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37. Zahrgau^
Waer U Leitung *
2. Blatt.
»nid und Verlag der Fuldaer Actlendruckerei . in zuwa.
Deutsches Reich.
= Saarabische Kulturbilder.
Der Geist der Herren Stumm und Hilger lebt I immer noch in den kohlenreichen Gefilden SaarabienS. Die Namen lauten anders, die „Aera" aber ist dieselbe geblieben. Gegenwärtig haben in der Drangsalierung brr Arbeiter die Röchlinaschen Eisen- und Stahlwerke In Völklingen die „Führung". Selbstredend steht der „gelbe" Hüttenverein, dieses Universalmittel saarabischer Scharfmacher, im Mittelpunkt des Treffens. Interessant dort ist, wie er ins Leben gerufen wurde. 1885 wurde der Hüttenvereiu als Nnterstütz- ungsverein für die Arbeiter des Eisen- und Stahlwerkes gegründet. 3lls nun vor einigen Jahren das „gelbe Fieber auch die Hüttenherren an der Saar ergriff, sollte auch der Unterstützungsoecein zum gelben Hütten- verein werden. Es wurde beschlossen, daß Kaffenmitglieder, die einer gewerkschaftlichen Organisation angehören (gemeint waren die christlichen Gewerkschaftler) fick selbst aus der Kaffe ausschließen. Daß dieser allem Recht und jeder guten Sitte hohnsprechende Beschluß die Genehmigung der Regierung nicht fand, ist mehr als selbswerständlich. Doch die Herren wußten sich zu helfen. Es wurden nun einfach die Mitglieder des Krankenunterstützungsvereins gezwungen, den Verein aufzulösen, mit den Geldern wurde dec gelbe Hüttenverein gegründet, und jetzt wurde mühelos im Statut festgelegt, daß Mitglieder des Vereins nur sein und bleiben dürfen, die weder gewerkschaftlichen noch sonstigen Bemfsvereinen angehören, noch Versammlungen dieser Vereine besuchen. So waren das Gesetz und Regierung graziös umgangen, und erreicht war noch mehr als man anfänglich wollte. Neben den christlichen Gewerkschaften konnte man jetzt auch den „sonstigen Berufsvereinen" an den Kragen, sobald man Lust hatte. Die kam bald, denn mit dem Essen kommt bekanntlich der Appettt. Weil in den katholischen Arbeitervereinen die „Westdeutsche Arbeiterzeitung" als Fachorgan gehalten wird, — der „Vorwärts" liegt offiziell auf im Hüttenverein — machte am 3. Juli d. I. die Verwaltung der Röch- lingschen Eisen- und Stahlwerke in Völklingen durch Anschlag die Ausfordemng an die katholischen Arbeiter bekannt, aus dem katholischen Arbeiterverein auszutreten, widrigenfalls sie aus dem Hüttenverein ans' geschlossen würden. Die Entrüstung darüber war unter der katholischen Arbeiterschaft groß; die Austritte wollten nicht erfolgen. Nunmehr hat die Leitung des Hüttenvereins über 80 katholische Arbeiter, die sich ihre Religion nicht abkaufen lassen woll- ten, aus dem von den Beiträgen auch der katholischen Arbeiter gegründeten Verein ausgeschlossen. Stolz braucht die Verwaltung der Völklinger Hütte auf diese Kulturkampfsleistung nicht zu fein. Und auch kaum froh und zufrieden wird sie mit dem „Erfolg" werden. Die Quittung wird bei den Wahlen im nächsten Jahre schon ausgestellt toetben, vermutlich auch Herrn Abgeordneten Röchling selber, der selbstverständlich nationale und liberale Couleur vertritt.
.'. Ta murrt kei« Mensch, außer in Frankreich. Das Kohlensyndikat hat die Kokspreise um 2 Mark pro Tonne erhöht; niemand wehrt fick, sondern man zahlt. Wenn das Reich 2 Mark Steuer ani den Koks erheben würde, wollten wir den Lärm hören. In Frankreich denkt man anders, dessen Kokserzeugung bislang nicht ausreichie und das jährlich PI«—2 Millionen Tonnen ausländischen, hauptsächlich deutschen Koks einsühren mußte. Man beabstchtigt dort, aus dem gegenwärtigen hohen Stand der Kokspreise Kapital zu schlagen und die eigene Koksproduktion erheblich zu vrrgrößerri. Line Reihe von nordfranzösischen Bcrgwerksgesell- schaften ist zurzeit damit beschäftigt, neue Kokerei- anlagen zu bauen und die bestehenden zu vergrößern. Die Steigerung, die dadurch die französische Rots» erzeugung erfahren würde, wird in einem Fachblatt bereits auf 8'00000 bis 1 Million Tonnen pro Jahr veranschlagt.
