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Sreitag kw 5. 3tnti 1910.
57. Jahrgang.
* Maser W Leitung -
2. Blatt.
Druck und Verlag der Mfaer AcNrndruckerrl in 8»lfa.
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Ein tüchtiger, fleißiger und strebsamer Herr, gleichviel welcher Branche, findet so- fofott oder später angenehme und lukrative Stellung als
für den Fuldaer Bezirk gegen Gehalt und feste Bezüge. Wir reflektieren jedoch nur auf eine nachweisbar tüchtige Kraft. Bewerber wollen sich melden
Delllschr ÄteaÄrrßcherm^Ssilk
Akt-Ges. Berlin
Subdirektio« Kassel:
Rothendttmolderstr. 30.
[] Gwirmer-Rheinbaberr.
Die Wellen des öffentlichen Lebens schlagen immer stärker auch an die Tore des Herrenhauses, und so kommt es, daß neuerdings neben geistreichen Reden wie die des Grafen Dohna über di« überflüffigen Dachrinnen an Scheunen auf Domänendorweckn hin und wieder Auslassungen von größerer Bedeutung die sonst so ruhig dahinfließenden Verhandlungen unterbrechen. Auf manche der jüngeren Mitglieder hat der parlamentarische Bedeutungsdrang sogar so lebhaft dngctoltft, daß sie sich zu förmlich oppositionellem Vorgehen veranlaßt fühlten. Ein solcher Fall sag dieser Tage v«, als einer der Generaldirektoren der Deutschen Barst, der erst kürzlich ins Herrenhaus gekommen ist, G w i «- n e r mit Namen, sich zr, direkt maßlosen Angriffen gegen die preußische Finanzverwaltung veranlaßt fühlte.
In persöirlich überaus scharf zugespitzten Worten warf Gwinner dem preußischne Finanzmimster vor, es fehle ihm die finanzwiffenschaftliche Einsicht, suchte fich darüber lustig zu machen, daß der Finanzminister von schlechter Konjunktur spreche, während wir bereits wieder eine sehr gut« Konjunktrrr hätten, er disponiere falsch usw. usw. Das sind Anklagen, die auch die breite Masse der Steuerzahler interessieren muffen, die für derartige Fehlgriffe, toenn sie vorkommen würden, schwer bluten mühten. Daher nachträglich noch einiges zu den Gwinnerschen Aeußerungen.
Ausgangspuistt des Kampfes ist die Finanzpolitst der Ei s en b a h n v e r w a l tu ng, Veranlassung wohl die Tatsache, daß die Deutsche Bank des Herm Gwinner mehr als die Hälfte ihres Kapitals in preußisch« Staatsanleihe angelegt hat, die sie nur mit Verlust abstoßen kann, toeim sie ihr Geld für andere Zwecke I frei haben will. Die Angriffe auf die Eisenbahn- Finanzpolitik such alt. Bekanntlich erweitert der preußische Staat sein Eisenbahnnetz außerordenttich schnell und zwar aus Anleihe Mitteln. Es ist nun immer wieder dagegen polemisiert worden, daß die Til- |ung dieser Anleihe schneller erfolgt, als das sonst im gewerblichen Leben üblich ist. Der Kurs der Staats- «nleihen wird natürlich herabaedrückt, wenn allzuviel Anleihen des Staates auf dem Markte erscheinen. Daher wünscht Herr Gwinner zunächst speziell Eisenbahnanleihen, also eine Trennung. Dann wiederholt er die alten, von den Liberalen im Jntereffe des Groß-1 kapitals immer ausgestellten Forderungen der langsa-1 meren Tilgung. Dagegen wird von allen Einsichtigen! energisch protestiert werden muffen. Die Eisenbahn I in Preußen ist zwar zu einer Erwerbsrmternehmung I des Staates geworden, aus der ein größerer Teil der I Staatseinnahmen stammt. Aber in Wirklichkeit ist sie nichts weiter als ein Erwerbsunternehmen. Sie hat ein gesetzliches, sehr wrttgehendes Monopol, und dieses Monovol bringt Perpflichtungen für dm Staat mit, Verpflichtungen vor allem zur Erhaltung des Betriebes aus der höchsten Höhe. Nun weiß aber jedermann, daß die technischen Fortschritte auf diesem Ge-1 biete sich überstürzen, daß somit die Anlagen der Eisenbahnen viel schneller veralten, als bei jedem anberen Betriebe. Dieselbe Presse, die jetzt Herrn Gwinner zujubelt, entrüstet sich ja tagaus tagen, darüber, daß der Staat in Berlin die Vorort- und Stadchahnen noch nicht mit elektrischem Betriebe versehen hat. Diese Umwandelung würde aber eine Entwertung der ungeheuren Betciebsmaterialien bedeuten, die jetzt in Benutzung sind. Acbnlich stehl es überall. In diesem Augm- blicke, wo die Einfühmng des elektrischen Betriebes auf allen Fernbahnen von Tag zu Tag dringender gefor- der wird, größere Summen von den Baukosten dieser so schnell veraltenden Anlagm der fernen Zukunft auferiegtn zu wollen, wäre Wahnsinn.
