Einzelbild herunterladen
 

hatte für mor.

können.

Ztteines Feuilleton

wunden am Kopse.

* Bischhausen (Kc. Eschwcge), 27. Juni 1910. Seltenes Jagdglück hatte Förster Kühnemuth. Es gelang ihm im Revier Zentbuche einen starken Keiler im Gewicht von 162 Pfund tu erlegen.

find, einen oder bett anderen Mann mehr ins Quartier zu nehmen, als sie verpflichtet sind, können durch die Kommisflon Soldaten zugewiesen werden. Es kann die Kommisflon überhaupt größere Ordnung schaffen und eine Ueberfüllung der Maffenquartiere verhüten. Herr Dux weist auf den Mangel der Vorlage hin, daß sie keine Bestimmung über die Art der Feststellung des Mietwertes der Wohnungen enthalte. Herr Dr. Schulte: Die Einquartierungskommission soll gar nicht direkt mit der Militärbehörde verhandeln; sie ist nur ein Anhängsel des Magistrats, mit dem die Militärbehörde verhandelt. Herr Sunkel: Auch der Antrag Schwarz hat nicht ganz das Richtige ge­troffen. Es gibt auch Leute, die ganz große Wohnun­gen mieten, aber fast gar keine Einkommensteuer zah­len. Die Kommission ist ganz schön gedacht. Aber wer will das denn machen? Das einfachste ist, die neue Ordnung abznlehnen und die alte zu behalten- Herr Kapp: Ich mache einen neuen Vorschlag Lassen Sie die Vorlage ruhig an den Magistrat gehen. Es ist ja noch nicht so wichtig, da die Anregung dazu von der Stadtverordneten-Versammlung ausgegangen ist. Der Magistrat kann darüber verhandeln, und wir wer- den erneut die Sache beraten, wenn die Vorlage vom Magistrat zurückkommt. Auch ist das Haus heute so

schlecht beseht, bah wir einen «ndgiltigen Entschluß nicht gut fassen können. Der Vorsitzende Herr Fri tz: Herr Kapp, Sie wollen doch dmntt, daß 6k bemerken, die Sache sei noch nicht so wichtig, weil di« Anregung von der Versammlung ausgegangen sei, nicht fugen, daß dar, war die Stadtverordneten-Versammlung tut, nicht ernst zu nehmen ist? Herr Kapp: Ich scheine mißverstanden worden zu sein, oder ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich wollte sagen, rS sei jetzt noch nicht so wichtig, weil durch unfern Beschluß die Vorlage noch nicht Gesetzeskraft erlangt. Herr Dr. Schulte wendet sich gegen den Vorschlag deS Herm Kapp. Geben Sie die Vorlage an die Kommission zurück, sie hat gehöck, was geändert werden soll. Herr Sunkel wiederholt feinen Antrag, die Vorlage ab- zulehiten. Der Referent Herr Singer ist nach den gemachten Vorschlägen auch für eine Zurückverweisung an die Kommission. Es wird sodann der Antrag Sunkel, die Vorlage abzulehnen und die alte Ord­nung beizubehalten, ab gelehnt und der Antrag Schwarz, die Vorlage an die Kommission zurückzu­verweisen und die Kommisflon zu verstärken, a n g'e- nommen- Auf Vorschlag des Herrn Schwarz >vur- den hie Herren Dr Schulte und R ü b s a m in die Kommission hinzugewählt.

Schluß der öffentlichen Sitzung 9 Uhr.

