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M W.

Ew«q dm 4. m«i i9io.

37. Jahrgang.

fuldaer W Zeitung«

2. Blatt.

»ruck uni Verlag der Fuldaer Actiendnukuei tu Sulla.

veutsches Reich.

A Der »Scheiß des Herrn H«mn^ über den Reichskanzler bei der Dürener Bismarck- feier wird von der liberalen »Rnhr-Ztg." in Dü­ren bestätigt. DaS Blatt kann den geschmack­vollen Vergleich des Reichskanzlers mit einem alten Weibe nicht ableugn«, fügt aber be- fchönigeud hinzu:

„ES handelt sich um eine Aeuheruug, die Herr OberlandesgerichtZpräsideut a. D. Exzellenz Hamm t» der Stunoe der „Iidelitas' bei der jüngsten Bismarck« gedeulseier des Liberalen Vereins getan hat. Es ist ganz erstaunlich, mit welcher Wichtigkeit und Sefiiffent- liefen ein Wort, das in dem lustigen Redekampse ge­hobener Festesstimmnng fiel und deshalb wohl bean­spruchen darf, aus dieser Stimmung heraus beurteilt ?« werden, von den genannten ultramontanen Blättern aueposaunt und wie es ausgemrtzt wird, dem heute vielleicht bestgehaßten Gegner des Zentrums »eins an« zuhängen". Man gebärdet sich, als hätte die ganze Welt ein heiliges Recht darauf, bis aus den i-Prmtt zu erfahren, was Exzellenz Hamm damals über den Reich- lanzler gesagt . . . Das alles wegen eines Aus­drucks in einer Scherzrede . . . Daß etwas gesagt wurde, steht fest, steht bombenfest sogar, und soll auch nn germgsten nicht geleugnet werden. Aber was? Jeder Satz der in Frage stehenden Rede Hamms er­regte schallende Heiterkeit; sie «ar ummter- brock.en von fröhlichem Lachen begleitet. .

Die „ Dürener Zig." weist mit Recht darauf hin, saß diese Entgleisung einem Hauptführer der Partei passiert ist. die sich nicht wenig zu­gute rut aus den seinen Ton, der in ihr herrschen soll, die täglich lamentiert über angebliche redne­rische Ausschreitungen der „Ultramontanen". Wir vüßien nicht, daß jemals ein Zeutrumsredner sich \o ungezogen über einen Kanzler des deutschen Reiches geäußert hat, wie jener Führer des rhei- Nischen Liberalismus. Welches Geschrei würde sich erhoben haben, wenn ein Zentrumsredner in ähnlicher hervorragender Parteistellung solche Aerrßerungen gewagt hätte. Wir glauben nicht, daß die liberale Presse geneigt wäre, ihm die Stunde der „Fidelität" als mildernden Umstand anzurechnen.

Ausland.

T Gegen die Großmutter König Manuels ton Portugal, Maria Pta, ist eme gerichtliche Klage auf Zahlung von 80000 Mark Schulden in einem Manufakiurwarengeschäst erfolgt. Geld- Überfluß scheint also auch jetzt noch nicht die starke Seite des portugiesischen Hoses zu sein. Bekanntlich führten f. Zt. die Manipulationen des Ministerpräsidenten Jrao Franko, dem Geld­mangel des Hofes abzuhelfen, zu einer allge- meinen Gährung, die schließlich mit der Kata­strophe endete, daß der König Carlos und der Kronprinz zum Opfer fielen.

* Die Regentschaft in Abessinien hat einen inten Erfolg auszuwnsen. Ras Wolde Georgis, der mächtigste Parteigänger der abgesetzten Kaiserin Taitu, ist zur Unterwersung in Addis-Abebe eingeiroffen und hat dem Regenten Ras Tassema den Tteneid aeleistet.

Aus dem Nachbargebieie.

