fuldaer
Leitung
(+ V,)
156 (+ 3 ) 162 ( —
Reklamen- und Anzeigenteil.
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KMm-vweipfwiiesseMKseiriseBBaei
Kleines Feuilleton
Danzig Berlin Frankfurt München
149
154
Weizen
205 ( 4- 1
262 ( + 2 208*/,( + 1
212 ( —
Hafer 155 (+1) 176 ( - ) 167 *M — )
I SiistungSpfleger, Stabffchreiber, Oristaxator usw Die Stadt legte einen Lorbeerkranz mit Widmung rar
I sein Grab.
| ♦ Frankfurt, 5. Sept. 1910. Die vereinigten Land-
I wirte von Frankfurt a. M. und Umgegend hatten in einem vertraulichen Zirkular ihre Mitglieder ansgefor- I dert, keine weiteren Milchkühe einzustellen, um den Milchmarkt nicht zu verschlechtern. Sür eine Anfrage des Hansabundes an den Vorstand des Bundes der Landwirte, ob dieses Rundschreiben tatsächlich existiere, erwiderte die „Deut. Tagesztg/, der Bund der Landwirte sei mit den vereinigten Landwirten von Frankfurt und Umgebung nicht identisch, der Hansabund habe sich also an die falsche Adresse gewandt. In der Sache billigt die „Deutsche Tageszeitung" das Vorgehen der Frankfurter Landwirte. Industriellen oder gewerblichen Verbänden würden ähnliche Maßnahmen zur Erzielung angemessener Preise wie zur Verhinderung von Ueberprodnktion von I keinem Menschen verargt.
* Volkmarsen, 5. Sept. 1910. Gestern morgen «egen 5 Uhr stand plötzlich ein dem Gutsbesitzer Fecke im benachbarten Welda gehöriger und au einem seiner Grundstücke anfgebauier großer G e - treidehaufen in Hellen Flammen und brannte total nieder. Der Schaden ist beträchtlich, wird aber durch Versicherung gedeckt.
* Weimar, 5. Sept. 1910. Der Oberleutnant a D. und chilenischer Major a. D. Frhr. Carl Hans v. Rüxleben hantierte mit einem geladenen Revolver, den er für eine Reise instand setzte, so unvorsichtig, daß sich die Waffe entlud und ihn so schwer verletzte, daß er an der Wunde gestorben ist. Ec hinterläßt eine Witwe und Kinder.
Unrzer Setreide-lvochenbericht
der Preisberichtsftelle des deutschen Landwirtschafts, rats vom 30. August bis 5. September 1910.
Weder die meist matten amerikanischen Berichte, noch die zeitweise größere Veckaufsgeneigtheit auf rus-1
Roggen 146V, (+ 1 )
Mittwoch den 7. September M0.
37. Jahrgang.
blieb er stehen und rief dem Ueberfallenen, der ihn so tatkräftig hatte ablaufen lassen, ein „Pfui, Sie Grobian!" zu.
* Bei einem blutigen Zusammenstoß zwischen kroatischen und italienischen Arbeitern in E s ch an der Alzette wurde ein Italiener getötet und zwei durch Revolverschösse tödlich verletzt. Neun Kroaten wurden verhaftet.
* Während des Manövers übernachteten in Wil» Helmsbürg bei Sankt Poelten (Oesterreich) fünf' undzwanzig Infanteristen in einer Scheune. Nachts brach ein Brand aus. Die Soldaten retteten nur das nackte Leben, sie ließen Monturen, Waffen und Munition zurück, wodurch eine Explosion entstand.