* Dem Evangelischen Bund in Hessen bat seine Intoleranz einen schlimmen Streich gespielt. Wir lesen in Nr. 8 der.Südwestdeutschen Schulblätter', des Organs des badischen Philologen» verein«, folgende Erklärung des Herrn Gym- nasialdirettors Marlens von Donaueschingen:
.Namen? deS .Hauptvereins des Evangelischen Sundes für das Großherzoglum Hessen" versendet Herr D. W a i tz an die hessischen höheren Lehranstalten einen Aufsatz aus dem „Hessischen Kuchenblatt", betitelt „Die in den höheren Schulen Hessens eingeführten Lehrbücher der Geschichte und deren konsessioneüe Stellung“. Zum Schluß sagt der Verfasser: „In den» jenigen höheren Schulen, in denen die Mehrzahl der Schüler evangelisch ist, haben wir das Recht, die Ent» fernung der Martens'schen Lehrbücher zu fordern.“ Begründet wird diese Forderung damit, daß ich Katholik fei, daß in meinen Geschichtsbüchern „die katholische Auffassung zugrunde liege und überall bei gegebener Gelegenheit unzweideutig hervortrete". Demgegenüber erkläre ich, daß ich nicht Katholik, sondern Protestant bin, und weise die Behauptung, daß in meinen Geschichtsbüchern „katholische Stimmung
und Auffassung" herrsche, als eine Entstellung des wirklichen Sachverhalts mit aller Entschiedenheit zurück.
Diese Erklärung zeigt klar und deutlich, daß eS dem Evangelischen Bunde selbst ein Pro- testank, der objektiv denkt und urteil', nicht mehr recht machen kann. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, daß der Evangelische Bund eine objektive Geschichtsauffassung, die auch den Katholiken gerecht wird, nicht kennt.
Aus Uirche und Schule.
* Herbst-Wallfahrt nach Mailand und Rom. Der Verein vom hl. Lande wird im Oktober dieses Jahres eine Wallfahrt zum Grabe des hl. Karl Borromäus und nach Nom verunstalten. Kardinal Fischer, Erzbischof von Köln, hat seine Teilnahme am Pilgerzuge zugesagt.
Aus dem Nachbargebiete.
* Dieburg, 2. Aug. 1910. Als der Gastwirt Hornung in seiner Scheune mit dem Fortschaffen von Heu beschäftigt war, fiel er vom Gebälk und trug lebensgefährliche innere Verletzungen davon.
* Kassel, 2. Aug. 1910. Auf dem Wege von der Reichsbanknebenstelle nach der Leipzigerstraße verlor dieser Tage der Angestellte einer hiesigen Firma einen leinenen Beutel, in dem sich 4 Eintaufendmarkscheine und zirka 300 Mk. in Zwanzigmarkstückeu befanden. Auf dem Holzmarkt wurde der junge Mann feinen Verlust gewahr und eilte angsterfüllt den Weg zurück, den er gekommen war, überall nach dem verlorenen Beutel spähend Aus dem Königsplatz, wo er vorher etwas Obst ge- kauft, tief ihm eine Hökerin, als er betrübt an ihr vorbeischreiten wollte, zu. ob er denn seinen Beutel nicht mttnehmen wolle, den er vorher an ihrem Verkaussstande habe liegen lassen. Rasch nahm er den dargereichten Beutel in Empfang, überzeugte sich von der Richtigkeit des Inhalts und kaufte dann in seiner Herzensfreude der ehrlichen Frau einen ganzen Korb Obst ab, das er unter eine Schar Kinder verteilte.
* Wabern, 2. Ang. 1910. In Gegenwart zweier Gerichtsärzte nahm daS Amtsgericht Fritzlar am 30. Juli die Sektion der Leiche der ledigen Elisabeth Schneider vor, die dieser Tage ganz plötzlich gestorben ist. Wie verlauiet, soll das Mädchen von einem auswärtigen Kurpfuscher behandelt worden fein.