Darin hat Herr Gwinner srellich recht: der Kurs der preußischen Staatsanleihen ist sehr niedrig, und die Tatsache, daß die Saufen von den letzten Anleihen noch ungeheure Bestand« in den Schränken haben, ist kein angenehmes Zeichen. Wer man soll diese Erscheinung doch auch nicht überschätzm. Wenn die Kurse der guten Preu ßischen Papiere nicht viel Hüber stehm als vle der ichlechten türkischen und svanischm Papiere, so ist i das höchstens ein Beweis für die schlechte Ueberlegung des -buoItfumS; dann auch kommt, da diese Kurse ja aus den internationalen Märktm gemacht werden, auch die stramm kriegerische Tendmz, die man dm Deutsche n<,chsa<tt und die Abneigung qeaenüber dm rück- schnttlichen'Preußen in Betracht. Vor allem aber und das sollte ein Direktor der Deutschen Bank doch wenigstens ahnen, haben unsere Kurse keinen gutm Stand weil Deutschland fein Geld für Staat spa- p i e r e hat Das deutsche Erwerbsleben hat immerzu unter alleräußerster Anspannung aller finanziellen Mittel gearbeitet. Kein Mmsch legt hmte sein Geld zu dm billigen Sätzen in Staatspapieren an, wenn er erfahrungsgemäß sicher einen um die Hälfte oder das Doppelte und Dreifache höherm Zinssatz bekommen fann. Unter diesm Umständen ist der niedrige Kurs gar kein schlechtes .Zeichen
Herm v. Gwinner ist zuzuerkennen, daß er in der Fmanzwelt auf den Warnen einer ersten Autorität An-
"heben darf Aber was für die Leitung einer Großbank rrchtig erscheint, braucht deshalb für die Fmanzwirtschast eines staattichm Gemeinwesens noch nicht richttg zu sein. Herr v. Rhembabm, der auf dem Gebiete der staatlichen Finanzwirtschast reiche Erfahrungen sammeln konnte, wird vermutlich sich nicht veranlaßt sehen, von der bisher beobachtetm Finanz- Polittk abzulaffm, und wir balten dafür, faß er bannt auf dem rechtm Wege ist.
Am freut Nachbargebiete.
Herbstein, 2. Juni 1910. In der letzten <5am8tag8numma des »Lauterbacher Anz.« lesen wir, daß der Kreisausschuß Lauterbach den Einspruch deL hiesigen evangel. Kirchenvorffandes gegen den Boranschlag der Gemeinde, von dem wir neulich ausführlich berichteten, für begründet erklärt hat und daß die kathol. Kirchmgemeinde zur Tragung der Kosten verurteilt sei. Demgegenüber können wir melden, daß wohl der der erste Teil richtig ist, daß aber die kathrl. Kirchengemeinde gar nicht zur Tragung der Kosten verurteilt sein kann, da sie weder Kläger noch Beklagte ist. Die Zivilgemeinde hat die Kosten zu trage». Gegen die Entscheidung des I KreiSauSschuffes ist bereits Berufung eingelegt an den ProvinzialauSschuß der Provinz Ober- heffen. — Für die Besucher deS Bogels- bergeS aus Fulda uud Umgegend ist es wohl von Jntereffe, zu wissen, daß in der hiesigen kathol. Kirche an Sonn- und Feiertagen das ganze Jahr hindurch um Va8 Uhr Frühmesse und um 7*10 Uhr Hochamt mit Predigt gehalten wird.
