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Samstag den <6. April MO.
37. Jahrgang.
Wclaer W Zeitung
<. Blatt.
Vrv» uit» Verlag der Fuldaer Actiendruckere« ht Fulda.
Auf Vorschlag des Präsidenten soll von einer
all.
bei säßen.
Kleines Feuilleton
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 15. April 1910. Auf der. Tagesordnung steht die Rcichsznwachssteuer.
für den Nuskunfihcisckenden verbunden und zum Sammeln der Gelder ist recht deutlich und für jeden sichtbar eine Sammelbüchse angebracht mit der Ueber-
„Schrne^gefirhl" hatten und für die daher Freisprechung erfolgte, so kam der Sergeant mit sechs Wochen Mittelarrest für 25 „mindecschwere" Fälle von Mißhandlung und einige Fälle von vorschriftswidriger Behandlung davon. Gegen dieses Urteil hatte der ^Gerichtsherr Berufung eingelegt. Er wünschte Feststellung des ursächlichen Zusanimen- hanges zwischen den Mißhandlungen und der geistigen Erkrankung und auch, ganz abgesehen von dieser Fest- stevung, eine höhere Strafe. In der gestrigen Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht gab Stabsarzt Prof. Dr. Marx als Sachverständiger sein Gutachten dahin ab, es sei möglich, daß der Ausbruch der im Anmarsch begriffenen Geisteskrankheit durch ine schlechte Behandlung beschleunigt worden sei, aber seststellen könne ntan es nicht. Der Vertreter der An- Nage Kriegsgerichtsrat Mchorz, ließ darauf den 'ersten Teil der Bemfungsbegründung fallen, aber mit seinen Ausführungen über eine trotzdem notwendige Erhöhung der Strafe dürfe er freiten Kreisen aus der Seele gesprochen haben. „Wenn wir, so führte er aus, „derartige Vorkommnisse so milde anfaffen, wie es toS Kriegsgericht getan hat. dann wird uns der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß es uns mit der Durchführung des „Versprechens von oben", die Soldatenmißhandlungen sollten aufhören, nicht ernst sei." Greife man aber in ein Wespennest, dann müsse man fest zugreifen, und da sei vor allem die Abhaltung vom Beschweren, die vom Kriegsgericht mit drei Tagen Mittelarrest angerechnet worden fei. viel härter zu bestrafen. Er beantragte dafür vier Monate Gefängnis, für die Mißhandlung am 6. Januar im Boot zwei Monate Gefängnis und für die übrigen Mißhandlungen Arcestftrafe, alles in allem echs Monate Gefängnis. Ta man aber im Interesse der Armee durch solche Elemente, die durch ortgesetzte Mißhandlungen die Versprechungen von
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oben durchkreuzen, einen Strich machen müsse, so ch Mirage er ferner die Degravlerung des Angeklagte, Das Gericht verwarf die Berufung. D« Angcklagte sei kein systematischer Leuteschinder. Sein Handlungen seien nicht unehrenhafter Gesinnung ent sprungen. Insbesondere stelle sich die Mißhandlun !M Boot als durchaus harmlos dar, denn ein Zeuge habe die Drohung des Sergeanten, er werde den Rock- taichel ins Wasser werfen, nicht für ernst gehalten. Zu einer Erhöhung der Einzelstrafen wie der Gesamt- strafe und zur Degradation liege fein Grund vor.
4- Das österreichische Petroleummonopol und Deutschland.
Die amerikanische Satndard Oil-Company unter der Leitung Rockefellers verfolgt seit Jahrzehnten beharrlich das Ziel, die gesamte Petwleumproduk- tion und den gesamten Petroleum-Handel in der Welt unter ihre Herrschaft zu bringen. Diese Monopol- beftrebungen haben Schwierigkeiten gefunden durch die Konkurrenz der russischen, der rumänischen und der galizischen Petroleum-Industrie
Mft der russischen Petroleumindustrie kam eine Einigung zustande, dagegen hat sich die g a l i z i s ch e
schrist: Milde Gaben für den armen Einsiedler. Wehe dem aber, der es wagte- hier hinein eine kleine Münze zu werfen, weniger als ein Zwei-Francsstück. Der ehrwürdige Alte kontrolliert sehr genau und ein zweites Mal werden Geizige nicht empfangen. Der „arme, ölte Eremit" aber besitzt in Zürich ein Bankguthaben von rund 60 000 Francs. Man muß sein Geschäft mir verstehen!
