M-aer W Zeitung
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jv3 124.
Erstes Blatt
Fulda, Freitact den 3 Junt 1910.
37. JaFrialn.
wenn man aus
Deutscher Reich.
lichen Besprechungen der Fraktionen hat sich feuL nii2(; Eine wichtige Meldung, mindestens so
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ernstlicher Widerspruch gegen die Erhöhung erhoben. Im Lause des Tages fand noch eine Besprechung der Führer der verschiedenen Fraktionen statt und am Abend konferierten diese mit dem Reichskanzler. Die Borkage wird dem Ab- geordnetenhause in den nächsten Tagen zugehen.
)( Im preußischen Landtag glaubt man nunmehr bestimmt, daß die Session um die Milte dieses Monats wird geschlossen werden können. Man rechnet noch mit der Erledigung der Vorlage über die Reisekosten der Staatsbea i len, über die Wohnungsgeldzulchüsse, über die Feueroer- sicher ungsanstalten, und Mietsentschädigungen sowie der Sekundärbahn Vorlage.
s Tie Beratung der Strasprozeßuovelle in der Justizkommission des Reichstages betraf in der letzten Sitzung die Frage der Verha tung. Rach dem Entwurf find im Hastbefehl auch die Tatsachen anzugebcn, aus denen die Ftuchtzesahr oder Kolli- ionsgefahr gefolgert wird, damit sich der Beschuldigte gegen irrige Annahmen in dieser Beziehung
wichtig wie die Diamantenmeldungen, kommt aus Deutsch-Südwestafrika. Danach ist am Anob, zwischen Geischab und Kowes, bei 30 Meier Tiefe mitten in der trockenen Kalahariwüste eine artesische Quelle erbohrt worden, die stündlich über 25 Raummeter klares Wasser bringt.
R. Aus der Eisenbahnerbewegung. Man schreibt uns:
verteidigen kann. Die Fassung der Vorlage fand rm wesentlichen Annahme: zu § 114 wurde zusätz- uch beschlossen, daß einem Verhafteten auf Verlangen 1 Gelegenheit gegeben werden muß, einer dritten 1 Person von seiner Verhaftung Mitteilung zu machen, und daß eine Abschrift des Haftbefehls dem Be- schuldigten auf Verlangen zu übergeben ist.
» Mit den Wahlen der Versicherungsvertreter bei der Arbeitervcrficherung beschäftigte sich die Reichstagskommission zur Beratung der Reichsversicherungsordnung in ihrer letzten Sitzung. Nach der Regierungsvorlage soll die Wahl schriftlich geschehen und die oberste Verwaltungsbehörde soll eine Wahlordnung ausarbeiten, auch die Wahl leiten. Darüber gab es eine sehr ausgiebige Debatte. Von den Sozialdemokraten wird beantragt, die Wahlen direkt und allgemein zu gestalten, ein Teil der Zentrumsmitglieder beantragte, sie statt den Vorständen der Krankenkassen den Mitgliedern der Vorstände zu übertragen. Dabei wäre, wie ein Zentrumsredner ausführt, die Durchführung der bereits beschlossenen Verhältniswahl eher möglich. Ministerialdirektor Caspar stimmt grundsätzlich dem Zentrumsantrag zu, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich seiner Durchführung. Ein Mitglied des Zentrums legt dar, daß das Wahlverfahren bisher eine befriedigende Lösung nicht gefunden habe. Ein anderes Mitglied des Zentrums führt ans, daß bei den Wahlbestimmungen, wie sie jetzt gestaltet werden sollen, von Vereinfachung keine Rede mehr sein könne. Auch vom Kostenpunkt spreche man nicht mehr. Die direkte Wahl mit dem Proporz sei das einfachste, und sichere auch den weiblichen Versicherten eine entsprechende Vertretung. Redner behält sich vor, für die zweite Lesung einen entsprechenden Antrag zu stellen. Auch das Wahlrecht der Frau bei den Wahlen der Versicherungsvertreter wurde mit 13 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Bei der Abstimmung wurde der Antrag auf direkte Wahl abgelehnt. Da- für stimmten auch 3 Mitglieder des Zentrums. Entsprechend dem Zentrumsantrag wurde dann beschloffen, die Wahlen von den Mitgliedern der Vorstände der Krankenkaffen vollziehen zu lasten. Bei vcn Wahlen kämen nur Krankenkassen in Betracht, die im Bezirke des Versicherungsamts wenigstens 50 Mitglieder haben. Ein Zentrumsredner hatte vorher erklärt: aus der Abstimmung seiner Freunde dürsten keine Schlüsse gezogen werden; ihre Stellung würde in der 2. Lesung zum Ausdruck kommen, renn es klar läge, welche Aufgaben die Ver- sichcrungsämter zu erfüllen haben.
