M 168.
Dienstag den 26. 3nii 1910.
57. Jahrgang.
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2. Blatt.
ueb Verlag der Zaldaer Acttenbrnckerei in 8«lba.
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Wetter-
! Bühler (dieser ist ebenfalls Lehrer. D. Einsender des ^3. B.) schon 50 Stimmen bei der nächsten Reichs-
Kleiues Feuilleton
den. Diese Maßnahme zur Bekämpfung der erschreckend großen KiadersterbliOeit tu Ardeiterkreifen wurde auch vam Zentrum sehr begrüßt. Für um so notwendiger aber hick es das Zentrum, der Kaffe auch schon dann die Gewährung von Stillgeld zu ermöglichen, wenn ihre Leistungsfähigkeit nicht ausreiche, es gleich in Höhe des halben Krankengeldes zu geben ES wurde deshalb ans seinen Antrag beschlossen, an- ftatt der Worte „In Höhe" zu setzen „big zur Höhe'.
— Was die Ferien kosten. Was die Ferien kosten oder was sie denjenigen einbringen, die sich gewerbsmäßig mit der Beherbergung von Sommergästen befassen, läßt sich zwar schwer in allgemein gültigen Zahlen bis auf Heller und Pfennig genau erfaßen, beläuft sich aber nach den in einzelnen Ländern eingestellten statistischen Erhebungen auf Riesenb-träge, die west über alles hinausgehen, was man in dieser Hinsicht im Publikum glaubt. Für die österreichischen Touristenländer hat man auf Grund sorgfältiger Erhebungen des Wiener Finanzministeriums 5 070 000 Auf- enthaltstagr herausgerechnet, die bei eins« Tages arst- wand von 15 Kronen nicht weniger als 85 Millionen Kr. im Lande ließen. Vor 25 Jahren bdief sich der jährlich« Ertrag des Fremdenverkehrs in der Schweiz auf 120 Millionen Fr., wird aber heute, namentlich wegen der Ausdehnung des Wintersport auf mehr als 200 Mill. Fr. geschätzt. Italiens Einnahmen aus dem Verkehr der ausländischen Bergnügungsreisenden wurden schon für das Jahr 1897 auf 300 Mill. Lire angegeben und haben sich bis 1908 auf 427 Millionen gesteigert. Von anderen Ländern werden Ziffern genannt, die entweder nur einen Test des Bckehrs darstellen oder auf Schätzungen beruhen. Was die Fremden an der französischen Riviera verpulvern, wird auf m-hr als 300 Mill. Fr. geschätzt. Die Zahl der Tou- riften, die 1908 nach Norwegen gingen, wurde auf 85 000 geschätzt, die unter der Annahme, daß jeder 500 Kr. dort verausgabte, Mill Kronen im Lande ließen. Erstaunliche Summen bringen auch bie zum Vergnügen nach Europa fahrenden Ameri- ™ die von ihnen bereiften Länder. Im Mai "uf den Dampfern der deutschen Schiffahrtsgesellschaften über 80 000 Kabinenplätze für bermii6e Ozeantouristen belegt. Ihre Gesamtzahl aber
Een transatlandischen Linien auf 150 000 und kommt unter der Voraussetzung, daß jeder Reisende 4200 Mark fiooo Dollars verausgabt
* Die Krankenversicherung nach den Beschlüsse« der Reichsversicheru«gs- kommission.
auszufchließen. Auch rief man den Adg. Bühler um Hilft an, damit die sozialdemokratische Flut nicht überhand nehme. Einer unserer „Freunde", der Herr Lehrer Werner, rechnete dem Herrn Abgeordneten
ordnung), was aber nur mit Zustimmung des Erkrankten geschehen kann, dann kann die Satzung der Krankenkasse gestatten, dafür bis zu einem Viertel (die . Vorlage sah bis zur Hälfte vor) das Krankengeld zu kürzen.
