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nehme Pflicht, den Kaiser von der wannen Aufnahme des Trinkspuches in Kenntnis zu setzen. (Es gab eine Zeit, in der man in England den Abrüstungsgedanken weniger „absurd" fand, und diese Zeit ist noch nicht wett)

** I« Spanien nehmen die Kundgebungen für und wider die Regierung einen Umfang an, wie man ihn im AuÄande kaum sich vorstellen kann. Die antikleri­kalen Verbände bemühen sich, den katholischen Prote­sten VertranenSkundgebungen für die Regierung entge- gmzuftellen, es find aber ausschließlich republikanische Organisationen, die sich auf diese Weise vernehmen lasten. Sämtliche Kundgebungen katholischer Ver­bände weichen gewissenhaft von der Regierung ausge­zeichnet, ebenso die Kundgebungen im gegenteiligen Sinne Auf Grund der Gegenüberstellung wird dann entschieden, ob die Mehrheit des Volkes die Regierung stütze oder nicht. Von der Entscheidung hängt das Bleiben der Regiemng ab. Dadurch wird die große Zahl der Protestkundgebungen begreiflich, sie spielen eine wichtige Rolle im politischen Leben Spaniens. Aus 640 Orten liegen katholische Proteste vor, während Kundgebungen in anderem Sinne nur aus 34 Orten eintrcssen. Das Verhältnis wird sich noch mehr zu un- gunsten der Richtkatholiken aus gestalten.

X Der russisch-japanische «ertrag.

Der jetzt veröffentlichte japanisch-russische Vertrag m eine Vereinbarung zur Aufrechterhaltung des gegen­wärtigen Besitzstandes im fernen Osten.

Durch das Abkommen verpflichten die beiden Ver­tragsteile sich bekanntlich, ihren gegenseitigen Besitz­stand zu respektieren, so zwar, daß Rußland sich jedes Eingreifens in die japanische Einflußsphäre und Ja­pan seinerseits jeder Störung des russischen Machtge­biets in der Mandschurei enthält. Zugleich verbür­gen sich beide Vertragsteile, diesen status in der Mand­schurei mit allen Kräften aufrecht zu erhalten und einander, falls von irgend einer Seite daran ge­rüttelt würde, mit allen Kräften Beistand zu leisten.

Es liegt also, wie bereits bekannt wurde, ein D e - fensiv-Bündnis in aller Form vo'r, dessen Be­deutung um so größer ist, als es erst wenige Jahre her ist, daß die beiden Bündnisstaaten in einem furcht­baren kriegerischen Ringen sich gegenüberstanden. Eine dauernde Feindschaft ist also durch den Krieg nicht entstanden. Damit ist nicht gesagt, daß jetzt ein be­sonderes Freundschaftsverhältnis bestehe Rur Er­wägungen politisch-geschäftlicher Natur haben das Abkommen zustande gebracht.

Den größten Vorteil erlangt Japan, das jetzt völlig freie Hand zur Durchführung seiner Pläne in Korea bekommt. Zwar spricht das Abkommen von der Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Besitzstandes; aber daß diese Formel in der Praxis der politischen Geschehnisse das Gegenteil ihres eigentlichen Sinnes bedeutet, das haben wir gerade jetzt wieder in Kreta auf das deutlichste gesehen. Aber auch für Ruß­land ist der Vertrag von großer Bedeutung. Ruß­land, das bei der Gefahr mehrerer gleichzeitiger Kon­flikte mit anderen Mächten in einer üblen Lage ist, hat jetzt seine Ostgrenze gesichert und kann nun das ganze Gewicht seines diplomatischen und militärischen Einflusses auf seine andere Interessensphäre richten, aus den Balkan und Persien. Es ist damit zu rechnen, daß die russische Politik, nachdem sie sich den Rücken frei gemacht hat, nun eine schärfere Front st cllung gegen Deutschland und Oesterrei ch-U ngarn einnehmen wird.

