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Zeitung

" Tuldaer

(4- 4 )

Sept. 203.75

per 1000 Kilogramm.

Reklame«- und Anzeigenteil

©ine rationelle Kiuderuahrnug muß haltbar und immer gleichmäßig fein, darf leine unverdauliche Stärke enthalten und der Zubereitung leine Schwierigkeiten bieten, muß ausgiebig und billig, sowie nicht nur nahr­haft, sondern auch wohlschmeckend sein.' Alle diese Be­dingungen erfüllt „Stuf et e", welches nicht nur für ge­sunde, sondern auch für kranke Kinder die beste Nahrung bildet.

Danzig Berlin Frankfurt München

Hafer

156 (— 5 ) 172 (— 4 ) 167‘M— ) 168 (+ 6 )

216 ( — ) 160

M 216.

Mittwoch txn 21. SipKmber <910.

37. Jahrgang-

— Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. - - Mebl: rubia. — Es notieren nach Qualität-. Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 31.50—32.00 Mk., südd. Nr 0° 31 50-32.00 Mf„ hiesiges Nr.l 29.50 30.00 M., süddeutsches Nr. 1 29.50 - 30.00 M., hiesiges Str. v 26.50 - 27.00 M., süddeutsches Nr. 3 26.50—27.00 M., hiesiges Nr. 4 22.50—23.00 M., süddeutsches Nr. 4 22.50-23.00M.— Roggenmehl,hiesiges,Nr. 0 24.2c> bis 24.75 M., do. Nr. 01 23.25—23.75 M., do. Nr. 1 22 25—22.75 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futtermittel:stetig. — Weizenschalen 9.50 bis 9.75 M., Weizenkleie 8.75—9.00 M., Roggenkleie 8.75—9.25 M., Weizen-Futtermehl 14.50—14.7o M, Biertreber, getrocknet, 12.75—13.00 Ält., Malzleime 12 50-1255 M, Rapskuchen 12.25-12.75 M, Palm-, kuchen 12.00-12.25 M. Alles per 100 Kilo netto effek­tiv loko hier bei Abnahme von 10900 Kilo.

Aus dem Nachbargebieie.

* Saasen bei Grünberg (Oberhessen), 19. Sept. 1910. Mit der Einweihung unserer neuen Gememdeschnle wurde eine Gedenktafel an Jakob Konrad Justus, den sogen. Kalender­mann vom Veitsberg, enthüllt. Justus wurde 1708 als Sohn eines Hutmachers in Grünberg (Hessen) geboren, wirkte auf dem nahen Deits- berg von' 1734—1785, beschäftigte sich viel mit Sternkunde und verfaßte volkstümliche Kalender.

* Roth, 19. Sept. 1910. Ein Einwohner un­seres Dorfes brachte 10 Aepsel feiner Obsternte auf den Markt der Marburger Obstverkauss-Vermitt- lungsstelle, von welchen jeder über ein Pfund wiegt.

* Ried, 19. Sept. 1910. Vor Beginn des Gottesdienstes wurde heule morgen der Küster in der Kirche von einem tödlichen Schlaganfall be­troffen. Kinder fanden den bereits Verschiedenen in der Kirche am Boden liegend.

X Kaffel, 19. Sept. 1910. Die schon längere Zeit geplante Ueberlandzentrale für Nieder­hessen scheint der Verwirklichung nahe gerückt zu sein. Unter dem Vorsitz des Henn Landrats von Pappenheim fand abermals eine Versammlung statt, an der auch der Präsident der Landwirtschaftskam­mer und ein Regierungsvertreter teilnahmen. Die Kraft soll aus dem staatlichen Werke, das in Hann. Münden durch die im Bau begriffene Eddertalfpene und die geplante Diemelspene reguliert werden soll, entnommen werden, vorausgesetzt, daß die Strom­preise und sonstigen Liefemngsverhältnifse entspre­chend sind. Da jedoch das staalliche Werk in frühe­stens 4—5 Jahren fertig ist, sollen mit der Stadt Kassel Verhandlungen weiter gepflogen werden, welche für diese Zeit durch ihr voraussichtlich im Herbst vol­lendetes Elektrizitätswerk den Strombezug ermöglichen soll. — Gegen das Ti ey' s ch e W ar enhau s, des­sen Grundmauern gerade aus der Erde emporsteigen, richtete sich eine Vorbesprechung einer größeren Anzahl der Hauptintereffenten, selbständige Kaufleute der ver­schiedensten Geschäftszweige. Es wurden die Gefah­ren der Warenhäuser und die Abwehrmittel gegen sie besprochen und eine starke Gegnerschaft gegen das Konkurrenzgeschäft beschlossen. Weitere Abwehrver- sammlungen sollen folgen. Der Bauplatz für das rie­sige Unternehmen kostet allein über 1 Million Mark.

