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nicht beeinträchtigt, wenn man sie stundenlang unter gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten läßt" Roosevelt fügte hinzu, er hoffe, daß derartige unpopu. läre Entscheidungen bald eine gründliche Aenderung in der Zusammensetzung des Obersten Gerichtshofes herbeiführen werden Die 3iegierung dürfte nicht zulasten, daß ein neutraler Boden zwischen der Bundes- regiemng und den Einzelstaaten zum Zufluchtsort für Trustmagnaten gemacht würde, die eine dem Allgemeinwohl znwiderlaufende Tätigkeit entfalten möchten.
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zrettag den 2. September 1910.
57. Jahrgang.
Meldung von einer choleraähnlichen Erkrankung sofort und aufs peinlichste nachgegangen, so daß zu einet Beunruhigung nicht der geringste Anlaß vorliegt.
* Bei einem Einbruch in die Kapelle des katholischen St. Rochusspitals in C a st r o p i. 28. wurden goldene und vergoldete Gerate sowie auch einige Gewänder gestohlen. Die Dortmunder Polizei hat den Dieb, als er versuchte, die Sachen zu verkaufen, abgefaßt. Es war ein Mann, der am Tage vorher aus dem Krankenhause entlasten worden war.
♦ Ein Mafsenflug hat in Le Havre stattgefunden. Vierzehn Aviatiker sind über die Seinebucht . nach Deauville geflogen. Fünf von ihnen kehrten auf demselben Wege zurück. Latham gelang es, den Flug hin und zurück dreimal zu bewerkstelligen. Die Strecke von Havre bis Deauville beträgt in der Luftlinie etwa 15 Kilometer.
* Ein Vullan im Polarkreis. Die Fram-Expedi- tion des Kapitäns Amundsen, die im Juni ausgefahren ist, teilt durch ein anderes Forschungsschiff nach Trondhiem mit, daß die Forscher einen Vulkan und heiße Quellen in Wood Bay entdeckt haben, xo*. auch der Strand ganz mit Lava bedeckt ist.
* Ein eigenartiges Wettrennen hat vor kurzem in der argentinischen Stadt Rosario stattgefunden: der berühmte italienische Dauerläufer Dorando Pietci maß seine Kräfte mit einem Pferde, das als ^Trab- renner in Rosaria berühmt ist. Es galt eine Strecke von fünf englischen Meilen im scharfen Trabe zurückzulegen. Pietri blieb unbestrittener Sieger. Das Pferd traf erst später völlig erschöpft am Ziele ein und mußte sofort zum Stall abgeführt werden. Der^ italienische Dauerläuser aber war noch vollkommen frisch. Als man ihn fragte, ob er nicht erschövft sei, antwortete er nur lächelnd: .Bringt mir ein zweites Pferd, ich laufe weiter.' Aber kein Besitzer wollte sein Tier solcher Anstrengung und einer Niederlage aussetzen.
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vermischtes.
* Ein bedauernswerter Mangel an Nationalgefühl zeichnet manche deutsche Kaufleute im Auslande aus. So hat eine große deutsche Firma in Japan ein Zweiggeschäft, dessen Leiter ein Deutscher ist. Dieses Geschäft erhielt nun vor einiger Zeit vom japanischen Kriegsministecium in deutscher Sprache eine Anfrage betr. einen Kostenanschlag. Wer nun glaubt, daß diese deutsche Firma auf eine deutsche Anfrage deutsch geantwortet habe, der irrt sich sehr, denn das Ministerium erhielt den gewünschten Kostenanschlag in englischer Sprache, so daß das Ministerium sich genötigt sah, diesen Anschlag ins Deutsche übersetzen zu lasten und dafür etwa 20 Fen zu zahlen! Das Ministerium machte danach die Firma darauf aufmerksam, daß, wie ihr wohl bekannt sei, im Kriegsministerium „Deutsch" die Vermrtllungssprache sei und daß deshalb gebeten werde, deutsche Anfragen auch in deutscher Svrache zu erledigen. — Eine solche Belehrung muß einem Deutschen erteilt werden) Damit aber noch nicht genug, der Herr Filialleiter, anstatt diesem Verlangen nachzukommen, antwortete dem Ministerium, daß in Japan die Hcmdelssprache die englische sei und daß fein Büropersonal nur diese Sprache beherrsche!! Das.schreibt ein Deutscher an ein japanisches Ministerium! Ganz anders die Engländer, wie nachstehendes Beispiel lehrt. Der Vertreter des Oesterreichischen Lloyd in Triest ist in Yokohama eine englische Firma. Ich richtete an diese Firma in einer Lloyd-Angelegenheit einen deutschen Brief und erhielt erst nach zwei Wochen auf Nachfrage eine Antwort, in der zur Begründung der Verzögerung gesagt wurde, sie seien eine englische Firma und hätten sich meinen Brief erst übersetzen lassen müssen. Diese Antwort war in englischer Svrache gehalten. Obgleich diese Firma Vertreterin einer deutschen Gesellschaft ist und man deshalb wohl einen deutschen Briefwechsel erwarten müßte, fällt es ihr doch nicht ein, in einer andern als in ihrer Heimatssprache, d. i. englisch zu antworten, weil sie eben eine englische Firma ist. Der Deutsche möge sich an dem Engländer ein Beispiel nehmen, der trotz Festhaltens an seiner Sprache immer noch in der Geschäftswelt an der Spitze marschiert. Wir Deutschen ässen leider sehr viel nach, warum auch nicht das Gute, das Festhalten an der Sprache?
