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Dienstag de« 24. Mal 1910, 37. Jahrgang.
fuldaer W Zeitung
2. Blatt
Druck und Verlag -er Zuldaer Actiendruckrrei in Znida.
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d Manchlchate oter iiciederungeickale
d;afeit und Schweinen
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21 us dem Nachbaraediese.
und gilt gendtjrte ältere ^Lebendgew.) 00 —00 Mark, (Schlachtaew.) 00—00 M., d gering genährte fßbgero.'
(Lrbendgcw.) < (>-1 0 Mk. tSchlachigew.) tO— (JO Mk., Schweine: p. Fciuduveine über 3 yenlnei Lebend- i-eivlcht tVebtnögau.) 00—00 SW., (Ichtachlgew. 00—00 Mar', L>. voüfkudjige Schweine über 2‘ i yir. Lebend- geivichi Lebeiigew. 0 ) 00 Mk, (Schlackigen».) (.0 bis 00 Mark, c. voüflet chige Sc! weine über 2 3tr- Lebendgewicht (Ledendgew.) 53- 55 Mar', tSchlachtgewicht) 06,50 60,(X) M, <1. i'vllfleischige Schwemr b-.K 2 3?r. Leb ndgeivichl (Ledensgew.) 53.50—55.' 0 Mark, (Schtachtgeiv.) 68.(0 70,00 W., e. fleiichige Schweine Lebendgew.) - 3,00 — 55.00 Mk, (Schlachtgew.) 67—60 Mark, l. Säuen (vebe i Ogern.) 60—00 Mk., (Schlachlgw 00 00 Mark. — L as Rinsergetchäst cniruidelte sich D •> Ochsen lang!am und hinrrriäpt deträchllichen lieber» lau0-. Sonst gut mit gelinget« lieb tiianü. Der Handel
Knrjet Setreide-lvochenbericht
ort Pieisbenchisilelle des Deutja cn Lanowirtschafts- raks vom 10. iliai bis 23. Mai 1910.
Dir günstige OMaitunq der Ernteausstchten in den meist«! Ländern hat in Verbindung mit drängenden und zum Teil unfreiwilligen Verkäufen Rußlands zu einer allgemeinen Verstauung und zu scharfen Prcis- rückgäustn geführt. Von amerikanischer Seite unter» ndmmene Verbuche, die Preise mit Hilfe mehr oder lchwigrr berechtigter Saatenstandsklagen zu stützen, blieben ziemlich erfolglos und auch der Umstand, daß die russischen Offerten nach Erledigung größerer Zwangsverkäufe zeitweise etwas mehr Festigkeit zu be- knttden schienen, vermochte die Unterriehmungslnst in .einer Weise anzuregen. Sehr empfindliche Rückgänge
Marktbericht.
* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- prrise vom 23. Mai. Auftrieb: 1464 Rinder, 524 Ochsen, darunter 60 ösierreich., 70 Bullen, 870 Färsen u. Kühe, 379 Kälber, 286 Schafe 1725 Schweine, 0 Ziegen. Preise für 1 Zentner: Rinder: L. Ochsenvollfleischige, ansgemästete höchsten Schlachtwertes höchsiens 6 Jahre alt (Lebendgewicht) 44—48 Mark, (Schlachtgewicht) 80—82 M., b. junge fleischige nicht ausgemässete und ältere ausgemästete (2ebenbgero?40—43 M., (Schlachtg.) 73—78 M., e. mähig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 35—39 M„ (Schlachtgew) 65—72 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 00-00 M, (Schlachtgew.) 00-00 M. B. Bullen: 3. vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 40—42 Mark, (Schlachtgew.) 67 —70 M., ♦>. vollsieischige jüngere (Lebendgewicht) 37 —39 Mk., (Schlachtgew.) 61—65 M., c. mäßig genährte jüngere
Deutsches Reich.
