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für Freitag, den 3. Juni 1910: .

Meist heiter, vereinzelt Gewitter, warm.

Temperatur. Höchste seit gestern mittag 12 Uhrt Celsius; niedrigste: 12,5u Celsius.

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rum Ausbessern der Wäsche, sowie Uindergarderobe gesucht. Von wem, sagt die Expedition dieser Zeitung. [1254

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Mansarden - Wohnung, 3 Zimmer, Küche und Zube­hör an ruhige Leute zu ver-

SröentlidjcS Mchen sür Küche und Haus zum 1. Juli gesucht [3027 Mittelstratze 4«.

Barometerstand. Heute mittag 12 Uhr: 733 mm, gestern: 732 mm.

-r. Wettervoraussage ans Grund der Frankfurter Wetterberichte und lokaler Beobachtungen

sür Küche gesucht. [3015 Schminemthgerei Karl Sun kok

Luche per 1. Juli ein fleißiges, braves

Dienstmädchen das etwas kochen versteht Fra« HMedilenr Helmke, Wk

W Berlin, 2. Juni 1910. (Tel.) Die .Deutsch« Medizinische Wochenschrift" bringt in ihrer heut« er- scheinenden Nummer den folgenden authentischen Be­richt über die Krankheit deS Kaiser-. Der Kaiser bemerkte am Abend des 24 Mat aus der Rück­reise von Vliffingen eine kleine Hautabschürfung an der radialen Seite des rechten Handgelenks, wahr-, scheinlich entstanden durch Reibung der Manschette. Die Umgebung zeigte einige Rötung und Schwellung. Trotz sofortiger sachgemäßer Pflege und Ruhehaltung entwickelte sich in den nächsten Tagen ein Furun­kel von ansehnlicher Größe mit leichter Beteiligung der Lymphbahnen des Armes, jedoch ohne wesentliche Störung des Allgemeinbefindens und ohne Tempera- tursteigerung. Am 26. Mai wurde Geheimrat Prof. Doktor Bier hinzugezogen, welcher am 28. Mai unter lokaler Betäubung mit Chloraetyn den Furunkel öff­nete. Vor diesem Tage wurde ein Eingriff ni<Ä ge­macht. Die entzündeten Erscheinungen gehen in der erwünschten Weise zurück, sodaß über die Gutartigkeit des Verlaufes kein Zweifel besteht. Se. Majestät sind außer Bett, nehmen die Mahlzeiten in gewohnter Weise und gehen an die Lust, muffen sich jedoch in der Betätigung diejenigen Schranken auferlegen, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, die rechte Hand zu schonen.

W. Petersburg, 2. Juni 1910. (Tel.) In dem Dorfe Kuchorzew verbrannte eine sechs- köpfige Schmiede-Familie. An den Leichen entdeckte man Spuren eines Mordes. Eine ver­dächtige Person wurde verhaftet.

Turnspiele dürsten dieses Jahr mehr als je zuvor zur Geltung kommen.

* Mainz, 1. Juni 1910. Der Sroßherzog hat daß Begnadigungsgesuch deS yim Tode ver­urteilten Hausburschen Eelzer, der zu WormS den Lehrer Kruger ermordete, abgelehnt. Eelzer wird in den nächsten Tagen hingerichtet werden.

sandung an der Stelle, an der die »Pluviose* liegt, so schnell fortschreitet, daß in kürzester Zeit die „Pluviose" völlig begraben sein wird. Die Torpe- dobootSzerstörer, die an der Unfallstelle zusammen- gezogen werden mußten, sind in den Hafen zurück- gekehrt. Trotzdem werden die Taucher, falls es das Wetter gestattet, noch einmal versuchen, zur „Plu- öiofe" hmabzukommen.

* Tie Bergungsarbeiten an dem gesunkenen „Plu- viose" wurden am Mittwoch, da der Sturm nach- gelaflen hatte, wieder aufgenommen. Die Taucher fanden in einem Loch des Schiffskörpers einen Mann in halbaufgerichteter Stellung, wie wenn ein Ma­trose im Moment der Katastrophe versucht hätte, zu entrinnen. — Es werden bei Gelegenheit des Unter­gangs des „Pluviose" merkwürdige Bräuche in der französischen Marine bekannt. So wird die Löh­nung für die Opfer des „Pluviose" den Angehö­rigen derselben nach dem Marinereglement so lange ausgezahlt, bis die Leichen der Verunglückten ge­borgen find. Ist eine Bergung unmöglich, dann haben die Hinterbliebenen Anspruch auf sechs Mo­nate Löhnung ihrer Verstorbenen. De» Offizieren und Mannschaften des „Pluviose" ist der nächst - höhereDienstgrad verliehen worden, was eben­falls auf die Pensionsrechte der Hinterbliebenen zurückwirken soll.

