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Zeitung

fuldaer

rer-RummelS ans Ruder gekommene Regierung vei-

Veutsche8 Reich.

urteilt.

Es handelt sich um eine Aeußerung, die

alles in dem betreffenden Angriff e r l o g en ist."

6. „Pfarrer Folschweiler in Morsbach nannte die eingewanderten westfälischen Kameraden, die fast durchweg Verbändler sind, „das eingewanderte Lum-

Jahren ist, wird er den Anfall diesmal wohl überwin­den: aber eine gewisse Schwäche bleibt zurück, und vor Rückfällm muss er sich hüten. König Eduard VII von England ist der Erkältung zum Opfer gefallen. Sein Herz war nicht mehr stark genug, um die Erschütte­rung durch die Hustenstöße und die Erregung durch das Fieber aushalten zu können.

Vielfach glaubt man, daß die Fürsten und die son­stigen hohen und reichen Herrschaften dieser Welt ihre Gesundheit besser schonen und pflegen könnten, wie wir gewöhnliche Sterbliche. Aber die Erfahrung hat mehr­fach das Gegenteil gelehrt. Die Hof- und Leibärzte können den Gesundheitskohl nicht fett machen- Ihren Ratschlägen und Bitten wird nicht immer Folge ge­geben. Ein Monarch z. B. hat es mit der Krankmel­dung gar nicht so eilig, wie manches Mitglied einer Krankenkasse. Der hohe Herr weiß, daß cs weithin Aufsehen und an der Börse oder im politischen Getriebe sogar Auflegung macht, wenn er sich ins Bett legt. Er will seine körperliche Schwäche nicht öffentlich be­kannt werden lassen. So lange es eben geht, führt er die laufenden Arbeiten weiter. Dazu gehören auch die Repräsentationspflichten, dir schon an einen gesunden Körper große Anforderungen stellen und für einen leidenden Körper geradezu aufreibend sind. Der hohe Herr muß bald hierhin, bald dorthin fahren; er muß an allerhand Zeremonien und Unterhaltungen teilneh­men; er muß in größerem Kreise sich bewegen und nach allen Seiten hin in Worten oder Geberden seine Huld programmäßig austeilen. Dabei befindet er sich fort­während auf dem Präsentierteller; er muß in einem fort körperlich und geistig „sich zusamniennehmen". Was wie ein Vergnügen aussieht, wird für dm hohen Herrn zur anstrengenden Arbeit. Wenn es den Aerz- ten gelingt, chn zum Aufenthalt in einem Bade- oder Kurort zu bewegen, so folgen ihm auch dahin die Zu- dringlichkett der Menschen und der eigene Drang zum Wirken und Repräsentieren. Es fehlt die volle äußere und innere Ruhe, die den gewöhnlichen Mann so ost über die Ansätze zu Krankheiten hinweghllst Wenn uns einfachen Leuten nicht wohl ist, so bleiben wir in ungestörter Beschaulichkeit in unserem stillen Stübchen sitzen oder in dem behaglichen Bett liegen. Der König von England aber fand keine Ruhe- Erst schickte man ihn nach Biarritz, und dort wurde die Erkältung nicht besser, wozu sowohl der lebhafte Verkehr als auch das

— Erklärung des Pfarrers Stenger I gelischen Bundes, über die Ursachen der konserva« ' : .Von der Kanzel von! tiven Wahlniederlage in Lyck-Oletzko-Johannisburg

mal ein Anzeichen der Besserung beobachten. Der Ausfall der Wahl wird die liberale, zur Zeit des Fer-

Den glücklichsten Teil der Menschheit bilden die Kinder. Wenn wir nicht werden wie die Kindlein, so sollen wir m die ewige Seligkeit nicht eingehm. Ja, wir werden auch in das irdische Glück nicht ein­gehen, wenn wir den Kindlein nicht etwas ähnlich blei­ben. Achnlich in der Bedürfnislosigkeit und der Sorg­losigkeit. Das können wir einfachen Leute aber viel eher, als die Mächtigen und die Millionäre. Darum habe ich auch gar keine Neigung, König zu werden oder auch nur Minister, und auch Rothschild's Ver gen will ich mir nicht auf den Hals wünschen.