*♦ Aus dem Verbände katholischer Arbeitervereine I Westdeutschlands. Mit dem 1. Oktober des vorigen i Jahres hat der Verband sich ein besonderes «Seite» I tariat geschaffen, das in einer dem katholischen Arbeiter- I Vereinswesen gewidmeten Sondernummer der West- I deutschen Arbeiterzeitung übet die Entwickelung des I Verbandes sowie dessen Arbeitersekretariate berichtet. I Durch die Gründung des Verbandes hat das katholische I Arbeiterverein-Wesen im Westen nach Außen bin eine I bemerkenswerte Erstarkung und nach Innen hin eine wesentliche Festigung erfahren. Im Jahre 1902 zählte I der Verband 311 Vereine mit 63 700 Mitgliedern 1904 hatten sich ihm 344 Vereine mit 73 530 Mitglie- I dem, 1906 610 Vereine mit 95 840 Mitgliedern und 11908 827 Vereine mit 155 678 Mitgliedern angeschlos- I sen, am 1. Januar 1910 betrug die Zahl der ange» | schlossenen Vereine 870 mit etwa 150 000 Mitgliedern. I Der Rückgang, der gegenüber dem Vorigen Jahre in [ 1 die Erscheinung tritt, ist darauf zutückzuführm, daß die I Vereine des Danziger und Reißer Bezirks, die zu I dem Verbände gehörten, sich mittlerweile zu dem Ost- I deutschen Verbund katholischer Arbeitervereine mit jetzt 36 Vereinen und 18 000 Mitgliedern zusammengefun- dn haben. Der Westdeutsche Verband stellt eine Vereinigung der Diözesanverbände Köln, Paderborn, Münster, Osnabrück, Hildesheim, Limburg, Main; und Fulda dar, und die Vereine, die zum Verbände gehören, sind zum weitaus größten Teile in den einzelnen Diözesanverbänden zusammengeschlossen. Das Verbands- ! organ, die Westd. Arbeiterzeitung, zählt augenblick-1 Dich über 115 000 Abonnenten, und hat namentlich be= । zuglich seiner Beilagen (Arbeiterfamilie, Tie Mutter, I Kinderzeitung, Merteljahrsbeilage) in letzter Zeit eine reiche Ausgestaltung erfahren A r b e i t e r s e k r e-1 t a r ia t e gibt eS augeubücklich innerhalb des Serben» I des 44. Von diesen wurden im verstossenen Jahre — I vom 1- Januar 1309 bis 1. Januar 1910 — im ganzen ! 50 Oll Auskünfte auf dem Gebiete der Arbeitcrversiche- I rung, des sozialen Rechtes und in sonstigen Augele- gnheilen erteilt und 19 445 Schriftsatz« angesertigt. Die I sonstige Tätigkeit der Sekretariate bezieht sich auf die I Förderung und Pflege des katholischen Vereinswckens I und der christlichen Gewerkschaften, sowie der Schulung und Erziehung von deren Mitgliedern. Ein großer I Teil der Sekretäre gehört Stadtverordnetenkoileaien I an, andere sind mit sozialen Remtern betraut, sind beispielsweise Beisiacr am Sch'edsgeeichte für Arbeiter-
Es ist interessant, diese Wahrheiten auch einmal von einer Seite konstatiert zu sehen, die sonst mit dem Wirken des „Deutschen Lehrerverbandes' sehr zufrieden ist, daß diese Festnagelung in dem Augenblicke erfolgt, wo der liberale Lehrerverband mehr als früher feine Agitation in die Kreise der gläubigen Lehrer hin zu tragen sucht und besonders auch hinter den Teil der katholischen Lehrerschaft sich her macht, der unklug genug ist, für wahr zu halten, was ihnen von liberaler Seite beteuert wird, in einem Augenblicke, wo der Verbandsvorsitzende Röhl auf der Straßburger Tagimg den ungeheuerlichen Angriff des Prof. Dr. Ratorp auf der Dortmunder Tagung („das römische Joch abwerfen") lediglich als eine „ernste Mahnung zmn kirchlichen und religiösen Frieden" hinzustellen bemüht war.