0 Hanau, 2. Juni 1910. Auf der am 20. Juni zur Verhandlung kommenden Schwurgerichts» rolle stchen bis jetzt sieben Fälle.
* Frankfurt a. M., 2. Juni 1910. In den Adlerwerken war der 48jährige Maurer Heinrich Stammler auf einem 6 Meter hohen Gtasdache beschäftigt. Er brach durch und stürzte so unglücklich herab, daß er bald darauf starb. Der Verunglückte hinterläßt 10 Kinder. — Der im Norde» der Stadt gelegene über 17 Hektar große Park de- verstorbenen Kammerherrn Freiherrn | 0. Holzhausen ging zum Preise von 4 Millionen Mark in den Besitz der Deutschen Bank Über. Die Bank beabsichtigt, das Gelände für Bauzwecke zu erschließen. Der Holzhaufen-Park wurde anfangs des 17. Jahrhunderts von der Familie Hokzhansen für 2000 Gulden erworben. Vor einigt» Wochen halten die Erben des Barons das Gelände der Stadl Frankfurt zum Kauf an- geboten, eS kam aber keine Einigung zustande, da der damals geforderte Preis weit über das Maß deffen hinausging, das die Stadt aus dem Verkauf des Geländes hätte erzielen können.
* RSdeShrim, 1. Juni 1910. Daß vor kurzem das Unwetter im Rheingau so großen Schaden angerichtet hat, ist zum großen Teil auch der Tat- fache zuzuschreiben, daß die Flutgräben schon lange nicht mehr in Ordnung gehalten waren. Die Vorfahren unserer Winzer hatten auf die Unterhaltung der Flutgräben großen Wert gelegt; daß diese vernachlässigt worden sind, hat fich jetzt bitter gerächt.
* A«S Heringen (Werra), 29. Mai 1910. Der Landwirt Heinrich Küchenmeister wollte ein junges, eben gekauftes Pferd anfpanuen. Als ihm feine ISjährrg« Tochter dabei helfen wollte, erhielt sie plötzlich von dem Pferd einen Schlag an die I linke Schläfe, daß sie blutüberströmt und bewußtlos zusammenbrach. An dem Aufkommen des jungen Mädchens wird gezweifelt.
* Eisenach, 2. Juni 1910. Von einem unangenehmen Abenteuer wurde ein Gast eines hiesigen Hotels durch seine Vorsicht b wahrt. Er war im Begriffe fich auszukleiden, als es ihm einflel, daß cs nichts schaden tönnte, wenn er sich davon überzeuge, daß er allein in seinem Schlafzimmer sei. Er sah untres Bett, und siehe da, es hatte sich ein Mensch eingeschlichen, der allem Anschein nach mehr als nur ein billiges Nachtquartier haben wollte. Ans die Ruse des Gastes zogen andere Hotelgäste den Eindringling unter dem Bett hervor. Der auf telephonische Benachrichtigung erschienene Schutzmann nahm den Menschen fest. Nun stellte man fest, daß er ein früherer Bediensteter des Hotels war und untre ähnlichen Umständen schon einmal verhaftet wurde.
* Vom Westerwald, 2. Juni 1910. Die neue TeilstreckeW esterburg-Montabaur der Wester, waldquerfahn ist jetzt eröffnet worden.
* Erfurt, 1. Juni 1910. Wie nunmehr endgültig sestftcht, findet am 19. Juni die Einweihung des vom deutschen Eisenbahn-Töchter h or t rrrichleten Chnstianenheims in Gegenwart des Staats- mmistres v. Brritenbach und dessen Gemahlin statt. Am Abend vorher treffen gegen 70 Abgeordnete sämtlicher preußischer Eisenfahndirekiionen und der Genrealdirektion zu Straßburg zu einer Sitzung tu Erfurt ein.
* Gotha, 30. Mai 1910. Heute vormittag wurde hier der Knecht Edmund Lachmund aus Salzungen sestgenomrnen, welcher aus Rache die Scheune des Landwirtes Gicßier in Tröchtelborn anaerün- bet hat.
* Schmalkalden, 1. Juni 1910. Wie ans Wasungen gemeldet wird, soll noch im Laufe dieses Jahres in Zilldach an dem herrlich gelegenen Zahnbuchenplatz ein Jagdschloß für Großherzog Wit. Helm Ernst errichtet werden.
