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M 76.

1 Kienslag, »en s. Spelt MO.

37. Jahrgang.

* füldaer W Zeitung«

. 2. Matt.

vrnck und Verlag der Znldaer Aetiendruck««i in Znlda.

volkswirtschaftliches und Sozialer.

vermischter.

Reklamen- uud Auzeigeuteil.

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Veranlagung sehr vieler Großstadtfrauen zun, wirk­lich, ersprießlichen Wirtschaften die Schild. Mit But­ter ist ja alles mögliche so bequem zu machen, und alle die Frauen, die ihre Jugend anstatt in der Küche in der Fabrik, der Schreibstube oder hinter dem Laden­tisch verbracht haben, legen meistens ihr ganzes Leben hindurch großen Wert darauf, daß die Hauswirtschaft ohne viele Umständlichkeit von statten gehe. Was wür­den wohl die Kollegen sagen, wenn einer mit trockenen oder mit Schmalz versorgten „Stullen" in die Fabrik kamer

Ergebnisse gehabt. Die Kammer stehe auf dem Standpunkte, daß sie Mittel für den Reliqions» Unterricht nicht zur Verfügung stellen könne, auch müsse sie darauf bestehen, daß durch diesen Um terrrcht die jungen Leute nicht dem Geschäfte ent- zogen würden. — Religion bringt nichts ein darum haben die liberalen Vertreter des Mam^ mons nichts dafür übrig. Da wundert man sich über das Anwachsen der Sozialdemokratie, mit der die liberalen Anbeter des goldenen Kalbes in Bezug auf die Religion ganz einer Meinung sind.

Aus dem Nachbargebiele.

* Göttingen, 2. April 1910. Ais in der Weenderstraße mittelst einer Winde aus dem oberen Geschoß einer Werkstatt Möbel in den Hof herabbefördert wurden, entglitt den Leuten die.Winde, eine schwere Kommode stürzte herab und zerschmetterte dem Möbelti chler Niemeyer den Kopf.

* Kassel, 4. April 1910. Der Oberförster Backhaus zu Kassel wurde zum Hoskammer- und Forstrat mit dem Range eines Regierungs-1 rats ernannt.

Die Texterklärung bietet, wie in den vor» I ausgegangenen Heften, zuerst eine auf den Urtext I zurückgehende, alle wichtigeren textkritischen Vor- schlage der Bibelwissenschast berücksichtigende, form­schöne und fließende Uebersetzung des Textes von Kapitel zu Kapitel. Nach jedem Kapitel folgt die kurze Erklärung, die sowohl den in der alt» testamentlichen Bibelwissenschast wohlbe.vanderten Fachmann als den Meister des Stiles verrät. .Es ist ein Genuß, das Ganze zu lesen/wenigstens ftilT den Theologen. Der Laie freilich wird manchmal vlelleicht eine größere Ausführlichkeit wünschen. Aber diesem Wunsche stehen wohl finanzielle Rück­sichten im Wege: Bei dem überaus billigen Preis, der int Interesse der größeren Verbreitung der „Volksbücher" angesetzt wurde, war dem Umfang der einzelnen Hefte eine Schranke gezogen. — Die Ausstattung macht, wie bei den früheren Heften, der Actiendruckerei alle Ehre. Mit Freuoen be­merkt noch der Rezensent, daß vom 1. und 2. Heft der Volksbücher bereits die zweite Auslage er­schienen ist.

Deutsches Reich.

* Die Briefe des deutschen Kronprinzen an seinen Jugendfreund, den Grafen Hochberg, die jetzt anläßlich eines Prozesses bekannt wurden, sollen vorher in Berlin zum Rückkauf angeboten worden sein. Dieser Rückkauf ist abgelehnt wor­den, weil diese Privatbriese des Kronprinzen an seinen Freund auS der Kinderzeit her das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen haben.

+ Dreiklaffenwahlrecht und Mittelstand. In Schöneberg hatte die Stadtverordnete»»^

Ausland.

* Zur Befestigung der russischen Westgrenze werden nach einem Beschluß des Ministerrats von der Duma 1351 Millionen Rubel ge- fordert werden. Die Fälligkeit dieser Riesen» summe wird auf 10 Jahre verteilt. Ein dem­entsprechender Gesetzentwurf wird der Duma in der nächsten Woche zugehen. Wenn die Regie» rungsfordetungen abgelehnt werden, soll die Duma aufgelöst werden. Und das alles, nach, dem Rußland und Oesterreich soeben ein großes Versöhnungsfest gefeiert haben.