Der „Vorwärts" spricht nicht ohne Beweise. Hinter den Kulissen in Straßburg haben sich nämlich Dinge abgespielt, die einen Teil der Kulissen der „Neutralität" des liberalen Lehreroereins gründlich ins Wackeln gebracht haben. Das war die Affäre mit den Bremer Lehrern, die neulich wegen ihres Be- Müßungstelegramms an den sozialdemokratischen Parteiführer August Bebck gemaßregelt worden sind. Diese I Lehrer, ihrer Veranlagung nach sehr temperamentvoll, I infolge der Entwickelung ihrer Affäre möglichst nervös, infolge ihrer sozialdemokratischen ober der Sozialdemokratie nahestehenden Weltanschauung möglichst I unduldsam, haben in Straßburg versucht, sich in die richtige Beleuchtung zu stellen. Früher hat man mit I den.Bremern kräftig sympathisiert. Die ständigen Angriffe der liberalen oder liberal-sozialistischen Bremer mit ihrer konftisen „Weltanschauung" haben früher den Leitern des liberalen Lehrervereins mächtig imponiert. Aber jetzt, wo man sich verzweifelt gegen die klaren I und schlüssigen Festnagelungen des Zentrumsabg. Dr- Heß wehrt, wo man auf jeden Fall unpolitisch sein will, da kann man natürlich mit Leuten, deren Vorgehen übrigens ja auch so „dumm" ausgelaufen fft, I natürlich nicht viel Staat machen, unb da die Bremer fogar, wie ein von der Straßburger Leitung zwar I bestritteuer, aber nachher nachdrücklichst aufrecht erhaltener Bericht sagt, bei den Versammelten allgemeinstes Interesse auslösteir, — was etwa heißt: sic wurden als gewaltige große Kerle angeftaunt — s» hat man von I Breslau aus „angeregt" - ein „Antrag" soll es mim»! sich nicht gewesen feilt, wie der VVorsitzende frischweg I zu behaupten wagte — dm Bremer Lehrerve r-I : i n wegen seiner sozialdemokratischen Tendenzen aus I »em Verbände a u s z u s ch l i e ß e n. Es ist aber bei! , dieser „Anregung" verblieben Tie Verbandsleitung hat diese „Anregungen" schleunigst durch entsprechende Vorstellungen unt erdrückt und zur Berubigung bc , tont, was die Mitglieder innerhalb des Verbandes I täten, in welcher Form sie sich politisch betätigten, das I! gehe den Verband nichts an, das sei Sache jedes Ein-1 ' zelnen. Auf betrtfd) heißt das. die sozial de«o-! kratische Gesinnung ist für den Verband ein I Kräutlein „Rtihr — mich — nicht — an!" AberI gegen den „U l tr a m o n t a n i s m u s" und das I
Versicherung, und wirken tatkräftig mit in den lokalen Gruppm der Gesellschaft für Soziale Reform, in Ar-; beitervertreteroereinen und Ausschüssen für soziale I Wahlen Die Arbeitersekretariate haben sich nach der verschiedensten Richtung hin in dem Maße bewohn. daß, wie es in dem Organ des Wchdentschen Verbau de- heißt, die katholisch-soziale Bewegung sie nicht mehr i entbehren kann
Zentrum und die „Pfaffen" zu schimpfen, das ist eine wichtige und edle Aufgabe, die man nicht den Mitgliedern als Privatpersonen überläßt, um deret- willen man Festredner ä ia Professor Dr. Natorp be- ®)n: M deren Schädel-Material-Pnifungs- ^Eftuchen am Turm des Katholizismus man jubelnd Beifall klatscht.