Was nun die Sorge für die Gesundheit angeht, so stehen fleilich um uns herum nicht so viel Aeczte, wie an den Hosen der Könige und hi den Gemächern der Millionäre. Aber die Masse tut s nicht und die hohen Titulaturen der Aerzte auch nicht. Im allgemeinen ist ja jetzt dafür gesorgt, daß auch der Reinste Mann ärzt­liche Hilfe bekommen kann, wenn er sie nötig hat. Die Hauptsache ist, daß wir eine vernünftige, gesunde Le­bensweise führen, ehe der Notstand eintritt. Und wenn sich Krankheitszeichm einstellen, z. B. bei Erkältungen, so darf man nicht in blindem Vertrauen auf seinen „ro­busten" Körper leichtsinnig darauf los fleveln, sondern muß auf die nötige Schonung, Pflege und Ruhe be­dacht sein. Die verständige Vorsicht ist ganz etwas an­deres, wie die Faulheit, die sich an aufgebauschte Vor­wände klammert. Es wird mit der Vorspiegelung von Krankheiten gesündigt, aber noch viel mehr wird ge- flevelt durch die Verachtung und Vernachlässigung von Krankheiten. Uebermut tut nicht gut. Vor allem soll man sich vor Rückfällen hüten, und deshalb namentlich neuen Erkältungen aus dem Wege gehen, wenn sich schon einmal gezeigt hat, daß der Körper dazu neigt. Zwischen der Verzärtelung und der Waghalsigkeit muß der rechte Mittelweg eingehalten werden. Eitelkeit oder Großmannssucht dürfen einen vernünftigen Menschen nicht bestimmen, sich in übermäßig leichter Kleidung oder in übertriebenen Sportleistringen den Launen des Wetters preiszugeben. Alle Erkrankungen rächen sich, auch die kleinen und anscheinend ungefährlichen. Die Widerstandskraft der wichtigen Organe und die gesamte Lebenskraft wird durch solche wiederholten Anzapfun­gen nach und nach erschöpft. Man wird alt, ehe man es eigenüich sollte. Es geht mit der Gesundheit, wie mit dem Geld: wer sparsam ist in Ausgaben, behält am längsten etwas übrig.

schlechte Wetter beitrugen. Als er nach London zurück­gekehrt war, fand er erst recht keine Ruhe. Run sollte sein Landschloß Sandringham die Heilstätte sein. Aber dort trieb ihn seine alte Liebhaberei natürlich in die Ställe, die Gärten und die Packs; bei dem launischen Wetter eckältete er sich von neuem. Er fuhr nach Lon­don zurück und stürzte sich in die Regierungsakten, bis er zusammenbrach. Hätte er nur ein einziges Heim und ein einziges Bett besessen und sogleich bei Beginn der Krankheit in aller Einfachheit und Stille die schlech­ten Stoffe ausgeschwitzt, so würde das Herz wohl noch nicht zusammengebrochen sein.

Wir wollen nicht neidisch sein auf die vornehmen und reichen Seute. Sie haben ihr gerütteltes und ge­häuftes Maß an Arbeit, Sorge, Aufregung und Ge­fahren. Wir gehen in einem leichten Gewände umher, und sie müssen einen glänzenden, aber sehr schweren Mantel tragen. Wir schlagen uns recht und schlecht durch, so gilt es geht, und sind vergnügt, wenn wir unser tägliches Brot haben. Sie aber müssen ihrem Amte, ihrem Ruhme, ihrem Besitze, ihrer gesellschaft­lichen Ehre fort und fort in Gedanken, Worten und Wecken die größten Opfer bringen. Und wenn dieser Belastung allerhand standesgemäße Feste, Vergnügun­gen, noble Passionen usw. gegenüberstehen, so sind das noch lange keine reinen Freuden und wirkliche Erholun­gen, sondern meistens die Quelle neuer Aufregungen, Gefahren für die Nerven und das Herz All diese Herrlichkeiten und feinen Genüsse kommen nicht auf gegen das gemütliche Pfeifchen, das der arme Mann auf seinem Feierabendstühlchen raucht, oder gegen das süße Täßchen Kaffee, das die sorgenfleie Witwe im Kreise ihrer Kinder und Enkel schlürft, oder gegen den behaglichen Dämmerfchovpen, den sich der behäbige Spießbürger im muntern Gespräch an feinem Stamm­tisch leistet.