[] Gersfeld (Rhön), 4. Mai 1910. Die Rindoiehzucht-Genosienlchast des landwirtschaft­lichen Kreisvererns hält am Mittwoch den 18. Mar ds. Is. ihren diesjährigen Zuchtvieh markt, den elften feit ihrem Bestehen, ab. Mir dem Markt ist eine Tierschau mit Prämiierung ver­bunden, bei welcher die von der Landwirtschafts­kammer zu Kassel bestellten Herren Ritterguts- besitzer Staudinaer-Viermündev, Direltor Schmidt- Breitenau und Kreiskierarzt Weber-Fulda, als

Preisrichter fungier«. Diese« Zuchtviehmarkt bring« die Züchter reinrassig« Simmentaler BieheS weit über die Grenz« de» Heffmlandes hinaus da« regste Interesse entgegen, denn sie find« hier wertvolle männliche und weibliche Zuchttiere, wie sie im Simmental für weü höhere Preise nicht schöner zu hab« find. Die hiesige Gmoffenfchaft verfügt auch in diesem Jahre wieder über eine stattliche Anzahl mustergiltiger, infolge Nachzucht überzähliger Bullen, Kühe und Rinder. Jrstereffenten sollt« daher nicht ver- säum«, den erwähnt« Zuchtviehmartt in dem per Bahn leicht zu erreichenden Rhönstädtchen Gersfeld zu besuchen. Auf diesem Markt werden nur in daS Herdbuch eingetragene Tiere zuge- lasfen. Auswärtige Händler und Züchter hab« Gelegenheit, am folgend« Donnerstag den 19.Mai den groß« Viehmarkt in Fulda zu besuchen.

♦ KnmkfNtt a. M., 3. Mai 1910. Ein Heirats- schwindler schtiuimster Sorte ist der Kaufmann Karl Glenz, der vier Kinder besitzt und verheiratet ist. Trotzdem wandelte er auf Freiersfüßen und betrog zwei Mädchen um 500 bezw. 8 Mark. Er gab sich als ledig und Reis«der einer angesehenen Firma aus. Die Strafkammer erkannte auf 15 Monate Gefängnis. Nachdem das Urteil ver­kündet war, stellte es sich heraus, daß Glenz wegen Heiratsschwindels drei Monate in Preungesheim abzusitzeu hat. «Das hätten wir nur früher wissen muffen', meinte der Vorsitzende, womit er sagen wollte, die Strafe wäre dann erheblich höher aus­gefallen.

* Gotha, 30. April 1910. Die Automobil­verbindung mit dem Thüringer Wald ist ge- sichett, da eine Gesellschaft m. b. H. mit einem Kapital von 35 000 Mark sich gebildet hat, die den Verkehr m Kürze mit 3 Motorwagen aufzunehmen gedenkt.

vermischtes.

