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37. Jahrqanq

Fulda, Freitag den 29. Juli 1910

jx5 171.

Nationalliberalen

Deutsches Reich.

von C. Wexner.

er

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„Oh, dann sage ihm, daß er es beschwört!' „Wollen Sie mir zehntausend Mari geben, wenn es tut?"

mit hohen Bäumen bestanden ist, grenzt anem- ander. Aus diesem umfangreichen Gartengelande finden jetzt die Ausschachtungsarbeiten für ein mächtiges Verwaltungsgebäude statt, das der Bund hier errichten läßt, und das viele Säle und Zimmer umsaßt.

-e- Frhr. v. Heyl zu HerrnSheim gegen den Großblock. Bei einem Gartenfest des national ! liberalen Arbeitervereins zu Worms hat auch der Reichstagsabg. Frhr. v. Heyl zu HerrnSheim das Wort ergriffen und dabei über den Groß« block folgendes ausgeführt:

Worms-Heppenheim-Wimpfen ist der einzige Wahl- ivrrane itiwu«. kreis in Deutschland, der seit 1869 ununterbrochen

Die süddeutschen SiationaUiberalen können den nationalliberal gewählt hat. Wir haben deshalb em

nichts als ein Brrsteckspielen auf dem Wege zum Großblock» den dre Sozialdemokratie mit brennender Begierde anstrebt, nachdem sie m Baden die Erfahrung gemacht hat» daß in ihm der Liberalis­mus die Rolle der dienenden Magd spielen muß. Deshalb behandeln führende sozialdemokratische Geister diesm Abfall auch mehr von der humoristischen Seite, als .Krähwinkelei" im Kanton Baden, wie sie von einer maßgebenden Seite bezeichnet rmrd. Der froß- block im Reich würde den politischen Generalstreik und eine völlige Demoralisation der betelllgten politischen Parteien und die Vernichtung des National­liberalismus herbeiführen. Schon der Gegensätze mit dem preußischen Landtage wegen! Die Nationalube- ralen im preußischen Landtag lehnen nämlich den »MifAiohon nh sie halten am Drei-

Der Appell an Baffermann ist etwas bos­haft. Ab der Abg. Stresemann hat ja vor wenigen Tagen in der „Nallib. Corr." versichert, der Abgeordnete für Worms fei ein intimer

Vcrmutunqen beruht.

= Der Staatssekretär im Neichsamt für auswärtige Angelegenheiten, von Kiderlen-Wächter, weilt noch m Atarienbad. Er machte mit dem österreichischen Kollegen aus dem Auswärtigen Amte, Baron Aehrenthal, eine gemeinsame Ausfahrt, lteberhaupt wird gemeldet, daß die Tage der Anwesenheit tn Marienbad ununterbrochen Konferenzen zwischen Kiderlen-Wächter und Baron Aehrenthal sahen.

X Der Bund der Landwirte macht sich selbständig, wenigstens von den Haus-,Agrariern" Berlins. Schon vor einiger Zeit hat er die Häuser und Grundstücke Schönebergerstraße 8, Dessauerstraße 27 und Hafenplatz 2, wo der berühmte Pädagoge Diesterweg gewohnt hat, erworben. Das Hinterland dieser Grundstücke, daS einen gartenähulichen Charakter hat und

„Natürlich ist er unschuldig? Ich habe nie daran gezweifelt"

„Dann hätten Ste ihn doch längst aus dem Ge­fängnis erlösen können!"

Lena sprang auf wie eine gereizte Tigerkatze.

„Du elende, gemeine Kreatur!" schimpfte sie. „Wie darfft Du es wagen, in diesem Tone mit mir zu spre­chen? Ich hätte bei der Verhandlung gesprochen. Ich hatte die Absicht dazu. Ich will nicht, daß er ver­urteilt wird.' ,

Das ist sehr freundlich von Ihnen", versetzte Bill sarkastisch, „aber das geht ja alles mich nichts an. Wenn Herr Brand auch beschwört, daß ec niit Ihnen hier im Hause war, das befreit Sie beide doch nicht von dem Verdacht, zusammen im „Blauen Hecht" ge­wesen zu sein."

