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Aus dem Nachbargebiete.

* Die Königliche Porzellanmanufaktur in Mei­

ßen beging in Unwesenheit des Königs, der Prinzen

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57. Seneratvcrsammlung der Katholiken Deutschlands in Augsburg 19(0.

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♦ Der Fall der Schwester Candide scheint auf die Gegner seine Zugkraft verloren zu haßen. Es ist wenigstens auffallend still geworben im antiklerikalen Blätterwald, frit einwandfrei festgestellt worden ist, daß die „Klerikalen' mit der Angelegenheit nicht wohl in Verbindung gebracht werden können. Selbst das „Berl. Tagebl/, das stch s. Zt., als die ersten Nachrichten anftauchten, begierig auf die Affäre ge­stürzt hatte, beschränkt stch jetzt auf tatsächliche Mit­teilungen. In Rr. 272 veröffentlicht es ein längeres Feuilleton seines Pariser Korrespondenten, in dem so­gar zuweilen einige recht verständige Bemerkungen über die Sache mit unterlaufen. So heißt eS n. a.:

* Ein Riesenbrand ist in dem Städtchen S9u8g!' in Galizien, in dem sich das Stammschloß des ehemali­gen östererichffchen Ministerpräsidenten Grafen Badeni befindet ausgebrochm- Bisher find 120 Häuser abge­brannt. Buszk zählt 3000 Einwohner.

ihres zweihundertjährigen Bestehen».

* Ein schwerer Bauunfall ereignete sich in Rot­te r d a m. Sechs Arbeiter wollten in der MittagS-

I« dritten Obergeschoß mei­nes Geschäftshauses in der Mittelstraße ist eine sehr schöne

* Bingerbrück, 7. Juni 1910. In der Jauchegrube ist das kleine Söhnchen des Installateurs Haffemer e r- I t r.H.n len. Das Kind hat in der Nähe der Grube gespielt, während die Grube zum Zwecke der Entleer­ung geöffnet war.

"* Kiffingen, 6. Juni 1910. Rechtsanwalt Ed. Leitner in Kissingen wurde, wie bereits gemeldet, von der Straflammer Schweinfurt wegen Betrugs und [ «Intreue zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Damit hat ein Mann seine Rolle ausgespielt, der dort als Führer der Liberalen mit allen Mit­teln darauf hingewirkt hat, die Katholiken aus allen einflußreichen Stellungen zu verdrängen und dem Liberalismus zur Alleinherrschaft zu verhelfen. Man hat lange von seinen verschiedenen j Verfehlungen gemunkelt, aber es war ein liberaler Herr, und lange hat es gedauert, bis Untersuchung eingeleitef wurde Dann sollte der Mann als unzu­rechnungsfähig erklärt werden. Nunmehr sind seine seit Jahren begangenen Betrügereien und Unterschla- Nmgen aufgedeckt. Es liegt uns ferne, der liberalen Partei deshalb einen Vorwurf machen zu wollen Die Partei kann nichts für die Vergehen, die liberalen Blätter fallen es deshalb auch unterlaffen, wenn ir­gendwo ein katholischer Pfarrer etwas anstellt, Wochen und Monate hindurch das Zentrum, den Ultramon- tanismus dafür verantworttich zu machen, sonst wer­den sie gestraft, womit sie sündigen.

Rechtsanwalt. sürstl-Fuggerscher Domänen­rat

ners Johannes Gebauer, Gertmd, geb- Berger, eben­daher, wegen wiffenüichen Meineids. Samstag, 18. Juni, gegen die Dienstmagd Marie Hahmer aus Har­muthsachsen (Kr. Wihenhausenl wegen Kindesmord. Montag, 20. Juni, gegen die Ehefrau des Vergolders Friedrich Geißler, Martha, geb. Groß, aus Saffet und gegen die unverehelichte Margarete Seher aus Kassel wegen wissenüichen Meineids.

* Erfurt 5. Juni 1910. Am Waldrande Bei Wit­terda prallte ein etwa 30 Jahre alter Maler aus Er­furt, der sich in Geschäftsfachen per Rad nach Witterda begeben wollte, gegen einen Baumstumpf und fiel so unglücklich, daß ihm eine Holzspitze in den ! Unterleib brang. Ta die Unfallstekle einsam liegt, wurde der Verunglückte erst abends gefunden. An seinem Wiederaufkommen wird gezweifelt. — Bei einem Gewitter wurde in Elxleben über dem Steiger rin aus Amerika besuchsweise Bei Verwandten weilen­der Privatmann auf dem Feld vomBlitzerschla- gen.

