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Maer W Zeitung

3.%*Ä'"iU wochenbrirag«: „Illustrierte §onntag;zeitung"

Monatrbeilage: „Zuldaer Geschichtrblätter"

Erstes Blatt

Fulda, Samstag den 4. Juni 1910.

125.

37. Jahrganq

Im ri

der Aendemng des Krönungseides anläßlich der

Samstag: Kleine Vorlagen.

Rl Die ungarische« Wahlen

Deutscher Reich.

erhaltm lasse. Wir sind überzeugt, daß auch bei einem Wiederzerfall der neuen Partei doch die Krone

«»irt-e«: vir tte fpattigePttitzeUeode» drre« Baum 15 pfg. BeNamendiepetiheile 25 Pfg., bet Wieder­holungen wird entspr.

Rabatt gewährt.

Rotalkonrdruckunb Verlag der ZuldaerAk- NendrnSerei in Zulda Fernsprecher Ur. 9.

0 Englischer Krönungseid und Berfassungsgarantien.

In der englischen Presse füllt sich Spalte um Spalte mit Erörterungen über die Zweckmäßigkeit

Mitglied der-.Established Church" bleibt.

Das Glaubensbekenntnis der Katholiken und ihr Dogma gibt ihnen nach der im englischen Reiche gewahrten religiösen Duldung ohne weiteres das *?e^Lau beanspruchen, daß kein Bestandteil ihres Glaubens als .abergläubisch und götzendiene- dto* bezeichnet werde. Man darf nicht übersehen daß seit der Zeit, in der die für dir Katholiken belei­digenden Worte eungeführt wurden, das englische Weltreich um Gebiete vergrößert wurde, deren Bevöl­kerung sich fast ausschließlich zur katholischen Kirche bekennt. In Malta, Gibralatar, auf der Insel Mau­ritius, in Kandada befinden sich sehr viele Katholiken, die mit Bitterkeit vernehmen, daß ihr Souverän durch ein Gesetz gezwungen wird, bei der feierlichsten Ge­legenheit Schmähungen gegen das katho­lische Bekenntnis auszustoßen.

im habsburgischen Reich sichert uns einen treuen und leistungsfähigen Bundesgenossen aus abseh­bare Zeit.

Die Wahl einer neuen Formel, die nichts an den Tatsachen ändert, ohne für einen Teil der Bevölke­rung beleidigend zu sein, ist gewiß nicht leicht, die englische Preffe gibt aber die Hoffnung nicht auf, daß die Formel gefunden wird. In den Erörterungen' des Unterhauses wird es dabei nicht nur religiöse, sondern auch konstituttonelle Gesichtspunkte geben.' Den .Act of Settlement* bestimmt nämlich, daß die umftrittene Formel bei der ersten Gelegenheit ausge­sprochen wird, die den Herrscher vor das Parlament führt. Zur Zeit der Annahme deS Act folgte die Auflösung deS Unterhauses unmittelbar auf den Thronwechsel, so daß nach dem Tode des Souveräns kein Gesetz geändert werden konnte, ohne daß die „Declaration' bei der Eröffnung der neuen Kammer

” Znr päpstlichen Enzyklika.

Die Erörterungen über die Enzyklika gehen in der Preffe nicht nur weiter, sondern nehmen auch vielfach einen noch schärferen Charakter an. Auch die tu konfessionellen Fragen sonst sehr zurück- haltende .Konservative Korrespondenz' wendet sich scharf und nachdrücklich gegen die auf die Resorma- toten bezüglichen Stellen. Die .Deutsche Tagesztg.» spricht ihr tiefes Bedauern über die Enzyklika aus, mahnt aber, den Leidenschaften nicht d e Zügel schießen zu lassen.