* Heitigeuftadt, I. Juni 1910. Ein intreessan- tes Schauspiel bot sich heute früh 8 Uhr auf Dem |
hiesigen Bahnhofe bar: das Auffliegen von 3400 Militärbrieftauben, die in 5 Wagenladungen von Frankfurt, Gießen und den umliegenden Bezirken auf dem hiesigen Bahnhofe angekommen waren. Die Tauben wurden zu gleicher Zeit aufgelassen und bildeten im ersten Augenblick eine förmliche Wolke. Zuerst wandten fie sich ostwärts, um dann gleich darauf den richtigen Kurs nach Südost zu nehmen, um ihren Stationen in Frankfurt und Nachbarschaft zuzusteuern. Nach wenigen Sekunden waren die Vögel hinter dem Rücken des Jbergs den Blicken der Zuschauer entschwunden. — Hier sind gestern die Mitglieder des christlichen Bauarbeiterver- bandes ausgesperrt worden. Die Nichtorganisierten und die Mitglieder der katholischen Fachabteilungen werden weiter beschäftigt.
vermischter.
* Wann ist der Fahrpreiszuschlag nicht zu zahlen? I Nach den Bestimmungen der Eisenbahn-Veckehrsord- nung hat ein Reisender ohne gültige Fahrkarte für die ganze von ihm zurückgelegte Strecke das Doppflte des gewöhnlichen Fahrpreises, mindestens aber den Betrag von 6 Mark zu entrichten. Wer jedoch unaufgefordert dem Schaffner oder Zugführer meldet, daß er wegen Verspätung keine Fahrkarte habe lösen können, hat nur den gewöhnlichen Fahrpreis mit einem Zuschlag: von 1 Mark, keinesfalls jedoch mehr als den doppelten Fahrpreis zu zahlen. Es ist nun nicht genügend bekannt, daß dieser Zuschlag von 1 Mark nicht in allen Fällen zu zahlen ist. Wer z. B- auf einer An- schlußstation wegen Verspätung des benutzten Zuges oder wegen kurzer Uebergangszeit eine Fahrkarte zur ! Weiterfahrt nicht hat lösen können und dies dem Schaffner sofort unaufgefordert meldet, oder wer in demselben Zug über die Station, bis zu der seine Fahrkarte gilt, hinausfahren will, dort aber keine Zeit zur Lösung einer neuen Fahrkarte hat und die Absicht der Weiterfahrt dem Schaffner meldet, hat keinen Zuschlag zu zahlen. Also kurz: Die freiwillige Meldung an dm Schaffner entbindet in den obigen Fällen vom Zuschlag. Anders ist die Sache, wenn jemand es selbst verschuldet hat, daß er kein: Fahrkarte lösen konnte Wenn jemand wegen Zuspätkommens keine Fahrkarte mehr lösen kann, so ist das seine eigene Schuld und er muß eben dafür büßen. Der einfache Fahrpreis wird nur in dm Fällen erhobm, wenn der Reisende ohne seine Schuld keine Fahrkarte hat lösen können.
* Durch einen gewissenlosen Schwindel wurden viele polnifche Bergarbeiter im r h e i n i f ch-w e st- fälischen Industriegebiet um ihr bischen Habe gebracht. Gauner traten als Agenten auf. die Hunderte von Arbeitern zu glänzenden Bedingungen für ein französisches Bergwerk suchten, sie ließen sich die Provision geben und verschwanden. Viele Arbeiter hatten die Reise nach einem näher bezeichneten französischen Bergwerk wirklich gemacht, von dem sie bettelarm wieder heimkehrtm.