♦ Fritzlar, 20. Sept. 1910. Von neuem ist im nahen Wich darf der Typhus ausgebrochen, nach­dem er im Frühjahr erloschen schien.

* Eisenach, 19. Sept. 1910. Die Wahl des Oberbürgermeifiers Schmieder ist nunmehr amtlich bestätigt worden mit der Maßgabe, daß die Wahlzeit 12 Jahre beträgt.

♦ Erbenheim bei Wiesbaden, 20. Sept. 1910. In Gegenwart seiner Angehörigen erschoß sich in seiner Wohnung der 64jährige Jagdaufseher Koch. Das Motiv der Tat ist in einem Urteil zu suchen, das die Wiesbadener Strafkammer gegen ihn ausge- sprachen hatte. Koch war nämlich zu 100 Mark

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 203.75 (4- 1.25), Budapest Ott. 169.55 (— 2.55), Paris Sept. 225.90 (+ 0.30 , Liverpool Ott. 164.30 (— 1.50), Chicago Sept. 148.80 (4-1.85). Roggen: Berlin Sept. 149/75 i-f- 1.25). Hafer: Berlin Sept. 147.75 (— 1.25) Mk.

198 ( — 1 ) 147 ,

206 ( - l'j.) 152»/, (-2‘/i)

2. Blatt.

vrva lag der znldaer Akttensruckeret in znlda.

vermischtes.

* Pech hatte ein kühner „Sprungkünstler" in B er- l i n Der angebliche Schauspieler Heinrich Buch- ührer, ein geborener Oesterreicher und schon in sei­nem Heimatlande mit schwerem Kerker bestraft, er­schien eines Tages in einer Berliner .Pension und wollte angeblich zwei Zimmer mieten. Als er sich unbeobachtet glaubte, entwendete er eme silberne Handtasche. Der Diebstahl war icdoch von einem Dienstmädchen beobachtet worden, die sofort aus ~ei= bestraften „Hilft, Diebe, Räuber' ries und die Tur von außen zuschloß. Kurz entschlossen schwang .ich der Dieb aus dem im 1. Stockwerk gelegenen Fenster und hatte das Glück, unversehrt unten unzulangen. Der im Erdgeschoß wohnhafte Kaufmann Schefsecke war nicht wenig erstaunt, als plötzlich, wie aus den Wolken gefallen, ein Mensch vor seinem Fenster stand. Als er auf ihn zuging, in der Absicht, ihn festzuhalten, stürzte der Angeklagte auf ein Parterrefenster zu und war im nächsten Augenblick mit einem mächtigen Satz durch die Scheibe hindurchgefprimgen, ebenfalls ohne sich die geringsten Verletzungen zuzuziehen Es, ge­lang jedoch noch, ihn festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Das Schöffengericht, das jetzt gegen den Dieb verhandelte, erkannte mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte ein äußerst gemeingefährlicher inter­nationaler Hoteldieb sei, auf zwei Jahre Gefängnis.

♦ Infolge von Verleumdungen, die klatschsüchtige Personen einer Frau in Trier über ihren Mann hintcrbracht hatten, ging die Frau mit ihren Kindern ins Wasser. Die Leiche der Frau ist bereits gefunden, die der Kinder noch nicht.

* Von der Zugspitze abgestürzt ist der Musik- studierende Guphe aus München. Der Verun­glückte war trotz der Warnungen seiner Begleiter in eine Schneerinne abgestiegen; dabei kam er ins Rol­len und stürzte ungefähr 150 Meter ab. Die Rettungs- expedition fand den Abgestürzien als Leiche auf und brachte ihn nach Garmisch, wo die Braut des Verun­glückten ihren Verlobten, mit dem sie in achten Tagen zum Altar treten wollte, erwartet hatte

* Ins Zuchthaus gewandert ist wieder einmal ein amerikanischer Millionär. Der frühere Sekretär und Schatzmeister einer Zuckerraffiniere Charles R. Heike, wurde durch das Bundesgericht zu acht Monaten Zuchthaus und 20 000 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er die Regierung durch falsche An­gaben über das Zuckergewicht Betrogen hat.

— Erklärt. „Warum hast Du denn noch immer nicht um Fräulein Irma angehalten?* — »Habe noch immer keinen Anhaltspunkt finden können."