In der geheimen Sitzung wird die Be- schlußfaffung über öffentliche Ausbietung ein es Grundstücks an der Riesiger st raße aus­gesetzt.

tin (vgl. 9fr; 143). Herr Du, stsgt afi, ou8 welch«, I Gründe» die letzte Neuordnung des Statuts im Jahre 1898 defchlvsien worden fei- Herr Dr Schulte I wünscht den Nachweis erbracht, daß die Neuordnung auch in allen Punkten den gesetzlichen Vorschriften ent­spreche. Er werde Zusatzanträge stellen. Der Re­ferent Herr Singer sucht darauf aus einer Dar­stellung des Zustandekommens des umgeänderten Sta­tuts diesen Nachweis zu erbringen, während Herr Dr. S ch u l t e die Ansicht weder der Kommission noch des Magistrats als für sich maßgebend betrachtet Herr Schwarz plädiert dafür, daß die Einkommensteuer allein als Gmndlage der ganzen Ordnung genommen werden soll- Die Vorlage müsse daher an die Kom­mission zurückverwiesen werden. Die Kommission könne man eventuell verstärken. Herr Dux führt aus: In früheren Zeiten hatten die Hausbesitzer allein die Einquartierungslasten zu tragen. Mit der Zeit haben sich aber auch in Fulda die Verhältnisse von Grund aus geändert. Die Hausbesitzer haben nicht mehr den Raum wie früher. Man baut die Häuser zum Vermieten. Hieraus fft die Aenderung von 1898 entstanden. Es zeigte sich damals vor allem der Uebelstand, daß man die Offi­ziere nicht unteczubringen wußte. Die besten und schönsten Wohnungen befinden sich ja selbstverständlich in Händen von Mietern. Daher wurde damals auch deren BÄastung eingeführt. Der Vorschlag der neuen Vorlage, eine Einquartierungs-Kommission einzufüh- ren, scheitert schon an dem Umstand, daß die Militär­behörde flch hüten wird, mit der Kommission zu ver­handeln Sie wird sich stets an den Magistrat halten- Und die Tätigkeit der Kommission, halten Sie diese für so leicht? Die Maximalgrenze ist wiederherzustellen. Ich weiß von einem unserer höchstbesteuerten Mitbürger, der bisher Bei einfacher Belegung 25—30 Mann bekam. Dieser müßte nach der neuen Ordnung bei einfacher Belegung 326, bei Doppelter 652 Mann einquartieren. Die Vorlage ist entweder an die Kommission zurück- zuverweilen, oder, was mir noch lieber wäre, abzu- lehnen. Für dieses Jahr kommen wir mit der Ein­führung dock zu spät. In sechs Wochen haben wir Einquartierung. Auf Grund dec Erfahrungen dieses Herbstes können wir dann die Reform durchführen. Herr Dr. S ch ul t e: Ich habe einen neuen Vorschlag zu der ganzen Ordnung zu machen. Die Junggesellen bekommen nach der jetzigen Ordnung überhaupt keine Einquartierung. Sie sind unbedingt in dem Statut zu berücksichtigen. Durch die Zugrundelegung der Ein­kommensteuer würden gemäß dem Antrag Schwarz die kinderreichen Familien, die gezwungen sind, große Wohnungen zu mieten, und die durch die bisherige, im Prinzip beibebaltene Ordnung benachteiligt wer­den, mehr geschont- Kleinere Leute freuen sich oft­mals riesig, wenn sie einen ober zwei Mann ins Quar­tier bekommen, und können sie durch einige Einschrän­kungen ohne besondere Mehrkosten verpflegen, ja sie können sogar hie und da etwas dabei verdienen Die ungeheuren Lasten fangen erst an, wenn man größere Trupps ins Haus oder sonst zur Verpflegung erhält. Die Progression darf nicht zu stark sein. Herr Kir­cher: Von Verdienst kann keine Rede sein. Einquar­tierung ist stets eine Last. Wer sind schließlich die Hausbesitzer? Meist nicht diejenigen, auf deren Na­mm der Hausbesitz eingetragen ist. Der Rentner wird auf diese Weise gar oft zu leicht belastet. Ich schließe miet) dem Vorschlag des Herrn Schwarz an, die Ord­nung an die Kommission zurückzuverweisen zu erneu­ter Beratung. Herr Vollmer: Es ist doch allge­meine Gesetzesbestimmung, die Soldaten sollen so ver­teilt werden, daß sie bei den Leuten selbst untergebracht werden können, denen sie zugeteilt sind. Diese Privat­quartiere sind stets besser und weniger kostspielig als die Maffenquartiere. Ich halte den Antrag Schulte an sich für selbstverständlich- Nur möchte ich darauf Hinweisen, daß der meist in Aftermiete wohnende Junggeselle in allen Fällen gezwungen ist, die bei ihm einquartierten Leute anderswo unteczubringen und daß ihm dadurch verhältnismäßig höhere Ausgaben erwachsen Auch aus dieser Erwägung heraus bin ich für eine Einquartierungskommission. Dafür spricht noch ein anderer Grund: Leuten, die leicht in der Lage