* Gera, 2. Aug. 1910. Die Strafkammer verurteilte den oorbeflraiten Pferdehändler Richard Schmeißer aus Schwarzbach wegen Wechscl- sälschung zu einem Jahre Zuchthaus.
* Mainz. 2. Aug. 1910. Hier hat sich die Frau eines Pollziehuugsbeamtkn mit Lysol vergütet; sie starb bald darauf im Krankenhause. — Der Sohn des Kapitäns des Schiffes „Colonia IX" au- Oberwejel ist hier von dem Schiff in den Rhein g e ft ür z t und ertrunken.
♦ 8rch. 2. 91h». 1910. Gelegentlich der Kanalisierung einer Siadkgafse wurde hier ein gemauerter un tetirbifdier Gang eutdcckk, der nachdem Södelhvß einer ehemaligen Freistätte für Verfolgte, fühlte. DaS Mauerwerk befindet sich etwa zwei Meter unter der Obeifläcke und isi aut erhalten.
vermischtes.
* Sind die christlichen Gewerkschaften polilischk 8ereute? Bon dem Vorsitzenden der Fahlstelle des christlichen Bauarbeiterverbandes in Putzig, West- preußen, forderte die Polizeibehörde unter Berufung auf die Vereinsgefetze die Einreichung der Statuten und des Vorstaiidsverzeichnifles. Das wurde ver- weigert, worauf bet Vorsitzende eine Polizeistra e von 3 Mark erhielt. Die angerufene richterliche Entscheidung stellte sich auf den Standpuntt der Polizeibehörde und beließ es bei der Strafe. Dre hiergegen eingelegte Berufung kam am 23. Juni vor der Fetieustraf kämmet zu Danzig zur Erledigung. Trotz Hinweis auf eine eutgegenstehenbe Enlfcheidung deS Reichsgerichts und der Versicherung des Reichskanzlers bei bet Beratung des Vereinsgesetzes, wonach die Gewerkschaften nicht unter den Begriff „politische Vereine" fallen sollen, kam, der ,K.-V.' zufolge, die Strafkammer zur Verurteilung. In der Begründung bes Urteils würbe ausgesührt, der Verband erstrebe eine allseitige Vertretung der Ge- werkschaftsntteressen. Das sei ihm aber nur möglich, roten er eine gewisse Einwirkung auf die Gesetzgebung erlangt. Dazu fei die Ausstellung eigener Kandidaten ober bie Unterstützung solcher einer Par- tei nötig. Da bet Verband ferner Anleitung bei (fatalen) Wahlen gebe, wolle er Einfluß auf bie BerwaUuvg des Reiches erlangen. Das feien poli- tische Fragen, daher sei der Verband als ein politischer Verein zu erlläreiL Gegen das Urteil ist Berufung an bas Reichsgericht eingelegt
♦ Em wichtiges Urteil m dem «erztestreit hat daS Landgericht Köln gefällt. Etn Ifart hatte sich OT« Gablung von 3000 Mk. bestimmen lassen, sich dem Lerp- ziqer Verband gegenüber auf Ehrenwort und gegen eine Koiwenttonalstrafe von 3000 Mk. zu verpflichten, innerhalb zehn Jahren an keinem Orte Deutschlands, wo Streitigkeiten zwischen Aerzten und Krankenkaffen ausgebrochen sinb, ärztliche Tätigkeit auszmibm. Gleichwohl ließ sick der Arzt im Februar 1909m Köln nieder und wurde Krcmkenkassenmzi. Daraufhin klagte der Verband in Leipzig beim dortigen Landgericht dre Konventionalstrafe ein. Das Gericht entschied jedoch, daß der Vertrag, in dem der Arzt seine Freiheit verkaufte, den guten Sitten zuwider und deshalb u n g r l- t i n fef Nun verklagte der Verband den Arzt betm Kölner Landgericht auf Herausgabe der als Gegenleistung für dessen Verpflichtung gezahlten 3000 Mk. Denn wenn der Vertrag ungiltig sei, so habe dec Arzt auch diesen Betrag unrechtmäßig erhalten Das Gericht wies aber den Verband auch hier ab. Es liege zwar hier, sagt das Urteil, auf beiden Setten ein Verstoß gegen die guten Sitten vor. Das B. G.-B. bestimme aber für solchen Fall beidersettigen unsittlichen Verhaltens in § 817, daß die Rückforderung des Geleisteten ausgeschloffen sei.