„Wir find aber nicht dort gewesen. Du Dumm­kopf!"

„Wer beweist das? Sowohl Sie als Herr Brand haben triftige Gründe zu behaupten. Sie hätten sich um die Zeit des Mordes in diesem Zimmer ausgehal­ten. Das genügt aber noch lange nicht. Sie werden doch beide zum Tode verurtellt!"

Die ungemein brutalen Worte des Jungen führten Lena die furchtbare Gefahr vor Augen, in der sie schwebte. Was nützte es, wenn Brand sie und sie Brand zu retten versuchte? Die Leute würden nur

wähl, das den Bauern alles nimmt und den Arvenern nichts bringt, kann eine Anziehungskraft auf die Massen nicht ausüben. Bei der nächsten Reichstagswahl wird sich die Frage entscheiden und zwar wird die Stellung zum Großblock die endgültige Klärung bringen. Der Wahlkreis Worms wird an der altnationallrbcralen Politik treu sesthalten und Front gegen alle Bestrebun­gen machen, durch die der Großblock herbeigesuhrt werden soll."

lehnt er entschieden ab:

„Wie die badische Grohblockpolitik konsequent sich weiter dahin entwickelt, dann muß es auch noch dahin kommen, daß die Sozialdemokraiie davon absieht, eigene Kandidaten in Wahlkreisen auszustellen, wo sie selbst keine Aussicht hat und die Wahl eines Liberalen ge­fährdet. Unser Darmstädter Kandidat Quessel befür­wortet das bereits ganz offen. Wer io denkt wie die Mehrheit der badischen Landtagsfraktion, der ist von solcher Wahltakick nicht entfernt, und in einem Jahre

„Mich zu beobachten! Zum Spionieren?" brauste die Keine Frau abermals wütend aus.

^Jawohl, Frau Kirby. Er dachte, er könnte da­durch vielleicht ein Stück Geld verdienen Es hat gar keinen Zweck, daß Sie über meinen Sim schimpfen. Es ist sogar ein Glück für Sie und Herrn Brand, daß er hier blieb, um zu spionieren. Er hat Sie und Herrn Brand in diesem Zimmer um die Zeit gesehen, als in der inneren Stadt der Mord stattfand. Er kann das beschwören."

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» «nd§eiert-ge.viertel. jährlicher vezngrpreir ohne vringerlohn und Bestellgeld in Hulda so» wie auswärts I.5O IRL

veraniw. Redakteur

kann ja der badische Großblock noch nette Früchte bringen. Gerade die Notwendigkeit der Einheit im Wahlkampf mahnt unS aufs dringendste, die Dinge nicht einfach laufen zu lasten, sondern jeder Möglichkeit eines Diszipliobruchs einen festen Riegel vorzuschieben. . . . Die Großblockpoliti! bei den Reichstagswahle« wäre schlimmer alS ein Verbrechen, sie wäre eine ungeheuere Dummheit. Es ist auch ganz sicher, daß die überwiegende Mehrheit der Genossen ste ohne werteres

sobald wie möglich Nachricht über den Verlauf der­selben zu bringen.

Die Zeit, wo Elfriede bei Holders sein wollte, rückte immer näher. Frau Holder saß am Fenster und wartete ungeduldig auf thr Erscheinen, im stillen er­wägend, ob sie gute oder schlechte Nachrichten bringen würde

Das Wetter war trübe und regnerisch, die Straßen warm schli'wfrig, die Lust mit Nebel erfüllt und unge­sund — ein Tag, an dem jeder, der nicht zum Aus­gehen gezwungm war, hübsch zu Hause blieb In dem Beinen Wohnzimmer der Holder scheu Wohnung brannte ein luftiges Feuer im Kamin und verbreitete eine angenehme Wärme.