* Der größte Haifisch, der bisher der Forschung bekannt geworden ist, wurde vor kurzem von zwei Fischersleuten in der San Pedre-Bai in Kalifornien gefangen. Der gewaltige Hai, der nicht weniger als 14000 Pfund wiegt, hat eine Länge von 32 Fuß; der Körperuwfang nnmittelbar hinter der großen Rückenflosse mißt mehr wie drei Dieter. Der furcht- bare Rach« des Ungetüms zeigt eine Breite von etwa */♦ Meter, geöffnet eine Spannweite von mehr als einem Meter Höhe. Im Wide World Maga­zine, das die Geschichte des Fangs veröffentlicht, wird eine Photographie dieses Riesenhais gegeben, auf der u an sieht, wie zwei Kinder auf dem Unterkiefer des mächtigen Fisches eine bequeme Sitzgelegenheit finden, ohne mit den Köpfen d« Gaumen zu berühren. Der Hai hatte sich in das große Netzwerk verstrickt, mit dem die Fischer arbeiteten. Er vermochte sich nicht mehr frei zu machen Je mehr das Ungeheuer ge- g« das Netzwerk cnkä upfte und die starken Fäden zerriß und sprengte, je me >r verwickelte es fich ht einen Knäuel von Schnürer. Das Tanwerk verwirrte sich in btn Floss« und es g.'lang, trotz der verzweifelten Anstrengungen des Fftches, das Ungeheuer zu halten. Aber ein langer, furchtbarer Kampf folgte, ehe die beiderr Fischer den Hai überwältigten. Mehr als einmal entkamen sie nur mit knapper Not dem mäch­tigen Rach« des Hais und fein« wütens« Schwanz- schtägm. Er mußte mehrfach harpuniert werden, ehe der Tod endlich eintrat. Mit großen Schwierigkei­ten wurde das mächtige Tier an dm Strand geschttiit. Bereits vor einig« Jahren wurde unter ähnlichen Umständen bei Los Angeles ht Kalifornien von Fi­schern ein mächtiger Hai gefangen, der bisher als der größte seiner Art gaU. Ader jener Hai war nur 22 Fuß lang, also 10 Fuß kürzer als der jetzt ge­fangene. Der ausgestopfte mächtige Körper des ca- mals gefangenen Haifisches ist heute in Los Angeles ausgestellt; auch der riesige Körper des nun gefan­genen größten Haififchs der Welt wird ausgeftopst und soll von einem großen amerikanischen Natur- historisch« Museum angekauft und ausgestellt werden.

Marktbericht.

* Frankfurter amtliche Kotierungen bet Biefimarkt- preife vom 2. Mai. Aufttied: 1529 Rinder, 525 Ochsen, darunter 25 österreich., 50 Bullen, 954 Färsen u. Kühe, 370 Kälber, 297 Schafe 1559 Schweine, 0 Ziegen. Preise für 1 Zentner: Rinder: ä. Ochsen: «.vollfleifchige, ausgemättete höchsten Schlacht wertes höchstens 6 Jahre alt (Lebendgewicht) 44—49 Mark, (Schlachtgewicht) 80—85 M., b. fange steischige nicht ansgemästete und ältere ausgemästete (Lebendgew? 39 —43 M., (Schlachtg.) 71—78 M., c. mäßig aenädrte funge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 36 -37 M., (Schlachtgew) 67-70 Math. d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) 33—00 M., (Schlachtgew.) 65-00 M. 8. Bullen: a. vollfleifchige, ausgewachsene höchsten Scdtachtwertes (Lebendgew.) 43- 45 Mark, iSchlachtgew? 70 - 75 M., b. vollfleifchige jüngere tLebendgewichtt 35-39 Mk., (Schlachtgew.) 60—65 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (äebenbgero.) 00—00 Mark, (Schlachtgew.) 00—00 M., d. gering genährte jLbgew.) 00—00 Mk., (Schlachtgew.) 00-00 M. C. Färsen und Kühe: *. vollfleifchige, ansgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgew.) 40—43 Mark, (Schachtgew.) 71—76 M, b. vollfleifchige, «mSg em ästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis ;u 7 Jahren Ldgew.) 37-40 Mk, (Schlachtgew.) 68-71 M., c. Altere aus­gemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Lebendgew.) 31—37 M., (Schlachtg.) 60—70 Mark, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 23—27 Mk, (Schlachtgew.) 53-58 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew. ) 20—21 M., (Schlachtgew.) 45—47 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M, Schlachtg.) 00 -00 M. Kälber: ». Doppelender feinste Mast (Lebendgew.) 00—00 M., (Schachtgew.) 00—00 Mark, b. feinste Mast- Vollmilchmast) und beste Saugkälber (Lebendgew.) 58—60 Mk., (Schlachtgew.) 96—100 M., c. mittlere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgew.) 52—57 Mk., (Schlachtgew.) 88—98 DS., d. geringe Saugkälber (Lebendgew.» 46—49 Mk., (Schlachtgew.) 77—83 3JIL Säiase» a. ÜJlaitlännnex unb mnaere Mafthämmel (Lebendgew.) 41—43 Mk., (Schlachtgew.) 82—85 M., b. ältere Mafthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgew.! 00—00 Mk., (Schlachtgew.) 00 bis 00 Mk., c. mäßig genährte Hammel und Schafe i Merz-Schafe) (Lebendgew.) 00 —00 SDIL, (Schlachtgw.) 00—00 Mk., d. Marschschafs oder Mederungsschase (Lebendgew.) 00—00 Mk. (Schlachtgew.) 00—00 Mk., Schweine: a. Fettschweine über 3 Rentner Lebend­gewicht (Lebendgew.) 00—00 3JL, (Schlachtgew. 00—00 Mark, b. vollfleifchige Schweine übet 2‘ji Ztr. Lebend­gewicht (Sebengero.) OO- 00 Mk., (Schlachtgew.) 00 bis 00 Mark, c. vollfleifchige Schweine über 2 Ztr. Lebend­gewicht (Lebendgew.) 54.00—55.00 Mk., (Schlachtgew.) 66,00 - 69,00 M., d. vollflerschige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht (Lebendgew.) 54.00—55.00 Mark, (Schlachtgew.) 68,00-70,00 M., e. fleischige Schweine (Lebendgew.) 53,00-00.00 Mk., (Schlachtgew.) 68—00 Mark, 1. Sauen (Lebendgew.) 00—00 Mk, (schlachtgw.) 00—00 Mark. — Das Rindergeschäft war fest und lebhaft. Es wird voraussichtlich ausverkauft Der Kälber- und Schafhandel gestaltete sich glatt. Es wird geräumt. Der Schwnncmarkt verlief lebhaft und wird der Abuftrieb abgesetzt. Die auf Dannerstag (Him- metsahrtstag) angesetzten Märkte werden aus Mitt­woch 4. Mai verlegt.

«utzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutsch« LandwirtfchaftS- rats vom 26. April bis 2. Mai 1910.

Der Umstand, daß die- zu Beginn der Woche ge­meldeten Wetterschäoen an den nordamerikanischen Ter­minbörsen wider (Smarten keine besondere Wirkung ausübten und die erneute Ermäßigung der Cif-Forde- nmgen ließ die anfangs festere Stimmung um so d)netter abflauen, als England infolge mangelnder Absatzgelegenheit für emtreffenden Weißweizen sehr matte Haltung bekundete. Trotz der bedenkenden Ber- billiguno, die der ausläudiiche Weizen in der letzten Zeit erfahren hat, fehlt bisher noch immer die Möglich­keit auf Basis der Berliner Preise fremdes Material zur Mai-Andienung heranzuziehen. Argentinischer Weizen kommt der Bezugsparität zwar schon ziemlich nahe, aber es ist zweifelhaft, ob seine Beschaffenheit den kontraktlichen Anforderungen entsprechen dürfte. Hinzu kommt ferner, daß das inländische Angebot knapp bleibt und in den Preisen gegenüber den Brr- kiner Rot-eningen gleichfalls wenig Rechnung bietet Diese Berhaltirifle erklären es, daß Berlin mit den Rückgängen des Auslandes in der letzten Bloche nicht

immer gleichen Schritt hielt und die von Amerika und Budapest heute gemeldeten Preissteigerung« mit einet mäßigen Befestigung beantwortete, sodaß Mai sich schließlich nur 1% Mk niedriger stellte, während Juu mit einem Verlust von 2%, September mit einem sol­che» von 3 M. abschließt. Roggen war durch Realt- sationen, die im Hinblick auf die zu erwartenden star­ken Andienungen oorgenommen wurden, zunächst einem weiteren Preisdruck unterwarf«. Als aber im wette­ren Verlaufe mit dec Möglichkeit gerechnet wnrde, daß ein Teü der Mai-Andienung« von nordrnffischen Fir­men, die hier größere Quantitäten zu fordern haben, abgenommen werden dürste, befestigte sich die Tendenz, wozu auch der Umstand Beitrug, daß in der Provinz, namentlich in Posen, Roggen zum Export nach Rord- rußland gesucht wurde. Sehr schwierig gestaltete sich in der B«ichtswoche das Hafergeschäst, da sich für die ziemlich reichlich angebotenen Mittelhualitäten zu den geforderten Preisen nur schwer Käufer finden ließen, Währmd feine Ware begehrt aber knapp angeboten blieb. Für russische Futtergerste warm die Forderun­gen Wetter nachgiebig, aber noch billiger war zeitweise ans zweiter Hand zu kauf«. Für Mais forderte Ame­rika unveränderte Preise, dagegen ließen die argenti« nischen Offerten wieder eine leichte Ermäßigung et» kennen-