abend- und Sonntag vormittag- von 11 bi- 1 Uh, und b dir 7 Uh, abends reichlich Gelegenheit zum Besuch der Lesehalle geboten ist.

::: In der gestrige» Monatsversanunkung deS NalnrheilvereinS Fulda berichtete zunSchst Herr E. Eucker über die Ergebniffe der von ihm vorgenommenen Untersuchung von etwa 110 Kindern. Hierauf wurde nach längerer Au-« spräche beschlossen, die zweite Hälfte deS Luft­bades (da- sog. Damenbad) im nächsten Früh­jahr zu bauen und auch den Bau eines kleinern BadeS sür die in der Oberstadt wohnenden Mitglieder in Aussicht zu nehmen. Der Vor­sitzende machte dann Mitteilung von dem am 30. Juni stattfindenden Unterricht im Einkochen von Gemüse und Obst (vergleiche weiter unten). Ein Mitglied regte die Gründung einer An­siedelung von Gesinnungsfreunden auf dem Lande nach dem Muster der Obstbau-Kolonie „Eden" in Oranienburg und ähnlicher Heim- stättengenoffenschaftLn an. lieber diese Ange­legenheit soll in einer späteren Versammlung beraten werden. Schließlich wurde noch darauf hingewiesen, daß Mittwoch den 29. Juni (Peter und Paul) von 3 Uhr ab im Lustbad Preis­kegeln sür Damen und Herren veranstaltet wird, und daß der Verein am 17. Juli einen Aus­flug über Harmerz, Ausspann und Ziegel unter­nehmen wird.

X Rhönklubzweigverein Fulda. Am nächsten I Sonntag, 3. Juli, findet die Einweihung der neu­erbauten Schutzhütte auf der Dalherdaer I Kuppe statt. Diese, unter finanzieller Beihilfe des hiesigen Zweigvereins errichtete Hütte befindet sich an I dem steilen Ostabhang der Kuppe und wird gar vielen I Besuchern dieses herrlichen Aussichtspunktes hochwill- I kommen fein. Der Dalherdaer Gesangverein und die I dortige Musikkapelle werden das ihrige dazu beitragen, I die Feier recht hübsch zu gestalten. Die Anregung zur I Errichtung der Hütte gab Herr Pfarrer Stockhaus, der I sich auch um das Zustandekommen dieser neuesten Ver- I besseremg in unserer schönen Rhön hochverdient ge­macht hat. Sicherlich wird eine stattliche Teilnehmer« I schar ihr Interesse an der Feier bekunden.

I F. Eine Abendunterhaltung will der katholische I Gesellenverein anstelle des üblichen Gartenfestes am Sonntag, den 7. August in seinem großen Saale I abhalten, weil das Gelingen der Gartenfeste zu sehr I von der Witterung abhängt. Es soll zu dieser Abend- I Unterhaltung ein recht abwechselungsreiches Programm

HP* Unsere Pofiabonnente« bitten wie) falls es noch nicht geschehen sein sollt«, da-/ Abonnement sür da- nächste Quartal sofort: bestellen zu wollen, damit keine Unterbrechung ii der Zustellung unserer Zeitung eintritt. Cs gt« trügt, den der heutigen Nummer beiliegenden Bestellschein auszufüllen und unfrankiert in einen Postbriefkasten zu werfen oder dem Briefträger mitzugeben. Die Post läßt dann den Betrag einziehen, ohne daß dadurch Kosten entstehen.