** Bei sämtlichen choleraverdächtigen Erkrankungen rm Landespolizeibezirk Berlin bestätigt sich der Choleraverdacht nicht. Im übrigen wird jeder
Deutsches Reich.
(♦) Die Frage der Konkurrenzklausel scheint wieder durch ein Schreiben des preußischen Handelsministers in den Kreis neuer gesetzlicher Maßnahmen gezogen werden zu sollen. Von den Angestellten fordert nun die Mehrheit derselben die glatte Abschaffung der Konkurrenzklausel. Ist aber eine gänzliche Beseitigung der Konkurrenzklausel zurzeit noch nicht durchsührbar, so müssen doch die gröbsten Härten beseitigt werden. Zunächst muß gefordert werden, daß der auferlegten Beschränkung eine gewisse G e g e n le i st u n g des Arbeitgebers gegenübersteht, aber in den meisten Fällen sind die Gehaltssätze nicht derart, daß sie einen Ausgleich für die Beschränkung bieten. Im Durchschnitt sind die Gehälter der technischen Angestellten nicht höher als die eines gut gelohnten Facharbeiters, und berücksichtigt man die größere Arbeitsleistung und die Verantwortung, so ist der Meister schlechter gestellt als seine Arbeiter. Die meisten Werkmeister sind durch die Rot gezwungen, Anstellungsverträge, die die Kon- kurrenzklmisel mit teilweisen höchsten Konventionalstrafen enthalten, zu unterschreiben, weil sie sonst überhaupt keine Stellung erhalten. Eine derartige A u s- nutzung der Notlage eines Meisters, um sich auch noch über die Dauer des Anstellungsvertrages hinaus einen Vorteil auf Kosten seiner Zukunft ohne Gegenleistung zu verschaffen, kann als ein berechtigtes Interesse nicht bezeichnet werden. Die Anwendung der Konkurrenzklmrsel muß daher unbedingt untersagt werden, wenn nicht ein der harten Beschränkung entsprechendes Geholt, mindestens 2000 Mark jährlich, gezahlt wird. Eine Schlechterstellung der technischen Angestellten als der Kaufleute muß aufhören, da jener Teil viel dringender eines Schutzes bedarf als dieser. Der kaufmännische Angestellte findet auch in jedem anderen Berufszweig immer andere Stellung, während der Techniker auf sein Spezialfach angewiesen bleibt. Ehrenwörüiche und eidesstattliche Versicherungen, durch die ein Angestellter sich der Konkurrenzklausel unterwirft, sind unbedingt für nichtig zu erklären. Derartige Abmachungen, die nur dazu dienen sollen, die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen, verstoßen gegen die guten Sitten. Wir halten sie aus diesem Grunde schon für ungültig, da aber doch mancher Angestellte sich durch eine solche Verkennung des Ehrbegriffes dokumentierende Verpflichtungen für gebunden halt ,so würde eine gesetzliche Festlegung der Richtigkeit angebracht sein. Unseres Erachtens sollte es direkt strafbar sein, wenn ein technischer Angestellter, der vielleicht 70 oder 80 Mark im Monat bezieht, unter Konventionalstrafen von 15 000 bis 20 000 Mark verpflichtet wird, in fernem europäischen Staat ober wenigstens nicht in den wichtigsten in der gleichen Branche Dienste anzunehmen. Solche Verträge — es gibt solche — sind einfach himmelschreiend.
Literarisches.
Biblische Zeitfragen, gemeinverständlich erörtert. Ein Broschürenzyttus, herausgegeben von Prof. Dr. I. Nikel-Breslau und Prof. Dr. I. Rohr« Straßburg. Dritte Folge. Heft 5/6: Dr. P. S. Landersdorfer, 0. 8. B. Die Bibel und die südarabische Altertumsforschung. — Preis 1,— Mk. SubjkrivtiovspreiS für die dritte Folge (12 Hefte) 5,40 Mk. (pro Heft 45 Pfg.).
