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»Imst«g, »en 29. mär) |9|O.
3T. Jahrgang.
«fuldaer W Zeitung«
2. Blatt.
druck und Verlag der Zuldaer Actlendruckertk in 8«lda.
fern Jahre sind formenschöne Schöpfungen früherer Zetten tn hochentwickelter Technik reproduziert. LuiniS Abendmahlbild: »Jesus und Johannes", in seiner Farbcngrazie, durch eine matte Goldbordüre mit Rebenzweigen noch wirksamer gemacht, vergegenwärtigt die unendliche Liebe des Erlösers und die innige Hingabe des an seiner Seite ruhenden Jüngers. Carlo Dolcis hoheitsvolles Meisterwerk aber:' „Christus Brot und Wein segnend", führt unmittelbar die Einsetzung des heiligsten Sakramentes vor Augen. Eine derart mustergiltige Wiedergabe ihres künstlerischen Gehaltes, ihrer unvergleichlichen Formen- und Farbenanmut im Verein mit beispiellos geringem Preise steht einzig da. Solche Blätter sind in der Tat eine Bereicherung der „Schmücke dein Heim-Kunst", denn passend umrahmt, lüden sie einen wahren Festschmuck für das christliche Haus.
Geschmackvolle Kommunion-Andenken. Wie map- cher Kunstfreund mag es schon bedauert haben, daß von der berühmtesten aller Abendmahl-Darstellungen, der Schöpfung Leonardos, so wenig gute Reproduk- tionen existieren. Um so freudiger ist es zu begrüßen, daß die Gesellschaft für christliche Kunst, München soebm eine treffliche Reproduktion in der Form eines Kommunion-Andenkens erscheinen ließ. Tas auf feinstem kräftigem Mattpapier in prächtigem Gravüreton gedruckte Bild kann sich neben den besten Stichen sehen lasten. Der billige Bezugspreis von 20 Pfg. erleichtert wesentlich die Verbreitung. - Neben diesem Bilde gab die Gesellschaft in der gleichen Große und Rcproduktionsart noch ein weiteres Kommunion- Andenken heraus „Jesus in 6 mm au 8", nach dem Gemälde von Dirck Santvoort. Die Szene ist lebendig und eindrucksvoll geschildert. Ter Preis be- trägt ebenfalls 20 Pfg. \
Quaket Oats ist das Morgen- und Abend« gericht für Schulkindern
Es gibt ihnen Ausdauer beim Lernen und Spielen und macht sie stark und widerstandsfähig. — Man verwende Quaker Oats nach dem auf jedem Paket
S»
aufgedruckten Rezepte: „Für den Frühstücks- lisch“.
•.in
* Unsere Aufgaben in der Schul- frage.
Es tritt immer klarer zutage, daß der „neue Kulturkampf" in erster Linie ein Kampf um die Volksschule ist.
Das darf uns nicht wundern, wenn wir bedenken, baß etwa 90 Prozent bl8 gesamten Volkes ihr« Bildung und die Grundlage ihrer Erziehung in der Volksschule empfangen. Hier werden die Lebenskeime der spätem Weltanschauung in die Seele des jungen Menschen gesenkt, und empfängt das ganze Leben die erste Richtung, die für die Mehrzahl der Menschen maßgebend bleibt. Deshalb müssen die verschiedenen religiösen Strömungen versuchen, die Schule in den Dienst ihrer Bestrebungen zu stellen-
Der religiöse Liberalismus, der das Christentum als die geoffenbarte Wahrheit ablehnt, die Gottheit Christi leugnet, will vom Christentum höchstens die sittlichen Ideen beibehaltm wissen, die ihm passend erscheinen. Manche seiner Vertreter rechnen sogar damit, an Stelle der christlichen Sittlichkeit eine „moderne Ethik" setzen und die Gebote Gottes ab schaffen zu können.
Die Sozialdemokratie, die sich aus einer Partei der Gleichgültigkeit gegen die Religion zu einer Partei der Religionsfeindlichkeit entwickelt hat, fordert naturgemäß die Ausschaltung Gottes und des gesamten Christentums aus dem öffentlichen Leben.