— Em evangelischer Geistlicher über die katho- lische Charitas. In der „Monatsschrift für Innere Mission", die von dem bekannten Pastor Schäfer in Mona heraus gegeben wird, veröffentlicht der protestantische Pastor Boosmann-Aoentast eine interessante Artikelserie über den Besuch katholischer Anstalten in Westfalen und im Rheinlande und über feine Teilnahme am Cyaritastage zu Erfurt. Pastor Boos- mann hat im ganzen 10 katholische Anstalten bezw Klöster besucht, darunter 20 Etziehungshäuser, 3 Irrenanstalten, 3 Jdiotenanstalten, 2 Anstalten für Epileptische, 2 für Verkrüppelte usw. UeberaB ist er wie er ausdrücklich hervorhebt, dank einiger Empfehlungsschreiben, freundlich und zuvorkommend aufgenommen worden; ja selbst in die streng abgeschlossenen Klöster zum guten Hirten hat man ihm. obwohl er stets unangemeldet kam. bereitwilligst den Zutritt gestattet. Durch die Schilderung feiner einzelnen Besuche weht eine erfrischende Objektivität, und wenn auch hier und da dem protestantischen Geistlichen eine spezifisch katholische Einffchtuna «iniaes Befremden
sten des Reiches zu verzichten. Bleibt dagegen dauernd die Möglichkeit bestehen, unseren Petroleumbedarf von einer anbeten Seite zu decken, so würde finanzpolitisch der Einführung des Monopols fllr das Reich kein ernstes Hindernis mehr im Wege stehen.
Verfügung vom September vorigen Jahres, wodurch die Lagerung von Erdöl sowie der Transport mittelst Röhrenleitungen für konzessionspflichtig erklärt wurde. Mittelst der Röhreilleitungen (Pipelines hat die Standard Oll Company ihre allmächtige Stellung in Amerika erlangt und mittelst der Tankwagen hat sie im Verkauf an die Detaillisten den Zwischenhandel ausgeschaltet. Beides ist in Oesterreich durch die Kon- zessionspflicht jetzt vom Willen des Staates abhängig gemacht. Weitaus bedeutsamer aber für die Absichten des Staates ist die Einführung der Konzessionspsiicht für die Anstalten zur Reinigung des Petroleums. Diese Absichten gehen auf die Einführung eines Petroleum Monopols. Geplant ist zunächst ein Verkaufsmonopol, dem im Laufe der Zeit wahrscheinlich ein Betriebsmonopol sich anschließen wird.
In Deutschland können wir diese Entwicklung nur mit Genugtuung begrüßen- Zwar stehen augenblicklich die Petroleumpreise in Deutschland ziemlich niedrig. Aber man weiß, daß diese Preisfestsetzung nur den Zweck hat, die Konkurrenz des galizischen Petroleums zu verdrängen, und niemand kann sich einem Zweifel darüber hingeben, daß die Standard Oil Company nach Erreichung dieses Zieles von ihrer Monopolherrschast in der rücksichtslosesten Weise Ge- | brauch machen wird. Die Stärkung der österreichischen Petroleumindustrie wird die Absichten der Amerikaner zu Schanden machen, und die dauernde Konkurrenz zwischen dem amerikanischen und dem galizischen Petroleum wird dauernd die Petroleumkreise auf der angemessenen Hohe erhalten
Es verdient Beachtung, daß durch das österreichische Petrolenmmonovol auch die Einführung des M o - nopols in Deutschland, die von vielen Seiten erstrebt wird, möglich gemacht wird. Das größte Hindernis für die Einführung des staatlichen Petroleummonopols in Deutschland war nämlich bisher die Besorgnis, in dem Bezug von Petroleum allein auf die Amerikaner angewiesen zu sein. Die Standard Oil Company würde gewiß sich nicht oder doch nur gegen anßerordenttich hohe Entschädigungen dazu bereit ftnden lassen, auf ihr Privatmonopol zu Gun
AU5 dem Nachbargebiete.