** Der große Kreuzer „Bon der Tann", der erste Turbinen-Kreuzer, hat bei den Probesahlten in der Nordsee die glänzende Geschwindigkeit von 27,63 Seemeilen entwickelt.
Bei den nächsten allgemeinen Wahlen wird die große Gefahr für Reich und Staat in dem Anwachsen der sozialdemokratischen Wählermaflen liegen. Die Verantwortlichkeit für diese Schädigung des inneren Friedens und der ruhigen Entwicklung trifft vor allem diejenigen Parteien, die sich wegen getäuschter Hoffnungen oder gekränkter Eitelkeit an der Aufhetzung des Volkes beteiligt haben, und dazu gehören bekanntlich nicht bloß die Freisinnigen, sondern auch die Nationalliberalen. Der mittelparteiliche Eigensinn und Eigennutz hat auch die positive Lösung der Wahlrechtsvorlage vereitelt, wodurch wiederum der radikalen Agitation neue Nahrung zugeführt wurde.
reform rc. schließlich nur der Sozialdemo, kratie zugute kommt.
** Berlin, 2. Juni 1910. Der Reichs» kanzler ist heute abend zur Tafel beim Kaiser und der Kaiserin geladen. — Auf Einladung des Reichseisenbahnamts und unter seiner Leitung haben heute kommissarische Beratungen der am Eisenbahnwesen beteiligten Bundesregierungen über weitere Sicherungsmaßnahmen für den Zugverkehr begonnen. — Für die Reichstagsersatzwahl in Frankfurt.Lebus beabsichtigen die Nationalliberalen den Provinzial- oorsitzenden der Partei für Brandenburg, Professor Dr. Leidig, als Kandidaten auszustellen.
** Erhöhung der Zivilliste. Die Fraktionen des Abgeordnetenhauses traten am Donnerstag zu Beratungen zusammen, um zu einer in Aussicht genommenen Vorlage, beit. Erhöhung der Zivilliste, Stellung zu nehmen. Die Regierung hat, wie eine Korrespondenz meldet, den Wunsch, gerade in dieser Frage die Austastungen der Parteien zu kennen, ehe sie die Vorlage selbst einbringt. — Gegenwärtig beträgt die preußische Zivilliste 15,7 Millionen Mark, ihre letzte Erhöhung erfuhr sie 1889 unter der Herrschaft des jetzigen Monarchen, und zwar um 3,5 Millionen. Jetzt handelt es sich um eine Erhöhung von etwa 4‘A Millionen, so daß die Zivilüste dann 20 Millionen jährlich betragen wird. Ein wesent- licher Teil der Erhöhung ist für die Erhaltung der königlichen Theater urid eine größere Summe für die Erhöhung der Gehälter der Hosbeamt-n bestimmt, die nölig geworden ist, nachdem dre Gehälter der Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten erhöht worden sind. In den verlrau-
Ausland.
* Bei dem Aufenthalt deS Kaisers Franz Joseph in Serajewo hat der Monarch auch einen Nach- mittag dem Besuch der Glaubensstätten der Haupt-
„Mein Gott, Fräulein Bürkner, ich sehe wirklich nicht ein, weshalb Sie mir diese kleine Freude vereiteln wollen "
Trotz seiner Bitten verharrte Edith auf ihrer Wei- gerung.
Wie sie ihm gefiel m ihrer stolzen Abweisung! Er sah deutlich, wie erregt sie war; er sah es an ihrem Munde, um den es zuckte, an ihren Augen, die ihn zornig anblitzten.
„Fräulein Bürkner," begann er da in verhaltenem Tone, „ich habe eine Bille an Sie — ich möchte Sie einmal sprechen — ich habe Ihnen soviel zu sagen —'
»Ich wüßte nicht, Herr Thomas, was Sie der Kontoristin Ihres Herrn Vater? privatim mitzuteilen hätten."
Da stampfte er ungeduldig mit dem Fuße auf und blieb stehen.