Literarisches.

I Biblische Volksbücher. Ausgewählte Teile des alten Testamentes. Siebentes Heft: Tas Buch des Propheten Jsaias: Kapitel 13-39. Ueberjetzt und kurz erklärt von Dr. Karl A. Leim» bach, Professor. VIII und 104 S. Fulda 1910. Druck und Verlag der Fuldaer Actien­druckerei. Preis 1 Mark.

Wiederum, nach kurzer Frist, beschenkt uns der Professor der alttestamentlichen Exegese am Fuldaer Priesterseminar mit einer reisen Gabe seines Stu­diums und seiner Lehrtätigkeit.

In der Einleitung wird an erster Stelle seine kurze Zusammenfassung des Inhalts der behandelten Kapitel 13—39 des Propheten Jsaias gegeben, sodann werden, dem Zwecke der Volks­bücher entsprechend, die notwendigsten literar- kritischen Angaben gemacht, hierauf folgt ein kurzes Wort über die dogmatische Bedeu» tung der erklärten Texte, und schließlich eine Neber» sicht über die benutzte Literatur, wobei, wie auch betreffs der Persönlichkeit des Propheten Jsaias und des zeitgeschichtlichen Hintergrundes feiner Weissagung, auch auf das erste Heft ver­wiesen werden konnte.

lästina, eine dritte Portion nach Griechenland usw Für Herrn Schulze aus Treuenbrietzen und Herrn Muller aus Perleberg muß es ein herrliches Gefühl sem, etnmm andere für sich sorgen und sich ganz vom Strom treiben zu lassen, nachdem er in harter Lebens­arbeit die so nötigen Reisemittel zusammengebracht hat Nun tut er aber auch gar nichts und läßt sich wie ein Colli verfrachten. Das höchste, zu dem er sich auf­schwingt, ist ein abenolicher Skat, nachdem er den aan- jen Tag im Deckstuhl verträumt hat. Von Aegypten hat er keine Ahnung und will mich nichts davon hö­ren. Was er an besonderen Genüssen erwartet ist ein echter arabischer Cafe und ein roter Fez den er als Beweis dafür heimzubringen gedenkt, daß 'er wirk­lich „dajewesxn« ist. Er wird alles finden, was er sucht, den Cafö und den Fez — made in Austria

saminlung den Magistrat ersucht, in einer Petition an den Landtag eine Abänderung der Wahlrechtsvorlage, namentlich eine Reuein- teilung der Wahlkreise und die Beseitigung des Dreiklaffenwahlrechts zu fordern. Der Magistrat hat jetzt den Stadtverordneten mitgeteilt, daß er ihren Beschluß ausgeführt habe. In der Petition wird über die Beseitigung des Dreiklaffenwahl- rechts u. a. folgendes erklärt:

, »Bei den letzten Landtagswahlen wurden im Stadt­kreis Schöneberg 90 Urwahlbezirke geb Uder. Nur in 17 dieser Bezirke versteuerte der Höch st besteuert e Urwähler der dritten Abteilung weniger als 3000 Mk. Einkommen, in 35 Bezirken versteuerte er über 3000 Mk. bis 6000 Mk. und in nicht weniger als 38 Bezirken mehr als 6000 Mk. Dies deutet darauf hin, daß in der großen Mehrheit der Urwahlbezirke das Gros des I Mittelstandes in die dritte Abteilung gedrängt ist.» I

Das preußische Statistische Landesamt, das zu anderen Ergebnissen kommt, befindet sich der Petition zufolge in einem Irrtum. Die Petition weist darauf hin, daß in 6384 oder der Mehr- heit der städtischen Urwahlbezirke der höchstbe» steuet4e Urtvähler der dritten Abteilung ein Ein­kommen von mehr als 3000 Mk. versteuerte, und schließt mit den Worten:

A »Bis ein wirklicher Beweis und nicht nur ein I Mcheinbeweis des Gegenteils erbracht ist, wird ange-1 »ommen werden dürfen, daß, wie in Schöneberg, auch I M der Medrzaht der anderen preußischen Städte das! ^Gios des Mittelstandes in die dritte Abteilung I gedrängt und damit politisch entrechnet ist."

