Leitung
fuidaer
Ausland.
। Böhler l;utte bei btm Echlerdingec Ballonunglück schwere Verletzungen erlitten, und ein Bein mußte chn amputiert werden. Er verlangte nun vom Grafen Zeppckm eine jährliche Rente von 400 Mark, Schmerzensgeld en Hohe von 10 000 Mark und Ersatz der Kirrkosten mit 4000 Mark. Die Schuld an seinem Unfall maß Böhler der schlechten Verankerung des Lustschiffer bei, was bestritten wurde. Nun hat das
Am dem Nachbargebrete.
Q Ans der Rhön, 26. April 1910. Wie anderwärts, so ist auch in unserem Gebirge ein gutes Hasenjahr in Aussicht. Der erste Satz der beliebten Langohren ist infolge der schönen März- witterung gut durchgekommen. Es werden aller- wärts schon kräftig« junge Hasen angetroffe«. Da
Stuttgarter Gericht dem Grafen Zeppelin Recht gegeben und die Klage kostenpflichtig abgewiesen.
* I« Verzweiflung über eine geringfügig« Strafe wegen Diebstahls warf eine junge Arbeiterfrau in Weißenfels a. d. eaale ihre vier Kinder im Akter von acht Monaten bis zu vier Jahren in die Saale und sprung daun selbst hinterher. Ein dreijähriger Knabe ertrank, die übrigen Kinder und die Mutter konnten gerettet werden.
* Eck Einbrecher wurde in K 3 n i g s h ü t t e von !dew Magisiratsaffistenten Binniat bei seiner „Arbeit' [in einem Restaurant überrascht. Als der Einbrecher i die» bemerkt», gab er zwei Schüsse ans den Assistenten ab, wodurch ihm der Zeigefinger der rechten Hand zerschmettert wurde. Dem Einbrecher gelang cS zu ent- fliehen.
* Ein schwerer Auto mobilunfall hat sich auf der Chaussee zwischen P e ga u (Sachsen) und Zeih (Prob. Sachsen) ereignet, indem der Kraftwagen gegen einen Kilometerstein fuhr. Die fünf Insassen wurden heraus geschleudert Der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen, ein Insasse einen schweren Schädelbruch, die übrigen Insassen trugen Beinbrüche davon. Das Airto- nwbil ist vollständig zertrümmert.
2. Blatt.
Druck und Verla» btt zuldaer »etiendruckeres t» Zulda.
•}< Sozialdemokratische Agitations» formen auf dem Lande.
Wir haben vor einiger Zeit schon hingewiesen auf die uiedriae Art. m der die Sozialdemokratie auf dem Lande bechnderZ unter den ländlichen Arbeitskrästen Verhetzung zu schaffen bestrebt ist. Eine der letzten Nuinmern des „Landarbeiter ***
sozialdemokratischen Verbandes der Land-, Wald- und Weinbergsarbeiter und -arbeiterinnen Deutschlands ) bringt jedoch solche „Blüten" sozialdemokratischer Agi- tationSkunst, daß wir nicht daran Vorbeigehen können, ohne in diesen Sumpf von Niedrigkeit noch mal Pötzer hinciuzulcuchten.
Da ist in einem Artikel zu Ehren des 70. Geburtstags des Sozialistcnführers Bebel die Rede von den „Geknechtetsten und Unterdrücktetsten des deutschen Volkes, den Landarbeitern', und ihren „schmachvollen Fesseln", an die sie gekettet feien. Die „Rundschau" des Plattes berichtet, daß die
Möge man sich auf dem Lande dem Ernst der Gefahr, die aus der skrupellosen sozialdemokratischen Landagitation droht, nicht »erschließen. Gegen die Wirksamkeit des von den „roten" Brüdern oüüberall- hin und unaufhörlich neu verspritzten Giftes kam, nichts anders retten als eifrigste Gegenarbeit. Vor allem der I u g e n d sich anzunehmen und die Jugend sachlich zu schulen und zu stärken in treupatriotischer
I biefe Prodnkte (! D. R.) „patriarchalischer Wirtfchasts« I ordnnng' großziehen, nicht etwa mn „Gotteslohn", I sondern um billige Arbeitskräfte. Wie sich der Bauer I Jungvieh heranziehi, so zieht et sich auch Arbeitskräfte I heran." (!!)
