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Samstag den 9. April (9iv.
57. Jahrgang.
• fuldaer W Leitung Ä
4. Blati
Druck und Verlag der Zuldaer Attieudruckerel iw Zulda.
glühenden Steinen. 1329 wurde Catania zum dritten-
bruar eintrat. Catania stürzte durch das Erdbeben vollständig ein, die wenigen Ueberlebenden retteten mit
Im allgemeinen scheuten die Alten das Hochgebirge. Aber es scheint der Aetna doch von Naturforschern (Philosophen) des Altertums der Untersuchung wegen besucht worden zu fein. Von Empedokles erzählt die Sage, daß er in seiner Wißbegierde sich zu Weif vorgewagt habe, in den Schlund des Berges gestürzt sei und dort seinen Tod gefunden habe.
Schon Diodor berichtet von einem Ausbruch des
nis baut, sondern in der Nähe seiner Mitmenschen, muß es sich gefallen lassen, daß er auf seinem eigenen Grund und Boden das HmiS nicht so stellen darf, wie es ihm nach reiflicher Uebeclegung zweckmäßig erscheint. Fast immer wird nämlich dem Bauenden innerhalb eines gewissen Abstande? seines Hauses von der Straßen grenze des Grundstücks, der sogenannten Bauflucht, die Hauptrichtung deS Gebäudes polizeilich vorgeschrieben, und zwar parallel zur Bauflucht? Natürlich wird eine vernünftige Orientierung des Hauses dadurch in vielen Fällen unmöglich Daß eine' derartige Vorschrift in Straßen mit Reihenhäusern ihre Berechtigung hat, wo ein Haus am andern klebt, wird niemand bestreiten. Was sie aber bei landhausmäßiger Bebauung der Straßen soll, wo ausreichende Gartenflächen die einzelnen Häuser von einander und von der öffentlichen Straße scheiden, das kann nur der wissen, der diese treffliche Verordnung ausgedacht hat. Es war sicher kein wirklicher Baumeister! Wie dem auch fei: wer an der Straße baut, muß diese unnötige Beschränkung seiner Bewegungsfreiheit nun einmal hinnehmen.
In jedem Falle ist die richtige Wahl der Baustelle von der allergrößten Bedeutung für die brauchbare Gestaltung des Hauses. Daher sollte sie nur nach reiflicher Uebeclegung erfolgen, und der Bauherr tut gut daran, den Bauplatz nicht nur danach auszusuchen, ob et bequeme und reichliche Verbindung ins Siadtinncre, zum Büro oder zum Geschäft aufweist. Bereits in diesem Stadium der Angelegenheit muh der sachverständige Rat des Architekten gehört werden, um dadurch einen Kardinalfehler zu vermeiden, dessen Folgen später nur mit den größten Schwierigkeiten, oft genug überhaupt nicht mehr zu beseitigen sind.
jedem Satze stottert er. Auch blalen sie häufig die Backen auf — ein Gegenstück zu dem „amhas iratus
mal dem Erdboden fast gleichgemacht. Trotzdem ließ sich die Bevölkerung nicht abschrecken, weiter an dem Ort zu bauen und zu wohnen. In dem 15. und 16. Jahrhundert überzogen sich die Abhänge des Aetna mit Siedelungen. Da spaltete sich plötzlich im Jahre 1537 der Aetna zu gleicher Zeit an verschiedenen Stellen. Die hervorgestoßenen Lavamassen verschlangen die Ortschaften in wenigen Minuten, ohne daß die Einwohner sich retten konnten.