* Gegen die Budapester Spielklubs trifft der Polizeichef energische Maßnahmen. Das Hasardspiel ist in Budapest überhaupt verboten worden. Betroffen von den Maßnahmen werden die vornehmsten Klubs von Budapest, darunter das Landeskasino, der Sammelpunkt des ungarischen Adels.
sischer und rumänischer Seite vermochten in der Be- richtswoche einen nachhaltigen Druck auf die Stimmung des deutschen Weizenmarktes auszuüben. Auch große Weltexportziffern und Meldungen über günstigere Witterungsverhältnisse in den bisher von Dürre bedrohten argentinischen Weizengebieten blieben ziem- i>ch wirkungslos. Der Grund für die unerschütterliche Festigkeit lag in der andauernden Nachfrage für deutschen Weizen zu Exportzwecken und der dadurch angeregten Kauflust im Jiilande. Diesen vielseitigen Ansprüchen stand zwar etwas größeres Angebot gegenüber, aber es kommt viel geringeres Material an den Markt, und wie in Berlin, so erwies sich auch ander- weitig die auf September-Kontrakte angekündigte Ware zumteil als unlieferbar. Man darf darin jedenfalls eine Bestätigung für die vielseitigen Klagen über die Qualität und den Erdrusch erblicken, die auch in den der Preisberichtstelle zugegangenen Berichten registriert sind und zu einer Herabsetzung der Weizenschätzung von 94,0 auf 91,3 Proz. geführt haben. Tie vorjährige Schätzung lautete 94,8 Proz., doch ist bei einem Vergleich dieser Zahlen die größere Anbaufläche dieses Jahres nicht außer Acht zu lassen. Die Schätzung trug jedenfalls mit dazu bei, die Tendenz zu stützen, und bei lebhaftem Deckungsbegehr, zu dem sich Käufe für auswärtige Rechnung gesellten, zog Weizen nachdem schon der Montag eine bemerkenswerte Steigerung gebracht haste, im Laufe der Woche um weitere 2—3 Mk. an. Weniger fest gestaltete sich die Tendenz für Roggen, da der Abzug nach der Küste und noch mehr der Verkauf an die Mühlen zu wünschen übrig ließ, während andererseits die nachgiebigen russischen Offerten verstimmten. Im Lieferungsgeschäft drückten September- Realisationen und vermehrte Abgaben für spätere Sichten. Die von 94,3 auf 91,8 Proz. ermäßigte Schätzung, sowie die ungünstigen Aussichten für Kartoffeln bewirkten im weiteren Verlaufe eine leichte Befestigung. Trotzdem stellten sich die Preise zum Schluß ca. 1% bis iy2 Mk. niedriger als vor 8 Tagen. In Braugerste scheiterte größeres Geschäft an dem Mangel seiner Qualitäten, die zu steigenden Preisen Aufnahme finden. Die ermäßigten und später wieder festeren Forderungen für russische Gerste fanden wenig Interesse. Hafer bleibt in feinen Qualitäten knapp und begehrt, während für mittlere und abfallende Ware die Kauflust nachgelassen hat. Mais war reichlich und billiger Angeboten.
Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Marr pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (-f~) brziv. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist wie folgt:
Deutsches Reich.
** Ein eigenartiges vertrauliches Rundschreiben hat der nationalliberale Verein in Krefeld erlassen. Er lautet: „Nur für unsere Parteifreunde. Sehr geehrter Herr! Der nationalliberale Verein für Krefeld Stadt und Land hat in seiner letzten Sitzung nach eingehender Beratung eine soziale Fürsorgekommission gewählt. Diese Kommission soll den Zweck verfolgen, unseren Vereinsmitgliedern und Parteiangehörigen, soweit wie möglich, im Erwerbsleben weiter fortzuhelfen durch Vermittelung von Stellungen, Arbeitsgelegenheit usw. Der Zweck des heutigen Schreibens ist nun der. Sie mit dieser Einrichtung bekannt zu machen und falls Sie ihr freundlich gegenüberstehen, Sie höfl. zu Bitten, wenn in Ihrem Betriebe ein Posten zu besetzen ist, sei es nun für einen Kommis, Arbeiter oder Packknecht usw., dieses dem Parteibüro gefl. mitteilen zu wollen. Die Parteileitung ist der festen Ueberzeugung, daß durch diese Kleinarbeit das Interesse unserer liberalen Wähler an der Partei und deren politischer Arbeit ganz entschieden vermehrt wird, und daß dann vielleicht die
2. Blatt.
und Verlag der Zuldaer Acti enönukerel i» Zulda.
Aus dem Nachbargebieie.