„Nun, wenn Sie nur die Gelegenheit nicht geben wollen, dann werde ich sie mir nehmen." sagte er herrisch. „Bis dahin leben Sie wohl, Fräulein Bürkner.
_®r "ichte ihr die Hand und preßte ihre Finger so park, daß sie ihr von dem Drucke webe taten; dann bog er in eine Seitenstraße ein.
Wie das Mädchen seine Sinne, seine Gedanken beherrschte mit ihm selbst unerklärlicher Macht!
Herbert Thomas hatte so viel Mädchen kennen ge- lemt — nicht eine von ibnen hatte bisher Eindruck auf ihn gemacht. Kühl und unbeirrt war er feinen Weg gegangen, bis ihm diese kleine Kontoristin begegnete bie ihn Mit ihrer ungewöhnlichen Schönheit fesselte Es war doch einfach lächerlich!
»mSJM E den märcheudunklen Augen umgaukelte ihn Tag und Nacht; ihre weiche Stimme klang in seinem Ohr, er kam nicht mehr los von ihr KriÄ'.k'eJfw1”"'2dbc”w füt “ R„ ^dith einmal ungestört sprechen, und da
fte eigensinnig jebe Gelegenheit dazu verweigerte, so suchen etUe nuf andere Weise zu erreichen
(Fortsetzung folgt.)
I einem Einzelkreise, bei der jeder schon von vorn- I herein wußte, daß der Freisinnige entweder schon I im ersten Wahlgange oder doch in öer Stick" cki I das Mandat behaupten würde.
I Viel beträchtlicher ist der Unterschied in
I Stimmzahlen, die 1907 auf den sreikonservat.re!>. I und jetzt auf den konservativen Kandidaten I fielen: 5050 gegen 3878. Nun sagen die Gegner, I die Konservativen hätten mehr als 1100 Stimmen I verloren. Das ist aber nicht zutreffend. Der Kandidat I von 1907 war ein Freikonservativer, der natürlich I die mittelparteilichen Stimmen auf sich ver- I einigte. Jetzt war ein entschieden Konservativer I aufgestellt, und aller Wahrscheinlichkeit nach sind von jenen mittelparleilichen Stimmen jetzt sehr viele, wenn nicht die meisten, sofort dem freisinnigen Kandidaten zugefallen. Dazu wirkt einerseits die inzwischen eingrlretene Schwentnng der Nattonal- liberalen nach links mit und andererseits vermutlich auch das Bewußtsein, der Westkreis werde doch fih
Konservativen nicht zu erobern sein und sei also lieber den Freisinnigen, als den Sozialdemokraten zu gönnen.
Wenn man diesen Uebergang von mittelparteilichen Stimmen berücksichtigt, so erscheint der Gewinn der Freisinnigen von etwa 700 Stimmen als ein recht bescheidener Erfolg. Und eigentlich kann man von I gor keinem wirklichen Erfolg der neuorganisierten und umgetauften Fortschrittlichen Volkspartei reden, da sie m dieser ihrer alten Stammburg die relative Mehrheit verloren hat, und von der Sozialdemokratie überholt worden ist. 0
^n9^-roQd,fe.P ber Sozialdemokratie uw IE Stimmen ist die lehrreichste Erscheinung an dieser Wahlprobe. Sie verdient umsomehr Be- e^ung, als wir c§ nicht mit einer vereinzelten, örtlichen Erscheinung zu tun haben, sondern auch die anderen Ersatzwahlen, die inzwischen stattgefunden haben, durchweg den Beweis geliefert haben, daß die ganze Hetze wegen der Steuer-
Er erhob sich jetzt und streifte die Handschuhe über.
»Also um halb zwei Uhr bin ich zurück. Keine Sorge, ich komme pünktlich zu Tische. Adieu! Adieu, Fräulein Bürkner."
Er verneigte sich leicht und ging hinaus.
Kurze Zeit nach seinem Fortgehen verabschiedete sich auch Edith.
Sie mochte ungefähr zehn Minuten gegangen sein, als sie Herbert Thomas erblickte, der mit einigen Herren zusammen stand. Sie schritt an ihnen vorüber; er zog den Hut und grüßte sie, und Edith hatte sofort das Empfinden: er hat auf dich gewartet.
Nur noch wenige Augenblicke — dann war er wirklich an ihrer Seite.