* Ein gemaßregelter Eisenbahner, yn der Münchener Eisenbahnhariptwerkstätte hatte ein sozialdemokratischer Werkstättenarbeitec wiederholt christtich gesinnten Arbeitskollegen in spötttsch höhnischer Weise die Worte „Gelobt sei Jesus Christus" zugerufen. Der Arbeiter wurde nach Untersuchung des Vorsalles von der Eisenbohndirektion München entlassen. Die Strafe ist bart, aber wohl verdient. Nur durch energisches Eingreifen kann der sozialdemokratische Terrorismus aebrochcn werden.
* Mit Gewalt zum Einsturz gebracht hat man zu Borken in Westfalen in der Nacht zum Sonntag das alte, baufällige Nathan s. Vor einigm'Wochen hatte man mit dem Abbruch begonnen, weil das Haus zahlreiche Risse zeigte, jedoch war auf Anordnung der Regierung der Abbruch wieder eingestellt worden, mit der Begründung, daß höhere Kunstintereffen gefährdet würden. Tie Bürgerschaft verlangte jedoch den Ab- bruch des Rathauses, weil es historisch uni) architektonisch völlig wertlos sei. Es fft festgestellt, daß der Zusammenbruch gewaltsam herbeigeftihrt ist, indem von böswilliger Hand mehrere Pfeiler zu Fall gebracht wurden.
* Wegen Lvhndifferenzen sind in P a r i s die Dachdecker sowie die Blei- und Zinkarbeiter in den allgemeinen Ausstand getreten. Es kommen mehr als 12,000 Arbeiter und 1200 Unternehmer in Frage.
* NöinischeGräber wurden bet Belmonte entdeckt. In den zwei 4.50 Meter langen, 1.80 Meter breiten und drei Meter tiefen prähistorischen Gräbern lagen reichbekleidete Frauenskelette. Bet jeder Leick>e •ag ein bronzener Krtegswagen, Waffen und kostbarer Schmuck in großer Menge. Die Gelehrten sind der Ansicht, es seien vielleicht die Gräber der von Birgit erwähnten Jungfrau Camilla, der sagenhaften Königin der Volsker, und einer ihrer Genossinnen.
** Ein ganzes Dorf auf de- Flucht vor der Cholera. Im Innern Rußlands sind die Schrecken der Cholera so groß, wie man es bisher noch nicht erlebt hat. Die Berichte darüber werden unterdrückt oder verbessert, damit eine richtige Vorstellung nicht Platz greift. Die ungeheure Anzahl vott Todesfällen, besonders in Dörfern, hat aber bie ländliche Bevölkerung im höchsten Grade beunruhigt und sie sieht mit Entsetzen den kommenden Tagen entgegen. Im Gouvernement Tarn-
Dorf, da sie glaubten, baß sie für das Verlassen der Heimat bestraft würden. ES gelang erst nach vieler Mühe einigen Beamten und Aerzten, die in das rasende Dorf geschickt waren, die aufgeregten Gemüter zu beruhigen und sie zu veranlassen, lieber hygienische Maßnahmen zu treffen, als nach einem ungewissen Zicke zu wanbern, wo sie von der Cholera ebenso wenig sicher waren wie wo anbers.
* Infolge einer Friedhofsschändung tarn es in Io k chani (Rumänien) zu blutigen Straßenkarnpfcn. Sonntag früh wurden eine Anzahl Grabmäler des jüdischen Friedhofes zerstört^ vorgefunden. Leichen waren ausgegraben unb die Schädel der Verstorbenen in den umliegenden Straßen vor die Türen der Juden gelegt worden. Bald wurde der in der Nähe des Friedhofes wohnende Weinhändler Straßei als der Urheber der Schändung ermittelt. Zahlreiche Juden und christliche Bewohner der Stadt zogen vor sein Haus. Sie stürrntm den Eingang, drangen die Treppe empor und wollten Straßei lynche n. Dieser schoß auf die Eindringlinge und verwundete mehrere von fönen schwer. Als Polizei zum Schutz des Weinhänd- lers und seines Eigentums erschien, mußte sie von ihrer Waffe Gebrauch machen, um die wütende Volksmenge zurückzudrüngen. Es kam in den Straßen der Stadt zu einem regelrechten Kampf. Zahlreiche Verwundete Mißten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Polizei verhaftete über 50 Personen.
