Es war schon spät am Abend, als Waldow leise C7. die Vorplatztür klopfte — nach vielen Tagen endlich wi.Ser einmal!
Edith war noch in der Küche; er batte es an dem Lichtschimmer ans dem Vorplatz gesehen. Sie hatte sein Klopsen gehört und öffnete ihm vorsichtig
.Was willst Du noch, Sudan?"
„Dich sehen, mein süßes Modele — bist allein?' Thankmar macht Schularbeiten; Vater sitzt bei ihm. Mutter ist schon zu Bett. Was möchtest Du?"
„Söffe mich einen kleinen Augenblick herein, ich komme mit in die Küche — doch, Madele--'
Trotz ihrer Weigerung trat er ein, setzte sich aus den Küchenstuhl und sah zu, wie sie mit flinker Hand das Geschirr abtrocknete.
Plötzlich nahm er ihr das Tuch aus der Hand.
.Saß das jetzt", sagte er rauh, „komm, setze Dich zu mir", und er zog sie auf sein Knie.
Entrüstet befreite sie sich aus seinem Arm und sprang auf.
„Was fällt Dir ein? Du vergißt Dich, Sucian! Ich bin doch kein Dienstmädchen, das seinen Schatz in der Küche empfangt! Gehe zu Thankmar; ich komme gleich nach - 'aber so nicht — Du scheinst. wenig Lchtung vor mir zu haben", sagte sie traurig und wandte ihm den Rücken.
Da trat er hinter sie, bog ihren blonden Kopf zurück und schaute ihr tief in die Augen.
„Mädele, mußt nit so sprechen, da tust Du mit weh! Du weißt doch, daß Du mir das Siebste und Heiligste auf der Welt bist — Du und meine Kunst—"
„Was ist Dir nur, Sudan? Du bist so anders heute; ich kenne Dich kaum wieder", fugte Edith verwundert. „Bist Du krank?'
Er strich über seine Stirn, wie um etwas Unangenehmes hinwegzuscheuchen.
„Ja, ich bin krank, Herzele- Doch frag’ mich nit! — Ich hab' soviel Sehnsucht nach Dir. mein Ein- ziges-' „ —
„Davon hab' ich in letzter seit ntchlS mehr gemerkt. O, ich war manchmal so traurig darüber", sagte sie vorwurfsvoll
(Fortsetzung folgt)
Leitung
fuldaer
rufen, fiter wertsckmffend und erhaltend einzugreifen?
Stellung als Gärtnerin bieten: Sanatorien. Er-
zieffimgsallstalten und Pensionate (mit Unterricht in Notanik), Privatgärten (Villen und Landhäuser), wissenschasttiche Institute lz. B Provinzialobstgärten), Garten bcnischulen Kindergärtnerinnenseminare, wick-
bem Schuldnm! die Haftung wegen Vorsatzes km voraus nicht erüllfsen. werdwv fcnm Eine Verpflichtung gegenüber ömr ALbeiiyellarbmrÄe können die Arbete- gcber nickst geftarfr nratftaro,. frr ar Mir Aussperrung; nicht gezwungen fei;, ihm, viÄaneHrr der Austritt aus ÜLm- Ar- beitgeberkwnd jederzeit! fror stehe- Die Hoffnung des Unternehmers, sich durch die A-ussperrungsklawsel zu schützen, stehe auf fichr schwachen Fußenr D« Buwhem: könne trotz der Aussperimngsklarrsel da» Unternehmet wegen Vdzögerung des Baues in Anstwuch aefimct
Diese AuMhrungew eine»- mitten im wirtschaftlichen Sehen stehenden Juristen. verdienen sicherlich Be
emern Schiedsgericht unterbreitet werden soltten abgesehen von den sehr seltenen Fällen, in denen die Ehre der Nation in ihrem Kern betroffen sei. Die wettere Entwicklung des Schiedsgerichtshofes im Haag muffe durch eine dritte Konferenz erreicht werden- In dritter Linie sollte, sobald als möglich, etwas geschehen, um dem Anwachsen der Rüstungen, speziell der Flottenrüstungen, durch ein internationales Abkommen EinhÄt zu tun. Es würde ein Meisterzug sein, wenn die Großmächte, die ehrlich zum Frieden neigen, eine Friedensliga bildeten, nicht nur, um den Frieden unter- einander zu erhalten, sondern auch um, wenn nötig, mit Gewalt zu verhüten, daß et von anderen gebrochen werde.