Aber alle diese Katastrophen sind nur ein Vorspiel zu dem verheerenden Ausbruch des Jahres 16 6 9, bei dem mehr als 20,000 Menschen untergingen. Schon drei Wochen vor dem schrecklichen Tage ist der Himmel dunkel schwarz mit Wolken bedeckt, unaufhörlich rollt der Donner und zucken die Blitze. Immer stärker werden die Erderschütterungen, bis sich plötzlich, am 21. März, nahe dem Krater ein weiter Schlund öffnet. Das ist wie ein Signal: überall am Kegel öffnen sich Spalten, gewaltige Rauch- und Feuersäulen steigen auf. In furchtbarer Angst harrt die Bevölkerung, ein Tag nach dein anderen verstreicht, [ am 23. öffnen sich wiederum zwei Krater, ein glühender Sand- und Aschenregen verwüstet alle Kulturen I und endlich am 25. März erbebt der Berg bis zu seinen Tiefen, mit einem grauenvollen Getöse sinkt der riesige ^Aschenkegel in sich zusammen, ein mächtiger neuer Schlund tut sich auf udn nun strömt mit reißender Gewalt ein mächtiger Lavastrom auf Catania, verwüstet die Stadt und ergießt sich donnernd und zischend in das Meer Nur 3000 Menschen aus Catania vermochten sich zu retten. Das Meer zog sich vor den Feuermassen zurück, bann sprang es wieder an, Packte in wildem Kamvfe das feindliche Element, weithin färbten sich die Wasser blutrot und Millionen toter Fische traten an die Oberfläche- Die Sonne verfinsterte sich, wochenlang blieb sie unsichtbar, und Monde mußten erst verstreichen, ehe über die Stätte der Verwüstung der Himmel sich wieder in der alten, tiefblauen Klarheit wölbte.
Nur 24 Jahre währte der Friede. Schon 1693 erfolgte ein neuer Ausbruch mit starken Erdbeben, der Catania und 40 andere Orte in ein Trümmer- und Leichenfeld verwandelte. Nicht weniger als 60,000 Menschen sollen dieser Katastrophe zum Opfer gefallen sein.
. buccas inflat" der alten Römer. Chinesinnen sind, Not ihr Leben aus dem dichten Regen von Asche und 1 roenn zornig, aber noch weit schlimmer in ihren Gesti- nTnbonhon SötMtion 1999 hutrho ß'nMnU 2,1m hr»tOn- l fu[fifiorlen Q[§ die Manner, wenn sie ärgerlich sind:
* Wie man ein Einfamilienhaus orientiert!
Darüber spricht sich Regierungsbaumeister Went- scher im Mäczheft von Velhagen und Klasings Monatsheften folgendermaßen aus:
Das Einfamilienhaus liegt, wenigstens in seiner idealsten Form, allseitig frei und ist von einem Garten umgeben, der Lust und Licht ungehindert Zutritt zum Hause gestattet. Rur dann können sämtliche Räume des Hauses so gelegt werden, daß jeder so viel Sonne bekommt, wie er braucht; nicht mehr und nicht weniger. Schlafzimmer verlangen die reinigenden und desinfizierenden Strahlen der Mocgensonne: man legt sie also nach Osten. Für die Wohnzimmer ist die West- Litb ©übfeite des Hauses die geeignetste. Küche und Wirtschostsräume ordnet man zweckmäßig nach Norden an; denn die dort tätige Hausfrau soll zur Sommerszeit nicht noch unter zu reichlicher Sonnenwärme zu leiden haben; in der Küche ist es ohnehin schon warm genug. Allenfalls kommt noch die Westlage in Betracht, weil die Küche in den Nachmittagsstunden weniger benutzt und eintretendes Sonnenlicht dann nicht so störend empfunden wird.
So wird das Haus auf dem Bauplatz, j-ie man es nennt, „orientiert". Dazu ist notwendig, daß der Bauplatz eine solche Orientierung zuläßt oder doch wenigstens erleichtert. Und so verschiedenartig auch die Gründe sein können, die den Bauherrn zu der Wahl seines Bauplatzes bestimmen: gemeinsam müßte ihnen allen bte Ueberlegung sein, das Bauland so auszusuchen, daß die Längsrichtung des dort zu errichtenden Häuses ungefähr von Süd nach West weist, damit möglichst viel Räume an der Ostfeite und Westseite liegen können.
Nach diesen Grundsätzen wäre der Bauplan auszuwählen und bte Lage des Hauses daraus zu ermitteln. Leider machen baupolizeiliche Vorschriften in ihrer oft höchst überflüssigen Engherzigkeit die besten Vorsätze zuschanden- Wer nicht gerade.in der Wild-
Chinesische Gebärdensprache.
Von Bruno Navarra.
Gebärden sprechen bekanntlich eine Sprache, die nicht nur viel kürzer, sondern auch zumeist west eindrucksvoller ist, als dies Worte zum Ausdruck bringen können. Wenn es nun auch schon gewisse Zeichen und Gebärden gibt, die unter vielen Nationen und Rassen
= Die 0siasiatischen Franziskaner- missionen.