Daraus erklärt sich die Stellung des religiösen Liberalismus sowohl als der Sozialdemokratie zur Schulfrage. Der Liberalismus fordert die Sirnul- tanschule, die Sozialdemokratie die religions- !ose Schule.
Der christliche Teil unseres Volkes kann und darf sich dem Jntereffe für die so tief ins ganze Volksleben einschneidende Schulfrage nicht entziehen. Leider stehen noch weite Kreise unseres Volkes der Schulfrage innerlich teilnahmlos gegenüber. Sie sind sich nicht klar über die Bedeutung der Frage und ihre Tragweite, weil sie sich nicht klar sind über die Bedeutung der Volksschule im gesamten Kulturleben Für die Vertreter des Christentums handelt es sich setzt darum, die positive Teilnahme und das Verständnis für die Aufgaben und Bedeutung der Schule mit Iller Entschiedenheit wachzurufen und zu fördern.
Das Volksschulunterhaltungsgesetz von 1906 gibt »ns hierfür eine wichtige Handhabe in den sogenannten Schulkommissionen. Auf dem Lande müssen sie eingerichtet sein, in der Stadt liegt es tn Händen der städtischen Körperschaften, sie einzurichten. Wo sie bestehen, scheinen sie sich eines Dornröschendaseins zu erfreuen- Wir denken, daß die städtischen Verwaltungskörperschaften am wenigsten <mf dem Gebiete der Schule einer berechtigten Forderung der Bürgerschaft sich widersetzen würden. Gut, soll also die christliche Bürgerschaft die Forderung nach Schulkommissionen im Sinne des Gesetzes mit allem Nachdruck erheben, soll sie auch fordern, daß diese in Tätigkeit treten und ihre Aufgaben energisch Ml Angriff nehmen!
Die Schulkommifsion ist gedacht als das Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus. Sie soll ganz besonders das Arrangement von Elternabenden in die Hand nehmen und mittels solcher Abende das Jntereffe des Volkes für die Schule hegen und pflegen Vielfach hat man ja schon mit Elternabenden Versuche gemacht; manche sind gescheitert, weil man zu solchen Abenden Kinder zuzog, weil die Abende nicht so arrangiert waren, wie es dem Ernste der Sache entsprechend gewesen wäre. Bei Elternabenden sollte das Trinken von vornherein ausgeschaltet werden. Es ist eigentlich ein Widerspruch in sich, daß man wichtige Fragen der Kultur beim Glase Bier behandelt, und unser Bott muß dahin kommen, daß es geistige Tätigkeit von dem materiellen Genüsse scharf zu unterscheiden und zu trennen weiß Beim Glase Bier ist es gemütlich, da läßt mau sich unterhalten, aber da will man nicht angespornt, nicht zur Teilnahme ausgerüttelt, nicht zu ernstem Nachdenken angeregt werden. Inter pocula silent musae, sagt ein lateinisches Sprichwort, d h. beim Becherklang schweigt die geistige Tätigkeit. Der Elternabend soll
'n WUMWWWWW»*'nn.'-><c-..... M. -v^Tr*TiT*
al» eine durchaus wichtige, ernste Veranstaltung sich Präsentterm.
Welchen Inhalt sollen die Elternabende haben?
Sie sollen aufklären über den geschichtlichen Werdegang unserer Schule, über ihre Bedeutung, sie sollen den Eltern praktische Anregungen geben, mit der Schule Hand in Hand zu arbeiten, sollen sie auch für die häusliche Erziehung der Kinder interessieren. Mögen diejenigen, welche berufen sind, an der Entscheidung bet Schulfrage mitzuarbeitcn, sich gründlich über solche Fragen orientieren.
Im VclkSvereins-Verlag GmbH., M-Gladbach, ist soebm ein Schriftchen von Dr. O Müller erschienen: „Die liberale Schulpolitik in Preußen und unsere Aufgaben." (Preis 1,20 Mk.) Es gibt in gedrängter Kürze einen Ueberblick über das Werden und den gegenwärtigen Stand der Schulfragc und einer Reihe pratt'scker Winke.
