Seklamendiepettffelle
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M 113.
Erstes Blatt
Fulda, Freitag den 20. Mai 1910.
37. Jahrrau i
Wir find nicht überzeugt, daß dieser Zweck an
Deutsches Reich
erscheint täglich mit Ausnahm« >et $<ub» u»b Feiertage viertel- jährlichervemg,preis ohne vringerwh« uwb Bestellgeld in zulda so- urie auswärts Lsomt
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Die persische Regierung l.ehnt.e es ab, ihren Veldbedarf auf einem Wege zu decken, der gleichbedeutend wäre mit einem Verzicht auf einen wesentlichen Teil der Souveränität des Landes. In dieser Situation wurde von deutscher Seite die Bereitwilligkeit ausgesprochen, der persischen Regierung eine Anleihe zu gewähren. Als Gegen- leifiung wurde die Konzession für den Bau einer Bahnstrecke von Teheran nach der türkischen Grenze im Anschluß an die Bagdadbahn verlangt.
Dieser Plan stieß indes in London und Peters- bürg an Widerspruch. Die Wiener „Allgem. Zeitung' veröffentlichte am Samstag einen äugen- scheinlich von dem Wiener Auswärtigen Amte inspirierten Artikel, in dem ausgeführt wurde:
* Ein weißer Rabe. Im Reichstagswahl- kreise Bochum-Gelsenkirchen soll, der „Germ." Msolge, bei der kommenden Reichstagswahl ein Arbeiter als Kandidat der nationallibe- raken Partei ausgestellt werden. Selbst die „Magdeb. Zig." muß zugeben, daß des „ein in der nationalen Partei nicht sehr häufiger Vorgang" sei, und daß die Zentrumspartei den Nalionalliberalen da mit der Tat weit voraus sei. Sie sucht zwar festzustellen, daß es sich doch nicht um etwas handele, was noch nie und nirgends geschehen sei, weiß aber an Tatsäch. lichem nichts weiter anzuführen, als daß die „Natlib. Korr." vor längerer Zeit einmal gemahnt habe, bei der Aufstellung von Kandidaten alle Stände zu bedenken, und daß der bei den letzten Wahlen in Duisburg-Mülheim aufgestellte nalionalliberale Arbeiterkandidat schließlich durch- gesallen sei - Ja, ja, die Ausstellung eines Arbeiterkandldaten allein genügt noch nicht, die Arbeiter müffen ihn auch wählen, und'das hält bei einem Vertrauensmann der National- liberalen schwer.
d° Darmstadt, 18.Mai 1910. JmFinanz- ausschuß der Zweiten Kammer stellte bei der Schlußberatung des Gemeindesteuergesetz, e n t w u r f e S der Berichterstatter Abg. M o l t h a n fest, daß über das schwierige Gesetzeswerk im Allgemeinen eine Einigung im Ausschüsse zu Stande gekommen sei, nachdem insbesondere die Frage der Heranziehung de» Ertrags bei der Grundsteuer den Wünschen der Landwirtschaft gemäß eine Lösung gefunden hat, der auch die Regierung ihre Zustimmung gibt. Dagegen hat der Ausbau der neuen Gewerbesteuer und der vorgeschlagene Gewerbesteuertarif bei >en Handelskammern Widerspruch heroorgerusen. Da die preußische Gewerbesteuer sich in weit niedrigeren Grenzen bewegt, so würde eine Abwanderung der hessischen Industrie nach dem lenachbarten Preußen die sichere Folge sein. Es gelte deshalb, eine Milderung des Tarifs
Es ist schier unbegreiflich, wie Männer, die sich auf das Evangelium berufen, sich so täuschen können über die ausgesprochene christusfeindliche, grundsätzlich und praktisch atheistische Natur der Sozialdemokratie. Wenn sie sich dabei an gewisse Reste der Hegel'schen Philosophie und der Schriften von Karl Marx klammern, ist das eine durchsichtige Bemäntelung der tauben Wirklichkeit. Was die Sozialdemokratie von Karl Marx gelernt hat und zur Wurzel ihrer Tätigkeit macht, ist der krasse Materialismus. Diese Grundlage gehört zum Wesen jener Partei, die den Klassenkampf predigt zur Erringung der Macht und aller aus der Macht zu erlangenden materiellen Vorteile für das Proletariat. Dieser Zweck bedingt die Vernichtung aller christlichen Hoffnungen, die Aus- rottung jeder Abhängigkeit von überweltlichen Lehren oder Geboten, das Bekenntnis zur rücksichtslosen Selbsthilfe der Massen, auch zur Revolution.
