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Vievrlag kn 16. August 1910.
57. Jahrgang.
* Müaer U Zeitung *
2. Blatt
Brntf und Verlag der Znldaer rlctlendrxkerei hi Mdo.
K Der alte Ladenhüter von 1887
Deutsches Reich.
Die Nationalliber a-
l en!
Ausland
Kleines Feuilleton
— Ein neues System für drahtlose Telegraphie hat soeben, wie aus London berichtet wird, seine Feuerprobe bestanden. Es handelt sich um ein neues Verfahren, das von dem jungen deutschen Baron von Lepel, der früher bei den 8. Ulanen stand, erfunden worden ist und eine wesentliche Vrteirssachung und Verbilligung der drahtlosen Tükegraphir zur Folge haben soll. Die Bedeutung des neuen Shstenis liegt vor allem darin, daß ungleich weniger elcktrische Kraft erforderlich ist, als bei der jetzt üblichen drahtlosen Rachrichtenübsmittlung. Daher verbilligen stch die Anlagekosten außerordentlich. Die LepeWe Methode bedient sich musikalischer Noten, deren
Klänge von den Empfangsapparaten auch bei dm größten Entfernungen klar und fehlerfrei ausgenommen werden können. Dir Nachttchttn werden also in TS- nen gegeben; Das bringt den Vorteil, daß Störungen durch andere Meldungen vermieden werden, weil der Telegraphist durch die einfache Bewegung eines Hebels in solchm Fällen die Tonart umstellt. Es ist gelungen, die englische Nationalhymne von Slough nach Paris und Brüssel zu telegraphieren; an beiden Empfangsapparalen hörte man deutlich die Melodie.
— 900 Millionen künstliche Zähne. Im allge- meinm macht man sich keine richtigen Vorstellungen
* Hersfeld, 13. Aug 1910. Der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde hielt gestern und vorgestem hier seine 76. Mitgliederversammlung unter Vorsitz des Gmerals Eisentraut-Caffel ab. Nach dem Jahresbericht ist die Zahl der Mitglieder wiederum gestiegm; sie beträgt zurzeit 1926, darunter 15 Ehrenmitglieder.
* Witzenhause«, 12. Aug. 1910. In der gestrigen Stadtverordnetmsitzung wurde beschlossen, dem Sparund Bauverein ein Darlehn von 12 000 Mk. zum Bau von Arbeiterhäusern zu bewilligen. Die Veteranen sollen dadurch geehrt werden, imß ihnen gelegentlich des Erntefestes zur Feier der 40. Wiederkehr des Sedantages Einladungen zum Festfrühstück zuteil werden.
* Treysa, 12. Aug. 1910. In Giliserberg entstand zwischen dortigen und i t a l i eni s ch en Arbeitern in einer Wirtschaft eine wüste Schlägerei, wobei Biergläser, Messer und Mistgabel ein; Rolle spielten. Einer der Italiener, der sich besonders rabit benahm, wurde überwältigt, festgebunden und dann schwer mißhandelt.
* Darmstadt, 13. Aug. 1910. Gestern nachmittag iel auf der Heidelberger Chaussee der Gefreite Hannemann von der 2. Batterie des Feldartillerie- Regiments No. 25 vom Pferde und geriet unter die Räder des Batteriewagens, von denen er überfahren und getötet wurde.
Im Jahre 1854 wurde Pater Haßlacher zum Rektor des Jesuftenkollegs in Paderborn gewählt 1863 in seine Ordensprovinz nach Paris zurückberufen, wurde ihm dort die St. Josephsmisston für die zahlreichen deutschen Katholiken übertragen. Doch schon im folgenden Jahre mußte er diese Tätigkeit wieder aufgeben. Wir finden ihn nun die nächsten zwei Jahre zur Wiederherstellung seiner Gesundhell bei einer gräflichen Famflie in der Nähe von Marseille. Hier wurde er 1865 so krank, daß er drei Monate lang keine hl. Messe lesen und kein Brevier beten konnte. 1873 war er in Poitiss. Dort erlitt «r auch noch einen Unfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Er kitt lange und schwer und starb am 5. Juli 1876. Er Ncht nun zu Paris auf dem Kirchhofe des Mont Pamasse.