X Gersfeld (Rhön), 7. Sept. 1910. Zur Fir- mung wird der Hochw. Herr Bischof von Fulda am Freitag nachmittag um 4,42 Uhr hier eintreffen. Der Oberhirt hält am Samstag Requiem und Religionsprüfung, am Sonntag-ist Firmung der Kinder der hiesigen Pfarrei. Am Sonntag nachmittag 5 Uhr fährt der Hochw. Herr Bischof nach Popp enhausen zur Firmung, wo er am Montag und Dienstag bleibt, am Mittwoch und Donnerstag wellt Se. Bischöfl. Gnaden in Schmalnau.
0 Tann (Rhön), 7. Sept. 1910. Im hohen Alter von 95 Jahren starb dahier der Privatier Michael Grob. Der Verstorbene, der in seinem Leben nie krank war, bekleidete über 50 Jahre städtische Aemter wie
tat war es nicht, auch französische Aerzte, die solches besitzen konnten, waren in weiter Umgebung nicht vorhanden. Da erbot sich kurz entschlossen der damalige Unterarzt des Kürassier-Regiments, Dr. Brey- effcr, es aus dem belagerten Metz holen zu wollen. Ausgerüstet mit einem Schreiben des Generals v. Mi- rus und des Ortspfarrcrs, begleitet von dem Laza- rcttgehilfen Wolf, der die Fahne des Medizinkarrens trug, machte er sich alsbald auf den Weg und ritt in scharfem Trab gerade auf das Fort Oueuleu zu. Unbehelligt gelangten die Reiter über verschiedene Schanz- gräben hinweg bis dicht unter die Wälle des Forts, ohne daß eine Rothose sich blicken ließ. Endlich wurde ein Posten auf das Schwenken der Genfer Flagge aufmerksam und fragte unter schußfertig gemachtem Chassepot den Parlamentär nach seinem Auf- irag. Einem hcrbeigecilten Offizier wurden die Briefe übergeben und mit Passagierschein des Forikomman- banteu versehen rasch zurückgegeben. Den beiden Deutschen wurden die Augen verbunden, und man führte sie unter einer Eskorte durch die Weinberge abwärts über Magny hinaus zu einer größeren Feldwache, die an der Stelle sich befand, wo die Teilte, die Straße nach Metz und die Eisenbahn sich kreuzten. Hier mußte gewartet werden, bis das Instrument durch eine Ordonnanz aus der Metzer Maternite geholt worden war. Inzwischen warteten die zahlreich herbeigekommenen feind, ichen Offiziere den mutigen Reitern, nachdem man sie zu Sitzen aus ausgeschüttetem Stroh geleitet hatte, mit Champagner und Zigaretten auf. Nach einer langen Stunde war das Gewünschte zur Stelle und nun erst entfernte man auf Veranlassung eines Obersten den beiden die Binden von den Augen, damit der Rückweg um so schneller zurückgelegt werde könne: denn die Straße war durch gefällte Pappeln und Verhaue gesperrt. Bald waren die Reiter durch das Pfeifen von Kugeln aber ihren Köpfen beunruhigt, als eine Patrouille von der Eisenbahn her sie beschoß. Nachdem Ponillv langsam durchritten war, gings in ein flottes Tempo über Bald zeigten sich die Vedett.-m der Kürassiere, und ich war herzlich erfreut, den wohlbekannten Doktorschimmel nebst seinem Reiflc und Begleiter auf mich zu.
in der Regel unterwegs. Die nächste Folge für viele Bewohner von Konstantinopel und Umgebung ist, daß sie keine frischen Hummern und Krebse mehr essen; zum Teil weil sie Krankheiten befürchten, hauptsächlich wohl weil die Vorstellung, daß sich diese Tiere von Himdeleichen nähren, die Eßlust mindert. Schauerlich sind die Dinge, die die Fischer über das Leben der Hunde auf Oxia erzählen. Daß man ihr Heulen bei günstigem Winde bis an die anatolische Küste höre, daß ein entsetzlicher Geruch die Lust rings um die ^nfel verpeste, daß die Wärter fleißig hon ihren Gewehren Gebrauch machen und dergleichen. Vieles ist bahon gew.ß wahr, und umso dringender muß man wünschen, daß die armen Tiere endlich einen raschen finden. Ob man sie ganz wird ausrotten können, 'si sKr fraglich. Die Rasse - natürlich nur in vereinzelten Exemplaren - ist zu finden bis hinaus zur rumäiii ch-ungarischen Grenze. Unverkennbar mit 'Heer moosähnlichen Gestalt, herrenlos, verwildert, halb verhungert, zutraulich und schlecht behandelt- ganz wie in Konstantinopel.