Weizen Roggen

202 ( — 3 ) 145'/, (—IV,)

— ----- (- ?)

Geldstrafe verurteilt worden, weil er zwei Tage nach Schluß der Jagd noch einen Hasen geschossen batte.

* Würzburg, 19. Sept. 1910. Di-von verschiede­nen Blättern gebrachten Meldungen über Unglücks- fäHe 6ei dem diesjährigen Manöver de--zweiten Armeekorps sind falsch. Bei dem zweiten Armeekorps hat sich überhaupt kein größerer Unfall ereignest Die Nachricht über den Todessturz des Erretten Bahrin- aer ist unrichtig, desgleichen die Nachricht, daß ein Artillerist bei Klein-Eibstadt durch ein Geschütz er­schlagen.-worden sei, vollständig unbegründet Zu- terffenb ist, daß dort ein Pferd das Genick gebrochen und zwei Pferde sich verletzt haben.

dies geschehen fein; ja sogar das in ganz Deutschland eingeführte Kolpingsliederbuch wurde von der Polizei visitiert, und dies geschah alles nur deshalb, „um zu wissen, wenn es etwas geben sollte", wie sich ein Polizeibeamter ausdrückte.

fi Köln, 20. Sept. 1910. Unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden, des Abg. Marx (Düsseldorf), fand hier die Herbsttagung des Pro­vinz i a l a u s s ch u s s e S der Rheinischen Z e n tr u m s- Partei statt. Sie beschäftigte sich mit der Neu­regelung der Parteifinanzen, die in Zukunft au breitester Grundlage aufgebracht werden sollen und nahm bann nach eingehender Aussprache über die Schulfrage eine Resolution an, worin im Interesse der Bewahrung des religiösen Sinnes der Bevölke­rung die obligatorische Erteilung des Religions­unterrichtes in Fortbildungsschulen für dringend notwendig erklärt wird.

Ausland.

* Auch in der englischen Baumwollindustrie droht bekanntlich ein riesiger Kampf. Eine Massenversamm­lung von Mitgliedern des Verbandes der Baumwoll- fpinnereibesitzer hat beschlossen, daß sämtliche dem Verbände angehörenden Spinnereien am 1. Oktober geschlossen -oerden sollen, falls bis zu diesem Termin die Streitigkeiten in einer Spin­nerei in Oldham, deren Arbeiter den gegenwärtigen Zwist verursacht haben, nicht beigelegt sind. Von diesem Beschluß würden über hunderttausend Arbeiter bettoffen werden.

• Griechenland. Die tausendjährige Geschichte Griechenlands ist nicht arm an National- Helden. Das Hellenenvolk hat von jeher das Be­dürfnis gehabt, in einem hervorragenden Volksge­nossen feine eigenen Vorzüge und Schwächen zu

Kurier Getreide-Wochenbericht der Preisberichtssteüe des deutschen Landwirtschafts, rats vom 13. bis 19. September 1910.

Die durch große Weltverschiffungen und durch d-.e Nachgiebigkeit des russischen Angebots hervorgerut,te flaue Stimmung behielt während des größten -rettes der aigtwjifenen Woche die Oberhand, umsomehr als Frankreich mit neuen Anschaffungen zurückhielt. Lag in der schwächeren Haltung des Weltmarktes an sich schon ein Anlaß zur Vorsicht für die französischen Importeure, so kam noch hinzu, daß in letzter Zett wohl mehr Material aus der eigenen Ernte zur Ver­fügung stand. Auch die Ungewißheit hinsichtlich der viel erörterten Zollfrage scheint augenblicklich lähmmd auf das Geschäft einzuwirken. Alles das ändert aber nichts an der Taffache, daß Frankreich in starkem Maße auf das Ausland angewiesen bleibt, denn nach einer Schätzung des Müller-Verbandes soll die Weu zenernte etwa 73,3 Mill. Dz., also 24^ Mill. Dz. weniger als im Vorjahre betragen, wahrend der Jahresverbrauch auf etwa 100 Mill Dz. zu veran­schlagen ist. Wenn ttotz des Fehlens neuer franzö­sischer Käufer in den letzten Tagen wieder eine festere Tendenz zum Durchbruch kommen konnte, so hing dies mit dem Umstande zusammen, daß das russische Angebot plötzlich zurückhaltender wurde und auch die Donauosserten mehr Festigkeit erkennen ließen. Auch der Rückgang des Weiterportes von 449 000 auf 431000 To. blieb nicht unbeachtet. In Berlin konnte der zeitgemäße 3 Mk. bettagende Verlust in den letz­ten zwei Tagen wieder eingcholt werden, und Sep­tember schließt sogar um 1% Mk. höher als vor acht Tagen, da für diefen Termin Deckungsbedürfnis vor­zuliegen scheint. Das Angebot aus der Provinz ist keineswegs reichlich und es hat sich bisher auch wenig Material zur Erledigung der Septemberlieferung ge­zeigt. Roggen hatte im Einklang mit Weizen zu­nächst matte Haltung, zumal günstiges Wetter die Befürchtungen wegen der Kartoffelernte verminderte und die Nachfrage für prompte Ware im Jnlande und an der Küste zu wünschen übrig ließ. Im Jnlande wirkte knappes Angebot einem nennenswerten Preis­druck entgegen, und auch hier war der Verlust gegen­über der Vorwoche, namentlich für spätere Sichten nicht erheblich. Haser ist zwar auch nicht stark ange­boten, aber doch nur in feinen Qualitäten gut verkäuf­lich. Ebenso ist int Braugerstegeschäft nur für gute Ware Kauflust vorhanden. Russische Gerste war durch starke Zufuhren, deren Qualität bemängelt wird, ge­drückt, zum Schluß aber wieder fester gehalten. Der Verkehr in Mais blieb bei billigeren Preisen eng be> grenzt.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000’Rilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefugt tfl wie folgt:

Deutscher Reich.

__Deutsche Bauernbund, die bekannte liberale die dem Bund der Landwirte das Was- ftr abgrab'en soll, hat cs für nützlich gehalten zur Rleischversorgungssrage Stellung zu nehmen. Seine Korrespondenz verbreitet folgende Resolution, die fein Ausschuß einstimmig angenommen habe:

Der Deutsche Bauernbund steht entschieden auf dem Standpunkt des Zollt ar i fes des Jahres 1902 und der lausenden Handelsverträge. Er erklärt ausdrücklich, daß er eine Herabsetzung der Getreidezölle ebensowenig als angängig erachtel wie eme Herabsetzung der Vieh- und Fleifchzölle, oder eine Minderung des Seuchenschutzes.

Die „Franks. Ztg.", die meint, bet, Bund der Landwirte werde in dieser Erklärung einen Verrat erblicken ,da er ja selbst höhere Zölle verlange, sieht sich in einer späteren Ausgabe genötigt, gegen tyre liberalen Freunde zu polemisieren, die sich seht er­staunt stellen uno zwischen der Haltung des Bauern­bundes und derjenigen des Bundes der Landwirte einen Unterschied nicht herauszusinden vermögen Wie verteidigt den liberalen Bauernbund. Uns scheint dessen Haltung in der Tat nicht überraschend, denn er kann gar keine andere Stellung einnehmen, wenn er auch nur im bescheidensten Maße die Landwirte einfangen will Dazu ist die Notwendigkeit unserer Schutzzollpolitik doch zu allgemein anerkannt, besonders in ländlichen Erwerbskreisen.

* Der staatsgefährliche deutsche katholifche Ge- sellenverem. Aus Usch (Bezirk Bromberg) schreibt man dem „Westpr. Vbl/: Sonntag, den 4. Septem­ber, feierte der hiesige katholische Gesellenverein unter reger Beteiligung der Brudervereine aus Schneide­mühl, Kolmat i. P. und Ezamikan sein Fahnen- weihefest. Die wohllöbliche Polizei zeigte für dieses Fest äußerst lebhaftes Interesse. 150 ehrbare katho­lische Gesellen mit ihren Freunden und Gönnern und ebensovielen Damen, welche am Feste sich beteiligten, mußten zur Auftechterhalttmg der Ordnung, sage und schreibe, von vier Schutzleuten überwacht werden. Da nun Usch nur über zwei Beamte der Sicherheit verfügt, so mußten noch zwei Landgendat- metie-Wachimeistet, einer sogar aus Schneidemüh' herangezogen werden. Warum diese übergroße Sorg­falt? Natürlich doch nur deshalb, weil die Versamm­lung, nach Ueberzeugung der Polizei, aus „staats­feindlichen" Katholiken bestanden haben muß. — Wurde denn auch die Protestversammlung des E v a n- g e l i s ch e n Bundes, die vor einigen Wochen hi et- selbst die Borromäusenztzklikahetzer oeraiistaltet haben, auch von vier Polizisten überwacht? 300 friedfertige katholische Bürget, die sich zu einet Fahnenweihe zu- fammengefunden haben, scheinen wirklich gefährlicher zu sein, als 700 Evangelische, die sich in einer über­wiegend katholischen Stadt durch Hetzreden aufpeit- schen lassen Hat sich die Polizei bei der Protestver­sammlung auch Notizen gemacht über die Ordnung und über die Reden, die unter freiem Himmel gehal­ten wurden? Beim katholischen Gesellenverein soll

Märkte.