Vor einigen Tagen brachte die ,®etmania' eine Statistik der Franziskanermissionen in China und Japan nach der offiziellen Zeitschrift des Ordens (,Acta Ord. Fr. Min.‘)
In China obliegt den Franziskanern die Missionierung von 9 Gebieten mit 83 Millionen Heiden. Erfreulicherweise zeigt die Statistik auch im Jahre 1909 einen nicht unbedeutenden Fortschritt: Die Zahl der Missionäre hat sich gemehrt, die der Christen ist «m 8000 gestiegen, die der Katechumenen um 15 000. Der Sakramentenempfang ist, gewiß nicht ohne Einfluß des Dekretes unseres hl. Vaters Papst Pius X über die öftere hl. Kommunion, häufiger geworden; über 100 neue Kirchen und Oratorien und vier neue Schulen wurden gegründet. Von besonderem Interesse ist, daß auch die Beteiligung der deutschen Franziskaner am Mifsionswerke voran schreitet; augenblicklich wirken 40 deutsche Franziskanermissionäre in Ostaflen. Das apostolische Vikariat Nordschantung in China ist ihnen ganz angewiesen, und die Franziskanermission auf bet Insel Hokkaido (Japan) ist die Gründung »es deutschen P. Wenzeslaus Kinold aus der thüring. Provinz mit Mutterkloster in Fulda.
Die Statistik selbst zeigt folgendes Bild: 220 Patres (darunter 12 Chinesen) und 19 Brüder, 108 einheimische Terziarp ncster, 125 Missionsschwestern, gegen 800 Katechisten und Katechistinnen, 166117 Katholiken, 73 568 Katechumenen, 1450 Kirchen und Oratorien, 3091 Christengemeinden, 12 Seminarien mit 194 Seminaristen, 15 Kollegien mit 554 Studenten, 785 Schulen mit 19 303 Schülern, 3583 Kinder in Waisenhäusern, 5022 Kranke in Spitälern, 4312 in andern Anstalten, 8739 Taufen von Erwachsenen, 26 932 Taufen von Kindern (ein Teil davon Taufen in Todesgefahr), 4153 Firmungen, 1440 Ehen, 99142 Jahresbeichten, 284 756 Andachtsbeichten, 81 974 Jahreskommunionen, 452 654 Andachtskom- munionen, 45 048 Predigten und Ansprachen an Christen, 72262 an Heiden. — Am günsti osten schnitt baS den deutschen Franziskanern anvertraute Vikariat Nordschantung ab mit 27 472 Christen, 18103 Katechumenen, 45 Priestern und 278 Katechisten unbjga- techistinnen.
Dem weniger heftigen Ausbruch von 1706 folgte ber von 1792. Der Aetna spaltete sich im Plano bet Sago. Im Umkreise von mehr als 30 Meilen wurde ber Boden 90 Zentimeter erhöht unb so eine bedeutsame Umgestaltung der Erdoberfläche herbeigeführt.
Im 19. Jahrhundert sind die Verheerungen des Feuerriesen die zahlreichsten und verheerendsten aller geschichtlichen Zeiten. Nicht weniger als 15 starke Ausbruche waren zu verzeichnen, 1809 bilden sich I ^me ganze Reihe neuer Krater, zwei von ihnen entsenden ununterbrochen unabsehbare Massen glühenden Gesteins, Felsstücke von mehreren Metern Durchmesser toetben roic Kieselsteine hunderte von Metern bock in bte Luft geschleudert, von aelln Seiten des Kegels kommest die Llwaströme, die sich zum Schluß zu einem einzigen riesigen Strom vereinigen. Neben diesen Lavamaffen find die Ströme des Vesuvs wie kleine Bäche neben mächtigen Flüssen. Der Ausbruch 1819 wurde den Waldungen verderblich. 1843 floß ejn Lavastrom aus 15 Oeffnungm gegen Cronte stürzte in den Teich und verwandelte das Wasser in Damvf ber mehr als 30 Menschen tötete. *'
Jeder der folgenden Ausbrüche hat neue Riffe in den Berg gegraben, durch die glühende Massen hervordrängten. So im Jahre 1852,1865, 1874,1879. Millionen Kubikmeter von vulkanischen Stoffen förderte dabei der Unhold zutage. Gewaltiger als alle Erup- ! tionen des 19. Jahrhunderts war die vom 9. Juli 11892 am Monte Gernellaro- Die Lava gelangte bis i wenige Kilometer vor Cocello, Nicolosi und Pedara in dasselbe Gebiet, das die Katastrophe von 1910 ae^ [ sährdet. Ungeheure Damvf- und Aschenmassen schleuderte der Berg im Jahre 1899 ans Licht. Die Nauck- wolle stieg bis 5000 Meter. Bei dem furchtbaren Erdbeben, das am 28. Dezember 1908 Kalabrien und die Provinz Messina heimsuchte, blieb ber Aetna merkwürdigerweise ruhig.