Derselbe Verlag bietet in den neuesten Nummern der Apologetischen Volksbibliothek (36—38) wertvolles populäres Material zur Schulfrage, das der Aufklärung der weitesten Volkskreise dienen soll
Möge überall im Lande das richtige Verständnis für die Frage geweckt und gefördert werden!
volkswirtschaftlicher und Soziales.
)( Der 5. Kongreß der internationalen Vereinigung christlicherTextilarbeiterorganisationen tagt in den Tagen nach Ostern in Mailand. Dort wird sich wahrscheinlich auch der Anschluß der auf christlichem Boden flehenden Gewerkschaften Italiens an die internationale Vereint- gung der christlichen Gewerkschaften vollziehen.
** Der christlichsoziale Metallarbeiterverband hält in den Tagen vom 3. bis 6. Juli in DmS- bürg seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Verband wird bei dieser Gelegenheit das Fest seines 10 jährigen Bestehens feiern.
Aus dem Nachbargebiete.
* Brückenau (Rhön), 24. März 1910. Das Anwesen des Wagnermeisters Heurig in Breiten- bach brannte nachts vollständig nieder. Die Entstehungsursache ist unbekannt.
* Alsfeld, 26. März 1910. (Amtlich.) Der Bedarfsgüterzug 6703 ist bei der Durchfahrt im Bahnhofe Alsfeld heute früh um 5 Uhr auf den auf Gleis 1 haltenden Güterzug 7063 aufgefahren. 18 Wagen sind entgleist, 10 derselben wurden zertrümmert. Die Lokomotive des Bedarssgüterzuges ist leicht beschädigt, das Loko- motivpersonal leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. Der Betrieb ist ungestört. Unfall- Ursache: Der Bedarfsgüterzug müßte zum lieber« holen an Stelle Gleis 1 Gleis 3 benutzen. Der Fahrdienstleiter hatte für ihn auch die Ausfahrt für dieses Gleis, dann aber versehentlich die Einfahrt in Gleis 1 sreigegeben. — Mehrere Mitglieder des Bundes der Landwirte empfehlen im Anzeigenteil des hiesigen Kreisblattes den Boykott derjenigen Geschäfte, deren Inhaber Mitglieder des Hansabundes sind.
* Frankfurt a. M., 26. März 1910. Hier starb der bekannte Professor Dr. Ludwig Oelsner im 79. Lebensjahre. Er war ein Schüler von Leopold von Ranke.
* Offenbach a. M., 26. März 1910. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß die Aufnahme einer neuen vierprozentigen Anleihe im Betrage von 500000 Mark bei der Sparkaffe Wachendorf in Westfalen.
* Frankenberg, 28. März 1910. Die Stadtverordneten setzten den Etat für 1910 auf 165900 Mk. fest. Der Steuersatz bleibt unverändert.
® ■
Vermischter.
** Ostern im Schnee feierte Thüringen in den höher gelegenen Gebieten. Der Schneefall war stellenweise derartig stark, daß in verschiedenen Orten der Verkehr nur mittelst Schlitten möglich ist.
* Wegen Falschmünzerei wurde in Zürich ein aus Norddeutschland stammender Mann mit seiner Geliebten verhaftet. Beide hatten die Fabrikation von Hundertmarkscheinen im Großen betrieben.