* Von Einbrechern geplündert wurde in der Nacht zum Dienstag das Postamt von T o u r n a u, Frank­reich. Die Einbrecher waren, wie die Nachforschun­gen ergaben, im Automobil von Paris eingettosfen. Die Pariser Polizei, die ein genaues Verzeichnis der ge­stohlenen Wertpapiere erhalten hatte, konnte bereits zwei Frauen, die einen von diesem Diebstahl herrühren­den Scheck einem Bankhaus zur Zahlung vorlegten, in Hast nehmen. Die Frauen weigerten sich, ihre Namen zu nennen.

* Von einem Torpedoboot in den Grund gebohrt wurde während einer nächtlichen Uebung einer engli­schen Torpedobootsflottille in der Bai von Fal­mouth ein Fischerboot. Es wurde mitten entzwei geschnitten. Die Bemannung fiel ins Wasser. Es ge­lang nur, zwei Mann zu retten, von denen einer bald darauf infolge von Erschöpfung starb. Drei andere gin­gen mit den Schiffstrümmern unter

** Riesenpreise für Ueberlandflügc im Aeroplan sind von amerikanischen Ze i t u n g en zur Ver­fügung gestellt worden. Die „Neuyork World" und die „St. Louis Dispatch" haben gemeinsam einen Preis von 120 000 Mk. für einen Flug im Aeroplan von Neuyork nach St Louis ausgesetzt. „Neuyock Times" und „Chicago Evening Post" wollen einen Flug von Neuyork nach Chicago mit LOO 000 Mk do­tieren.

* Der Brooklyner Schwäbische Sängerbund trat auf einem Dampfer der Hamburg-Ämerika-Linie mit einem starken Sängerchor und zahlreichen An­gehörigen eine längere Steife nach Deutschland an. Vor allem wird die engere schwäbische Heimat besucht.

* Die deutsche Kolonie in Argentinien hat zur Jahrhuiidcttseier der tluabhängigkeit einen Monu­mentalbrunnen für die Hauptstadt Buenos- Aires gestiftet, zu dem am Dienstag in Gegenwart des deutschen Vertreters, Generalobersten v. v. Goltz der Grundstein gelegt wurde.

vermischtes.

♦♦ Ein neuer Bonner Korpsstudenten-Prozeß ist am Mittwoch verhandelt worden. Es wurde gegen 13 Korpsstudenten verhandelt, die unter der Anklage der Gefährdung eines Kleinbahnzuges und der Sachbeschädigung standen. Den Angeklagten wur­de zur Last gelegt, daß von ihnen die Lokomotive eines von ihnen benutzten Sonderzuges der Dampf­bahn Bonn-Mehlen losgekoppelt und der Versuch ge­macht wurde, die Bahnwagen zur Entgleisung zu bttn- gen. Der Lokomotivführer des so gefährdeten Sonder- zuges hatte die Geistesgegenwatt, mit Rücksicht auf die Abschüffigkest des Bahndammes Volldampf zu geben, so daß die Maschine rasch »orauffuhr und die losgekuppelten Bahnwagen mit vermmdeler Wucht auf die Lokomotive auffuhren. Mehreren der sehr „vornehmen" Angeklagten wurde auch zur Last ge­legt, wüste Szenen aufgeführt zu haben, indem sie mit Stöcken und Steinwürfen nahezu sämtliche Scheiben der Bahnwagen zertrümmetten und gegen das Fahr- personal des Sonderzuges eine widerspenstige Haltung einnahmen. Einem Oberbeamte» wurde die Dienst­mütze vom Kopfe geschlagen und ein anderer mit dem Bruchstück einer Scheibe bedroht. — Das Urteil lau­tete gegen drei Angeklagte wegen Sachbeschädigung auf je 30 Matt Geldstrafe, gegen einen aus 50 Matt und gegen zwei weitere wegen Hebertretung der Poli­zeiverordnung auf je 30 Matt Geldstrafe. Fünf An­geklagte wurden freigesprochen. Gegen zwei Ange­klagte, von denen der eine entschuldigt, der eine un­entschuldigt nicht erschienen war, wird später ver­handelt werden.

* Vom VolkSschuüehrer zum Heldeniciior avancierte der Lehrer Karl Langer aus Königshütte, der jetzt für das Breslauer Stadttheater unter glänzen­den Bedingungen verpflichtet wurde.