Die höchsten Bäume haben am meisten unter den Stürmen und Blitzen zu leiden- Der Mittelstand fährt schon besser, und das Unterholz hat auch seine Vorteile. Das beste, was uns m dem Erdentale beschert werden kann, ist doch der innere Friede, die Gemütsruhe. Ich glaube, von dieser Seligkeit bckommen die gewöhnli­chen Leute mehr zu kosten, als die Mächtigen und Reichen dieser Welt. Würden sind Bürden; die Kro­nen drücken und der Reichtum hängt eine Goldkugel au's Bein.

mord!!!" — Pfarrer Kollenbrenner von Siieringen

M ,09.

Samstag den 14. Mal 1910.

37. Jahrgang.

wochen-Run-schau.

(:] gttlba, 18. Mai 1910.

I penpack" I" — Pfarrer Folschweiler an die C. A.: I „Teile Ihnen mit, daß die Notiz schon aus dem I Grunde lächerlich und un wahr ist, weil es in I meinem Dorfe überhaupt keine cingetoanberten West­falen gibt."

7 „Der Pfarrer Müller aus Merlenbach will I am liebsten in die Bergarbeiterversammlungen mit Ka- I nonenkugeln schießen!" — Pfarrer Müller von Mer- I lenbach schreibt dazu der C. A-: „Noch nie, weder auf der Kanzel noch im Arbeiterverein ist mir der Ge­danke gekommen, eine solche kolossale Dumm­heit auszufprichen. Solches hat mein Kaplan, der schon seit drei Jahren hier ist, auch nicht getan."

8. „In C e b i n g e n schickte ber Pfarrer uns eine ausgesuchte Sprengkolonne auf den Hals, mit der „liebenswürdigen" Empfehlung, uns derart ans dem | Dorf „herauszuleuchten", daß uns das Wiederkommen verleidet werden sollte." — Pfarrer Mbrod von Oedingen im Sanerland schrieb der C. A.: „Hier ist n i ch ts davon bekannt." Da ber Name bes Pfarrers nicht angegeben ist, so läßt sich nicht feststellen, um welches „Cebingen" es sich handelt. — Zwei wei­tere „Fälle" (Verweigerung ber Kommunion und Ver­bot, eine Bergarbeiterversammlung zu besuchens, sind bisher nicht aufgeklärt.

Bis auf diese beiden Fälle, die übrigens von ge-1 ringerer Wichtigkeit zu sein scheinen, sind also alle Be-1 hauptungen der sozialdemokratischen Blätter, soweit I dieselben überhaupt nufflarbar sind, dreiste Erfin­dungen!

schreibt dazu der C. A.: „Ich erkläre hiermit, daß

2. Blatt.

vnlck und Verlag der zuldaer Acttendruckerei in Znlda.

Böcker, darunter aber auch England, an den Rand der , noch ni emal s s ol ch e Au sd rücke g esal l en." I Man konnte in jenen Tagen des politischen 4- „Pfarrer Edel von Thedingen nannte uns I Kampfes nach ber Finanzreform dieAeußerung hören: ,r o te Lumpen"!" — Der Pfarrer Ebel von The- I »Ra, nu solle wir wieder alle katholisch

In Frankreich haben die Stichwahlen keine Ueberraschung mehr gebracht. Die liberal-sozialistische Regierung hat ihre alte Mehrheit glänzend wieder er­langt, die Hoffnungen ber Katholiken auf einen Erfolg des überall wahmehrnbaren Umschwunges der öffent- lichen Meinung haben sich bisher noch nicht verwiik- licht, im wesentlichen wohl nicht infolge der Uneinig­keit im katholischen Lager.