Eine solche Mahnung verfängt natürlich beim Evangl. Bunde nicht. Er erläßt einen flammen­den Aufruf, in dem es nach Aufzählung der be- anstandeten Stellen aus der Enzyklika heißt:

Diese Beschimpfung der religiösen Heldenzeit und der größten Befreiungstat uu,eres Volkes ist eine empörende Herausforderung des deutschen Protestantismus. Zugleich ist das Wort von den .am meisten korrump:erten Fürsten und Völkern' eine Schmähung der deutschen Nation durch emen auswärtigen Priester, der die Rechte eines Sou­veräns für sich beansprucht und von deutschen Regie- rungen zugcbilligt erhält. Es wirft dieses ungeheuer- liche Urteil über die deutsche Reformation und den Ursprung unserer evangelischen Kirche ein grelles Schlag- ‘tot ®uf bie geschichtliche Bildung des .unfehlbaren' Oberhauptes der römischen Kirche und seiner Ratgeber, auf die Unduldsamkeit und Unversöhnlichkeit des Ultra- ^?^EontsmuS, auf den wahren Wert der Friedensreden katholischer Bischöfe und auf die nationale und kul­turelle Gefahr der polnischen Organisationen der päpst­lichen Bannetträger im Deutschen Reich. Wir erheben deshalb im Namen unserer Mitglieder und wohl auch im Sinne aller bewußten deutschen Protestanten ent­rüsteten Einspruch gegen die rücksichtslose päpstliche Friedensstörung, die um so ver­letzender wirkt, weil sie ohne jeden Anlaß und ohne jede Beachtung der Proteste wider die Canisius- EnzyMka vom Jahre 18 7 die damaligen Beschimpfungen noch zu Überbieten wagt. Jedem evangelischen Christen und deutschen Protestanten muß nun erneut zum Be­wußtsein kommen, wie notwendig für den innern Frieden des Reichs tallräslige Abwehr der ultra» montanen Machtbestrebungen ist. Und so bitten wir denn unsere Hauptvereine und unsere Zweigvereine im weiten deutschen Vaterlande, sich unserm Einspruch anzuschließen uno in Wahrung der unveräußerlichen evangelischen Lebenswerte, im Zu- ammenschluß aller deutschen Protestanten dahin zu wirken, daß die Segensgüter der Reformation als die Grundlagen echter deutscher Gesittung unserm Volk erhalten bleiben.

Wir begnügen uns mit folgenden Feststellungen gegen diese, ganz selbstverständlich vom lautersten

Berlin, 3. Juni 1910. Es gehen Ge- i, wonach Eisenbahnministerv. Breiten-

«YcheM 1,glich E Atuuahme brr 5ont- «ilb Feiertage, viertel- iährlicherverngrpreir »hne Bringer lob« und Bestellgeld i« MLa so­wie anzwärtrlLvMt-

Betaut». Redakteur! stark Schütter

Ausland.

* Zur Bekämpfung der Apachen im französischen Heere hat der Kriegsminister General Brun den Korpskommandanten einen Befehl zugehen lassen, wo­nach nicht nur die drei im Gesetz vom 11. April 1910 namhaft gemachten Kategorien vorbestrafter Leute in die afrikanischen Strafbataillone zu versetzen sind, son- dcm auch Leute, die sich nach ihrer Einstellung ge­wisse Sitllichkeits- oder Eigentumsdelikte oder auch grobe Berstöße gegen die Disziplin haben zuschulden kommen lassen. In die gleiche Kategorie sollen alle die Leute fallen, die eine gefährliche Immoralität an den Tag gelegt haben, selbst wenn dadurch keine Ver­stöße gegen die Disziplin hervorgerufen worden sind.

** Die Bevölkerung der neuen südaftikanischen Union setzt sich zu % aus Eingeborenen und zu % aus Weißen mzd Buren zusammen. Die britische Zen- lralregierung der neuen Union ist sich anscheinend be­wußt, wie wichtig das schwarze Element für die Wei­terentwickelung von Südaftika ist. Daher ist eine der ersten Maßnahmen des Kabinetts Botha ein neger- freundlicher Beschluß, nämlich der, Dinizulu, den Sohn des Zuluhäuptlings Cetevayo, aus dem Ge­fängnis zu entlassen. Dinizulu war im März zu vier Jahren Gefängnis vemtteilt worden, weil er aufstän­dischen Rassengenoffen Schutz und Obdach gewährt hatte. Man wird ihm eine Farnt bei Mylstroom zum Geschenk macken, wo er unter Aufsicht der Behörden stehen und ein Jahresgeld von 500 Pfund (10 000 Mark) beziehen wird, solange er sich ruhig verhält. Da sich mit 10 000 Mark auch für einen schwarzen Häupt­lingssohn ganz paffabel leben läßt, wird diese Maß- nähme ganz ungefährlich fein, das Ziel erreichen und außerdem bei den Schwarzen einen guten Eindruck machen.