* Der vierte deutsche „Dreadnought", der auf der Germaniawerft gebaute Panzer „Posen", wurde am Dienstag in Kiel in Dienst gestellt.

* Von Frau und Sohn ermordet wurde in B r t- n i tz bei Prag der Grundbesitzer Roubttschek. Er war auf dem Äiehmarkt gewesen, wo er 2000 Kronen ein­genommen hatte. Außer dieser Summe werden noch fünf Sparkassenbücher über höhere Beträge vermißt. Die Mörder wurden verhaftet.

* Der Mordprozeß gegen den Rennfahrer Breuer inT r i c r wird im September in einer besonderen Schwurgerichistagung verhandelt werden.

* Noble Gauner. Die Strnflammer des Landge­richts 1 Berlin verurteilte den Grafen Arz zu Vasegg, der nach Verbüßung einer einjährigen Gefäng­nisstrafe sich neue H ochstap Heien- zu schul den kommen ließ, wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. — Die Strafkammer in Schweinfurt verurteilte den Rechtsanwalt und Vorsitzenden des 'Gemeindekollegiums' Leitner in Bad Kifsingen wegen Veruntreuung von 50 000 Mk zu V/2 Jähren Gefängnis.

* Auf der Hamburger Landwirtschafts-Ausstellung ereignete sich abermals ein schwerer Unglücksfall. Der Landwirt Dietrichs wurde von einem Eber angffallen, der ihm den Oberschenkel mit seinen Hauern total aus- riß. ^7 Der von. einem. Stier an gefallene Landwirt ist inzwischen an den erlittenen Verletzungen gestorben.

* lieber die Affäre der Schwester Eaudide schreibt in der Zeitschrift „Oeuvre" die sozialistische Schriftstel­lerin Severine, der Skandal der Schwester Candide 'ei nichts weiter als eine finanzielle Konspiration. Einige Kapitalisten Hainen in gegenseitigem Cinvcrneh- nien die Schwester an den Abgrund gebracht und ihr Mittel nur geliehen, um die Hand auf den Besitz S. Salvator legen zu können, der aus einem herrlichen Schloß mit Patts, Wäldern «nb Mineral Mellen be­icht- In den Händen geschickter Leute konnte daraus ein zweites Monte Carlo werden. Die Situation sei nun soweit gediehen, daß die reife Fracht den Speku­lanten in^en Schoß fällt. — Gleichzeitig wird gemel­det, das Gläubigersyndikat habe die Verwalttmg von S. Salvator übernommen Die Behauptung entbehrt also nicht der Grundlage.

* Tie Rettung des „Pluviose" ist aufgegeben. Admiral Bellue hat erklärt, es sei unmöglich, bei dieser anhaltend unruhigen und in den lieferen Schichten geradezu stürmischen See die Rettungs- nrbeiten weiter zu verfolgen. Er befürchte, daß alle weiteren Versuche, das Unterseeboot „Pluviose" zu heben, unmöglich sein werden, zumal die Ver-

Gotksdienstordnung in Hulda.

».„Freitag, 3. Juni. (Her, - Jesu-Fest.) Dom. 9 Uhr Hochamt, abends '/«8 Uhr feiert. Herz-Jesu-Andacht. Nonnenkirche. (Vollkommener Ablaß für alle Gläubigen.) Von 5 Uhr morgens an Gelegenheit zum Beichten, V»6 Uhr Austeilung der hl. Kommunion, daraus Aussetzung des Allerheiligsten und hl. Messe. Der Gottesdienst für die Gymnasiasten fällt aus. W, 7 und '„8 Uhr' hl. Messen und Austeilung der hl. Kommunion, ’/»9 > Uhr Feflpredigt, darauf Hochamt, 10 Uhr hl. Messe, darauf Segen und Beisetzung des AllerheUigsten, 1 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten und öffentliche Betstunde, 2 bis 3 Uhr stille Anbetung, 3 Uhr feierliche Vesper' und Komplet, 4 bis 5 Uhr stille Anbetung, 5 Uhr Schlußandacht. — Pfarrkirche zum Hk. Geiste. 7 Uhr Hochamt mit Segen, 5 Uhr Abendandacht. — Frauen­berg. Aussetzung des Allerheiligsten von 5 Uhr morgens bis nach dem Hochamte. (Wegen der Feier des Herz-Jesu-Festes tn der Nonnenkirche fällt die zwölsstündige Anbetung aus.) 9 Uhr Levitenamt. Nachm. 4 Uhr feiert Vesper mit sakrament. Segen, abends ‘/i8 Uhr Herz-Jesu-Andacht und Weihe an da- göttl. Herz.