Auch d:r revolutionäre Charakter der Sozialdemokratie fand in diesem Kreise von Professoren und Theologen eine auffallend freundliche Beurteilung. Einige Redner erinnerten sich, daß Luther ein Revolutionär gewesen sei und daß Oliver C ro m. well eine staatliche Revolution mit allem Zubehör bis zum Königsmorde durchgeführt habe.' Allerdings, wo Oliver Cromwell als protestantisches Ideal güt, da ist eine Art von „intellektuel- ler Großblockpolitik" schon angebahnt, die schiefe Ebene zum Anschluß an die revolutionäre Sozialdemokratie schon gelegt.
Vertreter zu der Tagung entsandt hatten. Um so verletzender muß eS wirken, daß bei der Generalversammlung des katholischen Lehrervereins in Bochum Kultusministerium, Oberpräsidinm und Regierung sich mit Begrüßungsschreiben begnügt und sogar die städtische Verwaltung in Bochum es unter ihrer Würde gehalten hatte, einen Vertreter zu den Verhandlungen zu entfenben. Ein derartiges unterschiedliches Benehmen nmß Erbitterung erzeugen.
** Der Berbandsiag der preußischen Lehrerinnen, der in B er lin tagt, befaßte sich u. a. mit dem Thema: Die verheiratete Lehrerin Die Referentin Wallroth-Berlin meinte, die Verpflichtung der be- rufstätigen Frauen zum ehelosen Leben sei unh-altbar. Die Korreferentin Herrmann-Berlin dagegen stellte sich
S-, Friedberg, 19. Mai 1910. Eine zahl, reich besuchte Verlrauensmännerversammlung der Zentrumspartei des Kreises Friedberg. Büdingen beschloß einstimmig, von einer eige- nen Kandidatur Abstand zu nehmen und bereits im ersten Wahlgang für den Kandidaten des Bundes der Landwirte, Rechtsanwalt von Helmbolt, einzutreten.
Am 8. April d. I. lief nun der oben erwähnte Vertrag mit Persien ab. Von England und Ruß- iaud erging an Persien der Vorschlag eines neuen Vertragsabschlusses auf der Grundlage:
O Das Deutsche Reich und Persieu.
Ziemlich unvermutet ist die OesfenUichkeit von der Gefahr einer neuen internationalen Ver«
zulegen. Nachfolger soll der Privatdozent Arons werden.
würden es deshalb begrüßen, wenn von deutscher Seite eine amtliche Klarstellung der ganzen Angelegenheit erfolgte.