schönste Wetter sei. Also warf ich den Strick, den Feldstein, die Zitronen, Saxlehner und den Berliner Festgenossen hinaus, umgürtete mich mit Anmut und einem schwarzen Gehrock, und stteg hinauf in den Speisesaal, allwo 90 Passagiere der ersten Klasse beim fröhlichen. Mahl beisammen saßen. Dies schöne Bild wiederholt sich an allen vier Tagen, die wir bis Ale­xandrien beisammen waren. Noch niemals habe ich das Mittelmeer in solchem Glanz und solcher Farbe gesehen. Es war, als ob der heranziehende Frühling das reichste Füllhorn seiner Gaben gerade für diese Tage aufgespart hätte. In Miramare bei Triest dem Lustschloß der unglücklichen Kaiserin Elisabeth,' fing der Farbenrausch in Baum und Strauch an, und in Brindisi, wo wir zum letzten Male europäischen Bo­den betraten, pflückten sie die letzten Orangen und Zitronen von den Bäumen, in denen schon wieder »etfie Blüten dufteten und die fleißige Bienenwckt her­anlockten Der Uebcrgang vom Frühling zum Som­mer war hier fast unmittelbar. Dann nahm uns das blaue Mittelmeer ganz in seine sanften Arme und trug uns sorgsam wie kleine Kinder zum afrikanischen Strand herüber

So ost ich Schiffsboden betrete, freue ich mick wieder auf die Reisegesellschaft, obschon die gleichen Typen immer wiedcrkehren. Da ist der Königlich $rei,. ß'sche Reseroeleutnant, der sich an die mangelhafte Disziplin .da unten' absolut nicht gewöhnen kann Er betrachtet alles aus der Potsdamer Perspekttve und kommt dabei zu den unglaublichsten Schlüssen Er kommandiert nnt schnarrender Stimme die Steward die als waschechte Italiener kein Wott Den ch stehen und singt am Klapier Soldatenlieder Sr i» der Abgott oer alten Damen die immer in mitfahren und drunten in Aegypten unerhörte Wunder schmien wollen. Bis zur Ankunft unterhalten fi, m über allerlei häusliche Angelegenheiten zahllose Ansichtskarten. Da sie mst d?n MorK^'L Bescheid wissen muß die D-rwandlschaf^Slmfpotto ULMLLLrLE

. * Vom hakaiistischeu Verleumduugsfeldfuz. In

. der ,Kreuzzig/ lesen wir: „Vor längerer Zeit über- nahmen wir eine Notiz der ,Kgsb. Allg. Qtg.' wo­nach in Schlesien ein katholischer Geistlicher tm Beichtunterricht das Bild des Kaisers aus Diarienhesten der Kinder gerissen habe, weshalb eine Untersuchung gegen ihn eingekitet sei. Pfarrer aus Slesin teilt uns jetzt mit, daß bte Meldung, die sich gegen ihn gerichtet habe, un­zutreffend gewesen sei. Die Kinder, die dem Lehrer gegenüber diese Behauptung aufgestellt hatten, haben sie nachher widerrufen und Abbitte geleistet In den in Frage kommenden Heften waren überhaupt keine Kaistrbilder enthalten. Pfarrer Grnalewicr f“§tt.no&A,n3w' er es für eine schwere Sünde ansehe, Mißachtung gegen die Kaiserliche Majestät m die Herzen der Kinder zu säen, und zur Sünde werde er die Kinder gewiß nicht anleiten. Wir nehmen von dieser Richtigstellung loyalerweise Nostr und verzeichnen die letztere Bemerkung mit besonderer Genug uung - Der Fall beweist roiebernm, mit wAA berechtigen, Mißtrauen man die vielen Hetzge- schlchten ausnehmen muß. v I

* Allzu großer Realismus auf der Buhne kann btswnlen gar böse Folgen haben. Dies zeigte sich neul ch bet der Erstaufführung des Lustspiels „Der fä^fe Junker* tm Meininger Hoftheater ! Der Darsteller der Titelrolle hat im dritten Akt die angenehme Pflicht, eine Flasche Sekt zu trinken. Wie allgemein üblich, gibt es in einem solchen Falle I chr unschuldige und bekömmliche Braufelimonade. ^zn Melmngen aber muß, so schreibt man der! »Rat. Ztg/ von dort, der Tradition nach, auch I unter Grubes Regie, alles echt sein, und so bekam der betreffende Schauspieler eine Flasche wirklichen Ehampagner hingestellt. In der Premieren-Augst | ltn° stürzte er schleunigst mehrere Gläser des wohllchineckenden eiskalten Trankes hinunter und mit Verzweiflung merkte bald der anwesende Autor I La ^elrechler „Zungentatterich' die Folge