• Ein Idyll aus der Vogelwelt wird aus dem Dorfe Eschenbach im Siegerland berichtet. Ein Junge fand im Herbst des Jahres 1908 im Walde ein Buchfink-Weibchen, das nicht weiter konnte, weil ihm durch einen Schuß aus einer Flobertbüchse ein Flügel gebrochen war. Der Junge nahm den Vogel mit nach Hause und versah den lahmen Flügel mit einer selbstgefertigten Schiene. Die Wunde heilte ziemlich rasch. Im Frühling 1909 wurde der Buchfink wieder in Freiheit gesetzt. Vor einigen Abenden pickte es plötzlich von draußen heftig ans Fenster, und der kleine Vogelfreund sah seinen Buchfink davor sitzen. Das Fenster wurde sofort geöffnet und hereinspazierte stolz das Buchfink-Weibchen vom Jahre 1908. Der Buchfink, der sicherlich den Winter mit seinen Genossen fern im Süden zugebracht hat, hüpfte sofort ganz zahm wie früher in alle Ecken, an alle Plätzchen, wo es früher geweilt, setzte sich ans seinen alten, vor Jahr und Tag innegehabten, Platz auf einer Stange über dem Ofen, kurzum, benahm sich, als wollte es sagen: Jetzt bin ich gott- seidank nach den vielen Reisestrapazen wieder zu Hause.
Durchschnittspreise für Hafer, Heu u. Stroh
Das Amtsblatt der König!. Regierung bringt folgende Nachweisung der für die Lieferungsver- bände des Regierungsbezirks Kassel festgestellten Dnrchschnittspreiseder höchsten Tagespreise für Hafer,Heu und Stroh mit einem Auflchlag von fünf vom Hundert, welche für die Vergütung der im Monat März 1910 verabreichten Fourage maßgebend sind:
Bezeichnung des Lieferungs-
Haupt-
Durchschnittspreis pro Zentner
marktort.
verbaudeS.
Hafer
Heu
Stroh
v*|4
Stadtkreis Kassel
Kassel
8
8i>
5
78
6
15
Landkreis Kassel
dgl.
8
83
5
78
3
15
Kreis Eschwege
Eschwege
8
93
6
30
2
63
„ Witzenhausen
dgl.
8
93
6
30
2
63
„ Fritzlar
Fritzlar
8
57
5
78
3
15
„ Homberg
dgl.
8
57
5
78
3
15
„ Ziegenhain
dgl.
8
57
5
7b
3
15
„ Fulda
Fulda dgl.
8
40
5
25
3
15
Hünfeld
8
40
5
25
3
15
„ Gersfeld
dgl.
8
40
5
25
3
15
„ Schlüchtern
dgl.
8
40
5
25
3
15
Stadtkreis Hanau
Hanau
9
। 9
6
11
3
68
Landkreis Hanau
dgl.
9
09
6
11
3
68
Kreis Gelnhausen
dgl.
9
09
6
11
3
68
„ Hersfeld
Hersfeld
8
13
6
82
3
67
„ Hofgeismar
Hofgeismar
8
64
5
25
3
05
„ Wolfhagen
dgl.
8
64
5
25
3
05
„ Marburg
Marburg
8
19
7
88
3
68
„ Kirchhain
dgl.
8
19
7
88
3
68
„ Frankenberg
dgl.
8
19
7
88
3
68
„ Rotenburg
Rotenburg
8
61
5
52
3
31
„ Melsungen
dgl.
8
ßl
5
52
3
31
Grafs.Schaumb.
Rinteln
9
45
5
78
2
63
„ Schmalkalden
Schmalkald.
9
45
5
78
3
68
Literarisches.
Die Kommunion-Andenken der Kunstanstalten Joseph Müller in München (Linprunstraße 90) von die-
Ein täglicher Begleiter.
Nicht nur bet Hutten und Katarrh als Folge der schlimmen Herbst- und Winterwitterung schätzen Tausende in den berühmten Wybert-Tabletten ein vorzügliches Linderungsmittel, das rote kein anderes geeignet ist, als wahres Hausmittel zu dienen. Beinahe noch größer ist die Zahl derjenigen Personen, bet welchen Wybert-Tabletten im täglichen Gebrauch stehen als außerordentlich angenehmes Bonbon, das bei anhaltendem Sprechen den Mund feucht erhält, das beim Singen der Stimme Wohlklang und Kraft verleiht, kurz das Unzähligen von Menschen zum unentbehrlichen täglichen Begleiter und Beschützer geworden ist. Sie finden Wydert-Tableten in Schachteln ä Mk. 1. — in allen Apoiheken. Depots in Hulda; Engel-Apotheke; Hof-Apotheke & Löwen-Apotheke.
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