Aus dem Nachbargebieie.

O Engelhelms, 27. Juni 1910. In der am Sonntag dahier abgehaltenen Versammlung der Krankengeldzuschuß-Kasse (örtliche Ver­waltung Pilgerzell) empfahl Herr Pfarrer Weber dringend den Beitritt zur Düsseldorfer Leo-Kaffe und warnte vor den Schwindelkassen, die viel versprechen, aber wenig halten und meistens die Arbeiter um ihr Geld bringen. Der hiesigen Ver­waltungsstelle gehören jetzt 38 Mitglieder an.

[] Steinau, 28. Juni 1910. Am Sonntag den 3. Juli findet in unserem Orte das Kreis- Kriegerverbandsfest für den Kreis Fulda statt. Bei günstigem Wetter werden an diesem Tage viele Kriegervereinsmitglieder und Gäste hier

eintreffen.

[] Neuses (Freigericht), 27. Juni 1910. Im kathol. Arbeiter-Verein schilderte gestern abmd im Adam'schen Saale Herr Lehrer I ö r g - Bernbach mit anschaulichen und packenden Worten seine Eindrücke von den Oberammergauer Pas­sionsspielen. Der Vorsitzende berichtete über die Bezirks-Delegierten-Versammlung in Großkrotzen­burg. An dieses Referat, sowie an den Vortrag schloß sich eine lebhafte Besprechung.

y Hanau, 27. Juni 1910. Das Schwur­gericht verurteilte heute die Handelsleute Moses Strauß I und Bernhard Adler aus Fulda wegen wissentlichen Meineids zu zwei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und dauernder Unfähigkett, als Zeuge oder Sachverständiger vernommen zu werden. Der Meineid war in einem Zivilprozeß I vor dem Amtsgericht in Fulda in einer Verhand­lung über den zweimal verkauften Grasschnitt einer Wiese geleistet worden. Die beiden Verurteilten wurden sofort in Hast genommen. Im Gerichts- faale waren viele Handelsleute aus Fulda und Um» | gegend anwesend.

* Hanau, 27. Juni 1910. Die hiesigen Bau­arbeiter, die anfangs den Schiedsspruch nicht an­erkennen wollten und gestreikt haben, werden heute die Arbeit wieder ausnehmen.

* Frankfurt a. M., 27. Juni 1910. 18 Bril­lant r i n g e im Werte von 25 000 Mack wurden in einem hiesigen Juweliergeschäft gestohlen.

* Ziegenhain, 27. Juni 1910. Am 1. Juli tritt Herr Hegemeister Knaack im Forsthause Kornberg bei Obergrenzebach in den Ruhestand und nimmt Wohnung in Fulda.

* Homberg, 26. Juni 1910. In Oberappen- seid machte sich das Kind eines dortigen Ein­wohners am Küchenherde zu schassen. Plötzlich schlugen die Flammen heraus und erfaßten die Kleider des Kindes. Es erlitt furchbare Brand-

£otaks.

Fulda, den 28 Juni 1910.

V Tom. Morgen, am Feste der Apostelfürsten Petrus und Paulus, ist im Dom um 1/slO Uhr feierliches Pontifikalamt. Während desselben bringt der Sängerchor des Priesterftminars die Missa in honorem St. Caroli Borromaei von Filke für vierstimmigen Männerchor mit Orgel- und Orchesterbegleitung, sowie das Tu es Petrus für vierstimmigen Männerchor und achtstimmigen Posaunenchor von Haller zum Vortrag. Die Messe wird mit großem Orchester, das die hiesige Artilleriekapelle stellt, in fünf zehn stimmiger Besetzung (Streich- und Blasinstrumenten) auf­geführt. Die Aufführung dürfte, worauf wir unsere ] Leser aufmerksam machen wollen, als kirchenmusika-! lisches Ereignis eine besondere Beachtung bean­spruchen, da eine Männerchormeffe in dieser Be­setzung unseres Wissens noch niemals hierorts ge­sungen worden ist. Ter Sängerchor ist rund 100 Mann stark.