Die vorliegende Schrfft bietet einen äußerst interessanten Beitrag zur Beleuchtung der hl. Schrift vom Standpunkte der altorientalischen Forschungen." Viele und bocherfrenliche Erfolge haben auf diesem Gebiete die Ägyptologie und Afsyriologie erzielt; manche Schwierigkeiten find gelöst worden, und die Echtheit der hl. Schrift hat eine glänzende Rechtfertigung erfahren. — In der vorliegenden Schrift beschäftigt sich der Verfasser mit einer noch ganz jungen Wissenschaft: Die Sabäistik und ihre Beziehung zur hl. Schrift; es soll eine Untersuchung veranstaltet werden, über die Beziehungen, die in uralter Zeit bestanden zwischen dem Volke Israel und den arabischen Stämmen, vor allem den Mi« näern und Sabäern. In zwei Abschnitten wird dem Leser in dieser Frage eine kurze Orientierung gegeben. Im ersten Abschnitt wird das Wichtigste gegeben, was die Sabäistik über Geschichte und Kultur der südarabischen Völker aus Grund bet neuesten Forschungen zu sagen weiß. Der zweite Abschnitt behandelt sodann einige besondere biblische Fragen: Die Anfänge des israelitischen Volkes, dessen älteste, tlrknnden im Lichte der südarabischen Altertumsforschung, die Sabäistik und die Bibel in historisch- geographischer Beziehung, die religiösen Beziehungen zwischen Israel und Süvarabien. — Wenngleich der Verfasser bei den meisten Fragen wegen der geringen Zahl von Dokumenten ein abschließendes Urteil nicht geben konnte, so wird die kurze Abhand« lung doch das lebhafte Interesse aller Exegetev wecken. Dr. D.
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* Mainz, 31. Ang. 1910. Der hessische Städtetag wird sich demnächst auch mit der Frage der F l e i s chien e r u ng befassen. Die Bürgermeisterei hat dieser- halb bereits eine eingehende Denkschrift ausgearbettet, die dem Stäotetag zur Beratung und Beschlußfassung unterbreitet werden wirb.
* Wiesbaden, 31. Aug. 1910. In einer Autogarage entstand durch E x p l o s i o n em großes Schadenfeuer Das Gebäude wurde durch die Exploflon zerstört, das Auto vollständig vernichtet. Der Chauffeur erlitt schwere Brandwunden.
* Erfurt, 31. Ang. 1910. Im benachbarten Ohrdruf wurde die Frau des Reittier Bochröder in ihrer Wohnung ermordet. Ihr sechsjähr. Sohn wucke durch Beilhiebe tödlich verwundet. Der Täter ist ge- flüchtet.
* Montabaur, 31. Ang. 1910. Eine Bürgermeister- kon'erenz soll sich mit der Frage der Einschränkung der Lustbarkeiten befassen. Vorbereitend veranstaltet jetzt der Landrat bei den Bürgermeistern eine Rundfrage über Anzahl. Dauer und Veranstalter von Festlichkeiten und über den Umfang der S irmes.
* Dnderstadt, 31. Ang. 1910. Se. Eminen; Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp ist gestern vormittag von hier wieder abgereift.
* Hohenlimburg, 30. Aug. 1910. Ein hiesiger Metzgermeister hatte bei seinem schwer erkrankten Kinde Nachtwache gehalten und dabei auch beet Gaskocher benutzt. Der Zuleitungsschlauch des Gases hatte sich, ohne daß der Mann es bemerkte, gelöst, wodurch sich das Zimmer mit Gas füllte. Als Nachbarn am andern Morgen, durch den scharfen Gasgeruch aufmerffam gemacht, in die Wohnung eindrangen, fanden sie den Vater bewußüos, während das Kind bereits tot war. Ob der Mann mit dem Leben davonkommen wird, ist fraglich.