Die Satzung der Krankenkasse kann auch orthopädische Heilmittel, die nach beendigtem Heilverfahren für den Versicherten zur Erhaltung oder Herstellung seiner Arbeitskräfte notwendig sind, gewähren; des werteren kann sie als Krankenpflege noch andere kleine Heilmittel, insbesondere auch Gewährung von Krankenkost, zubilligen.
3. Wochenhilfe und Familieuhilse. Es werden im Falle der Niederkunst gewährt an versicherungspflichtige Ehefrauen (nicht uneheliche Wöchnerinnen) und an verficherungsfreie Ehefrauen von Versicherten die erforderlichen Hebammendienste und etwaige ärztliche Geburtshilfe. Durch die Satzung der Krankenkasse kann dies allen versicherungspflichtigen Wöchnerinnen (also auch den unehelichen) gewährt werden. Die Kasse kann an Stelle des Wochengeldes mit Zustimmung der Wöchnerin Kur und Verpflegung in einem Wöchnerinnenheini gewähren. Unter derselben Voraussetzung kann die Kaffe Hilfe und Wartung durch Hauspflegerinnen gewähren und die Kosten dafür vom Wochengelde bis zur Hälfte abziehen. Der § 213 der Regierungsvorlage gibt der Kaffe das Recht, Wöchnerinnen der im § 210 Abs. 1 bezeichneten Art, so lange sie ihre Neugeborenen stillen, ein Stillgeld in Höhe des halben Krankengeldes bis zum Ablaus da zwölften Woche nach der Niederkunst zuzubilligen. Ebenfalls kann die Satzung dieses Stillgeldes versicherungsfreien Ehefrauen der Versicherten gewährt wer
nährendes Wiedersehen. Der Gutsbesitzer hatte, wie er sagte, .eine Tasse Kaffee" getrunken und darüber den Ochsen vergessen! Das wird wohl Kaffeepunsch gewesen sein.
gerufen, um die »sozialdemokratische Flut" zu be« kämpfen, und er spendet der Sozialdemokratie Lob, zur „Enttäuschung" der liberalen Gesinnungsgenossen. Nach Lage der Verhältnisse arbeitet der liberale Abgeordnete damit direkt für die Sozialdemokratie und gegen feine Freunde und Wähler! Das bringt denn doch nicht jeder fertig! Schließlich ist ja die niedliche Episode rur eine Begleilerlcheinung des Rechts- und Lurkszuges im Liberalismus, der an die Situation des vielgenannten Begleiters Balaams zwischen den zwei Henbündeln erinnert
!:f Ein sozialdemolralisches Bekenntnis. In der in Erfurt erscheinenden sozialdemokratischen „Tribüne" wird über die „groteske Farce" gehöhnt, daß die sozialdemokratische Kammerftaktion ihr revolutionäres antimonarchisches Parteiprogramm auf den Kaffeetisch ihres Großherzogs als Geburtstagsgeschenk niedergelegt habe und die sozialdemokratische Partei aufgefordert, nunmehr ganz offen und systematisch das Proletariat zum republikanischen Bekenntnis zu erziehen. Es heißt dann wörtlich: „Die sonnenklare Agitation jSt die Republik, für die „republique sans phrase“ muß nun belebt werden. In jedem Arbeiter und zweimal in jedem parlamentarischen Vertreter des
Qualität: Weizen, hiesiger und _____
auer 21.00 - 21.25 Mark, auf dem Lande ab geholt
20.25—20 50 Mark, kurhessischer 21.00-21.25 Mark,
von denen nahezu dn Drittel auf die Uebersahrtskosien entfallen, zu dem Ergebnis, daß durch die amerikanischen Touristen 630 Millionen Mark in europäische Taschen gleiten. Die Ausgaben der alljährlich nach Frankreich kommenden Fremden werden auf 3V2 Milliarden Franken geschätzt Man berechnet ferner, daß 14 Millionen Frwnde, die als Kurgäste oder Durchreisende die europäischen Badeorte besuchen, dort mindestens 280 Millionen Mk verzehren, was wahrscheinlich viel zu niedrig gegriffen ist Was dann noch von Sommerreisenven verbraucht wird, die sich bei Verwandten ober Bekannten einlogieren oder kleine Nester besuchen, wo sie nicht als Touristen einregistriert werden, entzieht sich vollends jeder Schätzung.
