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M M3.

Samstag den 25. Juni 1910.

57. Jahrgang.

* fuldaer

Zeitung«

5. Blatt.

vr«<k und Verlag der Zuldaer Actleudruckerel in Zulda.

Das ist nur eine kleine Probe von den Presse»

der Hetze! Dieses wahnwitzige Gebühren der liberalen Presse wird bester und gründlicher als alles andere dm Kathokikm die Augen öffnen über die wahre Natur

Auf dem Weg zum Büro kaufte Fräulein Holder ein Extrablatt, in welchem sie die Einzelheiten über den Mord zu finden hoffte. Aber der Bericht war

[ vatkontor, wo sie mit ihren Kunde» verhandelte, Be­rechnungen aufstellte, ihre Bücher führte und, wenn sie Zeit hatte, auf ihrer eigenen Maschine schrieb. Die­sen kleinen Raum hatte das junge Mädchen so gemüt­lich wie möglich eingerichtet. Das schmale Fenster war mit hellfarbigen Gardinen versehen, der Boden mit einem großen Teppich bedeckt. In der Nähe des Fen­sters stand der Schreibtisch. An der Wand befanden sich ein Schrank und ein Regal, an der andern ein Teetisch. Hier pflegte Olga ihren Freunden Tee zu kredenzen, denn dies war die einzige Gastfreundschaft, die sie sich bei ihrm bescheidenen Mitteln erlauben durfte.

auslastungen, wie sie sich jetzt dutzendfach in den Schutzgedietszeitungen finden. Rach Privatmeldun­

gen aus der Kolonie herrscht daselbst über die Ent­lassung Demburgs ungeheure Freude Man verspricht sich von seinem Nachfolger das Ende der bisherigen großkapitalistifchrn Politik.

4- Dernburg beim Kaiser. Der frühere Staats­sekretär Dernbnrg ist gestern nach Kiel gereist, um der Kieler Woche beizuwohnen. Die „Tägl. Rund­schau" meldet, Dernburg folge einer persönlichm Ein­ladung des Kaisers. Etwas anders lautet die Infor­mation des „Berl. Tagebl.", die in diesem Falle zu- verläffiger sein dürste. Danach ist Dernburg vom Generaldirektor Ballin eingeladen wordm, soll aber Gelegenheit erhalten, sich beim Kaiser „a b zu­melden" Mit Rücksicht auf dm bisherigm leiden­den Zustand des Kaisers konnte die Abschiedsaudienz Demburgs vor der Kieler Woche nicht mehr erfolgen

8 Die Hälstrlung der Beiträge, die im § 412 der Reichsversicherungsordnung vorgesehen ist, und bei Gelegenheit der Regelung der Vorstands- | wähl der Krankenkasse in der Reichsversicherungskom­mission zur Debatte gestellt wurde, gab mich in der Freitagssitzung zu einer längeren Aussprache Anlaß. Von sozialdemokratischer Seite wurde erklärt, daß die Arbeiter, die dm Kampf gegen das DrerklaffemvaU- recht ausgenommen, sich die von der Regierung beab­sichtigte Entrechtung nicht gefallen lcffsen toerben. Es fei unrichtig, daß die Kasfenverwaltung zu sozialdemo­kratischen Zweckm mißbraucht werde. Dem gegenüber wies ein Vertreter der Konservativen darauf hin, daß die Bibliothek einer bestimmten Krankenkasse fast nur Schriften sozialdemokratischer Autoren ausweise Ein nationafliberales Mitglied bestätigte das und brachte weitere Fälle des Mißbrauchs der Kaffen zu sozialde- mokmtischen Zwecken vor. Zu der Frage der Wahl des Vorsitzenden erklärte ein Vertreter des Zentrums,