echtung. Wir find die letzten, die in den wirtschaftlichen Kämpfen der Gegenwart nach Polizei und Gericht rufen. Aber das Vorgehen der Arbeitgeber-Ver- kände zur Erzwingung der Aussperrung bewegt sich in der gleichen Richtung, wie das Vorgehen der Ar- bektnehmer 6d verschiedenen Streiks sich bewegt Hai, im die allgemeine Arbeitsniederlegung herbeizuführen. Da gegen den Terrorismus der Arbeitnehmer die Staatsanwaltschaft energisch eingegriffen hat, so werde» die Arbeiter jetzt verlangen, daß auch gegen TervrriSnsS der Arbeitgeber-Verbände das Gesetz in Auwendmkg gebracht werde. Denn das Gesetz ist für eile da, und den Schutz, der dem arbeitswilligen Arbeiter bei Streiks zuteil wird, den kann auch ber er- b eits »tllige Unternehmer mit Recht in Anspruch neffmen.
Die nicht anSsperrenden Bammternchmer sind, da» muß gegenüber der bisher fast allgemein herrschenden Anschauung, betont werden, in ihren Handlungen »aklstäudtg frei, und eS steht ihnen gegen Drohungen oder Schädigmigen durch den Arbeitgeber- Kund fir da» Baugewerbe der volle gesetzliche Schutz zur Sette.
Srmstay öew Z. Kai 3T. Achvgang.
* Ne«e Frauenbernfe.
Mr Mädchen, die vor der Berufswahl stehen, ist Frauenberuf, welcher weiblicher Eigenart äußerst nahe liegt und ihnen wirtschaftliche Selb- stänöiMc zu bieten vermag, vornehmlich auch drr Gärtner innen b eru f zu nennen. Dieser ver- biertte es, so lesen wir in dem eben erschienenen Maisch der „Frauenwirischaft", Zeitschrift für das Haus- wirtschaftliche und gewerbliche Frauenwirken (M- Gladbach, Vslksveremsverlag), n'.chr als bisher von ! Frauen auSgeübk zu werden. Er ist sowohl für die Hrauen empschlenswert, die später nicht in das Er- ; merLsleben eintreten und durch ihn ihrem Seben Zweck, 'Ziel und Inhalt zu geben wünschten, die ihre Gesundheit Friijtigen. resp wieder erlangen wollen, als auch f®r die, welche einen Bems suche», der sie ihrer Eigenart nicht entfrembet und gleichzeitig geachtete vnd gut bezahlte Lnftellungsmöglichkeiten bietet und die Aussicht auf wirtschaftliche Selbständigkeit in sich trägt. 3n richtiger Würdigung dieser Vorteile widmen sich iw Deutschland jährlich ffuuvccte von jungen Mädchen drefern Bemf. Während der Ausbildungszeit lernen , d« SchÄrrinnen mich die kleinste Arbeit pünktlich und
fchaflliche Frmienfchulen auf heut Sande uub 60118-- wirtschafisseniinare, Gartenarchitekturbüros und Vin- dereieu, als Wandergärtnerin »sw. Die Gehälter in
legenheit geboten, sich in Sperialkultnren zu verooll- tommiten und das Fundament für spatere Selbständig- jleit durch Einrichtung eines eigenen Handelsbetriebs :$u erlangen Manche Gärtnerin ist bereits dazu über- gegangen, bamdelsmaßig eigne Obst- und Gemüiean- laqen einzurichten, zuweilen vereinigt mit größer» Bkumenkriliuren, wie Maiglöckchen-, Relkentreiberri Inf».
1 Aus bau Angeführten ergibt sich wohl zur Genüge. warum der Gärfnerinnenberuf für Frauen em- . pfehlensweck genannt werden kann!
3. Blatt.
-ruck und verra- der Fuldaer »ctiendruckerck iw Mda.
[] Die rechtliä>e Seite der Ba«- arvertera«ssperr«ng.
Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe geht gegen die Arbeitgeber,, die sich seinem Aussperrungs- beschluß nicht fugen,, irr. schärfst^ Weise
Dm nichtausssteoveirben Unternehmer werden durch die Drohung, ihnen die Materialzufuhr zu unterbm- dem, sie auch' in Zukunft E mehr an bem mit den Materiallreftranten vereinbarten. Worzugspreffen teil- riehmen zu lasten, genötigt, sich der. Aussperrung anzu- schließen. Die Materialsperre wirb mit 6er Drohung erzwungen, dio Sieferantm- auf eine bestimmte Zeit zu boykbttieren unb1 fre von jefier Lieferung a« die Mitglieder des Arbeitgeberbundes auszuschlietzM. Die von BundeAnftglieder»' hinterlegten SichtwechftL sollen in Umlauf gesetzt! weichen, wenn sie sich 6nt Beschlüssen nicht fügen. Neuerdings soll Vsv rhemffch- westsälische Mobeitgeberbnnir Mr das Baugewerbe,, mit dem Sitz in: Essen, sogar- dazu übergegangen, fein, durch Androhen hoher Strafen den Abschluß von Tarffverträgem emgdher OrEverbrinde mit den. Arbri- iern zu- verhindern^ unfr fär zur Aussperrung W ziuin- gen.. Dem. Ortsverein Gladbeck wucke Bei. 20 000 Mark' Strafte untersagt, ocn mit den. Arbeitern vereinbarten Tarif abzufckließen, ebenso wurde die Materiak- sperre über ihn. verhängt. In seiner am 25.. Aprill in Dortmuirv allgehaltenen Versammlung wurde, um auf die „imMeren Mtglieder eihgutoirfen", bq'chloff fen, „einer Strafe vmr 10 Mark pro Tag und- beschäftigten. Aicheitm: festzufetzen-, wenn dem AuSsperrungS- luschiuß nicht: Folgx gegeÜM wird". Duvch- Ein- schrmbrbrirfs wurde das bat nichtmissporrrnden ?lv- beitgebem mittzeteilt und- auf diese Weise $ B. de: Aussperrung im AcuLberger. Gsbiep erzwungene
Im. Hinblick auf dieses VoWeffm ist eine Liter- suchuug des Archivars des Verbandes deutscher- Gewerbe- unft Kanfnmmrsgprichte, dos' RechtsunwalK am Kammergericht Dr.. Georg Waw irr, über Bit. rechtliche Seite der BmiarbeiterausspeMMg' ww großem Jn<- tercsse, die- er in einer goosseren Bmlmer Zeitung: veröffentlicht
Ausland.
: lieber bex Beschlnß V% rabitalen ®mtinbtrate8 Mu Lourdes, die dortigen Heiligtümer der dstchostlchen Behörde zur Ausübung des KnltnS zur Verfügung zu stellen, ist die antikirchlich« Presfein Frankreich natürlich höchlichst erbost. S,e wirft sich letzt auf den — hygienischen Standpunkt. So fchrndt z. B. die Santeine: „Gerade wie die Konzeffwn der Mineralbäder einem strengen Reglement unterworfen ist so sollte auch die Grolle von Lourdes rnll ihrer Quelle den Gegenstand einer besonderen Organi- ftetuna bilden. Die Frage bleibt offen, denn sie fomt nicht durch eine beliebige Abmachung zwffchen einem Bischof und einem Bürgermerster erledigt werden." Große Aussicht auf erfolg hat dies. neue Schikane, auch nach liberaler Memuug nicht.
♦ Die gute englische Sille wurde neulich, als tm preußischen Abgeordnetenhaufe die Frage des Wohl- verhallens der Abgeordneten unb damit der „Hausknechtsparagraph" zur Sprache kam, a!S BewerS für die Rotwendigkeit eines schärferen Vorgehens bei uns m die Wagfchale geworfen. Jetzt w«st die Ungültigkeitserklärung des Mandats des be. kannten Rheders Furneß ein intereffantes Bud ans die strengen Gewohnhellen, die in England die Wahlfitte beherrschen. Die Ungültigkeüserklänmg der Wahl erfolgte aus folgenden Gründen : Erstens wegen Jmprütiernng von 500—700 Minenarbeitern am Wahltage, um in den Straßen mit den liberalen Parteifarben zu demonstrieren. Zweitens wegen ungebührlich hoher Wahlansgaben, eme Be- Häuptling, deren Richtigkeit wahrscheinlich, aber bisher nicht erwiesen ist. Marrnaduke Furneß, der Sohn des liberalen Kandidaten, schickte Wagen und Pferde mU Sonderzug nach Hardlepool, um du Wähler zu transportieren. Drittens wurden als „Botengelder" ungesetzliche Bestechungen an Kutsch« und Angestellte der Firma Furneß, Wtthy und Company Limlled bezahll, die als Wahlfchlepper benutzt worden waren. Für die Rationallweralen in Syk-Oletzko-Johannisburg ist dieser Vorgang von allergrößtem Interesse.