♦ Mainz, 6. Juni 1910. D e u t s ch e V e t e r a- nen aus Amerika sind auf ihrer Heimatreise in Mainz eingetroffen. In der von Tansenden gefüllten Stadthalle fand ein Kommers statt, wozu die Spitzen der Behörden erschienen waren.

Fürst, Rud.: August Gottlieb Meißner. 2. Aufl. 1900. 8».

M |28.

Mittwoch öen 8. Juni 19<e.

37. Jahrgang.

Deutsches Reich.

= Friedberg, 7. Juni 1910. Die Entscheidung des Zentrums im Wahlkreise Büdingen-Friedberg, für den Kandidaten des Bundes der Landwirte, von H e l m o l t, schon im ersten Wahlgange zu stimmen, hat in den Kreisen der hessischen Zentrumspartei leb­hafte Zustimmung gefunden. DaS war im Hinblick auf die Haltung der Nationafliberalen in der Mom- bacher Landtagswahl und Bei anderen Wahlen nicht anders zu erwarten. Den Nationalliberalen dagegen gefällt dieser Beschluß herzlich schlecht. Im Aerger

Ganghofer, 8.: Waldrausch. Stuttg. o. I. 8".

Goedeke, K.: Grundriß zur Geschichte der deut­schen Dichtung ... S. Aufl. Heft 26. DreSd. 1909. 8».

Goethes Briefe an Charlotte von Stein. HrSg. von I. Petersen. Bd. 1—3. Leipz. 1907. 8».

GoetheS Werke. HrSg. im Auftrage der Groß­herzogin von Sachsen-Weimar. 8°. Abt IV: Bd. 44, 47, 48. 1909.

vermischtes.

• I» Frankreich gelandet ist der deutsche Ballon »Pegnitz', der am Sonntag nachmittag in Essen ausgestiegen war. Sieben Kilometer von L i f i e u r entfernt ging der Ballon, in dem sich ein deutscher Re- serveosflzier und ein RegierungSbaumeister befanden nieder. Sie wurden bis zur Erledigung der gesetzlichen | Formalitäten zurückgehalten.

* Bo» einem tragischen Geschick wurde die Famili- des Tabakarbeiters Joseph Schmitt in Bruchsal betroffen. Der 16 JÄhre atte Sohn, ein Schlosserlehr­ling, war in einen rostigen Nagel getreten und an Blutvergkstlmg gestorben. Durch einen Kuß, mit dem er von dem Frühverblichenen Abschied nahm, infizierte sich der Vater und folgte innerhalb drei Tagen dem Sohne in- Grab.

* W»S der Vater mit heimbringt; InSimbach am Inn wurde ein Arbeiter verhaftet, der die Woche über in München arbeitete »nd fett Wochen jeden Samstag abend bei feiner Heimkehr den Seinen ein gestohlenes Fahrrad mitbrachte. Die Räder wurden in allen Fällen sofott von einem Händl« gekauft

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(Fortsetzung.)

IV. Sprachen und Literaturen.

Andersen: Gesammelte Märchen «.Geschichten. HrSg. v. Etta Federn. Bd. 1—4. Jena. 1909- 1910. 8».

Brentano, Klemens: Sämtliche Werke, HrSg. von Karl Schüddekopf. München u. 2. 8*. — Bd. 5. 1909

Brenetiere, F.: Mannei de V Histoire de la Litt^ rature fran^aise. Paria o. J. 8°.

Droste-HülShoff, A. Gesammelte Werke.... 2. Aufl. Paderborn. 8°. — Bd. II, 1909.

Ehrhard. A.: Franz Grillparzer, Sein Leben und ferne Werke. München. 1902. 8«.

Einleitung in die Altertumswissenschaft... Hrsg- von A. Gercke u. E. Norden. L. u. B. Bd. 1,

2 1908 Sj® " $tute com blauen GuguckshauS.

Euphorion. Zeitschrift für Literatur - Geschichte. L^u. Wien. 8°. — Bd. 16, 1909 und Ergänzungsh. 8.