Als bei der Debatte über den Deutsche« Lehrerver- em der Abg. Dr. Heß die Beziehungen des Deutschen Lehrerverems zur Sozialdemokratie auch nur leise an»
ruhig, Kö ber unö setjafe werden nusvkrkauji, dagegen Lchmene nicht. ,
[] Hinter den Kulissen des liberalen I[ deutete, echoben die freisinnigen Abgg. Emst und Kopsch, die zu den Führem des Deuffchen Lehrerver- ccgrvi vereine» | eins gehören, ein gewaltiges Lamento. Und jetzt ver-
Jn einem Leitartikel des „Vorwärts" finden sich rät es der „Vorwärts" aller Welt, daß der Deutsche folgende Sätze: Lehrerverein nicht grundsätzlich vor der Sozialdemo-
„Auf der Lehrerversauunlung in Straßburg vertrat I fratte feiae^ Türe zu schließen wagt! Weiterhin hält der Festredner, der bayerische Oberlehrer Schubert, der „Vorwärts" den Führem des Deutschen Lehrerver-
I 00—00 Mk., (Schlachtgew.) 00-CO M. C. Färsen und Stube: a. vollfleifchtge, ausgemästete Färsen böchsten Schlachlwertes (Lebendgew.) 31—41 Mark, tSchachigew.) 70—75 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis »u 7 Jahren Ldgew.) 38—41 Mk, (Schlachtgew ' 68—72 M., c. ältere aus- gemästele Kühe und ircuig gut eiilivickelte jüngere Kühe und Färsen (Lebeiidge i>.) 31—36 M., 'Schlachtg? 60—65 Mark, d. mäßig genährte Kühe rind Stärfen «Lebendgew? 23 27 Mk., ^Schlachtgew.) 50 -58 Mk , e. gering genährte Kühe und Fäcjcn (L bendgew. 00-00 M, (Schlachtgew.) 00—00 M. 1). Gering genährtes Jungvieh Fresser) Lebendgcrv.) 00- 00 M , Schlachtg.) 00 - 00 M. Kälber: a. Doppelender lein sie Mast iLebendgew.) 00-09 M., (Schachtgerv.' Oo—00 Mark, I, feinste Mast- (VoUmilchmaN> und beste Saugkälber Lebendgew ) 56—60 Mk, (schlachtgew) 95 -100 M., mittlere Mast» und gute Saugkälber (Lebendg <■ 50—55 Mk., (Schlachtgew ) 84— 93 Mk , d. genn>,> Saugkälber (Lebendgew. 45 48 Mk., (Schlachtgew.) '5-- 82 Mk. 6 dj a t e: a. Mastlöuimer und jüngere Mafthäiuiuet (Lcdendgew.) 41 — 43 Mk., (Schlachtgew.) 83—86 M., b. ältere Matlhämmel und gut genährte Schate (Lebendgew 00—00 Mk., (Sdssachtgew.i 00 bis 00 Mk., c. mässig genährte Hammel uni) Schajc L'terz Schafe iL.bcudgeiv.) 00 00 Mk., (Schlachtgw.)
der Festredner, ...________,__ WW „ ,_________________________
»it feinem tremolierenben Pathos noch einmal die eins noch vor, daß es nicht genüge den Zom der alte Anschauung. Preisend mit vielen schönen Redens- freien Rede gegen Junker und Pfaffen zu kehren" Worten wußte er in einem Atemzuge die politische «mft zur Genüae tum Ausdruck mied hat h.r Neutralität des Lehrerverems zu feiern, im nächsten l DeuftcheLeb^ «
donnerte er ein kaiserlich-patriotisches — also „ein | । m btefet Beziehung schon Er-
politisches"! — Glaubensbekenntnis in den Saal, I Sollet hat. Die mtereffantefte Enthüllung
im dritten Atemzuge ging der liberale Politiker I "^er *9 ®te Schlußbemerkung des „Vorwärts": „die nnd ZentrnmSgegner nach allen Himmelsrichkun-1 S o ziald e m o kr ati e ist schon mitten drin •en mit dem „unpolitischen" Schulmann durch. Solche lim Deutschen L e h r e rv e r e i n, und bewährte Entgleisungen fielen bisher nicht auf, weil Hurrah. (!) und bekannte Schulmänner sind es, die sich offen •^«niOit- 8nnh8H11ei^ uui) frei äur Sozialdemokratie bekennen". Wird der
inb Gewissensf^esheT?feiert wurden " Datsche 8-hrewerein das nun noch zu leugnen wagen?
gezahlt worden feien. Auf Gmnd der Anzeige wurde jetzt der Bräutigam des Mädchms, ein Schuhmacher, verhaftet, der die Nnterschrist seiner Braut gefälscht hatte.