* Frankfurter Getreidemarktbericht vom 19. Sept. Der heutige Wochenmarkt war fast geschästslos. Land- weizen wurde zu Mk. 20.50—60 offeriert, jedoch war der Weizen zu diesem Preise unverkäuflich. Hiesige Mühlen boten Mk. 20.15—25. Fremde Weizen waren zirka Mk. 2.50 per Tonne billiger offeriert. Roggen ist ebenfalls schwer verkäuflich, infolge dessen im Preise weiter nachgebend. Gerste in seinen Qualitäten über Notiz bezahlt. Hafer in neuer Ware zu Mk. 15.25 frei Frankfurt gehcmbelt. Mais ruhig. Mehl unver- änderl. Futterartikel stetig. - Es notieren nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 20.40—20 60 Mark, auf dem Lande abgeholt 19.40-19.75 Mark, kurhefsischer 20 40-20.60 Mark, norddeutscher 20.60—20.75 Mk., russischer Nlcolaieff 22.50—23.00 M., Saxonska 22.75—23.oO M., Ulfa 22 50-23.00 Mk., Azima 22.25-22 75 Mk., La Plata 22.75-23.25 Mk., rumän. 22.50-23.00 Mark, Walla Walls 22.75-23.76 M. — Roggen, hiesiger, 15.25 bis 15 40 Mk., auf dem Lande abgeholt 14.00—14.25 Mark, Pfälzer 00.00—00.00 M. — Gerste hies. 16.00 big 16 50 Mark., Pfälzer 16.50-17.50 Mk, fränkische 16.50-17.50Mk.,Riedgerftel6.75-17L5Mk., ungarische 22.25-24.00 M., russische Futtergerste 11.75—12.25 M. — Daser, alt. hies. u.Wetterauer 16.25—16.75 Mk., kur- hessttcher 16.50—17.50 M„ hager. 16.50—17.75 Mk,. La Plata 00.00—00.00 Mark, russischer 16.25—17.00 Mark. — Mais (Mixed) 00 00- 00.00 Mark, Donau- mars 14.40-14.75 Mark, La Plata 14.50—14.75 Mark, Odessa 15.50-15.75 M., russischer 15.50—15.70 Mark.

eiern. Und wie einst ben Nationalsteros Alcibiabos, o feiert auch jetzt Griechenland seinen mobetneu Selben Benizelos butch einen glänzenben Erfolg in Athen. Am Sonntag ist Benizelos, bet in bie griechische Nationalversammlung gewählte kretische Politiker in bet Hauptstabt Griechenlands ein» getroffen. Sein Dampfer würbe von zahlreichen Booten in ben Hafen geleitet. Der Hasenkai war chwatz von Menschen, bie in tausenbsttmmige Hoch- :ufe ausbrachen. Am Bahnhof in Athen erwarteten ibn eine Anzahl von Korporationen unb geleiteten ihn ’ nter Votanttitt von 30 Fahnen in fein Hotel. Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Vom Balkon hielt er bann eine Ansprache, bie als sein politisches Programm bezeichnet werben kann. Et legte bie Ursachen bet Mißstände Griechenlands als Folge der schlechten Verwaltung in allen Zweigen bar, fabelte bie auswärtige Politik, bie ben Anschein erwecke, als sei Griechenlanb stets mit Etobetungs- plänen beschäftigt. Die Nationalversammlung müsse ihren revisionistischen Charakter bewahren unb bie Grundlagen der Gesetzgebung den Anforderungen der Neuzeit gemäß umgestalten. Er wies dann bie Anschulbigung zurück, daß er eine cmtibynastische Gesinnung hege, betonte vi.lmeht seine Loyalität gegenüber bet herrschenden Dynastie, verhehlte jeboch nicht, baß bisher bie königliche Gewalt nicht im Interesse bes Königtums unb bet Nation ausgeübt worben fei. Endloser Beifall folgte dieser Rebe. Der größte Teil bet Alhener Presse bringt begeisterte Artikel, welche die Hoffnung auf endliche Besserung bet verfahrenen Zustände Griechenlands ausbrücken. Wie lange Benizelos Einfluß dauern wird, ist bei bem wetterwenbischen Charakter bes Griechenvolkes nicht abzusehen.

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