Es ist im vorigm die Politik des Staatssekreiärs geht dahin, die Starken auf Kosten der Schwächeren noch mehr zu stärkm. Wenn Dernburg, Fürstenberg und Merton Junker wären, wie würden sich dann wohl die Liberalen über „SiebeSgaben, Vettern- und Günstlingswirtschaft" ent­rüsten.

englische Volk", ein ebenso mächtiges als wickungs- volles Wort zugunsten der religiösen Freiheit Die Volksfurie kam dennoch noch nicht ganz zum Still­stand, und das Titelgesetz wurde im folgendm Jahre wiÄlich Gesetz. Seine Strafen gegenüber den katho­lischen Bischöfen wurden aber nie angewendet. Im Jahre 1871 wurde es von Gladstone in aller Ruhe kassiert. Die Diskussion über das Gesetz hatte aber den Vorteil gehabt, daß die Gemüter sich abkühlen konnten und daß in kürzester Zeit Newman seine Arbeiten

gin, die „ihre feste Absicht ausdrückte, die Rechte der Krone und die Unabhängigkeit ihres Volkes gegen die Aggressionen und Veftkümmerungm durch irgend eine fremde Macht zu bewahren". Fast alle Blätter ver­langten, die Regiemng falle den katholischen Bischöfm verbieten, die englischen, ihnen vom Papste verliehenen Titel zu führen. Ueberall wurden feierlich die Bilder des Kardinal-Erzbischofes Wisemann verbrannt, die Kirchmfenster wurdm den Katholiken eingeworfen und die Geistlichen belästigt. Der Kardinal kam 4 oder 5 Tage nach dem Brandmanifest des Anglikaners Ruffel in London an und schrieb sofort seinen „Brief an das

den Juni auch der Jahrestag der Weihe Englands und Wales an die Muttergottes und St. Petrus. Die Kathedrale wird am Dienstag, den 28 Juni fonfefriert werden und am folgenden Tage, dem 17. Jahrestage der erwähnten Weihe durch Kardinal Vaughan und die katholischen Bischöse, wird von Erzbischof Dr. Bourne ein Pontifikalamt in Anwesenheit sämtlicher Bischöfe abgehalten. Als vor 10 Jahren das goldene Jubiläum war, fand keine besondere zentrale Feier statt, weil der Erzbischof von Westminster krank war und die Kathedrale noch nicht fertiggestellt sein konnte. Die Predigt am 28 Juni wird der älteste Bischof der Kirchenprovinz, Mons. Hedlev von Newport halten.

Mitten in der römischen Revolutton, kurz vor der Flucht Pius IX. nach Gaeta war es, als Dr. Wise- man, apostolischer Vikar von London und Kanonikus Dr. Ullathorne, später Biischof von Biruiingham, den Papst von der Zweckmäßigkeit überzeugten, England in Bistümer abzuteilen. Am 29. September unterzeich- j nett der Papst die Bulle, durch die nach einer Pause von 300 Jahren eine katholische Hierarchie Englands eingesetzt wurde. Die Bulle war majestätisch und pon- tifikal gehalten, so daß die Engländer und auch einige Katholiken, wie der Herzog von Norfolk sie als einen aggressiven Akt auf die Vorrechte der Krone bezeich­neten. Das Volk war an die souveräne Stimme von Rom nicht mehr gewöhnt, sonst hätte diese Empfindung nicht wach werden können. Die Anstritte Newmans und seiner Freunde aus der anglikanischen Kirche waren noch frisch in der Erinnerung — all das wirkte mtt. Der Aerger der Nation war noch nicht ver-1 gangen, als der Bulle ein Hirtenbrief des Kardinal- erzbifchofes Wisemann von Westminster fo'gte.