** Auf dem deutschen Lehrertag, der Versammlung des (liberalen) deutschen Lehrervereins in Straßburg, führte Lehrer Salchow-Charlottenburg über Schulleitung und Schulaussicht u. a- aus: Die Volksschule muffe vom Einfluß der Kirche befreit werden. Die Schule ist nicht mehr die Magd der Kirche. (Lebh. Zustimmung ) Es soll nicht nur die geistliche Ortsschulaussicht in Wegsoll kommen, sondern überhaupt jede Ortsschulaufsicht soll beseitigt werden. Alle Schulaufsichtsbeamten müffen Fachleute sein,das heißt, (ie müffen sich im Volksschuldienste bewährt haben. Der Schulleitung sind keinerlei Schulaufsichtsrechte zu übertragen. Die Versammlung sttmmte diesen Ausführungen durch Annahme einer entsprechenden Resolution zu. Ein Antrag Bremen,der Schulleitung und Schulaufficht nach parlamentarischen Grundsätzen regeln will, wurde abgelehnt. — In einer Nebenversammlung begrüßte der Führer der Liberalen, Expastor Wolf, die Versammlung namens der liberalen FrakttoNen des Straßburger Gemeinderates und des Landesausschusses und betonte wiederholt die Bundesgenossenschaft der Liberalen mit dem Deutschen Lehrerverein. Damit spielte er auf die bekannten Vorgänge anläßlich des Kompetenzkonfliktes zwischen der reichsländischen Regierung u. den Bischö- ' fen von Straßburg und Metz an. Die Rede gipfelte in einer Verherrlichung des liberalen Kulturideals, dessen Erreichung von dem Erfolg der Arbeit der Lehrerabhänge, von „ihrer Befreiung von einengenden F e s- fein der Hierarchie und der Bureaukratie, von der ihnen obliegenden Heranbildung eines freien Geschlechtes, das in den Idealen des Liberalismus seine eigenen Ideale erkennt*. Natürlich stimmte der Lehrertag dem lebhaft zu. Auch den preußischen Wahlrechtskamps zog der Redner bei den Haaren herbei und spöttelte über das „Klaffenrecht und
Der Fortgang des Kongresses entsprach leider nicht dem guten Anfang. Der bedenkliche Vortrag des Pastors Liebster (Leipzig) über die „gegenseitige Durchdringung der sozialistischen Weltanschauung und der christlichen Religion" entfesselte einen Wort- wechsel, der eine verblüffende Begriffsverwirrung offenbarte. Unklarheiten und Gegensätze ringsum sowohl in der Beurteilung der konkreten Erscheinung des Sozialismus als in den staatsrechtlichen Theorien und in der Auffaffung von christlicher Lehre und Pflicht. Bei den meisten Rednern überwog der heiße Drang, mit der sozialistischen Weltanschauung in Harmonie zu kommen, so daß man den Eindruck gewinnen mußte, das sei eigentlich kein evangelischer Kongreß mehr, sondern eine sozialistische Barsch u l e. Diese Redner gingen weniger darauf aus, die Sozialdemokratie für das Christentum wieder zu erobern, als vielmehr das Christentum der Sozialdemokratie anzupassen. Pfarrer Traub aus Dortmund verkündete offen, daß rin „neues Christentum" geschaffen werden muffe, „ein neues Christentum in vollständig modernem Gewände." Ind der Berichterstatter Liebster forderte „eine Umgestaltung der die christliche Religion begleitenden Wettanschauung im Sinne der Dialektik," diese Sinne der Entwicklungslehre, „wonach auch die Entwicklung der Religion sich vollzieht, unter der Mitwirkung von Stoff und Form, von Natur und Geist".
Wie scharf in der Versammlung die Gegensätze aufeinander prallten, ersieht man aus folgenden Blüten: Geheimrat Rosche sagte: „Revolution ist der Bruch der Rechtsordnung, angewendet, um im günstigen Falle wirkliche, nicht selten aber auch bloß vermeintliche Uebel durch äußere Mittel zu beseiti- gen; das Christentum aber hat mit solchen äußeren Mitteln nie gearbeitet." Pastor Herz (Chemnitz) erklärte: „Das Christentum hat eine revolutionäre Ader." Und Professor Gregory (Leipzig) versicherte sogar: „In den meisten Fällen ist das Christentum ein Freund der Revolutionen gewesen, kein Feind. Die Revolution ist Gotte- Recht gegen menschliche Unterdrückung." Der Vorsitzende, Professor Harnack wußte dem verblüffenden Eindruck solcher Aeußerungen auf einem „evangelischen" Kongreß nicht anders zu begegnen, als durch die Bemerkung: „Wir haben jedenfalls gesehen, daß das Wort Revolution sehr verschieden verstanden wurde", — wozu der Bericht „Heiterkeit" vermerkt.