InSpan 1 en, wo das liberale Kabinett wieder­um eine gute Mehrheit bei den ebenfalls in diesen Tagen vollzogenen Wahlen erzielte, läßt sich nicht ein-

Unpolitische Zeitläuse

(N.) Berlin, 12. Mai 1910.

(Nachdruck verboten.)

Das Jahr 1910 liebt eS, den alten Regeln ein Schnippchen zu schlagen. So haben denn auch die „gestrengen'Herren", die sonst einen KAterücksall besor­gen, sich dieses Jahr mit einer plötzlichen Erwärmung eingeführt. Wird das schöne Wetett über die Pfingst­tage anhalten? In diesem verdrehten Kometenjahr soll man vor dem Prophezeien sich ebenfo hüten, wie vor ber Luftschiffahrt.

Genieße floh, was heute dir beschieden;

Wie's morgen fft, das weiß man nicht hienieben.

Wer klug ist, hält zwei Essen im Feuer. Er ist gerüstet auf ein sonnig-warmes Pfingstfest unb auf naßkalte Feiertage. Und bann richtet er seine Klei­dung und fein Festgebahren nach dem Thermometer ein, unb nach nichts anderem.

Es fft intereffant, den Umschwung in der Klei­dung zu beobachten, den der erste warme Tag herbei­führt Das g.mze Straßenbild wird Heller unb lusti­ger. Die Weiblichkeit hat sich mit einem Male in Tüll und Spitzenzeug geworfen, als ob der Hundsstern schon aufgegangen wäre. Offenbar lagen die Hellen und dünnen Fähnchen schon bereit und warteten nur auf die erste Portion warmen Sonnenschein. Nun aber fix hinaus mit den lichten Blüschen und den durchbroche­nen Aermeln! Man muß sich doch bewundern lassen in der neuen Kluft! Ich bewundere die Widerstands­fähigkeit und Opferwilli^cit ber zarten Damen. Ihre Eitelkeit ist stärker, als bas Zeppelinsche Luftschiff, ds"" sie trotzt beharrlich den schärfsten Winden. Und me Gefallsucht verdient die Tapferkeitsmebaille, weil ie °etn ärgsten Schnupfen kühn die Stirn bietet.

ist mit Erkältungen nicht zu spaßen.

?°°seveli, ber frühere Präsident von «ti2^rfa'?er früher der Führer der Rauh- nher- fogor bei den wilden Cowboys

wilden sich ausgetobt, ist gewiß fein ver- Aber bei seiner Ankunft in toX* er (Wiler. I» dem rauhen Frühjahrs- J^ite er sich einen Halskatarrh geholt, der den 1 ’ f0),f rrgriffen hatte. Da er noch in den kräftiaen

Wer heute die politische Lage übersehen will, der tut gut, sich dir nationalliberale Presse anzusehen. Die ganze Verwirrung, die die von der Regierung herbeigeführten Herrenhausbeschlüffe geschaffen haben, spiegelt sich darin wider. Die Liberalen wiffm noch immer nicht, was sie wollen, welche Stellung sie gegen- über den Beschlüssen des Herrenhauses einnehmen fol­len- Hätten sie nicht jene fürchterlichen Brandreden gegen den „schwarz-blauen Block* gehalten, die ihnen im Lande die Sympathien sogar der Sozialdemokraten verschafft hlchen, bann wäre alles gut, dann griffen sie I anlassen, den Zug nach Links zu tierftärfen. I Kapuzinervater einem Arbeiter wegen dessen Zugehö-1 bemotraten zufallen werden,