Noch nach einer anderen Richtung ist das russisch- japanische Abkommen von großer Bedeutung. Es bildet gewissermaßen die Antwort auf den seitens der amerikanischen Union gemachten Vorschlag Mr. die Neutralisierung der mandschurischen Bahnen. Daß zwischen Washington und Petersburg die Be­ziehungen nicht besonders gut sind, hat man wohl auch daraus schließen dürfen, daß Roosevelt bei seiner Rundreise durch die europäischen Residenzen Rußland vollständig übergangen hat. Das Abkommen mit Ja­pan hat eine unverkennbare Spitze gegen die Ver­einigten Staaten. Als Partner Amerikas ist in der letzten Zeit China aufgetreten, man glaubt sogar, daß der erwähnte Vorschlag des Staatssekretärs Knox vom Tsungli-Bamcn in Peking inspieriert sei. Vorläufig aber spielt China in dem Konzert der Mächte eine noch untergeordnete Rolle Der nächste Konfliktsstoff ist jedenfalls gegeben in der Spannung der Beziehun­gen zwischen den Vereinigten Staaten auf der einen Seite und Rußland und Japan auf der andern Seite.

In London hat man das russisch-japanische Ab­kommen begreiflicherweise nicht mit besonderer Freude begrüßt, denn es ist die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen, daß das Gesellschastsverhältnis zwi­schen Rußland und Japan betreffend die Beherrschung der Mandschurei und Koreas den englischen Handels­interessen Schädigungen bereiten könne. In diesem Zusammenhänge ist auch die Meldung zu erwähnen, daß Japan das Schutz- und Trutzbündnis mit Eng­land nicht wieder erneuern wolle. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt noch nicht vor. Sollte sie sich aber bewahrheiten, so dürste in der Tat eine N eu - gruppierung der Mächte bevorstehen.

Aus dem ttachbargebiete.

* Frankfurt a. M., 7. Juli 1910. In der Offen­bacher Landstraße in Oberrad wurde das drei Jahre alte Söhnchen des Schutzmannes Glashagen von einem großen Hund umgerannt. Das Kind stürzte so unglücklich auf den Hinterkopf, daß es einen Schädel­bruch erlitt, an dessen Folgen es bald darauf starb.

* Kaffes 7. Juli 1910. Auf dem Grundstück des abgebrochenen alten Hoftheaters, das für 2 Millionen von einem Bankkonsortium an gekauft worden ist, wird die Firma L. Tietz in Köln ein großes Waren­haus, das erste in Kassel, errichten. Der Bau soll zum Herbste nächsten Jahres fertiggestellt werden. — Hier ist heute ein Heiratsschwindler verhaftet worden. Er ist angeblich Kaufmann, nennt sich Krause und stammt aus Thüringen. Mit einem jungen Mäd­chen In Hamburg hatte er ein Liebesverhältnis unter­halten und ihm die Heirat versprochen. Er machte seiner Braut den Vorschlag, mit ihm in seine Heimat zu reisen. Sie hatten nun gestern mittag die Reise im Schnellzug über Kassel nach Eisenach angetreten. Auf einer Vorstation von Kassel entsprach die Braut dem Wunsche Krauses, sie möge ihm doch ihr Geld, eine große Summe, in Verwahrung geben. Als das Paar auf dem hiesigen Oberstadtbahnhof anlangte, entfernte sich der Bräutigam mit dem Bemerken. „ich muß schnell in Kassel einen eiligen Weg besorgen und kehre in einer halben Stunde zurück." Er ließ sich aber nicht wieder seben, sondern fuhr mit dem nächsten Schnellzug nach Eisenach Die Beschwindelte reiste in Begleitung eines Polizeibeamten dem Gauner nach und es gü'ang, ihn in Eisenach zu verhaften und ihm das Geld abzunehmen.