* Vom Eichsfclde, 31. Aug, 1910. Die Anfragen, die an die Landwirtfchaftskammer zu Halle betreffend das Fehlen der Aehren auf den Roggenhalmen, was auf dem Eichsfelde häufig in diesem Jahre beklagt wurde, gerichtet wurden, beantwortet die Versuchsstation für Pflanzenkrankheiten der Landwirtfchaftskammer dahin, daß die Beschädigung dec Roggenfelder wahrscheinlich auf den Fraß des Getteidckäfers iZabrus gibbusc) zurückzusührern ist, der mit seinen scharfen Mundwerkzeugen wohl imstande fei, die Aehren abzubeißen. Da der Käfer aber nur in der Nacht fein Wesen treibt, sei es erklärlich, daß man am Tage nichts von den Tieren gemerkt babe. Auch von einigen defekten Gerstefeidern, bei welchen vielfach bei den Aheren, ruf der einen Seite die Körner fehlen, waren Aehren eingefandt worden. Diesen Umstand schreibt die Versuchsst.üon der Raupe des Getreide- blafenfußes Thrips cereahum zu. Rach anderer Ansicht kann die Beschädigung dieser Frachtstücke aber auch durch einen kurzen Hagelschlag oder scharfen Regen entstanden sein.
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volkswirtschaftlicher und Sozialer.
* Die 43 deittschen LebensversicheruugSgescllschaf- ten haben im Jahre 1909 insgesamt 212 529 eigentliche Lebensversicherungen über 1 078 612 672 Mark neu abgeschlossen. In Abgang kamen dagegen 96 801 Versicherungen über 452 742 773 Mark, darunter 27 296 übet 122 906 278 Mark durch den Tod und 12 187 übet 65 267 928 Mark durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten. Der Gefamtbestand eigentlicher Lebensversicherungen am Schlüsse des letzten Jahres erhöhte sich um 115 728 Polizen und 625 869 899 Mack Summe auf 2 177 889 Versicherungen über 10 328 723 357 Mark. Auf die acht bebeu= tendsten Anstalten entfielen mit 6 044 370 963 Mark fast drei Fünftel (5814 Proz.) des gesamten Lebens- verficherungsbestandes der 43 Gesellschaften. Von letzteren 'betreiben 31 außerdem die kleine (Volks- und Sterbekaffe-) Versicherimg mit geringen Summen, zumeist ohne ärztliche Untersuchung und mit wöchentlicher Prämienzahlung. Von den 43 Gesellschaften betreiben sodann 39 auch die Versicherung nur auf den Lebensfall (Alters-, Aussteuer-, Militärdienstver- sicherung). Der Gesamtbestand an Kapitalversicherungen bezifferte sich somit bei den 43 deutschen Lebensversicherungsanftalten Ende 1909 auf 12 598 697 136 Mark Summe.
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Kassel, 1. Sept. 1910. Nach langem Harren ist am Montag endlich der Aufsatz vom Hochaltar der Rosenkranzkirche aufgestellt worden; man kann aber auch mit Recht darüber sagen: mag lange währt, wird gut. Der Aufsatz ist in der in dem ersten Jahrtausend der christlichen Kunst besonders gebräuchlichen Weise ausgeführt — in getriebener Metallblech- beCeibuitg über einem Holzkern. Er besteht aus einem hohen, reich verzierten Tabernakel mit Erpasitorinin, (Rische zur Aussetzung des Nllerbeiligsten), und dem Retabulum, — bei Altarrückwand, — zu beiden Seiten des Tabernakels, auf welchem im unteren Teil, über den zwei Leuchterbänken, Prophetenfiguren mit Spruchbändern sich befinden, zur linken den brennenden Dornbusch, zur Rechten die Bimdeslade ein- faffend: Vorbilder der heiligen Jungfrau als der Un- versehcken und Arche des Bundes. Im oberen Teil weist das Retabulum jederseits ein großes Relief auf, Mariä Verkündigung und Mariä Aufnahme in den Himmel. Die beiden Teile der Rückwand trennt ein in farbigem Email ausgeführtes Band, das auch um das Tabernakel sich henimzieht: über, der Tür trägt es die Inschrift: „Ave verum corpus". Aus den Türflügeln des Tabernakels befinden sich in erhabener Arbeit anbetenbe Engel, reiche Bekrönungen zieren Seiten- und Mittelteil und farbige Steine in Filigraneinfassung Aihen in Goldglanz der breiten Bögen und Friese. Das Weck isi bis in die kleinsten Einzelheiten von Regierungsbaumeister G. Kegel entworfen und gezeichnet, die bildnerischen Darstellungen sind in vollendet künstterifcher Weise durch den Bildhauer Heinz S ch i e c 11 in Würzburg modelliert worden, ausgeführt ist das ganze in sehr sorgfältiger und schöner Arbeit durch die G. m. b. H. Kunstgewerbliche Metallindusttie in Düsseldorf. Der Technik entfprc- chend ist der Aufsatz in einfacher Gliederung gehalten und in seinen reichen Einzelheiten nicht für Fernwirkung bestimmt, was ja bei einer Kirche von den Maaßen der Rosenkranzkirche überhaupt nicht zu erreichen gewesen wäre. — Jedenfalls bildet der Altar mit seinem bereits früher beschriebenen Ueberbau ein Werk, das unter den Kleincirch itekinrwerken unserer Diözese aus neuerer Zeit nicht seines Gleichen hat. Die kostbaren Arbeiten früherer Jahrhunderte können selbstver- tändlich nicht hier in Betracht kommen, da für diese ranz andere Mittel zur Verfügung standen; der Auf- atz kostet wenig über 6000 Mack, eine Summe, die in Ansehung der Größe des Altares mäßig genannt wer- ben muß. Monatliche Sammlungen haben bereits den größten Teil der erforderlichen Mittel geliefert. Möge es dem tunftlieiw^ben Pfarrer von St. Marien vergönnt sein, die innere Ausstattung der Rosenkranz- kirche in gleich gediegener und schöner Weise sortzu- flihren, damit das Bauwerk mehr und mehr feiner Bestimmung entsprechen kann: das Herz der Gläubigen zu Gott zu erheben.