mit beiden Händen zu, denn die Beschlüsse des Herren- E n g l a n d sah in diesen Tagen seinen König rigteit zu einer freien, d. h. sozialdemokratischen Ge-1 Ob diese Hoffnungen Berechtigung haben, darf Hauses sind für ihre Partei mehr alS günstig. Aber @buarj, yu. ins Grab sinken. Eduard VH-, der erst I weckschaft die Absolution verweigert haben. Dieser An-1 man sehr bezweifeln, aber es ist Tatsache, daß man heute muß man sich doch noch etwa- zieren. DaS I ^reis auf den Thron gelangte, hat es in den 9 I griff wurde bereits zurückgewiesen. Solche Beicht-1 in lmksliberalen Kreisen sich Hoffnungen dieser Art Zentrum muß augenbli-üich wieder das Opfer des $ajjren seiner Herrschertätigkeit für seine oberste Pflicht geschichten sind wohlfeile und feige, weil unkontrollier-1 macht, weil man glaubt, sich auf einem ganz zu-

aationalliberalen Zornes abgeben; ber Ausgang ber I gehalten, die Bündnisbeziehungen Englands zu bes- bare Angriffe, gegen die der angegriffene Geistliche we-1 verlässigen, oft bewährten Bundesgenossen stützen

Beratungen des preußischen LandeSauSschusseS ber I jern unj> auf dem Weltmärkte immer schärfer vor-1 gen des Beichtstegels, das er unter allen Umständen I zu können, auf die „Angst", besser Abneigung, der

Zentrumspartei hätt^. wenn er eine bestimmte Siel-1 dringende Deutschland an die Wand zu drücken-1 wahren muß, in ber Regel gänzlich machtlos ist. I politisch unreifsten Elemente gegenüber dem Katholi«

lungnahme gebracht hätte, sicher sehr schnell gesund end Deutschland sah sich infolgedessen mehr und mehr zu I 3. „Der Pfarrer von Kreuzwald (Lothringen) I zismus. Bekannt ist ja, was bie_ »Tägliche Rund«

unb klärend auf die Nationalliberalen eingewirkt, well stärkeren Rüstungen veranlaßt, und das wiederum gab nannte die Verbändler von der Kanzel herunter „rote! schau", nach wie vor Bannerträgerin des Evan«

man bann gewußt hätte, welche Haltung man etn-1 England und seinen Freunden ringsum Deusschland IS ch w e i n e!" — Erklärung des Pfarrers Stenger I gelischen Bundes, über die Ursachen der konserva«

nehmen sollte. So aber muß die Verdachtigungspou- herum Veranlassung, gleichfalls die Rüstungen zur von Kreuzwald an die E A.: „Von ber Kanzel von I tiven Wahlniederlage in Lyck-Oletzko-Johannisburg

ttk, die die Nationalliberalen seit bet Zertrümmerung I (gee M zum alleräußersten zu treiben. Das hat die Kreuzwald und aus dem Munde des Pfarrers sind I ausgeplaudert hat: b-8 Blockes getrieben haben, fortgesetzt werden £;~ ~ Ujl uct 1 1 - - - - - - --

Die Vertagung des Reichstages führt dar I Leistungsfähigkeit gebracht, und das ist ein Erfolg, den

Haus in eine Periode, die man nicht mit Unrecht Eduard VII. nicht miterstrebt hatte. Er scheibet über-, -----r -.. . — ---------—,