Östlichen Weines war, als er die seltsamen , Worlverdrehungen und das aufgeregte Spiel feines , Helden wahrnahm. Zum Glück merkte das Publi- !, tum fast gar nichts, und so wurde der Erfolg durch i oen kleinen Schwips nicht beeinträchtigt. 1

* Aschaffenburg, 4. April 1910. Der An­gestellte einer hiesigen Kohlen-Firma, welchem die Einkassierung von Rechnungen übertragen war hat seinem Arbeitgeber zirka 1000 Mark unter- schlagen. Obwohl zum Teil bereits Ersatz ge­leistet ist, erhielt der ungetreue Reisende einen Monat Gefängnis.

* Worms, 4. April 1910. Vom hiesigen Infanterie-Regiment ist feit dem zweiten Oster» eiertag ein Soldat verschwunden, der als sog. „Unsicherer" eingestellt war.

, * Wiesbaden, 4. April 1910. Der Pro»! nnzial-Lanotag der Provinz Hessen-Nassau etzt sich aus Insgesamt 123 Abgeordneten zusam­men, von denen 59 auf den Regierungs» Bezirk 1 'Ossel und 64 auf den Regierungs-Bezirk Wies­baden entfallen. Seine bekanntlich am 27. April beginnende Tagung wird nur von kurzer Dauer sein.

* Limburg, 4 April 1910. Dieser Tage befuhr der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten, Breitenbach, die Lahnstrecke bis Niederlahnstein, von wo er sich zum Kuraufenthalt nach Wiesbaden be­gab. Der Minister hat sich auf der Fahrt such Vortrag über das Projekt einer Kanalisierung des Lahn ström es halten lassen.

** „Wir" — und nochmals „Wir". Derganze Hochmut, der unsere Nationalliberalen „aus­zeichnet", die stolz erhobenen Hauptes „im Namen des deutschen Volkes" zu reden lieben — trotzdem ihr Anhang im Volke von Tag zu Tag weiter Msammenschrumpft — spricht auch aus folgenden Worten des liberalen Schrislstellers Böltinger:

„Ohne Verständigung mit den nationalen Mittel­schichten und mit den Mittelparteren kann in Preußen und Deutschland nicht regiert werven, heute weniger als je. Wird der Zeiipunkt zur Ver­mittlung jetzt verpaßt, fo muß darin eine starke Schädi-1 «ung der vaterländischen Interessen erblickt und denen die Verantwortungslast dann zugeschoben werben, die in Passivität die unbefriedigende Lage herbeigesührr haben."

So hieß es auch vor der Reichssinanzreform; der damalige Reichskanzler legte sich auf diese Phrase fest und fiel mit den Liberalen.

Natückich sind auch andere Leute an Bord, zumal in diesen Tagen, ein Generalsuperintendent, der zu den ElniocihunaSfeierlichkeiten „befohlen' ist, einige katho­lische und evangelische Geistliche, die wie ich nach 4- rufclem vorauSfahren, Rechtsanwälte, Aerzie mid Kaufleute die ein paar Wochen in Aegypten aus ruhen wollen und die Handelsmenschen, die das ganie Fahr fynburd) ba3 Mittelmeer befahren, und verächtlich über die Reeling spucken toenn man beim Passieren von *sihaka den guten alten Horner zitiert.

Heber all diese bunt zusammengewürfelten und morgen wieder m all- Winde auseinander stiebenden Menschlein wacht das graue Auge des aeniütttch-„ alten Commodore. Er ist Kroat von Geburt und ffttcht W « ^b-nde Sprache Dadurch ist er gcgin alle Angriffe.mannttcher und vor attcm weiblicher Pas- fagtete geschützt. Man fragt ihn vergeblich: Sind Sie verheiratet? 9tet|en Sre gern zur See? Was für SBeöer ^aben Wit morgen? ober: Wie denken Sie Uber Bethrnann Hollweg? (?r lächelt gleich freimb- lich, weil er (ein Wort versteht. Seine Rase ist von so bsk'Äkgen Dimensionen, daß sie bei schlimmem Wetter «IS Wellenbrecher benutzt wird. Bei heilerem fungiert Re als rotes oder grünes Borblicht, je nachdem ihr