Aus dem Nachbargebiete.
* Herbstein, 13. Aug. 1910. Heute wurden es drei Jahre, daß der großeBrand hier ausbrach. Heute
schränkte Hanblungsfveiheit nach eigen« Anschauung berechtigt sei. Es wurde also vor 23 Jahren das. fette sestgestelt, was vor 5 Jahren durch den Abgesandten des hl. Vaters aufder Essener Generalversammlung unddurch ein nachfolgendesBreve andenKardinal- erzbischof von Köln bestätigt wurde: Die katholischen Bürger »nd Abgeordneten sind an die Weisungen der kirchlichen Autorität in ihren politischen und sozialen Arbeiten nur insoweit gelmnden, als diese Angelegenheften die Religion berühren (qaatenas religiösem attingnnt).
Ferner wurde in dem zweiten Schreiben Jaco- bin's klargestellt, daß der hl. Stuhl in der Septennats-
die Polen doch noch einmal gern ihrer und lassen sich an sie dann verbindende Fäden zwischen Deutschen und Polen knüpfen. RÄen im hakatistischen Geist« können unter allen Umständen nur schade».'"
Auch wir möchten glauben, daß die Kaiserrede eher auch etwas Angenehmes für die Polen enthalten und in einen freundlichen Schlußakkord ausklingen wird. Sind doch auch hervorragende Polen zu der Feier geladen, imb wird doch der Kaiser mit der Besitznahme des Schlosses zugleich Bürger der Stadt und der Provinz Posen. Die Erwarümg, die hier und da geäußert worden ist, der Kaiser werde einen neuen Erzbischof für Gnesen-Posen mitbringen, wird stch ja allerdings nicht erfüllen, aber es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Frage der Wiederbesetzung des erzbischöfl. Stuhles durch den Kaiserbesuch in Fluß kommen wird.
*♦ Aus dem Jahresbericht des sozialdemokratischen Arbeitersekrttariats Frankfurt a. M. druckt ein national»
Er begann in Heineren Sälen und zwar mir für bie Männerwelt ^«0^wissenschaftliche Vorträge zu halten, die als solche berahmt geworden sind Sie begründeten auch hauptsächlich feinen Ruf in Deutschland. Diese Vorträge dauerten in der Regel 10 bis 14 Tage und endigten mit Generalbeicht und gemeinschaftlicher Kommunion. Ueberall fanden sie dm größ- ten Anklang «nd ans affen Ständen drängten sich die Männer zu ihnm. Neben diesen Konferenzen hiett er auch sonst noch viele Borträge, so predigte er z. B. im Mai 1858 täglich m Berlin und hielt zahlreiche Priesterexerzitten ab, so in Limburg, Würzburg, Augsburg, Mainz, die immer sehr gut besucht waren.
liberales Blatt folgende Sätze ab:
Die unverantwortliche Zoll- und Steuerpolitik der Retchsregierung erfüllte die Massen mit einer ungeheuren Erregung, die agitatorischer wirkt, als die überzeugmdsten Reden der populärstm Bersammlungsredner. — — — Der Boden für die !U I Agitation ist gut vorberestet. Die bisher indifferenten
Fürst Bismarck kämpfte damals im Reichstage um das neue Septeunat Rach eingehender Prüfung entschloß sich das Zentrum, »jeden Mann und jeden Groschen" zu bewilligen, aber die Bindung
— P. Peter Haßlacher S. J
Am 14. August waren hundert Jahre feit der Ge- burt des berühmten Bolksmissionars P. Haßlacher ver- Hoffen. Pater Haßlacher stammte aus der reich mit Kmdern gesegneten Familie eines Advokaten tu Kob- leuz ^n Bonn studierte er Medizin und Naturwissev-
C1m Crin &ie Bestrebungen der deut,
scheu Burschenschaft verwickelt und schließlich wegen „Beteiligung an demagogischen Umtrieben* verurteilt unb zwar zu der unglaublich hohen Strafe von sieben Jahren Festung. '