„Erlauben Sie, daß ich mich Ihnen anschließe? Wir haben ja denselben Weg!"
Edith neigte bejahend den Kopf.
„Bis zur Südstraße, ja, bann gehe ich direkt nach Hause.
„Bei dem schönen Wetter? Wollen Sie nicht einen tlemen Spaziergang machen?"
„Dazu habe ich jetzt keine Zett mehr. Mein Vater wattet auf mich, da wir nach Tische einen kleinen Ausflug nach dem „Jagdhaus" machen wollen "
„Und heute abend?"
Erstaunt über diese Frage sah Edith ihn an.
„Heute abend werde ich von dem Spaziergang wahrscheinlich so müde fein, daß ich keine Luit mehr habe, weiter auszugehen."
„Sie gehen wohl Sonntags immer spazieren?"
»Wenn das Wetter emigermafecn gut ist, ja; sonst lese oder musiziere ich, da ich die Musik sehr liebe '
„Ah, dann darf ich mir wohl gestatten, Ihnen zuweilen ein Theater- oder Konzertbillet zur Verfügung zu stellen?" sagte er rasch. 9
„Ich danke, Herr Thomas, ich werde aber keine Verwendung daftir haben können," entgegnete sie in einem besonderen Ton und reckte ihre schöne Gestalt noch höher.
„Aber warum nicht?"
„Well ich Sie nicht bemühe,: will. Ich kann keine derartigen Geschenke annehmen."
Der unter vorstehender Spihmarke in Nr. 122 der .Fuldaer Zeitung' erwähnte alte Verband hat mit dem alten Verbände, welchem der hiesige Ortsverein ange- fchloffen ist, nichts zu tun. Der diesseitige alte Ber- band deutscher Eisenbahn-Handwerker • und Arbeiter welcher seinen Sitz in Berlin hat, umfaßt nur Eisenbahner der Preußisch-Hessischen und der Reichseifenbahnen, derselbe hat weder in Württemberg noch in einem andern Bundesstaat Ortsvereine oder Mitglieder.
der es ihr ermöglichte, auch mit weniger teurer Garderobe stets schick und vortellhast auszusehen.
Während man so plauderte, wurde auch das Mißgeschick der Familie Hildebrandt erwähnt, und Edith erfuhr näheres darüber.
Widerstreitende Empfindungen bewegten sie — da kam die Vergeltung! Wie hoch hatten sie den Kopf getragen, wie stolz waren sie auf ihren Besitz gewesen — und nun war alles dahin!
Da trat Herbett Thomas ins Zimmer, zum Ausgehen bereit.
Als er Edith erblickte, huschte ein leises Rot über seine gebräunten Wangen; er war überrascht, sie zu sehen.
_ »Ah, Fräulein Bürkner schenkt uns das Vergnügen
i-r-j "eben seiner Mutter noch für einen Augen- otia ^latz.
r., $sc_.aPe Herr Thomas war durch den Eintritt l m einer Bemerkung unterbrochen wor-
erJefet wiederholte.
lanäe lle 1'" neugierig, Fräulein Bürkner, wie babe -El unserer Firma bleiben werden! Ich Stuhl vor bÄ» daß Sie mir eines Tages den
S-!pannI°bli-k?/^A feinen Worten.
”ie
pro»c|ncri3 ^^9^9Sn
.Na, na, Fräulein BürM-n ,, , ., k .
doch nicht glauben, obwohlmJ fa"Vl
sehr liefe fern könnte Seien Sie "'emem Interesse
„Nein, wirklich. nickt, Her. ,
Edith, „ich habe weder Aussichten (SM beteuerte raten " “»Wen noch Lust zum Hei-
„Keine Lust? Ti, ei!"
.Nein, Herr Thomas, keine Lust!
was ich habe, aber was tch bekommen miX X l ■!' nicht. So fein ich mein eigener Her" Ä,?“!
ich auch genügend Zeit," meinte sie schelmisch ^a6c Herbert hatte alles mit angehött, trotzdem ,r s.
mit seiner Mutter sprach. er «"ade
Edith Büttners Liebe.
37] Roman von Fr. Lehne.
Auf ihrem letzten Ausgange hatte man Martha so mittleidig angesehen. Und was das schlimmste war — Asseffor Martini, der sonst stets soviel Zeit für sie gehabt, war kaum eine Minute bei ihr stehen geblieben, um dann mit der Entschuldigung weiterzugehen, er habe eine dringende Verabredung mit einem Kollegen.