* Zur Reorganisation ber spanischen Armee wird das Kabinett von den neuen Kortes einen außerordentlichen Kredit von 360 Millionen Pesetas verlangen. Tie Summe soll auf mehrere Jahre verteilt werden.
** Der Anschluß der türkischen Kahne« an daS griechische Eisenbahnnetz ist von der türkischen Regierung gestattet worden.
*♦ Das neue persische Kabinett scheint immer noch nicht die Zufriedenheit R n ß l an d s und Englands erlangt zu haben. Die beiden „Schützer des persischen Konstttutionalismus" mitzen die Finanznot de« Reiches bis aufs A-ußerfte aus. Anfangs April haben die Vertreter ber beiden Mächte in Teheran eine Rote überreicht, worin sie es den Persern verwehrten, in ihrem eigenen Sande Fremden Konzessionen zu er? teilen, die ©nglanb und Rußland nicht genehm sind. Es richtet sich dieses Vorgehen anscheinend gegen Deutschland, denn Persien beeilte sich zu versichern, daß es keine Verhandlungen mit dem deutschen Reich eingeleitet habe. Die versische Regierung wehrt sich so gut sie kann gegen die Vergewaltigung. Dies wird ihr jedoch sehr schwer, da das Sand wegen seiner wirtschaftlichen Ohnmacht sich selbst nicht helfen kann; das Volk murrt über jede neue Steuer und die einzelnen .Häuptlinge nutzen diese llnzufriedenheit für ihre Zwecke aus. Auch ist der Widerstand gegen den englisch-russischen Einfluß infolge der Uneinigtat im Kabinett selbst kaum von Erfolg.
* Erpräsident Roosevelt, dem im letzten Jahre der Friedenspreis der Nsbelstistung znerteilt worden ist, hielt in Christiania den Vortrag, zu dem et als Träger des Preises verpflichtet ist. Gr führte im ganzen folgendes aus: Das Geld habe er zur Begründung eines Fonds zur Förderung des industriellen Friedens in den Vereinigten Staaten verwendet, denn es sei ebenso nötig, den Frieden in der Arbeiterwelt wie zwischen den einzelnen Völkern zu fördern. Der Friede sei gut an sich selbst, aber er sei n i ch t d a s h ö ch st e der Güter, wenn er nicht mit. dem Recht vereinigt fd. Schiedsgerichtsverträge, die «lle zivilisierten Völker untereinander haben sollten, könnten sich auf alle möglichen Fragen erstrecken, wenn sie die Vereinbanmg enthielten, daß jede Partei das Gebiet der anderen und ihre absolute Souveränität innerhalb dieses Gebietes zu respektieren habe, und die ebenso ausdrückliche Abmachung, daß alle anderen Streitfragen
Aus dem Nachbargebiete.
,7« «ackeuzell, 6. Mai 1910. Eine vielen Rhöntouristen bekannte sog. Bilbeiche in der hiesigen Gememdewaldung ist den letzten Stürmen tn diesem Frühjahr zum Opfer gefallen. ES hatte nämlich vor mehreren Jahrhunderten ein Kunstschmtzer an dem Eichenbaum Christus am Ikreuze mit feinet Dtutter und Johannes eingefchnitzt, später als allmählich die äußere Schale das Bild zu vernarben drohten, wurde der Baum oberhalb des BstdeS ab« gesägt und so kennen die ältesten Leute von hier nur den Stumpf, welcher den Namen Bildeiche führte. In den letzten Jahren fing der Stumps allmählich an morsch zu werden und so wurde das BUd entfernt und in unmittelbarer Nähe an einem Buchmstamm befestigt, das BUd ist noch sehr gut erhalten und vor einigen Jahren renoviert worden. Auch hier bewahrheitet sich der Spruch: .D« Eich«, die in dunklem Waid Jahrtausende gesehen. Sie trotzt in ihrer Allgewalt, Doch muß sie einst vergehen!'