Fischer, «. Goethe» Faust. Bd. 1—4. Heidelb. 1904—1908. 8°.

Frantzvis, L. v.: Die letzte Reckenburgerin. 8. Aufl. Berl. 1904. 8<>.

wird das Zentrum bereits in der liberalen Presse mit dem bekannten Titel „antinotionoT Belegt. Das Zen­trum soll die Schuld treffen, wenn in einer etwaigen Stichwahl zwischen Sozialdemokratie und Bund der Landwirte erstere siegen sollte. Denn die Linkslibe­ralen wären für die Wasil eines Dr. v- Helmolt nicht zu bewegen. Als ob es von links nach rechts nicht gerade so weit wäre, wie von rechts nach linK. Drehen wir den Spieß einmal um und sagen wir: Die Natio- nalliBeralen haben nicht national gehandelt, well sie trotz der Warnung von feiten des Zentrums und der Bereitwilligkeit des Bundes der Landwitte keinen rechtsstehenden Kandidaten aufgestellt haben, sondern sich von einer Handvoll LinkSliberalen ins Schlepptau nehmen ließen. Dec liberale Kandidat van Salker ist nämlich linkSliberal. Die Korrespon- denz des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie »errat allen denen, die über die politische Stellung des

• D « 2? Walker nicht unterrichtet sind, daß derselbe em Anhänger eines liberalen Großblocks

1 t.” ’ xJ u $ d " Sozialdemokratie

allerdings nicht zu wundem, to“\n ^7„?'Eberalen auf einmal stch für eine ..nationallibemle Kandidatur so sehr begeistern, wo sie seither nicht verächtlich genug von den Aational- Icheralen reden und schreiben konnten. Für die Kan­didatur, von Calker ist ein ganzer Stab liberaler Red- ausgeboten, die mit Gefolge von Liberalen auS Friedberg, Nauheim, Gießen und Frankfurt die Banem zu bearbeiten suchen. Sie kündeten bereits 'ut. 6an) Hessen dem Bunde der Landwirte Krieg bis aufs Messer an. Nun, wenn in Hessen das Zentrum alle rechtsstehenden Parteien schon in der Haupt- wahl sich einigen sollten, so könnte das dm Nattonal- liveralen teuer zu flehen kommen. Sie könnten sich wie auch iii der Köln. Ztg." ausgeführt wird, in die Sage versetzt sehen, daß sie in allen Wahlkreisen, wo schon im ersten Wahlgange siegt, aus der Stichwahl hlnauSgedröngt werden. Die hessischen iuttionalliBeialen Wähler neigen zum großen Teile, ms dem Bauernstände angehörig, nach rechts Rur einer von den vier hessischen Rationalliberalm hat im Lreichstage für die Erbschaftssteuer gestimmt, und von dm drei aus der nattonalliberalen Partei ausgetrete- ^^bseordneten waren zwei aus Hessm. Gerade ttn Hmblick auf diele Sage ist die Ersatzwahl in Fried- ^rg-Budingen für hie Nationalliberalen von so großer Bedeutung. H,er wird es sich zum ersten Male in Hessen zeigen, über welche Kerntruppen Nationallibe- rÄe und Bund der Landwirte, seither brüderlich ver- Ä oe5yn- ?er Ausgang der Wahl ^ dann fern Licht im allgemeinen auf die Wahlen von 1911 Herrn Paasche, der im Wahlkreise eifrig sur den liberalen Kandidaten agitiert, wird e» viele Schweißtropfen kosten, die Bauem für ben linkslibe- ralCTi Professor in Straßburg zu begeistern; mag er «lch dir ländlichen Wähler mit „S®ir Bauem' an- wben. Die sozialdemokratische .Frankfurter Volk»- ftimlue witzelt darüber folgendermaßen: ,Paasche ruft Oar treuherzig: Wir Bauern? Ja, .wir Bauem' mit dem Dutzend AuMchtSratsposten in industriellm und kommerziellen Gesellschaften, .wir Bauem' denen JE® Fa^emm den Luxus eine« Landgutes ennög. J*"’ Manschette macht sich der Herr Bauer Paasche beim Mislladm aber nicht schmutzig.' Auch die frrifinnigen Gegner der Schutzzollpolitik, welche für die liberale Sache im Wahlkreise wirken, können die I Stauern nicht einfangen.

stunde zum Essen in dem Aufzuge niedersteigen. In dem Augenblicke nun, als stch der Aufzug in Bewegung setzte, sprang noch ein Arbeiter hinein. Dadui ~ stand eine Ueberlastung stürzte von einer Höhe

Seitens der Finanzkommission wird demnächst mit der

Versendung der Mitgliederkarten an die ständigen Mitglieder

und Einziehung der Mitgliederbeiträge begonnen.