Ach!' seufzte die alte Dame plötzlich, idem sie zum Fenster hinaussah, „dieses Wetter erinnert mich an meinen Aufenthalt in Schottland, wo Dem Baier und ich die Flitterwochen verlebten. Ach Gott! ,euhte ftt abermals, „nxti für Kummer und Sorgen habe ich seit damals verlebt!"

Arme Mutter!' murmelte Olga teilnehmend „Ich habe mein Bestes versucht. Deine Last ztt er­leichtern.'

„Ja, Kind, Du hast alles getan, was gut und liebevoll war", versetzte Frau Holder. „Es sei ferne von mir, zu sagen, ®u wärest keine Mustertochter ge­wesen, ja, mein liebes Kind — eine Mustertochter m allem bis aus den einen —"

Ich weiß, Mutter", unterbrach sie Olga. „£>er« bert" - .

Ich wünschte. Du nenntest ihn nicht beim Bor- namen', fiel Frau Holder mißmutig ein. „Es schm! sich wirklich nicht. - Ich sehe Elftiede noch immn nicht", fuhr sie dann fort. „Hoffentlich kommt sie bald. Obgleich mir diese ganze Geschichte höchst zuwider ift. bin ich doch neugierig, was daraus wird."

„Ist Elfriede noch nicht in Sicht?" fragte Olga.

„Sei doch nicht so ungeduldig, Kind. Wenn Du erst in meinen Jahren bist, wirst Du das Warten bes­ser gelernt haben."

(Fortsetzung folgt.)

sagen, daß beide falsch ausgesagt hätten, um sich gegen­seitig zu retten und eins für das andere ein Alibi nach­zuweisen. Lena würde viel eher Brands Verurteilung zugelassen, als ihren Ruf aufs Spiel gesetzt zu haben, indem ste eingestand, daß sie mit chm bis nach Mitter­nacht zusammen gewesen war, wenn auch der Anlaß dazu ein solcher war, daß Brand als Ehrenmann das Haupt hochtragen durste.

„Es gibt nur einen einzigen Ausweg", fuhr Bill fort" Irgend jemand muß Sie und Herrn Brand um diese Zeit hier im Hause zusammengesehen haben."

Aber es konnte uns doch kein Mensch sehen", wimmerte Lena verzweifelt. „Die Dienstboten waren ja alle fort."

„Bis auf Sim", warf Bill kaltblütig ein. „Er ist hier'geblieben, um zu beobachten."

„Wenn es richtig ist, daß Gott immer mit den stärften Bataillonen ist — dann dürfen wir mit unsere, geübten Kämpferfchar und der gefüllten Kriegskaffe den nächsten Reichstagswahlen beruhigt entgegensetzen. Allerdings werden wir Mannschaften und Kasse so ein­teileilen müffen, daß damit zwei Reichstags« wahlseldzüge zu führen sind."

Dazu bemerkt die»Krenzztg/: »Man rechnet nämlich in leitenden sozialdemokratischen Kreisen für den Fall, daß die Sozialdemokratie im neuen Reichstage eine ausschlaggebende Stellung erlangen sollte, mit einer ReichstagSaus- lösung. Wir hoffen, daß dieser „Schmerz" den Sozialdemokraten erspart bleiben wird. Wenn die bürgerlichen Parteien gegen die Sozial­demokratie und ihre fortschrittlichen Helfershelfer fest zusammenhalten, dann werden es nicht die Sozialdemokraten sein, die die stärksten Bataillone haben. Immerhin sollen auch die Angehörigen der bürgerlichen Parteien nicht vergesien, daß zum Kriegführen auch in der Politik Geld gehört, und daß es notwendig ist, bei­zeiten für reichliche Auffüllung der Kriegskasse Sorge zu tragen. So „fette Quittungen" wie der sozialdemokratische Schatzmeister wird freilich . kein bürgerlicher Parteikassierer jemals veröffent­lichen lönneu; aber einigermaßen sollte doch die sozialdemokratische Opferwilligkeit von den bürger­lichen Wählern zum Muster genommen werden."