* Dem Herrn Medizinalrat Dr. meb. Florentin Marx in Fulda ist der Charakter als Geheimer Diedizinalrat verliehen worden.

[] Die Meisterprüfung hat Herr Friseur Hugo Wickenhäuser von hier mit der Note „gut* be­standen.

X Auszeichnung. In Anerkennung der guten JnstandhaUung der Dampskefselanlage wurde dem in der Mech. Weberei von Nikolaus Weber dahier beschäftigten Heizer Adam Röhrig von dem Dampfkeffel-Ueberwachungs-Verein in Kassel durch Herrn Ingenieur Gundel ein kunstvoll ausgeserti^tes Diplom nebst einem Geldgeschenk überreicht.

— Ein neuer Flugapparat. Einem jungen Manne, der bei Herrn Zahntechniker Kapp be­schäftigt ist, und sich lange Jühre mit dem Studium der Aviatik abgegeben hat, ist es ge- : lungen, einen Flugapparat herzustellen, der ohne Anlauf direkt in die Höhe steigt. Der Erfinder hat mit dem Apparat nächtlicherweile schon einige Flüge über Fulda ausgesührt, die sehr gut ge­lungen sein sollen. Er erreichte vorläufig eine Höhe von 30—40 Metern. Der Apparat ist zum Patent angemeldet. Der Erfinder halte beabsichtigt, am Sonntag den Festp'atz der Olympischen Spiele zu überfliegen, wurde aber durch das Gewitter daran gehindert. Der Apparat ist vollständig zusammenlegbar und wird durch

ausgestellt werden.

[] Ter St. Josephsverein katholischer Arbeiter gen nachmittag ein Volksfest vor­bereitet. Mit Rücksicht auf die unsichere Wetterlage sah er sich aber genötigt, diese Veranstaltung auf son­nigere Zeiten zu verschieben. Voraussichtlich findet das Fest am 10. Juli statt.

(*) Unterricht tut Einkochen von Gemüse und Obst. Nachdem es aus verschiedenen Gründen sich nicht er­möglichen ließ, den für die Mitglieder des Gartenbau- Vereins geplanten Unteirichtskursus im Konservieren von Obst, Gemüse usw. abzuhalten, wird ein solcher jetzt gemeinsam mit dem hiesigen Naturheilverein am Donnerstag, den 80. ds. Mts., zustandekommen. Herr Beruh. Dinger, Erfurt, wird an dem genannten Tage nachmittags vqn 3—6 Uhr und abends von 8 Uhr an im Saale der Harmonie das Einkochen von Obst, Ge­müse und Fleischwarcn auf einer Anzahl der bekannte­sten Einkochapparate praktisch vorführen. Da der Kursus vollständig kostenlos ist und auch die Vor- Führungen vom Nachmittag am Abend wiederholt werden, ist allen Mitgliedern beider Vereine und auch interessierten Nichtmitgliedern, die ebenfalls freien Zu­tritt haben, günstige Gelegenheit geboten, die sür jeden «rlt wichtigen Vorführungen der Konservierung ie vielgebrauchten, der Gesundheit nicht zuträg­lichen Mittel, wie Salizyl, Alkohol usw., besuchen zu können, sodaß auf zahlreichen Besuch gehofft werden darf. Erwünscht ist es, daß einzelne Teilnehmer zum Konservieren geeignetes Obst ober Gemüse mitbringen, welches sie dann konserviert wieder zurück erhalten

vermischtes.