„halbe Ferien" genannt hat. Zwei große Kommis-1 Haupt in einem Augenblicke vom Schauplatze ber Welt- hingen schreibt dazu ber C. A., er habe nie von ben 110 am.“ (tonen, die zusammen wohl die durchschnittliche An-1 geschichte, in dem England alles wohl, aber nicht zu- Sozialdemokraten als von „roten Lumpen" gespro-1 Wesenheit eines schwach besuchten Hauses aufwetsen, I frieden mit seiner Situation sein kann. Gewiß hat1 ' werden in diesem Sommer als Justizkommission unb I man das wegen feiner industriellen Erfolge gehaßte als Kommission für die Reichsversichernngsorbnung Deutschland isoliert und ihm Schwierigkeiten über längere Wochen und Monate der intensivsten Arbeit I Schwierigkeiten bereitet Damit aber ist die ungünstige zu opfern haben. Und die übrigen Mitglieder gehen I Entwickelung, die England als Kolonialmacht überall in Ferien, deren Ende vomussichüich die arbeitsreichste I durchmachen muß, nicht beseitigt. Die Tatsache, daß Session bringen wird, die ber Reichstag bisher hatte, I Deutschlands Waren trotz ber unendlichen Schwierig- cinc Session, deren Kämpfe — man denke an die I ketten immer mehr sogar in die englischen Kolonien Reichsversicherungsordnung, an die Strafprozeßord-1 bringen, ist ebenso wenig aus ber Welt zu schaffen wie nung, an die Strafrechtsnovelle, an das Arbeitskam-1 das moderne Erwachen ber Völker fremder Länder, mergeseh, an das Heimarbeitsgesetz, vor allem auch an I Englands Größe aber beruht auf ber Ausbeutung das Wertzuwachssteuergesetz und alle die anderen noch! jener Völler, die in absehbarer Zeit bas Joch Eng- unerlebigten Wichtigkeiten — die lebhafte Auflegung I lands von sich schütteln werden, mag England es wol- berbreiten werden. I len oder nicht.

. . . Soll denn jedes sachliche Uebereinftimmen I unb demgemäße Zusammengehen mit dem Zentrum I unbedingt wie die Pest gemieden werden? Soll der große Bruchteil des deutschen Volkes, der sich tn der I Zentrumspartei vereinigt, denn etwa wie die PariaS schlechthin als anrüchig angesehen werden? . . . Wir müssen aber vom allgemeinen deutschen Gesichtspunkte aus, ohne Rücksicht auf die jeweilige Partei, trotz aller Anstände, die wir im einzelnen gegen das Zentrum haben, z. B. vielfach in der Polenfrage, hiergegen auch als Evangelische Verwahrung etn« legen. Wir halten an dem Begriffe der Einheit deS deutschen Volkes auf dem gemeinsamen Boden des Vaterlandes fest und wollen niemand aus- stoßen, der sich nicht selbst durch sein allgemeines Ver­halten aus dieser Gemeinschaft ausschließt. DaS tut das deutschkatholische Volk, auch in seinen Zentrumsmitgliedern, nicht. Es hat stammesbrüderlich neben seinen evangelischen Volks­genossen 1870/71 gefochten und das Deutsche Reich mit gründen helfen.

Hoffentlich setzt man auf konservativer Seite diese Aufklärung des protestantischen Dolksteiles fort. Geschieht das, dann können wir nur dankbar dafür sein, auch auf die Gefahr hin, daß die „Intelligenz" in Masuren uns noch weniger gut gesinnt ist als bisher.

= Was ist Zentrumspolitik? Vom Schöffen­gericht St. Ingbert in der Pfalz wurde vor wenigen Tagen der Redakteur des dortigen liberalen,St. Jngberter Anzeigers, Pfeiffer, wegen Beleidigung des katholischen Pfarrers Graf von Ommersheim zu 25 Mk. Geldstrafe und Tragung der Kosten ver-