Es stellten sich die Preise für inländisches (betreib* am letzten Markttage in Mark pro 1000 Silage, je nach Qualität, wobei das Mehr (Z-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche n» Klammem 0 beigefügt ist wie folgt:

Weizen Roggen Hafer

Danzig 229 '4- 1 ) 158 ( — ) 160 ( — )

Berlin 223 (— 3 ) 153 ( — 2) 170 ( — 2)

Frankfurt 225 (- 7*/») 162‘/.( — ) 165 ( - 5)

München 226 (- 8 ) 158 ( — ) 155 ( — 3)

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 320.00 (- L75 ), Juli 215.75 (— 2.75) Budapest Mai 212.55 (+ 12.55), Paris Mai 204.15 (Z-1.20) Liverpool Juli 163.60 (— 8.45), Chicago Mai 166.90 (— 2.55), Roggen: Berlin Mai 154.00 t— 2.50), Juli 151.75 (- 2.26) Hafer: Berlin Mai 153.25 (— 2.25) Juli 157.75 (— 2.25) Mk. per 1000 Kilogramm.

Gottesdienftordnung in Zulda.

(Katholischer Gottesdienst.)

Donnerstag, 5. Mai. (Christi Himmelfahrt.) Dem. 5, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, 1 »IO Uhr Kathedratamt und Predigt, 12 Uhr hl. Messe, 712 Uhr Prozession nach Nmenberg. — Stadtpfarrkirche. */«6 Uhr bl Messe und Predigt, */»7 und 7 Uhr ht. Messen, 8 llhr hl. Meffe und Predigt, VilO Uhr Amt und Predrgt. Nachmittags */»2 Uhr Flurprozession, abends */i8 Uhr Maiandacht. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. Wegen der Generalkom- imtnion der SodalNät ist die Frühmesse um */» 8 Uhr. 8 Uhr Amt vud Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Sodalität. Morgensh,7UhrVeneralkommuniow — Frauenberg. Hl Messen von 5 (mit Matandacht) bis 7 Uhr, 8 Uhr Rosenkranzmesse, 9 Uhr Leviten amt mit sakrament. Segen. Nachm. 2 Uhr feiert. Vesper mit fakrament. Segen.

Freitag, 6. Mai. Frauenberg. (Herz-Jesw Freitag.) Aussetzung des Merhelligsten von 5 Uhr morgens bis 5 Uhr abends zur Anbetung des götll. Herzen- Jesu. 9 Uhr Levitenamt. Nachm. 2 Uhr feiert. Vesper, 4 Uhr Schlußandacht mit Umgang. — Nonnenkirche. AdendS 4 Uhr Herz-Jesu-An dacht.

Evangelischer Gottesdienst. 8 Uhr Pfarrer Sattenborff, *[«10 Uhr Superintendent Ruhl, 11 Uhr Militärgotlesdienst. — Bieberstein. 9 Uhr Pfarrer Reich.

Sotterdienstordmmg in ttaffel.

Donnerstag, 5. Mai (Christi Himmelfahrt).

Kafiel>Akt. a. Pfarrkirche zur hl. Elisabeth Friedrichstraße 16): Wie am Sonntag.

t». Pfarrkirche ,ur hl. Famitie (Kölnisch« Straße 53, nahe beim Hauptbahnhof): Wie am Sonntag.