Er verbüßte sie zunächst in Berlin und daun « Magdeburg. Eines Tages traf dock ein Sörlef von -w Hause ein, daß die Mutter im Sterben liege. Haßlacher, der an ihr mit der innigsten Liebe hing, tn dieser Lage sich aber nicht mehr zu helfen wußte, entschloß sich tiefbekümmert und gedrückt, wenigstens um die Erlaubnis zu Bitten, daß er den Rest feiner Strafe in Ehrenbreitstein verbüßen dürst. So hoffte er, wenn lhm wirklich nicht mehr vergönnt sein sollte, seine Mutter noch lebend zu sehen, ihr wenigstens im Tode " rJein- Die Bitte wurde gewährt; nur mußte schworen, sich ohne Verzug dem Festuags- m sshrnckreitstein stellen zu wollemJ" ^gekommen, horte er die Totenalocke Er
Mutter gelten und die Ahnung hie freu seinem Eide mied er mit Absicht
firh'hblE S”1 Erlichen Hause vorbeiführte unb MS Kommandanten. Dieser war von so -AN Z.ÄS.'LL *"
ist Heckbstein wieder neu aufgebaut, eine letzte Hand wird noch an das Stadtwirtshaus gelegt. Brei- ter sind die Straßen geworden, ein geräumiges Schulhaus mit großem Hof ist am Anfang des damaligen Brandherdes errichtet. Geschäfts- und Privathäuser in einfachem Landhausstiel geben dem Städtchen ein lieblicher Bild, das katholische Pfarrhaus ist wieder auf bet alten Stelle neben der Kirche errichtet. Das Stadtbfld hat sich wesentlich erweitert, indem mehrer.- Abgebrannte es vorzogen, außerhalb des früheren Stadtbereichs ihre Häuser zu errichten und so befinden stch besonders an der Straße nach dem Bahnhof zu eine Anzahl schmucker Villen, die auf den Besucher des Städtchens einen guten Eindruck machen. Die Sammlung für die Brandgeschädigten hatte die Summe vor 40 000 Mack erreicht, womit namhafte Unterstützungen zu den Baukosten gewähtt werben konnten.
* Hanau, 13 Aug. 1910. In der Diebstahlsangelegenheit des Hauptzollamtsdieners Schmidt werden täglich neue Veruntreuungen aufgedeckt. Jetzt hat ein Kaufmann Daniel Brandt aus Singapore hier an- gezeigt, daß ihm aus einem am 16. April d I. in Neapel nach Hanau aufgegebenen Koffer, der bann im Hanauer Hauptzollamt drei Wochen lagerte, eine goldene Herrenuhr im Werte von 400 Mark, ferner ein goldenes Armband im Wette von 100 Mk gestohlen worden seien. Auch in diesem Falle glaubt man, daß Schmidt die Gegenstände gestohlen und durch den Uhrmacher Knöchel hat verkaufen lassen. — Mit brr Frage, ob die Bezeichnung „Streikbrecher" eine Beleidigung barfteffc, hatte sich bie Strafkammer in ihrer gestrigen Sitzung zum zweiten Male zu befassen. Einige Bäckergesellen in Fechenheim hatten einen Kollegen zum Beitritt in den Verband zu veranlassen versucht. Im Laufe der Unterhandlung äußerte der Kollege, daß er, solange der Bezirksleitec Rumeleit, der einmal Streikbrecher in Wiesbaden gewesen fei, die Gaulettung in den Händen habe, dem Verbände nicht beitreten könne. Numeleit erhob gegen den Beleidiger Becker Klage. Das Schöffengericht Bergen sprach ihn für die Strafkammer Hanau frei, ba es annahm, Becker habe Rumeleit nicht beleidige» wollen. Rumeleit verfolgte die Angelegenheit bis vor daS Kammergettcht, das die fteisprechende Entscheidung aufhob und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer Hanau zurückwies. Die Straffammet sah den Ausdruck als beleidigend an und verurteilte Becker zu zehn Mark Geldstrafe und Tragung der Soften.
* Hersfeld, 15. Aug. 1910. Die städtischen Kör- perschasten haben beschlossen, aus Anlaß der 40. Wiederkehr des Sedantages die in der Stadt Heesfeld wohnenden Kriegsteilnehmer, die nur ein jährliches Einkommen von 420 bis 1200 Mk. haben fortan von der Zahlung der Gemeindesteuer zu befreien. Diejenigen Kriegsteilnehmer, die ein geringeres Einkommen als 420 Mk. haben, sollen ein Bargeschenk von 25 Mk. erhalten. Außerdem bietet die Stadt Hersfeld den Kriegsteilnehmern am Sedantage ein Festessen.