DieBersendung der Mitgliederkarten an die ständigen Mitglieder erfolgt statuten­gemäß gegen Postnachnahme uuterZuschlagder Portoauslagen und Nachnahmegebühr.

Wir ersuchen die verehrlichen Herren ständigen Mitglieder um Einlösung der Nachnahme­endung und Bitten im Falle der Abwesenheit oder Verhinderung eine» Mitgliedes um entsprechende Auftragserteilung, damit sich bei diesem umständ­lichen und langwierigen Geschäfte keine unnötigen Schwierigkeiten ergeben.

Allmfallsige Unrichtigkeiten in der Adresse der Herren Mitglieder, sei e« im Namen, Stand, Wohnort oder Wohnung, bitten wir im Interesse einer genauen Listenführung dringmd, dem Vorsitzenden der Finanzkommisston, ürftlich Fuggerschen Domänenrat Dau der in Augsburg, Psannmftiel 17, mitzuteUen.

Der Vorsitzende de» Lokal- Der Vorsitzende der Finanz« komiiee«: kommisston:

, . , J" $un‘ Die dmtsche Land- und Prinzessinnen des königlichen Hauses sowie der l,r ‘ 9,e ivahlte für nächstes Svitzen der Staats- und städttschen Behörden die Feier

Jahr ab 1. Oftober d. I. den Landgrafen C h l o d- ' ' ....... ’ ~ ' *

wig von Hessen zum Präsidenten.

* Saßel- 7. Juni 1910. In den letzten Monaten hatten sich hier 72Zigeunerniedergelassen. Von der Polizei wurde ihnen aufgegeben, die erforder­lichen Ausweispapiere zu beschaffen. Da es nur zehn Mitglieder zweier Zigeunerfamilien gelang, der poli­zeilichen Sfafforberung nachzukommen, so reiften die । übrigen bei Nacht und Nebel ab. Vor einigen Tagen trafen abermals 22 Zigeuner hier ein. Da auch diesen I die richtigen Ausweispapiere fehlten, wurden sie sofort I polizeilich über die Stadtgrenze gebracht. — Für die am Montag beginnende Schwurgerichtspe­riode sind bis jetzt nachfolgende Anklagefachen über­wiesen worben. Montag, 13 Juni, gegen den Dach­decker Karl Erd ans Fritzlar wegen vorsätzlicher Brand- stistung. An demselben Tage, mittags, gegen ben Hänbler Karl Fomm aus Kassel Wegen vorsätzlicher be­trügerischer Brandstiftung. Dienstag, 14. Juni, gegen die unverehelichte Marie Schlüter aus Ippinghausen wegen Kindesmord. Mittwoch, 15 Juni, gegen den Gärtner und Mllchkuischer Otto Beck aus Wolfsanger wegen wissentlichen Meineids. Donnerstag, 16. Juni, gegen ben Fabrikarbeiter Martin Schmuch aus Nieder­zwehren wegen wissentlichen Meineid». Freitag, 17. Juni, gegen ben Auszüger Johannes Berger aus SchenllengSfckd und gegen die Ehefrau des Ottsdie-