Uns sieht die Sache gar nicht nach Heiterkeit aus. Es handelt sich auch keineswegs um philosophische Spitzfindigkeiten bei der Worterklärung. Es liegt ein richtiges Bekenntnis zu revolutionären Grundsätzen vor, und zwar im Hinblick auf die sehr praktisch ausgebildete Umsturzlehre der Sozialdemokratie.
Leute, die so ihr staatliches Pflichtbewußtsein verwässern und zugleich die Umwandlung der christlichen Offenbarungsreligion in ein wechselbares Produkt der menschlichen Eniwicklung anbieten, werden freilich den Sozialismus nicht überwinden können, sondern selbst von der religionslosen und autoritätslosen Sozialdemokratie verschlungen werden.
Die besseren Elemente des Evangelisch-sozialen Kongresses (Gras Posadowsky fehlte diesmal» sollten sich doch ernstlich überlegen, ob sie eine Gemeinsamkeit mit derartigen Schwarmgeistern aufrecht erhalten können. Sonst wird freilich das Zusammenwirken mit den katholisch-sozialen Triebkräften unmöglich.
= Der Verein katholischer Oberlehrerinnen tagte am 18. Mai in Koblenz im Anschluß an die Jubiläumsfeier des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen. Nach sachtechnischen Vorträgen faßte die Versammlung die nachstehende Resolution: „Der Verein katholischer Oberlehrerinnen erachtet es als durchaus gerecht und wünschenswert, daß bei Besetzung der leitenden Stellungen in öffentlichen höheren Mädchenschulen die Frauen in größerer Zahl als bisher herangezogen werden."
herbeizusühren. Finanzminister Dr. Braun er- klärt namens der Regierung die Bereitwilligkeit hierzu, es soll ein neuer Tarif in Vorschlag ge- bracht werden, der etwa die Hälfte der zuerst vorgeschlagenen Sähe enthält und außerdem bereits bet einem Ertrag von 10.000 Mark die Progression einstellt. Der neue Vorschlag der Regierung, der im Uebrigen gleichfalls nicht die Zustimmung der Handelskammern hat, wird ohne Zweifel die Zustimmung des Landtags finden, da er einen gerechten Ausgleich der wider- streitenden Interessen in sich schließt. Bei der Warenhaussteuer, die als Sondersteuer im Verein mit der Besteuerung auswärtiger Filialgeschäfte und der Güterschlächtersteuer eingeführt werden soll, wünscht die Regierung, daß den Gemeinden das Recht eingeräumt wird, die Steuer mtweder als Zuschlag oder aber als Umsatzsteuer zu beschließen.
= München, 18- Mai 1910. DerFallSchni- tzcr kam heute bei der Kultusdebatte in der Abgeordnetenkammer zur Sprache. Der Theologieprofeffor Dr. Schnitzer an der München ec theologischen Fakultät ist bekannttich mit der Kirche zerfallen und kann nicht mehr Lehrer der Theologen sein. Zurzeit ist er beurlaubt. Die Liberalen möchten mm wissen, was Kultusminister Dr. v. Wehner mit Dr. Schnitzer anfängt, und ob er ihn in die philosophische Fakultät verpflanzt. Im Finanzausschuß hat der Minister schon erklärt, er sei nur verantwortlich für das, was er getan habe, aber nicht für das, was er tun werde. Wie der Fall Schnitzer ausgehe, wisse man nicht. Im Ple- ium der Abgeordnetenkammer wurde der Kultusmini- ter nochmals interpelliert und darauf antwortete er heute. Abwarten! gab der Mnffter zur Antwort. Er könne nicht im Voraus wissen, wie sich die Sache weiter entwickeln werde- Dr. Günther habe mit vollem Recht gesagt, er könne es nicht glauben, daß der Münchener Nuntius Einspruch gegen die Verpflanzung Dr. Schnitzers in die philosophische Fakultät eingelegt habe. Ein solcher Einspruch liege in der Tat nicht vor. Die Regierimg habe zwar bezüglich der Versetzung eines Theologen in eine andere Fakultät freie Hand: ie habe aber die budgetrechtlichen und allgemeinen Grundsätze für die Besetzung solcher Stellen zu beachten.