— Die größte Schule der Erde. In der Nähe von Whitechapel steht eine Schule, die wohl die größte der @rbe sein dürste. Die Schule unterrichtet 3500 Kin- 0«, die meist den ärmsten Ausländern anoeheren, und , .^.-?Eginm von 100 Lehrkräften Durch reiche lln.erstutzungeu ist die Schule tn der Lage, den Kindern morgens, soweit sie bedürftig, ein Frühstück zu verabfolgen; ja selbst Stiefel und Kleidung erhalten .rstckuug von der Armut der Zöglinge d« Umstand, daß nur 2 Prozent derselben Me Liebesgabe» ablehnen. Im Herbst erhalt jedes Pa« Schuhe, wenn anznneh- mot ifc daß seine früheren den nahenden Winter über nicht mehr anshalten werden, und natürlich ist dies bei den allermeisten der Fall. Eine sehr beliebte Einrichtung der betreffenden Schule ist ihre Sparkasse die der Vorsteher derselben gegründet hat. Um den Sparsinn anzuregen, gewährt er für alle Einlagen, die aber 100 Mark im Jahre nicht übersteigen dürfen, 10 Prozent Zinsen. Auch die Lehrer können die Vorteile dieser Sparkasse genießen.
— Eine Blüten lese deutscher Spracheinigkeit. In jeder Sprache treten Dialck-Vetschiedölheiten auf, doch scheint in der deutschen Sprache eine besondere „Spracheinigkeit" zu herrschen. Folgende Blutenlese aus einem Werke für Sprachenstudien möge das veranschaulichen: „Es gcht ei» Sachse zum Durnerfest nach der kuten Stadt Berne (Pirna), macht dort die
2. Krankenpflege. Es soll möglichst Krankenpflege gewährt werden in den Fällen Nr. 1, 2 und 4 des § 199. Eine Mußvorschrift hielt man für unmöglich, weil, wenn die Krankenhäuser der Umgegend besetzt sind, der Kasse es unmöglich oder schwer möglich sein könnte, den Anspruch der Versicherten auf Kranken- hauspflege zu erfüllen. Wird die Hilfe und Wartung durch Krankenpfleger (Schwestern usw.) außerhalb des Krankenhauses gewährt, z. B. in der Familie des Erkrankten (eine Neuerung durch ine Versicherungs-
Märkte.
* Frankfurter Getreidemarktbericht vom 25. Juli. Die ausländischen Börsen zeigen nach wie vor feste Tendenz. Hier folgt mau dieser Festigkeit mit größter Vorsicht, indem man eine abwartende Haltung einnimmt. Fremder Weizen wurde nur in kleinen Poften und auch nur in effektiver Ware gehandelt. Land- weizen sand in guter Beschaffenheit Abnehmer. In Roggen konnte sich noch kein größeres Geschäft ent» rvickän, da nur sehr wenig trockene Ware offeriert war. Das Wenige wurde zu ca. Mk. 15.50 franko Mühle ausgenommen. Hafer saft unverändert. Mais knapp und gut gefragt Mehl im Einklang mit Weizen fett. Roggenmehl knapp. Futterartikel ebenfalls fest, speziell Rapskuchen steigend. Es notierten nach
norddeutscher 00.00—00.00 Mk., russischer Nieolajeff 21.75—22.50 M, Saxonska 21.50—22.50 M., Ulfa 21.75—22.75 Mk., Bzima 21.50—22.50 Mk., La Plata 21.50—22.50 Mk., Numän. 21.50—22.50 Mark, Walia Walla 22.00-22.75 M. — Roggen, hiesiger, 15.50 bis 15.75 Mk., auf dem Lande abgeholt 14.75—15.00 Mark, Psälzer 00.00—00.00 M. — Gerste hies. 00.00 bis 00.00 Mark., Pfälzer ohne Handel, fränkische 00.00—60.00 Mk., Riedgerste ohne Handel, ungarische 00.09-00.00 M., russische Futtergerste 00.00-00.00 M. — Hafer, hies. und Wetterauer 15.50—16.25 Mk., kur- hessischer 15.75-1650 Bl, dayet. 