* Zu den Wirren in Nicaragua erklärte die Regie- rung offiziell, daß sie .gegenwärtig' nicht beabsichtige, das Protektorat über Nicaragua zu übernehmen oder sonstwie zu intervenieren. —' Hauptnachdruck ist hier auf das „gegenwärtig" zu legen-

Es liegt dazu eine größere Anzahl von Abänderungs- anträgen vor. Es werden jedoch die §§ 1—5 unter Ab­lehnung der Abänderung-anträge nach den Befchlüffen der Kommission angenommen. Die Kommission hat die Diätensätze für aktive Staatsminister und Beamten der 1., 2. und 3. Rangklafse etwaS herabgesetzt.

Ein Antrag Lohmann (ntlb.) verlangt Herauf­setzung dieser Sätze gemäß der Regierungsvorlage.

Abg. Klocke (Ztr.) wies die Regierung darauf hin, daß bei Dienstreisen vor allem ins Auge zu fassen ist, tb die Dienstreisen auch mit dem erwarteten Nutzen nötigen Einklang stehen. Es werde viel zu viel ist. Wir sollen sparen, und wir müffen sparen.

meist nur aus allgemein politischen Gesichtspunkten von der Krone übernommenen Schloßbefitzungen und der Königlichen Kunstinstitute eine andauernde Vermehrung erfahren haben. So erfordern z. B. allein die Hof- theater in Berlin, Kassel, Hannover und Wiesbaden einschließlich der Pensionslasten eine jährliche Auf­wendung von 2'/« Millionen Mark, das sind mehr als 17°/o der gesamten Kronrente. Infolge dieser Umstände sind die Jahreslasten der Krone nach den von der Oberrechnungskammer geprüften Rechnungen von 1890 bis 1908 um mehrere Millionen Mark gestiegen. Um diese Ausgaben zu decken, hat etwa feit der Milte des letzten Jahrzehnts des vorigen Jahrhunderts in immer steigendem Maße das Privatvermögen der Krone in Anspruch genommen werden müssen. Ferner war die Krone dem Vorgehen des Staats und der Gemeinden folgend in jüngster Zeit genötigt, die Bezüge ihrer Be­amten, und zwar vorzugsweise der mittleren und unte­ren erheblich — zuletzt im Gesamtbeträge von rund 1 Million Mark — auszubessern. Endlich wird nicht außer acht zu lassen sein, daß auch in Zukunft mit einer Zunahme der Kosten, insbesondere mit erhöhten Aufwendungen für die Apanagierung der Heranwachsen­den Prinzen des königlichen Hauses zu rechnen ist.

s Die Oberversicherungsämter in der Reichsver- sicherungsordnung sind am Freitag von der zustän­digen Reichstagskommission genehmigt worden. Rach lebhafter Debatte wurde beschloffen: Die Oberver­sicherungsämter nehmen nach den Vorschriften dieses Gesetzes die Geschäfte der Reichsversicherung als höhere Spruch-, Beschluß- und Aufsichtsbehörde wahr. Die Landesregierung kann ihnen noch an- dere Aufgaben aus der knappschaftlichen Versicherung übertragen. Die Mitglieder des Oberversicherungs­amtes werden im Hauptamt oder für die Dauer des Hauptamtes aus Lebenszeit oder nach Land- recht unwiderruflich ernannt.

». Die Justizkommission des Reichstages beschäftigte sich am Freitag mit den Anträgen über die Verteidigung in der Vorunter­suchung. Dabei wurden u. a. zum § 117 Anträge angenommen, die den Untersuchungs­gefangenen das Recht sichern, sich selbst zu be- köstigen, eigene Kleidung zu tragen, Briese zu schreiben und zu empfangen, einen Arzt hinzu- zuziehen, ferner Geistliche, Rechtsanwälte, Notare, ferner unter Ausschluß der Verpflichtung die Zelle zu reinigen.