Wisemann war der nationale englische Typ, der die englischen Katholiken wieder zu Rom hin zu bringen wußte. In den ärmeren Vierteln von Lon­don und Southwark wirkte er feit Jahren als wirk­licher Volksapostel und war allgemein sehr beliebt. Aber mtt-der Aufrichtung der Hierarchie und seiner Einsetzung als Primas nahmen die Anfeindungen kein

Huljr. Die „Times" ließ einen fulminanten Artikel vom Stapel, worin sie die Errichtung einer Diözese Westminster als eine Schande für das Reich und eine Verletzung und Verhöhnung der königlichen Rechte bezeichnete. Lord John Ruffel — so schrieb spater Gladstone — tauchte seine Feder in Galle und schrieb ein Manifest an den protestanttschen Bischof von Durham, die Geistlichen der anglikanischen Kirche । wandten sich an ihre Bischöfe, die Bischöfe an die Köni-

' die preußische Regierung mit ihrer Ansielungspolitik zum Ziele kommen werde, antwortete Professor Del­brück u a.: „Um keinen Preis. Die preußische Ansiedlungspolitik hat vollkommen Schiffbruch gelitten! Eine Abkehr vom alten Wege ist nur eine Frage der Zeit, und zwar sehr kur­zer Zett. Denn was Ijat man praktisch erreicht? Gar nichts! . . . Wenn Sie dagegen wirklich etwas Gutes sehen wollen, so sehen Sie sich die polni­schen Ansiedlungen an. Diese sind nicht, wie die deuffchen, künstlich aufgezogen worden."

* Der neue Dernburg Verirag für Südwest-Afrika wird in den soeben aus Südwestafrika eingetroffenen Zeitungen allgemein mißbilligt und aufs schärffte kriti­siert. Die Schutzgebietspreffe stimmt dem Abg. Erz­berger bei, daß der Tag des Abschlusses des Ver­trages ein schwarzer Tag in der Geschichte der Schutz­gebiete sein werde. Was die Gesellschaft an Land abttäte, heißt es in der „Lutzibuchter Zeitung", sei zu % Wüste und was an dieser Wüste von Wert sei, behalte die Gesellschaft. Durch di- Abtretung erspare

Schließlich, was ging es sie an? Sie hielt es für ge­raten, jeden Gedanken an ihn zuverbannen — für im- mer! Ihr Ideal war in Trümmer gegangen. In­dem Herbert Brand nach Bittern ging, mußte er aus ihrem Leben verschwinden.

voll?^u $oIber war neugierig, was der Besucher ge-

„Es war ein hübscher, junger Mann, liebes Kind — und hatte ein so liebenswürdiges Wesen", bemertte f'e- „®F mu& aus guter Familie stammen, das sah man 'hw smart an. Er scheint sich auch in sehr guter Ge­sellschaft zu bewegen."

Olga's Lippen kräuselten sich spöttisch, als sie an Lena und deren Gesellschaften dachte.

und fetter. „Ser Vampyr" stand am Kopf des Blat­tes, in welchem Herrn Kirbh's Leben auf das schärfste kritisiert wurde. Rach einer flüchtigen Schilderung seines Lebens wurde seine Geschäftspraxis einer ge­naueren Prüfung unterworfen und da stellte es sich denn heraus, daß er ein großer Blutsauger und Hals­abschneider gewesen, wie es nur wenige auf der SBelt gab. Bezüglich der Rebenumstände des Mordes schien es. als habe Herr Kirby am Abend vorher gegen neun Uhr mtt einem Polizisten gesprochen. Die Unterhal­tung hatte in der Unteren Therusestraße am Ende der Nelson-Allee stattgefunden. Kirby hatte dem Beamten gesagt, er wolle in sein Büro, wo er bis spät in die NE arbeiten müsse. Er war in heiterster Laune ge­wesen. wie der Polizist erzählte. Er war also um neun Uhr in sein Büro gegangen — von da an hatte ihn niemand mehr gesehen. Herrn Kirbfts hellerer Laune nach durste also geschlossen werden, daß er nicht die geringste Veranlassung hatte, zu dieser Zett etwas unangenehmes vorauszusetzen, das zu einem solchen Verzechen führen konnte. Und doch überraschte ihn bet Tod in dieser Nacht — ungefähr um zwölf Uhr wie das ärzüiche Gutachten feststellte. Der alte Mann war mitten ins Her, gestochen worden, während er an jeinem Pult saß. Nirgends zeigte sich die Spur eines Kampfes. Soweit man bis jetzt festgestellt, war nichts gestohlen, keine Schublade des Pultes herausgezogen