♦ Frankfurt a. M., 15. April 1910. Am 6. Januar wurde der R e f tu t Rocktäschel von der 1. Komp. 21. Pionierbataillons in Kastel als unheilbar g e i ft e 8 g e ft ä r t in das Lazarett eingeliefert. Da dies in kurzer Frist der zweite Fall war, daß ein Rekrut von der Korporolschaft des Sergeanten Schultz geisteskrank ins Lazarett kam, so ging man der Sache nah. Da ergab sich denn, daß dem Sergeanten Schultz die Hand allezeit sehr lose faß. Er schlug, stteß und trat die Rekruten bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Ein besonderer „Liebling" des Sergeanten mar Rocktäschel, obwohl er, wie ein Kamerad bekundet, in der Instruktion einer der besten war. Einmal erhielt Rocktäschel einen Faustschlag, daß er der Länge nach hinfiel. Als eines Sonntags der Kom- pagniebefthl lautete: Ausgang, aber vorher die Sachen für Montag in Ordnung bringen, da versalzte Schultz feinen Leuten den Ausgang dadurch, daß er ihnen, als sie fertig zu fein glaubten, alle Spinde aus- räumte, die Sachen auf einen Hausen durcheinander warf und dann wieder einräumen ließ. Daß sich die jungen Soldaten nicht beschwerten, dafür hatte Schultz gesorgt. „Wenn Ihr Euch beschwert, dann Passiert mir gar nichts, und Ihr seid die Dummen!' hatte Schultz zu ihnen gesagt, und dos hatten sie sich hinter s Ohr geschrieben. Am 6. Januar wurden auf dem Rhein Pionierübungen gemacht. Den Mannschaften war schon vorher das schlechte Aussehen Rock- taschels ausgefallen, und auch Schultz gibt zu, er habe an diesem Morgen gemerkt, daß der Rekrut nicht recht im Kopfe sei. Trotzdem fuhr er auf den armen Menschen los, weil er schlecht ruderte, packte ihn am Halse, druckte ihn über den Rand des Bootes und drohte, ihn ins Wasser zu werfen. Von diesem Moment ab war es mit Rocktäschel vorbei. Vor dem Kriegsgericht erklärte Stabsarzt Dr. Romberg, es sei höchst wahrscheinlich, daß der Ausbruch der schon vorhandenen geiftigen Belastung in ursächlichem Zusammenhang mit den fortgesetzten Mißhandlungen und Schikanierungen stehe- Das Gericht aber verneinte den Zusammenhang, und da sich ihm eine ganze Menge von Mißhandlungen nur als „scherzhafte Berührungen" darstellten, bei denen die Soldaten kein
Literarischer.
Pius X- und Theodore Roosevelt. Im neuesten Heft 16 der „A l l g e m e i n e n R u n d s cha u' (Wo- chenschrift für Pvlttik und Kultur, Herausgeber und Verleger Dr. Arnim Kausen in München, Quartalspreis 2,40 Mk.) wird diese sensationelle Affäre, welch« von der gegnerischen Presse in aller Welt so gehässig verzerrt wurde, von bestunterrichteter Seite (Dr Paul Mar Baumgarten in Rom) in das rechte Licht gerückt.
1 Leitaufsah schließt sich ein interessanter Ärmel über „Das religiöse Leben in den Vereinigten Staaten von Nordamerika' von Dr. Hrch. Beisenberz ^ber auch der übrige größtenteils sehr aktuelle Inhalt ist beachtenswert: Der Kampf im Baugewerbe. Die Probe auf die Massenversammlungen im Freien Die zweite Abstimmung über die preußische WM. rechtsvorlage. (Weltnmdschau.) Bon Fritz 9Hentern- per — Der Augsburger Katholikentag. Von Dr. Hans Rost. — Schulgeographie. Ein Beitrag zur „Inferiorität. Von Rechtsanwatt Dr. Brüning usw.
vermischtes.
* 3* lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurde der Erdarbeiter Galla aus Gelsenkirchen der in d« Nacht zum 6. Juli v- I. den Arbeiter Leber in ber Nähe des Bulmker Stadtgartens beraubt, ihm den Kopf abgefchnitten und die Leiche der Kleider beraubt hatte.