* Hebet einen schweren Grubemmfall wirb aus Essen (Ruhr) berichtet: Aus Zeche Alstaden der Hibernia Bergwerks-Gesellschaft wurden Montag vormittag der Direktor Aft-ssor Sternberg und der Fahrsteiger Mehrhoff von einem beladeneu Kohlen­wagen überrannt. Mehrhoff wurde getötet, Stern­berg verwundet. , „

* Das wirkliche Vermögen der Stadt Berlin stellte sich unter Abzug aller Schulden nach der,N. A. Z/ auf 450 250 057 Mark.

* Ein brüderlicher Zwist hatte am Sonntag zu Karlsruhe einen traurigen Ausgang. Zwei Brüder Muellich gerieten in einen Wortwechfel beti. inITätlichkeiten ausartete. Der jüngere der beiden flüchtete auf das Dach eines Hanfes, stürzte ab und, brach das Genick. In diesem Augenblick kam em dritter Bruder hinzu, stach mit einem Messer nach dem Lebenden und verletzte ihn sehr schwer.

* Ein Schecksälscher, Jakob Liechtenberg, wurde in Breslau festgenommen. In Berlin bet Bletch« rüder hatte er 1907 50000 Mark zu Unrecht er- ^°b* *n'$a8 Opfer einer Kartenlegerin ist die 24 Jahre alte Studentin der Musik Maria Sterba in Berlin geworden. Seit einem halben Jahre hatte sie Be­ziehungen mit einem 39 Jahre alten Kaufmann. Dieser ist oft auf Reisen, versäumte aber niemals/ seiner Geliebten zu schreiben. Als kürzlich einmal die Briefe ausblieben, glaubte sie, daß er sich von ihr abgewandt habe. Als nun gar auch noch eine Kartenlegerin, die sie, um „sich Gewißheit zu ver- fdjaffen", aufgesucht hatte, ihre Vermutung bestätigte, schoß sie sich eine Kugel in die Brust und starb kurze Zeit daraus. .

* Fürst und Fürstin Bulow reifen in diesen Tagen von ihrer schönen Besitzung Villa Malta in Rom ab und bleiben einige Tage bei der Mutter der Fürstin, Donna Laura Minghetti, m Florenz. Dann eifolat die Weiterreise nach Deutschlands

— Was sich über den durchschnittlichen Witterungs- charakter dieses Sommers bis jetzt voranssehen läßt.

Angesichts der abnormen Witterung in diesem Jahre hat die Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats ihren meteorologischen Berichterstatter, Herrn Professor Dr. Leß> um eine gutachtliche Aeußerung über den wahrscheinlichen Witterungscharalter dieses So.mmers gebeten. Der bekannte Metorologe hat der Preisberichtsstelle einen Bericht erstattet, der allgemeines Interesse bean- spruchen dürfte. Er stellt zunächst fest, verschiedene ältere Untersuchungen hätten ergeben, daß die Durch­schnittstemperatur aufeinanderfolgender Monate im allgemeinen häufiger in dem gleichen als im ent­gegengesetzten Sinne von ihren normalen Werten abzuweichen pflegen, sei der sichere Nachweis ge­lungen, daß man in Wintern, in denen der Dezember und der Januar beide merklich zu warm waren, mit großer Wahrscheinlichkeit auch aus einen zu normen Februar rechnen könne. Für die späteren Monate siege die Sache nicht so einfach. Deshalb hat Dr. Leß die Untersuchung in etwas abgeänderter Weise und an noch weiterem Beobachtungsmaterial wieder ausgenommen, wobei sich mit ziemlicher Be­stimmtheit ergeben hat, daß die Wahrscheinlich­keit eines zu warmen Sommers sowohl im Osten als auch im Westen des Reiches nach milden Wintern etwas größer als gewöhnlich ist. Zwar ist der aus dem Durchschnitte vieler Jahre gefundene Temveraturüberschuß lange nicht bedeutend aenua.

Muskelkraft getrieben.