Dieses Stillehalten holt der Feuerkoloß jetzt reick- lrch nach. Nach Ansicht des Geologen Vivazza über- tofft die Lavamenge, bte die Krater jetzt in wenigen Xagen ausgespieen haben, schon die des Jahres 1899 Damals mögen etwa 40 Millionen Kubikmeter Stoffe worden sein, diesmal allein an 2 Taaen 9 Millionen Kubikmeter. Das Toben des Beraes iTälÄ !°r'*Äre Ortschaften sind in Gefahr Menschenleben sind bisher noch nicht zu beklauen STbcr es ist jedenfalls noch kein Anzeichen datiw vmdand ' daß schon bald eine Beruhigung eintritt § '
Die Jahrtausende haben das Wüten des Beraes nicht zu dampfen vermocht, und eS bleibt das Schicksal ber zahlreichen Bewohner bet Abhänge, stetig in einem Paradi-fe zu leben und doch zugleich eine Hölle unftr unb über fich zu wissen.
' sie scheinen jede Beherrschung über sich verloren zu i haben
Den Gram drückt der Zopsträger auf verschiedene Art und Weife aus. Als allgemeine Regel darf jedoch gelten, daß man das Weinen nicht als Zeichen ber wahren Trauer an sehen kann; benn dieses geschieht dort häufig unb buchstäblich „auf Bestellung". Man kann nämlich schon für wenige Pfennige Frauen mieten, die bei bestimmten Gelegenheiten, namentlich bet Todesfällen, heulen unb wehklagen. Natürlich find die Tränen in China oftmals auch echt. Trauer drücken die Frauen namentlich dadurch aus, daß sie niederhocken und den Körper hin- und herwiegen. Ausfallen muß es einem anderseits sehr bald, daß ber Chinese vielfach lacht, wenn er von einem Unglücks-, ja selbst Todesfälle hört!
Große Angst und Furcht drückt er zumeist dadurch aus, daß er eingebildeten Schweiß mit dem Zeigefinger von der Stirn abwischt. Winkt ein Chinese einem andern zu, zu ihm zu kommen, so zieht er seine Hand, mit dem Handteile nach außen gekehrt, schnell ober langsam von oben nach unten. Dos Ausstrecken ber Zunge, das man in China recht häufig antrifft, hat jedoch eine ganz andere Bedeutung als wie bei uns; es gibt Furcht ober Verwunderung kund; zur gleichen Zeit werben bie Augenbrauen in die Höhe gezogen. Will ber Chinese sich an etwas erinnern, so reibt er zumeist seine Hüfte. Ist er in tiefes Nachdenken versunken, das ihn verwirrt, so wiegt er seinen Körper langsam hin und her, zieht sich Haare aus und kaut daran, oder er schaukelt auch ein Bein. Seinem Entsetzen über eine niederträchtige Tat gibt er dadurch Ausdruck, daß er eine Grimasse macht, die ber ähnelt, wie wenn man etwas riecht oder schmeckt, das einen? nicht gefällt. Man kann nicht behaupten, daß man einen Chinesen häufig erröten sieht, selbst nicht mal Kinder; bei Frauen ist eine Röte allerdings zumeist schon deshalb schwer sichtbar, weil sie gewöhnlich ftarf geschminkt sind.