DuS ist die Agitationsart einer Partei, die von I sich zu behaupten liebt, daß sie mit „geistigen Wassen' I kämpfe! — einer Partei, die dem Volke vorschwindelt, I es zu wirtschaftlicher, geistiger und fittlicher Kulturhöhe emporzuführen. In ähnlicher Form geht es durch I alle Nummern des „Landarbeiter". Kein sachlicher l Gedanke, keine zeitgemäße Schulung in wirtschaftlichen, in sozialen, in geistigen Dingen! Nur Auf- peitschuttg niederer Instinkte, nur Auf- wühlung btttcrn Neides, funkelnden Hasses; ständige Appellation an die brutale I Roh eit! Und wie einfältig ist dabei die ganze Taktik! Landarbeiter, Kleinbauern, solltet ihr es nicht I merken, wie nichtig und brutal ihr verhöhnt und wie I euer Leben und eure Sitte verunglimpft wird in der- I gleichen hündischen Gemeinheiten, wie fie der Artikel I „aus dem Leben der Dienstboten" enthält? Und sollte I eS euch denn nicht aufsallen, daß alle die Flugblätter I und Zeitschriften der Sozialisten, die man euch aufs I Land schickt, nichts anders enthalten, als nur und nur Schimpfereien utch Hetze — und einige styr billige Verfprcchuitgen? Aber nie ein Wort darüber, was denn diese Leute, die sich an euch herandrängen, I etwa zu tun gedenken, um Besserung wirklich durchzu-1 führen! Darauf kommt es den sozialistischen Send- I 'lingen auch gar mcht an, sondern nur darauf, diel Leute auszuwühlen und sie voll Neid und Unzufrie- deiiheit zu machen. Denn das ist ja der große I Schmerz der Sozialdemorkaten: „Die Leute auf dem! Lande sind viel zu zufrieden!" Diese „Zufriedenheit" I muß also den Leuten ausgetrieben werden; und um die Mittel, das zu bewerkstelligen, ist, wie man steht, I die „rote“ Bruderschaft nicht verlegen.
„Es sicht uns ja memand; es ist alles still" iaate a Ä 's? ich will nur 'meinen
Lutz bet bet Ture Herzlichste, und will dir halt sagen, daß du das sugeste, liebste Madel auf der Welt bist! Ick mußte dich heut' noch mal sehen — nun gute Nacht, und schlafe wohl!"
Er küßte sie wuig auf den Bkmd, und leise fragte st», einen Anger blick ihren Kopf an seine Brust legend:
„Luciarr, du hast mich doch lieb?"
„Heber alles, mein goldene» Mäkele l"
Und zärtlich strich er über ihr Gesicht.--
. Glücklich ging Edich eine halbe Stunde später schla- len, als sie mit ihrer Arbeit fertig war.
Jetzt war sie ganz ruhig. Sie war des Geliebten sicher — nieniOnb würde imstande sein, ihr ihn tu nehmen!
Ihr Later, ia eines bauten, türkischen Schlafrock gehüllt, war sch«» eifrig dabei, sein mit Schinken belegtes Brot zu essen; ab und zu warf er einen Blick ix die neben ihm liegende Zeitung, hastig und laut kauend.
Tas ganze Zimmer, der Tisch und die Personen machten bea Eindruck eines behaglichen Wohllebens, frei ben bat gewöhnlichen Sorgen des Lebens
„Was sagt denn Edich zu dem Jackett? Hat fie sich gefreut«" kragte Frau Hildebrandt, eine große, jtacklnockigc Iran mit glatt gescheiteltem, noch ganz dunklem Haar und einem gewöhnlichen Gesicht, das einen etwas verbissenen Ausdruck hatte-
„Was Edich dazu gesagt hat? Sie meinte ,es wäre zu c'egani für sie. Melleicht hat sie recht. Ich konnte doch ober das grüßt ich« Ding nicht mehr tragen; es war ja in bet Farbe von der See ganz ausgesogen. Wem sollte ich es wohl sonst geben? Mein grünes Tuchüeid habe ich ihr auch versprochen! UebrigeitS zeigt Fräulein Edith viel unangebrachten Stolz, richtigen Betteistolz," sagte Martha, dabei mit Appetit chre How'gseimnek verzehrend.
„Du brauchtest ihr doch daran nicht, wenn sie so ist, das Stier» zu versprechen," meinte die Mutter.