# Kaust am Platze! Seit einigen Tagen wird unsere Stadt von Hausierern besucht, welche Tep­piche und Vorlagen angeblich zu besonders billigen Preisen anbieten. Es wurde z. B. ein Teppich mit Mk. 45.— und bann mit Mk. 40.— angeboten, welcher in hiesigen Geschäften, wie uns von einem I Branchekundigen gesagt wurde, zu ca. Mk. 20.— zu haben ist. — Daß man in unseren hiesigen leistungsfähigen Geschäften dieselben Waren billiger und besser kaust als bei herumziehenden Handels­leuten, ist sür jeden einsichtigen Menschen klar.

-u- Die Schulserien stehen bevor. Für die höheren Schulen beginnen sie am Freitag, den 1. Juli und dauern bis einschließlich Montag, den 1. August (Schulbeginn Dienstag, 2. August). Die Volksschulen schließen ihre Pforten am Sams­tag, den 2. Juli und beginnen mit dem Unterricht wieder am Montag, den 1. August. I

Die Lesehalle am Steinweg soll vom 1. Juli ab versuchsweise morgens schon um 9 Uhr geöffnet werden. Im Uebrigen bleiben die Zeiten unver­ändert, sodaß dem Publikum Werktags von 9 Uhr I morgens bis 2 Uhr nachmittags und von 4 bis 9 Uhr baß man schon nach jebem milden Winter einen desonbers heißen Sommer zu erwarten hätte. Aber im oorliegenben Falle kommen noch weitere Grünbe hinzu, welche bie durch die Statistik gewonnene Schlußfolgerung zu unterstützen geeignet sind. Es ist bekannt, daß bie Hochbruckgebiete aus bem euro­päisch-asiatischen Festland ein außerordentlich großes Beharrungsvermögen besitzen. Nicht allein halten sie bie von ihnen einmal eingenommenen Plätze gern lange fest, fonbern, wenn ein stärkeres baro­metrisches Maximum längere Zeit hindurch irgendwo verweilt hat, so kehrt es auch nach gelegentlicher Verdrängung mit Vorliebe dorthin zurück, oder es treten andere Maxima an seine Stelle, bie daselbst an Höhe und zugleich an Widerstandskraft zuzu­nehmen pflegen. In diesem Jahre ist jutn ersten- male bereits gegen Ende März ein außerordentlick hohes Barometermaximum auf der skandinavischen Halbinsel erschienen, die seitdem öfter, z. B. auch zu Beginn der heißen Zeit im Mai, von Hochdruck­gebieten ausgesucht worden ist. Ebenso halten sich seit längerer Zeit hohe und umfangreiche Maxima mitten auf dem nordattantischen Ozean. Deshalb hatten seit vielen Wochen trockene, warme östliche Winde mehr als sonst in dieser Jahreszeit die Ober- Herrschaft. Wenn sie also auch gegenwärtig durch die im Juni besonders kühlen Norbwestwinbe ab­gelöst worden sind, so dürste immerhin mit der nicht geringen Wahrscheinlichkeit zu rechnen sein, baß bie Ost- und Südostwinde und mit ihnen die Hitze und Trockenheit noch verhältnis­mäßig oft im Laufe dieses Sommers wiederkehren und sich jedesmal während mehr I ober roeniaer lanaer Reit behaupten werben.

♦ Eisenach, 27. Juni 1910. Der Verein für die Schiffbarmachung der Werra hat beschlossen, den Vorschlag einer Verbindung zwischen Werra und Main zu unlerstützen.

* Weimar, 26. Juni 1910. In der Nacht zum Freitag ist aus bemUntersuchungsgefängnis ein mit Zuchthaus vorbestrafter Gefangener na­mens Emil Göpel aus Würzburg entwichen.

* Mainz, 27. Juni 1910. Herr Kommerzien­rat Eugen Haffner, ein bewährter Zentrums- Veteran, wurde zum dritten Male als unbe­soldeter Beigeordneter der Stadt Mainz mit allen Stimmen (auch denen der Sozialdemo­kraten) wiedergewählt, sodaß er jetzt durch das^ Vertrauen der aus 5 Parteien zusammengesetzten Stadtverordneten - Versammlung seit 25 Jahren Sitz und Stimme ttn Kollegium hat.