* Oberursel, 31. Aug. 1910. Eine neuzeitliche Versteigerung findet am Freitag hier im Wege des Pfandveckaufs statt. Es wird da nämlich eine komplette Flugmafchine (Eindecker) »nach dem System Barromeo mit 45pferdigern Motor und sonstigen Zu- behör- und Ersatzteilen öffentlich durch einen Gerichtsvollzieher versteigert werden.
* Frankfurt a. M., 30. Aug. 1910. Der galizische Jieid)39tof Joseph Duni-Bockowsky wurde hier wegen Betrügereien verhaftet.
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* Die deutschen Erfindungen auf dem Gebiete der Luftschiffahrt machen den Engländern mehr Sorgen, als sie es zugestehen wollen. Ihre Taten beweisen es. Im Kanal unweit Plymouth werden jetzt von der englischen Regierung Schießversuche auf Aeroplane unternommen. Ein Kreuzer fuhr gestern auf die hohe See hinaus und ließ dock Drachen bis zu einer Höhe von 3000 Fuß aufsteigen. Von den Drachen hängen Drähte herab, an benen weiße Scheiben in Form von Aeroplanen angebracht sind, die bis zu einet Höhe von 1800 Fuß aufgezogen werden können. Auf diese Scheiben wurde <"ann von Schissen der Schlachtflotte mit Schnellfeuergeschützen geschossen. lieber die Ergebnisse ist noch nichts bekannt geworden.
** Die spanische Politik in Marokko wird wieder lebhafter, sodaß die Pariser Presse bereits eifersüchttg Alarm schlägt: Dem Echo de Paris gehen aus der Gegend von Ceuta und Tetuan Meldungen über ein erneutes militärisches Vorgehen der Spanier in jener Gegend zu. Die Spanier beabsichtigen, dasselbe Verfahren bei Ceuta einzuschlagen, wie sie es bei Melilla mit Erfolg beobachtet haben, um sich ein Hinterland 8“ schaffen. Gegenwärtig liegen bei Ceuta 15 000 -Rann Truppen, die auf 30 000 verstärkt werden fallen. Es werden zu diesem Zweck Baracken gebaut. x-re -ruppen sollen jeden Augenblick bereit gehalten werden, ms Feld zu ziehen.
♦* Rußland fühlt sich durch den Verkauf einiger Zutscher Kriegsschiffe an die Türkei lebhaft beim- ruhigt, da ic.t ia die —Urten im Schwarzen Meere den Ruffen nicht mehr unterliegen, sondern ebenbürtig sl.nd- D°h-- wird letzt lI? russischen Marineminist ° rium schleunigst der Plan zur vier neue Schlackttsck ffe für die Schwarze,Erstatte ausgearbeitet Die Nm für diese Schlachtschiffe sollen sich auf'12 Millionm Rubel belaufen, ferner soll die Schwarzerneerflatte eine große Unterfeebootflottille erhalten. Der Ron dieser Flottille wird einer Petersburger Werft über« werden.
♦ ^Präsident Roosevelt entwickelt sich auch in seu.er Heimat mehr und mehr zum Popularitäts- Hascher. Er hat in einer Rede in Tender (Colorado) den obersten Gerichtshos^in äußerst scharfer Weise angegriffen, west er das Streikpostenstehen als ungesetzlich untersagt habe. „Die Richter", rief Roosevelt aus, „sind zwar ehrliche Männer, aber sie sind alte Fossilien. Es sind dieselben Männer, die behaupten, die Freiheit und Gesundheit junger Mädchen werde
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