i t nt t sind bie schönen Tage aber auch vorüber. Um 4 Uhr heute früh tauchte die flache afrikanische Küste auf und eine Stunde später raffelten bie Anker bet „Cleopatra", des schönsten Mittelmeerbampfers, mit dem ich bisher gefahren bin, ins Alexandrinische Ha- ftnbassln. Bald darauf dampft der Schnellzug nach Bort sald aus her Stabt heraus, bie uns in ihrer welt- beruhmten Bibliothek wichttge Aufschlüsse über bie er- ften Zeiten des Christentums geboten hat. Heber Ten» E. und Benha geht es vorüber an Palmenhainen, Apfelsinen-und Baumwollkulturen am Suezkanal ent- SmbfÄ,.? n in dessen Hafen abermals ein Dampfer des Oesterrelchischcn Lloyd, bie „Maria The- refio , Mich aufnimmt zur Fahrt in das getobte Land kurzen Nachtfahrt sichten wir Jaffa, das Sucu°£Sprt im Hintergründe bie

XSriE?8«3ubfl-aB ÖUJ ^ier küßten bie alten Sv *?n Jie nach lebensgefährlicher Heber- uJ?fÄ 9cta.^et. waren, ben geheiligten Boden, auch heute geht eine gewisse Bewegung durch die Rechen der Schisfsgenoffen, als sie die Stadt erblicken.

„ $ine neue Karriere für Juristen. Hm her Heberfüllung im juristischen Berufe zu begegnen, hat der bayerische Justizminister bekanntlich bestimmt, daß wnstlg nur noch Prüflinge mit Note 1 und 2 zum Richterstanb-, zum Notariat und zur Rechtsanwalt- sinnst zugelassen werden sollen. Dies hat natürlich viel böses Blut gemacht; es gibt aber auch Leute, die sich mtt Humor fwllich einer Att Galgenhumor, in bie SS wissen, wie folgenb- Anzeige be-

«hunger Mann mit aussichtsreicher Kukunft Sdurch h°he Verordnungen etwas verbüstertet genmart Ju^t für die Morgenstunden (9 bis 1 Hhr) Nebenbeschäftigung. Er übernimmt auch das Austra- gen von Milch und Wecken, wäre auch geneigt, bessere ^ n"t erwachsenen Söhnen zu heiraten, die nöti- genfalls emen Vater nnt bescheidenen Ansprüchen er- hu“®- ^"geböte unter „Rechtspraktikant F U die „Reue Bavens- ndeSzeitung' in Würz-

tge»). Frau Krumbach.

. „ Dieser Umschwung im Befindest des klemen Werner ist nicht verwund Wr ^erlich, wenn in Betracht gezogen

wrrd, daß bte dem Lebertran eigene^1 außergewöhnlich hohe Nährkraft oct.' 'SM des Ceottschen Verfahrens' T-?si' die Nachteile aber öotlftän«1 ’ dtg beseitigt sind. Für in der Ent»'

f „Ern mischätzbares Mittel" . issEunt Frau Krumbach Scotts Emulsion, die 'sie

Hauffftr. 18UI, 85. Sept-mb« 1908.

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zurückgebliebene Kinder, fü< iMa-!«-b«nNf^W>edergenesende, kurz für alle, deren ^^d^^Kratwn ausgeholfen werden muß, gibt } w« .es nichts besseres, als Scotts Emulsion. 'k--f.^°n/,wa?'NU toieV» wr«ob« «r.

O Die Demokratische Bereinigung hält ihren zweiten Parteitag vom 15. bis 17. Mai in Köln et. Rh. ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. der Programmentwurf, über den Herr v. Gerlach referieren wird. Den politischen Jahresbericht Ivtrd Dr. Breitscheld erstatten.

* Aachen, 1. April 1910. In der gestrigen Sitzung der Handelskammer kam eine Ein­gabe des linkslheinischen Arbeitgeber-Verbandes

Metall - Industrie zur ^Verlesung, worin . vynuvynycn ue» -vunergevrauches großae- h mewUtn ^"^rltutzung ttl dem Be- i zogen hat. Zum Teil trägt daran bie überaus schlechte streben bat, den Religions-Unterrtcht au§ w ™

der gewerblichen Pflichtfortbildungsschule sernzuhalten, weil er zur gewerblichen AuS- vudung nicht gehöre und den Schüler über Ge- buhr von der Arbeitsstätte sernhalte. Der Vor­sitzende Geheimrat Dr. Delius bemerkte hierzu, daß ein Ministerial-Erlaß es als wünschens» wert bezeichne, daß der Religions-Unterricht an den Fortblldungs - Schulen ausgenommen werde, allerdings nicht obligatorisch, sondern fakultativ.