* Eltville, 24. Juni 1910. Gestern stürzte sich in der Nähe der „Burg Cray" ein junger Mensch in den Rhein. Die gleich darauf versuchte Rettung blieb ohne Erfolg. Seine letzten Lebensstuuden hatte der Selbstmörder dazu benutzt, dem Restaurant „Burg Croß" Besuch abzustatten, wo er sich bei einem Diner und sechs Glas Wein anscheinend Mut zu seiner feigen Tat verschaffte. Bald darauf verschwand er um nicht wiederzukehren. Als der Kellner nach feinem Gaste, der ihm die Zeche schuldete, sehen wollte, fand er dessen Hut und Stock am Rheinufer.

* Heiligenstadt, 26. Juni 1910. Gestern brach auf einem Gehöft in Geisleden Feuer aus, wah­rend die Besitzerin, die krank im Bette lag, allem im Hause weilte. Die Entstehungsursache ist völlig unbekannt. Das Feuer vernichtete Scheune und alle ; Wirtschaftsgebäude sowie einen Teil des Wohn­hauses.

Das Friedberger Attentat.

Der Frankfucker Polizeipräsident erläßt eine neue Bekanntmachuna, wonach die B e l o h n u n g von 300 Mk. auf 800 Mk. erhöht ist. Es wird um Feststellung gebeten, woher die Verbrecher flch btt Bomben verschafft haben. Dieselben waren nut Gelatine-Dynamit gefüllt- Am zylindrischen Blech­mantel der einen Bombe steht: „Taß 30 Gramm

Der Mittäter beim Friedberger Verbrechen, Fried­rich Karl Werner, hat in einem Bries an seinen Bruder die Tat e i n g e st a n d e n und geschrieben, daß er die Tat bereue. Er schließt seinen Brief mit den Worten, daß man ihn in diesem Leben nicht mehr wieder sehen werde. Vielleicht sind diese Worte nur geschrieben, um die Uittersuchungsbehörden irre zu ühren. Karl Werner ist im Jahre 1890 als der Sohn eines Schieferdeckermeisters von Kaiserslautem gebo­ren. Er besuchte die Oberrealschule daselbst bis an­fangs des Jahres 1908. In den letzten Monaten waren feine Leistungen in der Schule so gering, daß er sitzen geblieben wäre. Wie sich später ergab, war es die Lektüre von Schauerromanen, die ihn so weit brachte. Da wurde nun anfangs Mörz 1908 bei Uhrmacher Berg in Kaiserslautern ein raf- finierter Einbruch ausgeführt und Uhren usw. für etwa 10 000 Mack gestohlen. Bald darnach brachm die Diebe in die katholische Kirche zu Hohenecken ein und stahlen die goldenen Kelche. Nicht lange damach wurde in das Laboratorium der Oberrealschule zwei-; mal nachts einaebrochen unv weckvolle Apparate ge­holt Verschiedene Anhaltspunkte wiesen auf Werner als Täter, auch die übrigen schweren Diebstähle setzte man ihm auis Konto und nahm ihn in Hast Den Diebstahl der Uhren gab er erst zu, nachdem man sie im elterlichen Keller, wo er sie tief vergraben hatte, fand. Auch Fälschungen hatte er begangen und sich von einer Bank 200 Mark erschwindelt. Den Kirchen- diebstahl konnte man ihm nicht nachweiien. Erwähnt fei aber, daß man die goldenen Kelche dieser Tage, im Wald vergraben fand. Werner wurde zu einem* Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt, die er iw der Gefängnisanstalt in Niederschönenfeld verbüßt., Dock hat er seinen Genossen, den Winges kennen ge­lernt. Da Werner sich in der Anstatt gut führte, wurde ihm ein Teil der Strafe geschmkt und er irrf März 1909 entlassen. Seit dieser Zett arbeitete er im Geschäft feines Vaters. _____________