* Wiesbaden, 22. Mai 1910. Abermals ist eine Brandkatastrophe zu melden. Im Bett verbrannt aufgefunden wurde heute morgen ein ^jähriges Fräulein namens Weinger. — Im hiesigen Krankenhaufe verstarb heute morgen als zweitesOpfer der Brandkatastrophe, die sich in dem Hause Goldgaffe 9 ereignete, das fünf Jahre alte Söhnchen des Taglöhners Hock.
* Frankfurt a M. 23 Mai 1910. Der Hand lungsgehulfe Heinemann, der vor etwa vierzehn Tagen seinem Prinzipal den Betrag v->n 3000 Mark für einen cingelösten Scheck unterschlug und dann mit einer Dame durchbrannie, ist >etzt in Aürnbegr verhaftet worden — Kur; vor Pfingsten wollte ein Dienstmädchen auf der Sparkasse von ihrem Guthaben einen Betrag abheben. Zn. feinem Schrecken erfuhr es, daß un- besnqterwei'e über 400 Mark auf feinen Namen zurück
haben die Getreidepretse während der letzten 14 Tage mich in Deutschland erfahren. Die Nachgiebigkeit der ausländischen Weizenverkäuser und die seit ungefähr 14 Tagen herrschende fruchtbare Wittemug waren auch hier die treibenden Faktoren für die rasch vordringende Abwärtsbewegung. Wenn der Saatenstand nach der amtlichen Berichterstattung um die Mitte Mai nicht den nach der günstigen Durchwinterung gehegten Erwartungen entsprach, so ist dabei zu berüchsichtigen, daß die Wirkung der kurz vor der amtlichen Erhebung einsehenden Witterung in den Berichten vom 15. Mai noch nicht zum Ausdmck kommen konnte. Mehr Beachtung fand die Fesfftellung, daß kaum in einem anderen Jahre so wenig Umaderungen nötig waren, wie in diesem. Aus dem Berliner Lieferungsmarkte verlor Weizen per Juli seit 14 Tagen ungefähr 17 Mark, per Septemher 14 Mack, während Mai. für den immer noch einiges Interesse besteht, nur 10 Mack eingebüßt hat. Zn Andienungszwecken herangezogener Plataweizen entsprach nicht den kontraktlichen Anforderungen. Nicht minder schwach war die Stimmung für Roggen, denn der Absatz des ziemlich stacken Angebots gestaltet sich schwierig, zumal bei der warmen Witterung niemmid Roggen auf Lager nehmen will. Die Provinz ließ infolgedessen Juli verkaufen, wodurch deffen Wert um 12 Mack herabgedrückt wurde. Etwas geringer war der Rückgang für September, da die billigstm Preise hier und da zu Käufen benutzt wurden. Hafer war aus der Provinz dringend angeboten und selbst zu wesentlich billigeren Preisen schwer verkäuflich. Die rückläufige Preisbewegung für Futtergerste hat gleichfalls weitere Fortschritte gemacht. Mais blieb zwar weiter unbeachtet, ohne indes sonderlich im Preise nachzugeben.
Es fteDten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mack pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr f-f-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist wie folgt:
Weizen Roggen Hafer Danzig 227 2 ) 158 ( — ) 160 (— )
Berlin -211 (— 11 ) 144 ( — 8) 165 (— 5 )
Frankfurt 202>/»(— 20 ) 155 (— 7Vs' 157‘/«(— 5 ) München 214 (— 10 ) 158 ( — ) 155 (— )
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 21150 f- 9.75), Ju'.i 19S.25 (—16.75) Sept. 188.50 ( -14 00) Budapest Oft. 166 45 (— 10.90), Paris Mai 205.60 (4- 1.15) Liverpool Juli 152.70 (— 12.55), Chicago Mai 170.60 (- 6 95). Roggen: Berlin Mai 146.00 - 7.25), Juli 147.00 (- 11,75) Sept. 148.25 (— 10.50) Hafer: Berlin Juli 148.00 (— 9.00) Mk. per 1000 Kilogramm.