. h «endrMkerek l« Lulda

mottatsbdiagc! „Zuldaer Geschtchttvlatter zenffprech« Ur. 4.

„Im Gefängnis!" kreischte sie aus „Oh nein, das ist unmöglich! Ich bin unschuldig! Ich habe Ehri- stoph nicht ermordet, — wahrhaftig nicht!" Sie hatte völlia vergessen, zu wem sie sprach. Sie war einfach ein zu Tode erschrockenes Weib, das um sein Leben bangte. „Die Leute sagen doch, Herr Brand fei der Aördec?"

Ich weih. Er sitzt ja auch schon im Gefängnis, Frau Kirby! Und Sie sind seine Mitschuldige!"

Wer wagt das zu behaupten?"

"Die Polizei. Sie hat Beweise dafür!"

'Was für Beweise?" .

Eull stand tn respektvoller Haltung vor thr und er- »ählte was er und Sim so nach und nach tn Ersah- rung gebracht hatten. Frau Kirby schrie vor Angst und Etttsetzen laut auf, als sie den zu ihren Füßen sich öffnenden Abgrund erblickte. Sie meinte mtd schrie und war außer sich Bill beobachtete sie aufmerksam, wie etwa ein Naturforscher ein Insekt beobachten mag, das sich unter der Lupe krümmt und windet.

„Ich bin nicht im „Blauen Hecht" gewesen!" rief die geängstigte Frau. „Ich weiß nicht einmal, wo die­ses Lokal liegt. Ich habe an jenem Abend das Haus garnicht verlassen. Um die Zeit, da der Mord began­gen wurde, befand ich mich zu Hause!"

„Gewiß, Frau Kirby . . . aber wer kann das be- roelfen? Sim behauptet, Sie hätten an jenem Abend sämtliche Dienstboten fortgeschickt."

„Das stimmt. Ich wohnte einer Hochzeit bei und kam erst spät zurück. Mer ich kann beweisen, daß ich zu Hause war — in diesem Zimmer hier — Herr Brand kann es beschwören."

„Wieso, Frau Kirby?"

„Weil er von elf bis nach zwölf Uhr bei mir war."

„Ah!" sagte Bill mit Befriedigung. „So ist Herr Brand also doch unschuldig?"

„Ja, ja, ja!" schrie Lena laut. Angst und Furcht schienen'sie tatsächlich aller Vernunft beraubt zu ha­ben Sie begriff weiter nichts, als daß ste verhaftet werden sollte — daß ihr Leben auf dem Spiele stand. Das mußte sie verhindern um jeden Preis, und wenn es die Hälfte ihres Vermögens kostete. Nicht einen einzigen Augenblick zo^ fie das Alter des Jungest in- betracht, der eine so ungeheure Summe von ihr for­derte; nicht eine Sekunde zweifelte sie an der bevor­stehenden Verhaftung. Sie fühlte inftinttto daß er die Wahrheit sprach und daß er und fein Bruder sie retten konnten.

Wenige Minuten später befand sich Bill im Besitz eines Checks im Betrage von zehntausend Mark, den er bereits nach Verlauf einer halben Stunde eingelost hatte Es war spät am Nachmittag, als er ins Büro zuruckkehrtc. Und noch später an demselben Nachmit­tag wurde tatsächlich Frau Kirby verhaftet, weil sie in dem Verdacht stand, an der Ermordung ihres Gat­ten teilgenommen zu haben.