15.50—16.25 Mk„ La Plata 00.00 -00.00 Mark, russischer 00.00—00.00 Mart — Mais (Mixed) 00.00-00,00 Mark, Donau- mais 15.75—16.00 Mart, La Plata 15.40—15.75 Mark, Odessa 15.50-15.75 M., russischer 15.25—15.50 Mark. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: fest. — Es notieren nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 31.50-32.00 Mk., südd. Nr.0. 31.50-32.00 Mk., hiesiges Nr.l 29.50 -30.00 SR-, süddeutsches Nr. 1 29.50 - 30.00 M., hiesiges Nr. 3 26.50 - 27.00 M., süddeutsches Nr. 3 26.50—27.00 M., hiesiges Nr. 4 22.50-23.00 M., süddeutsches Nr. 4 22.50 - 23.00 M. — Rogq enmehl,hiesiges,Nr. 024.25 bis 24.75 M., do. Nr. CI 23.25—23 75 M., do. Nr. 1 22.25—22.75 M. Alles per 100 Kilo inQufiöe Sack loko hier. Futtermittel: fest. — Weizenschalen 9.75 bis 10.00 M., Weizen kiele 8.75—9.25 M., Roggenkleie 9.50—10.00 M., Weizen-Futtermehl 14.00—14.50 M., Biertreber, getrocknet, 12.90—13.25 3R„ Malzkeime 12.50-13.00 M., Rapskuchen 13.00—13.40 M., Palm- luchen 13.00-13.25 M Alles per 100 Silo netto esset, tiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo.
Leistungen der Krankenversicherung.
Die Versicherungsordnung sieht Regelleistungen (Mindestleistungen heißen sie nach dem geltenden Recht) und Mehrleistungen vor. Zergliedert man die Leistungen in Krankengeld, Krankenpflege (Arzt, Apotheke, Krankenhaus usw ), Wochenhilfe und Familienhilfe, so gewinnt man nachstehendes Bild:
1. Krankengeld. Das bestehende Recht und die Versicherungsordnung nach der Regierungsvorlage sehen als Grundlohn zur Bemessung des Krankengeldes den durchschnittlichen TageSentgekt derjenigen Klaffen von Versicherten, für welche die Kaffe errichtet ist, bis 4 Mark pro Arbeitstag vor. Die Satzung läßt zu, den durchschnittlichen Tagesentgelt auch nach der verschiedenen Lohnhöhe der Versicherten stufenweise bis ans höchstens 5 Mark festzusetzen. Die Kommission erhöhte die 4 auf 5 und die 5 auf 6 Mark, weil infolge der verringerten Kaufkraft des Geldes ein erhöhtes Krankengeld ermöglicht werden müsse. — Die gleichen Bestimmungen gelten auch für dft Krankenversicherung der in landwirtschaftlichen Nebenbrtrieben '(Zuckerfabriken, Brennereien usw.) beschäftigten Betriebsbeamten und anderer in gehobener Stellung befindlicher Angestellter und Facharbeiter, die mit den übrigen landwirtschaftlichen Arbeitern den Landkrankenkassen zugewiesen werden. In den Landkrankenkassen kann der Bemessung der Krankengelder anstatt des Grundlohnes der ortsübliche Tagelohn gewöhnlicher Tagearbeiter (Ortslohn nennt ihn die Versicherungsordnung), der vom Oberversicherungsamt festgesetzt wird und niedriger ist wie der beschriebene Grundlohn, zugrunde gelegt werden. Werden in Ermangelung von Ortskrankenkassen aber solche Versicherte, die diesen anzugehören hätten (gewerbliche Arbeiter), den Landkrankenkaffen zugewiesen, dann muß deren Krankengeld aber auch der Grundlohn, und nicht der Ortslohn, zugrunde gelegt werden. Die Kommission hat des wetteren noch beschlossen, daß die Bildung der Lohnklassen der Genehmigung des OberverstcherungS- nmtes (Beschlußkammer) bedarf.
