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X Der Kampf im Baugewerbe

Die Einigiingsverhandlungen im Banzewerb".

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-r. Wettervoraussage

Grund der Frankfurter Wetterberichte und lokaler Beobachtungen

für Dienstag, den 31. Mai 1910 :

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ständnissc zu machen. Von nicht guter Vorbe­deutung war der Ausgang der Beratungen über die erste und sehr bedeutsame Frage, ob die Verträge nach zentralen oder lokalen Gesichtspunkten abgeschlossen werden zollten. Tie Arbeitgeber waren für Verträge nach zentralen Prinzipien, während die Arbeiter solche von den Lokalverbänden aus bc-

Das bisherige Ergebnis der Aussprache hu Reichsamt des Innern läßt für eine optimistische Auffassung wenig Raum. Arbeitgeber wie Arbeit­nehmer hielten au ihren Auffaffungen fest, und es war wenig Neigun " x v-- KJ- n

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Ein LuxuSwagm ist umgestürzt; ungefähr zehn Per­sonen sind verletzt.

* Das Urteil gegen den Oberleutnant Hofrichter ist Samstag vormittag gefällt worden- Es lautet auf: Tod durch den Strang. Das Urteil wurde sofort auSgefertigt, von sämtlichen Mitgliedern des Kriegsgerichts unterschrieben, versiegelt und dem im Gerichtsgebäude weilenden Oberstleutnant Auditor Sitto übergeben. Dieser fuhr sodann sofort zum Korpskommando und überbrachte es dem Korpskom­mandanten von Versbach. Sowohl der Präsident als auch die Mitglieder des Kriegsgerichts sollen Antrag auf Begnadigung Hofrichters zu einer zwanzigjähri­gen Kerkerstrafe gestellt haben.

* Einen eigenartigen Selbstmord unternahm eine ärmlich gekleidete Frau in Mailand. Sie stürzte sich vom Dom herab und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot vor dem Haupttor liegen.

Handel nnd Industrie.

* Berlin, 28. Mai 1910. Die seitens des Kohlen« syndikats für das Winterhalbjahr beabsichtigte Erhöh ung der Kokspreise sowie die in der Sitzung der Stab eiscrikonvention gemachte Mitteilung von einer starken Beschäftigung der Werkes beeinflußte den MoNtanmarkt günstig. Die meisten Werte dieses Umsatzgebietes er­führen ansehnliche Besserungen, während im übrigen wenig Geschäftslust herrschte. Im späteren Verlauf gewann aber die allgemeine Tendenz unter Rückwir­kung der Besserung am Montanmarkt mehr Festigkeit. Namentlich Elektcizitütsaktien erholten sich. Von Ban­ken >nar Schaafshausen ansehnlich bester. Geld über Ultimo 41/2 Prozent. Privatdiskont 3*4 Prozent.

urteilt wissen wollten. Eine Einigung wurde nicht erzielt. Dann kamen die Fragen der Arbeits­zeit und der Löhne zur Erörterung, und auch hier konnte eine Verständigung zunächst nicht ge­funden werden. Reichstagsabg. Bömelburg trat den Behauptungen eines Flugblattes der Arbeitgeber entgegen, wonach die Arbeitnehmer angesichts des drohenden Mangels an Gelvmitteln b:e Einignngs- verhandlun gen angestrebt hätten. Geheimrat Tr. Wiedielot bestätigte, daß von der Arbeiterschaft keinerlei Schritte nach dieser Richtung getan wordcu seien, und daß die Konferenz allein dem Eingreifen des Staatsfelrctärs Delbrück zu verdanken wäre.

Nach weiteren Atitteclungen wurde die Beratung der eui einen Paragraphen des Tarisverlragmustcrs zu Ende geführt, in der Debatte kam es jedoch fast bei jeder Position zu Differenzen. Beide Parteieri erklärten sich indessen trotz Betonung ihres prinzipiellen Standpunktes zu weiteren Verhandlungen bereit. Infolgedessen ctbcten sich die Unparteiischen, sämtliche neuen Forderungen bis Montag übersichtlich zu ordnen und ihrerseits zu den widerstreitenden An­träge» Ein igungSvorträge zu machen, die am Montag nachmiltai zunächst in einer Kommission beraten werden sollen. Am Dienstag vormittag wird alsdann wieder die gesamte Vertreterversammlung der Arbeit­geber und Arbeitnehmer im Reichstaqsgcdäude zu- sammeMreten, um über die Vorschläge der Stern* Mission und der Unparteiischen zu beraten.

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Letzte AachriMeit.