Dörfer?" wird hierauf, wie folgt beantwortet: „Nein und Ja! Nein: es ist klar, daß für ungezählte Mil- lionen etwas geschaffen werden konnte, und das, was wir sahen, war gut und schön, teilweise mit über­mäßiger Verschwendung ausgestattet. Es macht aber allzusehr den Eindruck des Gekünstelten. . . . Wenn I wir trotzdem die gestellte Frage mit „Ja" beantwor- ten, so müssen wir sagen, daß es in diesem Falle weni­ger auf das ankommt, was wir sahen, als auf das, was wir nicht sahen und nicht sehen sollten. In unserem Falle ist gerade dies das Entscheidende. Es mußte schon vor Beginn der Reise auffallen, daß in diesem Jahr genau die gleichen Ansiedlungen vorge­führt wurden, wie im vorigen Jahre. Und doch ist dieses gerade der kleinere Ansiedlungskomplex. .

Dadurch, daß man heuer die gleichen Paradedör- f er zeigte, wie im Vorjahre, muß man ohne weiteres annehmen, daß es mit den nichtgezeigten Ansiedelun­gen schlechter bestellt ist. Das ist denn auch der Fall. Mehrfach wurde uns von Getreidehändlern, die einen guten Einblick in diese Verhältnisse zu haben pflegen, versichert, daß es auf den für uns verborgen gehaltenen IAnsiedlungen ganz jämmerlich aussieht. So i wurde uns erzählt, daß es den Ansiedelungen, bei Rogowo ganz elend geht. Es hätte sich auch sehr schön gemacht, wenn man das wahrheitsgemäß berich­tet hätte, daß von den westpreußischen Ansiedlern schon einige Konkurs gemacht haben." Redattcur Helms hatte aber noch eine Unterredung mit dem Professor Hans Delbrück in Berlin („einer der hervorragendsten Kenner der Verhältnisse in der Ost­mark" wird er im Beobachter Nr. 139 genannt), der ihm (Helms) erklärte, daß er, um die Ansiedelungen kennen zu lernen, nicht die weite Reife von (Stuttgart hatte zu machen brauchen, zwar sei für das riesige Geld etwas Schönes geschaffen worden, allein es seien doch „halbe Potemkinsche Dörfer". Auf die Frage, ob

„Hundert Mack! Gott fei Dank! Dann kann ich wenigstens den Schlächter und den Gemüfehändler be- zohlen. Früher hatte ich keine Ahnung, wie teuer die Lebensmittel find", fügte Frau Holder in klagendein

X'n$“c« die Preise sind jetzt wirklich auch zu hrnh Mersch ist kaum zu erschwingen und Gemüse auch mcht. Ack, mein Gott. e§ ist hack, so mit jedem Pfennig rechnen zu müssen!'

, ”3“; Mutter, wir müssen nun einmal sparen" ver- K - tnEL90 r?6 abweisend. Sie war an die Klagen der Mutter schon so gewohnt, daß sie kaum Notiz da­von nahm. Heute jedoch tröstete sie die Mutter ein wenig und begab sich, nachdem sie ihr kleines Mabl verzehrt, wieder in ihr Büro.