I fein. Man möchte eine schroffe Kriegserklärung gegen das „Sarmaientum" hören. Wir glauben dagegen, je sorgfältiger die Rede vorbereitet wird, um fo mehr wird man sich vor Schrofsheiten hüten. Gerade bei dieser Gelegenheit, die ohnehin viel Peinliches für die Polen haben mutz, sind sttedliche, freundliche und versöhnliche Worte am Platze. Man kann es doch unmöglich für staatsmännisch halten, die drei Millionen Polen, die man doch nicht ausrotten, dem Deutschtum und dem preußischen Staate noch mehr zu entfremden und zu erbittern; sondern dir Regierung und der Kaiser müffen es als ihre Ausgabe betrachten, sie trotz allem, was vorgegangen ist, zu gewinnen und zu versöhnen, die Gegensätze zwischen den Nationalttäten zu wildern und auszugleichen, nicht sie zu verschärfen. Natürlich wird die Ansprache im deutschen Sinne gehalten j sein; der Kaiser kann am wenigsten bei dieser Gelegenheit die deutsche Sache verleugnen, wo es sich um einen aus- drückttch im Interesse des Deutschtums errichteten Bau handelt. Aber wir meinen, man kann das deutsche Interesse volllommen wahren, ohne deshalb eine andere Rationalität zu verletzen. Selbst auf die Gefahr hin, daß freundliche und versöhnende Worte heute noch bei den Polen ungehvrt und ohne entsprechendes Echo vechallen sollten, würden wir solche Worte hier durchaus angebracht finden. Vielleicht erinnern sich
burgec Dom auf jener herrschen Stemkrmzel Men, non welcher einst eines Geiler von Kaifersberg unb eine« Peter Ecmisins Stimme geschallt. Unterdessen war in Deutschlanb der Revokutioussturm verrauscht; man hatte «fahren, baß mit den Altären auch die Throne wankten. Das Volk sollte wieder Religion gewinnen. Cs brachen bie Tage bet Volksmissimi an.
Emer der ersten und besten Volksmissionare toar Akter Haßlocher; er predigte zuweilen zusammen mit dem spateren Jefuitengeneral Anton Anderledy, viel ofwr noch mtt Petrus Roh. Zu diesem bildete Haß- «ewlfsernmßm eine Ergänzung. Roh rückte den Abgefallenen, den Beckommenen zu Leibe; Haßlacher wandte sich an die treuen Kinder der Kirche, an die stammen, andächtigen Christen; « klärte sie über ihre auf; er erwärmte ihre Herzen für b« holde Gottesmutter Maria. ,9to6*, so heißt es bricht, „ist Donner und Blitz, Haßlacher fteuft1 ?nn°esR Don Krefeld und
S,1’ Bonn und Wiesbaden, von Mainz und gttÄ Haßlacher eine Hauptrolle
grau^urt sah er 6000—8000 Zuhörer darunter auch viele Protestanten • W ®d feiner Schlußpredigt zu'
^^ ^^«schwaden waren gegen 20 000 Men- Anstrengungen erlag jyjSi.MwS&SS °p°lEfchen Mannes; hÄ? fKin' D«h schon öffnete
sich chm em anderer, nicht minder segensreicher Wirkungskreis.