Flieden, 6. Mai 1910. Durch Beschluß der Gemeindevertretung wurde den hiesigen Wirft« die Biersten er, wüche die Gemeind« m Höhe von 50 Psg. pro hL erhob, erlassen. Dagegen verpfÜchteten sich die Wirte, abwechselnd wie ftüher di« Beherbergung der mittel- und ^dachlofen Hand- uerksburschen und anderer Reisenden, für welche die Gemeinde obdachpflichtig ist, zu übernehmen. ES ist hiermit eine Sache geregelt und «kedrgt worden, die des öfteren schon Arüaß zu Stetbereten zwischen den Wirten einerseits unb den hiesigen Bürgern und Gemeinde Vertretern anderseits gegwen hatte. Hierdurch wird auch der bereits beschloffen« Neu- bezw. Bergrößerungsdau des Gemeindehause» Überflüssig werden, welcher unbedingt hätte anSge- führt werden muffen, da der Gemeinde auf di« Dauer bei dem hiesigen Wohnungsmangel fern« Räume zur Fremdenbeherdergung zur Verfügung standen. Für den Fall, daß dieser ««memde, vertretnngSbeschluß höherer OrfS genehmigt wich, haben die Wirf« beschloffen, den BierpretS ans 10 Pfg. pro *110 und 12 Psg. pro Liter, ma- inan auch in den Rachbachörfern zahlt, zu ermäßigen. — Der hiesige Handelsmann Salomon Katzmann, welcher zwei Pferde einfahren wollte, verunglückte hierbei. Bei einer Drehung de» Wagens stürzte er unter die Tiere und düse traten auf ihn. Er erlitt einen Bruch des linken Schlüffel» deines nebst anderen Verletzungen im Gesicht und im Rücken, auch sollen innere Zeile verletzt fein, sodaß die Wiederherstellung des hier allgemein beliebten Manner so bald nicht zu erwarten ist.
♦ Schlächtern, 5. Mai 1910. In der Zeit vom 26. bis 30. April sand hier die zweite Lehrerprüfung statt. Bon 45 teilnehmenden Herren bestanden 42.
* Weilburg, 1. Mai 1910. Am Sonntag tagte im Hotel „Lord" hier der 8. BezirkS-Schmied«. tag der Provinz Heffen-Naffau, des Großherzog« tnmS Heffen und des Fürstentums Waldeck, der von etwa 20 Delegierten besucht war. Nach einem Referat des Vertreters der Berufsgenoffenschast, Grone-Berlin, über die neue Reichkverstcherungs- ordnung wurde eine Resolution an den am 9. und 10. Mai d. I. in Berlin tagenden allgemeinen außerordentl. Schmiede-BerufSgenoffenschaftstag be- schloffen, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die in der neuen ReichSverficherungsordnung ent« haltenen Schäden und Dlängel im Jntereffe deS Handwerks ausgemerzt werden muffen.
• Arnstadt (Thür ), 6. Mai 1910. Beim Glockenläuten in der Siebfrauenkirche war ein Glöckner m
Ec. hebt, eingangs hervor; daß dir an. ber Aussperrung beteiligten Arbeitgeberverbände zweiseDos unter hie Uestimnmngen ber §§ 132 und 153 ber Gewerbeordnung- fallen; somit ber Austritt jrdeir 9fagetr= blick erfolgen kann, ahne daß her Arbsitgeberümrd bas ...BI
austretenöe Mitosiieb zur Ausführung irgend einer..sorgfältig ausführen, keine Hitze, kein Regen entbindet durch. duS Statut feftgrfegten adeu sonstwi« eiugegange- si« von ben übernommenen Pflichten; helle Stiegen gt- nen Vereinbarung zwingpn kann. Er stützt sich hier-l niesten bafür fröhlich die täglich neuen Schönheiten der bei «uff ein Urteil des ersten Zivilisenats des Reichs- Natur. Die Aatur ist eine wunderbare Erzieherin Gerichts vom M. November IW Wmrti 5», Seite' f für den berckendeii Menschen, der Umgang mit ihr und 28 ff.) gegenüber denr Verein ber: Baugeschäfte von . ihr Anblick machen stack gegen die Drangsale des All- BoÄne und- Vororte-, Dte Weitergabe- etiw hinter^ iNgskebens. Daher hat die Gärtnerei neben ber gelegter Sichtwechsel, ist nicht, statthaft,, ba. dtes auf ,snndheitl ich e n auch rine stack ideelle Seite. Grund der Reichsgerichtsentscheidunq vom 28; Mai Auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht »er- 1902 (Cutscheidmigen. Band. 51,, Seite. 3oü.). gegM bte. ‘ irieai ber öärtnetinnenberuf Hove Beachtung. Wenn guten Sitten verstößt, den Weiterqeüei! dem Akzesttiutten • toir die hohen Summen betrachren, die alljährlich für außerdem vollen Schadenerspch M leisten. Hal. Schon 'Obst, Gemüse, Blumen und Geflügel ins Ausland die bloß« Drohung mit bar Weita-gabo, um- dadurch rindern, so drängt sich uns die Frage auf: Könnte die AuLftMrung. zu ergingen, fällst nach dem Äe- 'chkemd nicht auf feinem eigenen Grund und Werbekommentar von £mtam unter Sie Straffst teu kultivieren, was es jetzt vom Ausland her fie- fiimmungen be» § 1.A den GsmerüMrkknunD Mter .zieht? Smd nicht Frauenfleiß und Frauenhände be- den. gleichem Paragpaphs« Mt-ffemsu die: DrAhung; mit ««* »rWfcmS .{.«i.nroif»«?