* Der schlagfertige Oberbürgermeister. Tie „B. Z." meldet: Oberbürgermeister Wilms von Posen ging auf einer Abendgesellschaft einen reichen Kaufmann I um einen Betrag von 5000 Mk. für einen gemeinnützigen Zweck an. „Eher können Sie Kopf stehen, als Sie das Geld von mir friegen,' lautete die ablehnende I Antwort. Kaum war das Wort dem Munde entfahren, als man das Stadtoberhaupt von Pofen tatfäch- I lich auf dem Teppich sah. Die Beine nach oben, mar- [ schierte der Oberbürgermeister auf den Händen durch I dm Saal Das Geld bekam er
* Widerverwendung von Packungen. Das „Rabattsystem', so schreibt bte „Pavierzeitung" (Nr. 42), spielt in Ladengeschäften Deutschlands eine nicht immer einwandfreie Rolle, eine seit einiger Zeit sich dabei immer mehr einbürnernbe Unsitte forbert'aber zu schroffem Widerspruch heraus. Auf Dielen Tüten, Einwickelpapieren usw. findet man nämlich den Aufdruck, der den Käufer darauf aufmerksam macht, daß er bei Zurückgabe von so und soviel stück in gutem, brauch- ! Boren Zustande den und den Gegenstand umsonst erhält. 'So habe ich wiederholt auf Kaffeesäckm dm Ausdruck gesehen: „Wer 50 Stück dieser Säcke in unbeschädigtem Zustande zurückbriugt, erhält Pfund Kaffee gratis." Auch aus Säcken für Bügelkohlen, auf Einwickelpapierm ftir die verschiedensten Zwecke fand ich solchen Aufdruck. Mag dies noch bei Bügelkohlen oder Säcken ähnlichen Inhalts angehen, so muß im Jntereffe der Volksgesundheit die Wiederverwendung von Tüten, Säcken und Einwickelpapieren für Nah- nmgs- und Genußmittel mtichiedm bekämpft werden. Lagern doch diese Säcke nach dem Gebrauch der Ware lange Zett in Gott weiß welchem Winkel, bis 50 Stück davon gesammelt lind, und enthüllen dann nicht nur oft Unrat, sondern mitunter auch Keime ansteckender Krankheiten Diese Art der Rabattgewährung muß also von der Gesunbbeitsbehörbe verboten werden. Ein vom Sladtmagistrate Nürnberg erlassmes Ortsstatut zur Bekämpfung ansteckender Krankheiten ent- hält unter anderen; die Bestimmung: „Papiersäcke und Tüten, die beim Verkaufe von Rahrungs- und Genutz- mitteln zur Verwendung kommen, dürfen nicht nrit dem Munde aufgeblasen werden." Diele Bestimmung sst berechtigt, rnn wie viel mehr aber ein Verbot, Säcke, Tüten und Einwickelpapiere, die beim Verkaufe von Rahrungs- und Genußmitteln Verwmbung fanden, zu sammeln und wieder zu verwenden. Und baß solche Verwendung beabsichttgt ist, beweist der Aufdruck „in
unbeschädigtem' oder ,tn gutem, brauchbarem Zustande". Aber auch das kaufend« Publikum sollt« Waren in Packungm mit solchem Aufdruck zurück» totifen, da es nicht wissen kann, ob die Packung nicht schon verwendet war. Geschäfte aber, die trotzdem solche Packungen verwenden, sollten von den Käufern aemieden werden.
* Kranz- und Blumenfpenden-Bermiltlung. Im Hotel Reubauer in Bochum wurde unter diesem Namen mit dem Sitze in Berlin eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht gegründet, der Gärt- nreeibefitzer und Blumengeschästsiuhaber aus allen Gegendm Deutschsirnds angeboren sollen. Die Genossenschaft errichtet in allen Städten Deutschlands (später auch im Auslande) Vermittlungsstellen bei den Blumenhändlern und bezweckt ftir das Publikum die kostenlose Ueberweffung von Kranz- und Blumen- spendm jeder Art von Genosse zn Genosse, von Stadt zu Stadt. Bisher mußten Kranzspenden durch die Post befördert werdm. Die Kranzspenden verteuerten sich durch die Post- und Verpackungsspesen, konnten meist nicht frisch, zumteil nur verspätet ankommen ttnb brachten dem Publikum wie bem Blumenhändler oft nur Verdrießlichkeiten. Der Ueberweisungsbetrieb der Genossenschaft soll mit dem 1. Juli einsetzen. Außerdem bezweckt die Gmoffenschaft den gemeinsamen Einkauf von Waren für die etwa 5000 Genossen, die mit je einem Anteil von 50 Mark daran beteiligt sind.