* Der bayerische Bierkrieg. Vor einem Gafthause m Niederbayern hatte der Witt ein Plakat heraus gehängt, auf dem geschrieben stand: „Lieber Biertrinker, wegen der Bierpreiserhöhung wende Dich an den Reichstag!" Das half chm aber nichts- — In einer Schule ließ der Lehrer über den Halleyscher, Kometen schreiben. Ein Junge schtteb: „lieber unsere Gegend hat der Komtt schon schweres Unglück gebracht: die Bierpreiserhöhung." An dem Aufsatz witt> Vater wohl rnttgeholsen haben! — In Simbach b. L. zog ein Trupp von etwa 50 Mann von Wirtshaus zu WittshauS. UeberaB wurde die Frage gestellt: „Was kostet's Bier?" Und wenn die Antwort der Witte lautete: „24!", ertönte das Kommando: „Kehrt marsch!" In Reisbach gingen etwa 70—80 Mann mit einer Tafel: „Kampf gegen das Bier zu 24 Psg.)" den Matttplatz auf uns ab und kauften sich bann das Bier im Faß zu 20 Psg. In Pilsting wurde auf dem Marktplätze, nächst dem Kttegecdenkmal, von den „tieftrauernb Hinterbliebenen des dahingeschiedenen alten Bierpreises" eine hohe Stange aufgestellt, auf der ein deckelloser Maß- kmg befestigt ist, den eine schwarze Schleife schmückt, welche die Aufschrift trägt: „Letzter Gruß!" Auch anderswo haben gesunder Sinn und Hunior gar bald der Bevölkerung über die ersten Qualen des Entsagens hinweggeholfen. - Der Streck machte zunächst bei den Brauern und Witten keinen Eindruck. Erst als die Bauern in den wohlhabenderen Gegenden Gelder zur Gründung von Genoffenschaftsbrauereien sammelten — eine solche wurde inzwischen gegründet, und für eine zweite sind bereits 120 000 Matt gejammert — da erfaßten fte den tragischen Ernst der (Situation. Und man kann heute schon sagen daß die Streikenden den Kampf gewonnen haben. Denn in einzelnen Bezirken haben die Brauereien den PreiS sür das Land wieder auf 20 Pfennig ermäßigt. Sie tonnten nicht einmal die Erhöhung durchsetzen die durch das neue Gesetz gerechtfertigt wäre.
* Ungarische Kunstschüler haben im Su ba-> e ft e r Künstlerhause zahlreiche Bilder mit dicker, brauner Farbe überschmiert aus Rache dafür, daß ihre zur. Ausstellung angemeldeten Bilder von der Kommission zurückgewiesen wurden.
panierende Kutte und benimmt sich auch sonst sehr Respekt einftösend. Sein Heim besteht in einem Fel- senloche auf mäßiger Bergeshöhe in einsamer Gegend aber es ist dafür gesorgt, daß von allen Setten gut gepflegte Wege mit Wegweisern zur weltfernen Klause führen Kommt man enolich nach längerem nicht unangenehmen Spaziergänge am Ziel an, so findtt man den Eremiten meistens damtt beschäftigt, sein vor der Wohnung liegendes Gemäsegättlein zu bearbeiten oder er sitzt beschaulich im Sonnenschein und — klöppelt Spitzen. Das Innere seiner Wohnung zeigt wenig von körperlicher Enthalffarnkeit und leiblichen Bußen es befindet sich in bet Höhle sogar elektrisches Lichh das seine Nahrung von einer kleinen Dynamomaschine erhält, welche wiederum von einem naben Wasserfall getrieben wird. Der Boden ist mit ae- schmackvoll, geflochtenen Matten belegt, das Bttt weich und bequem, und die Bettwäsche, wie auch das weiße Linnen, das über den geräumigen Tuch ge- 6mt?.ifLtr50t ^mlich kostbare Spitzenumrandung - gleichfalls eigene Erzeugung. Eine gute Schweizer Uhr gibt die Zeit an und tn einer Ecke befindet sich sogar ein Telephonapparat, durch den der Eremtt Proviant aus dem Tale bestellt, um die täglich sich einfindenden Besucher berortten zu können Dies tut er nämlich mit großer Vorliebe, aBerbingä nicht umsonst und fo hat sich seine Einsiedelei zu einem sehr rentablen Bergrestaurant heraus gebildet, das insbesondere von Enaländerinnen zahlreich freoentiert
notwendige Beamtenvermehrung die Erträge der Steuer verschlungen werden.
Staatssekretär Wermuth wiederholt angesichts der Ausführungen des Vorredners die dringende Mahnung, das Gesetz nicht zu beschweren.
Abg. Raab (wirtsch. Vgg.): Wenn irgendeine Vorlage einen Zeiwerlust nicht gestattet, so ist es diese!