deutscher Arzt in Feindesland. Ein Kriegsteilnehmer übersendet der „Köln. Zig" die Schilderung einer hübschen Episode aus der Belage- nmg »on ^6 1870; die kleine Geschichte kennzeichnet den Gerst, der die Deutschen damals beseelte und sie antrieb, unter anstrengendstem Kriegsdienst friedliche Bürger zu schützen und ihnen, wenn eben möglich zu helfen...Es war in der Frühe des 24. August 1870 als ein Bauer aus dem Dorfe Fleury, südlich von Metz, in dessen Gehöft ich meine Feldwache untergebracht hatte, während weit draußen die Vedetten des Rheinischen Kürassier-Regiments Nr. 8 das Gelände sichteten, mich aufsuchte und händeringend nach einem Arzt fragte. Seine Frau liege seit zwei Tagen auf den Tod krank darnieder. Ich gab dem Mann einen Gefreiten mit und sandte ihn zum Oberstabsarzt des Kürassier-Regiments Dr. Wittichen, diesem feine Rot zu Ragen. Sofort ging der menschenfreundliche Arzt mit und erkannte alsbald, daß die Frau nur durch chleunigen operativen Eingriff, wenn überhaupt, zu retten sei. Aber woher jetzt das nötige Instrument schnell herbeischaffen? Im kriegschirurgischen Jnven-
Märkte.
* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- preise vom 5. Sept. Austrieb: 1374 Rinder, 898 Ochsen, darunter — öüerreich., 54 Bullen, 922 Färsen u. Kühe, 264 Kälber, 428 Schafe, 2058 Schweine, keine Ziegen. Preise für 1 Zentner: Rinder? ä. Ochsen: a. vollfleischige, ansgemäslete höchsten Schlacht wertes höchstens 6 Jahre alt ( Lebendgewicht) 50—56 Mark, (Schlachtgewicht) 90—95 M., b. junge sseischige nicht ausgerüs tete und ältere ansgemäslete (Lebendgew? 47—49 M., (Schlachtg.) 86—89 M., c. mäßig genährte lange, gilt genährte ältere (Lebendgew) 41 - 46 M., (Schlachtgew.) 76—85 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgew.1 00-00 M. 8. Bullen: 1. vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 46- 53 Mark, (Schlachtgew.'» 78-83 M., > nollrleischige jüngere (Lebendgewicht) 43—44 Mk., (Schlachlgew.-s 72—76 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgew.) 00—CO Mark, (Schlachtgew.! 00—00 M., d. gering genährte «Lbgew.' 00—00 Mk., (Schlachtgew.) 00-00 M. 0. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 43—48 Mark, (Schachlgew.) 77—85 M., b. vollfleischige, ausgemästele Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Ldgew.) 42—47 Mk, (Schlachtgew.) 78—84 M., c. ältere aus- gewästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Lebendgew.) 35—41 M., (Schlachtg.) 67—76 Mark, d. mäßig genährte Kühe und Färsen «Lebendgew.) 25—34 Mk., (Schlachtgew.) 52-66 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew? 20 -26 M., (Schlachtgew.) 45—52 M. D. Gering genährtes Jungvieh Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M , Schlachtg.) 00 - 00 Mk. Kälber: a. Doppelender feinste Mast Lebendgew.) 00—00 Mk., (Schachlgew.) 00—000 Mk, b. feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber Lebendgew.) 58—62 Mk., (Schlachtgew ) 96-104 M, <■. mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 53—57 Mk., (Schlachtgew.) 89—96 Mk., d. geringe Saugkälber (Lebendgew.- 50-51 Mk., (Schlachtgew.) 84—86 Mk. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) 38—00 Mk., (Schlachtgew.) 80—00 M., b. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgew.) 30-31 Mk., (Schlachtgew.) 73—74 Mk., c. mäßig genährte Hammel und Schafe Merz-Schafe) (Lebendgew.) 00 - 00 Mk., (Schlachtgw.) 00 - 00 Mk., d. Marschschafe oder Niederungsschafe (Lebendgew.) 60-00 Mk. (Schlachtgew.) 00-00 Mk., Schweine.- a. Fettschweine über 3 Zentner Lebend- aewicht (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgew. 00-00 Mark, b. vollfleischige Schweine über 2l/i Ztr. Lebend- geiv!d)t (Lbdg.) 55-56.50 Mk., (Schlachtgew.) 68- 70 Mark, c. vollfleischige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht (Lebendgew.) 55.50-57.00 M., (Schlachtgew.) 09,00 72,00 M, d. vollfleischige Schweine bis zu 2 Zir. Lebendgewicht (Lebendgew.) 55.50—57.50 M., («ochlachigew.) 72,00-74,00 M., e. fleischige Schweine Lebdgew.s 54.50—57.00 Mk., (Schlachtgew.) 70—73 Mark, f. Sauen (Lebendgew.) 00—00 Mk., (Schlachtgw.' 00—00 Mark. — Tas Rindergeschäft bewegte sich in guter Ware langsam, im übrigen wenig rege. Der Mailt wird geräumt. Kälber werden bei flottem Geschäftsgang, Schafe bei ruhigem Geschäft ausverkauft. Der Schweinehandel v rlief lebhaft, es verbleibt Ueber- sland.
vermischtes.
* Ein Trinkfpruch der Prinzessin Viktoria Luise Wenig bekannt ist geworden, schreibt die,N. P. C/, I daß gelegentlich der Feier, die in Anwesenheit der kaiserlichen Familie vor einigen Tagen im Kasino der Leibhusarenbrigade in Danzig-Langfuhr stattfand, die Prinzessin Viktoria Luise, zweiter Ches des 2. Leibhusarenregiments, einen Trinkspruch auf I ihren kaiserlichen Vater, den elften Chef des Regi- I ments, ausbrachte, den dieser mit einem Hoch aus die Prinzessin erwiderte.
I * Im Kriegsschiffbau steht eine wichtige Unr wälzung bevor. In Deutschland wie in England
I arbeitet die Admiralität seit einiger Zeit fieberhaft an der Konstruktion eines kleinen Panzerschiffes, das
I als Zerstörer den größten Kriegsschiffen gegenübertreten soll. Das Schiff soll 86 Meter I Länge und 14 Meter Breite erhalten und nur wenig über den Wasserspiegel hervor r agen. Tie I Panzerung soll so stark fein, daß ein Durchschlagen von Geschossen säst unmöglich wird.
I Das Schiff habe einen Ge'chühturm mit zwei Riefengeschützen von großer Feuergeschwindigkeit. An die Stelle der Dampfmaschinen und Kessel- anlagen treten vier Explostonsmotore. Die ganze I Bauart dieser gleichsam wieder aufgelebten Mouitore ist derart, daß sie zu rücksichtslosem Angriff aus
I große Schiffe geeignet sind und auch einen derben I Rammstoß nicht zu scheuen brauchen.
* Betreffs der Borkumer englischen Spione hat die Prüfung der Akten gegen die Engländer French und Brangon durch die Reichsanwaltschaft genügende Verdachtsmomente ergeben, die eine Anklage wegen Spionage rechtfertigen. Deshalb ist die lleberführung der beiden in das Untersuchungsgefängnis beim Landgericht Leipzig beantragt worden.
* Klaviere gegen Wurst und Schinken. Die K ö- nigsberger Polizei läßt der Oeffentlichkeit fol- \ gen de Mitteilung zugehen: „Nach einer bei der Kriminalpolizei eingegangenen Mitteilung sollen von ■ einem Lehrer und einem Kaufmann aus Berlin fünf Klaviere nach Königsberg verkauft und hierfür Wurst und Schinken an die Lieferanten gezahlt worden fein. Die Käufer werden ersucht, sich zu melden* — Das läßt ja tief blicken!