* Eisenach, 7. Juli 1910. Im neuen Justizgebäude, dessen Schönheit bei der Einweihungsseier lebhaft ge­priesen wurde, gibt es nach den Kritiken, die die Presse im allgemeinen Interesse übte, eine Anzahl unglückli­cher baulicher Einrichtungen. Gestern war es die An­ordnung der Fenster des Schwurgerichts­saales, die Gegenstand lebhaften Mißfallens war und die zur Heiterkeit stimmte. Die oberen kleineren Fenster, die wohl zu den großen gehören, mit ihnen aber mechanisch nicht verbunden find, waren geöffnet worben. Das kühle Lüftlein aber, das durch sie in den Saal drang, wurde für die unmittelbar an den Fen­stern fitzenden Geschworenen mit der Zeit recht em­pfindlich und von dem Gerichtsdiener wurde die so­fortige Schließung der Fenster gefordert. Nun ereig­nete sich das Scherzhafte. Die Fenster, die in einer Höhe von fast vier Metern angebracht sind, kön­nen von unten durch einen Handgriff nicht geschlossen werden und deshalb mußte zum Schließen der Fen­ster eine große Feuerleiter in den Saal geschleppt wer­den. Dieses Fensterschließen nahm geraume Zeit in Anspruch, in welcher der Präsident die Verhandlung aussetzen mußte

* Erfurt, 6. Juni 1910. Die hiesige Strafkammer verurteilte sechs Schüler des Technikums zu Ilmenau, die am 4. Mai d. I. im Kurhotel zu Langewiesen drei Mensuren gefochten und mit scharfen Schlä­gern sich gegenseitig mehr oder minder verwundet hat­ten, wegen Zweikampfes zu je drei Monaten Festungs­haft. — Auf dem Exerzierplätze auf dem Droffelberge unternahm heute früh der Ingenieur O. Schwade aus Erfurt Flugversuche mit seinem Automatenflie­ger. Der Aviatiker umkreiste zweimal in elegantem Fluge die Bahn, wobei er in ungefähr 25 Minuten drei Kilometer zurücklegte Darauf wurde der Apparat von einem böigen Winde zuBoden gedrückt. Bei der

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* Das „absurde Gerede über Abrüstungen". Der deutsche Botschafter in London, Graf Wolff-Metter­nich, wohnte dieser Tage der 25. Jahresfeier des „Sa­lon" bei, dessen Mitglieder sich für Wissenschaft, Lite­ratur und Kunst interessieren. Generalmajor Sir Al­fred Turner sagte in seinem Trinkspruch auf den Deutschen Kaiser, die Macht Deutschlands sei auf die Förderung der Interessen des Friedens und nicht derjenigen des Krieges gerichtet Deutschland wünsche zur Erhaltung des Friedens in freundschaft­lichen und brüderlichen Beziehungen mit England zu leben. Das Gerede über Abrüstungen sei absurd, denn der Frieden beruhe auf der Stärke der bewaffneten Macht. Graf Wolff-Metter- nich sagte in seiner Antwort, es sei seine höchst ange­

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** Die Festungen in Deutschland. Nach einer offi­ziellen Mitteilung des Kriegsministers sind die Städte Breslau, Kulm und Marienburg zu Festungen ausge­baut worden, ferner sind am Oberrhein bei Hüningen, Jstein und Neuenburg, sowie auf dem Molsheimer Berg Festungsanlagen errichtet worden. Es wird mm eine Darstellung des gesamten Festungswesens in Deutschland von Interesse sein. An derOstgrenze des Reiches befinden sich mehrere bedeutsame Festungen mit stacken Fortgürteln und eine große Anzahl Festun­gen ohne Forts. Die wichtigsten sind Königsberg, Danzig, Thorn und Posen. Am weitesten nach Osten vorgelagert ist die Feste Botzen. Zwischen den beiden mächtigen Weichselfestunyen Thom und Danzig liegen die Festungswerke Marienburg, Graudenz und Kulm. In Schlesien sind die Festungen Breslau, Glogau und Glaz zu erwähnen. Breslau ist augenblicklich noch nicht ausgebaut und soll erst im Mobilmachungsfalle die Befestigungen erhalten. An der Ostseeküste sind fernerhin noch Swinemünde, Stralsund, Kiel und Sonderburg zu erwähnen. Zwischen den beiden gro­ßen Festungen Küstckn und Magdeburg liegt Spandau. In der Nordsee bildet Helgoland einen festen Punkt, ferner sind Cuxhaven, Wilhelmshaven und die Wesermündung stack beseitigt. An der West grenze gegen Frankreich sind 4 Festungen ersten Ranges zu erwähnen, nämlich Köln, Mo'"z, Metz und Straßburg Befestigt ist fernerhin, von Norden nach Süden ge­nannt, Wesel, Deutz, Ehren breitstem, D-edenhofen. Bitsch, Germersheim, Kehl. Holsheim. Neuenburg, Hüningen, Reubreisach und Jstein Als Festung ersten Ranges kommt noch Ulm in Betracht, als be­festigte Orte Ingolstadt und Königsberg Von be­sonderer Wichtigkeit bei einem Kriege mit Frankreich find die neucmgeleten Wecke am Oberrhein. Im gan­zen verfügt Deutschland über 11 Festungen mit Fort­gürteln und über 28 andere Festungen. Bei dieser Zahl find die drei neuen Festungen Breslau, Kulm und Marienburg schon mit eingezogen.