Abg. Aietsch (Soz.): So große Eile ist doch nicht vonnöten. Charakteristisch ist, daß die Regierung jetzt die Erbgänge freiläßt. Vor allem auch der Wertzuwachs der Kirchengüter mußte herangezogen werden.
Die Vorlage wird an eine Wgliedttge Kommission verwiesen.
Samstag: Reichsbesteuerungsgeseh; AufstandsauS- Saben für Eüdwesiafrika; Fernsprechgebührenordnung.
ein geflößt hat, so hält er doch nicht mit seiner Anerkennung des Gesehenen und Gezeigten zurück. „Ich habe mich bemüht", fo schreibt er am Schlüsse feine» lesenswerten Aussatzes, „völlig vorurteilsfrei an alles heranzutreten, alles ganz unmittelbar auf mich Witten äu lassen Wenn ich nun auf das Gesehene und Er- lebte zurückblicke, so kann ich nicht anders als rück- hattsloS anerkennen, daß auf katholischer Sette rastlos und eifrig charttativ gearbeitet wird, besonders seit den lebten zehn Jahren, daß ich ferner den Eindruck batte, daß an den meisten Anstalten ein durchaus ae- ander Geist herrscht Von irgend welcher unnatüp h$en Aszese habe ich in den von mir besuchten Häu- sem mchts gefunden." - Das find Worte, welche dem vorurteilsfreien und eifrigen Pastor alle Ehre machen ArHtn£enotoCtlano8 btt3U beitragen, daß von beiden christlichen Kmifeffionen wie bisher, so auch hinfort bcr Liebe" wohl immer eis.
fneblic£)en Kebenemanberarbeiten betrieben wird. Nicht zuletzt sollten aber diese Aeuße- rangen des protestantischen Geistlichen auch dazu bei- tragen, die schroffen Gegensätze, die nicht auf charita- twem Gebiete liegen, zwischen den beiden christlichen Konfessionen zu mildern.
— Nene Orthographie. Der Erfinder einer deutschen Orthographie schrieb an die Newyorker Staats» zeitung „fererte redakzion! ich mechte ft biten. nach- folgende proben der von mir erfundenen neien vereinfachten othographie in item geschezten blote zu vereffentlichen." — Die Redaktion genannten Blattes antwortete kurz darauf und treffend: „lasens iuen Heimgeigen, feiertet her, wir haben fir solchen bledsin keine Verwendung."
— Eine fiihtftterm. Ein Stadtkind schaut zu, wie die Bäuetm die Hühner füttert Unter anderem bekommen oie Hühner auch klein zerdrückte Eierschalen vorgestreut. „Aber Mama, die Henne ist doch das klügste von allen Haustieren", meint das Kino. „Warum mein Kind?" — „Die Bäuerin sagte mit, die Henne legt jeden Tag em Ei. Jetzt frißt fte erst dw Schalen und bis morgen muß sie das Ei zusa m mengefetzt haben. Des ist doch eine große Kunst.
— Wie hell wird bet Halleysche Komet? Mit dieser Frage beschäftigt sich M. Ebell in der letzten Nummer der Astronomj|chen Nachrichten. Nur von der letzten Sonnen, ähe des Kometen im Jahre 1835 liegen genügend zahlreiche Helligkeitsschätzungen vor, die es ermöglichen, die damaligen Erschelnungen auch auf die diesjährige Erscheinung zu übertragen; aus den früheren Daten, die sich bekanntlich bis in den Anfang der Regierungszeit des chinesischen Kaisers Tsin Shi Hoangti (247 v. Ehr.) verfolgen lassen, konnte bereits vor einigen Jahren btt Wiener Astronom Holatschek nur fo viel feflfteöen, daß die Helligkeit des Kometen — natürlich bezogen auf eine bestimmte Einheitsentfernung von der Erde und von der Sonne — in den verflossenen beiden Jahrtausenden im wesentlichen bie|elbe geblieben sei. Ebell findet nun zunächst, daß bet bisherige j Verlauf der Erscheinung von September 1909 bis Februar 1910 durchaus der entsprechenden Lage des Gestirns im Jahre 1835 entspricht, worin eine gewisse Gewähr für d'e Gültigkeit bet für Mai vorausbetechneten Helligkeitswette liegt. An dem Datum des Perihels, also am 20. April, wird der Komet demnach erst die dritte Slerngröße erreichen und dann rasch dis Ende des Monats um eine Größenklasse zunehmen. Vom 10. bis zum 30. Mai wird er jedenfalls Heller als erster Größe fein, also trotz seiner tiefen Stellung des Morgens und (vom 19. ober 20. Mai an) des Abends gut mit freiem Rüge beobachtet werden können. Da etwa von Anfang Juni an die Bewegungsrichtung von Erde and Komet gerade entgegengesttzt ist, mit anderen Worten, das Gestirn fast in der Blickrichtung von »er Erde davoneirt, so ist auch um diese Zett die Helligkeitsabnahme von Tag zu Tag recht beträcht- Üch; immerhin dürste der Komet erst Mitte Juli, » nn er unter die fünfte Größenklasse herabsinkt, für ein durchschnittliches Auge unsichtbar werden-
gemeinen Erörterung der vorjährigen Finanzreform Abstand genommen werden. Trotz bes Widerspruchs der Linken hält der Präsioent feinen Vorschlag aufrecht.