So deutlich hätte er es doch nicht zu machen brauchen; sie begriff auch so!
Daß er Schuldep — viele Schulden hatte, hatte sie gewußt; das tat aber nichts, Papa würde sie bezahlen! Dafür kani sie in Juristenkreise und würde eine Stellung haben, eine glänzende Rolle spielen — Wie beglückt war fte durch diese Aussicht gewesm — und wie grausam war ihre Hoffnung zerstört worden!
Bei den Enthüllungen des Vaters über seine mißlungenen Spekulationen batte Martha förmlich getobt; aber es half ihr nichts, sie mußte sich schließlich in das Unabänderliche fügen.
16.
Sett dem Gesellschastsabend bei ihrem Chef konnte Edith nicht mehr so die Harmlosigkeit und Uiwefangen- hett wahren, die sie sonst gegen Herbert Thomas gehabt.
Sein Ton war in der Erörterung geschäftlicher Sachen noch genau so kühl und bestimmt, wie vorher; aber seine Augen führten eine desto beredtere Sprache; Edilb wagte kaum noch, ihn anzusehen, förmlich verwirrt wurde sie durch seine Blicke.
An dem ersten Sonntag nach der Gefeuttstagsfeier machte sie thrm Dankbesuch bei Frau Thomas.
Die alte Dame empfing sie sehr liebenswürdig, und ver alte Herr Thomas freute sich sichtlich, das jugend- schöne Menschenkind bei sich zu seihen
. M't Wohgefallen ruhten seine Blicke auf ihr, und $reJ? ungekünstelte Art gefiel ihm immer mehr. rin £2 Sorgfalt gekleidet; sie besaß
ftn fernes Verständnis und einen sehr guten Geschmack,
. , ---------, Ersatzwahl weilgreifende
ääääx i BsSäR äsä und den baulichen Zustand der Gebäude nicht berück- ober Reichswahlerschaft ziehen will. Er kommen sichtige. I »a örtliche, zeitliche und persönliche Momente in's
Generalsteuerdirektor Heinke: Die Steuerfestsetzung I Spiel, die bei allgemeinen Neuwahlen von der beruht auf gesetzlicher Grundlage. I großen Partei und dem Bewußtsein der Solidarität
Abg. Kirsch (Ztr.): Die Revisionen sind zu kost-1 mit der Gesamtpartei großenteils ausgeglichen spielm und dabei unzweckmäßig. I werden. So z. B. halten wir es für eine tendenziöse
ledig? ^bnkschnft wird durch Kenntnisnahme er- Mißdeutung des gegenwärtigen Stimmergebnisses m Darauf wird die zweite Beratung des Antrags SJ**" ^nannten Wahlkreise, wenn die liberalen Borgmann, betr. Aufhebung des sogen. Vaaa-1 satter em Mene Tekel für die Zentrums- bnndenparagraphen des Ausnahmegesetzes fort-! Partei herleiten wollen ans der Tatsache, daß bei gesetzt. I dieser Ersatzwahl das Zentrum nur 3823 Stimmen
Abg Gyßling (Bp.) befürwortet den Antrag. I aufgebracht habe gegen 4307 Zentrumsstinimcn bei Unterstaatsfekretär Holtz feiltet um Ablehnung, der I der allgemeinen Neuwahl von 1907. Schön ist ja
3n ber f° -in zeitweiliger Stimmrückgang niemals, auch
Abg £ufen8fti^(natL)^2Bi‘r können hem 9lnfrnne I ?enn " sich in den bescheidenen Grenzen von 4 nicht zustimmen. Diese Bestimmungen sind^ Adresse b!S ^00 hält. Jeder unbefangene Beobachter muß des Gemeinwobls erforderlich. I aber doch zugeben, daß für die Zentrumsanhängei
Abg. Dr. Liebknecht (Soz.1: Ich traue der »teufe. I bei dieser Ersatzwahl durchaus nicht jener große Polizei nicht über den Weg. 1894 wollte sie den Abg. I Antrieb zur Wahlbeteiligung sich geltend machen Hoffmann, einen geborenen Berliner, ausweisen, da er I konnte, wie 1907. Damals galt es, überall auch '°I" Prefevergkhen und öffentlicher Beleidigung vor- in den Kreisen mit aussichtsloser Zentrumsminder- beftraft war, und angeblich 10 Jahre fern von Berlin I beit tl-nnnis nimibn«» m
gewesen sei. Hoffmann entgegnete, es fehlten daran 6 w tatsächlichen Protest
7 Wochen. Und als der Polizeipräsident erstaunt fragte, I J; neue Blockpolitik, die geradezu
wo er sich in den sieben Wochen in Berlin aufgehalten Ausschaltung des Zentrums gerichtet war.