Es ist versucht worden, den Fall polttisch aufzu­putzen und auSzunuHen; der Versuch kann nicht ge­lingen, denn Schwester Candide stand im Dienste keiner | Partei. Sie biente weder der Kirche noch der Republik, obwohl sie die höchsten Würdenträger der beiden feind­lichen Gewalten zu ihren Gönnern zählte. Auch mit dem Wortlaut des Strafgesetzbuches allein kann man den Handlungen der Schwester nicht beikommen. Wer sich Wertsachen unter falschen Angaben verschafft, um sie zu versetzen, begeht natürlich eine strafbare Hand­lung. Wenn aber da» Geld, das em paar fpetulationS» [ frohen Geschäftsleuten verloren ging, Tausenden un- glücklicher Kinder zugute kommt, und wenn schließlich gar noch Leute sich finden, die aus eigener Tasche dies Geld wiedergeben, so daß die Kläger gar keinen Grund mehr zur Klage haben: wo ist dann der Richter, der ein strenges urteil wagte? Besonders, wenn er weiß, daß diese Kläger (nur gerade die am meisten lärmen­den Kläger!) lange nicht so uneigennützig waren, wie die von ihnen Beschuldigte; daß fte bei der Hergabe ihrer Perlen und Rubinen nicht an die Heilung schwind­süchtiger Kinder dachten, sondern an gute Geschäfte mit reichen Modedamen. Nein, der Fall der Schwester Candide gehört nicht vor daS Gericht und noch weniger vor die Deputiettenckammer. Er gehört dem Arzt und dem Schriftsteller.

Im weiteren Verlauf des Artikels Werben die hohen Verdienste der „Schwester", ihre selbstlose Opferwillig-

I kett, ihre unermüdliche Wohltättgkett und ihr ©ottoer- trauen geschildert. Schließlich heißt es: „Es haben sich Leute gefunden, die sie aus ihrem Kerker befreien und die unangenehmen Ankläger bezahlen wollen.' Man dürfe es ihr gönnen, denn sie habe viel Gutes getan. Aber man dürfe wobl auch wünschen, daß in Zukunft „das reine Her; dieser Candide mit dem Geldbeutel kluger Geschäftsleute keine Verbindung mehr eingehe und daß eine väterliche Aussicht der Staatsgewalt die Ausartung dieses fanatischen Wohl­tätigkeitssinnes sorgsam behüte. Tie Ausartung und die Ausnutzung. Schwester C. muß vor sich selbst beinahe noch mehr geschützt werden, wie vor ihren Freunden."

* München, 7. Juni 1910. In Bayern find die Protestanten ja gegenwärtig vogelfrei' — so steht allen Ernstes zu lefen in der,Wartburg< Nr. 23. gab warum? - Weil durch die Abhaltung der Fronlelchnamsprozefston auch in Otten mit über- wiegend prot.stantischer Bevölkerung ,der konfessio­nelle Friede empfindlich gestört' werde. Wir lesen da: die Protestanten stch gegen die Prozessionen wehren, dann werden sie von der ultramontanev Presse *** 3»toleranj geziehen. Mit demselben Rechte könnte man Im Samen der Intoleranz di- Wiedereinführung der Inquisition fordern. (!) Es ist eht starke» Etüch «« Vroteßante« anzusinnen, daß sie eine solche Ber- »o^ung über sich ergehen kaffen sollen. In Bayern find fte ja gegenwärtig vogelfrei.

,,, Dieselben Leute, di« so der schreiendsten bürger­lichen Intoleranz daS Wort reden, schämen stch mcht, ben Papst in bet empörendsten Weise zu be­schimpfen, weil er m seiner Borromäus-Enzykiika I ben bekannten Ausspruch getan hat! Auch das Feld kreuz m Kerzenheim scheint die .Wartburg' al» .Beweis dafür zu betrachten, daß bk Protestanten tn Bayern „vogelfrei' seien. Sie sagt:

„Wer da weiß, wie energisch die reformierte Kirch« von jeher gegen den Gebrauch von Kruzifixen gewesen ist, der begreift e», daß die Gemeind« die Aufstellung de« Krenze» all eine Beleidigung ihre» religiösen Empfindet betrachten mußte.

Solche Intoleranz hat wahrlich kein Recht, sich über die Enzyklika zu entrüsten.

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Wserner, R.: Henrik Ibsen. Bd. 1—2. Münch. 1900—1910. 8®.

Wolf, M. I.: Shakespeare. Der Dichter und sein Werk. Bd. 1-2. München 1908. 8®.

Zahn, E.: Die da kommen und gehen! Stuttg. u. Leipz. 1909. 8°.

Zahn, E.: Die Tkari-Marie. Stuttg. u. Leipz. 1907. 8«.

Zahn, E.: Albin Jndergand. Frauenfeld 1908. 8 ®.

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Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, die an­deren vier sind schwer verwundet.