„Während der letzten Osterbeichte forderte bei I bindet sich mit der Erinnerung an jenen Wahl Pfarrer Höhn in PfarreberSweiler die Berg» kämpf das Gefühl „sieghafter Unüberwindbarkeit leute im Beichtstuhl auf, auS dem Bergarbeiterverbanbe I beS Liberalismus", daS sogar sonst ganz nüchtern: auszuireten. Falls ein Bergarbeiter betn Wunsche beS I Leute zu blutigen Phantastereien bringt. So schriek Pfarrers nicht nachkam, würbe ihm die Absolutton ver-1 kürzlich der freisinnige Professor Dr. Delbrüa weigert" I — Der katholische Pfarrer Hein (nicht von der seiner eigenen Ansicht nach weitaus HjM) von PfarreberSweiler schreibt dazu ber C. A.: I schauenden Watte seiner ,Preuß. Jahrbücher": „Ohne auf ben angeblich vorliegenden Fall -eingehen I Nach dem Ausfall der Wahl in Lyck wird ma» zu können (weil bas Beichtgeheimnis ihn baran hin- Voraussagen dürfen, daß die konserv ative Parte! dem würbe), weise er auf ©ntnb seiner allgemeinen im nächsten Jahre zwei Drittel ihrer Man? Praxis ben Artikel mit Entrüstung zurück unb erkläre I bäte einbußen und alS em Häuflern von einige* S t- c , o,, f । , I zwanzig Marin, einer Fraktion, so stark wie die Pölert ihn fiir einen „Q u a t s ch, b ,r aus be r Lust 8 e- Ln ben Reichstag einziehen wirb. Die Frage ist nut; griffen t]t. I wieviel von ben umgeworfenen Mandaten den Mittel-

2, In Ober-Roben, Kreis Dieburg, soll ein I Parteien und den Freisinnigen, wieviel den Sozial »„»», wu ..uvy o» —i»»™. , Kapuzinervater einem Arbeiter wegen dessen Zugehö-1 bemotraten zufallen werben.

England sah in diesen Tagen seinen König rigkeit zu einer freien, b. h. sozialdemokratischen Ge-1 Ob diese Hoffnungen Berechtigung haben, darf

Das schrieb sie in ihrer freudigen Erregung über die stockfinstere politische Einsichtslosigkeit ihrer braven masurischen Bauern, ohne zu beachten, daß sie damst offen die Vergiftung des Wahlkampfe- auch in den rein protestantischen Gegenden mit konfessioneller Verhetzung zur Parole der ihr nach« stehenden Kreise macht. Man kann ihr für diese Ausklärung nur dankbar sein. Damit öffnet man auch auf der Gegenseite manchem die Augen. So schreibt im Hinblick auf die Katholikenhetze, mit der man den Konservativen Mandate abzujagen sucht, ein höherer richterlicher, aber nichtagrarischer Be­amter in der ,Deutschen Tageszeitung":

-1 Das ist ein Ausspruch nach dem Herzen der chen I ,Tägl. Rundschau", und deshalb bescheinigte sie den

5. „Der Pfarrer Kollenbrenner von Stierin- Ehlern m diesem finstersten Teile Deutschlands gen forderte von ber Kanzel aus bie Frauen auf, I dankerfüllten Herzens.

sie sollten Hyänen werben, bie Zeitungsboten bes Ver-1 Aber in einem Punkte verstehen die masurischen banbes sollten sie aus bem Hmrse werfen ober bie Berg- Lauern lernen Spaß, und das ist m ihrem evan- arbetter-Zeitung verbrennen, noch ehe sie bie Manner öem ßenjrum arnückt, hat es mit ihnen verdorben, gelesen hatten. Sie, bie Frauen, sollten solange „strei-1 "

len", bis bie Männer ben Austritt aus bem Verband erklärt hätten, beim alle Verbändler enbeten im Selbst-

Liberale Kulturträgern. Neben den Er­örterungen über die Wahlrechtsreform in Preußen spielt die Wahl in Lyck-Oletzko-Johannisburg noch ........ ________ ............ ...

immer eine große Rolle. Auf liberaler Seite ver-P irrer Graf auf der Kanzel gemacht haben sollte.