®aS Büro tag in der Drehserrjiraße und bestand aus drei Zimmern oder vielmehr Zimmecchen. Das erste war mtt einem Holztisch und vier Holzstühlen ausgestattet. In diesem wurden Olga's Kunden von einem Jungen empfangen, der, wenn er nicht Wege zu besorgen hatte, sich in Hintertreppen- und Schauer­romane vertiefte. Aus diesem ersten kam man in ein zweites, etwas größeres Zimmer, wo sechs blasse Mäd­chen an sechs Schreibmaschinen saßm und schrieben. Hinter diesem lag das kleinste Zimmer — Olgas Pri-

oder durchwühlt- der Geldschrank war verschlossen; kein Papier fehlte — wie Brest ausgesagt — keine Waffe war gefunden. Ein Raubmord ivar demnach ausgeschlossen, das ganze Verbrechen in tiefstes schweigen gehüllt.

Und dieses Geheimnis verdichtete sich mehr und mehr, je weiter die Polizei Zeugenverhöre anstellte. Frau Schmidt, durch den etwas reichlichen Genuß von Branntwein und den aiisgestandenen Schreck zu uuver- sieglichm Tränen gerührt, sagte aus, sie habe die Büro­tür verschlossen gefunden, als sie am Morgen zum Rei­nemachen gekommen sei. Sie fand den Ermordeten vor seinem Pult sitzen, berührte ihn und entdeckte, daß er tot war Das Fenster war geschlossen und die Ja­lousie heruntergelassen; der Geldschrank ebenfalls ver­schlossen, wie wich die innere Tür des Büros Der Mörder hatte sein Verbrechen äußerst schlau ausge- suhrt und nicht die geringste Spur hinterlassen, die auf seine Entveckung geführt hätte — außer dem schauer- nchen Leichenfund am Tatorte. Außer Herrn Kirby und Frau Schmidt besaß niemand einen Schlüssel zum Büro. Die Schlüssel des ersteren hatte man unver- f"l«ner Dasche gefunden und auf Frau Schmidt - AK.der leiseste Verdacht, übrigens konnte sie auch chr Alibi nachweisen, das beim Aufenthalt in einer -Elpe begann und am Bett einer kranken Enkelin in intern denben Dachstübchen endete. Prest besaß keinen ! ochlüffcl, übrigens konnte er auch eine wahrheitsge­mäße Schilderung, wo er sich um die Zeit des Mordes and darüber hinaus aufgehalten, geben.

_ Das war alles, was die betreffende Zeitting von Tatsacken benchtete. Aber sie versprach wettere Ent- hullimg-n in ihrer nächsten Ausgabe. Die Polizei, fuhr der Bericht dann fort, verfolge bereits eine bestimmte Spur und wenn einer der Detektivs der Londoner Pol^ei einer Spur mit Erfolg nachgehe, so fei es ber überaus intelligente Kriminalbeamte namens Fel- . -dieser interessiere sich, wie cs hieß, so unge­mein sur den rätselhaften Mord, daß er seine Vorge- ietztengebeten habe, die Angelegenheit seinen Händen sein Ruf als äußerst scharfsinniger

O bie Erfüllung dieser Bitte ein-

narf, 9 L rt» Er also bereits dem Geheimnis nach So berichtete dtvS Blatt.

Bewegung tn Deuffchland auf. Die „Bad. Sanbe8= zig." Rr. 278 vom 20 Juni bringt in ihrem Inseraten­teil folgend« Aufruf:

„Denkende Katholiken! Man weiß, daß Ihr römischer Kulturfeindschast und römischem Wesen innerlich ferusteht. Aber Ihr zahlt römisch-katholische Kirchensteuer; Ihr schickt Eure Kinder ht römisch- katholischen Religionsunterricht; Ihr liefert mit der letzten Oelung Euch der vollen Macht der römischen Kirche wieder aus und schafft bannt Euern Hinter­bliebenen auch noch geistige Not. Wen» jemals, so muß Euch jetzt diese charatterschwache Halbheit zum Bewußtsein kommen. Weg mit solcher Schwächlichkeit! Werdet ganze Männer, ganze g-rauen; seid ehrlich vor Euch selbst. Befreit Euch und Eure Angehörigen von Roms Geistesdruck. Nur ein Weg führt vorwärts: LoS von Storni"