— Kleiner Unterschied. Herr: „Sie wollten doch einen neuen Motor für Flugmafchinen erfinden! Sind Sie denn schon 'mal damit aufgestiegen?" — Erfinder: „In die Luft ist mein Motor schon 'mal geflogen! In der Lust — soweit bin ich noch nicht I"
— Summarisch. „Sie müssen schon entschuldigen, daß ich noch so spät zu Ihnen komme, Frau Nach- darin." — „Das hat n'chts zu sagen." — „Aber Ihr Mann wird halt jeden Augenblick heimkommen." — „Der hat auch nichts zu sagen."
Literarisches.
Biblische Zeitfragen, gemeinverständlich erörtert. Ein Broschürenzyklus, herausgegeben von Professor Dr. I. Nikel-Breslau unb Professor D. I. Rohr-Straßburg. Dritte Folge. Heft 7; Dr. Alois Schmitt, Professor in Offenburg: Bibel und Naturwissenschaft. — Preis 0.60 Mark Subskriptionspreis für die dritte Folge (12 Hefte) 5,40 Mark (pro Heft 45 Pfg.)
Die vorliegende Frage steht in ganz inniger Beziehung zum Jnfpirationsbegriff. Darum mußten zunächst die Anschauungen der Theologen über diesen erörtert werden. Zwei Richtungen stehen sich hier innerhalb der kath. Theologie gegenüber. Die einen behaupten, die Inspiration habe notwendig zur Folge, daß alle Anschauungen, die in der Bibel zum Ausdruck kommen, einerlei ob sie den eigentlichen Lehrgegenstaud bilden oder nur Mittel zur Darstellung sind, frei von Irrtum sein müßten. Die anderen sind der Meinung, daß eS sich mit der Inspiration recht gut vereinbaren lasse, wenn man an« nimmt, daß die biblischen Schriftsteller auch unrichtige Anschauungen ihrer Zeit als Mittel zur Darstellung gebraucht hätten. ES werden nun in vorliegender Untersuchung die in der Bibel enthaltenen Anschauungen, be anders soweit sie das allgemeine Weltbild betreffen, zusammengestellt. Dabei zeigt es sich, daß sie alle recht gut miteinander harmonieren und sich zu einem einheitlichen Weltbild zusammenschließen.
b o w richtet bie Cholera besonoers starke Verheerungen an, da bie gesundheitlichen Verhältnisse höchst trübe sind. Als im Dorfe Wohnercz die Kunde davon kam, daß in der benachbarten Stadt die Cholera ausgebrochen sei, ergriff die Leute eine Panik und sie beschlossen, das Torf zu verlassen und vor der Cholera zu ssichen, trotzdem sie in verhältnismäßigem Wohlstände lebten. Aber sie wollten lieber ihre Habe im Stich lassen, als dem grausigen Gesellen begegnen. Gesagt, getan. Noch am selben Abend machte sich das Dorf auf und verließ die Heimat. Selbst gebrechliche Greise schlossen sich dem seltsamen Auswanderungszuge an und wurden zumteil auf Wagen mitgefahren. Nur zwei Menschen blieben in dem Dorf zurück, nämlich ein gOnförigcr Greis, der in seiner allen Hütte sterben wallte, und ein Krüppel, der keine Verwandte im Dorfe hatte. Das Zick der Wanderschaft war den Dorf- genoffen unbekannt. Sie wollten nur vor dem bösen Feinde, der Cholera, flüchten. Aber sie ahnten nicht, daß der grausige Gast schon in voller Furchtbarkeit unter ihnen weifte. Unbehindert von ben Entfernungen war er pfeilschnell von der Stadt auf das Dorf geeilt und hatte die Flüchtenden noch erreicht. Ermüdung unb Hunger schafften ihm gerade unter den Flüchtlingen eine entsetzliche Ernte. Als sie an einem kleinen Flüßchen vorbeikamen, und hier rasteten, um sich zu erfrischen, begann bie Epidemie unter ihnen mit großer
Die katholischen Missionen. Illustrierte Monatschrift. 38. Jahrgang. (Oktober 1909 dis September 1910.) 12 Nummern. 4® 5 Mark. — Freiburg im Breisgau, Herdersche Verlagshandlung. Durch die Post und den Buchhandel zu be- ziehen.