Theodor Roofev elt hat am Dienstag deutschen I Die Türkei hat noch immer Arbeit, dir auf- Boden betreten. In Berlin wurden ihm hohe Ehren I rührerischen Albanier nicderzuwerfen. An einen ne’offt, wenn auch äußerlich ber Empfang infolge des I dauernden Wiberstanb ober gar an einen Erfolg ber Tobes deS Onkels unseres KasserS eingeschränkt wor-1 rauhen Felsensöhne ist natürlich nicht zu denken, aber den ist. Die politische Bedeutung dieser Besuchs I bie Türkei muß doch wegen ber ungeheuren Entfer- wurbe beretts früher betont Menschlich betrachtet I nun gen bes großen Landes feine ganze militärische wirkt biefe Rundreise des Expräsidenten in allen Län-1 Macht dorthin senden. Während auf diese Weise bie dem unb an allen Höfen nicht gerabe sympathisch. I türkische Macht lahmgelegt ist, hat die Insel Kreta Freilich sagt bei ehemalige LegattonSsektetör v. Flöck-1 in ihrer Nationalversammlung bem griechischen Kü­her von ihm in der „Neuen Gefellsch. Koriesp.": Die I nige ben Treueid geleistet unb bannt offiziell ben An­meisten Deutschen haben sich infolge ber theatralischen I schluß an Griechenlanb proklamiert. Griechenlanb ausländischen Berichte ein ganz verzerrtes Charafter-1 weiß nicht, ob es zugreifen soll. Es möchte wohl, es bild von ihm gebildet. Roosevelt hat in Wirklichkeit I fürchtet aber die großen Mächte. Die Türkei kann einen denkbarft bescheidenen, einfachen mb überaus I einstweilen nichts dagegen machen, es muß sich darauf gewinnenbm Charakter, bem aller Pomp, alle Un-1 beschränken, zu protestieren.

natur und alle Ettkette fernliegen. Die Schuld an ber I In China sind wieber Unruhen ausgebrochen. Reklame für seine Person trägt nicht er selbst." Mit I Es besteht aber kein Zweifel barüber, baß bie Regie- dem bescheidenen Charakter steht aber eine Zuschrift I rung, bie erst kürzlich bie Errichtung eines Parlaments in Mberspruch, welche bie „Rhein.-Wesff. Ztg." er-1 verfügt hat, entschieden burchgreifcn unb bie Ruhe hält, der wir die Verantwortung Überkassen müssen: I wieder Herstellen wirb.

„Zurückgekehrt von einem Ausflüge, ben ich zum I -■ - j 1 -— ___■

Himmelfahrtstage mit verschiebenen Herren nach Am-1 v « u • s .

stcrbam machte, möchte tth nicht unterlassen. Ihnen von I »VIIP geiPgeU.

einer Wahrnehmung Kenntnis zu geben, die eines | Eine ganze Sammlung sozialbemokratischer Ver- weiteren Kommentars Wohl nicht bedarf. Im Reichs-1 leumdungen findet sich in einem längeren Artikel ber museum liegt unter Glas offen bns „Goldene Buch". I in verschiedenen roten Organen unter der Spitzmarke: Aus der rechten Seite hatte sich Ira oberen Drittel unser I „Kanzel unb Beichtstuhl gegen ben Berg- Kaiser rinse,zeichnet. I arbeiterverbanb" abgedruckt worben ist. In langen I

Wilhelm l R. 1907, I Tiraben wird da die Behauptung ausgestellt, bie Geist-1 im zweiten Drittel derselben Seite I lichen mißbrauchten Kanzel unb Beichtstuhl zu Agi-1

Oskar, Prinz von Preußen . . 1909, I tationszwecken gegen bie sozialbemokratischen Organi-

Diesübe Sette trägt aber noch eine brüte Einzeichnung: I fationen Zum „Beweise" wirb eine Reihe von Fäl-1

Theobore Roosevelt 1. Mai 1910, I len aufgezählt, bie von ber Kölner „Zentral-Auskunst-1 aber nicht etwa, wie man annehmen sollte, auf dem I stelle ber katholischen Presse" einzeln untersucht wur- letzten freien Drittel, also nach der des 1909 eingezeich-1 den, sowett sie übechaupt aufklarbar sind. Das Re­nten Prinzen; der Präsident hatte e3 fertig gebracht, I fultat dieser Untersuchung ist verblüffend. Wir geben seinen Stone i zwischen di» Unterschrift unseres I die einzelnen Fälle mit den Ermittelungen der Zm-! Kaisers F.o bie des Prinzen Oskar zu fltzm." I tml-Auskunstsstelle hier wieder: 1