Letzte Nachrichten.

Hagen in Wests., 2. Juni 1910. (Tel.) Gestern wurden wiederum 1 2 00 Gießerei- Ar beiter und Former cn Hessen, außer­dem wurde 1100 Gießerei-Arbeitern gekündigt. In den Kreisen Hagen und Schwelm liegen sämt­liche Gießereien still.

W. Venthen (Oberschlesien), 2. Juni 1910. (Tel.) Gestern drangen in der oberschlesischen Ortschaft Domb zwei unbekannte Männer in die Wohnung des Viehhändlers Kolibaiy. Sie verlangten von der alten anwesenden Fran mit vorgehaltenem Re­volver alles Geld, was sie habe. Die Fran gab ihnen 60 Mark. Darauf begossen sie die Fran mit Spritus und drohten sie anzuzünden. Die zu Tode erschrockene Frau gab den Rärrbern weitere 1500 Mark, woraus diese unerkannt entkamen.

W. Berlin, 2. Juni 1910. <Tel.) Der Russe Abraham Eier weiß, der gestern den Kron­prinzen belästigte, hat nach der „Vosfischen Ztg." in Freundeskreisen öfters erklärt, daß er demnächst eine große Tat vollbringen werde, die die Auf­merksamkeit der Welt auf ihn richten würde. Schon vor einen: Jahr ging er irr einer Versammlung der freireligiösen Gemeinde mit einem alten verrosteten Revolver gegen Dr. Bruno Wille los. Seine Ab­sicht war Aufsehen zu erregen. Er wurde gestern in einer Anstalt untergebracht.

Handel und Industrie.

= Kassel, 2. Juni 1910. Der Magistrat der Residenzstadt Kassel hat Gebote auf 1 Million' Mark neue 4°/o Kasseler Stadtanleihe ein» gefordert. Das Höchstgebot (100,56°/«) wurde von einem unter der Führung des Hessischen Bankvereins, Aktiengesellschaft, stehenden Konsortium abgegeben.

(*) Der Aussichtsrat des Hessischen Bankvereins, Aktiengesellschaft, beschloß auf den 20. Juni eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, welcher die Erhöhung des Aktienkapitals von 4 Millionen Mark auf 8 Millionen Mark vorge­schlagen werden soll. Die neuen Aktien sollen zu­nächst mit 25»/« eingezahlt werden. Die Dividende für das am 30. Juni schließende Geschäftsjahr wird auf 7°/« (wie im Vorjahr) bei reichlichen Rück­stellungen geschätzt.

* Berlin, 1. Juni 1910. Die gestrige starke Er­schütterung Newyorks blieb an der hiesigen Börse zwar nicht ohne Wirkung, doch bestand zu leicht er­mäßigten Kursen gute Kauflust. Zu statten kam der festen Tendenz die Meldung über Kohlenabschlüfss der Schweizer Bundesbahnen mit deutschen Firmen, sowie die Nachricht über eine Besserung der Aus­sichten für die Neubildung des Roheisensyndikats in Rheinland und Westfalen. Montanwerte stellten sich etwas niedriger, Schiffahrtsaktien etwas höher. Sonst überwogen leichte Abschwächungen. Tägliche- Geld 4°/o, Privatdiskont 3fti»/o.

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X Kassel, "L Juni 1910. Aus Veranlassung des VerwalttingsratS der Gesellschaft für Gemeinwohl fand Im großen Sitzungssaale der LandeSverflcherungsan- Scklt eine Besprechung über die Begründung eines Ausschusses zur Förderang vün L e i b e S ü b u n g e n und Wendungen statt. Erschienen waren Ber- tteter des ProvinzialschulkollegiumS, der Kgl. Regie- rung, des Magistrats der Stadt Kassel, der Fottbil- unMchulen, der Deutschen Turnerschaft, be8 Krieger­verbandes, der Jünglingsvereine, der Sonntagsheime für Lehrlinge, der Sektion für Jugendspiele und Wan- demngen des Nattlrheilvereins, sowie mehrere auf die­sem Gebiete tätige Damen und Herren. In erster Linie soll eine ausgiebige Beteiligung der schulent­lassenen Jugend vom 14.—18 Lebensjahre herbeige- filhtt werden. Bei der vorgenommenen Vofftands- wahl zu einem „Ausschuß der Gesellschaft für Gemein­wohl zur Förderung der Leibesübungen und Wande- ntngen" wurden als 1. und 2. Vorfitzende die Herren Reg-Rat Rötger und Geh. Regierungs- und Schulrat Mühlmann gewählt. Mit lebhaftem Danke wurde das in Aussicht stehende Entgegenkommen des Gene­ralkommandos betr. Ueberlassung von militärischen Plätzen zur Pflege von Turnen und Sport begrüßt.