* Siebenmal ungültig. Eine tragikomische Wahl- geschlchte spielt in Braunschweig nunmehr seit zwei Jahren. Siebenmal ist in einem dortigen Wahl­kreise gewählt worden, und zum siebenten Male hat der Landtag die Wahl für u n g ü l t ig e r k l ä r t, so daß dre Wahlmänner nächstens zum achten Male wählen müssen. Diesmal erfolgte die Ungültigkeitserklärung, weil bei der Neuwahl e i n e8 Wahlmannes nicht kor- rett verfahren war, und dabei hatte der gewählte Ab­geordnete 53 Stimmen der 96 Wahlmänner erhaltm I Es hat sich, wie der „Weserztg." aus Braunschweig geschrieben wird, überhaupt jetzt erst gezeigt, daß das

Volkspartei durch Schaden klug wird, dann wird sie fortan eine weitsichtigere, klügere Polittk treiben, ohne sich von nationalistischen Schreiern in's Schlepptau nchmen zu lassen.

Der liberale Einschlag im neuen Regiment muß vorläufig mit in den Kauf genommen werden. Die Hauptsache ist, daß der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn in Budapest wieder ein Parlament hat, mit dem Dynastie und Reichseinheit auskom­men können. Der innere Friede und die Festig­keit der habsburgischen Monarchie sind gerettet, und daS ist für uns Reichsdeutsche ein freudiges Ereignis, weil wir mtt Oesterreich-Ungarn nicht bloß in einem Bündnis, sondern in voller Solidarität, in unbedingter Gemeinschaft auf Gedeih und Verderb stehen. Italien ist ein schätzbares, aber nicht unbedingt zuverlässiges Anhängsel des mitteleuropäischen Bundes. Oesterreich-Ungarn da­gegen bildet mit dem deutschen Reich zusammen die tragmde Doppelsäule der Friedenspolitik.

Wer seither mit einer gewissen Besorgnis den inneren Wirren in der habsburgischen Monarchie zusah, hatte die Macht der Krone und die Kraft des dynastischen Gedankens verkannt. Die Dynastie hat im letzten Grunde dm Wahlsieg in Ungarn er­rungen, das muß vor allem festgehalten werden gegenüber dm Zweifeln, ob die neue Regierungs­partei sich dm Schwierigkeiten der Arbeit und gegenüber dm Ränken der Gegner auch dauernd

gereift.__ .. ..

Man würde es im Volke nicht verstehen, wenn an den Stellen nicht gespart würde, an denen es möglich ist.

Der Antrag Lohmann wurde abgelehut.

In § 6 hat die Kommission einen neuen Absatz 4 tingefügt, wonach bei Reisen von nicht weniger all 2 Kilometer, aber unter 8 Kilometer Die Fahrkosten für 8 Kilometer gewährt werden sollen.

Abg. Dr. Lohmann (ntlb.) beantragt, diesen Ab­satz wieder zu streichen.

Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben btitet drin­gend, den Antrag Lohmann anzunehmen. Wenn man Mißbrauch bei der Regelung der Reisekosten befeiligen wolle, so tue das vor allem hier not. Gerade diese Bestimmung würde zu den schlimmsten Mißbräuchen führen. Wenn ein Beamter zu Fuß ober zu Rad einen Weg von 2'/, Kilometer zurück- gelrgt habe, so würde er daS Recht haben, ble Kosten für eine Wagensahrt zu 2 X 8 = 16 Kilometer zu liqui­dieren. Damit mürben die Beamten dem Publikum, gegenüber ein Odium auf sich laben, welches ganz '

gewiß nicht im Interesse ihres eigenen Ansehens liege. '^totweftetgunQ.