* Während des Tanzes sank in Bru nsh au pten ein 21jähriges Mädchen plötzlich bewußtlos zu Boden und verschied, ehe noch der rasch herbeigeholte Bade­arzt zur Stelle war. Das Mädchen hatte sich z u eng geschnürt und war infolge der Erhitzung beim Tanz von einem Herckchlaa betroffen worden.

* An die Folgen eines Blitzschlages in eine Tele­phonleitung erinnert der Tod der 24jährigen Telegra­phengehilfin Wedde, die in Hagen nach langem Siechtum starb. Sie war vor etwa zwei Jahren bei der Herstellung einer Telephonverbindung von einem Blitz, der in die Leitung geschlagen war, getroffen wor­den und in furchtbare Krämtsse verfallen. Als der hin­zugerufene Telegraphendirektor Nucke die sich^am Bo­den windende Beamtin sab, erlitt er einen Schlagan­fall, an dessen Folgen er im vergangenen Jahre gestor­ben ist. Fräulein Wedde selbst verfiel in unheilbares Siechtum, von dem sie jetzt der Tod erlöst hat.

* Drei Tage in einem Güterwagen gefangen. Ei» in Hamburg abgesandter Güterwagen wurde auf der Station Hagen ow zurückgelassen, weil sich an ihm ein Schaden herausgestellt hatte. Ein mit der Ausbesserung des Wagens beschäftigter Schlosser vernahm nun jdn leises, aber andauerndes Klopfen, das aus dem In­neren des Wagens kam. Dieser wurde daraufhin ge­öffnet, und man fand einen halb verhungerten Menschen vor, der beim Verladen des Wagens geholfen, sich zum Schlafen hingelegt hatte und so mit eingeschlossen wor­den war. Er hatte 60 volle Stunden ohne Speise und Trank in seinem unfreiwilligen Quartier zubringen müssen.

M 155.

Zrettag den 8. Zuli 1910.

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* EngUschsprechende Droschkenkutscher gibt es seit kurzer Zett ia München. Sie tragen zum Zeichen ihrer Sprachkunde am vorderen Rockkragen ein Emaille- Md in den englischen und amerikanischen Farben.