Pwlriariats muß das republikanische Bewußtsein und der republikanische Trotz ständig so wach sein, daß er alle monarchischen Kundgebungen, wo und wann sie austcmchen, mit kühlem Lächeln die Stirn Bietet. Die Sozialdemokratie darf ihre Idee von der Staalssorm der Zukunft nicht wie ein illegitimes Kind errötend hinter ihren Röcken verbergen. Sie ist republikanisch v o m Scheitel bis zur Sohle und was sie ist, das wage sie zu scheinen." - Es ist eine gute Folgewirkung des neuen Budgetbewilligungsstreites, daß die Sozialdemokratie, d. h. der Teil derselben, dem die Ehrlichkeit über die Taktik geht, ihre revolutionär-republikanische Gesinnung so offen bekundet. In den Reihen der liberalen Großblockfreunde wird man von dieser Offenheit wenig erbaut sein.
vermischtes.
♦ Der versessene Ochse. Einen Regenschirm oder einen Stock zu vergessen und ihn stehen zu lassen, ist etwas Alltägliches. Wenn aber ein Ochse vergessen wird und stehen bleibt, so ist das doch ein Vorkommnis, welches erwähnt zu werden verdient. Als nach den- Abtrieb des Viehes von der Stodtwiese in Schleiz, wo Viehmarkt abgehalten worden war, die städtischen Beamten die Wiese revidierten, fanden sie, wie dir Schleizer .Rettung meldet, hinter der Barriere einen Ochsen. Das brave Tier wurde nach dem Hotel .Bayerischer Hof" gebracht und dort erquickt. Und da stand nun der verlassene Wiederkäuer und wartete seines Herrn, her endlich gegen Abend in einem benachbarten Orte anftauchte und non dort aus telephonisch anfragte, ob nicht fein Ochse da wäre. Das konnte nun glücklicherweise bejaht werden, und ein paar Stunden später feierten der Verlassene und sein Herr ein Bekanntschaft eines Schwaben, der ihm den beschien Wein, den er hat, vorsetzt: ein anwesender Westfale will ein bischen mittun und bietet in feiner kräftigen Sspräche einen chrosen, chuten Sschinken an, zu dem von einem Ostpreußen, der das Harz auf dem rächten Racke hat. Arbftn mit Spack bdgesteuert werden. Ein sich ungeniert einladender Berliner langt tüchtig zu und findet affens seh re jut und schehn. Endlich nach beendetem Mahle schlägt der Sachse vor, unter dem schehnen Pahm vor dem Lause Blatz zu „nähmen"; der Berliner verbessert „Bohm", zugleich um ein wenig Feier für feine Ziehjarre bittend. Ein sich anschließender Oesterreich» fihndt die Kssellschoft ff ehr onknehm, hält aber das Rauch uhmnihtelbor noch 5) inne für uhnkffuhnd, was aber bei einem Raucher aus Frankfurt am Moin foinen Glauben findet."