von der ungeheuren Ausdehnung, welche die Zahn- stankheiten oller Atten haben, die zerstörend auf das Gebiß des Menschen emwicken. Auf dem 57. Kongresse der amerikanisch«, Zahnärzte sprach der Zahnarzt Fleischer aus Cinemati über die Einflüsse, welche für bie ungeheure Ausdehnung der Zahnkrankheiten maßgebend sind. Er kam zu der Ueberzeugung, daß es sich dabei sehr stack auch tun Vererbung handele, denn die Dispositton zu Eckrankungen des Zahn, schmelzes werde meistens schon bei der Gebutt erworben. Es gäbe Familien, in denen sich bloK in einigen Generationen befette unb schlecht gelagerte Zähne zeigten. Denn auch bie Lagerung ber Zähne zu einander trage sehr viel dazu bei, ob die Zähne sich späterhin stäfttg entwickeln, oder schon btt dem geringsten Ansturm, den sie zu ertragen hätten, unterliegen. Zugleich stellte Fleischer stst, daß sich der Zustand der Zähne mtt jedem Fahr verschlimmere, und zwar hauptsächlich bei dem männlichen Teil der Bevölkerung. Die Ursmhen gerade hierzu liegen wohl hauptsächlich in dem entnemnben Kampf ums Dasein, dem die Männer ausgesetzt find. Damm dürste es nicht Wunder nchmen, daß der Verbmuch von künstlichen Zahnen ein enormer sei, und fich in den Vereinigten Staaten von Amerika allem im Laufe eines Jahres mit 170 Millionen beziffern lasse. In den beiden Erdteilen, Europa und Amerika dürfte der Verbrauch ungefähr 900 Mill, künstliche Zähne im Jahre betragen. I.
— Wieviel Schritte macht eine Kellnerin? In ein« bet großen Münchener Wirtschaften mit Biergarten hat eine Kellnerin mit einem Schrittmesser ihre Tagesleistung ststgestellt. Sie hat an einem Tage von 10 Uhr morgens bis MUternacht 58000 Schritte zu 70 Zentimeter, also 40 Kilometer, zuttickgelegt, was einet Marschleistung von acht Stunden gleichkommt. Und nun denke man noch an die großen Lasten von Maß trügen und schweren -spexfebrettern, die die Kellnerinnen schleppen, an baS Tempo und den Kiesboden, auf dem die in den Garten Angestellten ihre Arbeit verrichten, und man wird zu dem kommen, welche erstaunlich harte Arbeit von Frauen geleistet wird.
trum unb bie Konservativen die Steuern bewilligten; Steuern, bie von ben Liberalen genehmigt werden, zahlt das Volk dagegen mit Begeisterung und Wonne.
... ... „., ........ , , c , Davon verrät ber sozialdemokratische Jahresbericht
.prüfung entschloß sich das Zentrum, „jeden Mann I ** D»e Kaisettage i« Posen. Wie bekannt, wird I aber gar nichts. Und nun ein paar Fragen unb ihre
I. £ droschen ^bewilligen, aber die Bindung I der Kaiser am 20. August mit großem Gefolge in Po-1 Antwort: Wer hat nicht nur 310 Milli. Mk. inbirek- hrL r aot? un£ höchstens auf I sen eintreffen unb bas neuerbaute Schloß bmch einen ler Steuern, die der „schwarz-blaue Block* zugestanden
™ ■^^LP:tr’ÄäiyU0ttn-1 feierlichen Akt in Besitz nehmen. Daß es sich dabei hat sondern sogar 400 Mill Mk. solcher Steuern be-
JfTÄrh. ff e ffeben Jahre. I zugleich um einen politischen Akt handeln wird, wiffigen wollen? Die Nationalliberalen
General fmlnJrftnnhin man daraus zu entnehmen, daß die Rede, die der Wer wollte nicht das Reichstagswahlrecht für die äRaf»
SnS feffie S S ÄSSÄI Kass« bei diese/ Gelegenheit halten wird, ungefähr sm? Die Nationalliber alenl Wer hat so- lick bat man fiA t<3—toie eine Thronrede von den verantwortlichen Ratge- 8ar das bestehende Dreiklaffenwahlrecht in Preußen
wobei fick der ^iebe biSeht LnwS&t6 9t bcrn Kaisers vorbereitet und festgestellt wird. Es durch Beseitigung ber Drittelung in ben Urwahlbe-
bem Qamnfe firf> also gewissermaßen um eine programmartige Aken noch verschlechtern wollen zu ungunften ber
bie Kundgebung handeln. Daß st- aus dem Rahmen un- Massen und des Mittelstandes? Die N a t i ° n a l -
Partei bestand wanRe E» Msmarck feret Polenpolitik herausfallen werde, Ist natürlich liberalen! Wer bekommt daher die meisten Hiebe
Und K-Mn-! M’fÄ ”?“?« Bl-,. | bn. d-» «-s-d-chl-»? D„ N -11 - n -1 l l b - -
Abschluß des KutturkampfeS brachte es mit sich,der Zentmmspreffe wieder pol- daß der hl. Stuhl auf das Wohlwollen des allmäck- j *! 8 [ ffer touri)e- bemerk ixe „©ernt. :
tizen Reichskanzlers unb Ministerpräsidenten ben b.a3 «3ft, 17 Entwurf der
ÄÄÄstesss auf bte. ZeiwtumKsraktiou zu Gunsten des Sepien« I soll eine Mahnung zu einer Rede im Hakatisien-Sinne naiv etnrotrfen, glaubte der Sarbinalftaatsfelretät1 r"‘" em---’ ' * ' - " ~ .....