* Ein Denkmal für den Grafen Zeppelin ist Dienstag in dem mecklmburgischen Städtchen Bützow, in dem die Wiege des Geschlechtes der Zeppelins stand, enthüllt worden. Das Denkmal besteht zunächst aus einem Erdwall, auf dem vierundzwanzig Granitfindlinge von einem Meter Größe stehen. Rechts und links bllden zwei vielhnndertjährige Eichen den Ab» chluß. Inmitten dieses natürlWßen Rondells ruht eit emposanier, alter, 3s(, Meter hoher Granitfindling Auf der Vorderseite ist eine Bronzetascl eingelassen, bit die Inschrift trägt: „Dem Grafen Ferdinand von Zeppelin an der Ursprungsstätte seines Geschlechts 1286—1910.'
* Ans einen Bohlweg römischen Ursprungs stieß man in Osnabrück bei den Ausschachtungsarbeilen für bett. Bau der elektrischen Ueberlandzentcale im ..Schwager More' in einer Tiefe von zwei Metren im Moore. Die Bohlen find gespaltene Eich« t* stamme von mittlerer Dicke und ruhen auf Birken« Hammen. Tas Holz ist gut erhalten, an den Birken erkennt man sogar noch die Rinde.
* Der luxuriöseste Luxuszug der Welt fuhr laut einer Mitteilung des „Konfekttonär" am letzten Montag zwischen London (Victoria-Station) und Dover. Weder Amerika noch der Kontinent haben etwas ähnliches aufzuweisen wie diese Pullmannwagm. Der Zug enthält zwei Salon- und zwei Speisewagen. Nur 43 Personm könnm sich des Komforts dieses Muster- Luxuszuges erfreuen, dm auch eine Musterlokomotive in Bewegung setzt, nämlich eine von der South Eastem and Chatham Rallway-Gesellschaft erbaute Maschine, welche auf der White Ctth-Ausstellung in London in Kürze zu betounbem sein wird.
** Der Oberst der vatikanischen Nobelgardr, Fürst Ruspoli, geriet, als er int Dogcart durch die Via Scrofa in R om fuhr, bei der Sankt-Antonio-Kirche unter die elektrische Straßenbahn. Wie durch ein Wunder kam der Fürst, der von dem Rettungsnetz aufge- fangen wurde, mit dem Sehen davon.
** Am Felsen zerschellt ist das norwegische Segelschiff „Borgbild', wobei von der Besatzung zwei Matrosen ertranken und die übrigen gegen die Felsen geschleudert und schwer verletzt wurden.
* Ausgeraubt wurde ein russisches Kloster im Kreise Slawjanoserbek von Unbefannten. Durch bte Explosion einer Bombe würbe bet Abt schwer, ein Priester leicht verwundet und ein Mönch getötet
Literarisches.
Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter. Jahrgang 1910. 10 Hefte. Freiburg, Herder. Preis für den Jahrgang Mk. 12,—.
Inhalt des fünften Heftes: Restauration wichtiger Baubenkmale. (St. Beiffel 8. J.) — Kritische Schwierigkeiten in der Apologetik. (C. A. Kneller S. J.) — Die Briefe der Annette von Droste-Hüls» hoff. (G. Gietmann 8. J.) — Die Religionspsychologie, em neuer Zweig der empirischen Psychologie. (I. B. Lmwurzly 8. J.) — Der Kampf um die Volksschule in Frankreich. II. (Schluß). (H. Gruber 8. J.) — Ein Jahrtausend lateinischer Hymnen» dichtung. (A. Baumgartner 8. J.) — Rezensionen. — Bucherschau. — Miszellen.
Briefkasten -er Refraktion.
Bienenzüchter. Um Amelsen vom Bienenstände zu entfernen, lege man einen in Zuckerrvaffer getauchten Schwamm unter die Brenmkasten. Rach einiger Zeit wird er dicht mit Ameisen besetzt sein, die mau dann in einem Treff mit heißem Wasser tötet. Dieses wiederholt man solange, bis man keine Mmeifen mehr spürt. Auch ausgestreutes Naphtalin, Schwefelblüte oder Asche vertreiben die lästigen Näscher. Bon anderer Seite wird auch empfohlen, heißes Wasser oder Petroleum m den Ametsenfau zu gießen. Jedenfalls müssen Sie bestrebt fein, die IciUige Gesellschaft so schnell als mög« sich zu entfernen. Die Honigmengen, die sie stehlen, pnd nur gering, aber die Bienen werden gewaltiq au|geregt
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