Kafsel-Wehlheiden. Pfarrkirche St.Marien

(Rosenlranzkirche am Neumarkt): Wie am Sonntag.

K«ff.l-R»th«ditmokb. Fosephskirche (Bell- marsch« ©trabe 32): Wie am Sonntag.

Kaffel-Bettenhause«. 9 Uhr Hochamt und Pre­digt, 2 Uhr Maiandacht.

V Christi Himmelfahrt.

1. Tas Fest Christi Himmelfahrt ist eines der ältesten Feste in der Christenheit. Zwar wird es von den Kirchenschriftstellern Tcrinllian (160 bis nach 220) und Origenes in ihren Auszählungen der Kirchenseste nicht erwähnt. Aber der .Vater der Kir- chengefchichte', Eusebius von Cäsarea (270—339) spricht in feiner Schrift De sol. pasch, c. 5, die er im Jahre 325, bei Gelegenheit bet Verhandlungen des Konzils von Nit« über die Öfter) ei er, verfaßte, vom Feste der Himmelfahrt des Herrn und zählt dieses Fest zu den „hochfestlichen Tagen" Auch der Kir- chcngeschichtsschreiber Sokratus (380—440) nennt 's in seiner Kirchengeschichte (7, 26 ) ein „allgemeines Fest". In den sogenannten Apostolischen Konstitutto- »en (5, 18) führt das Fest den Namen „Ausnahme'; es ist das derselbe Name, den der Evangelist Lnkws (9, 51) gebraucht, wo er die Himmllsohrt Christi er- zählt. So ist also sicher, daß das Fest „Himnwfflchrt Christi' zum mindesten schon zur Zett bti Konzils von Nicäa im Jahre W5 ein allgemeine» Fest und rinhochfeierlicherGedenktag war. So viel über das Älter des Festes.

2. Wer war sein Urheber, wer führte es in der Kirche nn, und wo trat.es zum ersten Male auf? Der hl. Augustinus ist geneigt, die Einführung des Festes auf eine Anordnung der Apostel »bet aus den Anschluß eines allgemeinen Konzil» zu- rückzusührrn. (EpisL ad Januarium 54 c i; Senne 261—265). Vermutlich bestimmte ihn zu dieser Mei­nung die Tatsache, daß das Fest von Anfang an eine so allgemeine Verbreitung in der Kirche hatte, wie sie wohl nur ein allgemeines Konzil »der eine Apostelanordnung herbeizuführen vermögen. Doch mag dem sein, wie ihm wolle: mit Stchecheit nach­weisbar ist ein bestimmter Urheber de» Feste» »der ein bestimmter Ort, wo eS zuerst entstand, nicht. Allein das Fest bedurfte auch gar keines A«styß»g von höherer Seite, e» kann sich ganz do« selbst zur gleichen Zett überall eingebürgert haben, denn bei Fest „SWi Himmelsahrf feiert de» Adfchlaß de» Leben» be» Erlbsers auf Erden. E» ist aber ganz undenkbar, baß man biefe wichtige Tatsache in der Festordnung bei Kirche lange unbe­achtet gelassen habe; also mußte das Fest fchousehr früh und allerorts verbrettet gewesen fein, fa

es ist — eben weil dem Feste eine so wichtige Tatsache des Lebens Jesu zugrunde liegt, gar nicht unwahr­scheinlich, daß die Apostel selber es schon begangen haben, zudem ja der Ort, wo die Tatsache des Fests sich abfpieüe, der Oelberg, schon von den Zeiten der Apostel an hoch in Ehren gehalten wurde, weshalb auch die Kaiserin Helma (geft um 330), sobald die Christen überhaupt öffentliche Gotteshäuser errichten dursten, auf dem Oelberge eine prachtvolle Basilika erbauen lieft (Eusebius, Leben Konstantins 3, 41 bis 43; Sokrates, Kirchengeschtchte 1, 17.) Diese Basilika wurde später von dm Sarazenen leider zer­stört; nur eie unansehnliches Kirchlein erinnert heute an die Stelle, die schon im 4 Jahrhundert als Ort der Auffahrt bei Herrn bezeichnet wurde. (Cyrillus von Jerusalem, Katechesen 14 c- 23)