§§ Kassel, 1. Juni 1910. Die Errichtung eines großen Elektrizitätswerkes für Kassel und die nächste Umgebung ist jetzt in Vorbereitung. Gestern abend hielt der Direktor des städtischen Elek- ttizitütswetts in Dortmund, Doepke, den städtischen Körperschaften in einer vertraulichen Versammlung einen Vortrag über die Anlage, Größe und Rentabi­lität eines derartigen städtischen Wettes; Direktor Doepke ist vor längerer Zeit beauftragt worden, ein Projekt eines großen städtischen Wettes auszuarbeiten, das in der Sage ist, viele der umliegenden Gemeinden mit Strom zu versorgen. Für die weiter entfernten Ortschaften wird, wie schon gemeldet, die Staatsregie­rung eintreten, und zwar sind Verhandlungen im Gange, wonach die preußische Regierung im Interesse der Landesmelioration eine bedeutende U e 6 e r= landzentrale für elektrische Starkstromleitungen in den Kreisen Kassel-Land, Hofgeismar, Wolfhagen, Melsungen, Fritzlar und Hannöverisch-Mimden errich­ten will, und zwar mit drei Kraftquellen, die an der Edertalsperre, an der zu errichtenden Diemeltalsperre und an der Wesertalsperre unterhalb des Zusammen­flusses der Werra u. Fulda errichtet werden sollen, und zwar so, daß sie untereinander »erßunben sind Die Weserstrombauverwaltung will durch die Weser, unter­halb Münden, ein Wehr durch die Weser bauen und hierdurch eine ganz kolossale Wasserkraft durch Stau­ung gewinnen' da aber diese Wasserkraft ffn Winter Störungen ausgesetzt ist, sollen die aus der Eder- und Diemeltalsperre unter hohem Druck ablaufenden ge- loattigen Wassermengen gleichfalls ausgenutzt und die hier gewonnenen Kräfte untereinander verbunden und den Stattstromleittingen zugeführt werde», von wo aus den einzelnen Kreisen die elektrische Energie in die Stattstromverteilungsnetze gegen billiges Entgelt geliefert wird. Durch den Ausbau dieser drei Kraft­wette und ihre gegenseitige Stromzuführung wird es möglich, diese große Ueberlandzentrale ohne Erbauung einer kostspieligen Kraftreserve durch Dampftnaschinen ins Leben treten zu lassen. — Die Beerdigung des Stadtrats Boedickcr ging heute vormittag um 11 Uhr unter sehr großer Beteiligung der Mitglieder der städtischen Körperschaften, der städtischen Beamten, Vertretern der König!. Regierung, des Sparkassenver­bandes für die Provinz Hessen-Nassau 1 nb das Für­stentum Waldeck-Pyrmont, des Hessycheu Skadtetages auf dem Friedhöfe in der Holländischen Straße vor sich.

** Göttingen, 1. Juni 1910. Wenig bekannt dürste es fein, daß der vor kurzem verstorbene Pro­fessor der Rechte, Exzellenz Planck in Göttingen, ein abgesetzter Amtsrichter war. Als Amts­richter a. D. verlor Dr. Planck den Mut nicht. Als Student bezog er die Universität Göllingen, um weiteren Studien obzuliegen und brachte es trotz seiner Absetzung zum ordentlichen Universitäts- Professor, Geheimen Regierungsrat, ja sogar zur Exzellenz und stand bei Sr. Majestät so hoch, daß dieser der Witwe des Verstorbenen ein längeres Beileidstelegramm sandte.

o0geringen, 1.Juni 1910. Gauturnsest des Oberfuldagaues. Einer der jüngsten Vereine des Obersuldagaues, der Turnverein Heringen a W., hat das diesjährige Gauturnfest züm ersten Male übernommen. Die Tage vom 9.—11. Juli sind dazu ausersehen, die Turner nach zweijähriger Pause zu edlem Ganwettstrelt wieder zu vereinigen. Heringen, das schon längst mit den Vorbereitungen begonnen hat, und dessen Bewohner sich alle in den Dienst der Turnsache stellen, bürgt für eine würdige Durch­führung des Gauturnfestes. Alle Gauvereine haben ihre Beteiligung zugesagt, indem sie durch Welturner- und Musterriegen vertreten sein werden. Auch d e

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