Die Ersatzwahl in Friedberg-Büdingen.
den Klaffenzwang" wie über die „Kulturträger". — Aus dem Festvorirag des liberalen Oberlehrers S ch u- b e rt (Augsburg) ist bemerkenswert der Satz: „Orthodoxie und Ultramontanismus find nicht das wahre Ebristentum, selbst wenn hohe kirchliche Würdenträger ich damit identifizieren sollten." Diese Worte in Verbindung mit der Polemik gegen den „rücksichtslosesten Komessionalismus, der die Menschen scheiden will, die Geister empören muß", fanden die lebhafte Zustimmung der Versammlung und damit ist nicht nur der persönliche Standpunkt des Herrn Schubert, sondern auch der Geist gekennzeichnet, der den Deuffchen Lhrewerein auf dieser Versammlung beherrscht. Von den religiösen Aufgaben der Volksschule, von dem Recht der Kirche und Familie auf die Schule war nicht die Rede. Und nur so nebenbei erwähnte der Redner die .eligiös- ittliche Erziehung und Bildung mit der weiteren Mahnung „seid treu eurem Herrgott und dein Vaterlande". Eine Phrase, nichts weiter. — .Hervorzuheben ist noch, daß mehrere Ministerien und eine Reihe von Städten
„Die persische Regierung hat die Bedingung, unter welditt Raßlaui> und England Persien eine Anleihe znge-ehen wollen, zurückgewiesen. Die beiden Mäcr re hatten verlangt, daß keinerlei Konzessionen von
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I parzeller i» Hulda. wochenbettase: „Illustrierte
Kongresse.
Je? Der Evangelisch-soziale Kongreß.
„Falsch sei, daß die Deutsche Bank Persien Anleihe zu sehr schweren Bedingungen angeboten habe. Die Bank hab» überhaupt in Persien keine Anleihe« Verhandlungen geführt. Falsch sei ferner, daß deutsche Finanzier- eine Konzession zur Verbindung PersienS mtt der Bagdadbahn nachgesucht haben, ebenso sei die Behauptung von einer deutschen Konzession auf dem Urmiasee nur ein Phantasiegebilde. Deutsch- land stehe bei Wahrung seiner wirtschaftlichen Interessen in Persien auf dem sehr klaren und einfachen Bertragsstandpunkt und könne sich auf das russisch- englische Abkommen vom Jahre 1907 und die damals von Petersburg und London gegebenen Zusicherungen berufen. Der deutsche Standpunkt sei seit den Er- Körungen des Fürsten Bülow im Reichstag unverändert. Politische Pläne Deutschlands in
Das jährliche Programm der persischen Ausgaben ist durch die diplomatischen Vertretungen Englands und Rußlands zu billigen. Die Ber- wendung des Geldes wird überwacht durch eine Kom- l x- v -"T* VT'*"* ““
Mission, die aus vier Persern und zwei Franzosen be- » «telle, dre es angeht, auch erreicht wird, und sicht, unter dem Vorsitz des persischen Fmauzminifters. mnr "" 13 18 '
Sieben Franzosen sollen als finanzielle Ratgeber der Regierung angestellt werden. England und Rußland besitzen m ihren Einflußgebieten das Vorkaufsrecht für Eisenbahnkonzeffionen. Die Russen erhallen daS Schiffahrtsrnonopol ans dem Urmiahsee. Die OrMknifatron der Gendarmerie zum Schutze der Sandeisflraßen soll in de» Händen ausländischer von ersten bezahlter Offiziere stehe». Für die Garantie der Anleihen sollen 7 Prozent der Zolleinnahmen dienen.