Wir sehen überhaupt nur höchst selten das Gesicht eines ZopsträgerS mit dem Feuer der Begeisterung erglühen, oder daß er Spuren trägt, die darauf hiudeu- ten, daß seine Gedanken mit der Ausführung hochherziger Handlungen beschäftigt sind. Gefühllos zumeist den Vorfällen der weiten Welt gegenüber, seinen eigenen Familienkreis ausgenommen, führt der gewöhnliche Chinese das Leben eines sogenannten „Tiermenschen", wenn man die „Krone der SchSofung" in Gott-, Tier- und Pflanzenmenschen einteilt. Die Natur und das Schicksal sieht er als ein unlösbares Rätsel an. Und nur die Hoffnung auf Gewinn ober bie Aussicht auf persönliche Beförderung vermögen fein Gesicht wahrhaft aufzuheitern und ihn zur Tatkraft zu bewegen. Hierbei darf man aber anderseits nicht außer acht lassen, daß ein sorglos- gefühllos Gesicht auch die Maske fein kann, unter der man feine Gefühle und Geiftestätigkeit zu bergen versucht.
Bemerkenswert ist, daß auch in China die S ch ul- frage mehr und mehr in den Vordergrund rückt und bafe die Missionsschulen in den Regierungsschulen Nebenbuhler erhalten. Bischof Maurice von Nord- ’W treibt: „Die Schulfrage ist auch für uns eine Quelle vieler Sorgen. In allen Dörfern werden von Den Mandarinen Volksschulen gegründet, für deren Sau auch die Christen besteuert werden. Die Erzieh- ung in denselben ist aber eine durchaus heidnische." ^,.r ü° sianz mff heidnischer Grundlage ruhenden
Eltern natürlich ihre Kin- der nicht schicken, wollen sie ihnen die hl. Religion er- batten m“6 bie Missionsschulen er-
galfen, ja vermehren. Gewiß arbeiten die Missionäre t ™ ben Eigen Mitteln, die Pläne SmK*!?'Ix1' .r So gründete p. Kilian Menz ckin<mÄ. '"«.F""gtse (Ostschantung) eine Schule für ?na6en ffffd begann mit 15 Schülern, aus Mangel an den nötigen Mitteln fuebt weiterfuhren. Auch in Japan arbeiten bie r!ef „auf dem Gebiete ber Schule, freilich nicht ber -SotiSschule, — denn biefe liegt In den Händen der Dkegterung — sondern durch eine sogen. Sprachen- chule indem sie für solche, die sich in den europäischen Sprachen ausbilden wollen, Unterrichiskurse halten- 'E nur Studenten, sondern ferbft Professoren, Offiziere, Aerzte und andere Be- I amten.
Während die chinesische Franziskanermission äl- teren Datums ist, ja ihre Wurzeln bis ins 13 Jahrhundert hineinreichen, ist die heutige japanische Mission das Wiegenkind des Ordens; sie wurde erst Im Jahre 1907 gegründet. Freilich hatten die Franziskaner auch in Japan schon blühende Missionen (im 16. und 17. Jahrhundert); doch diese beschränkten sich aus den S ü d e n, während die jetzige den Norden umfaßt. Eine Neugründung verlangt immer große Opfer und Mittel- Wenn man sieht, wie die katholische Kirche im Norden Japans überhaupt noch keine Rolle spielt, — die Insel Hokkaido, welche an Größe Bayern gleicht, hat nur 5 Missionsstationen *- wenn man den Eifer so vieler Neuchristen erblickt xnb die Worte des P. Wenzeslaus Kinold erwägt, tin katholisches Japan würde ein Bollwerk der katholischen Kirche sein, wird man zugeben müssen, daß diese Mission wie kaum | eine andere die Unterstützung der deutschen Katholiken I verdient. Auf ihre Mildtätigkeit bauen die Missionare, bie nach den Worten des hl. Apostels Johannes an Gajus „um des Namens Christi willen ausgezogen find". „So haben wir denn," fährt er fort, „die ' Pflicht, uns solcher anzunehmen, damit wir Mitar- j beiter werden für die Wahrheit" (HL Jo. V. 5—8.) I
NAerlei.