Jaeodini ihm insofern willfahren zu sollen, als ei dem Vorsitzenden der Zentrumsfraktton Freiherrn v. Franckenstein bie Wünsche bes hl. Vaters hiw- sichtlich ber Annahme des Septennats übcroritttelte. Frhr. v. Frankenstein antwortete in einem Schrecken, von dem bte .Frankfurter Zeitung^ sagte, daß mau nicht beff« die Ehrerbietigkeit und bie Festigkeit vereinigen föirae. Der Inhalt gipfelte in der Festelttmg: bie Zentrumspartei kann nur bei der Selbständigkeit «. Unabhäugig- keit in poiit ischen Dingen bestehen; wenn der FottbestandbesZenttmnsaufderbisherigenGruitdlage nicht mehr erwünscht fei, mürben ete. feine Frermbezum V«zichi auf ihre Mandate bereit sein. Darauf ev>! ging ein zweites Schreiben des Kardinalstaats, sekretärs, das alle Mißverständnisse ausräumte mit der bestimmten Erklärung, dem Zentrum in seiner Eigenschaft als politische Partei sei stets unumschränkte Freiheit eingeräumt wordeu. An der durchschiagenden Bedeutung dieser Anerkennung wurde nichts geändert durch ben Vorbehalt, der für jeden zrvtholiken selbstverständlich ist, daß in kirch-1 lieben Angelegenheiten rncht dieselbe nnum-!
L Dir Vergewalligmig Marokkos wirb in Paris mit ungewöhnlichem Eifer betrieben. Jetzt hat man es anscheinenb auch fertig gebracht, ben neuen als deutschfreundlich verschrienen Sultan unter die Botmäßigkeit Frankreichs zu bringen. Triumphierend wird m Pariser Blättern verkündet: Der Spezial- gesmidte des Sultans von Marokko, El Moktt, wird sich nach Paris begeben, um mit der französischen Regierung Über bte Köpfe ber Behörden von Fez und Tanger hinweg ein neues Abkommen von außerordentlicher Wichtigkeit abzuschließen. Sobald dieses Abkommen zustande gekommen sein wird, will sich Mulei Hafid nach Rabat begeben und bort mit dem französischen Gesandten zusammentreffen, um das Abkommen endgültig zu ratifizieren. Diese Nach» ttcht dürfte, wenn sie auf Wahrheit beruht, von weittragender politischer Bedeutung fein. — Natürlich würbe ein solches Abkommen trotz ber vielgepriesenen Schlauheit dieses El Mokri nichts anderes bedeuten, als eine weitere Entkleidung des Sultans von Marokko von seiner Nachtbefugnis in seinem Reich.
Herr Basserrnann hatte nenltch ferne Äb« sckiedsred« gewürzt mit dem Vorwutt gegen das Zentrum, daß eß »sich auch in pollttschen Tragen gelegentlich von Instanzen führen lasse, von denen eine so empörende Beleidigung des Protestanttsmus aus gehen konnte". Dazu war nebenbei zu bemerten, daß die Enzyklika sich nicht gegen bte heuttgeu, in dem Bekenntnis ihrer Väter aufgewachsenm Protestanten richtet, sondern gegen diejenigen Personen des 16. Jahrhunderts, insbesondere bie ttasteruschen, welche den Bruch mit ber Lehre und bet Ladung
ihrer Mutterkirche herbeiführten. Tonn war bet fragt keine Srfehbe, sondern nm Wünsche auS- Kernpunkt bet Baflermann'schen Bemerkung als eme! gesprochen habe, unb zwar in der Erwägung, daß tatsächlich unbegründete Verdächtigung zurüttzu-1 es unter den obwaltenden Verhältnissen für bie weisen. Mit Recht war in einigen Zcnttwms- Lage bet Kirche vorteilhaft sei, fich bem Staate blättern ber Vorwurf b« Abhängigkeit ttt polmschen l willfährig zu zeigen, bie Regierung sich »u ver- Dingen als ein „alter Ladenhüter" bezeichnet unb I pflichten.