„Gott, sie tat mir so leib in ihrem dürftigen Fähnchen. Und was soll ich mit bene unmodernen Zeug anfangeir? Schließlich kommen einem noch die Motte» Wem. Fleißig ist Edith ja! Der Onkel war gar nicht ba; er half irgend jemandem bei den Büchern —'
«Pa»!" Der die Hüdebrcmd stieß bei diesen Worten einen wegwerfenden Laut aus. „Er härte sich nur besser um seine küiumern sollen —"
„imüc sah recht elend aus- sie klagte wieder über ihr Herz', fuhr Martha in ihrem Bericht sott, ohne auf des Bakers Emwurf zu achten.
„Na ja, das hat sie davon, warum hat sie solchen Hungerleider geheiratet," knurrte der Alte „Abgere- det bette ich ihr genug, aber sie rvar rem tote verrückt! Alter schützte da eben vor Torheit nicht. Nun hat sie die Beichcruna! Sie Botte es viel besser haben
M 96.
»«»nerstog dm 28. llprll 1910.
57. Jahrgang.
können, ihre Gesundheit war ohnehin immer schon ttiitrt die stärkste."
„Unb man brauchte sich der Verwandten nicht zu schämen," sagte Martha. „Es war mir ordentlich peinlich — als ich vorgestern mit Edich sprach, ginge» Her- Oöerteutmmi von Gleichen und Herr Leutnant bon Keller an uns vorüber. Sie schienen sich seht darüber zu wundern, mit wen» ick da stand. Edith sah anch zu armselig aus in ihrem Musselinlleid von Anno dazumal —"
„Ra, weißte, Martha", bemerkte der ölte Hilde- brandt, „cn.'f Edith lasse ich nun mal nichts kommen Die ist _>wfiig und fleißig und unverdrossen. Und ein hübsches Mädel ist sie obendrein! Donnerwetter, nn Paar Lugen hat sie im Kch-fk Und rote sie die •“f®”8 «n bciigen Jahre gepflegt hatte, als du in Bern» wach — alle Achtung, das muß man ihr lasi sen —'
t icMS ja auch reichlich gut gemacht,
liebet Paps- dsüMch hat sich die Sache vollständig erledigt. Edich ist sicherlich nicht zu kurz dabei ge- kommeu,' erwiderte Martha-kühl, und eine tiefe Falte zwischen den Brauen verriet, wie unangenehm ihr d«K Vaters Looreden über Edich waren.
„Was macht beret Thaukmar?" fragte Frau Hilde brandt, die über alles orientiert sein mußte.
„Der ist ein hübscher Junge; er hat sich recht raus- gemacht. Ich finde, er hat ein viel ferneres Gesicht als seine Schmesker Ö|tem will er fein Abiturium machen- Er wäre fleißig beim Lerneu!"
, Hat rr denn gefegt, was er werden will?"
„Ja, er trägt sich mit der kühnen Idee, Medizin zn studkeren!"
„Ah!" mochten die beiden Alten, und ihre Gesichter wurden vor Verwunderung ganz läng.
Herrn Hildebrandt blieb sogar der Bissen im Halse stecken, und als er ihn glücklich bermrfetgeroürgt hatte schlug er mit bet Faust auf den Tisch, daß bre Taffen flirrten.
„Da schlag' doch einer lang hink Der Junge ist wohl ganz und gar verrückt geworden?" rief er heftig.
(Fortsetzung folgt.)
."Du bist gestern recht spat nach Haufe gekommen, mmu Marchchen! Papa und ich, wir waren so müde «ch wir nicht länger warten konnten k"
Worten empfing Frau HLdebrmch am Morgen d» Tochter, aui Kaffeetisch schon euf viqe nhxrteHs.
„®u wolltest doch spätestens um zchn zurück fein? Es war toohl hübsch bd Lwrlners?'
g, die Achseln und ein geringschätzig«
Ausdruck zog chre Mundwinkel herab.