Abg. Klocke (Ztr.): Man kann von ben Beamten I Die Frage, um bie sich die Erörterung dreht, ist, auch bei kurzen Dienstreisen nicht verlangen, zu ob die Aendemng der Eidesformel vorgenommen wer- Fuß zu gehen. Bel einer Wagensahrt sitzt doch den kann, ohne daß dir in der englischen Verfas- noch so manches drum und dran, daß man e! als bil- f u n g geforderten »wesentlichen Garantien" aufge- ligen Ausgleich betrachten muß, wmn man auf 8 Kilo- toerben. Es ist nämlich eine der wichtigsten ausschließlich von^demGestchtAÜntte^ ätschen Zs Z^emngen derenglischenVerfaffung, daß nie- ob es sich für ben Beamten lebiglich barmn handele, I „ J $ den englischen —hron

sich durch die Abrundung nach oben einen ungerecht- steigt- Eine unbefangene Pmfung ergibt nun, daß fertigten Vorteil zu verschaffen, I auch ohne die Formel noch genug Garantien dafür

In der weiteren Debatte sprachen sich sämtliche bestehen bleiben, daß der König von England sich '-^dner gleichfalls für Aufrechterhaltung deS Korn- nicht vom »Glauben seiner Ahnen" abwendet, misfionsbeschluffes aus. Im »Act of Settlement", der im Jähre 1700

mann unverändert angmommem 9 * angenommen wurde, ist ausdrücklich festgesetzt, daß

Bei § 9, der bei häufigen und regelmäßig wieder- L„, -jeder, der sich mit der Kirche Roms ausge- kehrenden Dienstreisel an Stelle der Tagegelder und söhnt hat ober aussöhnen wird ober Gemeinschaft Fahrkosten eine Pauschalsumme zuläßt, beantragt mit ihr unterhält, bie päpstliche Religion be-

Abg. Lohmann (ntL), bie Regierungsvorlage wie- kennt ober eine Ehe mit »Papisten» eingeht, daburch berherzustellen, wonach eine Pauschalsumme auch für von selbst unfähig wird irgeub eine königliche Dienstreisen gewährt werben kann, bie ben Beamten Gewalt auszuüben, baß bie Bevölkerung sich in zu einer längeren Abwesenheit von seinem Wohnort einem solchen Falle knicht der Revolution fchulbig nötigen. macht und daß bie Krone an ben Nächsten in ber

Abg. Klocke (Ztr.) bekämpft ben Antrag im In- Thronfolge übergeht, der protestantisch geblieben, wie tereffe ber Landmesser und Gendarmen. menn die Person, bie auf bie erwähnte Weise gefehlt.

Der Antrag Lohmann wird abgelehnt. § 9 und I gestorben wäre'.

und der Rest der Vorlage wird nach den Kommissions- Diese Garantie, die ganz unabhängig von der bef^.'üssen angenommen, ebenso eine Kommissions- Eidesformel ist, stellt aber nicht die einzige Sicherheit ref olutton, tue eme getrennte Aufführung der Aus- dar Eine andere beliebt in ber Nervilicktuna für gaben für Reisekosten und Tagegelder, für Umzugskosten ^Verpflichtung sm

und für Dienstaufwandsgeldec irn Etat fordert r^m^daS Abendmahl nach den Vorschriften

Ein Antrag Dr. Rewoldt (ftk.), ber einen Gesetz- "" afrikanischen Kirche zu empfangen. Es ist also entwurf über bie Schulversäumnisse in reichlich Vorsorge getroffen, daß der Herrscher Eng- Pommern und Rügen enthält, wurde in erster und lands auch ohne die Formel des Krönungseides ein zweiter Lesung angerommen.

Ein Antrag v. Savigny iZtr.), der die Schaffung einer ordentlichen Professur für Kolonialrecht verlangt, fand bie Billigung aller Parteien.

Zuletzt wurde einstimmig ein Antrag ber Konser­vativen auf Beschränkung bes bebingten Borschleusen- rechts angenommen.

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Sitzung vorn 3. Juni 1910.

Der Gesetzentwurf betreffend bas Höferecht im «kreise Grafschaft Sch anmburg wird in dritter Beratung ohne Debatte angenommen, ebenso der Geseh- mlwurf betr. Aenderung der Landgerichts­bezirke Krefeld, Cleve und München-Gladbach. Ein Antrag auf Erteilung der Genehmigung zur strafrecht­lichen Verfolgung des Abg. Fetisch (6onf.) im Privat­klageverfahren wegen Beeidigung wird vom Hanse nicht gestattet.