Inhalt von Nr. 11: Aufsätze: Die im Jahre 1909 verstorbenen Missionsbischöfe. — Die orientalischen Kirchen in Amerika. — Das Bistum Poona. (Schluß.) — Nachrichten aus den Missionen: Rußland. — Kurdistan. — Japan. — Zentral-Diada- gaskar. — Kleine Missionschronik und Statistisches — Bücherbesprechungen. —Für Missionszwecke. — Beilage für die Jugend: Der Sohn des Mufti. Schluß.) 16 Abbildungen.
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Fulda. In letzter Zeit sind wiederholt etarlftwmanlagen, die vorhandene Schwachstromleitungen kreuzen, oder ihnen sich nähern, ein» gerichtet, ohne daß der Polizei» direkiion zur polijeilichen Feilsetzung dernolwendigen Schutzvorkehrungen Pläne oder Zeichnungen,nebst einem Erlämerungebericht. Vorgelegen haden,diefür die Schutzvorkehrungen erheblichen Eigenschaften der be.den Anlagen und ihre Beziehungen zu einander erkennen lassen. Stark- siromleiiungen unterliegen polizeilicher Gcnehmignng. In den bet» zudringenden Unterlagen außer AichUrng, Anzahl, Stärke, Ber- legnngsart und Lage der Schwachstromleitungen: a) der Verlaus der Leitung, b) ihre Unterlagen über oder unter der Erde, c) Leitersystem, Anzahl, Querschnitt und Verlegungsart der Leitungsdrähte, Spannung und größte zulässtge Stromstärke, Art der Jfolaloren und Befestigung der Leitungen auf denselben, d) Kreuzungen von und Annäherungen an die Schwachftromleilungen, e)
Abstände der Leitungen «nd Son« strukionsleile der Anlage von den Schwachstromleitungen bei Kreuzungen und Annäherungen, f) Lage der Starkstromleitungen bei ober» irdischen Kreuzungen: ob oder- ob .r unterhalb d. Schwachstromleitungen, g) Zusammentreffen der Starkstromleitungen mit dritten Anlagen, durch die die Schachstromletlungen mittel» btr gefährdet werden könnten, h) Bauart und rechnungsmäßige Beanspruchung des Gestänges sowie Spannweite der Leitungen bei oberirdischen Kreuzungen, falls die Starkstromleitung oberhalb der Echwachstromleitung liegt, i) Schutz- Vorkehrungen an ben Kieuzungs- «nd Annäherungsstellen. Pläne und Zeichnungen müssen den polizeilichen Anforderungen an Baupläne nfro. entsprechen Sämtliche Prüsungs- unterlagen sind in drei Anfertigungen einzureichen; davon hat die eine den von der Polizeibehörde mit der Telegraphenverwttlimg z. führenden Erörterungen zu dienen; die zweite erhält der Unternehmer nach Abschluß d.r Prüfungsverhandlungen mit dem polizeilichen Genehmigungs
vermerk und etwaigen weiteren polizeilichen Auflagen zurück, die dritte verbleibt bei der Polizeibehörde. Soweit die genaue Lage der Starytromkabel zu den Schrvach- stromkadeln nicht schon aus den Prüfungsuntertagen hervorgeht, hat der Unternehmer der Polizeibehörde über die Lage der Kabel ztteinaudei genaue Zeichnungen in zweifacher Ausfertigung nachträglich vorzw legen; hiervon ist die eine Aus- tertigung an die Telegraphenver- waltnng bestimmt. Was vorstehend für neue Starkstromanlagen gefordert wird, gilt auch für wesentliche Beränderungen oder Erweiterungen bestehender Stark» stromantagen, durch die vorhandene Schwachstromanlagen berührt wer» den könnten.
Fulda, den 1. August 1910.
Der Königliche Polizei-Direktor ‘ I. A.: B. Berfen.
Fulda. Sekunden: Em Hand- töschchen mit Inhalt, ein Portemonnaie mit Inhalt.
Die Verlierer haben ihre Rechte binnen 6 Wochen im Polizeibüro (Zimmer Nr. 1) geltend zu machen.