""Ersuche in anderen Städten hätten recht traurige

X Eine Osterfahrt nach Jerusalem, i

Tausende deutscher Pilger beider Konfessionen sind übers blaue Meer gezogen, um zwei Denkmäler christ- lcher Liebes- und GlaubensMigkeit in Jerusalem emzuweihen: das O e l b e r g h osp i z mit der H i m- tj’jv skirche und die Marienkirche auf tXSpnS"'-1 toirb rugl-ich dem Deutschtum Lande em neuer Ansporn gegeben, und Drtentoontif a?e Vlütentcäume unserer

Nervosität ° die meckwürdige

bit’” Ä.™*: -ZMZKM

f°"b ^inMsi'abStu^ zu"erNm

und eine Fllffhe UiuÄ? Ä Dutzend Zitronen an seinem Kabinen^-n Dann bindet er sich

den Leib, ißt die ^t sich den Feldstein auf

gießt das »itter^nfir Tv M Stumpf und Stiel und -twas «nbequeS X? Kann er in dieser und vier Nächte binh„r*to a?a6l9tn Sage vier Tage -ll- Furcht S £SÄ s° k°nn er 7hne hat das Schiff bereits in Ält 5"/siehen, denn dann

Ich L-, ÄÄ?1"" K., den Magen 3uiammeniuhrpiT^m rrni t ^em Feldstein Nachbar, ein Verlier wein Kabinen-

kündete, daß der Sirokko abgezoaen'un?? S T" h juaen und draußen das

□ Von dem Butterboykott, so schreibt man uns aus Berlin, merkt man äußerlich hier einstweilen noch nichts, da bie Mitglieber ber boykottierenden Hirsch- Dnnkerschen Gewerkvereine nicht sehr zahlreich sind Hrnso mehr ist aber in der Bevölkerung bie Rebe ba- :inLrU‘clb Erörterungen sind vielfach recht leiben- r 2Ser nichts babei zu riskieren hat, ber ist natürlich stramm gegen bie Suttertierteuerung Es ist nb^siaupt merkwürbig, wie unsäglich kleinlich bie Masse ber Berliner Bevölkerung allem geqenüberftebt was mit ber Landwirtschaft zu tun hat. Die Fest­stellung baß ein erheblicher Teil bet Butter, bk nach Ber/in kommt, von bzn Großhändlern auf besonderen N^schinen um 4 M 5 Prozent Wasser „berei- ryert Wirb, hat bte Berliner Sensationspresse, bie so kräftig gegen bie begehrlichen Agrarier schimpft, na- turlch unterschlagen Dafür regt sie sich um so bitterer baruber aut daß bie Butterpreise, bem ungeheuer Reigenben Sonfum entsprechend, in die Höhe gehen. I ^aß auch hier Angebot und Nachsiage einander regeln

>>t z. B. in Fulda am vergangenen Samstaa auf dem Wochenmarkte bei starkem Angebot und ae- rlngerer Nachfrage die Butter sehr schnell im Preise gefallen), daß wie bei jedem anderen Artikel fo auch wer/in zu schnell steigender Bedarf die Preise höher treibt, kommt dem „aufgeklärten" Berliner natürlich nicht zum Bewußtsein. Wenn der Kaffee im Prc se m bte Hohe geht oder die so überaus wichtige Baum- StrAbv-fc h^rugensche Börsenmanipulationen be= I b°"kllch hohergeschraubt wird, dann regt sich der ber­liner nicht aus; denn das ist ja eine „natürliche" Er­scheinung. Aber wenn irgend etwas den bösen „Agra- Z, kTx6 bann kocht seine „Volksseele«.

Große Erfolge wird der Boykott nicht erzielen können. Zurmchst sind die Hirsch-Dunkerschen, wie überall im Reich so auch in Berlin, von seht bescheidener Bedeu­tung. Dann aber ist auch mit derartigen Boykotts von Genußmitteln nicht viel zu machen. Die Zeiten, wo °s °uch in sehr wohlhabenden Famllien zum Kaffee- „Zubrot nur Kraut ober sonst ein bescheidenes Pro- oukr der Pflanzenwelt gab und wo beim zweiten Mor- gemmbiß das Schmalz die Butter ersetzte, sind in Ber- lln vorüber Das hat die Margarine getan, die im Volke die Gewohnheit des Buttergebrauches großae-