Wicklung überrascht worden. Es handelt sich um die in diesem Blatte mehrfach besprochene Differenz zwischen Deutschland einerseits und England und Rußland andrerfeits betreffs Persien.
Im Jahre 1900 haben England und Ruß- land einen Vertrag mit Persien geschloffen, worin dieses sich verpflichtete, Eis enbahnkonzesfionen an keine „dritte Macht" zu vergeben. Einige Jahre später einigten sich Rußland und England dahin, daß der nördliche Teil Persiens unbestrittenes Einflußgebiet Rußlands, der südliche Teil Englands sein solle. Der mittlere Teil blieb unberührt. An die übrigen Mächte, insbesondere auch an Deutschland, gaben die beiden Vertragsmächte Erklärungen ab, daß ihre wirtschaftlichen Interessen in Persien nicht geschädigt werden würden, und die „Nordd. Aüg. Zlg." erklärte damals, daß das Deutsche Reich in Persien keine politischen Ziele verfolge und sich mit der Zusicherung der offenen Tür zufrieden gebe. Fürst Bülow äußerte sich noch vor ungefähr einem Jahre dahm, daß die deutsche Politik j y.une meuncgiano» ,«
fernen Anlaß habe, sich in die inneren Angelegen- Persien existieren nicht. Auch die ,Nowoje heilen Persiens zu mischen, man aber begreifen ----- ■- —• • ■
könne, daß Rußland und England infolge ihrer territorialen Beziehungen als Nachbarmächte ein besonderes Interesse an der Aufrechterhaltung von Frieden und Ordnung in Persien an den Tag legten. Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches habe keinen Anlaß, aus ihrer bisherigen Zurückhaltung politischen Fragen in Persien gegenüber herauszutreten.
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Verlag der Huldaer Ak-
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In England und Rußland Hal diese Auslassung begreiflicherweise großes Aussehen erregt. ' Besonders die Petersburger Presse ist aufs äußerste Über das Vorgehen Deutschlands aufgebracht und verfällt nach gewohnter Art in die Unart, durch gehässige Unterstellungen den Gegner ins Unrecht zu setzen. So erklärt z. B. die.Böffen-Ztg/:
„Deutschland beabsichtigt den europäischen Frieden zu störe», obgleich es doch in Wirklichkeit gar keine xokUischen Interesse« in Persien besitzt."
Die ,Nowoje Wremja^ führt aus:
.Deutschlands wirtschaftliche Interessen in Persien find zwar genug, trotzdem muffen sie natürlich berück- fichttgt werden. Wenn Deutschland dagegen politischen Einfluß m Persien beansprucht, dann begeht es ein Verbrechen gegen den europäischen Frieden. Denn England und Rußland müßten eine derartige Anmaßung zuruckweisen."
WremjcL erkenne anscheinend das Prinzip der Gleich- ?fTtS.t*8una on' aber nicht erkennen, wie sie sich dre Wahrung dieses Prinzips vorflelle. Es wird dann daran erinnert, daß feit Jahren eine deutsche Gesellschaft eine freilich nicht ausgenutzte Bankkonzession in Persien besitze. Wenn die .Nowoje Wremja' bezüglich der offenen Tür die Grundlagen des Völkerverkehrs üi Frage stellen zn dürfen glaube, so sei es unzulässig, der deutschen Polittk vorzuwerfen, daß sie diese Grundlagen erschüttere. Die deutsche Politik entfernte sich niemals auch nur einen Schritt von dem Boden des Bertragsrechtes. Die .Köln. Ztg.- will in dem hier charakterisierten /Artikel der .Nowoje Wremja" keine amtliche Aeußerung erblicken, da der russischen Regierung die Tatsachen amtlich bekannt seien, glaubt aber, daß es nützlich fei, die Haltlosigkeit des Artikels zu erweisen."
r Berlin, 19. Mai 1910. Der Landwirtschafts. Münster von Arnim-Criewen vollendet am am Freitag sein 60. Lebensjahr. Er ist am 20. Mai 11850 rn Criewen bei Schwedt a. O. geboren und ! steht seit November 1906 an der Spitze des Land- Wirtschaftsministeriums. — Staatssekretär Derndurg hat seinen Urlaub angetreten, der bis zum 1. Juni dauert. — Die neue Rechts: anwaltsordnung, die der Reichstag neulich beschlossen hat, wird am 1. Juni in Kraft treten.