* Eine Räubergeschichte mit sehr erheiterndem Ausgang wird aus Berlin erzählt. In einem Park wurde ein Beamter von einem Strolch mit dem Ruf angefallen: „Geld oder Leben!" Der Uebeifaßene erwiderte jedoch: „Keile können Sie kriegen" und setzte die Worte auch unverzüglich in die Tat um. Verblüfft suchte der Räuber das Weite, auf einmal aber
kommen zu sehen; es war kurz vor Mittag und die höchste Zeit! Tank der sichern Hand des Dr. Wittichen und dem auf so außergewöhnliche Art beschafften Instrument gelang es nunmehr, die arme Dulderin vorn sicheren Tod zu erretten. Die Dankbarkeit der Leute kannte keine Grenzen.
— Die größte Heiratsmöglichkeit für Frauen bieten die Balkanländer und das europäische Rußland nebst Polen. Nach einer Zusammenstellung des flau- . zösischen Arbeitsministeriums waren nämlich in Serbien von je 100 Frauen der Gesamtbevölkerung durchschnittlich 72,7 Proz. verheiratet, in Bulgarien betrug der Prozentsatz 72,0 Proz., in Rumänien 65,4 Proz. und im europäischen Rußland 62,5 Proz. Die nächstbesten Heiratschancen bieten sodann die Vereinigten Staaten von Amerika, wo von je 100 Frauen durchschnittlich 57,0 verheiratet waren.' In den letzten 20 bis 30 Jahren haben sich die Chancen in Amerika sogar noch gebessert. Gleich groß ist die Möglichkeit, unter die Haube zu kommen, in Frankreich und Italien: in beiden Ländern waren von je 100 Frauen durchschnittlich 54,8 verheiratet. Man wird zugeben müssen, daß dies an und für sich bereits ein niedriger Prozentsatz ist, doch rechnet das französische Arbeitsministerium schon mit Frauen von mehr als fünfzehn Jahren. Hinter Frankreich und Italien folgen sodann gleich Japan mit 53,4 Prozent und Deutschland mit 52,0 Prozent. Es schließt sich Oesterreich mit einer Prozentzahl von 51,0 an, dann folgen Dänemark und Finnland mit 50,1 Prozent, und endlich Australien mit 49,8, England mit 49P, Belgien mit 49,5 Proz. und die Niederlande mit 49,3 Prozent.
— Ahnungslos. Mutter: .Also mein Arthurchen bat wirtlich zu wenig Anlagen, Herr Professor? Aber der Junge hat doch einen so überaus klugen Vater — woher, um des Himmels willen, mag er nur seine Dummheit haben
— Schwieriger Posten. Schnapsbruder (der als »Echo" angestellt ist): ......O, so a' Echo zu
fein is nct leicht' Ta heißt's Obacht geben, öajj ma net, wenn's rufen: „Plagst d' an Schnaps — „Ja* antwortet!'
— Die Konstantinopeler Straßenhunde waren bekanntlich seit langem eine wahre Plage, sowohl für die Bewohner der Stadt am goldenen Horn selbst, als vor allem für den Fremden. Das neue Regime in der Türkei hat nun versucht, diese verwahrlosten Geschöpfe. bie in ganzen Rudeln die Straßen unsicher machten, alle Arten von Krankheiten umherschleppten, allerdings auch unter dem Unrat, der in Haufen in i>en Straßen zu liegen pflegt, aufräumten, aus Konstantinopel zu verbannen. Man fing die Bestien in Scharen ein, verlud sie auf Schiffe und setzte sie auf bem fast völlig unbewohnten Inselchen Oxia aus. Dort versuchte man sie anfangs zu unterhalten. Doch di- ungeheuren Mühen und Kosten und sonstige Uebel- ftänöe bei dieser Hundekolome zwangen bald zu einer Änderung in dieser ,Hundepolitik'. Zwar setzt man ihre Abfuhr nach dem Felseneiland Oxia fort, aber um die Tiere dort zu vertilgen. Eine französische Unternehmung hat sich die nötigen Rechte hierfür erworben und will sich durch Verwertung der Felle schadlos halten. So verlautet wenigstens neuestens in Pera, und wenn man über die Geheimtuerei in der Hunde- akläre erstaunt ist, so muß man doch bedenken, daß die Behörden mit dem empfindlichen alttürkischen Ele- ment zu rechnen haben, das sie heute nicht mehr ohne Not verletzen wollen. Die Proteste gegen die Behandlung der Hunde, feit beschlossen wurde, sie aus der Stadt abzuschaffen, kamen aus ganz Europa und waren ost der merkwürdigsten Art. So sandte beispielsweise eine englische Dame dem englischen Generalkonsulat 500 Mark für den Ankauf von Brot zur tfutterung ber Hunde. Es ist unbekannt, wie sich die