„Cm überraschender Erfolg!"
Wieviel zweckmäßiger ist es doch, den m der Ent- ’D.dehmg zurückgebliebenen Kindern ein feit vielen Jahren als vortrefflich erprobtes Nährmittel zu gei ett und dadurch die beabsichtigte Stärkung rascher und sicherer herbeizuführen, als verschiedene Mittel auszuprobieren, wodurch oft kostbare Zeit verloren geht. Als zuverlässiges, die Ernährung nachhaltig imterstützendes Nährmittel steht Scotts Emulsion in erster Linie "da, was auch au5 folgenden Zeilen hervorgeht:
Rier eft xit MA
Die bemerkenswerte Nährkraft von Scotts Emulsion ist einzig den bei der Herstellung zur Verwendung gelangenden erftklafligen Rohmateriallen
Bravnlti.ro ?tg. etdbrifir. 22, li. JuU 1103.
.Och traut nicht iraiiu», Ihnen d n übcira>d;mB«.i Srsoln mit,weitet , ren ich dr .ch den <8eär uch von Scotti »mulfion bei meinem röchterchen anngotl erzielt b de. Die Kleine roar Dom tt (leit tage ihrer öeäurt < n ichwächUch und hatte betontet* aubetil ,arte Luochen. Nach,em ich etn dvide« Jahr lar.fl eerid)te»ene Srüutgnng»mittel ehne ISrlota angrroatoet halte, griff ich nach Scott* Etaulffon, die ht verhä tfismähtg turzer gelt den pe iün1d):en enotg eintreten lt-b Da* stin > y't ffch »rlehenv» crtjolt und ist heute fo träftla und blühend, daß e» feinen Hlter#ae*»ffen n nlchl* rachsteht.' !gez.) Wilhelm MarahrenS.
znzuschreiben, die im Scottschen Ver<
•7,oiin“ lah"n zu einer rahmartigen, wohl,
schmeckenden Emulsion verarbeitet sind.
Scott* Emulsion wird von uns au*lchließltch im trotzen oet» fa»!t und jroar nie lote n< ch «eroichk öfter Maß, tonderu nur tu eerftegelten Orlglnalffatchen In Äarton mit u derer Echüftr matte (gllcher mit dem D-tfch). Scoti u. Borone, ®. nt. d. £>, Srantfurt a. M.
Bestandteile: Feinster ®leMjtntl»8ebertrar 150,', prim« Elhzeri» 50», unlerphoSvhortglaurer «alt 4,3 Uüterpholpho > t- laure« »iatron 2,0, pu'e irajant tja, teinftec arab. Äninnii »ul» 2,0. Be liB. Äoffer 13»A «ltohol 11 p. HierM aromnlf « Itmuision mit Sielt-, Mandel- und «suttheiiaSl je i Irop en
Edith Bürtners Siebe.
?9] Roman von Fr. Lehne.
„Ueberfege es dir. Lucian," flehte Frau Hildebrandt, „ich bitte dich".
Doch er schüttelte bestimmt den Kopf.
„Was gibt's da noch zu überlegen? Ich lasse mir viel gefallen — aber soviel nimmer! Lang' genug hab ich Marthas Vorwürfe über mein Mißgeschick angehört : aber beleidigen lasse ich mich nit! In jedem Wort, das sie mir gesagt, lag eine Beleidigung! So zeigt sich Liebe nit, wohl aber Eitelkeit! Es tut mir leid, daß alles so gefummen, ist aber nun nit mehr zu ändern! Lebt wohl!"