— Luzern sucht eine Guillotine. Der große Rat von Luzern weiß sich nicht zu helfen, eine schreckliche Verlegenheit ist entstanden unb es werden lange Sitzungen darüber abgehalten, was geschehen soll, damit man nicht vor ber übrigen Mitwelt unsterblich blamiert sei. Das Gericht in Luzern hat einen vierfachen Raubmörder, den Schmied Anton Muff aus Hochtür, zum Tode verurteilt, der eine ganze Bauern» familie tückischerweife hingemordet hat. Die Tat dieses Menschen hat allgemeine Empörung erregt, er verdient nicht das geringste Mitleid und fein zynisches Benehmen war nur dazu angetan, bie Gemüter noch mehr gegen ihn aufzubringen. Es ist ganz ausgeschlossen, daß man gegen diesen Raubmörder Nachsicht walten läßt. Er muß unbedingt guillotiniert werden, das hat oas Gericht beschlossen und die Todesstrafe ist zu vollziehen! Aber da stellt sich den guten Richtern von Luzern plötzlich eine unlösbare Schwierigkeit entgegen, indem sie die peinliche Entdeckung machen müssen, daß Luzern gar nicht im Besitze eines kopfabschneidenden Todesinstrumentes ist. Und es ist auch gar nicht möglich, sich um gutes Geld ein solches zu verschaffen, denn Guillotinenfabriken bestehen derzeit nirgends auf der Welt. Man ist also darauf angewiesen, fick eine Guillotine auszuleihen und da kommt einzig und allein ber Kanton Schaffhausen in Betracht, welcher der glückliche Besitzer eines Fallbeils ist und auch schon vor sechs Jahren Luzern die Gefälligkeit erwiesen hat, mit diesem Fallbeile in einet Verlegenheit auszuhelfen. Aber das alte, ehrwürdige Instrument ist eher eine ehrwürdige Reliquie, als ein moderner Gebrauchsgegenstand und man muß wirklich mit der größten Vorsicht aus Werk gehen, um die Maschine nicht zu ruinieren. Tas letzte Mal, als die Luzerner die geliehene Guillotine benutzten, kam sie in sehr desolat--,n Zustande zurück, das Fallbeil war am Rückenwirbel des Delinquenten ganz stumpf geworden und das war wirklich nicht wert gewesen! Außerdem stellt sich der Justifizierung des Raubmörders Muff feine zweite, nicht minder große Schwierigkeit entgegen, deren glückliche Lösung auch viel Kopf- zerbrechen macht. Wenn man schon die Guillotine hat, ist auch unbedingt ein Herr notwendig, ber sie bedient und der dieses Handwerk verstehen muß, weil er sonst wirklich das größte Malheur anrichten kann. Kurz, man bedarf eines gelernten Scharfrichters. Ein solcher ist nun in der ganzen Schweiz nicht vorhanden unb aus Deutschland, wo es allerdings einige Herren dieses Metiers gibt, kann man keinen beziehen, weil dies gesetzlich verboten ist. Nur Herr Deibler, bet ocharfrichter von Paris, so hofften die Luzerner, werde ihrer Einladung gegen ein gutes Honorar folgen- 2lber Herr Tcibler hat höflich, aber bestimmt abge- lehnt, da es fich „mit seinem Gewissen nicht vertrage, einem fremden Volke Scharfrichterdienste zu erweisen". Sllfo wieder nichts. Nun ist Luzern gezwungen, auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung einen Scharfrichter zu suchen, denn es ist ganz ausgeschlossen, daß man den gemeinen Mörder fo ohne weiteres laufen läßt. j.
— Wieviel Licht verschlucken die Tapeten k Wd lesen in der Zeitschrift „Die Bauwelt": Die Färb, der Tapeten ist für die Größe ber in einem Zimm« herrschenden Helligkeit durchaus nicht gleichgültig, und sie steht mit der ökonomischen Ausnutzung der künstlichen Beleuchtung in enger Beziehung. Di« Tapeten werfen nämlich je nach ihrer Farbe einen Teil des Lichtes, das auf sie gefallen ist, wieder iurüd und tn das Zimmer hinein, während sie etn<frt ^ssderen vernichten, gewissermaßen verschlucken, „absorbieren", wie der technische Ausdruck lautet .Je höher das Lichtabsorptionsvermögen einer Ta-
ff.' tn desto geringerem Grade wird natürlich ba8 ßtnunet erhellt und desto unökonomischer ist dle Ausnutzung der künstlichen Beleuchtung, wird t a des für sie ausgegebenen Geldes ledig-
hd) für das von der Tapete vernichtete Licht aufgewendet Nach neueren Untersuchungen hängt du Ltchtabsorplion in erster Linie von der Farbe bei JaPI*en resp. von der des Anstriches ab, mit bea bte Wände versehen find. Am günstigsten verhalte» stch in dieser Hinsicht natürlich bie weißen Tapeten resp. Anstriche, aber auch sie verschlingen immerhin n°4 60 Prozent deS auf sie gefallenen Lichtes, während sie die übrigen 50 Prozent wieder in das Zimmer zurückstrahlen. Am nächsten in der Licht«, Wirkung kommen die gelben Tapeten, die 45 Prozent zurückftrahlen und 55 Prozent vernichten. Dann folgen die hellgrünen, deren Absorptionsvermögen ftd? auf 60 Prozent beläuft, während 40 Prozent des aufgefallenen Lichtes zurückgestrahlt werden Dunkelgrüne Tapeten und rote verhalten sich voll- kommen gleich: sie strahlen 15 Prozent zurück und verschlingen volle 86 Prozent.