Ter Besuch des belgischen Königspaares.

W. Brüssel, 29. Mai 1910. Das belgische Königs paar- ift abends gegen. 1 l.3" . Uhr nach Berlin abgefahren und u tüt Montag nachmittag gegen 5 Uhr in Po'.sd m ein. Der König reist nur in Begleitung fernes Haus- nnnisters und seiner Adjutanten. Ein Diplomat begleitet ihn au' der Reffe nicht. Der Ansenthall in Berlin ist aus drei Tage berechnet. König Albert wird dem deutschen Kaiser eine Ein­ladung zum Besuch der Brüsseler Welt­ausstellung überbringen, und man glaubt zu w.ssen, das; hie Vorverhandlungen schon so weit gediehen sff d, dass dieser Besuch als sicher bezeichnet werden kann.

W. Lanosberg a. d. Warthe, 29. Mai 1910. Tel.) Durch ein scheu gewordenes Pferd wurde bei dem Dorfe Selow der Gemeindevorsteher Schulz, der Gutsbesitzer Diesig und dessen kleiner Sohn aus dem Wagen geschleudert. Schulz war sofort tot. Diesig liegt an einem komplizierten Schädelbruch hoffnungslos darnieder, der junge Diesig trug innere Verletzungen und einen Beinbruch davon.

□ Dortmund, 3). Mai 1910 (Tel.) Die „Dortmunder Zeitung" meldet: Nachdem we^en Lohnstreitigkeiten in einer Z'.garrenfabrik in den letzten Tagen mehrfach Zusammen­rottungen und Zusammenstöße mit der Polizei stattgesundrn hatten kam es am Samstag abend zwffchen der Polizei und dem Pöpel abermals zu einem heftigen Zusammenstotz, bei welchem die Polizei mit Steinen beworfen wurde und Schüsse aüs der Menge abgegeben wurden.

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Die Polizei schritt mit blanker Waffe eln und verhaftete etwa 20 Personen, die sich zum Teil wegen Landsriedensbruches zu verantworten haben dürsten.

W. Berlin, 29. Mai 1910. (Tel.) An dem Diner bei dem italienischen Botschafter zu Ehren des Ministers des Auswärtigen Marquisdi San Giuliano heute abend nahmen teil: die Kaiserin, der Kronprinz, die Kronprinzessin, sowie Prinzessin Victoria Luise und außer einer Reihe weiterer Gäste der Reichskanzler und der Staatssekretär des Aus­wärtigen Amtes Frhr. v. Schoen mit Gemahlinnen.

W. Berlin, 30. Mai 1910. (Tel.) Dem „Lokal- anzeiger" zufolge sind gestern in der Schweiz aus der Birsing-Talbahn hinter Schloß Dottmingen zwei Züge mit Ausflüglern von und nach Basel in voller Fahrt an einer Kurve aufeinander««« fahren. Der Materialschaden ist groß. 15 Per­sonen sind verwundet.

W Paris, 30. Mai 1910. (Tel.) Aus Hace- brouck (Departement Noire) wird gemeldet: Zwischen französischen Zollwächtern und Schmugglern, die in einem Automobil verschiedene Waren aus Belgien nach Frankreich werfen wollten, kam es bei Boeschepe an der französisch-belgischen Grenze zu einem hart­näckigen Kampfe. Beiderseits gab es Verwundete- Die Schmuggler wurden schließlich gezwungen mit ihrem Automobil nach Belgien zurück zu kehren.

W. Turin, 29. Mai 1910. (Teleg.) Eine Gruppe von Industriellen Piemonts ist auf die Einladung der Berliner Handelskammer heute abend nach Berlin abgereist, um die großen industriellen Anlagen Deutschlands zu besichtigen. Mehrere Mitglieder der Stadtverwaltung und einige Journalisten begleiteten die Industriellen.

w Madrid, 29. Mai 1910. (Tel.) „Jmparcial' veröffentlicht eine Kundgebung des spani­schen Episkopats betreffend die Anwendung des Vereinsgesetzes auf die religiösen Orden, in der erklärt wird, die Niederlassung der Kongregationen in Spanien un folgerichtig auch deren Auftösung hänge nicht von dem Willen der Regierung, sondern allein von der kirchlichen Genehmigung ab,

W. Konstantinopel, 29. Mai 1910. (Tel.) Der Marineminister hat seine Entlassung einge­reicht. Als Grund werden offiziell Gesundheits- Rücksichten angegeben.