Es folgt dre zweite Beratung des Gesetzentwurf! oett.

Reisekosten der Staatsbeamten.

für die Erhaltung der Reichseinheit und vor allem der Heereseinhett sorgen kann und sorgen wird. Die »ästige Entsaftung der dynastischen Autorität

Wahlgesetz so kleinliche Vorschriften enthält, daß, wenn keine Aenderung erfolgt, in der Stadt Braunschweig kaum wieder eine gültige Wahl zustande kommen wird.

O. In Jauer-Landeshut-Bolkenhain hat eine VertrauenSmännersitzung derZentrumSpartei für die Reichstagsstichwahl Wahlenthaltung empfohlen. Dazu bemerkt die „Voss. Ztg.":

»DaS Zentrum aI8 „Todfeind' der Sozialdemo­kraten will sich auch im Reichstagswahlkreis Landeshut« Jauer-Bolkenhain bei der Stichwahl wieder in feinem ganzen Glanze zeigen.... Derart unterstützt baS Zentrum seinen „Tobseinb', inbem es gemächlich zu­sieht, wenn ein bürgerlicher Kanbibat mit einem Sozial- bemotraten ringt"

DaS Selbstgefühl der Liberalen muß ganz fabelhaft entwickelt sein, daß sie allzeit und un- entwegt meinen, die anderen bürgerlichen Parleien hätten die „nationale" Pflicht, sie gegen die Sozialdemokratie überall herauSzuhauen. Aber an Unverschämtheit grenzt es, wenn der Freisinn auch jetzt, nachdem er in einer skrupellosen Wahl­hetze gegen das Zentrum die übelsten Schmähun­gen ausgeschültet und als „Verteidiger der Rechte des Volkes" sich an die Seite der Sozialdemo­kratie gestellt hat, den Zentrumswählern zumutet, daß sie ihm zu Hilfe kommen sollen.

Ibach au die Spitze eines großen Privatunter­nehmens und Herr v. Moltke in den Ruhestand treten. Beide Gerüchte sind grundlos. — Dem LandtagSabg. AmtsgerichtsratDr.Opfergeld, Mitglied der Zentrumsfraktion, ist zu seinem Uebertritt in den Ruhestand der Charakter als Geheimer Justizrat verliehen worden. — Viel von sich reden macht ein Geheimerlaß deS Oberpräsidenten v. Waldow an die Lcmd- räte der Provinz Posen. Danach sollen Per­sonen, die sich politisch betätigen, in der Regel nicht alS Kreisausschußmilglieder in Vorschlag gebracht werden. Als politische Betätigung soll u. a. die Zugehörigkeit zu einem Wahlkomitee, die Leitung einer Wahlversammlung usw. an­gesehen werden.

* Der Kaiser hat den Verband am rechten Handgelenk ablegen können, da die kleine Wunde geheilt ist. Der Monarch vollzieht auch wieder die Unterschriften in der gewohnten Weise, sodaß der Kronprinz sich nach Schlesien begeben konnte, ! um der Einweihung des Hohenfriedberger Krieger- ! denkmals beizuwohnen. Gestein unternahm der Kaiser seine erste Ausfahrt in Begleitung der Kaiserin.

(*) Erhöhung der Zivilliste. Es bestätigt sich, daß dem preußischen Landtage — voraus­sichtlich heute noch — eine Vorlage über eine Erhöhung der Krondotation zugehen wird. Die Forderung wird von der,Nordd. Allg. Zeitung» rote folgt begründet:

Während sich in ben meisten anberen Bundes­staaten zwischen Krone unb Staat in ber ganzen ersten tälfte unb ber Mitte des vorigen Jahrhunderts änpfe um ben Dornänenbesitz abspielten, hat bie Stone Preußen, inbem sie immer bie eigenen Inte­ressen hinter benen des Staates zurücktreten ließ, be­reits durch Königliche Verordnung vorn 17. Januar 1820 die sämtlichen Domänen und Forsten gegen eine feste, für den Unterhalt der königlichen und sämtlichen prinzlichen Familien, der Hofstaaten und Hofinststute bestimmte Rente von 2‘/i Millionen Talern oder — mit dem Goldagio — 7719296 Mark üb er­lassen. Für diesen Akt der Selbstlosigkeit der Krone war die Absicht maßgebend, das nach den napoleonischen Kriegen wirtschaftlich darniederliegende Land wieder auszurichten und durch regelmäßige Abtragung der schweren Kriegsschulden den Staatskredit zu heben. Die ungünstige Lage, in bie bie Krone burch diese Hingabe steigerungsfähiger Einnahmen gegen feste Be­züge gekommen war, wurde in der Folgezeit durch das beständige Sinken des Geldwertes noch verschärft, wo­gegen die sich mit der Zeit einstellende bedeutende Wert- unb ErtragSerhöhung ber Domänen unb Forsten dem Abkommen gemäß allein dem Staate zugute kam. Gegenwärtig beläuft sich die Kronrente auf 15*/« Mill. Mark, auf welchen Betrag sie nach nnd nach durch die Gesetze von 1859, 1868 und 1889 gebracht worden ist. Seit diesem letzten Zeitpunkt, also seit 21 Jahren, hat eine Erhöhung ber Kronrente nicht mehr ftattgefunben, obwohl bie an sie gestellten Ansprüche in biefer Zeit bei ber allgemeinen Steigerung aller Kosten, ber Vergrößerung ber königlichen unb prinzlichen Familien, dem steigenden Bedarf für die Unterhaltung der zahlreichen, in den neuerworbenen Landesteilen

Die Wahlen im Lande der Stephanskrone find eigentlich eine innere Angelegenheit des habs­burgischen Reiches. Mer man legt ihnen eine große hochpolitische Bedeutung bei, weil von dem Ausfall dieser Wahlen anscheinend die Einheit der österreichisch-ungarischen Monarchie und da­mit deren Machtstellung im Völkerkonzert abhing.

Deshalb ist in Deutschland der überraschend große Erfolg der Regierung bei diese« Wahlen mit lebhafter Genugtuung begrüßt worden. Man sieht in dem Erfolge des Ministerpräsidenten Grafen Khuen-Hedervaiy und seines Kampfgenossen Grafen Stephan Tisza ein Gewähr für die friedliche Entwicklung sowohl des Verfassungslebens in Ungarn selbst, als auch in den Beziehungen der ziS- und transleithanischen ReichSteile zueinander.

Graf Stephan TiS za ist ein alter Parteiführer deS Liberalismus. Die jetzt neu gebilbete Mehrheit des ungarischen Parlaments nennt sich „nationale Arbeitspartei*, indem sie ausschließlich hre beste Seite hervorkehrt. Die Rückkehr zur oftden, praktischen Tätigkeit ist in der Tat sehr zu,n.fhrn« K. e -r;, , .. , n ' oben. Geht man aber auf die Grundlage der I $ nutI ^55^' 06 Funk-

Weltanschauung zurück, so würde man die «T»aSS ift in”bS^barrrnnpn+^T1

Sache als ein Sieg des nnederauferstandenen England Reeser parlamentanschm

Liberalismus einschätzen müffen. Nicht bloß |sthrmghe^ig, u°d daran Mitte Mellrich» für bie sog. 48er haben eine Niederlage erlitten, sondern I bevorstehende Krönung tue Aenderung noch schei- auch die katholische Volkspartei. Die katho- .= „r m.. .

lische Volkspartei hätte sich von den radikalen Par- b g ° h Mitgliedern

teftn, die auf eine Zerstörung der Reichseinhett hin- Untechmse» höchstens 2 Dutzend die Orangem«,, arbeiteten, rechtzeittg trennen sollen. AuS den Reihen M un!er”1 evmgelischen Bundlern entsprechen, der christlich und konservativ gesinnten Iablehnend verhalten.

Staatsbürger hätte sich dem Vertrauensmann der Krone enz tüchttger Helfer zugesellm sollen; dann würde der liberale TiSza nicht die vorherrschende Stellung erlangt Haden, die ihm jetzt für seine erfolg- ♦ F reiche Arbeit zugefallen ist. Wenn die katholische I rüchte um,