Soweit ist also der Liberalismus im Katholikenhaß schon gekommen, daß eines seiner führenden Organe den Ruf erhebt: „Los von Rom!" Nur so weiter in

DUA gutachtlich gehört zu werden braucht? Sind Leute

UVIII jU/vS CTVIUfe wie der Bankier Fürstenberg, die doch lediglich Finanzier

* ein vernichtendes Urteil über die preußische An-

in den polnischen Landezteilen sällt ^cir^^ef^Äe, bie iaf NtndWeheund em süddeutscher Teilnehmer an der soeben beendeten Zäunst eines ganzen Landes betreffen? Der diesjährigen O st m a r k e n f a h r t, und es ,st em ganz Staatssekretär hat sich Mühe gegeben, den Abg. Erz­unverdächtiges Zeugnis, welches der Redakteur Helms berget hier im Lande wegen seines Besteuerungs- am volksparteilichen Stuttgarter „Beobachter" über antrages zu diskreditieren. Diese vergebliche Mühe seine Eckebniffe abgibt. Einmal spricht er in der kann er sich sparen, wenn auch manches an dem Erz. Ostmackenfahrt von vornherein das Kriterium einer bergischen Anttage der Aendernng bedurfte, so wissen „Jnformationsfahrt" ab, da sie so eingerichtet gewesm ^'«^ der ^-“S^er bteJM»t«be? HM es nicht möglich feinJoHte, „auch andere U M «fSjeÄt d^Mheg^mmenhatzbi! Meinungen kennen zu lernen. Emen ubnaus un- schwierigen Verhältnisse zu studieren. Dafür sind wir günstigen Eindruck machte es auf den süddeutschen Re- ihm dankbar.... Tradition der Hohenzollern ist es dakteur, daß der Leiter der Veranstaltung gleich in stets gewesen: Schützt bett wirtschaftlich Schwächeren, der Begrüßungsansprache sagte: --- ----- • -

Jahre mehrfach von unseren Gegnern der Versuch ge­macht worden, sich an die Tellnehmer heranzudrängen. Auf solche Mttteilungen wollen Sie, bitte, keinen Wert legen." Auch die Hast der Reise habe bewiesen, daß den Jnformationsreisenden „nur das Gute" gezeigt werden sollte Die Frage: „Sahen wir Potemkinsche

„Der deutsche Bürger will sich vom Feudalismus und vom k*le rikalismus nicht länger beherrschen (?) lassen, und er mißtraut einer Regierung, die nicht über, sondern unter diesen Parteien steht, die je nach dem Winde, den jene machen, ihre HaUung wechselt und zuletzt an falscher Stelle Festigkeit mattiert. Das Ansehen des jetzigen Ministeriums hat sich auch im Streit mit Rom keineswegs gehoben. Unter Herrn von Bethmanu-Hollweg bleibt katholischTrumpf(l), und mit dem politischen Katholizismus ist der in der konservativen Partei organisierte Großgrundbesitz nach wie vor verbündet."

Katholisch soll also unter Herrn von Bethmann- Hollweg Trumpf sein! Hat man je eine ärgere Ueber- treifiung vernommen? Und welchem anderen Zwecke soll die ganze Heranzerrung des Katholizismus die­nen, wenn nicht dem, die protestantischen Massen mit diesem „kcttholischen Trumpfe" zu fanatisieren und zu mobilisieren, ein Zweck, dem zweifellos auch der vor­stehende Hinweis auf die Enzyklika dienen soll.