liturgische Feier des Himmelfahrts­festes tst durch einige Eigentümlichkeiten ausgezeichnet: . erste derartige Eigentümlichkeit nennen

ttWI Li *3 e H ’o n am Himmelfahrtstage. Sie *2” in» Mittelalter hinein eine unzertrennliche Begleiter« bet Himmelfahrisfeier; auch heute noch SU* £Lmdmn Orten abgehalten, z. B. hier in Fllkdn Diese Prozeffron ist eine Nachahmung des durch den Heiland angeorbneten Aus- d«Jwlger aus d« Stadt auf Den Oelberg, damit ste bed bem Schauspiel seiner Auffahrt in dm Himmel deiwo^en möchten: „Er führte sie aber nach Seflkmim (im Griechischen: in der Richwna nach Bethanien) hinaus, und feine Hände er- h-bmd, segnete er sie. Und es geschah, währmd er st« fegatie, fchitt» er von ihnen, und fuhr auf in ben Himmel. Und sie beteten ihn ro enb kehrten nach Jcmsak» mit großer Frmde znrück' (gut H 50—52). Oder, wie es in der Apofielaeschickte (1, 2K-)»eibtr Und als er dies gesagt hattewmd er vor khrm Blickm empotgchobm, unb eine Wolke nahm ihn aat hinweg aus ihren Augen. Und tfg st« zmn Himmel emporschaNtm, wähtend et fortging siehe, da standen zwei Männer bei ihnen in weißen Scmänban, welche sagten: Ihr Männer von Gali- läal toa» stchet ihr und schmrt gen Himmel? Dieser Jesu», der von euch weg in ben Himmel ausgenommen ist, wich ebmso kommen, wie ihr ihn in den Himmel habt auffahreu sehm Hierauf kehrtm sie von dem Berge, welcher Oelberg genannt wird, der nahe

bei Jemsalem liegt, einen Sabbatweg weit entfernt, wieder nach Jerusalem zurück.'

Bei der Einführung liturgischer gottesdienstlicher Akte ließ sich die alte Kirche in der Regel von dem Gründlich beherrschen, die Handlungen des Herrn möglidjft nachzuahmen Das sahen wir früher (Fuldaer Zettung) bei der Palmsonntagsfeier und bei der Feier der Karwoche, das zeigt sich nament­lich auch beim Himmelfahrtsfest. Für die Gestaltung der Liturgie des HlmmekfahrtssesteS war nämlich der Umstand maßgebmd, daß der Herr seine Apostel am Tage seiner Himmelfahrt aus der Stadt hin­aus auf den Oelberg führte; daher die Prozession am Himmelfahrtstage.

In Jerusalem wurde diese Prozession schon zm Zett Äs die gallische Pilgerin dort weilte (383 dis 394), in großartiger Weise abgehalten. Die Ge­meinde begab sich am Vorabend des Himmelfahrts­festes noch der 6. Stunde, also gegen Mittag, in feierlichem Zuge aus Jenisalem nach Bethlehem, um dort in der sogenannten Hohlenkirche (b. h. an der Geburtsstätte Christi) die Mgllien abzuhalten. Am fotgenben Tag, am Donnerstag, wurde ebendaselbst der volle Gottesdinch mit Predigt ht der übliSMi Weise gehalten, und abends ging man in Prozession nach Jerusalem zurück. So schildert es uns die er­wähnte galüsche Pilgerin. (Warum man ben Goi- tesbienst an diesem Tage nicht lieber auf dem Oel­berg feierte, wie es im 8. Jahrhundert gefchah, dar­über gibt ml» bie Pilgerin keinen Ausschluß.) Man sicht, nebenbei bemerkt, wie sehr sich von ben Gebräu­chen der Urkirche diejenigen entfernt haben, bie btt Prozessionen verwerfen, die Kaiholcken ob ihrer Pro­zessionen bespötteln und Vorgehen, ste hätten im Gegen­satz zu den Katholikm bie Lehren des Urchristentums.