exum sagte sie gedehnt:
, man sah den gute# Will«! Ez w
aber alles s» armftlig dort, daß mau sich kaum ae= kaut, eme Taffe Tee und Kuchm zu sich »» nefim™ Nith hatte so ungefähr für
Suchen gekauft, sogar Gebäck von Schreu« aar Tst Sht ick ba& sie sich die Ausgabe gemacht
hat. Da k«ppsen |« eS sich heute am Essen ^eLr ab — sicher l
D-» junge Mädchen saß kn elegantem Negligee an de« reicht», gedeckten Kaffeetifch und machte sich ein Btctctzen mit Honig zurecht. w
Alljährlich hallen die Häupllmge des Bundes für ihre Schälchen eine große Parade ab, eine Heerschau, die den Dummen in der Herde die Stärke des Bundes zeigen soll. Diese Heerschau wird aber nicht auf dem . ■ . . . , — ,
Lande, sondern in der sonst in den höchsten Tönen ver- Gesinnung, wie besonders in Sitte und Gesetzlichkeit lästerten Großstadt Berlin, im Zirkus Busch, ab« I fie sachlich zu schulen in wirtschaftlichen' gehalten. Das hat den praktischen Zweck, den Be- staatsbürgerlichen und vor allem auch abe-- feynerIm«*"S logeiische» Fragen, wird auch auf der? Lande
für muß eine AnLdigung^ enÄ ^wß?» „AwLlles- ^m^^'^bwe^barere Notwend-gkett- Möge mit pikanten Ballettaufführungen dienen, die der IOet kntkheifen kann, den Emst der Zeiten smarte Inhaber eines anscheinend ziemlich zweifelhaften I verrenne»!
Berliner Berg»ügungslokales „m Ehren der hier an-1
wesenden Landwirte" zu erlassen — den Geschmack gehabt hat. „In diesem Lokal", so schreibt der ,Land-1 arbeitet' weiter, „und viele« anderen verbringen diel (! D. R.) Agrarier die Nächte beim Champagner . . . i Deshalb müssen Hunderttansende von Landarbkilern I in bitterster Not leben ... --- '
Edith Büttners Liebe.
9] Roman von Fr. Lehne.
Also machte er sich doch nichts aus Edith, sonst wäre er sicher noch geblieben!
„Grüßt Onkel schön von mit,' tief Martha, als fie schon die Treppe hürunterging „Also auf Wiedersehen Dienstag abend und nicht so spät." — — —
Still räumte Edith das Teegeschirr zusammen, während ihre Witter sich in beredten Worten über Martha erging, die so nett gewesen sei, und Edith dagegen so wenig freundlich — und warum sie die Brosche nicht genommen, sondern Martha durch die Ablehnung gekränkt habe.
„Nein, erfreut, Mutter!" versetzte das junge Mädchen bitter, „es war ja gar nicht ihr Ernst. So etwas merkt man doch. Sie wollte sich nur vor Herrn Waldow hervortun! Ich konnte di« Brosche nicht nehmen, well ich Martha durchschaut habe! Weißt du, Mütterchen, nun gehst du gleich schlafen: das Sprechen hat dich doch etwas angestrengt. Ich bleibe auf, bis Thankmar wieder da sst. Vater muß auch bald zuröällommen! Geh nur, ich spüle schnell die paar Tassen, da das Wasser noch heiß ist."
Sanft drängte sie die Mutter in die Schlafstube
Sie wollte allein fein; fie konnte nichts mehr über Martha hören, die ihr heute mehr als je verhaßt war.
Wie aufdringlich war sie gegen Lucian gewesen k
Edich hatte die Küchentür, die dicht an der Lor- sacktür lag, offen gelassen, damit der Lichtschein auf die Treppe fiel, wenn Thcnckmar zurückkam.
Da hörte sie. wie Lucian leise fein Zimm« öffnete und vorsichtig an die Glasscheibe der Vorsaaltüre klopfte.
Schnell ging sic hin und machte die Tür ein wenig auf.
„23a§ willst du noch, Lucian? Geh, sei vorsichtig! Denke, wenn uns jemand sähc," flüsterte sie ängstlich. „Ich bitte dich, gch —"
Er drängte sich durch den Spalt und legte sei«» Ar» um sich, sie fest an sich pressend.