der Materialsperre, sowie bist tatsäckstuche Vereinbarung, bistimrnten flnterneymeru fein Material zu ficsstrn. Letzteres bildet BeMlfseckWnmW und es machen sich die Vorstanbsmittzlieber des Arbeitgeberbundes und die Baumattriali<mUändf«- nicht nur strafbar, sondern
sie sind aurfii nach 4 82T< Wsfttz 2, deS Büraeriichen Gefetzouche» solidarisch schadenersatzyffichtig. Den» betroffenen DaumttWlehmer steht! auf Gsto nü der gCeirfien 1 ,
Bestimmung eine« Unterfassungsklage miss SHfieünmg 1 diesen SteLrnMn schwanken bei freier Station ,e ber Sperre zu Drf. Baum bezweisett sodann die. nach Nnforderungen und Beiitungen zwischen 400 bis Rech^csiMtzkbit Ber AftLsperrangMateftk 61 tau Bau-11900 Mk- pro Jahr. Auch in Handelsgärtnereien, Verträgen, da. mich § W des Bürgerlichen Geft-tzchuche» i Baumschulen Obstplmitagen werden neuerdings dem Schuldnm! die Haftimw wegen Vorsätze? km vor- 'Gärtnerinneu als Gehilsinnen zugestellt. Hier ist Ge-
Edith Büttners Liebe.
Nvrmuv uaut Fr. L rhn L.
Mn üftMUlchstew ® argen bekam Waldow von Mucha Hildebrandt einen Brief, in Bern sie ftsir eitr- lute unb ihm eine gan$ ftitenL Uebevraschung i»ch»rach — ,^r muffe aber bestimmt kommen!"
„Ihn gehr dach auch, tzjch, HerWlsZ"' fragte GkiiH. bat Dries Mqend..
ich iMiH, non. nichts.. Martha war doch erst bim" firrt aber nichts gefugt",, entgegnete Edith erstaunt. WuL wvlü» MwÜtzr eigeiMch? Was bezweckt« sie mit der Einladung an. Sudan, da fte doch muffte, baff, er mrht mehr frei war?
„Dann, gehe ich auch nitt WaL sölb ich ohwe Euch, ba?*
Sudan,, Du mußt, gehen — gerade' Sonst denken st« am Eteite, wir. ffaberr Dir abgerÄei amst Aerger, weil, wir nicht geheim sind", sagte Edith-
Sie erzählte ihm aber nichts mm der WiLfhrache mit Marihug, die Schern verschloß ihr beu WmÄ.
„Ateinst- Du? Dann? muff ich allerdings gehen Ich mdflc Deiner, klügeren Einsicht und- werd« Dir dami» Bericht ersiaüimck"'
Zärtlich klopfte er sie auf die Wangen unb ging pfeifend Ette Treppe hinunter; glücklich Wchelnd sah ihm da« WLchew nacht
*
„Weißt, Dietele, was die lleberraschung war, von bei Deteee Mustne schrieb?" ffagte Waldow einige Sage später. „Sie zeigte mir eine wunderbare, alte «lohne, auf der ich fpieterr muffte! Herzeke, ich sage Dir, einen Ton hat das Jnstmment — ich bin rein Weg — sa-voll und. singend — zu mein em nächstsr Ronjext wollen: sie «L mir taffe» —*
auf9<regt und feine Augen leuchteten. ^5 3°9 sich in Bitterkett zufamme». Also a>iaru)a heff nichts unversucht,, Lucian au sich zu ziehen, ungeachtet dessen, daß Edith schon ein Recht auf ihn
hatte. Sie wollte ihn haben, und da war ihr jedes Mittel recht!