— Wie oft existiert Rom? Siebzehn Mal! Der italienische Geograph Faustmi hat das nach emsiger Arbeit sestgeftellt. In Europa gibt e3 außer dem „eigentlichen" Rom dn kleines skandinavisches Dorf auf der Insel Gotland, das sich den Nomen der ewigen Stadt zugelegt hat. In Asien heißt du Dorf in Indien, im Distrikt Shim, Provinz Birma, Rom, und in Afrika führt ein Missionarplatz im Gebiete der Basu- tos den gleichen Namen. Aber den Rekord stellt Amerika auf: allein in den Bereinigten Staaten gibt es nicht weniger als 9 Städte namens Rom; die größte liegt in Indiana und zählt etwa 30000 Einwohner, ent zweites Rom in Texas, ein drittes in der Nähe der Niagarafälle usw Aber auch in Südamerika hat man Rom dreimal: in der Provinz Nangnen in Argentinien, ein zweites an der Linie Bahia Bianca und General Acha, ein drittes im Feuerland. In Australien liegt in Queensland ein Rom und im malayischen Archipel, auf Neupommern hat ein Sturzbach den Namen der Siebenhügelstadt.
Neterprodnktion. „ .. . Wenn's Ihnen gar so schlecht geht — wollen Sie denn nicht 'mal versuchen, anstatt zu betteln, zu arbeiten?" — „Alles überfüllt, Madam — bet sehen Sie ja! Sogar den Nordpol haben gleich zwee uff eenrnal entdeckt!"
Literarischer.
Sozialismus und Literatur vor Ausbruch der großen französischen Revoltttion. Von F. W. E. Roth, Archivar a. D. Mit 16 Illustrationen. (34. Bändchen der „Geschichtlichen Jugend- und Volksbibliothek".) Regensburg 1910, Verlagsanstalt vormals G. I. Manz. Preis broschiert 1.20 Mark, in elegantem Original-Leinwandband 1,70 Mark.
Die aus berufenster Feder stammende Dar» ftellung beruht auf gründlichen und eingehenden Quellenstudien. Der Geist der Zeit und das Auftreten der führenden Schriftsteller ist vielfach mit den eigenen Worten der Quellen wieder gegeben. Auf diese Weise wird, unterstützt durch seltsam gegeigte Bilder, ein sehr objektives, ungetrübtes Bild geboten.
* Srnnlfutfcr amtliche Notierungen der Biehurarkt- preise vom 25. Juli. Auftrieb: 1326 Rinder, 480 Ochsen, darunter 00 ö»erreich., 57 Bulle», 789 Färsen u. Kühe, 205 Kalber, 250 Schafe, 1704 Schweine, keine Ziegen. Preis« für 1 Zenlner: Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemäflete höchste« Schlacht wertes höchstens 6 Jahre alt ( Lebendgewicht) 46—53 Mark, (Schlachtgewicht) 87—92 M., b. junge fleischig, nicht ausgemäftete und ältere ansgemSstete(Lebendgew.)43-47 M., (Echlachtg.) 78—85 M., e. mäßig genährte lunge, gut genährt« ältere lLedendgew.) 40-42 M., (Schlachtgew.) 74—77 Matt, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.f 00-00 M. B. Bullen: a. vollfleifchige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgewff 44-48 Mark, (Schlachtgew.) 74 - 80 M.„ >>^ vollfleischige jüngere (Lebendgewicht) 39—43 Mk., (Schlachtgew.) 65—71 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährt« ältere (Lebendgew.) 00—00 Mark, (Schlachtgew.) 09—00 M., d. gering genährte (Lbgew.) oo—oo Ml., (Schlachtgew.) 00-00 M. C. Färsen tmb Kühe: a. vollfleifchige ausgemästet« Färse» höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 42—49 Mark, (L>chach!gew.) 76—86 M., b. vollfleifchige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes dis zu 7 Jahre» (Ldgew.) 42—46 Mk , (Schlachtgew.) 75—82 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig g»r entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Lebendgew.) 35—40 M., (Schlachtg.) 