15. Kapitel.

Müde und matt lag Olga auf dem Sofa. Sie war in ein loses Morgengewand gehüllt, lag mit geschtosse- nen Augen da ünd ließ ihre Gedanken kreisen und laufen wie sie wollten. Heute war der Tag, da Lena Kirby'vor Gericht zu erscheinen hatte. Elfriede Lam­bert wollte der Verhandlung beiwohnen, um zu sehen, wie die Tinge standen; sie hatte Olga versprochen, ihr

I)er 'Dampyr.

Roman von Fergus Hume. Autorisierte Bearbeitung

♦♦ Berlin, 28. Juli 1910. Der Kaiser weilt in der norwegischen Hafenstadt Bergen. Er unter­nahm von dort aus Spaziergänge. — Die chine- ------- ----------

fische Studienkommission zum Studium der Jungliberalismus entschieden ab, sie halten am Drei-

Gewalt. Die Herren Zopftrager statteten dem , «]go’ infam unbr einig in allen Politiken Ministerium des Inneren einen Besuch ab unD R n festgehalten hatten. Selbst das verwaschene waren später bei einem Festmahl ,m Kaiserhof, an m "ramm des Freisinns von der letzten Relchstags- dem auch Staatssekretär von Schön aus dem Aus-1 ma^ ba§ den Bauern alles nimmt und den Arbeitern wärtigen Amte teilnahm.

Die neue Heeres-Vorlage. Die,Komgsb. Hartung',cheZtg.' läßt sich von Berlin telegraphisch melden, die neue deutsche Heeres-Vorlage fei vor­gestern den Bundesregierungen zugegangen; dre Mehrforderung betrage 34 Millionen Mark. Dre I Deutsche Tagesztg.' charakterisiert die Meldung wohl zutreffend: „Es ist eigentümlich, daß hier in Berlin außer dem Mitarbeiter des genannten Königsberger Blattes niemand von diesen angeb­lichen Tatsachen etwas weiß. Schon die Fassung der Mitteilung zeigt dem Kenner, daß sie auf

Haffer des Parteichefs.

-T- Die Sozialdemokratie und der Großblock. Die Insubordination der badischen Genossen hat die Sozialdemokratie gezwungen, zu der Frage des Groß­blocks Stellung zu nehmen. Die Marxisten lehnen den Großblock grundsätzlich ab. Kautsch, einer der Parieichess veröffentlicht in der „Neuen Zeit" einen Artikel über den „Ausstand in Baden", rn welchem er über die Frank, Kolb und Genossen das Ver­dammnis-Urteil ausspricht. Die Großblockpolitik

,---- , . . . . ' I in Baden herbeigeführt haben? Die Jungliberalen

nmMnoen v»wu.tU , v ■ .Jahren Einspruch erheben müssen! Es wird bet btä n narf) diesem Großblock hin, der angebich näher

kehrungen" das fein könnten und sollten, verschwieg I öen Heiden verbündeten Parteien mit demselben ist, seitdem die badischen Sozialdemokraten

die Resolution. Ader der Abg. Richard Fi,cher I gekocht. Der verspätete „Protest" ist nicht I "ür das Budget gestimmt und sich sur den Großherzog, alaubt wenigstens diese heikle Frage anschnelden zu I . gemeint; den Profit streicht man gern dem sie einen Treueid geleistet haben, ju erheben die

G. <s£ 8-,.°d d°,°um wii». M d-n nichftm R-ich-l-g.. £Ä«

Run entsteht die Frage: Was soll in Magdeburg I wählen die Praxis viels eilig sein. --stimmt wird nachdem man höchstselbst die Ausgaben

geschehen mtt den badischen Genoffen, die sich in der Es liegt in der Natur der beiden Par eien daß gestimmt wud^nachdem rnay aeschilderien Weile gegen die Partetgrnndsätze ver-1 schließlich die rücksichtslose Sozialdemokratie dieses I . A“L.. . ... -.,.~..t >..« «n»->->

gangen haben? <Rufe: Ausschlteßeny Ja, Genossen, A^i besser aushalten kann, als die national, das ist schneller gesagt, wie getan. Was soll geschehen' I Partei, die noch mehr Verschiedenheiten der

»UÄ-Kl« <» «•»«<” äbtog.mrinte«« Öwlim. f» wto -- b« dem M mit ben Badensern solidarisch erklären,? Wir | lchteren eher Scherben geben.

wollen doch nicht, daß eine Main linte innerhalb der deutschen Sozialdemokratie geschaffen werde!