X Das Zeppelin-Unglück bei Weilburg zieh weitere Kreise. Die vielfachen Angriffe der Zeppelin-Gesellschaft gegen die Leitung des Ballons haben den Kaiser veranlaßt, durch den Kriegsminister erneute Erhebungen über die Vorgänge und ihre Ursachen anstellen zu lassen. Heber die Ergebnisse dieser Erkundigungen wird der Kaiser sich Bericht erstatten lassen.
* Das Augenübel des Neichstagsabg. Singer hat sich, wie die „Staatsbürgers." aus zuoer- „ lW-r Quelle erfahren haben will derart ver-
Eifenvahnen von irgend welchem strategischem Werte schummert, daß die Aerzte keine Hoffnung mehr an Nichttnffen oder Nichtengländer verliehen werde«, haben, das Augenlicht zu erhalten. Herr Sinaer SM.NSVL t» Äk W! «Ä
„Diese Ausfälle entbehren jeder sachlichen Be- grundung. Die deuffchen Ansprüche besitzen keinen fwlttffchen, sondern lediglich einen wirtschaftlichen Charakter. Sie stehen auch in keiner Weise m Widerspruch piit dem Abkommen über Persien. Ein anscheinend offiziöser Artikel der ,Köln. Ztg/ wendet sich gegen die Bemühungen, Deutschland als den internationalen Störenfried hinzustellen, und stellt gegenüber der .Nowoje WremjcL fest:
brilannieu nicht aunehmen, und unter dem Eindrücke dieses Boisalles begab sich der deutsche Botschafter am eng' 'cheii Hose Graf Wolff-Metternich zuerst zu dem engii;d)eH Minister des Aeußern, Sir Edward Grey und dann zn dem Staatssekretär Hardinge. Die Unterredung mir Grey vertief mcht nach Wunsch, die Unterredung mit Hardinge soll sogar zu wenig erquickliche« Arußerrmgert geführt habe«. Analoge Schritte werde« auch in Petersburg von dem borkigen deuffchen Botschafter unternommen. Die hauptsächlichste« Gegensätze zwilchen der deutsche» und der russisch-englischen Auffassung beruhe«, rote gesagt, darin, daß Persien das Recht abgefprochen roerben soll, Eisenbahn- ko»z e f sro n e n von straiegifcher Bedeutung an andere Ausränder als an Engländer und Russen zu vergeben, wogegen Deutschland darauf hinroeist, daß eine solche Klausel em Monopol für Bahnbauten in Persien für England und Rußland bedeuten würde, wett man schttetzttch eine jede für Persien projektierte Bahnlinie als strategisch wichtig bezeichnen könnte. Rußland steht in der Anleihefrage auf dem Standpunkte, daß Persien gewiß das Recht habe, mit jedem ausländischen Bank- Institute, nicht nur mit englischen oder russischen Banken Anleihen abzufchließe«, Rußland aber als älterer Gläubiger Persiens darauf bestehe, daß bevor eine neue Anleihe abgeschlossen werde, Garantien für eine Zinsenzahlung der älteren Anleche geschaffen werden. Außerdem müßte« England und Rußland davon in Kenntnis gesetzt werden, zu welchem Zwecke die neue Anlethe bestimmt sei. und in die Lage kommen, genau kontrollieren zu köimen, ob die Anlethe tatsächlich auch für den angegebenen Zweck verwendet werde. Diese Airffassung Englands und Rußlands widerspricht aber dec Deulfchlands von der offenen Türe."