W. Teheran, 29. Mai 1910. (Telegr.) Der frühere Po st Minister Emin el Mulk ist heute abend durch einen Schuß aus einem Mauser­gewehr schwer verwundet worden und bald darauf gestorben. Der Mörder gehörte zu den Mudjäddins^

Der Papst gegen de» Modernismus.

W Rom, 28 Mai 1910. Aus Anlaß der 300. Wiederkehr der Heiligsprechung des heiligen Karl Bor­romäus veröffentlicht der hl. Vater eine Enchklika zum Lobe des Heiligen, in der er erklärt, daß die modernistische Bewegung der Gegenwart der Be­wegung ähnlich sei, gegen die der heilige Borromäus gekämpft habe, da es sich dabei um den Versuch eines allgemeinen Abfalls vom Glauben und von der Dis­ziplin der Kirche handle. Die Enchklika empfiehlt den Geistlichen, den katholischen Glauben unveränder­lich gegen die verkehrten Ansichten des Modernismus zu bewahren und gibt die anzuwendenden Mittel an, darunter namentlich die Lehre des Katechismus. Sie bekämpft die Abschaffung des Neligionsunterrichts in dän sogenannten Laien- od^c- neutral«. Schulen, rät zur Begründung von Ördensschulen und erinnert an gewisse Länder, in denen unter dem falschen Namen der Freiheit die härteste Tyrannei herrsche.

Killt, trübe, Regenfälle, längere Dauer wahr­scheinlich.

Temperatur. Höch st e seit gestern mittag 12 Uhr: 19’ Celsius; ntedctgste: 14° Celsius.

Barometerstand. Hrnce mittag 12 Uhr: 729 mw, gestern: 752 mm.

Wasfrrwärme. Gestern abend: 16 °, beute früh: 14».

Halten. Eine reichauSgestattete Festschrift ist herausgegeben worden, die an die Mitglieder um­sonst verteilt werden soll. Zu Preisrichter wurden gewählt die Herren Lehrer Hensel-Hirzenhain, Haupt­lehrer Dittmar-Hoof, Förster Kaufmann-Bauerbach und als Ersatz Viehmann-Homberg.

X Kaffel, 29. Mai 1910. Die zweite dies- jährige Schwurgerichtsperiode nimmt am 13. Juni ihren Anfang. Vorsitzender ist der Landgerichtsdirektor Dr. Wege. — Bei Wühelms- hausen wurde in der Fulda die Leiche des 40- jährigen Arbeiters Christoph Brede gefunden. Der Selbstmörder hatte sich einen dicken Stern an den Hosenträger gebunden. B. hinterläßt 6 unmündige Kinder.

88 Kaffel, 29. Mai 1910. Heute nacht ver- schied int Landkrankenhause an den Folgen einet Gallensteinoperation der Finanzdezernent und Vorstand des städtischen Kaffendrenstes, Stadt- rat Rudolf Boedicker, im Alter von 55 Jahren. Der aus dem Subalterbeamtenstande hervorgegangene Stadlrat war ein ungewöhnlich kluger und weitblickender Finanzmann, der durch mehrere Gründungen über die Grenzen des Hes- senlandes hinaus bekannt geworden ist. Er be- gründete den Sparkassenverband für die Provinz Heffen-Naffau und das Fürstentum Waldeck und Pyrmont. Weiter hatte er erfolgreich die Konferenz der Finanzdezerneten der deutschen Großstädte angeregt, die zum erstenmale im November des Vorjahres in Kaffel tagte und der inzwischen über 220 deutsche Städte beigetreten sind, die gemeinsam den Zweck verfolgen, eine allgemeine Geldvermittlungsstelle für alle Städte über 80000 Einwohner herbeizuführen. Große Verdienste hatte der Verstorbene sich auch um das Zustandekommen des Hessischen Städte- tag es erworben, ja man kann sagen, daß es seiner van Hanau aus so erfolgreich betriebenen Propaganda vor nunmehr 20 Jahren überhaupt erst gelungen ist, die begründende Versammlung des Hessischen Städtetages in Fulda zusammen­rufen zu können, wo dann die Gründung des Städtetages erfolgte. Dem Vorstande des Hessischen Städtetages gehörte er von ansang an hinzu; er war überhaupt eines der eifrigsten Vorstandsmitglieder, was auf der diesmaligen Tagung in Fulda rückhaltslos anerkannt wurde. In seiner Vaterstadt gehörte er dem Fremden- Verkehrs-Verein und einer großen Anzahl ge­meinnütziger Vereine an, die seinen Heimgang schwer empfinden dürsten.

nach auswärts. Eintritt zum 1. Juni oder auch etwas später. [2934

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Hof in Hövel wieder wach. Die Gesamtzahl der bis jetzt Geborgenen beträgt 160. In der Grube befinden sich noch etwa 140 Leichen.