Reichsschatzsektetär Wermuth begründet die Vor- »age. Die baldige Einbringung der Vorlage war dadurch geboten, daß die Gemeinden immer mehr dazu übergehen, für sich die Wertzuwachssteuer einzuführen. Der Entwurf härt sich möglichst an den § 90 des Reichsstempelgesetzes. Ernstlich erwogen wurde, inwieweit der
Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben weist diese Bemerkung mit Entrüstung zurück. (Beifall rechts. Lä -m bei den Soz.) Wenn der fiskalische Grundbesitz freibleibe, fo dürfe man doch nicht übersehen, daß die Staaten, die durch Steuerfreiheit gewährten Gewinne zur Befriedigung öffentlicher Bedürsniffe verwendeten.
Abg. Cuno (Volksp.) erklärt, daß auch seine Partei sich auf den Boden der Vorlage stelle, wenn eine angemessene Beteiligung und Bewegungsfreiheit der Gemeinden in Aussicht gestellt werde. Im übrigen mache die Vorlage den Eindruck der Plusmacherei.
Reichsschatzsekretär v. Wermuth legt nochmals dar, daß von einer Plusmacherei nicht die Rede fein könne.
Abg. Dr. Weber (natl>: Auch unsere Parier steht dcr Vorlage sympathisch gegenüber. Wir meinen aber, daß die Gemeinden stärker an den Einnahmen beteiligt werden müssen.
Abg. Dr. Spahn kZentr.): Bei der Ausnahme, bie die Vorlage gesunden hat, ist ihre Annahme wahrscheinlich. Wenn daS Gesetz zur Folge haben wird, daß der Grundbesitz möglichst in festen Händen bleibt, so ist das eine erwünschte Nebenwirkung. Die Vererbung wollen wir frei halten. Die Erbschaftssteuer wollen wir auf diesem Wege nicht wieder hineinbringen. (Sehr gut! rechts und im Zentr.s Ob die Gemeinden 40 ober 50 Prozent ober bte Einzelstaaten 6 ober 10 Prozent erhalten, ist für uns eine nebensächliche Frage. Aber baran werden wir in der Kommission unter ollen Umständen festhalten, daß die ganze Steuerrelorm nicht dadurch wieder zunichte gemacht wird, daß Einnahmen, die das Reich hat, ihm nicht wieder genommen werden. Es ist erwünscht, daß etwaige Ueberschüffe zur Schuldentilgung und nicht zur Deckung lausender Ausgaben verwendet werben. Von großer Bebeutung tst ber § 15, der die vom Ber- äußerungspreise zu machenden Abzüge regelt. Es wird in der Kommission eingehend geprüft werden müssen einer feits ob die Bestimmungen die schwierige Frage eindeutig genug regeln, andererseits, daß die Initiative des Eigentümers nicht durch Besteuerung seiner persönlichen Leistungen gedrückt rotte. Einer eingehenden Prüfung bedarf auch die Art, wie Steuerumgehungen verhindert werden können. Mit ber Befreiung des Reiches, des Staates und der Gemeinden sind wir einverstanden.