Auch der fteisinnige preußifche Landtagsabg. F. o f f schlägt in dieselbe Kerbe, so daß man fast an­nehmen muß, daß System in der Sache liegt. In Rr 311 des „Berliner Tageblattes" schreibt er einen Ar­tikel „Die Boiromäusenzhklika und die geistliche Schul- Inspektton". Hoff meint, „dieser nicht nur protcstan- ken-, sondern dirett kultur- und wissenschaftsfeindlich« (?) ultramontane Geist" habe „gerade in Preußen und Deutschland außerordenüich zahlreiche und vor allen Dingen außerordentlich mächttge Vertreter" und weift dann auf eine „antiultramoniane" Schulpolitik als bestes und wickfamstes Gegenmittel gegen den „ultramontanen Geist" hin, indem er schreibt:

„Aks pofittves Mittel, das auf die Dauer des Erfolges sichet sein wirb, kommt unseres Erachtens tn erster Linie eine echt freiheitliche und fortschrütliche Echulpoltttt i» Betracht, die mtt aller konfessionellen Engherzigkeit und vor allen Dingen mit der Herrschaft der Geistlichkeit übet die Schule gründlich auf­geräumt . . . Soll bte gerechte Entrüstung über die Borromäus-Enzyklika nicht im Sande oerlaufe«, so kann für alle antiultramontanen Steife sich daraus nur die eine praktisch-politische Parole ergeben; Fort mit bet Mehrheit des schwarzblauen Blocks, in Deutschland nicht nur, sondern auch in Preußen! Fort mit bet konfessionellen Volksschule, wie sie durch das Gesetz vom Jahre 1906 statuiert worden ist; fort vor allem mit der geistlichen Schulaussicht!"

Man sieht, der Freisinn wirft mehr und mehr die Maske ab und bekennt sich front und frei zum Kultur­kampf auf dem Gebiete der Schule.

Wo alles, was liberal heißt, fo gegen dir kacholifche Kirche hetzt, darf natürlich die nattonalliberale „Bad. Landeszeitung' nicht fehlen. Sie macht gleich gründ­liche Arbeit' und fordert direkt zu einer Los von Rom-

X>er Wcimppv.

(Roman von Fergus Hume. Autorisierte Bearbeitung 6] von C. Wexuer.

Der junge Mann sprang auf. „Kirby — ermordet? ,'Kn feinem Haufe?"

„Nein", versetzte das junge Mädchen, sich über sein 'jeltfameS Gebühren wundernd, „in seinem Büro"

Herbert Brand atmete auf — erleichtert wie es schien. „Wie furchtbar!" sagte er. „Jedenfalls ist der Mörder verhaftet." f ,

„Man weiß noch nicht einmal feinen Namen, Herr Brand."

„Merkwürdig! Wer kann den Mord begangen haben?"

„Ich weiß es nicht", entgegnete Olga ungeduldig. »Man brachte die Rachnchi. als ich heute vormittag gerade bei Frau Kirby weilte."

„Wie nahm sie es auf?"

„Wie sollte sie's- ausitehmen? Wie wird eine Frau, die ihren Mann liebt, eine solche Nachricht wohl auf- stiehmen? Sie fiel ihn Ohnmacht und war noch be= wußtlos, als ich sie verließ."

„Ihren Mann liebt!" wiedecholte Brand mit einem jähen Aufblitzen feiner dunkelblauenAugen. „Ach so — natürlich!"

„Ich habe zu hm, Herr Braud", sagte Olga plötz­lich in eisigem Tone.

„Kirby ermordet!" murmelte Brand, der in der Nähe der Tür stand und in Nachdenken versunken war „Ich mochte bloß wissen" — dann brach er jäh ab „Adieu, Fräulein Holder!" Somit eilte er zur Tür Hinaus.

„Was bedeutet das alles?" fragte sich das junge Archen „Er war erstaunt über den Mord, und doch r*Jen *r eine besondere Idee hinsichtlich desselben zu

-r~^aJ.tai Es Fenster und sah chn über die ect 1 lr?TUtn fragte er, ob das Verbrechen in

. ^gesunden habe? Warum war er so Lj- £tr^ ®,t™e — so Begierig zu erfahren, fcfcie Stabt? ausgenommen? Warum vnließ m faVl >° bleich und krank aus?