habe, erwiderte Hoffmann: Moabit, Untersuchungs-1 ^tzt handelt es sich nur um die Wahlformalität in gesängms, Zelle 584. (Heitk.) 1 '•“ !-k— r'
Der Antrag wird abgelehnt.
Es folgt der Antrag Borgmann (Soz.) die Regierung zu ersuchen, ungesäumt Sorge dafür zu tragen, daß dem Treiben von Beamten oder Agenten der politischen Polizei aufe erdeutscher Staaten in Preußen em Ende gemacht wird.
Abg. Liebknecht (Soz.) begründet den Antrag, der sich besonders gegen die Verfolgung russischer Revolutionäre in Preußen richte. Die russischen Polizeibeamten seien Verbrecher der schlimmsten Art und die russischen höchsten Kreise förderten dieses Verbrechertum. Der russische Zar habe einem solchen Verbrecher zum Gelingen seines Verbrechens feine Glückwünsche ausae- sprochev. Das fei der Zar von Gottesgnaden. 9 Präsident v. Kröchet ruft Redner zur Ordnung. Abg. Liebknecht (Soz.): Preußen hat allen Anlaß,! sich von diesem russischen Schmutz freizumachen, mit dem Preußens Ehre besudelt werde.
Präsident v. Kröchet tust Rednet zum zweiten Male zur Ordnung.
Am 4 Uhr verlassen die bürgerlichen Parteien den «aal, um Fraktionssitzungen abzuhalten. Als Wache bleibt nur bet Abg. Dr. Heisig zurück. Außer zwei Oiegierungslommiffaren und ihm bilden die soz. Abqg. Hörerschaft ®tröbtI un& Borgmann die einzige Zu-1
Der Antrag wird ohne weitere Debatte abgelehnt. Freitag: Kleine Vorlagen, Anttäge und Petitionen.
X Die Ersatzwahl in Landeshnt- Janer-Bolkenhain.
n 3°ueT' 3unil910. Nach dem vorläufig festge- >i«U ev am lichen Wahlergebnis erhielten Pröll (Soz.) > ß429’ Strosser (kons) 3878, Herschel (Ztr.) 3823 Stimmen. Retfvittnt waren 2 Stimmen -Bei den Wahlen 190^S abqeaeben ur den freisinnigen Abg. Hermes 5728 Stimmen? der freikonservatwe Kandidat erhielt 5059, der Sockaldemo- kürf 5019 der Zen.rnms.nann 4806 Sttmmem In der Stichwahl wurde dann Hern.es mit 9340 Stimmen ae- wShtt gegen 7495, die auf den Fre.lonseroattven ent- fielen.
Prensrischer Landtaa» L Der verstorbene freisinnige Abg. Dr. Hermes »(fiLnrhnpf,nf1nn3 h°"« diesen Wahlkreis 23 Jahre lang unterbrochen
Abgeordnetenhaus. I vertreten. Es ist kein Wunder, wenn in dieser frei»
Sitzung vom 2. Juni 1910. «sinnigen Stammburg der freisinnige Kandidat
Ein Staatsvertrag zwischen Preußen und Elsaß-1 Büchtemann siegt. Vorläufig ist er mit dem Lothringen zur Regelung des Lotterirverhält Sozialdemokraten in die Stichwahl gekommen, nisfes wurde genehmigt, desgl. Vorlagen betr. Aen-1 Bei der letzten Wahl von 1907 war der freikon- betreu ^kstsLIischen Pro ui nzi a I or d-i ung s e r v a t i v e Kandidat mit dem Freisinnigen in die M.-Gladbach. ^ «ref.ld, Rieoe, Saße tft in bera Aufrücken der Sozial-
Es folgt die Beratung der Denkschrift über bie I 6e ° atie zu finden.
dritte Revision der I Man muß sehr vorsichtig fern,
Gebäudesteuerveranlagung. Iden Einzelheiten einer Ersatzwa