Freilich, die Diplomaten und Taktiker der Um-1 sturzpartes werden auf dem Magdeburger Tage die Sache schon so drehen und deichseln, daß lerne „Mainlinie" entsteht. Man wird eure, hübsch I stilisierte Resolution machen, die das -Prinzip und wie die Chinesen sagen, das Gesicht wahrt, und dann wird man die abweichende Praxis der Süddeutschen sich weiter entwickeln lassen. I

Tie „Entrüstung" über die badischen und sonsti-1 gen Opportunisten ist gar nicht so heiß und echt, rote sie sich ausspielt. Was man fetzt den badischen Genossen zum schrecklichen Verbrechen gegen die Parteigrunvsätze anrechnet, ist im Grunde nichts I anderes, als das Pünktchen auf dem i bet Großblockpolitik. Seit Jahren sieht und weiß die tote Parteileitung ebenso gut, wie alle Welt, daß die dortigen Sozialdemokraten nut dem Libe­ralismus ein Bündnis unterhalten und daß dieses Bündnis von einer Wahlgememschafl sich zur Präsidialgemeinschafl und zu einer regelrechten Arbeitsgemeinschaft ausgewachsen hat. Eine Partei, die als integrierender Teil der maßgebenden Mehrheit die Geschäfte des Landes in ihre Hand nimmt, kann natürlich den Staatshaushalt nicht zu Falle bringen. Ob sie dem von ihr nnlbeherrschlen i Staat das Budget ausdrücklich bewilligt ober ob ] sie etwa der Form nach Stimmenthaltung ubt, weil das Budget von der Opposition durchdacht werden würde, ist sachlich ganz gleichgilttg. Ebenso bat die Frage der Hofgängerei kernen sachlichen Wert, »ernt der Partei ans ministeriellem und prinzlichem Munde das Wohlverhalten so schon be- fcheiniat worden ift. Wenn es die „unentwegten Parteileiter in Berlin und dem sonstigen Nord- deutschiand mit dem Abscheu gegen die süddeutschen Praktiker ernst meinten, so hätten sie schon l a n g ft ein greifen müssen und nicht warten dürfen bis zu den Formalien, die zu der eingeschlagenen Taktik gehören, wie der Deckel zum Topf. Uebrtgeaä wirb bet oen nächsten Reichstagswahlen auch tn Nord- deu'.schland die Sozialdemokratie mehr auf ben Profil als auf das Prinzip bedacht sein. Viel- 'licht wird nach den Wahlen die „Mamlime" eme ernstere Nolle spielen._______

entschieden ablehnt. .

Der „Vorwärts" schreibt in Nr. 170 gerade- zu, die Hoffnung auf eine sogenannte geschlossene, aktionsfähige Koalition der gesamten Linken, auf einen „Reichsblock" nach badischem Muster fei nichts als eint höchst naive Illusion, von der im vollen Umfangedas Sprichwort gelte, daß Hoffen und Harren manchen znm Narren 'mache. Gegen­über einem Artikel der „Voss. Ztg." macht die „Leip- ziger Volkszeitung" (Rr. 171) folgende interessante Bemerkung:

„Die Fortschrittler stellen sich unter dem an sich unmöglichen Block von Bebel dis Baffermann also eine Gesellschaft zur Sicherung freisinniger Mandate vor. Sie verlangen, daß die Sozialdemokratie nicht nur auf neue Eroberungen verzichte, die auf Kosten des alters­schwachen Freisinns erfolgen könnten, sondern sogar solche Kreise mühelos pretSgibt, die fie, wie Königsberg- Stadl schon beseffen hat und die ihr nur durch infamen Blockschwindel entriffen wurden. Eine solche Selbst« verleuanunq der Sozialdemokratie zuzutrauen, verrät schon nicht mehr bloße polilische Naivität, dies gre nzt an Stumpfsinn. Nur damit dem armen Freisinn die politische Existenz gerettet wird, soll Ine sozial- demokratische Partei sich selbst zur Stagnation verur- teilen. Das ist wirklich mehr, als man einem nor­malen Menschen zulrauen darf."

Man kann danach die Resignation der ,Vossi- scheu Zeitung' wohl verstehen, wenn sie fragt:

„Mtt wem soll nun die Fortschrittliche Bolksparlei für die allgemeinen Reichslagswahlen den Block von Bebel bis Baffermann machen, wenn weder die um Bebel noch die um Baffermann wollen?"

Das »Berliner Tageblatt' setzt unterdessen munter seine Versuche fort, sowohl die um Bebel, wie die um Baffermann von der politischen Not­wendigkeit des Großblocks zu überzeugen.

— Die sozialdemokratische Parteileitung konnte allein sür den Monat Juni über Beiträge von mehr als 200000 Mark quittieren, lieber diese „fette Quittung" hatte die Breslauer »Volks­macht' mit den folgenden Bemerkungen quittiert:

. i Bei den Nationalliberalen ist die „Mam-I

«.WAiitli liiert" der Parteien. linie' auch auf die GroßblockpoMk zurückzuführen. Je? „Marnnriir . Die parteiamtliche,National!. Korrespondenz' und

Parteien sind von der Gesahr etner » I verschiedene norddeutsche Parleiblätler hatten das i^ d dlwhl» d. h. von einem,,^1^11 i^en a’ ber Sozialdemokratie ent-

em iiorddeutschen und dem Deutschen Partei-1 verurteilt und sür unvereinbar milder

lügel. Und eine Ironie des Schicksals w , P Parteizugehörigkeit erklärt. Daraus antwortet nun

> er ave diejenigen Parteien betroffensind» die n d^ische Landeszlg.' in sehr selbstbewußtem

irgendwelchem „Partikularismus gar mw " Tone: wenn die Norddeutschen zur „Gewalttat" des zollen und die Zentralisation zum ßnuzip'wachten. AEluffes wollten» so würde das die

Ls handelt sich um die Sozialdemokratie u satirischen Polftiker kall lassen»die man dort auf fte nalionall'berale Partei. _ I Grund der Erfahrungen und unter dem Zwange

Die Sozialdemokraten tn Groß-Berlm haben am ber Verhältnisse (d. h. des Zenlrumshasses^uner- l-ülm Dienstag zehn -Generalversammlungen ab- Qn dem Zusammengehen mit der Sozial-

Sten um über bie badischen Budgetbew.lliger ^okratie festhält, und Hol'ganger ein strenges Scherbengericht^abzu-1 Die süddeutschen Si< i^ii-n Der Verdammungsbeschluß sag! u. I vmddeutscken „Schulmeistern- vrr,ervr «uiyunuKy , .ncuM «trnntttt-fiunn

Die Groß-Berttner Parteigenossenschasl erwartet mQd)eU; ^ie die ^deutschen Sozialdemokraten der deutet. Sie bebeMet^ von Frontst g

vom Aiagdeburger Parteitag, da ßn Vorkehrungen 1 $etliner Parteileitung: Wenn Euch der Großblock ^r^Großblock, wie' rhudie Nationch.7... '

trifft» um in Zukunft Parteibeschluffen unter allen unzulässig erschien, so hättet Ihr schon s e t t | Ausruf zum^ ... -

Nmständeu Geltung zu verschaffen." Welckei„Vor-1 Einspruch erl ’ “

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„Illustrierte Sonntagsjeitung“ r

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