* Weil er Katholik und Pole war. Die „Germ' berichtet über eine Schwurgerichtsoerhandlung in Ber­lin folgendes: Gegen den bisher völlig unbescholtenen Maschinenputzec Martin Baldh, der seinerzeit ben Chinafeldzug mitgemacht hat und seit längerer Zeit in der Weckstatt des Schlesischen Güterbahnhofs in Berlin beschäftigt war, richtete sich die schwere Au­flage des versuchten Mordes. Baldy ist verheiratet und lebte in glücklichster Ehe. Er wurde von seinen Vorgesetzten und Kollegen übereinstimmend als ein ruhiger, fleißiger Arbeiter gelobt, der auf der Arbeits­stätte mit allen Kollegen freundlich verkehrte — nur nicht mit dem Maschinenputzer Mackin, der mit ihm in demselben Arbeitsraum arbeitete. Letzterer nahm den Angeklagten wiederholt als Zielpunkt von Hänse­leien und Verspottungen, wobei er auch mehrfach aus dessen polnische Abstammung und katho­lische Religion anspielte. Als sich der Ange­klagte Ende April diese Anzapfungen ernstlich verbat, erhielt er zur Antwort: „Du polnisches Schwein, Dich fresse ich ohne Salz und Pfeffer auf!" — Am 30. April war der Angeklagte wieder durch beschimpfende Bemerkungen über seine Frau gereizt worden. , Dies veranlaßte ihn, dem M abermals das Unschickliche seines Benehmens vorzuhalten und ihm zuzurufen: „Die Strafe Gottes bleibt nicht aus!" Als am Montag, 2. Mai, ein neuer Streit entstand, beschwerte sich der Angeklagte bei der vorgesetzten Stelle und bat um Beschäftigung in einer anderen Station, da es ihm unmöglich sei, mit Mackin zusammen weiter zu arbeiten. Das Gesuch wurde ihm abgeschlagen und nun geriet der durch den Chinafeldzug nervös ge­wordene Mann in eine gewaltige Erregung Er kaufte sich einen Revolver und erschien, mit dem Re­volver bewaffnet, am nächsten Tage in der Werkstatt, wo es gleich auffiel, daß et in seiner Stroßenfleidung verblieb, und nicht, wie es sonst üblich ist, sich seine Arbeitskleider anzog. Als der Angeklagte seines Fein­des ansichtig wurde, folgte er ihm bis auf eine Ent­fernung non 3 bis 4 Bietern und gab einen Schuß auf ihn ab, der glücklicherweise fehl ging, aber den Mackin so erschreckte, daß dieser zu Boden fiel- Nach­dem der Angeklagte den Revolver noch einmal abge- feuert hatte, ohne jemand zu treffen, begab er sich auf die Straße, trat an ben nächsten Schutzmann heran und sagte zu diesem: „Herr Wachtmeister, nehmen Sie mich fest, ich habe eben ein Unheil angerichtet." Der Angeklagte ist dann auch festgenommen worden. Im Termin bestritt er die Absicht der Tötung und be­hauptete, daß er sich in gewaltiger Erregung befun­den und nur ein Schreckschuß habe abgeben wollen. Staatsanwalisassessor Tr. Friedberg erkannte an, daß das durch die Beweisaufnahme gewonnene Gesamt­bild dem Angeklagten günstig und dem Zeugen Mar­tin mehr ungünstig sich darstelle, und beantragte nur die Schuldfrage nach versuchtem Totschlag zu bejahen, die Frage nach versuchtem Mord aber zu verneinen. Rechtsanwalt Feig führte den Geschworenen vor, daß der von seinen Vorgesetzten und Kollegen so günstig beurteilte Angeklagte in einem Zustande größter Er­regung gehandelt habe. Er verdiene dir mildeste Be­urteilung und man könne ihm glaube», daß er nur Schreckschüsse habe abgeben wollen. Die Geschworenen verneinten die ff»en unterbreiteten beiden Schuld­fragen, worauf die Freisprechung des Ange­klagten erfolgte.

Landung wurden der Propeller, eine Vorderachse und ein Teil des Sitzes beschädigt. Der Aviatiker blieb un-

* Bad Kissiogen, 6. Juli 1910. In der Nähe von Bad Kisfingen wurde einem Wicke der Betrag von 40—50 Mark gestohlen. Der Wachtmeister Reiser von Röttingen setzte einen Polizeihund auf die Spur des Diebes, den er im Hause eines Taglöhners stellte. Er war gerade damit beschäftigt, das Geld hinter einer Wanduhr zu verstecken.

* Limburg, 7. Juli 1910. Die Sehnsucht nach der Heimat hat einen in der Fürsorge­erziehungsanstalt Sannerz, Kreis Schlüchtern, aus Limburg untergebrachten Knaben im Alter von 14 Jahren veranlaßt, heimlich die Anstalt zu verlassen und sich hierher zu seinen Eltern zu begeben. Er wurde durch die Polizei wieder in die Anstalt zurück befördert.

* Schmalkalden, 7. Juli 1910. Ein Großfeuer hat in dem benachbarten Wernshausen das große Dampfsägeweck von Wilhelm Herrmann in kaum einer halben Stunde eingeäscheck. Ein Teil des Holzlagers konnte gerettet werden.

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