67—72 Mark, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 27—32 Mk., (Schlachtgew.) 52-62 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtgew.) 00—00 M. v. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00-00 M., -Schlachtg.) 00-00 Mk. Kälber: a. Topp elender feinste Mast lLedendgew., 00-00 Mk., (Schachtgew.) 00—00 Mk, b. fernste Mast- (Vollmilch,naft) und beste Saugkälber Lebendgew.) 55—60 Mk., (schlachtgew ) 92-100 M, «. mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 50—54 Mk., (Schlachtgew.) 84—91 Mk., d. geringe Saugkälber (Lebendgew., 00-00 Mk., (Schlachtgew.) 00—00 Mk. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Lebendgew.) 37—39 Mk., (Schlachtgew.) 80—82 M., b. ältere Masthämmel und gut genährt« Schafe (Lebendgew.) 35—00 Ml, (Schlachtgew.) 73 bis 00 Mk., c. mäßig genährte Hammel und Schaft i Merz-Schafe) (Lchendgew.) 00—00 Mk^, (Schlachtgw.) 00—00 Mk., d. Marschschaft oder Riederungsschäft (Lebendgew.) 00-00 Mk.. (Schlachtgew.) 00—00 Mk., Schweine- a. Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht (Lebendgew.) 00—00 (Schlachtgew. 00—00 Matt, b. vollfleifchige Schweine über 2'/, Z»r. Lebendgewicht (Lebengew.) 56 -57 Mk., (Schlachtgew.) 70 bis 71 Mark, c. vollfleifchige Schweine über 2 jtr. Lebendgewicht (Lebendgewicht) 55—57 M., (Schlachtgewicht) 70,00 - 72,00 M., d. vollfleifchige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht (Lebeydgew.) 55.50—57.50 M., (Schlachtgew.) 71,00—73,00 M., e. fleischige Schweine (Lebdgew.) 53.00i—54.50 Mk., (Schlachtgew.) 68—70 Matt, f. Säuen (Lebendgew.) 00—00 Mk., (Schlachtgw.) 00—00 Matt. — Das Geschäft in Ochsen langsam, sonst bei Rinder lebhaft; es verbleibt geringer Hebet« stand. Kälber werden bei flottem Geschäftsgang bald geräumt Der Schafmarkt verlief ruhig; es wird «bei ausoertaust. Der Schwememattt wickelte sich ruhig ab und verbleibt lleberstand.
Deutscher Keich.
(*) Wenn zwei daSftlbe tun. ... Die „Franks- ßto." Rr. 180 3. Morgenblatt entrüstet sich darüber, daß in Walschleben bei Erfurt eine Versammlung ber Fortschrittlichen VolksMttei durch Angehörige des Bundes der Landwirte gesprengt worden sei. Wir billigen die Haltung der „Franks. Ztg." voll- ständig, erlauben uns aber die Gegenfrage: Wo war ihre Entrüstung, als im Spätsommer 1909 die vielen Zentrnmsversammlungen von Links« liberalen und Sozialdemokraten gestört wurden, iu Pirmasens, Würzburg usw., wo cs teilweise zu 'Tätlichkeiten kam? Wir erinnern unS noch sehr gut, wie die „Franks. Ztg." damals die Ansicht vertrat, man müsse eben die „kochende Volksseele" g«. währen lassen. Dürfen denn nur die „liberalen Volksseelen" kochen?
* Der neue Balaam. Aus der bayerischen Rhein» Pfalz wird dem ,Badffchen Beobachter" geschrieben: Em artiges Schnippchen hat der liberale Landtagsabgeordnete Bü h ler-Zweibtücken seinen Gesiu» nnngsgenoffen in Gries bei Homburg (Pfalz) geschlagen. Wir lesen in der sozialdemokratischen ,Pf. Post" (Rr. 162) folgende Einsendung aus dem erwähnten Orte:
„Die moderne Arbeiterbewegung ist auch den hiesigen Sozialistenfrefftrn in die Knochen gefahren. Schon seit vielen Jahren bestand hier em Gesangverein, in dem alle Parteiangehöligen vertreten waren. Mit dem Wechsel des Dirigenten schnüffelte man bei de» Mitgliedern nach der politischen Gesinnung, und man wurde dahin eins, alle Mitglieder der freien Gewerkschaften, vornehmlich ober alle Sozialdemokraten,
Am dem Nachbargebiete.