♦ AuS Geiz verhungert ist in der Ortschaft Kidderminster eine alle Dame und ihre Tochter. Sie wurden in bewußtlosem Zustande in ihrer Wohnung aufgefunden. Kurze Zeit nachdem sie ins Hospital geschafft worden waren, starben sie. Von den Arrzten wurde festgestellt, daß die beiden Frauen verhungert sind. Durch Untersuchung hat man festgestellt, daß beide Frauen mehrere hundert- tausend Francs auf den Banken deponiert hatten.

* Justizrat Dr. Franz Stranz, Herausgeber der .Deutschen Juris^nzeitung' ist in Berlin gestorben.

* Dem verstorbenen Professor Robert Koch wid­met die „3lotbb. Allg. Zig." folgenden Nachruf: Mit Robert Koch ist eine der glänzendsten Erscheinungen auf dem Gebiete der medizinischen Forschung dahin- geichieden; die Erinnerung an die Verdienste, die er sich um die leidende Menschheit durch seine genialen Arbeiten auf den diffizilsten Forschungsgebieten er­worben hat, wird dauernd sein Andenken lebendig er­halten- Er Hai der Wissenschaft die Wege gezeigt, auf benen der Kampf mit den furchtbarsten Geißeln der Menschheit, den sch-eckUchsten Krankheiten, erfolg­reich aufgenommen zu werden vermag. Wir brauchen nur die Cholera, die Tuberkulose, die Malaria, die Schlafkrankheit zu nennen, denen heute die Mensch­heit nicht mehr wehrlos gcgenübersteht: Robert Koch hat der Natur ihre furchtbaren Geheimnisse aögctauscht. Der Kaiser sandte der Witwe Rob. Kochs ein Beileidstelegramm. Unter den sonstigen Beileids­kundgebungen befindet sich auch eine solche des Kul- üisministers.

♦* Der Berliner Polizei ist in diesen Tagen ein Fang gelungen, der für die kritische Veranlagung der Berliner gerade kein günstiges Zeichen ist. Da ist zu­nächst ein Weinagent verhaftet ronrb.cn, der mit einer ganzen Schar von anderen Weinagenten feit Jahren mit allen größeren Weinhandlungeu die ärgsten „Schiebereien" machte, ohne bisher gefaßt werben zu können. In Berlin „wächst" bekannilich brciinal so­viel Moselwein als an der Mosel, und zwar „wächst er in Berlin im Keller. Dort ..wächst" er besonders leicht und schnell, und infolge dieses schnellen leichten und billigen Wachstums können diese Geschäfte auch mal einen Ausfall vertragen. So kam es, daß diesen Gaunern eine Äroßfirma nach bet andern mit Auf­trägen von 6000—10 000 Mark ins Garn ging. Tas hat jahrelang gedauert, bis die Polizei endlich Ma­terial genug in Händen hatte, um die Burschen zu fangen. Die Geschädigten hielten ihre „Erfahrungen" nämlich ängstlich zurück, aber einige Anzeigen aus bet Provinz brachten endlich den Stein ins Rollen- Hatte man es bei diesen Schwindeleien immerhin in den Ge­schädigten noch mit Leuten zu tun, die es ertragen konnten,so traf ein zweiter Fall gerade solche armen Teufel, die Geld suchten. Da vroduziert sich in Ru­dorf, was in einem solchen Falle zum mindesten schon verdächtig ist, ein gewisser Sander als .fSroider u. Cie."; der Mann bietet in Anzeinen „Darlehen ohne Sicherheit und Bürgschaft" an. Für normale Leute ist das schon ein schlagender Beweis dafür, daß man es mit. Schwindel zu tun bat. Die Welt will nun aber betrogen fein, und so konnten „Sander u. Cie." längere Zeit gute Geschäfte machen, indem sie sich vor­her größere „Provisionen" von den Geldbedürftigen einsenden ließ und bann — einfach nichts mehr von sich hö«n ließ. Derartiger Geschäfte gibt es nicht wenige, in Berlin, und sie alle kommen die kurze Zeit hindurch, die sie bestehen können, ganz güt aus ihre Rechnung, weissdas hochtrabende Ailftteteu unter einer handelsgerichtlich eingetragenen Firma immer noch imponiert.