»OS waren alles Fragen, auf die sie keine Antwort fand

= Die Knlwrkampfsgelüste des Liberalismus

, treten von Tag zu Tag deuüichrr in die Erscheinung. Sie „Freisinnige Zeitung" bringt z. B. einen Leih artikel: „Sie Enzyklika", der dagegen protestiert, daß man ben Streit wegen der Enzyklika als beigelegt be­trachtet. Sie erklärt:

„Der konfessionelle Frieden ist nun einmal gestört, nicht durch uns) nicht durch Deutschland, sondern durch den Papst... Mit Drohungen und Erklärungen, es handele sich um eine inuerlirchliche Angelegenheit, wird eine solche Affäre nicht erledigt!" Der Wunsch der .Deutschen Tagesztg/, daß beide Teile jetzt den Frieden wahren möchte», werde daher nicht erfüllt werden. Das innige Bündnis der Schwarz-Blauen, das von beiden Setten stets geleugnet wird, ist durch den BUtz- e aus Rom nicht vernichtet, dafür aber grell be»

. et worden."

Die Betonung des konfessionellen, evangelischen Standpunktes durch das freifinnige Organ soll, wie man sieht, als Mittel bienen, den Konservativen An­hänger und Wähler wegzuschnappen Der Hetzartikel läßt zweisellos erkennen, baß bie Leitung der Fort­schrittlichen Volkspartei mit einem neuen Kulturkampf, mit der Aufreizung bes konfessionellen Gegensatzes politische Geschäfte zu machen versucht. Ob sie fiug daran tut. mag ihre eigene Sorge sein.

Im „Fränkischen Kurier" Nr. 313 veröffentlicht der freisinnige Reichstagsalg. Dr. P a ch n i t e einen Artikel mit der Ueberschrift „Wahlaussichten", welcher ganz offen und frei die Hetze gegen die katho­lisch e Kirche in den Mittelpunkt der kommenden Wahlagttatton pellt. Man höre:

„-ckch weiß nichts weiter über ihn, Mutter, als daß

er schriftsteller ist Ick schreibe seine Manuskripte ab , ------- -------------...

und er zahlt regelmäßig. Er kam hierher um seine unvollständig, dafür war die Ueberschrift umso größer Rechnung tat Betrage von hundert Mark zu beglei- t"**~ cn—ri t - -------

chen "

___o-i___ __________ ,____ _________ sie neben der Grundstellung die Aufstellung von Bohr- des nur von der konfessionellen Hetz« lebenden Libera-1 fl6et den „Glaubensfrühling Englands" veröffent-1 kolonnen, zu der sie verpflichtet sei. Dann heißt cS lismus. lichte. In dec zweiten Lesung hielt Gladstone eine weiter:

---------------- sg gehaltvolle Rede, daß sein Biograph von ihr sagt, „Warum ist der Vertrag trotz der Bedenken, die

X Das diamantene Jubiläum der ! sie sei eine der vier Meisterten des großen Politikers I E.Reichzage^eäubeck sind und Norder rinbnngUchen katholischen Hierarchie Enalands. I g>We -- -------- schlossen? Welche Gefahr hätte eine Vorlegung 'im

" I------I Landesrat mit sich gebracht, da der Landesrat ja nur

Die Katholiken Englands feiern in diesem Monat den 60. Jahrestag der Wiederherstellung der bischöfli­chen Hierarchie in Verbindung mit dem Heiligen Stuhl.

Die Wiederaufrichttlng der Hirarchie fand im Sep­tember 1850 statt, es ist aber aus zwei Gründen zweck­mäßig, den Jahrestag im Juni statt im September zu feiern. Erstens fällt der Konsekcationstag der Kathe- drale von Westminster in den Juni, zweitens trifft in