Festen Schrittes ging er zur Tür.
Mackha ilarrte ihin mit großen Augen nach. Ihr war, als ob ein bös« Traum sie narrte! Es konnte doch nicht ivahr sein, daß Lucian st« ausgab — nein, das war unmöglich!
Mit beiden Händen faßte sie nach ihrem Kopf und brach dann mit einem Schrei zusammen. Sie wollte mchts sehen, nichts hören, leise weinte sie vor sich hin-
Mittags verschmähte sie Speise und Trank. Vor sich hinstarrend, lag sie auf dem Divan in ihrem Zimmer — und wo riete! Sttrian mußte ja zu ihr zu» rückke'hren — es war ja nicht zu fassen, daß sie ihn verlieren sollte!
Gegen Abend öffnete ihre Mutter die Tür des Zimmers und trat vorsichtig em.
„Hier, Marthchen, sind die Zeitungen. Das Abendblatt ist soeben gekommen, und zu Mittag hast du die „Neuesten" doch auch nicht aelefen Es steht 'was von Lucian drin! Ist die Migräne besser? Dann will ich Licht macken!"
Mit siebemden Händen entfaltete Martha die Zeitungen und suchte gierig die Berichte über das Kon- zeck des verflossenen Abends.
Mas las sie da — „er wollte gut machen, was er am Abeiid vscher verbrochen —" km- waren die Worte unseres hochgeschätzten Künstlers Lucian Waldow.
„Und wie htt er sic eingelöst! Wir danken ihm für fein herrliches, unvergleichliches Spiel! Er bat sich selbst übertroffen! Tosende Beifallsstürme, nicht en- dmwollende Hervorrufe erfüllten den Saal — möge er uns noch reckt lange erhalten bleiben-----"
Marthas Augen weiteten fick als iie auch in dem anderen Blatte eine ebenso begeisterte Krfttt las. Voller Erregung fbrang sie auf; sie hatte ihre Migräne vollständig vergeffen.
Was war das? Wie nuchte Lucian gestern abcnd gefeiert worden fein’
Und sie Törin war in ihrer Verblendung zu Haufe geblieben! Sie batte in kindischem Trotz geschmollt, wahrend er umiubelt worden war wie nie zuvor!
Einem König - einem Sieger gleich!
_ .Mama — weißt du — hast du schon gelesen? sieb doch hier —"
Mit vor Schluchzen nnterbrockencr Stimme las sse vor
Darum war Sudan auch so eigentümlich so ruhig darum hatte er das Lesen der Kritiken unterlassen
O. nun war ihr olles klar! Ans keinen Fall durfte sie ihn verlieren -- ibn, den so gefeierten Künstler. (Sr mußte zu ihr zurückkchren, koste es, was es wolle!
„Mama, bat Lucian noch nichts von sich bören lassen? Nein?"
Ein tiefer Seufzer hob ihre Brust.
„O, bann schicken wir zu ihm. Er muß heute abend kommen — ganz unbedingt ’ Warte, ich schreibe ihm."
In fliegender Host schrieb sie ihm ein zärlliches Briefchen, in dem sie ihre Heftigkeit bereute und ihn bat, nickt nachttagend zu fein. Sie glaube nicht daß er im Ernst gesprochen habe, und sie bitte ihn recht' herzlich um Verzeihung
„So, Mirm). laß M gleich durch das Stubenmädchen zu ihm tmeen. Ich habe keine ruhige Minute, ehe er nicht da iss: tr muss komme::!"
Die Mutier bc e sich den Wunsch chrer Tochter zu erfüllen, währe b t: sich umklc-dcke und aus Lucian wartete. i
Fast wäre sie dem Mädchen entgegengeeilt, als dieses zurückkam; aber sie bezwang sich und saß scheinbar ruhig da, als ihr die Bestellung ausgerichtet wurde, daß es Herrn Waldow sehr leid tue, heute nicht mehr kommen zu können — er würde aber schreiben.
Die Nacht verging in Sangen. Martha konnte kein Auge schließen.