□ «iterskld, 24. Juli 1910. Heute hielt Herr Benefiziat Krieg hier im kathol. Volksverein einen zeitgemäßen und packenden Vortrag über „die wahren Gründe der Erregung wegen der päpstlichen Enzyklika." Die Mitgliederzahl beträgt gegen 200. Die Beteiligung an der Versammlung war auch seitens umliegenden Ortschaften sehr gut.
* Göttingen, 23. Juli 1910. Im vergangenen Herbst war auf der Heimkehr von der Kirmesseier in Harste der Oberkellner Huchthausen, der seinerzeit in Göttingen in Stellung war, von zwei Burschen aus Harste überfallen in brutaler Weise mißhandelt und seinem Schicksal überlassen worden. Erst am anderen Morgen wurde der Bedauernswerte, dem ein Bein dreimal gebrochen war, in hilflosem Zustande aufgesunden und per Wagen nach der Göttinger Klinik gebracht, wo er fast vier Monate lang behandelt worden ist, um hierauf al5 Krüppel entlassen zu werden. Die beiden gewalttätigen Burschen wurden von dem hiesigen Schöffengericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Infolge bet komplizierten Brüche konnte sich der junge Mann in seinem Berufe nicht mehr betätigen, wurde schwermütig und hat sich nun vor kurzem in bet Ihme bei Hannover ertränkt.
* Homburg v. d. H., 24. Juki 1910. Auf dem Gipfel des Herzberges im Taunus ist der Grundstein zu einem neuen Turme gelegt worden, dessen Entwürfe dem Kaiser zur Prüfung vorgelegen haben. Erst der zweite Entwurf, der dem Wunsche des Kaisers entsprechend die Form eines römischen Wachtt urme s hat und von dem Architekten Fället hertühtl, sand die Genehmigung und auch die finanzielle Unterstützung des Kaisers. Der Turm soll schon im Herbst vollendet sein.
* Dippach, 22. Juli 1910. Der Schachtarbeiter Konrad Schäfer hat im Schachte Mexaudershall durch Pulvetdämpse seinen Tod gesunden; derselbe hinterläßt Fran mit drei kleinen Kmdern.
* Schmalkalden, 24. Juni 1910. In der hiesigen Stadt sind in letzter Zeit mehrere Erpressungs- versuche gemacht worden. Eine bester gestellte Familie hat ansnhiiie Zuschriften mit Drohungen erhalten. In einem Brrefe verlangte der Anonymus 50 Merk, in einer weiteren Zuschrift 190 Mark. Das Geld sollte an einen von Dem Briefschreiber nähet bezeichneten Platze gelegt werden, widrigenfalls er mit erlogenen Berkemndüngen drohte. Vergangene Nacht gelang es mm, den Erpresser in der Perfon eines 16jäht. jungen Mannes von hier zu verhaften.
tagswahl vor. Und so fand auch tatsächlich am letzten Sonntag hier eine liberale Versammlung ft alt. Aber welch« Enttäuschung für unsere Freunde! Kein Wort gegen die Sozialdemokratie fiel; im Gegenteil, Herr Abg. Bühler lobte so gar die Sozial- bemolraien, anstatt sie zu bekämpfen. 'Daraus mögen die Arbetler lernen, daß sie auf dem rechten Wege sind, für eine bessere Existenz zu kämpfen und deshalb muß es für sie auch ferner heißen: Heraus aus solchen Vereinen und hinein in den Bergarbeiterverband und in den sozialdemokratischere Verem!"'
Wer würde beim Lesen dieser Zeilen nicht an den Propheten Balaam erinnert, ber ben Wunsch des Moabilerfülligs Balak nach Verfluchung der Israeliten nicht erfüllte. Es gibt doch ein eigenartiges Bild ab: der Abgeordnete wirb herbei-