Keses tterfteundlichen Auftrags entledigt hat, jedenMs leiden bte Hunde auf Oxia nach Berichten bon Besuchern nicht an Ueberfluß und würden diese c rr. babe sehr freundlich begrüßen. Und noch mehr M es ihnen an Trinkwasser. Viele gehen daher ein und bie Kadaver werden von den Wärtern ins Meer F”orfen anbere suchen sich durch Schwimmen auf die oenachbarlen größeren Inseln zu retten, ertrinken aber
vielen Klagen verstummen werden, die liberale Partei sei nur bei Wahlen da, sonst höre man nichts von ihr. In der Hoffnung, daß Sie von dieser Einrichtung regen Gebrauch machen werden, zeichnet mit vorzüglicher Hochachtung gez. Frz. Holstein, 1. Vorsitzender der sozialen Fürsorgekommission" - Wenn das der altersschwachen nationalilberalen Partei nicht auf bie Seine hilft, bann ist sie nicht mehr zu retten.
lieber Mangel an patriotischer Kundgebung Ed in liberalen Blättern aus dem liberalen München geklagt. „Am heutigen Sedantag — fo heißt es da — hat sich in München, das von zartester Rücksichtnahme auf seine im höchsten Flor stehende Fremdensaison, insbesondere aber auch auf das bevorstehende, französische Musikfest erfüllt t|t, gat nichts gerührt; keine einzige Fahne war za fthen und auch die Ausstellung, die sonst immer voran fet, wenn es etwas zu feiern und Geld damit gu machen gebe, und die neulich sogar zum 80. ®eburt§tag des österreichischen Kaisers ein großes Srroler Volksfest gefeiert hat, hat den Tag ungenützt vorubergehen lassen.- — Was werden denn die München beherrschenden ,Münch. Neuest.Nachr/ dazu sagen!
. ** Bestechungsgelder für die Presse! In einem Prozeß, der vom Vormund bet Frau v. Schönebeck-Weber gegen deren Gatten wegen .Sicherstellung des bedrohten Vermögens der ehemaligen Frau v. Schönebeck angestrengt worden roar, stellte sich heraus, daß von Herrn Weber 8000 Mark „für die Presse" ausgegeben worden Waten. Der Rechtsanwalt Bayer, der Rechtsanwalt Webers, soll diese Ausgaben als „äußerst notwendig" bezeichnet haben. Man habe den Zeitungen Anzeigen überweisen müssen, um Schmähartikel gegen Herrn Weber zu unterdrücken! — In einer Zuschrift an das ,Berl. Tageblatt' bestätigt Herr Weber nochmals selbst die Tatsache dieser Aufwendung zu dem genannten Zweck. Nur bestreitet er, daß diese Bestechungs- gelber für die „anständige" Presse aufgewendet I wordcn seien. Das Mossebicttt verlangt nun I dringlich die Nennung der nicht anständigen I Klätter. Dieser Ansicht schließen wir uns an; I f nb aber der weiteren Meinung, daß die Weber- Affäre nun die Oeffentlichkeit genug beschäftigt hat. I
| Aleiiiini-
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Zur Verbilligung der Verpackung wird diese |
Cigarette, auBer in Gartens ä 100, auch in solchen • ä 500 Stück Inhalt geliefert
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 205.75 (4- 2.75), Budapest Okt. 172 45 (ft- 8.15>, Paris Aug. 227.00 (ft-3.05,LioerpoolOkt. 169.85(— 1.70), Chicago Sept. 152.65 (—1.85). Roggen: Berlin Sept. 150.75 (— 1.25). Hafer: Berlin Sept. 152.00 (— 0.75) Mk. ver 1000 Kilogramm.
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