auf die bekannten Vorgänge von 1889 bei bei | äl§ der Wahlkampf um das Septeunat ent» Septennatswahl verwiesen worden als eme« klaren I brannte, nötigte Fürst Bismarck den hl. Stuhl zur Beweis für bie Selbständigkeit des Zentrums ml Veröffentlichung der Korrespondenz, die aller polftischen Dinge». I Wahrscheinlichkeit nach zunächst als ein vertraulicher
Ter Oberst v. Pöllnitz, ein Mitglied der! Meinungsaustausch betrachtet worden war. In. ayuauu,i M1 yut uuiucicu«. utsyn uiuinerenien „Deutschen Vereinigung", sucht die Bewnskraft bet I der so entstandenen schwierigen Lage leistete der Massen sind in eine natürliche und eine nur zu begreif- Vorgänge von 1887 zu bestreiten tn einer Zuschrift I Abg. Wmbthorst das feinste Meisterstück seiner I liche Erregung durch die Regierungsmatznahrnen selbst an die „National-Ztg." Er beruft fich dabei auf > politischen Kunst durch die Rede aus dem I getrieben worden. Auf der einen Seite unerhötte Ver- iMajunke's Geschichte des Kulturkampfes, bie nachI Gürzenich in Köln, bie der Zentrumspattei bie I teuerung aller Lebensbedürfnisse durch indirekte Zölle seiner Ansicht „eine sicher nicht der Zenttumsfeinb» 1 volle Klarheit, Einigkeit und Fuvetsicht sickerte. I unb Steuern, auf ber anderen Seite ärgste Verhöhnung Weit zu verdächtigende Quelle" ist. Der Herr Ms nun die Wahl trotz der Unerschüttettheit des R«
Oberst scheint nicht zu wissen, baß Paul Majmcke I Zentrumsturmes eine Mehrheit für das Septeunat qö» au?-ur^Ernte^ entgegen. Stutzen rotr die in dieser Frage wie in manchen anderen feine ergeben hatte, so daß bas Zmtrum nicht mehr aus- 0 Wow die nativnaliberale Welsbeit bemerkt- Die eigenen Kege ging unb mit der Anschauung und schlaggedenb war, glaubte bie Zentrumsfraktion von I FrE^^wer bie tote Flut-mm Aeiaen Gebrockt bat ysi i N b t b 0 r st verkorverten nicht immer In i 1 n. nemnrbenen svptn .t.cpi,p,,' nx ...I kann leib« kaum anberS fceanttoortet werden." Mit
r3 ? ° t bo r )t vetkotpetten, nicht immer tn Harmonie los gewordenen Nein absehen unb sich mtt bet nnhprpn $ranrfp„. Di- neuen „nd di- stanb Wer historisch-politische Artikel Über jene Stimmenthaltung begnügen zu können. Diese rück- terte ®aMce orm iollen das Anwacks^n der slia - Per-od° der Parteipolitik schreiben will, darf eigent- sichtsvolle Form änderte natürlich nichts an der bewittt 2en Es kommt uns so vo^als
lich über das Verhältnis zwilchen Majunke unb Tatsache, daß die Partei ihre Selbständigkeit in d»«
füt unferen $cil „berufen tiuf tenwn | QQt. ttuebfol^ßtiben 23 I erteoen unb uon ben ®oii(ilbeniofrn=
unb bip p n ft ä rf 0 ' KMusttt I itui) I ten zur Agitation ausgenutzt werden, wenn das Zen-
und die Aktenstücke, die allgemein bekannt find i und Pollmtz. 1 • - ' - —-v
und jedem ein selbständiges Urteil erlauben. I —————