Abg. Dr. Arendt <Rp.): Nufere Bedenken richten sich hauptkäiblich gegen oie rückwirkende Kratt der Steuer bis 1871. Wir rürchten ferner, baß burch dte
Autonomie ber Gemeinben freier Spielraum gelassen werben könne zur Berücksichtigung ber örtlichen Verhältnisse. Doch mußte auch bie Gefahr einer Der« .virtenben Buntscheckigkett unb die Möglichkeit der doppelten Veranlagung vermieden werden. Von einer Plusmacherei kann nicht die Rede fein. Das Reich hat bei der Ausführung des Stempelgei etzes eine Selbstlosigkeit bewiesen, die mir manchen Seufzer entlockt hat. Wir bitten die Vorlage noch in der gegenwärtigen Tagung zu verabschieden. Wenn die Verabschiedung derselben bis zum Winter verzögert wird, besteht die Gefahr, daß die Regelung durch die Gemeinden und die Bewegung auf dem Grundstücksmattt weite Kreise ergreifen wird und bann bte Regelung auf bet jetzigen Grunblage nicht mehr möglich ist. (Beifall.)
Abg. Gros Westarp (kons.): Wir werden gerne an
Einzelheiten werden wir in der Kommission znrückkom- 2.^ ” 20 Jahren ihre Ausfuhr
men. Im weiteren rieht Redner einen Vergleich zwi- von 12 000 auf 2 Millionen Meterzentner Petroleum schen der Erbschaftssteuer und ber Zuwachs- erhöht hat, bis jetzt mit allen Kräften dagegen gewehrt, steuer und kommt zu dem Resultat, baß bie letztere sich unter die Herrschaft der Amerikaner zu begeben, den Vorzug verdiene, da sie nicht nur eine gerechte. Die Folge war ein erbitterter Konkurrenz- °'cht. erträgliche Besteuerung des x a rn p f, die Amerikaner versuchten durch außerordent- Eigentumsuberganges darstelle. liche Preisunterbietung die österreichischen Raffinerien
,,, stimmt der Tendenz der Vor- von dem deuffchen und fogar von dem österreichischen
stimm mögen b e d enklich er^lrt? Da? ^g e 11 e v or^ allem ff^ktezuberdräng-n. In diesen, Kampfe müßte die von der Bestimmung, daß durch Erbschaft überge- osterreichlschePetroeumindustrieweun fte auf ihre gaugeuer Grundbesitz, ferner der Grundbesitz der Fidei- eigenen Hilfskräfte beschrankt bleibt, unterliegen. Deskommisse und der siskalische Grundbesitz steuerfrei halb hat sich die österreichische Regierung deran- blerben sollten. Das bedeute eine unbegründete Be- laßt gesehen, der Pelroleumm duftete ihres Landes zu tzürstigung ber Agrarier unb ein geradezu obioses Hilfe zu kommen. Sie hat jüngst eine Verordnung &1-«ulf -.el ^"ttchsung Grundbesitzes der erlassen, woirach das Gewerbe der Petealeumrafsinie- E bürte frrf-fdas «-setz M, aber rung konzessionspflichtig ist, gleichzeitig vi>stschaftsministetiurn bie gerissenstenP®tunbftürfsschte- ~.er “ud) &cr P^leunwerttleb mittelst Tankwagen. r"r'—. i iw Die Verordnung steht nn Zusammenhang mit der
in C t; ^^lerbrunnentale wird. Aber die Damen kommen nicht allein um sich
^n„sdmfrCnrBüt £$ fett längerer Zeit an Speise und Trank zu laben, sondern well der Ein
üettteb^n kckrint der es sehr gut zu sirdler auch im Gerüche sieht, verschiedene gute Rat-
verstehen scheint, uch das Leben Nicht gerade unan- schlüge erteilen und sogar in die Zukunft blicken zu
genehm zu machen, urtb der ferne ftlaufe" mit allen können. Allerdings macht er von letzterer Gabe nicht
Bequemlichkeiten einer modernen Technik ausgestattet, für Jedermann Gebrauch und man muß schon häiifi-
®er gnte Mann tragt allerdings auch einiger-! ger Gast bei ihm gewesen sein, um des Vorzugs teil«
mafjen dem großen (Fremdenverkehre der Gegend Rech- j hastig werden zu können, daß der Einfiedler seinen
nung, und insbe|onoere Derfteyt -- unbedingt etwas. Seherblick in die Zukunft schweifen läßt. Natürlich
von „romaiitl'cqer Äufmachung eo N sich dieser ist auch eine solche Prophezeiung mit kleinen Unkosten Eremtt, der allerdmgs mit beschaulicher Frömmigkett L — ,"r '
wenig zu tun hat, einen auffallend langen Bart beigelegt, trägt ferner eine Ehrfurcht heischende und im-