*
Waldows au.te Stimmung hielt nicht lange an.
Als Edith ihn am nächsten Tage sah, war er ärgerlich, verdrießlich — so, wie sie ihn noch nie gesehen.
„Was hast Du, Sucian? Ist Dir nicht gut?" fragte sie besorgt.
^FaS ich hab? Seiber nix! Das ist's ja eben! Sag' mal, kannst mir fünfhundert Mack pumpen?"
Erschreckt sahen ihre großen, dunklen Augen ihn art.
„Sudan, Du hast Schulden?"
Er ltehte bitter auf.
„Sie man's nimmt! Der Kerl, der Schneider, wül halt nit länger pumpen! Ich brauch' nämlich jo itSttg eines neuen Wintermantel, und als ich mir den bestellen lvoüte, sagte mir ber — der —* * er unterdrückte einen stacken Ausdruck — „sagt er mir, ich mSchk heckt erst mal den Frackanzug und den Sommer- ffitagteffer bezahlen —, et hätte selbst Verpflichtungen. Ist das nit stack? Woher nehmen und nit stehlen?"
„Du hattest am Ende noch gar keinen Frack gebraucht", warf sie schüchtern ein; „er war doch noch 1 ganz neu —'
„Mache Du mir noch Vorwürfe", sagte er gereizt. „Ersten» saß er nie gut — das Ding war von An- ffätig an total verpfuscht — und zweitens kann ich mich doch nit wie ein Lumpazi vors Publikum stellen! D» hast ’ne Ahnung —"
Aergerlich starrte er vor sich hin.
„Ach, Sudan, ick möchte Dir so gern heften", sagte stc„ wägend ihre Augen sich mit Tränen füllten, „wenn ich trat wüßte, wie. Mit ungefähr hundert Mack ist Dir wohl auch nicht geholfen Die könnte >ich Dir geben — ich hab' sie mir gespart —"
Gerührt streichelte er ihr Gesicht
„Gutes Mädele, nein, nein, behalt nur Deine paar Groschen, hast sie sauer genug verdient; ich will Dich rat berauben — 's war halt doch nur ein Tropfen auf den heißen Steinl Mr zwei Beide sind eben a
Paar arme Hascherl! Wie wär's denn, wenn wir bei Deinem Onkel Hildebrandt einen kleinen Pump anlegten? Na, na, sei nur nit gar so ersckftocken; ich scherzte ja nur", sagte er begütigend, als er ihr Erschrecken bei seinen Worten sah.
Sie seufzte tief auf.
„Ja, ja, da wird mir wohl nix anderes übrig bleiben, als noch in meinem alten Mantel herumzulaufen! Und da fort man noch Mut und Stimmung zum geistigen Arbeiten und Schaffen haben! Ich versprach mir halt so viel von meinem Schauspiel — so fehlt mir aber die Suff! Ich darf keine Sorgen haben, wenn ich etwas Gutes leisten soll, und diese erbärmliche alltägliche Misere drückt mich zu Boden!"
Er ging, und traurig sah Edith ihm nach.
Wie war ihr mit einem Male doch daS Her; schwer geworden!
7.
Von dieser Zeit an sah Edith den Geliebten nur noch selten
Er suchte sie nicht mehr so viel zu treffen, wie früher, wenn sie zur Stunde ging. Sie merkte es wohl, war aber zu stolz, sich ihm aufzudrängen, obgleich sie sehr unter seinem veränderten Wesen litt. Visher hatte sie ja Saunen nie an ihm gekannt; er war immer heiter und von sonniger Siebenswürdigkett gewesen, und nun mit einem Male war er so verdrießlich.
Sie entschuldigte ihn vor sich selbst. Er war durch die Konzertsaison so sehr in Anspruch genommen,
sollte er da nicht etwas nervös werden?
Und dann seine pckuniäre Sage! Er war leichtlebig und rechnete nicht. Hatte et Geld, gab er es auch sorglos wieder aus, ohne an das Morgen zu denken.
Und nun waren die Sorgen da!
An feinem Schausoiel arbeitete er fleißig, offne aber doch so recht vorwärts zu kommen, meinte er, et sei nicht damit zufrieden!
Beinahe drei Wochen waren auf diese Weise vergangen, und man schrieb Mitte Dezember-