। sozialdemokratische Landarbeiterorgan), „die sich vom Bund (der Landwirte) getrennt und den „Bauem- , bund" gegründet haben, gerade sehr erbaut sein werden, wenn sie, ausgerechnet nach obiger Leistung, sich und ihren neuen Bund vom „Landarbeiter" in zustimmender Weise erwähnt finden, und ob der „Hansa- bund" ob des gleichen Schicksals gerade recht beglückt sein wird, toollen wir gleichfalls nicht untersuchen. Interessant ist cs ja immerhin, daß das Organ des sozialdemokratischen LandarbeirerverbandeS von diesen neuen Bünde» für seine Zwecke sich viel zu versprechen scheint. Den „Gipfel" ersteigt der „Landarbeiter" in seiner Hetznummer in einem Artikel, der betitelt ist „Einiges aus dem Leben der Dienstboten in Oberbayern". Da heißt es unter anbenn:
Daß unter solchen Umständen (d. h. bei den vom »Landarbeiter' angegebenen Löhnen) nicht geheiratet werden kann, verstehe sich von selbst. „Mau denke aber ja nickst, daß dieferhalb Knechte unb Mägde Zölibatäre find. Im Gegenieik wird ziemlich fleißig für Nachwuchs gesorgt, der hinwiederum den Bauern zugute kommt. Es finden sich immer Bauern, die dann I
würdigen und durchaus friedlichen (!) Demonstrationen (gegen bte preußische Wahlrechtsvorlage. D. R.) in einer Anzahl Städte von der Polizei brutal zu verhindern gesucht wurden. In Frankfurt a. M., Halle a. Saale, Königsberg, Neumünster und in einigen Stadtteilen Berlins lieferte die Polizei den friedlich äahinziehenden Ardettern und Bürgern blutige Straßenschlachten. Mtt dem scharsgeschliffene» Säbel und dem Revolver wurde blindlings ohne jeden Anlaß auf die Menge eingehauen und draui- los geschossen. Und bei diesem Gemetzel wurden weder Greise, Frauen noch Kinder verschont. Ein Schutzmann hieb auf ein Kind mit dem Säbel ein, das in einem Kinderwagen von seiner Mutier über die Straße geführt wurde. Hunderte von schwer und leicht Verwundeten bedeckten überall den Kampfplatz.
Darunter folgt eine bildliche Darstellung dieser Schauergeschichte. Die ganze Mär ist in dieser Form ja gründlich verlogen und geschwin- d e l t. Aber ohne Zweifel sehr wirkungsvoll auf die Gemüter einfacher unb mit den wirklichen Vorgängen nicht vertrauter Leute berechnet. Die attatfieretit Kinder und die „Hunderte von Verwundeten" sind zu die-1 sein Zweck noch eigens dazu gelogen- Daß aber die Herren „Genossen" und ihre Wahlrechtsdamen durchaus nicht jo friedliche Leute waren, beweisen die! Steine, die sich in Frankfurt z. B. — wahcschein-1 sich von selbst — in ihren Taschen eingefunden hatten und die — wohl mich wahrscheinlich durch eignen Inmrn Drang — plötzlich aus den Taschen heraus! und auf die Kopfe oct Schutzleute flogen Wenn nur nicht auch hierbei, bei dieser Bewegungslust von Stci-1 neu unb von Flaschen unb von gemahlenem Pfeffer, auch irgend ein abgründiger Zauber der „Junker und Pfaffen" mitfpiette' Denn die sind ja doch nach dem „Lmidarbeiikr" sonst an allem und jedem schuld!
Ganz und gar enthüllt sich der liebliche Dust sozial-1 demokratischer Agitationspraxis aber an folgenden Stellen, die wir nur wiederzugeben brauchen, um die I ekelhaft gemeine und unsäglich niedere Art in Erschei-1 nuug treten zu lassen, die die Svzialdemorattie zu I Zwecken der Lundagitation für gerade gut genug hält. In e' teilt Artikel „Der Bund der Landwirte im I Zirkus" heißt es unter andern, :
Nun bleibt mir gtföligft einmal imi Leibe
Omit all dem fade» Zeug, das nrii gründlich den Magen verdorben hat, ohne gegen meinen Katarrh wirklich zu Helsen. Jetzt will ich Sodener O haben — aber beb mir auch nur bie ächten von „Fay' gebracht werden. Man hört's überall, daß die mtt fo einem Katarrh tm Handumdrehen attfräiuxe» und nebenbei auch für Magen und Darm eine Wohltat sind. Fays ächte Sodener gibt*# in Apotheken, Drogerien re. für nur 85 Pfg. pro Schachtel.
£ittrarifd}e$.
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* Die amerikanische Einwanderungsbehörde hat'Steinzeit Amulette au3 Stein, Scherbe» von bekauntgegeben, daß jeder in der Zett zwischen bem 1.1 Sß- »nd Trinkgeschirr, anch noch vollständig erhalten« Mai und dem 31 Oktober in den Vereinigten Staaten Sachen, Tiegel unb Knochen sind bereits gefunden eintreffenbe, über 18 Jahre alte Einwanderer außer I worden. Ebenfalls find verschiedene Ecdwohmmgeu dem Billet zur Fahrt nach seinem endgültigen Bestim-1 bloßgelegt worden.
muugsort noch wenigstens 25 Dollars Bargeld und tu I u... u
der Zeit vom 1 November bis 30. April (außer bem
Billet) wenigstens 50 Dollars in seinem Besitz haben vCrinljUflCS.