Frühzeitiger als sonst war sie am Kaffeetisch.
Vrkümmcrt trat ihr die Mutter entgegen.
„War der Briefträger schon da?" fragte Martha hfttil!.
„Ja, er hatte aber nichts für dich. Marthchen."
„So hat Lucian nicht geschrieben?"
„Doch — hier fft der Bries — ein Dienstmann örackte ihn — und auch ein Paket."
Mit zitternden Händen öffnete Mackha den Brief. Als iie ibn gelesen, sank sic wie vernichtet in einen Scsscl.
Vorbei!
Lucian Waldow ließ sich nicht umftiamten.
Er schrieb, sie habe doch wohl erst die Berichte über das Kontert abgekartet, um darnach ihre Maß- nabtnen zu treffen. Und er schrieb weiter, jetzt habe er deutlich genug gesehen, daß sie in ihm nicht den Mann, sondem den Künstler liebe! Und da eines Künstlers Erfolge oder Mißerfolge manchmal von Kleinigkeiten unb Zufällen abhingen, die unberechenbar seien, wolle er ihr eine solche unsichere Zukunft an seiner Seite ersparen
Ueberdics könne er ihre Hacke ihm gegenüber und die Beleidigungen, die sie ihm yt-gefügt, nicht so schnell vergessen! Er würde deshalb nickts von dem, was er besagt, zurncknehmen. Anbei sckicke er die Violine, die sie ihtn geschenkt, sowie die Kravattennadel unb Brillcmt- lnöpse zurück
Martha warf sich mit dem Gesicht auf den Tisch und schluchzte; sie war keinem Trostworte zugänglich,
E= war auch zu bitter, was ihr da airserlegt wurde. Der aedebte Mann sagte sich von ihr los — um eine
Kleinigkeit, ein Nichts — gleichsam, wie wenn er nur daraus gewartet hätte! .
Wie der Blitz durckzuckte sie da der Gedanke: Edith!
Sie hob den Kopf und trocknete ihre Tränen.
„Ich weiß auch, Mama, wer dahinter steckt — Edith! Du glaubst es nickt? Ganz bestimmt — du kannst dich darauf verlassen! Sie hatte doch vor meiner Verlobung ein Verhältnis mit Lucian — und jetzt hat sie ihn sicher wieder betört und aufgchetzt Aber ich werde es schon 'rausbekornrnen!"
Nach einer Weile fuhr sie socke
„Papa mußte einfach mal zu Onkel Bürkner gehen und ihm das geradezu sagen. Onkel ist doch so blind; der merkt nichts; da kann Edith tun und treiben, was sie will! Das Stundengeben ist ihr nur ein willkommener Vorwand für ihre Abenteuer! Ich traue ihr nicht. Sieh ihr nur mal in die Augen!"
Aus ihren Wocken klang ein grenzenloser Haß und Groll auf die Kusine, die ihr doch gar nichts getan.
Und wenige Minuten später, al.« Herr Hildebrandt erschien, wiederholte Mackha ihre Behaupttmgen noch einmal.
Denn ohne Gmnd konnte sich Lucian Waldow doch nicht von ihr lossagen — wegen der paar Wocke — da mußte Edith die Veranlassung gegeben haben — ganz sicher!
Aus Bitten seiner Frau unterdrückte der alte Hildebrandt seine Vorwürfe gegen die Tochter, die ihm denn doch zu weit gegangen war. Er hätte es sich gleich gedacht, sagte er, daß Lucian sich das nicht gefallen Taffen würde Er wolle mal sehen, ob er die Sache nicht wieder einrenken könne; ein vernünftig Manneswort fei mehr wert, als zehntausend Weiberttänen.
„Es muß ihm aber doch veckeufelt ernst sein, sonst hatte er die Geige nicht wiedergeschickt! Na, wollen mal sehen, was sich machen läßt. So'n dritten Mann zum Skat kriege ich und Arburg nicht so leicht wieder," schloß er.
(Fortsetzung folgt.)