△ Die Gchreckenschrorrik des Aetna.
Kommt die Rede auf einen Vulkan, fo schwebt dem Auge sofort ber qualmende Kegel vor, der sich bei Neapel aus der Kampagna emporhebt, der die Städte Pompeji unb Herkulaneum begraben, den gemütlich mit der Bergbahn Engländer unb sonstige Globetrotter mit dem Bädeker in der Hand besuchten. Und doch ist bei Weitem nicht ber Vesuv ber mächtigste Schornstein auf ber süditalienischen Hexenküche. Der Aetna ist ihm gegenüber ein Riese gegen einen Zwerg. Unb auch Katastrophen hat ber Aetna weit mehr auf seinem Konto.
Den Vesuv hielten die Alten bis zum Jahre 63 n. Chr. sogar für erloschen; ber Aetna hingegen war föon für bie Philosophie unb Religion ber ältesten ßeit ein gleich wichtiger Fleck auf ber Erbe. Die geheimnisvolle Scheu ber Alten machte phantafiereich »tn Aetna zur Schmiede des HüphestuS, des Feuer- «otteS, ber mit feinen einäugigen Gesellen, den Cy- Copen, dort Tag unb Nacht hämmert unb rounberbare Lüftungen und Werkzeuge fertigt In den tiefsten Tie- fen des BergeS liegt das Riefenungeheuer Typhon,
ärgerlich, fo wirft er gewöhnlich feinen Körper nach
In ber ganzen Folgezeit bis ins Mittelalter ver- vorn; zur selben Zeit greift er wild in bie Luft unb hielt sich ber Aetna verhältnismäßig ruhig. Erst an- [pringt auf, als wolle er auf etwas treten. Seine fangs 1169 kündeten gewaltige Erb- unb Seebeben Augen scheinen aus den Höhlen treten zu wollen, bei eine erneute gewaltige Katastrophe an, bie am 4- Fe-' jedem Satze stottert er. Auch blaken sie häufig bie
sozusagen stereotyp sinb, so hat jede derselben doch vielfach eine Zeichen- unb Gebärdensprache aufzuweisen,
Duikans in vorgeschichtlicher Zeit, ber etwa die völlig von der unsrigen abweicht. Diese Veobach- im Jahre 1400 v. Chr. ftattgefunben haben soll. Aus , (ung machen wir namentlich bei dem Zopstragervolke, ber geschichtlichen Zeit find etwa 8 0 Ausbrüche dos bekanntlich in seinem Tun unb Denken in gar bes Aetna bekannt. Der älteste bekannte Ausbruch i mancher Hinsicht als „Gegenfüßler" bezeichnet werden mag wohl bet vorn Jahre 425 v. Chr. gewesen fein., darf.
In den folgenben Jahrhunderten fanden Naros, i Nehmen wir beispielsweise das Lachen. So ernst Hhbla und andere Städte ihren Untergang. 125 vor auch wohl bie Chinesen für gewöhnlich uns vorkom- Chr. sandte ber Aetna so gewaltige Feuermassen in ' men mögen, so muß man doch zugeben, daß sowohl bie Tiefe, daß das jonische Meer zu kochen begann unb ' Männer wie Frauen recht herzlich lachen können. Mrd Millionen von Fische umkamen. Um das Jahr 120, ihr Zwerchfell durch etwas Spaßhaftes erschüttert, so n. Chr. wird Catania zum ersten Mal ein Opfer ' klatschen sie häufig mit den Händen, werfen den Körber Lava. Die Verwüstung und Not war fo groß,1 per zurück und, mit Tränen in den Augen, brechen sie daß bie Römer den Einwohnern auf Jahre hinaus alle in ein lautes Gelächter aus. Ist ber Chinese dagegen Abgaben erließen. ~ “ "* iej