J Tie Bergung des Tanchetbootes „Plnvivse" macht nur langsame Fortschritte. Ein Transpott­schiff ist senkrecht über dem „Pluvioie" verankert worden. Es wurde nachts daran gearbeitet, Ketien an dem Tauci boot zu befestigen. Eine Menge Naphta, die lich an der Unfallstelle zeigt, beweist, daß die Wand, die das Naphta einschloß, zerstört ift. Ein Taucher brachte auch die Flagge des Tauchboots herauf. Sie war noch au einer Signal­boje befestigt unb diese ihrerseits an dem Untersee­boot. Diese Tatsache beweist, daß die Besatzung ertrank, schon bevor sie sianalisiercn konnte, daß sie sich in Gefahr be'and. Demi wenn ein Untersee­boot sich in Not befindet, so wird sofort die Signal- boje losgelöst, die bann mit der Flagge an die Oberfläche steigt. Erst am Sonntag gelang es, an dem Unterseeboot zwei Ketten zu befestigen. Ein Taucher hat an dem Schiffsrumpf ein klaffendes Loch und einen Riß oberhalb des Torpedo-Laneier- rohres festgestellt.

t Ein Erdrutsch bedroht die Dörfer am hohen Roßberg bei Schwyz. Eine Flöhe von etwa 1000 Quadratmeter befindet sich in Bewegung. Die Dörfer wurden von der bestürzten Bevölkerung ge­räumt. — Der Roßberg hat schon einmal ein schweres Unglück angerichtet. Am 2. September 1806 stürzte fein westlicher Gipfel ab, verschüttete vier Dörfer und tötete 457 Menschen.

♦ Entgleist ist der Expreßzug Amsterdam Paris in der Nähe des Nordbahnhoses von Brüssel.

Wer Kopf schm ei z Mihnuchmclcke

ärztlich r:<g.nwai1:||AV 9es(S!’öth m>M) gM!. [2974 bevotzugte UHFOVaniHg pescMit/t. Ducker, 8tischkkflr.

vermischtes.

♦ Schwere Unwetter sind auf dem ganzen Gebiete des Eulengebirges (Schlesien), niedergegangen. Der Regen strömte dermaßen hernieder, daß die Straßen der Stadt Schweidnitz in wenigen Minuten überflutet waren. Dazu richteten gewaltige Hagcl- maffen ungeheuren Schaden unter den Feldfrüchten und Obstbäumen au. Arg bedroht wurde auch das Schweidnitzer Artillerie-Regiment, das gerade eine Feldübung abhielt. Die Mannschaften konnten die durch die herniederpraffelnden Hagelstücke wildge­wordenen Pferde nur mit größter Anstrengung halten, und das ganze Regiment konnte Nur mit vieler Mühe in Karriere in dis Kaserne gelangen. Von den Landbewohnern wurden zehn Personen bei dem Unwetter verletzt. Eine Frau wurde nebst ihrem siebenjährigen Kinde vom Blitzstrahl ge­troffen und sofort getötet. Am Zobten schlug der der Blitz in ein Hau?, tötete eine Frau und setzte das Haus in Flammen, so daß es gänzlich nieder- brannte. Alle Telegraphen- und Telephonleitungen ringsum wurden zerstört.

* Bei der Beerdigung des von einem Schutzmann in der Notwehr erschlagenen Tapezierers Renner zu Halle a. S. kam es aus dem Friedhof zu wüsten Szenen. Renners,Freunde' hielten Gedächtnis­reden aufreizenden Inhalts, u. a. der 80mai vor­bestrafte Bauarbeiter Schlesiger. Es erfolgten mehrere Verhaftungen. Außerhalb des Friedhofs entstand eine Schlägerei, an der sich Gesindel niedrigster Art beteiligten.

♦ Vier Bergleute ertranken als sie mit einem fünften Kameraden aus Oberhausen von der Arbeit heimkehrten und in der offenen Ruhr ein Bad nahmen.

♦ Unter Zigeunern kam es in Dreisbach (Kreis Merzig) zu einer blutigen Schlägerei, wobei gestochen und geschaffen wurde. Ein Zigeuner wurde durch einen Revoloerschuß niedergestreckt, zwei andere wurden lebensgefährlich verletzt. Auch sonst wurden noch mehrere schwer, wenn auch nicht lebensgefährlich, verwundet. Die Polizei verhaftete zwei der Haupttäter.

* Die Erinnerung an die Katastrophe von Nadbod ruft die Beisetzung von vier unbekannten Leichen von den am 12. November 1908 auf der Zeche „Radbod" verunglückten Bergleuten auf dem Fried-

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