere derzeitigen Minister wurden anläßlich des silbernen Ehejubiläums des Großherzogspaares mit^ hohen Qrdensaus- zeichnungen dekoriert. Großblockblätter schlagen daraus politisches Kapital und bemerken eigens, daß der „vom Zenttum gegenwärtig so scharf be­fehdete" Minister Freiherrn von Bodman das Groß­kreuz vom Zährmger Löwenorden erhielt. Das „Heidelberger Tagebatt" meint sogar : „Man darf in diesen Auszeichnungen eine auffällige Vertrauens­kundgebung unseres Landesherrn für seine heutigen Ratgeber erblicken." Es muß demnach bei der Groß­blockpresse alles zum Besten des Großblocks bezw. der Sozialdemokratie dienen, sogar die Ordensver­leihungen. Der Gedankengang des Heidelberger Großblockorgans ist von Bodman wohl der: Seht, derselbe Minister, der die Sozialdemokratie eine groß­artige Bewegung zur Hebung des 4. Standes genannt hat, und der deshalb von vielen Seiten Proteste er- fuhr, erhält einen außerordentlichen „auffälligen" Vertrauensbeweis seines Fürsten durch Verleihung des Großkreuzes vom Zähringer Löwenorden. Also!--

Wir wissen nicht, ob auch andere Leute dieser Sti umnngsmache Geschmack abgewinnen. Wir halten sie für äußerst geschmacklos. Daß die Minister bei diesem Jubiläum dekoriert wurden, war voraus­zusehen und ist die selbstverständlichste Sache von der Welt. Nehmen wir z. B. an, Minister v. Bod­man wäre bei der Dekorierung übergangen worden, oder das ganze Ministerium, so wäre das unter den obwaltenden Umständen äußerst auffällig und gerade­zu ein Wink gewesen, zu gehen. Wenn die Groß­blockblätter die Großblockpolitik selbst in das „Ordens­wesen" hineintragen wollen, bann erweisen sie jenen, welche mit der Sache zu tun haben, wahre Bären- dienste.

-e. Die Missionsverein igung katho­lischer Frauen unv Jungfrauen.

Vor mir liegt der Jahresbericht der Missionsver­einigung kath. Frauen und Jungfrauen, und ich nmß gestehen, das Ergebnis desselben ist ein ehrenvolles Zeugnis für die geschloffene Tätigkeit unserer kath. Frauen. Da sehe ich eine rege Missionsarbeit, Frauen aller Kreise und Stände in eifrigem Wettbettieb zum Besten der Missionen! Ich finde da auserlesene Na­men, deren Träger Jahrzehnte hindurch als wahre Kämpen für die Kirche das Schwert des Glaubens schwangen. Uber 117600 Mitglieder zählt die Vereinigung, die nach Diözesen organisiert, sich über ganz Deutschland ausgebreittt hat und doch leider noch zu wenig bekannt ist.

Ihre Jahreseinnahme bezifferte sich 1909- 10 auf 70 871 Mart, nicht eingerechnet den Wert der nach den Missionen gesandten Paramente und kirch­lichen Gerätschaften, welche zu 58,982 Mark taxiert wurden. Wtt zählten z. B. 4 komplette Tragaltär-, 24 Kelche, 13 Ciborten, 8 Monsttanzen, 1 Tabernakel mit Altarbild, 2 große Statuen für Altäre, 44 Altar- leuchter, 2 Kirchen-Harmonium, Chorlampe, Weih- wassertessel usw. und über 260 Kasein und Alben, an 13 Pluviale und Kapellen und eine Fülle kirchlichen Leinens. Einschließlich unserer 17 Kolonialmissto­nen, welche in besonderer Weise Unterstützung sanden, wurden 89 Missionen in allen Erdteilen — auch jenen in der deutschen Diaspora-Hülse gereicht; zu 379 Sau­fen wirkte die Vereinigung mit, teils durch Ueber- nahme der Patenschaft, teils durch Loskauf von Htt- denkindem. Bei den Kopten unterhält sie die Schule St. Bonifatius; die Aussätzigen-Heime in Indien, die deutschen Misstonsunternehmungen in Japan und Korea fanden Unterstützung; in alle Länder fielen die Segensttopsen dieses schönen Wertes nieder.

Eine rege Propaganda verhalf ihm zu diesen Er­folgen: 41 Misstonsvorttäge — größtenteils unter Anwendung von Lichtbildern — wurden von der Ver­einigung veranstaltet; ferner kleinere theatralische Auf-

■ vermie- i

JU O I» > S ten.

___________Schulstrafte 3. • Zwei tnöbl. Zimmer zum 1. Oktober an zwei Schü­ler mit voller Pension zu ver­mieten. Näheres [4775

Schweinemarkt 3.

Im Weben bewanderte

Mädchen

sucht, [4724

WkvZsus Weber,

Mechanische Weberei.

fch°L' ootlj. Küsset in Eichen hat preiswert abzu- geben [2030

H. Uthmann, Schreinermeister,

Nässet. Bergstraße 1.

Sanella

r a ? P**- Namenszug des Erfinders Geh Medizinalrat

t Oscar Liebreich in blauer Schrift ist das

Kennzeichen jeder Originalpackung der einzig

M dastehendenJvUiddmild,.Pfl<3ruen.Mdrg(3rine fSÄNELLA' welche unter

dem Sdiutze /äV a T*x ______

des D.R.-P-

Nr. lOO Qll

— allein von uns ÄgjglKsiä

hergestellt wird —

In einschlägigen Geschäften erhältlich.

m.bK,Cleve.

iSANELLA

Gut Ahlersbach bei Schlüchtern verkauft freibleibend erstlassiges

WintertaseW sowie Kochobst

zum Preise von 8—16 Mk. pro Ztr. ab Station Schlüchtern und bei größerer Sammelbe­stellung zum gleichen Pretse frei Wohnung Fulda. [2015

Schmiedegeselle

zum sofortigen Eintritt gesucht. A. Bernhard, Schlachthausgasse Str. 11.

Einen ledigen

Pferdeknecht sucht [2024

Walter, Kohlharts.

Tüchtiger

SMergeftle gesucht. [4992

Th. Helmke, Franksurterstr.

ctsaW Jbesbe flüssige Metall* putz reinigt iLpiitzi Metalle