b) Die zweite EigeniümlikPett des Himmelfohrts- fistes bestcht darin, daß noch dem Absingm des Evan­geliums die Osterkerze, bie bis dahin in allen Hochämtern gebrannt hatte, ausgelöscht und zur Sette gebracht wird

c) Eine dritte Eigentümlichkeit ward der Hintmel- fahrtsfeier an manchen Orten gegeben: Stan machte Christi Auffahrt ht den Himmel dadurch auschanlich, daß man in der Kirche ein Christus bild in die Höhe zog und durch eine Öffnung in bet Decke ver­schwinden Hefe.

4 Den Tag der Himmelfahrt des Her« gibt die hl- Schrift selber an: es war der 40. Tag nach Ostern, also der Donnerstag der 6. Woche nach Ostern,

Das Fest hat seit dem 15. Jahrhundert eine Ok­tav. Die Messe de» Festes bietet, ähnlich wie Pfingsten, einen von deu seltenen Fäll«, wo der Gegenstand der Feier bt der Epistel enthalten ist; diese sst bet Apostelgeschichte 1, 1—11 entnommen. Das Evangelium ist aus Markus 16, 14—20 entnommen, wo im Vers 19 die Aufnahme Christi in den Himmel kurz erwähnt wirb.

5. Wenige Ereignisse, wenn man von dem Leides und der Auferstehung Christi absieht, find so mannig­fach in der hl. Schrift bezeugt, wie die Himmel­fahrt des Herrn Der ist Cvangelsst Lukas (24, 50f.) gedenkt rhrer, desgleichen der hl Evangelist Marku» (16, 19), nicht minder die Apostelgeschichte (1, 9). Auch der hl- Paulus erwähnt mehreremcsie die Auf­fahrt des Herm in den Himmel, so im Hebräerbrief. (4, 14; 9; 24) ,im Epheserbrief (4, 9) und im Ko- lofferbrief (3,1); desgleich« der hl. Petrus in seinem ersten Briefe (3,22).

6. DieBedeutuagber Himmelfahrt beS Herrn springt jedem in die Augen. Hervorraoenbe alttesta- mmtliche Vorbilder erhalten durch die Himmelfahrt Christi ihre Vollendung: bie Arche des Bundes (— Christus) wird im Jubel an den ihr gebührend« Ehrenplatz gebracht (Erfüllung des 46. Psolmes, Ve-S 6), der König hält als Sieger seinen Einzttg in fein Reich (Psalm 67, 19 wird erfüllt), der Hohepriester tritt nach vollbrachtem Ovfer ht das Allerbeiligste, in den Himmel ein, um dort für bas Volk zn beten, wie der hl. Petrus im Hebräerbrief (9, 24) ausführt. Die Himmelfahrt ist somit bet Abschluß, die Vollendung der Geheimnisse des Leben? unsere- Herrn. Sie be­deutet für den Heiland den Eingang in feine Herrlich­keit unb die Verherrlichung seiner menschlichen Natur zur Rechim des Vaters Für uns aber ist fie da» Unterpfand, die Bürgschaft unserer Himmelfahrt, denn der Heiland ist Hngegangen zum Vater, damit, wo er sei, auch die ©einigen seien. So sehr darum auch bie Kirche e» schme^ich empfindet, daß der Herr ihr« leiblichen Augen entrückt ist, so {nbeft ste doch ob fei­net Verherrlichung und ob der sicher« Aussicht, bie des Herrn Himmelfahrt für unteren bett luftigen Heimgang in die ewige Heimat uns gewährt