muß- Für Familienmitglieder unter 18 Jahren sind . @e|e„ Graftn Zeppelin hat bet Mechanikei außer dem Billet ,2 Dollars und 50 Cents vorzuwei-1 Böhler bei der ersten Zivilkammer des Landgerichts ftn. Wer diese Bestimmung u^t erfüllt, wird von der g eine Schadenersatzklage angestrengt. Landung in Newyork unerbittlich ausgeschlossen. I Böhler butte bei dem Ecklerdinaer Aalloimnolück
' I bie Hasen zweimal fetzen unb auch bet erste Satz : I bis zum Herbst gut entwickelte Nachkommen liefert, , I wirb sich der in den letzten Jahren stark bezmierte I Hasenbestanb roieber einmal erheben. Auch bie Aus- ; I sichten auf die Rebhühuerjagb sind bis jetzt gut.
I — Die Rhönberge zeigen nach vornberziehenden ! Aprilfiürmen der le ten Tage immer noch einmal I schneebed eckte Häupter. Die Vegetation ist auch in der Rhön Heuer schon weit vorgeschritten.
I Für die Frühjahrsfactt und die Obstdämue ist ge- I lindes Wetter wünscheusivert.
* Vacha, 06. April 1910. Die Holzflößerei I auf der Werra icheint in neuerer Zett wieder eine I wesentliche Steigerung zu erfahren, nachden: in frühe- I ren Jahren ein zieiiüicher Rückgang in der Holzflößerei wahrzuuehineu gewesen ist. In den Forsten des Thü-
I ringet Waldes ist jetzt der Holzabfchlag größer als früher.
* Schotten (Oberhessen), 26. Avril 1910. Auf I der Grube „Friedrich' bei Trais-Horloff geriet ein 119jühriger polnischer Arbeiter unter bie Roll- 16 a b n, die ihm den Bruftkafren einfcrüdte, was seinen
i sofortigen Tod herbeiführte.
* Gießen, 25. April 1910. Eine originelle Art, I einen scheidenden Ko mmili tonen zur I Ei s e n b a h n zu bringen, betätigte gestern spät abends leine hiesige Korporation. Die Mitglieder hatten ihren I KÄeurbruder in einen Kinderwagen gesteckt, fo zum k Bettiuer Schnellziig 12.31 Uhl bis auf den Bahnsteig I I geb:lieft unb in stattlicher Anzahl de» sonderbaren I Transport in Kucipjcicken begleitet. Ms bet Zug den I Bahnsteig verlassen hatte, saugen die Burschen und | I Füchse mit Hirmonikabegleitung dem Scheidenden I ein Abfchiedstteo.
* Marburg, 27. April 1910. Unter großem Andrang wird hier gegenwärtig das vaterländische Volks-1 bühnenspiel „Königin Luise" von Gymuastaldireftor I Dr. Mbert Gemoll aus Strlegau allabeublich cmfge- führt. Der Reincrlrag soll dem Fonds zur Errichtung eines K r e i s-K tiegerdenkmals in Mackurg I | zufließen — Gin junger Mann, dem feine Mutter I I Vorhaltungen über feinen liebedidiat Lebenswandel I machte, ervoste sich hierüber derart, daß et mit bem I Messer auf seine Mutter elnbiang. Glück-1 lic^crtocife konnte ihm das Messer abgenommeu wer-1 dem In ferner Wut zertrümmerte der nette Sohn I hierauf eine Fcssierscheibe, wobei er sich die Hand I schwer ocrlchtc.
* Ktrnckfiwt «. W, 25- April 1910. In einem Zi- vilpcc^eß btcntrugk gestern eine Partei die Ve rneh-1 mung von 300 Personen als Zeugen. Tas Gericht ging aber auf diesen Vorschlag nicht em, da der I Prozeß dann wohl in den nächsten zehn Jahrerl nicht I beendet sein ». erbe.
* Kassel, 27. April 1910. Zur Reuverankernng I
der Drahtbrücke sind die Arbeiten in vollem!
Staat Sleuern zu bezahlen . nopcl begeben. n uao x 0"I«««»*funfaffenben Reparatur unterzogen worden.
Wir wollen uns damtt begnügen, diese „Lehtung" I * Der Kronprinz Konjiantin von Grirchritland I Profcffois m^^GA^inäen^wertren^seit
jenlgtil ([, n-n«t d-->Di, L-»j- di. AL